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DVB-T2 HD: Erste Informationen zur Verschlüsselung der privaten HD-Sender

DVB-T2 HD soll bis 2019 das bisherige DVB-T ablösen. Mehr Sender in besserer HDTV-Qualität mit HEVC/H.265-Kompression werden dann über die normale Antenne zu empfangen sein. Neben den frei empfangbaren TV-Programmen der Öffentlich-Rechtlichen Sender werden auch die Privatsender via DVB-T2 HD empfangbar sein – allerdings zum Großteil verschlüsselt und gegen Bezahlung. Der Sendernetzbetreiber Media Broadcast, der die Plattform für die Privatsender bereit stellen wird, hat jetzt auch erste Details zur verwendeten Verschlüsselungstechnik bei DVB-T2 HD bekannt gegeben.

Zur Verschlüsselung der Privatsender wird Media Broadcast ein System von Irdeto einsetzen. Dieses soll nicht nur für die über UHF-Frequenzen ausgestrahlten TV-Programme genutzt werden. Die Sender planen auch hybride TV-Angebote und insbesondere die Unterstützung für den verschlüsselten Zugriff auf HbbTV-Angebote wird von Media Broadcast als eines der Entscheidungs-Kriterien für Irdeto genannt. Die Entschlüsselung des Angebots wird über ein „Conditional Access Modul“ (CAM) von Neotion möglich sein, welches im Fernseher oder die zum Empfang genutzte Set Top-Box eingesetzt wird.

Bereits jetzt betreibt Media Broadcast über DVB-T die sogenannte Multithek. Diese ermöglicht es, auf HbbTV-Sendern neben dem DVB-T-Senderangebot noch zusätzliche Programme zu empfangen, die über das Internet gestreamt werden. Bislang ist dieses Angebot noch kostenlos. Zukünftig könnte es sein, dass auch einige dieser Sender verschlüsselt angeboten werden oder zusätzliche Abrufdienste hinzukommen.

Die DVB-T2 HD-Plattform von Media Broadcast soll innerhalb des 1. Quartals 2017 verfügbar sein. Derzeit wird die Technologie im Rahmen eines Pilotprojekts in Berlin getestet. Die Kosten für den Empfang der Privatsender werden voraussichtlich mit HD+ vergleichbar sein, welches derzeit 60 EUR im Jahr kostet.

Bereits zur Fußball-Europameisterschaft (10.06. – 10.07.2016) soll es einen DVB-T2-Pilotbetrieb privater und Öffentlich-Rechtlicher Sender geben. Dieser soll in den Regionen, in denen bereits heute private Programme via DVB-T ausgestrahlt werden und noch einigen weiteren Regionen empfangbar sein. Nachdem die Privatsender sich teilweise in den letzten Jahren aus der DVB-T-Verbreitung zurückgezogen haben sollen diese zukünftig auch über die bisherigen Ballungsräume hinaus zu empfangen sein.

Fernseher, die die DVB-T2 HD-Spezifikationen zum Empfang der mit HEVC/H.265 komprimierten TV-Programme erfüllen, sollen durch ein grünes Logo gekennzeichnet werden. Bislang sind dies vor allem einige neue Ultra HD-Fernseher aus dem Modelljahr 2015 – z.B. von Panasonic, Samsung oder LG. Ab 2016 sind aber auch Full HD-Fernseher mit DVB-T2/HEVC-tauglichem Tuner zu erwarten.

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