Öffentlich-rechtlichen TV-Sendern droht “Ausspeisung” im Unitymedia-Kabel
20.06.2012
(Redaktion Infosat)
Der Streit um die Kabel-Einspeisegebühren eskaliert. Lutz Schüler, Geschäftsführer der fusionierten Netzbetreiber Unitymedia und Kabel BW, droht damit, zumindest einen Teil der öffentlich-rechtlichen Sender „auszuspeisen“. „Wir müssen die Sender von ARD und ZDF nicht übertragen, wenn diese keine Kapazitäten bei uns buchen“, erklärte er in einem Interview mit der Tageszeitung „Welt“ (Ausgabe vom 20. Juni). Insbesondere müsse man nicht „jeden kleinen Spartensender der ARD“ übertragen. Allerdings räumte Schüler auch ein, dass die Kabelnetzbetreiber grundsätzlich verpflichtet sind, die öffentlich-rechtlichen Sender zu verbreiten („must carry“).
Die Öffentlich-Rechtlichen erwägen die Kündigung der Verträge mit den großen Kabelnetzbetreibern, um ab 2013 keine Einspeisegebühren mehr zu zahlen. Dabei geht es um rund 60 Millionen Euro, die ARD, ZDF und Arte bislang pro Jahr an Kabel Deutschland und Unitymedia/Kabel BW zahlen – und zwar nur an diese großen Kabelunternehmen. Kleinere Netzbetreiber erhalten dagegen keine Entgelte und haben deswegen bereits Musterklagen und Kartellbeschwerden eingereicht .
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Infosat.
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