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ARD und ZDF im Streit über Zukunft der digitalen Zusatz-Kanäle

Auf ihrer Sitzung in Berlin haben sich die Intendantinnen und Intendanten der ARD für eine grundlegende Reform der Digitalkanäle von ARD und ZDF ausgesprochen. Nach Vorstellung der ARD-Intendanten sollen die Digitalsender zusammengelegt und reduziert werden. Die ARD schlägt dem ZDF vor, dass aus den bisher sechs Digitalkanälen mittelfristig drei werden können: Ein gemeinsames Programm für junge Menschen (14 bis 29 Jahre) könnte auf Basis der bisherigen Kanäle EinsPlus und ZDFkultur entstehen. Das gemeinsame Programm für jüngere Erwachsene (30 bis 49 Jahre) könnte aus den beiden Digitalsendern EinsFestival und ZDFneo gestaltet werden. Im Informationsbereich könnte die Zusammenarbeit von tagesschau24 und ZDFinfo zu einem gemeinsamen Nachrichtenkanal führen.

Beim ZDF stoßen die Vorschläge der ARD allerdings auf Ablehnung: In Mainz sieht man in dem Vorschlag keine Sparpotentiale, sondern lediglich kompliziertere Strukturen. Die Digitalkanäle ZDFneo und ZDFinfo werden nach Aussage des Senders ausschließlich durch Synergien und Verzicht von Finanzmitteln des Hauptprogramms realisiert. Sie bieten dabei für das ZDF Möglichkeiten zur Erprobung neuer Formate und neuer Moderatorinnen und Moderatoren, sowie eine Verwertung des ZDF-Programmarchivs, die bei der ARD seit vielen Jahren die Dritten Programme und Bayern Alpha erfüllten. Durch den Verzicht auf ZDFkultur sieht man beim ZDF bereits den Willen zu Einsparungen demonstriert und erwartet jetzt Gleiches auch von der ARD.

Das ZDF regt statt Fusionen der Digitalsender an, über eine andere Aufgabenverteilung nachzudenken: Danach könnte die Zielgruppe der Jugendlichen mit einem Jugendkanal der ARD versorgt werden, während das ZDF mit den Informations- und Unterhaltungsangeboten in ZDFneo und ZDFinfo stärker die 30- bis 50-Jährigen adressieren würde. Allerdings bedürfen solche weitreichenden Veränderungen der bestehenden gesetzlichen Programmaufträge einer intensiven Diskussion und Abstimmung mit den Bundesländern und den Gremien.

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