IFA News:  ATI Messe-Special inklusive Infos zur brandneuen Radeon X1950XTX High-End Grafikkarte

(2.September 2006 )



Fast eine komplette Halle steht den Messebesuchern zur Verfügung, um in die Produktwelt des kanadischen Herstellers einzutauchen. ATI präsentiert dabei nicht nur sein bekanntes PC (Grafikkarten) Programm, sondern zeigt auch Einblicke in die weiteren Geschäftsfelder. Abgerundet wird der intensive Messeauftritt von Schumis letztjährigem Formel 1 Renner (der ja leider keiner war) sowie zahlreichen attraktiven Hostessen im knappen Leder-Outfit, die großzügig riesige ATI-Tüten als Give-Away an die Besucher verteilten. Dies übrigens mit großem Erfolg, denn fast jeder 5 Messebesucher schlenderte mit besagter ATI-Tüte auf dem Gelände rum. Doch widmen wir uns den ATI Produkten und beginnen mit der Radeon X1950XTX.



Erst vor wenigen Tagen wurde die High-End Grafikkarte Radeon 1950 XTX im finalen Status vorgestellt: als Evolution der X1900-Serie, bietet die neue X1950 viele Detailverbesserungen auf Basis der bisher eingesetzten 90nm Grundarchitektur mit 48 Pixel- sowie 8 Vertex-Shader Prozessoren. Auch die Anzahl der verbauten Transistoren bleibt mit jeweils 384 Millionen Einheiten identisch. Unterschied sind im Bereich der Speicherbestückung zu finden, denn hier pflanzt ATI seiner neuesten Entwicklung pfeilschnelle GDDR4-Module mit einer Taktung von 2 Ghz ein (X1900-Serie: GDDR3@1,55 GHz). Ingesamt besitzt die X1950XTX eine somit ca. 29% größere Speicherbandbreite, was insbesondere bei grafisch anspruchsvollen Anwendungen von großem Vorteil ist. 

Die wichtigsten technischen Daten im Vergleich:

ProduktCore-
Geschwindigkeit
Speicher-
Geschwindigkeit
Pixel-Shader
Prozessoren
Vertex
Shader
X1950XTX650 MHz2 GHz GDDR4488
X1950XTX
Crossfire Edition
650 MHz2 GHz GDDR4488
X1900XTX650 MHz1,55 GHz GDDR3488
X1900XTX
Crossfire Edition
625 MHz1,45 GHz GDDR3488
X1900XT625 MHz1,45 GHz GDDR3488

Wie Sie sehen, setzt sich die X1950XTX nicht nur hinsichtlich des Grafikspeichers ab: speziell der Vergleich der beiden Crossfire-Varianten (mehr dazu weiter unten im Text) bringt größere Unterschiede zu Tage. Hier hat ATI deutlich nachgelegt, so dass eine einzelne CrossFire-Karte nun absolut auf Augenhöhe der "normalen" X1950XTX angesiedelt ist. Dementsprechend dürfte besonders bei einer Konstellation mit 2 Grafikkarten ein enormer Geschwindigkeitsfortschritt zu verzeichnen sein.

Wir erwarten in Kürze ein X1950XTX CrossFire-System, mit dem wir uns im Rahmen unserer Multimedia-Rubrik intensiv befassen werden. Insbesondere die Eigenschaften bei HDTV-Gaming (inkl. Anti-Aliasing) sowie beim Abspielen HD-Videomaterial, werden dabei im Vordergrund stehen.

Wir haben für Sie noch einmal die wichtigsten Features der X1950XTX zusammengefasst:

- 384 Millionen Transistoren
- 90 nm Fertigungsprozess
- 48 Pixel-Shader-Prozessoren
- 8 Vertex-Shader-Prozessoren
- 256 Bit 8-Kanal GDDR4 Speicher-Schnittstelle
- Native PCI Express x16 Bus-Schnittstelle
- programmierbarer Hochleistungs-Videoprozessor
- 2x/4x/6x Multisampling-Antialiasing-Modi
- 2x/4x/8x/16x anisotrope Filterung
- Beschleunigte MPEG-2, MPEG-4, DivX, WMV9, VC-1 und H.264-Decodierung (incl. DVD/HD-DVD/Blu-ray), Kodieren & Transkodierung
- DXVA-Unterstützung
- Entblocken und Filter zur Rauschunterdrückung
- Motion Compensation, IDCT, DCT und Farbraumwandlung
- Vektor-angepasstes De-Interlacing pro Pixel
- 3:2 Pulldown (Frame Rate Conversion)
- Nahtlose Integration von Pixel-Shadern mit Video in Echtzeit
- HDR-Tone Mapping Beschleunigung
- Flexible Display-Unterstützung
- Integrierter Dual-Link-DVI-Anschluss
- Konform mit DVI 1.0 / HDMI und HDCP-bereit
- Multi-GPU-Technologie, d.h. paralleler Einsatz mehrerer GPUs möglich (CrossFire)



Die immense Rechenpower erlaubt es sogar, bei manchen DirectX 9.0C Spielen (z.B. F.E.A.R.) aus gewöhnlichen Texturen Tiefeninformationen zu entnehmen und diese für eine plastischere Abbildung in die Grafikdarstellung einfließen zu lassen.



Die Radeon X1950XTX kommt dieser Tage in den Fachhandel und wird von Firmen wie ASUS, MSI oder (wie abgebildet) Sapphire zu Preisen um die 550 Euro angeboten. Während die verschiedenen Modelle in technischer Hinsicht größtenteils identisch sein werden, so variieren Software-Bundles bzw. beigelegte Games zwischen den einzelnen Anbietern. 



Unsere Empfehlung ist jedoch der Griff zur nochmals etwas potenteren Crossfire-Edition: sie bietet gegenüber der Basis-Version den Vorteil, dass eine nachträgliche Erweiterung um eine zweite Grafikkarte möglich ist. Eine Crossfire-Grafiklösung mit 2 Stück Radeon X1950XTX stellt momentan die technische Speerspitze im Bereich der Grafikbeschleunigung dar, und stellt sich rechenintensiven Anwendungen wie Gaming oder HD-Video Berechnung mit Bravour. Für ein CF-System wird zunächst "lediglich" eine einzelne X1950XTX CF-Mastercard benötigt; die zweite Grafikkarte sollte dann zwar den gleichen GPU-Chipsatz besitzen, darf aber ansonsten eine ganz "normale" Variante (also keine CF-Edition) sein.



Im Gegensatz zu anderen Multi-GPU Lösungen geschieht die Verbindung beider Grafikkarte bei ATI mit Hilfe eines externen DVI-Kabels. Vorteil gegenüber einer internen Steckbrücke ist die deutlich geringere Belastung der PCI-Express Sektion, da die Informationen einfach als fertig berechnetes Bild verschickt werden.



Weltpremiere: ATI zeigt schon jetzt als erster Hersteller, dass Multi-GPU Gaming auf der neuen Windows Vista Plattform erfolgreich im Treibermodell integriert ist. Der Vorführ-Rechner lief dabei sogar schon sehr stabil und leistete sich beim permanentem Abspielen des 3DMark05 weder Grafikbugs noch einen Absturz.



Dank eines kleinen Eingriffs in den Treiber demonstriert ATI mit der Windows-Vista Vorführung auch gleich das Funktionsprinzip einer Multi-GPU Lösung: normalerweise bekommt der Spieler lediglich das zusammengesetzte Bild (siehe mittlerer Bildschirm) seiner beiden Grafikkarten zu sehen, während sich beide Komponenten die Berechnung der Bildausgabe teilen. Ja nach Spiel kommen unterschiedlich Techniken zum Einsatz: neben der hier gezeigten Variante mit quadratischer Aufteilung das Bildes (Vorteil: funktioniert bei fast jedem Spiel), können die Grafikkarten auch per vertikaler Trennung durch die Bildschirmmitte, als auch bei einer abwechselnden Berechnung der ausgegegeben Frames miteinander zusammenarbeiten. Welche dieser Techniken nun bei den jeweiligen Games zu Einsatz kommt, kann zwar auch durch eine Treibereinstellung festgelegt werden, im Normalfall aber geschieht die Selektion der Betriebsmodus je nach Anwendung automatisch. Speziell für Gamer interessant, die auf großen Leinwanddiagonalen zocken: bis zu echtem 12-fach Anti-Aliasing (Kantenglättung) ist mit einem Crossfire-System möglich. Nacheinander betreiben beide Karten eine 6-fache Kantenglättung, so dass ein verhältnismäßig geringer Performanceeinbruch eintritt.


CPU (links) gegen ATI-GPU (rechts): die Physikberechnung eines einstürzendes Turmes gelingt der Grafikkarte um ein Vielfaches schneller, als selbst die schnellste CPU.

Wer denkt, dass Grafikarten nur visuelle Aufgaben übernehmen können, der wird beim ATI-Stand eindrucksvoll eines Besseren belehrt: bei einer Konfiguration mit 2 oder 3 ATI-Radeon Grafikkarten aus der X1000 Serie, kann nun bestimmt werden, dass sich eine Karte ausschließlich um die Berechnung von Physik kümmert. Hiefür ist zwar spieleseitig eine spezielle Unterstützung notwendig, doch die neu erscheinende "Havok FX" Engine (z.B. zu finden in zukünftigen Titeln wie Splinter Cell 4 oder Medal of Honor Airborne) wird dieses ATI-Feature nutzen können. 



Dieses Mobiltelefon stammt von "LG" und wird bereits im japanischen Markt sehr erfolgreich verkauft. Eingebaut ist ein spezieller ATI-Prozessor, der ein vollwertiges VGA-Display mit komplexen 3D-Berechnungen ansteuert. Außerdem ist das Handy durch einen Bewegungssensor in der Lage, (ähnlich wie das kommenden Nintendo-Wii) nur durch Drehen oder Schwenken gesteuert zu werden. Markteinführung eines solchen Gerätes in Europa könnte im Jahr 2007 erfolgen, genaue Pläne liegen noch nicht vor.



HD-Filmgenuss auf einem Notebook stellt große Herausforderungen an die Grafikeinheit: der Besitzer eines solchen Gerätes erwartet neben einem ruckelfreiem Abspielen auch eine gute Spiele-Performance, niedrigen Stromverbrauch und eine geringe Hitzeentwicklung. All diesen Aspekten widmet ATI schon seit mehreren Notebook-Generationen große Beachtung, so dass mittlerweile eine große Anzahl von Mobility-Radeon Grafikchips in den nahmhaftesten Notebooks zu finden sind. Auf dem Bild sehen Sie das ASUS W1JC, welches mit einem HD-DVD und der ATI Mobility Radeon X1600 GPU ausgestattet ist und zu einem Preis von ca. 2300 Euro bereits auf dem Markt angeboten wird.



Eine weitere Spezialität von ATI sind Display-Steuerungsplatinen für Flachbildschirme. Viele Plasma-/LCD Interessierte wissen, dass ein gutes Panel noch lange kein hervorragendes Gerät garantiert. Oftmals entscheiden die verschiedenen Bildoptimierer und Justagemöglichkeiten über Frust und Lust beim Filmgenuss. ATI hat sich diesbezüglich mit der Xillion Technologie derart bewährt, dass mittlerweile über 80% der amerikanischen Flachbildschirme darauf zurückgreifen. Wir sind sehr gespannt, wann ATI auch im europäischen Markt derart präsent wird und wie sich dies auf die Branche auswirken wird.



Die famose Grafikleistung der HDTV Konsole XBOX360 stammt ebenfalls von einem ATI-Produkt. Uunter dem Codenamen "Xenos" werkelt dort ein Grafik-Chip, der laut ATI viele der schnellsten PCI-Express Grafikkarten um ein Vielfaches übertrumpfen kann. In Zahlen ausgedrückt: 500 Millionen Dreiecke und 18 Milliarden Shading-Operationen pro Sekunde definieren  eine extreme Leistungsfähigkeit, die allenfalls von den derzeit besten PC-Grafikkarten überboten werden kann. Unterm Strich ist die XBOX360 dank des ATI-Chips in der Lage, HD Auflösungen in 720p und 1080i zu liefern und gleichzeitig durch Kantenglättung (Anti-Aliasing) die Grafik zu optimieren.

Text: Lars Mette