Test: OrigenAE S21T Media-PC Case 

(28. Februar 2007 - LM)

Sehnlich haben wir es erwartet, und letzte Woche ist dann die Lieferung mit unserem Testgerät in der Redaktion eingetroffen. Die Rede ist natürlich vom neuen Luxus-Gehäuse von OrigenAE, welches als Titelaspirant um die Tabellenspitze der MediaPC-Gehäuse antritt. Damit dieser Plan später auch von Erfolg gekrönt werden kann, haben ihm seine Entwickler fast alle erdenklichen Features mit auf den Weg gegeben, die sich die Zielgruppe auf ihre Wunschzettel geschrieben hat: ein großes, zentrales Touchscreen-Display, versteckte Bedienelemente, Verarbeitung und Design auf hohem Niveau und nicht zuletzt ein gleichermaßen lüftungsfreundliches und variables Innenlayout. Dies sind die zentralen Merkmale des neuen S21T. Doch alles hat seinen Preis, was man in diesem Fall sogar wörtlich nehmen kann: die beispiellosen Features treiben das Preisetikett dieses potentiellen Traum-Gehäuses auf (für Viele) schwindelerregende 998 Euro. Für diesen Betrag bekommt man schon recht gute DVD-Player oder einen hervorragenden Subwoofer, so dass wir sehr gespannt sind, ob unser tiefschwarzes Testgerät seinen Preis im Praxistest auch tatsächlich rechtfertigen kann. 

äußere Verarbeitung:


Dem S21T gelingt das seltene Kunststück, mit seinen technischen Vorzügen zu kokettieren, dabei aber gleichzeitig auch elegant und unaufdringlich wirkt. Wichtiges Hilfsmittel hierfür ist das "One-Body" Design, welches einen Aluminiummantel beinhaltet, der sowohl die Seitenteile, als auch die Front in einem Stück abdeckt. Stosskanten und wuchtige Kanten sind somit passé.



Mit Ausnahme des oben abgebildeten Power-On Knopfes und des recht daneben integrierten Infrarot-Empfängers befinden sich keine weiteren sichtbaren Bedienelemente auf der Gehäusefront. Wie schon beim X15E umleuchtet ein blauer Ring den Hauptschalter. Beim S21T ist Dieser erfreulicherweise nicht mehr so grell, wie bei seinem Artgenossen.



Obwohl das TFT-Panel nicht fest auf der Frontplatte montiert ist, merkt man ihm die bewegliche Aufhängung nicht an: im geschlossenem Zustand sind die Spaltmaße penibel genau und absolut bündig mit der Oberfläche.



Keine Schrauben stören den Blick auf die Seitenwangen des OrigenAE-Gehäuses. Außerdem fällt in dieser Einstellung die recht geringe Tiefe dieser PC-Behausung sehr schön auf: die darunter befindliche Audionet Map1 Vorstufe genehmigt sich nur ein paar Zentimeter weniger Tiefe im Hifi-Rack.



Bei herausgefahrenem Display kommt die Öffnung des DVD-Laufwerkes zum Vorschein, direkt darunter befindet sich ein bereits vorinstallierter Multiformat-Cardreader inklusive Front-USB und Firewire Buchsen. Die im Lieferumfang befindliche Aluminiumblende für das Laufwerk haben wir bewusst weggelassen - uns gefällt die oben gezeigte Variante mit Original-Lade einfach besser.



Der Lieferumfang entpuppt sich als überraschend großzügig: neben den üblichen Kabeln und Handbüchern purzeln gleich zwei Fernbedienung und ein Paar Baumwollhandschuhe aus dem Karton. Löblicherweise legt OrigenAE dem S21T keinen der billigen 50 Cent Controller bei, sondern gleich die sehr gute Original Fernbedienung von Microsoft. Der zweite Befehlsgeber besitzt Scheckkarten Größe und steuert die Grundfunktionen des TFT, leider aber nicht den Motor für das Display.



Selbst auf der Rückseite besticht das Gehäuse mit einer detailverliebten Verarbeitung. Alle Kanten laufen exakt ineinander und stehen um keinen einzigen Millimeter heraus. OrigenAE hat es sich nicht nehmen lassen und verbaut auch auf die rückwärtigen Gehäuselemente komplett aus Vollaluminium.



Dieses Bild demonstriert noch einmal eindrucksvoll die hervorragende Qualität des gebürsteten Aluminiums, welches an fast allen Stellen des S21T zu finden ist. Außerdem ist auch an dieser Stelle wieder die exzellente Einpassung verschiedener Bauteile zu erkennen - der Gehäusedeckel sitzt wie angegossen.

Fazit:

Vom Standfuss bis zum Gehäusedeckel wirkt das Nobel-Gehäuse wie aus einem Guss. Durch die versteckten Anordnung von Laufwerk und Cardreader wirkt das S21T nicht wie ein klassischer MediaPC und fügt sich somit sehr gut in AV-Anlagen ein. Selbstverständlich stellt die stattliche Gehäusehöhe hohe Anforderungen an das HiFi-Rack, andererseits gibt es kaum ein anderes Gehäuse, welches in der Tiefe weniger Platz benötigt. Ohne Frage: die Entwickler haben ihre Hausaufgaben gemacht, und dieses Gehäuse genau so gefertigt, wie es die meisten Anwender wohl wünschen. Wir können derzeit keine Alternative, die an das Niveau des S21T in Bezug auf Materialqualität und Design herankommt Selbst das hauseigene X15E muss sich hier ehrwürdig verneigen und dem S21T das Wasser reichen. Gesamtnote Verarbeitung: perfekt

innerer Aufbau und Bestückung:


Der Blick in das S21T offenbart sofort, dass die Entwickler sich sehr viele Gedanken um eine effiziente Platzausnutzung gemacht haben. Mainboard und Netzteil beziehen ihre klassischen Positionen - sämtliche Laufwerke hingegen verteilen sich in einer etwas unkonventionellen Art und Weise im vorderen Bereich des Gehäuses.



Insgesamt 3 Lüfter sollen für ausreichende Wärmeabfuhr sorgen. Dabei entfallen 2 Stück auf die oben gezeigte 80mm Variante, die sich jeweils unter den Festplatten befinden und von unten die Luft ansaugen. Auf der Rückseite des Gehäuses befindet sich zum Ausblasen ein 92mm Modell (siehe nächstes Bild). Erfreulicherweise spendiert OrigenAE seinen Käufern an dieser Stelle keine nervtötenden Komponenten mit der Akustik eines Heißluftherdes, sondern verbaut allesamt extrem leisen (fast unhörbar) Bauteilen.



Die Mainboard-Sektion trohnt auf einem eigenem Schlitten, was die Bestückung deutlich vereinfacht. Dank der hervorragenden Verarbeitung und dem Einsatz von großen Rändelschrauben ist das Herausnehmen dieses Bauteils ein Kinderspiel und kann sogar gänzlich ohne Werkzeug vollzogen werden.



Die Hardwarekomponenten unseren künftigen Media-PCs in der Übersicht:

Mainboard ASUS P5NE-SLI Edition
CPU + Kühlung Intel C2D E6600
Noiseblocker CoolScraper 120 V2.0 (passiv/aktiv)
Arbeitsspeicher 2x 1024 MB Corsair XMS2 PC2-6400
Grafikkarte + Kühlung Sapphire, ATI Radeon X1650 Pro 256MB PCI-E
Zalman ZM80D-HP (passiv)
Netzteil Silverstone ST30NF (passiv)
Multimedia 1x Hauppauge WinTV PVR150 MCE
(Sound: Audionet Map1 Vorstufe per USB)
Laufwerke DVD-Brenner NEC AD5170
Samsung SP2514N




Was auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär ausschaut, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als etwas ärgerlich: durch die Bauweise des Mainboardschlittens, stößt unsere Hauptplatine direkt an die seitliche Begrenzung. Dies wäre im Normalfall nicht sonderlich schlimm, doch ist unser Asus-Board ein paar (jedoch wichtige !) Millimeter breiter als das Normmaß. Wie auf der oberen Abbildung sehr schön zu sehen ist, haben wir keine Möglichkeit die Verbindungsschraube zwischen Mainboard und Gehäuse zu platzieren. Auch der Com-Port des Asus-Boards wurde beim Einbau in Mitleidenschaft gezogen, zumal ohne Anwendung von "leichter Gewalt" ohnehin kein Einbau möglich gewesen wäre. Mit Sicherheit wäre es von Seiten des Herstellers kein Fehler gewesen, für etwas größer dimensionierte Boards noch etwas Spielraum zu schaffen - doch Fakt ist, dass bei der Vielzahl von verschiedenen Platinen schlichtweg darauf geachtet werden muss, dass sie in das Gehause passt. Dies betrifft aber nicht nur das S21T, sondern ist leider ein generelles Problem in der PC Welt.




Kommen wir stattdessen lieber zu etwas Positivem: alle Gehäuse-bezogenen Extras sind nicht nur bereits verbaut, sondern auch sinnvoll miteinander verkabelt, so dass jeweils nur eine Stromzufuhr (5V Standardanschluss 4 polig) sowie ein interner USB-Stecker benötigt wird, um damit in den Genuss aller Funktionen (Touchscreen / Cardreader / IR-Sensor etc.) zu kommen. Auf Wunsch kann zusätzlich noch eine Firewire- oder Front-Audio Verbindung hergestellt werden.



Sämtliche von Werk installierten Kabel/Verbindungen sind schon mit Kabelbindern und Führungsschienen versehen, um für Ordnung im Gehäuse zu sorgen. Dies ist absolut mustergültig, denn selbst bei vielen anderen hochpreisigen Gehäuses ist ein keine Seltenheit, dass der Kunde entweder selbst noch Kabel verlegen muss, oder mit einem unübersichtlichen "Wirr-Warr" an Kabelsträngen vorlieb nehmen muss.



Detailaufnahme der Platine für den Power-On Knopf sowie des IR-Moduls.



Innerhalb von einer Minute haben wir unser Laufwerk installiert bekommen: einfach das schwarze Abdeckgitter an 4 Punkten los schrauben, anschließend das Laufwerk daran befestigen und wieder zurück bauen. Wenn es nur bei jedem MediaPC-Gehäuse so einfach wäre...  nicht selten sind akrobatische Fähigkeiten gefragt, um ein 5,25 Zoll Drive in ein Gehäuse zu verpflanzen.



Fast noch leichter geht sogar die Installation von Festplatten vonstatten: einfach 3 der mitgelieferten Gummipuffer rein schrauben und senkrecht in die Vorrichtung stecken - fertig !  Durch diese geniale Aufbewahrung sind die Platten gleichzeitig platzsparend untergebracht und liegen direkt im Wirkungsfeld der beiden vorderen Belüftungen. Insgesamt kann das S21T auf diese Weise bis zu 12 Festplatten beheimaten.



Die Passgenauigkeit der Netzteilaussparung ist hervorragend und passt haargenau (leider keine Selbstverständlichkeit).



Keine Frage: OrigenAE kann für solch ein Problem wahrlich nichts. Dennoch möchten wir darauf hinweisen, dass bei bestimmten Kombinationen aus Board, CPU Kühler und DVD-Laufwerk Platzprobleme auftreten könnten. Glücklicherweise konnten wir den Lüfter des Noiseblockers demontieren und die CPU passiv kühlen. Dies sollte jedoch bei einem Intel C2D E6600 immer nur mit zusätzlicher Ent-/Belüftung (wie im S21T) erfolgen, da sich die CPU ansonsten schnell überhitzen könnte.



Unser MediaPC kurz vor seiner Inbetriebnahme. Die Nutzung des Mainboard-Schlittens erwies sich als äußerst praktisch und erleichterte die Bestückung extrem.

Fazit:

Eigentlich bringt das S21T auch in dieser Disziplin alles mit, um eine tadellose Bewertung einzufahren: die verbauten Lüfter sind hervorragend und viele Aspekte des inneren Aufbaus können schon fast als mustergültig bezeichnet werden. Dich in Anbetracht der Probleme bei der Installation unserer Hauptplatine, können wir leider keine völlig perfekte Bewertung erteilen. Im Nachhinein haben wir das Board aber immerhin auch noch irgendwie verbauen können, so dass man diese Problematik nicht überbewerten sollte. Ansonsten zeigt sich dieses Gehäuse eigentlich nur von der Schokoladenseite und macht das Assemblieren zum reinen Vergnügen. Gesamtnote: sehr gut

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