FORUM KONTAKT IMPRESSUM
Google

Teufel-Tests

Panasonic-TestsAdvertisement

Nubert-Tests
 Blu-ray Discs ab 6,66 EUR bei amazon.de  

 HARDWARE-TESTS

Test: Microsoft Wireless Racing Wheel

(24.November 2006 - LM)


Wenn auch Sie unter Winterreifen leiden müssen, die nur bis 240 km/h zugelassen sind, dürfte Sie unser folgender Bericht eventuell interessieren: die AREADVD Redaktion hat das nagelneue Microsoft Wireless Racing genau unter die Lupe genommen. Für 119 € bietet dieses Gerät (erstmalig bei Lenkrädern) eine komplett drahtlose Anbindung zur Konsole, Force-Feedback Funktionen und soll (laut Hersteller) das ideale Accesoire für begnadete Konsolenrennfahrer darstellen. Hitzigen Rennen steht somit auch in der kalten und dunklen Jahreszeit nichts mehr im Wege. Oder doch ? Unser Test wird Ihnen hierüber Auskunft geben.

Verarbeitung 

In Bezug auf die Materialanmutung geben Microsoft-Produkte traditionell eine gute Figur ab: sowohl im PC-Peripherie Bereich, als auch hinsichtlich der XBOX360 Controller gab es diesbezüglich keine größeren Kritikpunkte festzustellen, und auch das hier vorliegende Lenkradsystem überzeugt diesbezüglich vollends:



Manch Autofahrer wäre sicherlich froh, in seiner Familienkutsche in ein solch stylisches Lenkrad greifen zu dürfen. Im Gegensatz zu fast allen Alternativprodukten wirkt das Microsoft-Volant vom ersten Augenblich an hochwertig und langlebig. Besonders das abgeflachte Ende des Lenkrades verleiht ihm eine sehr sportive Note.



Auf Echtlederbezug müssen XBOX360-Raser zwar leider verzichten, aber die angerauhte Gummioberfläche kann sowohl optisch als auch optisch überzeugen.



"Weniger" wäre bekanntermaßen eben doch manchmel "mehr": hier haben es die Entwickler fast schon zu gut gemeint, denn die Kombination aus chromähnlichem Kunststoff, Aluminiumnachbildung und des auf Leder getrimmten Gummi, wirkt eher abschreckend billig, als besonders anmutend. Glüchlicherweise ist dies das einizige Detail, welches wir dem Microsoft Wireless Racing Wheel ankreiden können.



Eine absolut souveräne Vorstellung hinterlässt auch die Pedalerie. Erfreulicherweise sind die Abmessung ausreichend groß geraten, dass nicht nur Kinder ihren Spaß damit haben können. Die Pedale sind übrigens starr mit dem Hebel verbunden und verfügen über kein zusätzliches Scharnier zum Schwenken.



Die sehr robuste Bauart merkt man den Geräten in allen Belangen an. Wo anderweitig nur dünne bzw. klapprige Mechanik zum Einsatz kommt, verbaut Microsoft äußerst solide, dicke Kunststoffelemente. Auch an Details wie einen kleinen Gummipuffer wurde gedacht.

Von einigen kleinen Ausnahmen abgesehen, demonstriert das Microsoft Wireless Racing Wheel eindrucksvoll, dass Microsoft auch bei solchen Zubehörartikeln ein bemerkenswert hohes Niveau auffährt. Alle Funktionen erfreuen den Spieler mit Leichtgängigkeit, nirgendwo quitscht oder knarzt es. Die preisähnlichen Produkte von Logitech haben besonders in der letzten Vergangenheit ein deutlich schlechteres Niveau gezeigt.
technische Eigenschaften


Sesam öffne Dich: nach ca. 2 minütigem Kampf mit der Verpackung purzeln allerhand Komponenten aus dem riesigem Karton. Dass sich darunter sowohl das Lenkrad als auch die Pedalerie befindet, dürfte niemanden überraschen, ergänzt wird der Lieferumfang jedoch noch von allerhand Kabeln, Anleitungen, einem Satz Batterien sowie dem Spiel "Project Gotham Racing3", auf dem sich auch die Gerätetreiber befinden.



So schön es auch ist, PGR3 als komplette Vollversion beizulegen: wenigstens ein DVD-Case wäre doch durchaus noch zu erwarten gewesen. Die beiliegende CD sollte übrigens unbedingt vor dem ersten Konnektieren des Lenkrades in die XBOX360 eingelegt werden, damit die darauf enthaltenen Treiber in das System kopiert werden können. Ansonsten streikt das Lenkrad spätestens bei der In-Game-Steuerung.



Bei guten Ideen, fragt man sich hinterher immer, warum früher noch keiner drauf gekommen ist: Microsoft hat einen Bereich der Pedalerie komplett ausgeschnitten. So ist es nicht nur deutlich ergonomischer, sondern auch standfester, da die Fersen das Wegrutschen nach vorne verhindern.



Nicht alle Steuerfunktionen des normalen Gamepads haben ihren Weg auf bzw. in das Microsoft Wireless Racing Wheel gefunden. Die beiden analogen Steuerkreuze gibt es beim Lenkrad schlichtweg nicht. Im Normalfall durchaus zu verschmerzen, auch wenn manche Games (wie zB. PGR3) damit ein Umherschwenken im Cockpit erlaubt haben. In der Mitte des Lenkrades prangt die wohlbekannte "X-Guide" Taste.



Da fühlt man sich gleich wie im eigenen Auto: Schaltwippen übernehmen den Gangwechsel.



Die leicht gebogene Unterseite des Lenkrades soll eine Positionierung auf dem Oberschenkel des Spielers erlauben. Wer lieber eine Fixierung des Steuers wünscht, schnappt sich die oben abgebildete Tischbefestigung und klinkt sie von unten in das Lenkrad ein.



Zunächst wird per Schraubzwinge verbunden, anschließend muss ein Schnellspanner auf der Vorderseite der Tischhalterung zugeklappt werden. Diese Art der Befestigung zeichnet sich durch einen bombenfesten Sitz und schnelle Montage aus. Sowohl beim Stahlrohr des Racing Seats, als auch am Schreib- oder Couchtisch: das Microsoft Wireless Racing Wheel lässt sich perfekt montieren. 



Damit nicht genug: überhalb der Schnellspannvorrichtung befindet sich ein "Eject-Knopf" mit dessen Hilfe man ohne Probleme das Lenkrad auf der Verankerung nehmen kann.



Kommen wir zu einem weiteren wichtigen Punkt dieses Eingabegerätes: den Anschluss an die Konsole und das Stromnetz. Das Microsoft Wireless Racing Wheel lässt sich auf 2 verschiedene Arten mit Power versorgen. Zunächst wäre da die klassische Variante mit Anschluss des mitgelieferten externen Netzteiles. Dieses wird an das Lenkrad gesteckt und verfügt über ca. 3 Meter Kabel. Eine weitere und ungleich attraktivere Möglichkeit besteht jedoch darin, einfach mit 2 Batterien zu arbeiten. Alternativ ist auch die Benutzung des Battery-Packs möglich. Die Schnittstelle für das entsprechende Aufladegerät fehlt jedoch leider. Wer beim Zocken gerne per Headset kommuniziert, braucht darauf mein MWLR glücklicherweise nicht verzichten. Im rechten Bereich des Lenkrads (siehe obiges Bild) befindet sich die hierfür vorgesehene Schnittstelle. 

Die Verbindung zur XBOX360-Konsole erfolgt grundsätzlich drahtlos per Funk. Wie schon bei den Wireless Gamepads genügt ein Drücken des Kanalsuchlaufs, um den Controller schnell und sicher zu konnektieren. Die Reichweite lag in unserem Fall bei über 5 Meter, was eine sehr respektable Leistung darstellt und dem Spieler große Freiräume bei der Aufstellung des Lenkrades gibt. Abgesehen von einem kleinen Verbindungskabel zwischen Pedalerie und Lenkrad kann somit auf das anderweitig anzutreffende Kabelchaos verzichtet werden. Bravo und Danke Microsoft ! 
Praxiserfahrungen


Aufgebaut in unserem High-End Studio (Isophon/Audionet Kombination mit Mitsubishi HDTV DLP Projektor) blühte das MWRW zur Höchstform auf. Das Lenkrad liegt sehr gut in der Hand und ist auch nach mehreren Rennrunden noch griffig. Auch die Knöpfe sowie Schaltwippen sind sehr gut erreichbar, so dass alle Bedienungsabläufe intiutiv ablaufen und sich großer Spielspaß einstellt. Die Force Feedback Effekte in PGR3 könnten zwar etwas besser zum Spielgeschehen passen, dieses möchten wir aber nicht dem Lenkrad, sondern eher dem Spiel vorwerfen. Rein von der Mechanik und Robustheit zeigt sich das Lenkrad tadellos. Auch die Geradeausstellung kann als vorbildlich eingestuft werden. Je nach Körperstatur und Installation könnte die Tischbefestigung zum Problempunkt werden. Durch die recht breite Bauart kann es schon einmal vorkommen, dass sie den Oberschenkeln in den Weg kommen. Wir empfehlen daher, das Lenkrad so hoch wie möglich zu installieren.



Sehr zufrieden sind wir auch mit den Pedalen, die sich beim Bremsen und Beschleunigen sehr gut dosieren lassen. Man muss diesbezüglich jedoch wissen, dass es auf eine permanente "Zwei-Fuss-Bedienung" ausgerichtet ist. Eine Steuerung, wie man es vom eigenen Wagen (oder anderen Lenkrad-Systemen) her kennt, wo das linke Beine lediglich eine stützende Wirkung hat, würde beim MWRW aufgrund Platzmangels nicht funktionieren. Zur Verdeutlichung haben wir auf dem obigen Bild, einen Vergleich gegenüber dem Momo FFB-System von Logitech für den PC. Positiv wiederum an der Microsoft-Lösung ist die kleine Öffnung im Bereich der Ferse - beim Logitech-Pendant ist ein Wegrutschen der Pedale schon vorprogrammiert.



Die Bauform des Lenkrades soll eine Benutzung auf den Schenkeln erlauben, doch unserer Meinung nach, ist solch ein Vorhaben zum Scheitern verurteilt. Wir hatten jedenfalls ohne den Playseat-Base keine große Freude an dem Lenkrad. Microsoft kann man dies aber eigentlich nicht zum Vorwurf machen. In der üblichen Sitzposition, die man auf einer Couch einnimmt, ist nunmal die Bedienung eines Lenkrad-Systemes nicht unbedingt eine passende Grundlage.
Fazit


Freunde von Rennspielen sollten sich neben dem Wireless Racing Wheel auch gleich einen Playseat mitsamt hochwertiger AV-Anlage ins Wohnzimmer stellen, und schon sind heiße Duelle auf dem Nürburgring nur einen Einschaltknopf entfernt. Microsoft liefert mit diesem Controller eine fast perfekte Arbeit ab, für die der Kaufpreis von knapp 120 Euro absolut in Ordnung geht. Sehr viel weniger kosten manche Alternativprodukte auch nicht und bieten weder eine Wireless-Funktion, die hochwertige Verarbeitung und die hohe Ergonomie. Man sollte jedoch nicht den Fehler machen, und von einem solchen Lenkrad gleich bei der ersten Probefahrt Wunder erwarten. Die Begeisterung für das Lenkrad-System kommt nach und nach in den ersten Stunden, nachdem man sich an die Steuerung gewöhnt hat. Dann aber stehen neuen Rundenrekorden und einer zusätzlichen Portion Spielspaß nichts mehr im Wege... Wir wünschen Ihnen allseits gute Fahrt ! 


XBOX360 Zubehör
Test: 24.November 2006
Preis-/Leistung:

+ kann sowohl per Netzstecker als auch Batterien/Akkus betrieben werden
+ Verarbeitung sehr hochwertig und langlebig
+ sehr gute Ergonomie
+ üppiger Lieferumfang inkl. Spiel
+ zuverlässige und schnelle Tischmontage möglich

- keine Schnittstelle für Aufladen des Battery-Packs
- Tischhalterung etwas klobig und groß


Text: Lars Mette

HOME > HARDWARE-TESTS > ZURÜCK <