Test: OrigenAE S21T Media-PC Case (Seite 2 von 2)

(28. Februar 2007 - LM)

TFT-Display:


Obwohl unser Gesichtsausdruck nicht ganz unserem (trinkfreudigem) Freund Barney aus Springfield entsprach, so sind wir von der Bildqualität des Panels dennoch etwas enttäuscht. Die poppig-bunte Overfläche innerhalb des Media-Centers bereiten dem Display keine Probleme, doch sobald etwas Feinschliff gefragt wird, vermissen wir etwas Kontrast. Die Differenzierung in dunklen sowie hellen Bildbereichen liegt nicht auf dem Niveau sehr guter aktueller TFT-Bildschirme. Wir haben uns ein wenig damit behelfen können, den Kontrast deutlich anzuheben und die Helligkeit zu senken, was die Farbdarstellung zwar etwas verbesserte, hingegen die Farbnatürlichkeit beeinträchtigte. Die gebotene Schärfe befindet sich im Mittelfeld - immerhin funktioniert die Skalierung anderer Auflösungen recht gut, wenn auch sicherlich weit davon entfernt, perfekt zu sein. Insgesamt empfinden wir die Qualität des Displays als absolut ausreichend, was den primären Zweck (Steuerung Media Center) betrifft, können es aber nicht als vollwertiges Display für Anwender empfehlen, die eine vollwertige Bedienung inkl. Internet Browsing oder Office-Arbeiten in Betracht ziehen.



Das Display weist eine Diagonale von 12,1 Zoll im 16:10 Format auf. Die physikalische Auflösung beträgt 1280x800 Pixel, maximal werden 1920x1080er Auflösungen angenommen und heruntergerechnet ausgegeben. Dies klappte in unserem Test problemlos. Wer seine Grafikkarte im "Clone-Modus" bei 1280x720 betreiben möchte, muss sich auf den Verlust eines Zentimeters Bildfläche einstellen (obiges Bild, linker Bereich des Displays), da diese Auflösung nicht skaliert wird.



Der Knopf zum Betätigen des Klappmechanismus versteckt sich zwischen dem rechten Gerätefuss und der diagonal verlaufenden Aussparung der Bodenplatte. Mit dem kleinen Finger kommen wir recht gut an diese Stelle, bei Personen mit sehr großen Händen dürfte dies aber unter Umständen zum Problem werden. Im Gegensatz zum X15E verfügt das Display über eine Auto/On/Off Funktion, die beim Starten des Rechners somit auch automatisch den Bildschirm einschaltet. Das Herausfahren des TFTs dauert ca. 5 Sekunden, was zwar keine weltmeisterliche Leistung darstellt, aber auch keinen Grund zu Beanstandung gibt.



Diese 4 Bedienknöpfe übernehmen die Justage des Displays. Zur Verfügung stehen folgende Einstellungen: Brightness, Contrast, Phase, Clock, H+V Position, Language, Auto-Adjust sowie eine Reset-Funktion.



Wer nicht weiß, wohin mit dem Stift, der braucht lediglich das Display ausfahren und kann auf eine spezielle Aufnahme zurückgreifen. Ähnlich wie bei manchem PDA wurde hier ein kleiner Federmechanismus verbaut, der den Stift auf Knopfdruck ein paar Zentimeter auswirft.



Im Vergleich zum X15E (oberes Gerät) waren wir sehr erstaunt, um wieviel größer das Display des S21T in der Realität wirklich ist. Im Datenblatt hören sich die 5 Zoll Differenz jedenfalls deutlich unspektakulärer an. Ebenfalls sehr schön zu erkennen, ist die deutlich kantigere Optik des kleineren Gehäuses. Im Direktvergleich wirkt das S21T trotz seiner deutlich größeren Abmessungen (dank seiner gesofteten Kanten) nicht einmal so viel auffälliger, wie es die Proportionen vermuten lassen.
Praxistest:


Wer AREADVD kennt, der weiß um unsere hohen Ansprüche: jedes Testgerät wird in einer hochwertigen Umgebung integriert, um das volle Leistungspotential offenzulegen. Im Fall des S21T haben wir es in einem unserer High-End Studios (Elektronik: Accustic Arts, Advance-Acoustic, Audionet // Lautsprecher: A.C.T, Monitor Audio) installiert und über einen langen Zeitraum intensiv "studiert".

Nach dem erfolgreichen Einbau unserer Komponenten stand zunächst die Treiberinstallation der gehäusespezifischen Features auf dem Plan (Betriebssystem Windows Vista Home Premium 32-bit) . Im Einzelnen sind dies:

- Cardreader mit USB-Schnittstellen
- integrierter IR-Sensor
- Tochscreensoftware

Der Cardreader wurde vom System automatisch erkannt und dementsprechend still und heimlich ohne Probleme installiert. Wie zu erwarten war, sind für die anderen beiden Geräte keine Treiber bei Windows hinterlegt und müssen manuell nachinstalliert werden. Leider liegt dem Gerät jedoch keine Treiber-CD bei - das Handbuch fordert sogar unverhohlen zum Downloaden (www.origenae.com) der Treiber auf, sofern keine CD im Lieferumfang zu finden ist. Ironischerweise darf der stolze S21T-Besitzer sodann gleich bei dieser Gelegenheit um den verbesserungswürdigen Kontrastwert des integrierten Displays Notiz nehmen, denn die hellgelben Untermenüs lassen sich auf dem weißen Hintergrund nur mit Mühe lesen. Wer sich dann die entsprechenden Treiber heruntergeladen hat, kann diese ohne Komplikationen installieren. Hierbei ist zu beachten, dass für Windows Vista lediglich Beta-Treiber für die 32-Bit Version bereitstehen, und 64-Bit User gänzlich in die Röhre schauen. Ob und wann neuere Treiber vorliegen ist uns leider nicht bekannt. Mit Ausnahme der Kalibrierungssoftware (stürzt nach 4-Punkte Kalibration mit einem "Write-Fehler" ab) hatten wir mit den Beta-Treibern jedoch nie Probleme und konnten uns über sehr zuverlässig funktionierende Gadgets erfreuen. Die Touchscreen-Funktion erweist sich auch ohne Kalibration als sehr genau und präzise, zumal der eingebaute IR-Sensor den Einsatz des klobigen USB-Empfängers obsolet macht.

Doch so schön der verbaute TFT-Bildschirm auch ist, er stellt gleichzeitig auch das Zentrum vieler Verbesserungsvorschläge dar, die uns beim Testen durch den Kopf gegangen sind: zunächst wäre es doch deutlich sinnvoller, den VGA-Anschluss nicht über ein PCI Slotblech nach außen zu legen. Das interne Verbindungskabel ist leider so kurz gehalten, dass lediglich einer der beiden linken Slots dafür benutzt werden kann - bei einem SLI Mainboard ist dies durchaus unpraktisch, da somit eine der beiden ohnehin raren/begehrten PCI-Plätze blockiert wird. Hier hätte sich doch sicherlich eine bessere Lösung finden lassen, so wie beispielsweise bei den ersten Versionen des X15E, wo die VGA-Buchse über den I/O Ports den Mainboards als fest verbaute Schnittstelle eingebaut wurde. Desweiteren finden wir es ebenfalls sehr schade, dass keine weiteren Videoeingänge zur Verfügung stehen - selbst eine simple FBAS oder S-Video Buchse würde einen großen Mehrwert darstellen, so dass beispielsweise das OSD-Menü einer Vorstufe abgebildet werden kann. Die Unterbringung des Touchpencils im Display ist zwar eine nette Idee, doch richtig Sinn machen tut es unserer Meinung nach nicht unbedingt: wer fährt schon jedes Mal das Display herunter, nur um den Stift zu entnehmen ? Hier wäre eine Unterbringung sinnvoller, die auch bei geschlossenem Display zugänglich ist.

Trotz den vorangegangenen Verbesserungsvorschlägen können wir insgesamt von Gehäuse und des Displays sehr viel Gutes berichten: das Panel ist mit  seiner immensen Größe ein absoluter Blickfang in er AV-Anlage und erweist sich zudem als außerordentlich praktisch. Sämtliche Bedienelemente lassen sich klar erkennen und per Berührung steuern - beim kleineren Modell im X15E kommt man sich im Direktvergleich wie in einem "Mäusekino" vor, wo man Funktionen wie das Minimieren von Fenstern besser erst gar nicht in Betracht ziehen sollte, per Touchscreen zu bedienen. Beim S21T hingegen entsteigt dieses Feature mit Mühelosigkeit seinen Kinderschuhen und wird vollends zu einer praktikablen Technik mit enormer Praxistauglichkeit.

Den Entwicklern dieses Gehäuse ist deutlich anzumerken, dass sie ihr Handwerk verstehen und mittlerweile schon über einen großen Erfahrungsschatz mit solchen Geräten verfügen. Mit Ausnahme von einigen Details ist das S21T für ein Nischenprodukt erstaunlich ausgereift und durchdacht. Insgesamt hat uns dieses MediaPC-Gehäuse überzeugt und stellt weit mehr als eine bloße "Spielerei" dar. Gesamtnote Praxistauglichkeit: ausgezeichnet.

Schlussfazit:

Obwohl wir durchaus Verbesserungspotential gefunden haben, so möchten wir dieses Gehäuse in unserer Redaktion inzwischen nicht mehr missen und werden es dauerhaft in einem unserer Studios einsetzen. Für Außenstehende mag es zunächst nach einer eher trivialen Angelegenheit wirken, ein (vermeintlich) "simples" PC-Gehäuse zu bauen, doch am Beispiel des S21T sieht man, wie komplex solch ein Vorgehen in der Praxis tatsächlich ist: Kompatibilität mit unzähligen (verschiedenen) Hardware-Komponenten, eine gut funktionierende Belüftung bei möglichst geringer Lautstärkeentwicklung und ein ansprechendes Design, sind nur wenige Aspekte, die bei der Entwicklung berücksichtigt werden müssen. OrigenAE hat diesbezüglich vieles richtig gemacht und in 2 Punkten leider nicht ganz ins Schwarze getroffen. Wer für den stolzen Kaufpreis ein, in jeder Hinsicht perfektes Produkt erwartet, wird sowohl mit der Mainboard-Kompatibilität als auch dem TFT-Display sicherlich keine Freudensprünge machen. Wir schließen uns zwar durchaus der Meinung an, dass es in diesen Punkten noch etwas besser geht, haben aber dennoch großen Spaß am S21T und können es anderen Anwendern trotzdem mit guten Gewissen empfehlen. Auch wenn das Display sicherlich keine visuellen Höhenflüge erlaubt, so reicht es zur Bedienung der Media-Center Oberfläche völlig. Die Touchscreen-Funktion arbeitet zuverlässig und macht bei der großen Bildschirmdiagonale deutlich mehr Sinn, als noch bei der kleineren 7´´ Variante im X15E. Zusammen mit der hervorragenden Verarbeitung, der ebenfalls exzellenten Lüftung und den reichhaltigen Bestückungsmöglichkeiten ist das S21T somit schlichtweg konkurrenzlos und fungiert somit als unsere "Referenz" für entsprechende Gehäuse. Heimkino-Enthusiasten plündern angesichts dieser Leistungen gerne ihr Sparschwein, auch wenn (bei objektiver Betrachtung) natürlich ein etwas günstigerer Preis angemessener wäre. Das S21T macht viele multimediale Träume nun überhaupt möglich, auch wenn vorher der jähe Fall in die Realität kommt und der Griff ins Portemonnaie unerlässlich bleibt.... - es war eben schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben.

Das Luxus-Gehäuse S21T vereint Design, Verarbeitung und Features auf hohem Niveau und setzt sich an die Spitze.


OrigenAE S21T HTPC-Case, Preis 998 Euro
Test: 28. Februar 2007
Preis-/Leistung:

Die wichtigsten Facts in der Zusammenfassung

+ opulente Verarbeitungsqualität, die auch zu High-End Systemen hervorragend passt
+ effiziente und leise Belüftung
+ großzügige Festplattenbestückung möglich
+ reichhaltiger Lieferumfang inkl. Card-Reader, zwei Fernbedienungen und vielen weiterem Zubehör
+ einfache Installation der Gehäuse-bezogenen Geräte
+ TFT-Display akzeptiert Auflösungen bis 1920x1080i
+ das motorisierte, große Touchscreen-Display ist ein hervorragender Eye-Catcher...

- ... welches leider einen besseren Kontrastwert vertragen könnte
- Mainboardschlitten um eine Millimeter zu schmal, so dass Fullsize-ATX Boards nur mit Mühe implementierbar sind
- etwas träger Motor , außerdem hakelige TFT-Bedienung
- hoher Kaufpreis

Website des Anbieters: www.amisos.de

Text: Lars Mette

zurück zu Seite 1