Premiere verliert Fußball-Rechte - Premiere HD Sport ohne Bundesliga-HDTV

21.12.2005 (ks)

Der Pay TV-Sender Premiere hat keinen erneuten Zuschlag für die Pay TV-Rechte zur Übertragung der Spiele der Fußball-Bundesliga erhalten. Die Deutsche Fußball-Liga hat die Pay TV-Rechte für die Bundesliga für die kommenden drei Jahre an die Firma "Arena" vergeben, eine hundertprozentige Tochter von Unity Media, hinter der die Kabelnetzbetreiber ISH, Iesy und Tele Columbus stehen. Arena muss für die Bundesliga-Rechte zukünftig jährlich rund 240 Millionen EUR bezahlen. Unity Media will auch mit anderen Kabelnetzbetreibern zusammen arbeiten, um über deren Netze ebenfalls Live-Bundesliga-Fußball anzubieten.

Die Entscheidung betrifft auch das gerade gestartete HDTV-Angebot von Premiere, denn die Pläne zur Übertragung des Bundeliga-Top-Spiels in HDTV auf Premiere HD Sport kann der Abo-Sender ohne Bundesliga-Rechte begraben. Ob die neuen Rechte-Inhaber überhaupt die Absicht haben, die Bundesliga auch in HDTV zu zeigen, ist noch unbekannt. Auch die weiteren Auswirkungen auf die Zukunft von Premiere lassen sich derzeit noch nicht ausmalen. Bislang gehörte der Bundesliga-Fußball zu einer der Haupt-Attraktionen von Premiere. Die Börse reagierte entsprechend deutlich auf die Meldung, dass Premiere die Rechte nach Abschluss der Bundesliga-Saison 2005/2006 verliere. Die Premiere-Aktie fiel um rund 39% auf einen Kurs von 14,54 (Stand: 15:51 Uhr). Premiere besitzt aber neben den Pay TV-Rechten für die kommende Fußball-WM 2006 aber auch bereits die Pay TV-Rechte für die WM 2010. 

Bis zum Ende der Saison 2005/2006 will Premiere sein Bundesliga-Live-Angebot unverändert ausstrahlen. Für den Zeitraum ab 1. August 2006 wird Premiere nach der Entscheidung der DFL seine Preis- und Angebotsstruktur "den Marktverhältnissen gegebenenfalls anpassen". Dies dürfte unvermeidlich sein, da sich die derzeitigen Preise unter veränderten Rahmenbedingungen kaum rechtfertigen lassen. Für das Premiere-Angebot "Premiere Fussball Live" verlangt der Sender derzeit 14,90 EUR im Monat und bindet dieses Abo an ein bestehendes Premiere-Abo aus einer der Rubriken "Sport, Film oder Thema".

Für Fußball-Fans hat die Neuerung aber eine gute Nachricht. Denn die "Sportschau" wird es auch zukünftig geben, wenn auch nicht um 18:10 Uhr sondern erst um 18:30 Uhr. Premiere hingegen bestand auf eine Free-TV-Berichterstattung erst nach 22 Uhr, um der Bundesliga-Übertragung im Pay TV mehr Exklusivität zu verschaffen.

Die Kabelnetzbetreiber können den Bundesliga-Fußball allerdings zukünftig nicht dazu nutzen, um mit einer exklusiven Bundesliga-Berichterstattung neue Kabel-Kunden zu ködern. Denn die Ausschreibungsbestimmungen zwingen den neuen Rechteinhaber dazu, die Bundesliga auch via Satellit verfügbar zu machen. Laut Vorgaben der DFL soll das Bundesliga-Pay TV-Angebot monatlich maximal 20 EUR kosten dürfen. Die DFL erhält aus sämtlichen TV-Rechten zukünftig jährlich 420 Millionen EUR im Jahr. Damit ist der Bundesliga-Fußball in Deutschland für die TV-Sender so teuer wie bislang noch nie zuvor. 

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