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„Blu-ray Disc Managed Copy“ weiterhin in der Warteschleife

Das "Home Media Magazine" hat einen Bericht über den aktuellen Entwicklungsstand der "Blu-ray Disc Managed Copy" veröffentlicht, die es Blu-ray Disc-Besitzern ermöglichen soll, eine digitale 1:1-Kopie eines Films in HDTV anzufertigen. Obwohl die Studios im Vergleich zu den bislang als "Digital Copy" oft auf einer zusätzlichen Disc angebotenen Filmen in niedrigere Auflösung sogar auf eine Extra-Disc verzichten könnten, zeigen die Studios weiterhin Zurückhaltung. Der allgemeine Tenor der vom "Home Media Magazine" befragten Personen aus der Industrie ist nicht zuletzt von viel Skepsis geprägt, ob "Managed Copy" überhaupt eine Chance bekommt, sich gegenüber anderen Technologien durchzusetzen.

Die großen Studios haben nämlich unabhängig von "Managed Copy" bereits Pläne für weitere Möglichkeiten, Filme flexibler als heute auf verschiedenen Geräten nutzbar zu machen. So entwickelt "Disney" derzeit unter der Bezeichnung "Keychest" ein System, welches eine Blu-ray Disc oder DVD als Authorisierungstool nutzt, welches nach einer Registrierung die Möglichkeit eröffnet, den erworbenen Film auch ganz ohne physische Kopie aus dem Internet für verschiedene Abspielgeräte zur Verfügung zu stellen. Ein ähnliches System wird von zahlreichen Größen der Unterhaltungselektronik unter dem Namen "Digital Entertainment Content Ecosystem" (DECE) entwickelt. Daran beteiligt sind auch die Hollywood-Studios Fox, Sony, Warner, Universal, Paramount und Lionsgate.

Als weiteres Hinderniss wird die bislang fehlende Unterstützung von Apple betrachtet – und eine deutliche Unterstützung ist auch nicht zu erwarten, solange Apple mit Managed Copy kein Geld verdienen kann anstatt nur eine Konkurrenz für den eigenen iTunes Store zu fördern.

"Managed Copy" erfordert neue Blu-ray Disc-Player, die in der Lage, sind, über einen Authorisierungsserver die Erlaubnis für eine Kopie einzuholen (die auch gegen Bezahlung erfolgen kann) und eine Kopie z.B. auf einer Festplatte anzufertigen. Die Server der zuständigen AACS-LA sind derzeit aber noch nicht in Betrieb und auch Blu-ray Disc-Player, die Managed Copy unterstützen, wurden bislang noch nicht angekündigt. Immerhin demonstrierte Pioneer bereits im Herbst 2009 in den USA auf der CEDIA-Messe, wie ein "Managed Copy"-System funktionieren könnte.

Ursprünglich sahen die Bestimmungen des AACS-Konsortiums vor, dass alle ab dem 4. Dezember 2009 veröffentlichten Blu-ray Discs diese Funktion unterstützen sollten. Die Umsetzung dieser Vorgabe wurde aber auf den 31. März 2010 verschoben. In den USA sind dennoch die von einem Independent-Studio produzierten ersten Blu-ray Discs mit "Managed Copy" bereits seit Dezember in den Handel. Die drei "BluScenes"-Blu-ray Discs "Coral Reef Aquarium", "Journey Through Space" und "The Classic Fireplace" wurrden in 4k-Auflösung mit einer "RED One"-Digitalkamera gedreht und enthalten den Digital-Ton in DTS HD Master Audio 7.1 und Dolby Digital 5.1.

Bei aller Skepsis der Industrie, ob Benutzer dafür zu begeistern sein werden, Filme im zweistelligen Gigabyte-Bereich zu kopieren, sollte aber dennoch nicht die Realität aus den Augen verloren werden. Ähnlich wie die Musikindustrie es lange verschlafen hat, eine legale und einfach zu handhabende Möglichkeit für Musikdownloads in hoher Qualität zu bieten und somit sehr lange keine Alternative zu den illegalen Download-Angeboten hatte, sind bereits jetzt in vielen Tauschbörsen illegale HD-Kopien vieler Filme von Blu-ray Discs zu finden, die qualitativ die oft technisch minderwertigen offiziellen Download bzw. Streaming-Angebote übertreffen. Und Festplatten mit mehr als 1 TB Speicher werden auch immer preiswerter, um als Datenspeicher für HD-Filme genutzt werden zu können.

 

 

 

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