Dieser Beitrag wurde verfasst auf PCs von:

Pro Evolution Soccer 2011

Genre

Fußballspiel 

System(e)

PC-DVD, Playstation3 (Testversion), XBOX 360, Wii, PSP , PS2

Anbieter

Konami 

Altersfreigabe

ohne Beschränkung

Auflösungen

480p, 720p (bezogen auf PS3)

Sprache(n)

Deutsch (Sprachausgabe + Bildschirmtexte)

Multiplayer

vorhanden
Steuerung Gamepad

VÖ-Termin

30.9.2010

Wir wollen nicht die Ersten, sondern die Kritischsten sein - unsere Testphilosophie

Pro Evolution Soccer (PES) ist in Japan als Winning Eleven bekannt, es ist ein Fußballspiel das für mehrere Spielekonsolen wie die PS3, PS2, Xbox, Xbox360, Wii, PSP und den PC konzipiert worden ist und erscheint. Pro Evolution Soccer wird von der japanischen Firma Konami entwickelt. Es hat im Gegensatz zum unmittelbaren Konkurrenten der FIFA-Serie weniger Lizenzen und somit weniger Daten wie Namen und Spielerwerte oder Mannschaften.

Während die ersten Versionen des Spiels kaum Lizenzen aufweisen konnten, wurde dieser Makel im Laufe der Jahre nahezu komplett behoben. So konnten Lizenzen der Ligen bzw. nationalen Verbände von Italien, Frankreich, Spanien, den Niederlanden und ausgewählten Clubteams wie z. B. Manchester United, FC Liverpool, Schachtar Donezk, FC Barcelona und Celtic Glasgow erworben werden. Dennoch fehlen heutzutage immer noch viele Lizenzen. Eine Abwandlung der Bundesliga, welche dem Spiel leider fehlt, erschien schon in den vorhergehenden PES Spielen als "Deutsche Liga".  Selbst diese ist nun aber durch die große Ähnlichkeit durch den Rechtsinhaber untersagt worden. Doch durch die Bereitstellung leerer Mannschaft- Speicherplätze (Team und Liegen-Slots) wurde es uns Spielern ermöglicht, auch ohne externe Programme eigene Liegen zu wie z.B. der Bundesliga inkl. aller Trikots zu erstellen. Hierbei kann der integrierte Editor- Modus herangezogen werden um originalgetreue Trikot- Designs durch Einbringen von Wappen zu erstellen. Durch die exklusive Vergabe der Lizenzrechte der DFL an Electronic Arts (EA Games) und deren Spiele wie FIFA und Fußball Manager, muss das Spiel ohne die, insbesondere für den deutschen Markt, wichtigen Bundesliga-Rechte auskommen. In Pro Evolution Soccer 2011 sind jedoch die bekanntesten Clubs wie z.B. Clubs FC Bayern München und Werder Bremen vorhanden, aber auch erstmals die lateinamerikanische Copa Liberatores.

Der Publisher verspricht die bislang "radikalste Neuerung" in der Geschichte der Serie. Erschienen ist der neueste Titel der Pro-Evolution-Serie im Herbst dieses Jahres. Hier soll neben besserer Zielgenauigkeit beim Passspiel, auch eine verbesserte KI (künstliche Intelligenz) für Verteidiger und Gegner in PES 2011 für mehr Realität sorgen. So sollen während des Spieles intuitive Reaktionen der Abwehrspieler und mehr Freiheiten bei Laufpässen umgesetzt werden. Erstmals wird die Meister-Liga im neuen Meister Liga Online-Modus über das Internet spielbar sein. PES 2011 soll durch die verbesserte Ballkontrolle schwieriger werden. Neue Kameraansichten, Animationen und Grafiken sollen PES 2011 auch optisch aufwerten. Coverstar von PES 2011 ist im Übrigen Lionel Messi, Superstar beim FC Barcelona.

Gameplay:

Pro Evololution Soccer 2011 versetzt den ambitionierten Fußballspieler in die Kreisklasse zurück, denn auch wenn man schon seit geraumer Zeit kickt, gelingen weite Pässe auf einmal nicht mehr - auch Flankenwechsel landen meist im Aus. So kommt es in den ersten Spielminuten vor, dass der Ball ungewollt beim Gegner landet. Geübte Ballkünstler müssen sich daher auf ein geändertes Gameplay einstellen. Auch wenn die Steuerung nahezu identisch mit den hervorgegangenen Spielen ist, fühlt man sich ab und an als würde die Konsole selbst im Hintergrund die Fäden ziehen. Selbst Teamkollegen lassen einen stellenweise alleine stehen so dass man verzweifelt dem Gegner hinterher läuft um den Sturm auf das eigene Tor zu vereiteln.

Nicht selten kommt es vor, das der eigene Sturm auf das gegnerische Tor alleine zu bewältigen ist und Pässe durch die fehlenden Teamkollegen ins Leere - bzw. direkt zur gegnerischen Abwehr gehen. Selbst Kurzpässe sind alles andere als präzise zu bezeichnen. Bleibt man zu lange auf dem Befehlsbutton, geht der Ball zu weit in die gegnerische Spielhälfte in die Zwischenräume wo die gegnerische Verteidigung lauert. Die anschließende Balleroberung wird gekonnt durch die eigene Abwehr anhand einer Abseitsfalle vereitelt. Hilfe bietet hier die Energieleiste über dem jeweiligen Spieler, welche dem Spieler bei der Dosierung der Härte des eigenen Zuspiels hilft. Dosiert man seine Bälle über die Anzeige der Energieleiste, bekommt das Spiel auf einmal eine ganz andere Eigendynamik, Bälle gehen präziser zum Spielkameraden und das Vorwärtsspiel nimmt an Geschwindigkeit auf. Bälle fliegen flach über den Boden zwischen der gegnerischen Abwehr hin durch direkt zum eigenen Stürmer und der lang ersehnte Schuss aufs Tor ist greifbar nah, nur wäre da nicht wieder die Euphorie, die einem den Befehl (Torschuss) zu lange drücken lässt und der Ball dann über das Tor in die Tribüne fliegt. Kommt es aufgrund einer Unachtsamkeit oder einer wiedermals unpräzisen platzierten Flanke dazu das der Gegner den  Sturm übernimmt, helfen kleine Tricks wie z.B. die Grätsche. Doch Vorsicht ist hier geboten, der Schiri sieht alles und verteilt auch rigoros seine gelben und roten Karten. Hat man dem dann sehr verärgerten Gegner ohne Konsequenzen endlich den Ball abgenommen, kann der eigene Angriff anhand einiger cooler Dribbling Tricks weiter geführt werden. So lässt man den Gegner nicht selten verdutzt am Platz stehen wenn man mit Hilfe einer Befehlskombination wie z.B. (L2 und Doppel R3) die Pille während des Laufes von hinten über den eigenen Kopf am Gegner vorbei nach vorne lupft und somit seinen Angriff ungestört weiter fortführen kann.

Doch derartige Tricks sind leider nicht die Selbstverständlichkeit, denn nicht jeder Spieler verfügt über derartige Tricks. Betrachtet man das Mittelfeldspiel, fällt auf, dass sich die Spielfreiheit der hervorgegangenen PES Reihen weit verbessert hat. Es herrscht deutlich mehr Spielfreiheit: Gegner denken weiter und stellen ihre Abwehr oder Sturmspitze dementsprechend auf, so dass mehr Taktik abverlangt wird. Selbst die Animationen im Zweikampf lösen sich endlich von der starren Spielführung und den vorgegebenen Taktiken so dass das Spiel trotz der eigens vorgegebenen Taktiken dem individuellen Spielverlauf anpasst und sich somit wesentlich schneller Tempo und Druck machen lässt. Eine weitere positive Spieleigenschaft stellt auch die Möglichkeit dar, dem Gegner bei Angriff auf das eigene Tor zwei eigene Spieler auf den Leib zu hetzen und somit auch diesen Angriff zu vereiteln. Hilft dies nicht weil der Gegner zu stark ist, denkt die eigene Abwehr soweit dass sie wiedermals die Abseitsfalle zu schnappen lässt.

Machen wir einmal den Schwenk vom offensivem zum defensivem Spiel. Hier wird dem Spieler mehr Überlegung abverlangt, denn man hat zwar die Möglichkeit seinen eigenen Verteidiger dem Gegner mitlaufen zu lassen, so dass er diesen vom restlichen Spielgeschehen abschirmt, doch dies geschieht aber nur wenn man den Analogstick vom eigenen Tor weg in Richtung des Gegners richtet. Schade ist das man auch mit dieser Taktik wenig Bälle erobert und man wiedermals gezwungen ist das Pressing und oder Grätschen einzusetzen. Agiert man diesbezüglich zu langsam oder verlässt sich auf diesen Schachzug, lässt man dem Gegner wiedermals die Möglichkeit eine tödliche Flanke vors eigene Tor zu setzen und somit zu Punkten. Somit bringt PES2011 für Fußball-Strategen einige tolle Neuerungen. Man kann z.B. vor einem Spiel im Matchplan einstellen, in welcher Minute bestimmte Strategien umgesetzt werden. Hier hat man die Möglichkeit z.B. eine Viertelstunde des Spiels sein Team mauern und kontern zu lassen, und vor der Halbzeitpause in ein offensives Pressing Spiel zu wechseln. Diese Moves werden einfach auf eine entsprechende Zeitleiste gezogen. 

Betrachtet man das Spiel nüchtern, kann man sagen dass die Neuerungen in PES2011 auch seine Nachteile mit sich bringen. Was als Nachteil, aber auch als Vorteil zu deuten ist,  da PES auch ambitionierten Spielern eine neue Einarbeitungszeit abverlangt. Pro Evolution Soccer 2011 entwickelt anhand der vielen Details ein atemberaubendes Stadion und Matchklima im heimischen Wohnzimmer, denn die Fans auf den Tribünen, die Kameraleute am Spielfeldrand und Trainer in den Trainerlogen gehen charakteristisch und je nach Spielsituation mit und feiern jedes erzielte Tor kräftig. Alles in allem ist es Konami mit PES 2011 gelungen, ein nahezu neues Spielerlebnis anhand der unberechenbaren Handlungen des Gegners zu entwickeln.

Grafik  80 %

Pro Evolution Soccer 2011 überzeugt mit einer guten Bildtiefe. Selbst bei schnellen Bewegungen bleiben Hintergründe und Stadiondetails stabil ohne zu verwischen oder zu ruckeln. Auch im Spielverlauf lohnt es sich einen Blick auf den Rasen, den Trikots der Spieler oder der Stadionumgebung zu werfen, denn diese Details wirken sehr natürlich und plastisch. Betrachtet man die sehr menschlichen Bewegungen der Spieler, wird die anatomische Studienarbeit der Designer aus dem Hause Konami schnell erkennbar. Auch die Abzeichnung des Tornetzes beim Erzielen eines Treffers ist realistisch und lässt dem Grafikliebhaber keinerlei Wünsche offen. Die Wiederholungen setzen echte Maßstäbe, denn hier sieht man die grafische Meisterleistung. Genau dieser Detailreichtum wird im Spiel weniger sichtbar, da der Fokus auf dem Spielverlauf liegt. Die Designer haben hingegen leider den Bereich der Zuschauer auf den Tribünen wiedermals außer Acht gelassen, denn diese wirken emotionslos und flach. Abrundend würde man sich in der heutigen Zeit die Umsetzung eines realistischeren Publikums wünschen. Aber nicht nur das Publikum, sondern auch die Mimiken und Wesenszüge der einzelnen Spieler könnte etwas mehr Plastik und Natur vertragen, denn im gesamt sehr hochwertigen grafischen Finish, fehlt es an den kleinen Details die dem Ganzen als Abrundung dienen. Alles in allem ist PES2011 grafisch ein recht gelungenes Fußballspiel, dem es nur an Kleinigkeiten mangelt, um als visuelle Referenz zu gelten. 

Ton  60 %

PES2011 wird in Dolby Digital wieder gegeben. Wer die umwerfende Atmosphäre in einem Fußballstadion kennt, wird sich diese mit PES2011 nur teilweise in sein heimisches Spielzimmer holen. Die Stadionatmosphäre wirkt zwar dynamisch und anhand der großen Räumlichkeit sehr authentisch. Doch das Publikum ist stellenweise nicht lebhaft genug und versprüht somit leider keine andauernde Stadionatmosphäre. Die Töne, welche von den Tribünen kommen, wirken schnell monoton und schaffen es nur teilweise,  zusätzliches Stadionfeeling aufzubauen. Hier erzeugen die Tiefen der paukenschlagenden Fans, oder Ballabschläge schon viel natürlicher, doch nie überzogen. Die Stimmen der Moderatoren (Wolff  Fuss und Hansi Küpper) wirken reell und zurückhaltend, sie überspielen zu keiner Zeit die gegebenen Situationtöne. Im Fazit kann man klar zu PES2011 sagen das es akustisch ein ausgewogenes Spiel ist, das nicht selten große Emotionen zu lässt.

Fazit / persönliche Wertung von Jens Willerhausen:

Da Pro Evolution Soccer wiedermals als direkter Konkurrent zu FIFA am Markt steht und es PES aber auch FIFA Fans gibt, werde ich mich hier nur auf meine eigenen Eindrücke beziehen. Für mich ist PES2011 ein unberechenbarer Kicker der neben der Top Grafik durch seine hohe Eigendynamik überzeugt. Nach dem die Steuerung von PES2011 zwar ähnlich seinen Vorgängern ist, wird es aber den Einsteiger schnell überfordern und den Profi oft zur Verzweiflung bringen. Grafisch fällt mir zu PES2011 nichts gravierend Negatives auf, nur dass wie auch schon in der Vergangenheit die Zuschauer auf den Tribünen mehr Vielfalt in Sachen Emotionen und mehr Farbe in der Grafik verdient hätten um somit  das Gesamtbild von Pro Evolution Soccer noch mehr abzurunden.
Auch in der Akustik gibt es nicht viel aus zu setzen, Moderatoren, einzelne Facetten aus dem Spielbetrieb und von den Tribünen sind recht realistisch, doch wirken die Klänge von den Tribünen leider sehr schnell monoton und langweilig. Alles in allem ist PES2011 eine sehr gelungene und anspruchsvolle Fußballsimulation für Profis und hat somit die Schulnote 1- verdient.


Test und Text: Jens Willerhausen

Redaktion: Lars Mette

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