News

Kabelnetzbetreiber sehen Kabel bei der TV-Nutzung in Deutschland weiter vor Satellit

Nachdem der Satellitenbetreiber Astra in dieser Woche unter Berufung auf Zahlen vom Marktforschungsinstitut Infratest erstmals den Satellitenempfang als führenden TV-Empfangsweg in Deutschland beanspruchte kontern jetzt die in der ANGA zusammengeschlossenen Kabelnetzbetreiber mit Daten des AGF-Fernsehpanels, der gemeinsamen Fernsehforschung von ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1.

Laut deren Zahlen vom 1. Januar 2012 soll immer noch das Kabel mit einem Anteil von 48,6 Prozent vor dem Satellitendirektempfang mit 47,4 Prozent liegen. Allerdings können auch diese vermeintlichen 1,2 Prozent Vorsprung des Kabels gegenüber dem Satellit nicht darüber hinwegtäuschen, dass beim Satellitenfernsehen in den letzten Jahren ein steiler Anstieg verzeichnet wurde während das Kabelfernsehen langsam an Bedeutung verliert. Das ist selbst der von der ANGA als Beleg herangezogenen Entwicklung der Daten des AGF-Fernsehpanels seit 1992 zu entnehmen. Diese zeigen vor allem eine schwindende Bedeutung von DVB-T von der vor allem der Satellitenempfang in den letzten Jahren profitieren konnte. IPTV findet beim AGF-Panel bislang noch keine Berücksichtigung. Laut den in dieser Woche präsentierten Astra-Zahlen soll dies gerade einmal von rund 1,3 Millionen Haushalten in Deutschland genutzt werden.

Ausgerechnet von der Abschaltung des analogen Satellitenempfangs erhoffen sich die Kabelnetzbetreiber jetzt Neukunden und stellen das Kabel als eine Art letzte Bastion des analogen Fernsehens dar: "Zu Kabel-TV wechseln und weiter analog fernsehen" preist z.B. Kabel Deutschland in einer aktuellen Kampagne das analoge Fernsehen an. Kabel Deutschland will wie auch die meisten anderen großen Kabelnetzbetreiber in Deutschland sogar das digitale Fernsehen in analoges umwandeln und sorgt somit dafür, dass Kapazitäten, die für die Übertragung mehrerer HDTV-Sender zum Einsatz kommen könnten, weiterhin ineffizient genutzt werden.

|

Weitere News
  ZURÜCK