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ARD: DVB-T2 in Deutschland frühestens ab 2016

Die ARD hat heute angekündigt, dass sie frühestens 2016 mit der Ausstrahlung von Programmen in der neuen DVB-T2-Norm beginnen wird. Somit werden auch frühestens ab diesem Zeitpunkt in Deutschland HDTV-Programme über die normale Antenne empfangbar sein.

Die Kriterien für DVB-T2 steckt die ARD folgendermaßen fest:

Ein künftiges Nachfolgesystem für DVB-T muss als Hybridsystem mit besonderer Eignung sowohl für den portablen als auch den mobilen Empfang ausgelegt sein. Für die lineare Verbreitung über DVB-T2 soll eine HD-Bildqualität ermöglicht werden, um die technische Entwicklung angemessen zu berücksichtigen und die Marktfähigkeit zu sichern. Nicht lineare Angebote sollen über IP-Übertragungsnetze wie zum Beispiel WLAN oder Mobilfunk verbreitet werden.

Insgesamt ist für den Markterfolg auch die Verfügbarkeit privater Programme in der Terrestrik zwingend erforderlich. Deshalb ist die ARD gespannt, wie sich die privaten Rundfunkanbieter dazu positionieren. Die Programme der ARD sollen auch zukünftig unverschlüsselt übertragen werden.

Aufgrund der Verträge für das bestehende DVB-T-Sendernetz und der in der Vergangenheit geleisteten Investitionen kommt ein Einstieg der ARD in DVB-T2 frühestens im Zeitraum 2016-2018 in Betracht. Der damit verbundene Übergang von DVB-T nach DVB-T2 ist mit dem Ziel einer Kostenersparnis verbunden. Der mittel- und langfristige Frequenzbedarf der ARD ist für DVB-T2 der gleiche wie schon jetzt für DVB-T – nicht mehr aber auch nicht weniger.

Im Rahmen der Weltfunkkonferenz 2015 (World Radiocommunication Conference 2015) soll das sogenannte 700 MHz-Band dem Mobilfunk co-primär zugewiesen werden – ein Frequenzbereich, der für das terrestrische Fernsehen genutzt wird und rund ein Drittel der verbliebenen DVB-T Frequenzen ausmacht. Das erfordert bereits heute eine Positionierung der ARD zum mittel- und langfristigen Frequenzbedarf in Stellungnahmen und Anfragen bis Ende des Jahres.

Bei der Einführung von DVB-T war Deutschland noch recht weit vorne – auch wenn sich der tatsächliche Ausbau über die gesamte Fläche über mehrere Jahre hingezogen hat. DVB-T2 kommt u.a. bereits in England, Frankreich, Dänemark und testweise auch in Österreich inbsesondere für HDTV-Programme zum Einsatz. Ein Vorteil der späteren Einführung von DVB-T2 in Deutschland könnte aber durchaus sein, dass man somit noch etwas Zeit gewinnt, um direkt den neuen HEVC-Video-Codec einsetzen zu können, der im Vergleich zu H.264 noch einmal eine Halbierung der erforderlichen Bandbreite mit sich bringen würde.

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