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„Das Erste“ zeigt „Robocop – Director’s Cut“ in HDTV

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Die ARD zeigt in der Nacht von Freitag auf Samstag den „Robocop – Director’s Cut“ in HDTV. Der lange Zeit indizierte Paul Verhoeven-Klassiker läuft am 9. Juli von 02:45 bis 04:23 Uhr im Hauptprogramm „Das Erste“.

Unsere Filmkritik zum „Robocop – Director’s Cut“:

Der Polizist Murphy (Peter Weller) wird bei seinem ersten Einsatz in einer neuen Einheit in Detroit schwer verletzt und steht dem Tode nahe. Murphy wird daraufhin mit einem künstlichen Körper ausgestattet und der Großteil der Hirnfunktionen durch ein Computersystem übernommen. Als „Robocop“ ist Murphy ab jetzt der Prototyp für einen neuen Roboter, den die Firma OCP an die Detroiter Polizei verkaufen will. Zunächst ist er im Kampf gegen die Kriminellen der Stadt äußerst erfolgreich. Doch nach und nach erwachen immer mehr Erinnerungen an Murphys früheres Leben – und auch an seine Mörder, deren Spur zu OCP zurück führt…

Zwar genießt „Robocop“ seinen Kultstatus nicht zuletzt aufgrund einiger blutiger Szenen, doch die Gewalt beschränkt sich selbst in dem nach Aufhebung der Indizierung erstmals frei verkäuflichen „Director’s Cut“ nur auf einige wenige visuell sehr drastische Momente, die genau so überzeichnet wie der ganze Film wirken. Im Unterschied zu vielen B-Movies dreht sich in dieser dystopischen Zukunfts-Vision nicht alles um Gewalt sondern vor allem skrupellose Manager eines Mega-Unternehmens, die einerseits versuchen, Geld mit der Kommerzialisierung der Polizei zu verdienen, mit Verbindungen in die Unterwelt die Kriminalität aber direkt fördern.

Die verrückten Bösewichte in „Robocop“ sind einfach grandios. Sie entsprechen wunderbar den typischen Film-Klischees der 80er und Verhoeven widmet ihnen viele Szenen, in denen er dem Zuschauer zeigt, wie durchgeknallt diese Schurken sind. Neben Peter Weller spielt auf der Seite der „Guten“ nur Nancy Allen als Murphys Kollegin Lewis eine bedeutendere Rolle. Der „Robocop“ ist vor allem ein Einzelgänger.

„Robocop“ wirkt visuell trotz der etwas düsteren Optik sehr ansprechend. Der Erfolg von „Robocop“ ist nicht zuletzt auch ein Verdienst des Kameramanns Jost Vacano, der für „Das Boot“ eine Oscar-Nominierung erhielt und viele „Robocop“-Szenen aus unmittelbarer Nähe und ungewöhnlichen Perspektiven gedreht hat. Viele Momente werden auch aus der Ich-Perspektive von Murphy gezeigt.

Trotz der düsteren Darstellung der Verhältnisse in Detroit (die den tatsächlichen Niedergang der Stadt zugespitzt vorwegnahm) ist „Robocop“ aber auch immer wieder recht amüsant, weil sehr viele Szenen etwas überdreht inszeniert wurden. Grandios sind vor allem die TV-Einspieler, die aus verschiedenen Bereichen das Geschehen im Alltag dieser bizarren Welt zeigen sollen.

Gerade diese Kombination aus düsterer Zukunftsvision, punktuell sehr direkt dargestellter Gewalt aber ebenso komischen, oft zynischen aber ebenso leicht sozialkritischen Momenten, zeichnet „Robocop“ besonders aus, weil diese verschiedenen Elemente dafür sorgen, dass der Film sich nicht einfach in eine Schublade packen lässt.

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