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DAB+: ARD plant massiven Digitalradio-Ausbau – UKW-Abschaltung ab 2021?

‎Die ARD will in den nächsten Jahren die Rundfunkversorgung mit dem Digitalradio DAB+ nahezu flächendeckend ausbauen. Während DAB+ bislang überwiegend in Ballungsräumen zu empfangen ist, sollen in den nächsten Jahren die Versorgungslücken weitgehend geschlossen werden.

Dazu soll ab der nächsten Gebührenperiode 2017-2020 das DAB+ Sendernetz massiv vergrößert werden. Derzeit haben die einzelnen ARD-Landesrundfunkanstalen 125 Senderstandorte im Betrieb, die bis Ende 2020 auf 385 DAB+ Sender verdreifacht werden sollen. Das entspräche 97,88 Prozent der Fläche der Bundesrepublik über die 90,13 Prozent der Bevölkerung erreicht werden sollen. In einem ersten Schritt sollen die Senderstandorte für DAB+ bis Ende 2016 auf 175 und bis Ende 2018 auf 246 ausgeweitet werden.

Zwar erfordert der DAB+ Ausbau zunächst hohe Investitionen: Das Gesamtbudget für die Einführung von DAB+ in den Jahren von 2017 bis 2020 wird auf 127 Millionen EUR angesetzt.  Doch langfristig geht man davon aus, dass bei einem vollständigigen Netzausbau nur noch 80 Prozent der Kosten für die UKW-Verbreitung anfallen.

Das gilt natürlich nur unter der Bedingung einer Kostenersparnis durch die Abschaltung der Ultrakurzwelle, sobald DAB+ von ausreichend Nutzern verwendet wird. Das Thema UKW-Abschaltung ist seit Jahren immer wieder im Gespräch. Eine Entscheidung darüber kann nach Auffassung der ARD aber nur die Politik treffen.‎

Als realistisch betrachtet die ARD eine Abschaltung der UKW-Sender ab 2021 sofern bestimmte Kriterien erreicht werden. Neben einer flächendeckenden DAB+ Versorgung von 95 Prozent zählt man dazu auch einen DAB-Anteil der Geräteverkäufe von mindestens 30 Prozent. Selbst unter diesen optimistischen Schätzungen geht man bei der ARD aber davon aus, dass ein DAB+/UKW-Simulcast mindestens noch bis zum Jahr 2025 erforderlich sein wird. 

Neben den ARD-Anstalten will auch der Sendernetzbetreiber Media Broadcast die Verbreitung seines „Bundesmux“ mit privaten Sendern bereits bis Ende 2016 stark ausweiten.

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