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amazon: „Kindle“-Auslieferung nach Europa beginnt

amazon beginnt heute mit der Auslieferung seines eReaders "Kindle" nach Europa. Die internationale Version des Kindle 2 wird direkt aus den USA von amazon.com verkauft und kostet dort 279 USD. Für den Versand kommen noch 20,98 USD hinzu, außerdem lässt amazon das Gerät direkt verzollen/versteuern und zieht dafür einen Betrag von 57 USD im Voraus rein. Insgesamt kostet der "Kindle" umgerechnet knapp 242 EUR.

Die internationale Version des Kindle bietet eine auch in den europäischen GSM/UMTS-Netzen nutzbare Version des "Whispernet", damit Einkäufe direkt drahtlos auf das Gerät übertragen werden. Ein Buch soll innerhalb von 60 Sekunden nach dem Kauf auf dem Kindle verfügbar sein. Die internationale Version soll in über 100 Ländern nutzbar sein. amazon hat dazu nicht wie in den USA direkte Verträge mit Netzbetreibern in den einzelnen Ländern abgeschlossen sondern nutzt außerderhalb der USA für das "Whispernet" die Dienste von AT&T, was allerdings Roaming-Kosten verursacht. Das "Whispernet" selbst ist zwar kostenlos und der Kunde muss auch keinen Vertrag mit AT&T abschließen. Während amazon in den USA viele Neuheiten und New York Times-Bestseller mit 9,99 USD deutlich günstiger als die Hardcover-Ausgaben anbietet, kosten diese Bücher für deutsche Kunden meist 13,79 USD (inkl. Mehrwertsteuer). Auf die für US-Kunden zur Verfügung stehende Möglichkeit, die Bücher über einen PC auf den Kindle zu übertragen und somit die Kosten für die Datenübertragung einzusparen, verzichtet amazon derzeit.

Neben knapp 300.000 englischen eBooks verkauft amazon auch eBook-Versionen von vielen Zeitungen, darunter auch z.B. die der Frankfurter Allgemeinen oder des Handelsblatts. Wann es auch deutschsprachige eBooks für den Kindle geben wird, ist derzeit noch offen. Amazon-Chef Jeff Bezos würde zwar gerne irgendwann jedes Buch in deutscher Sprache liefern können, bislang ist das jedoch noch nicht der Fall. Da der Börsenverein des deutschen Buchhandels bislang die Buchpreisbindung auch für eBooks in Anspruch nimmt, gibt es für deutsche eBook-Käufer zudem derzeit kaum Sparpotential im Vergleich zum klassischen Buch, welches sich im Unterschied zum eBook auch nach dem Lesen weiterverkaufen lässt.

Mit dem Kindle wird ein Multi-Voltage-Netzteil mitgeschickt – allerdings nur mit US-Stecker. Der Kindle lässt sich aber auch über den USB-Anschluss laden. Einschränkungen gibt es bei den Zusatzdiensten Blogs sowie dem Webbrowser, der sich auf der internationalen Version vorerst nicht nutzen lässt.

Über das "Whispernet" lassen sich gegen Aufpreis auch Dokumente in den Formaten Microsoft Word (DOC, DOCX), PDF, HTML, TXT, RTF, JPEG, GIF, PNG, BMP, PRC und MOBI auf den Kindle bringen. Das erlaubt es wenigstens, die zahlreichen auch in deutscher Sprache in offenen Formaten ohne DRM verfügbaren eBooks auch auf dem Kindle zu nutzen. Das EPUB-Format, welches u.a. bei den Sony-Readern zum Einsatz kommt, unterstützt der Kindle aber nicht.

Der "Kindle 2" ist nur rund 90 mm dick und wiegt 280 Gramm. Der interne 2 GB-Speicher soll für rund 1500 Bücher reichen. Die Darstellung erfolgt auf einem 16 Graustufen-Display mit sechs Zoll-Diagonale und einer Auflösung von 600 x 800 Pixeln. Die Akku-Laufzeit soll zwischen vier bis fünf Tagen bei eingeschaltetem Mobilfunk-Zugang und mehr als zwei Wochen ohne UMTS liegen.

Direkte Konkurrenz bekommt der Kindle auf dem deutschen Markt voraussichtlich ab Dezember. Dann will die deutsche Firma "txtr" ihren eigenen Reader für 319 EUR auf den deutschen Markt bringen – im Unterschied zum "Kindle" neben UMTS auch mit WLAN-Anbindung und inklusive deutschsprachigem Ebook-Angebot.

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