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Bessere „Apple Music“-Konditionen: Apple einigt sich mit Indie-Labels (Update)

Apple Music

Apple lenkt ein und will die Künstler für ihr Musik-Angebot beim Streaming-Dienst „Apple Music“ jetzt doch von Anfang an bezahlen. Apple-Manager Eddy Cue erklärte auf Twitter, dass die Künstler auch für die Nutzung innerhalb dreimonatigen Testphase bereits Geld von Apple erhalten sollen. Damit reagiert Apple auf die Kritik insbesonderer vieler Independent-Musiklabels, die die Bedingungen von Apple für „Apple Music“ nicht akzeptieren wollten. Doch nicht nur die kleinen Plattenfirmen sondern auch populäre Künstler hatten zuletzt Wort gegen Apple ergriffen. So kündigte z.B. Taylor Swift an, ihr aktuelles Album „1989“ nicht bei Apple Music zum Streaming anzubieten. Sie selbst könne dank vieler Live-Shows zwar auch ohne das Geld auskommen, erklärte Swift. Gerade neue Künstler, die gerade ihr erstes Album veröffentlicht hätten, seien aber von den Einnahmen abhängig. Taylor Swift gehört schon seit längerer Zeit zu den Kritikern der Streaming-Dienste und bietet deshalb ihre Alben auch nicht bei Spotify an.

Zu welchen Konditionen genau Apple jetzt die Künstler schon innerhalb der Testphase von „Apple Music“ bezahlen will, ist nicht bekannt. Laut Re/Code sollen die Künstler zwar nicht die gleichen Anteile erhalten wie später von zahlenden Kunden. Aber sie sollen zumindest für jeden einzelnen abgerufenen Stream Geld erhalten.

Eine Reaktion der Independent-Labels auf den Umschwung bei Apple ist bislang noch offen. Ob diese jetzt doch bereits direkt zum Start von „Apple Music“ dabei sein werden, muss sich noch zeigen. Zur Unterschrift der Verträge bleibt noch rund eine Woche Zeit: Offiziell soll „Apple Music“ am 30.06.2015 starten.

Update: Laut einem Bericht des Branchenmagazins Billboard soll sich Apple inzwischen mit den Independent Label-Vereinigungen „Merlin“ und „Beggars Group“ über eine Aufnahme in das „Apple Music“-Angebot geeinigt haben, die über 20.000 Indie-Labels und Distributoren weltweit vertreten. Ob damit das Angebot ohne größere Einschränkungen Ende Juni starten kann, ist noch offen.

Auslöser des Konflikts waren die Konditionen von Apple, die eine etwas höhere als branchenübliche Kompensation von rund 70 % der Einnahmen für das Streaming vorsahen aber dafür von den Künstlern verlangten, in der dreimonatigen Testphase, in der Apple auch keine Einnahmen erzielt, zunächst auf ihre Anteile zu verzichten. Wie Apple-Manager Robert Kondrk, der die Verträge mit den einzelnen Musik-Labels für Apple ausverhandelt, gegenüber Re/Code erklärte, sollen in den USA 71.5 % des Umsatzes und in anderen Ländern durchschnittlich 73 % an die Rechte-Inhaber der Musik gehen.

Viele weltweite Verbände von kleineren Plattenfirmen hatten daher ihren Mitgliedern dazu geraten, vorerst ihre Musik nicht bei „Apple Music“ anzubieten oder zumindest bis zum Ende der dreimonatigen Testphase zu warten.

Das „Apple Music“-Abo umfasst eine Streaming-Flatrate mit einer Bitrate von voraussichtlich 256 kbps, iTunes Match und einer Offline-Wiedergabefunktion. Zusätzlich gibt es mehrere Radio-Kanäle mit verschiedenen Themengebieten. Der u.a. von dem BBC Radio 1-DJ Zane Lowe moderierte 24 Stunden-Sender „Beats 1“ wird auch für Nicht-Abonnenten kostenlos sein. Ebenso wird auch die Künstler-Plattform „Connect“, auf der Künstler neue Songs oder Videos präsentieren können, Benutzern ohne Abo mit leichten Einschränkungen zur Verfügung stehen.

In Deutschland wird das Abo voraussichtlich für eine Einzelperson 9,99 EUR im Monat oder 14,99 EUR für ein „Famlienabo“ kosten, welches von bis zu sechs Personen genutzt werden kann.

„Apple Music“ startet zunächst als App für iOS-Geräte und wird auch in ein Update von iTunes integriert. Eine  „Apple Music“-App für Android soll im Herbst kommen.

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