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Blu-ray Disc Managed Copy wird ab Dezember Pflicht


Ab dem 4. Dezember müssen alle neu veröffentlichten Blu-ray Discs „Managed Copy“ unterstützen. Dies bedeutet, dass alle neuen Blu-ray Disc so gestaltet sein müssen, dass sie den Kontakt zum einem Authentifizierungsserver herstellen können, der dem Besitzer die Möglichkeit gibt, eine Kopie der Blu-ray Disc anzufertigen – sogar in Originalqualität aber natürlich mit Schutzmechanismen.

Das sehen die finalen Bestimmmungen für den AACS-Kopierschutz vor, die im Dezember in Kraft treten. Während bei der DVD der Kopierschutz noch freiwillig war ist dieser bei der Blu-ray Disc fest vorgeschrieben und jeder Produzent muss die AACS-Bestimmungen einhalten. Mitglied des AACS-Konsortiums sind u.a. Intel und Microsoft. Doch neben dem Einsatz auf dem PC ist „Managed Copy“ auch für Anbieter von Filmserversystemen wie Kaleidescape interessant. Kaleidescape stellt bereits seit Jahren Homeserversysteme mit DVD-Archivierung im fünfstelligen Preisbereich her, liefert sich aber bereits fast ebenso einen absurden Rechtsstreit mit der Filmindustrie, die für DVD keine 1:1-Archivierung vorsieht obwohl faktisch der CSS-Kopierschutz bereits seit Jahren geknackt ist und somit praktisch kaum unterbunden werden kann, mal ganz davon abgesehen, dass Besitzer eines Kaleidescape-System nicht deswegen Unsummen investieren um damit ein preiswertes Filmarchiv aufbauen zu können. „Managed Copy“ für Blu-ray Disc würde solche Archivierungen für den privaten Gebrauch in Heimnetzwerken auf eine legale Grundlage stellen. Außerdem sollen laut dem amerikansichen „Video Business“ auch Backups auf andere Speichermedien wie auf Blu-ray Discs, DVDs oder SD-Karten möglich sein.

Doch in der Praxis wird sich am 3. Dezember nichts für den Konsumenten ändern, denn bislang gibt es noch keine Blu-ray Disc-Player, die Managed Copy unterstützen und auch die ersten Authentifizierungsserver werden erst für 2010 erwartet. Immerhin demonstrierte Pioneer bereits kürzlich in den USA auf der CEDIA-Messe ein solches funktionierendes „Managed Copy“-System.

Die Verpflichtung, eine Kopie zu erlauben, bedeutet aber noch nicht, dass diese auch kostenlos sein muss. Die Studios dürfen für Kopien auch etwas verlangen. Das würde aber auch theoretisch die Möglichkeit geben, z.B. die Kopie einer Blu-ray Disc aus der Videothek legal erwerben zu können. Doch die Hollywood-Studios selbst zeigen bislang kaum Interesse an Managed Copy obwohl sie im Vergleich zu den minderwertigen „Digital Copy“-Beigaben, die heutzutage üblich sind, auch noch die dafür meist erforderlich Extra-Disc einsparen könnten. So will z.B. Danny Kaye, Technik-Chef bei 20th Century Fox Home Entertainment derzeit noch keine Notwendigkeit für eine Zusatz-Kopie erkennen wenn man doch auch direkt die Blu-ray Disc abspielen kann. Die Studios denken aber in der Sache an anderer Stelle bereits weiter – und weit über das „Managed Copy“-System hinaus.

So entwickelt „Disney“ derzeit unter der Bezeichnung „Keychest“ ein System, welches eine Blu-ray Disc oder DVD als Authorisierungstool nutzt, welches nach einer Registrierung die Möglichkeit eröffnet, den erworbenen Film auch ganz ohne physische Kopie aus dem Internet für verschiedene Abspielgeräte zur Verfügung zu stellen. Ein ähnliches System wird von zahlreichen Größen der Unterhaltungselektronik unter dem Namen „Digital Entertainment Content Ecosystem“ (DECE) entwickelt. Daran beteiligt sind auch die Hollywood-Studios Fox, Sony, Warner, Universal, Paramount und Lionsgate. Wie die Umsetzung von „Keychest“ und „DECE“ im Detail aussehen soll, ist allerdings noch weitgehend offen.

Auf jeden Fall steht die Industrie aber unter dem Druck, dem Konsumenten in Zukunft die Möglichkeit zu bieten, die gekauften Filme flexibler und möglichst ohne spürbare Einschränkungen eines DRM-Systems nutzen zu können. Denn der AACS-Kopierschutz der Blu-ray Disc ist bereits jetzt keineswegs mehr so sicher wie ursprünglich erhofft. In Peer to Peer-Tauschbörsen und bei Click-Hostern werden bereits jetzt zahlreiche Blu-ray Disc-Rips ganz ohne Kopierschutz angeboten – teilweise sogar vor dem offiziellen Verkaufsstart inklusive deutschem Ton.

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