Test: XTZ 99W12.18 ICE - technisch hochwertiger Subwoofer für 650 Euro

Dieser Artikel wurde auf PCs von Origen-AE verfasst.
(23.Juni 2010 -
Autor: Lars Mette )
Tiefbass gehört zu Heimkino, wie die Lasagne zu Garfield. Die
Art und Weise der tieffrequenten Untermalung entscheidet
maßgeblich über den gesamten Höreindruck und ist
dementsprechend ein Hauptfaktor für die akustische Performance.
Die schwedische Newcomer-Marke "XTZ" (Vertrieb in Deutschland über www.mindaudio.de) möchte diesbezüglich ein
gehöriges Wörtchen mitsprechen und bietet mittlerweile eine
umfassende Palette verschiedener Tieftonspezialisten an. Durch eine
effiziente Geschäftsstruktur, kostengünstige Herstellung in
Fernost sowie einer seriösen Entwicklung, hegen die Skandinavier den
Anspruch, neue Messlatten in Bezug auf das
Preis-/Leistungsverhältnis im Bereich der finanziellen Einstiegs-
und Mittelklasse zu definieren.

Wir möchten dieser vielversprechenden Ausgangslage nachgehen
und haben uns zu diesem Zweck den XTZ 99W12.18 ICE schicken lassen.
Obwohl dieser Subwoofer das zweitteuerste Modell von XTZ darstellt,
liegt er mit einem Preis von 650 Euro trotzdem in erfreulich
niedrigen Gefilden. Ein Blick auf die technischen Daten verdeutlich
ziemlich schnell, dass er in Bezug auf die Ausstattung nicht auf
Diät gesetzt wurde, sondern sogar mit einer ausgesprochen
ambitionierten Basis an den Start geht. Ein 30cm Peerless Chassis wird
von einer 500 Watt starken Endstufe befeuert, welche auf dem "ICEPower"
Prinzip von Bang&Olufsen basiert und z.B. in ähnlicher Form
auch bei hochwertigen Pioneer Verstärkern anzutreffen ist.
Funktionsseitig kommt der 99W12.18 ICE mit stufenlosen Reglern für
Lautstärke, Trennfrequenz und Phase, sowie schaltbaren
Subsonic-Filtern und Equalizing-Settings. In Kombination mit den
Propfen für die Bassreflexrohre verspricht der Hersteller eine
weitreichende Anpassbarkeit an fast sämtliche Hörplätze
bzw. Anwendungen. Im nachfolgenden Test werden wir den XTZ-Woofer auf
Her(t)z und Nieren checken und ihn insbesondere mit dem
AW-1000 aus dem Hause Nubert vergleichen. Wenn der schwedische
Tieftonspender
genauso klingt, wie seine Papierform suggeriert, könnte er sich
durchaus an der Tabellenspitze wiederfinden.
Verarbeitung:
Auf designtechnische Experimente haben die Schweden
beim 99W12.18ICE komplett verzichtet, so dass der Tieftonspender
mit klassischen Proportionen daherkommt. Die Abmessungen in Bezug auf
Höhe und Tiefe betragen jeweils rund 50 Zentimeter, was dem
Subwoofer nicht unbedingt zum kompakten Livestyle-Objekt macht.
Die Verarbeitungsqualität hinsichtlich der Gehäusekanten
verdient Bestnoten. Sämtliche Übergänge weisen sanfte
Rundungen auf, welche mit einer handwerklich tadellosen Genauigkeit
ausgeführt sind. Die hochglänzend-schwarze Colorierung
gefällt durch eine gleichmäßig
lackierte Fläche (keine Orangenhaut), ist aber relativ
kratzempfindlich. Eine alternative Farbvariante bietet XTZ leider nicht
an, was speziell einigen hartgesottenen Anwendern nicht gefallen wird,
die matte Oberflächen im Heimkino bevorzugen.
Die optische Integration des Chassis haben die XTZ-Entwickler
geschickt gelöst, indem eine zusätzliche kreisrunde Abdeckung
als Verzierung eingesetzt wird. Etwaige Ungenauigkeiten beim Einbau der
Membran können so gar nicht entstehen, zumal der
hochglänzende Ring aus MDF (Holz) in Kombination mit den acht
Schrauben (fixieren zugleich auch das Chassis) ein angenehm bulliges
Flair vermittelt.
Die Kontaktaufnahme zum Boden erfolgt über vier
höhenverstellbare Kunststoff-Spikes. Wem die rund 8mm hohen
Accessoires zu klein sind, kann sich für die M6 Schraubgewinde
problemlos andere Lösungen besorgen. Dass die Lackierung im
Bereich des Gewindes nicht ganz perfekt umgesetzt ist, kann man einem
Gerät der 650 Euro Klasse absolut verzeihen.
Der Stoffrahmen besteht aus einem 10mm starken MDF-Gerüst und
weist eine saubere, blickdichte Bespannung mit schwarzem Akustikstoff
auf. Als Halterung dienen vier Kunststoffstifte, die recht stabil
sind und für einen sicheren Halt sorgen.
In Bezug auf die gegebene Preisklasse überzeugt die
Verarbeitung des Subwoofers. Sicherlich könnte man sich einige
Details noch etwas opulenter vorstellen (Füße,
Widerstandsfähigkeit des Lacks), doch dafür muss man
schlichtweg bereit sein, tiefer in die Tasche zu greifen, wobei selbst
dann nicht automatisch jedes andere Gerät wirklich besser ist. In
einer Klasse, wo die meisten Mitbewerber relativ schlichte
Holzkästen (ohne Kantenrundungen) mit billigen Folien auf den
Markt werfen, ist der XTZ-Woofer definitiv als Lichtblick anzusehen.
Wenn die Schweden bei künftigen Geräten auch noch ein paar
alternative Oberflächenausführungen anbieten, wären wir fast wunschlos glücklich.
technischer Aufbau/Features:

Hier sehen Sie den XTZ 99W12.18 ICE in
seinen elementaren Bestandteilen. Vom Grundprinzip basiert der
Subwoofer auf einem klassischen Bassreflexsystem mit
Frontfire-Anordnung. Die schwedische Marke setzt dabei auf eine
Langhubmembran mit Class-D Endstufe. Die Produkt- und Preisphilosophie
beinhaltet (laut Hersteller) eine Fokussierung auf hochwertiges
Engineering und kosteneffizienter Massenherstellung (Fernost), mit
der man für verhältnismäßig wenig Geld
absolut vollwertige Produkte liefern kann. Um den Wahrheitsgehalt
dieser Aussage zu überprüfen, möchten wir nachfolgend
die wichtigsten Einzelbestandteile etwas genauer unter die Lupe
nehmen.
XTZ fertigt das Gehäuse für
den 99W12.18 ICE aus 25mm dicken MDF-Seitenwänden. Auf dem oberen
Bild sehen Sie die beiden zusätzlichen Innenversteifungen
(ca. 10mm stark), mit denen das Resonanz- und Vibrationsverhalten
weiter optimiert wird. Ebenfalls auffällig: die beiden
unterschiedlich langen Bassreflexrohre, von denen eines nach oben
gerichtet ist. XTZ legt großen Wert auf eine gute Anpassbarkeit
des Subwoofers an die Raumakustik und packt deswegen zwei
Kunststoffpropfen für jene Öffnungen in den Karton. Die (leider nur in
Englisch und Schwedisch vorliegende) Bedienungsanleitung widmet sich
den unterschiedlichen Abstimmungen recht intensiv sowie anschaulich.
Für ein lineares Abstrahlverhalten müssen beide
Röhre geschlossen werden. Wenn keine
Öffnung mit einem Propfen versehen wird, fällt der
Frequenzgang im unteren Bereich merklich früher ab, was für
Räume mit intensiven Raummoden unterhalb 35 Hertz eine sinnvolle
Option darstellt. Bei Verschluss des rechten Rohres (von vorne
betrachtet) wird der Frequenzgang nach unten erweitert und minimal
betont. Wie tief die untere Eckfrequenz dann exakt ist, gibt XTZ leider
nicht an.
Die Schallerzeugung übernimmt
dieses Chassis aus dem Hause Tymphany mit der Markenbezeichnung
"Peerless XXLS-12". Dieser Subwoofer-Lautsprecher gehört zu den
renommiertesten seiner Art und wird seit Jahren immer
weiter verfeinert. Die aktuellste Version weist eine kräftige
Schwingspule mit 51mm Durchmesser auf und bietet einen linearen
Membranhub von ±12mm ohne mechanische oder akustische
Einbussen. Die 30cm XXLS-Membran (steht für expanded Extra Long
Stroke) ist mit einer hochbelastbaren Aufhängung versehen. Beim
Metallkorb achtete man auf eine hohe strukturelle Integrität
mit gleichzeitig möglichst geringem Luftwiderstand. Fazit:
wie wir
schon von vielen ähnlich bestückten Woofern (zB. vom Nubert
nuLine AW-1000) wissen, eignet sich solch ein Peerless-Chassis
hervorragend für abgrundtiefe Bässe mit weitreichenden
Pegelreserven und wird üblicherweise hauptsächlich in
hochpreisigeren Produkten verbaut.
Ein Blick auf das
rückseitige Bedienpanel und Kenner sehen sofort, dass der XTZ
Woofer eine durchaus
respektable Schnittstellen- sowie Konfigurationsvielfalt zu bieten hat.
Über drei stufenlose Drehregler (oberer rechter Bereich) werden
Lautstärke, Phase sowie obere Trennfrequenz reguliert. Darunter
befinden sich drei Kippschalter, welche Auswirkunden auf den
Frequenzgang haben. Einer davon fungiert als "High-Pass" (Subsonic)
Filter und bewirkt ein Abschneiden der untersten Frequenzen (sinnvoll
bei Raummoden im Tiefbassbereich). Die Schalter "EQ1" und "EQ2"
bringen eine 10db Anhebung bei 25 Hertz (EQ1) oder eine 7d
Anhebung bei 50 Hertz (EQ2) mit,
so dass auch intensiver Basshunger bei Film- bzw. Musikliebhabern
gestillt werden kann. Über den Standby-Select Schalter kann eine
Einschaltautomatik hinterlegt werden. Die generelle Stromzufuhr wird
über einen Kippschalter, direkt neben der Kaltgerätebuchse,
gesteuert. Sehr lobenswert präsentiert sich auch die
Anschlussektion, wo nicht nur ein kompletter Satz vergoldeter
Lautsprecherklemmen zur Verfügung steht,
sondern auch zwei Cincheingänge sowie ein symmetrischer XLR Port.
Der verwendete Class-D Verstärker
nimmt erwartungsgemäß nur wenig Platz in Anspruch. Dennoch
liefert er laut Datenblatt bis zu 500 Watt Sinus. Die, hierfür
verantwortliche Firma "ICE" ist eine Sparte von Bang&Olufsen
(Dänemark), wo sich rund 40 Mitarbeiter auf die Entwicklung und
Fertigung von Digitalverstärkern spezialisiert haben. Über
das OEM-Geschäft stecken "ICE"-Lösungen nicht nur in
über 40% der aktuellen Samsung Handys, sondern auch in Produkten
von Aston Martin, Audi, Bowers&Wilkins, Rotel und Pioneer.
Technische Details über etwaige konstruktive Besonderheiten liegen
uns leider nicht vor - laut Hersteller resuliert die besondere
Marktstellung durch die Fokussierung auf hocheffizienten und
ultrakompakten Schaltkreisen, bei denen über 90% der erzeugten
Energie direkt genutzt wird wobei die Abwärme auf das
absolute Minumum reduziert wird.
Fazit:
Technisch hinterlässt der XTZ-Woofer einen guten Eindruck: die
Kombination aus hochwertigem Peerless-Chassis, massivem Gehäuse
und ausgeklügelter Digitalverstärkung zeugt von einer klaren
Produktkonzeption. Sicherlich zeigt sich beim genauen Hinsehen, dass
manche Details nicht ganz perfekt ausgearbeitet sind (zB. die relativ
dünnen Gehäuseverstrebungen, oder die, von innen angeklebten,
LS-Terminals) - aber unter Zugrundelegung des Kaufpreises und des sonst
üblichen Niveaus, bewältigt der 99W12.18ICE auch den Blick
unter die Haube mit Bravour!
| Modell / Preis |
XTZ 99W12.18ICE |
| Prinzip |
Frontfire-Subwoofer mit Bassreflexunterstützung
2 BR-Öffnungen mit Propfen zur Feinabstimmung |
| Chassisbestückung |
Peerless XXLS-12 (30cm Durchmesser) |
| Verstärker |
500 Class-D (ICEpower) |
| Signalanschlüsse |
Cinch (in)
XLR (in)
Lautsprecher-Terminal (in+out) |
| Einstellungen |
Lautstärke, Trennfrequenz, Phase (stufenlos)
zwei EQ-Settings
Subsonic Filter
Standby-Modus |
| Abmessungen |
49,5 x 42,0 x 52,0cm (H,B,T) |
| Gewicht |
29 Kilogramm |
Testumgebung:
Um die Klang- und Leistungsgrenzen absolut auszureizen, haben wir
den XTZ 99W12.18ICE intensiv in unserem Referenzstudio "gequält".
Mit edelster Elektronik angetrieben, musste sich der Subwoofer im
Verbund mit den besten uns bekannten Lautsprechern beweisen. Im
Zusammenspiel mit diesen keramikbestückten Standlautsprechern
fallen selbst kleinste Timingprobleme und Unsauberkeiten gnadenlos auf.
Außerdem gilt es, im 50m² Raum inklusive über
einem dutzend Bassabsorber genügend Druck und Kraft zu entwickeln.
Hier kann die digitale Endstufe zeigen, inwiefern die proklamierten 500
Watt wirklich zu spüren sind.
Unsere hauptsächlich eingesetzte Referenz-Hardware in der Übersicht:
| Elektronik |
Audionet PreG2 + MapV2 ( ca. 10.000 / 6.000 €)
Denon AVP-A1HDA Cinemike getunt (ca. 13.000 €)
Audionet AmpVII (ca. 10.000 €)
Audionet Amp (ca. 8.000 €)
|
| Quellgeräte |
Denon DVD-A1HD Cinemike getunt (ca. 7.000 €)
Accustic Arts Tube-DacII+DriveII (LW+Wandler Kombi, ca 14.000 €)
|
| Peripherie |
Sim2 C3X1080 3Chip DLP Projektor (ca. 30.000 €)
Image iMasque vollmaskierbar, akustisch transp. (ca. 18.500 €) |
AREADVD Baden-Württemberg arbeitet hauptsächlich mit Kabeln von: Mogami (Lautsprecher),
German High-End (NF), Silent-Wire (HDMI), Supra (Subwoofer-XLR) und Audionet (Netzkabel).
Das Referenzstudio wurde von der Firma RTFS akustisch optimiert.

Höreindrücke:
(rechtes BR-Rohr geschlossen für maximalen Tiefgang, EQ Schalter aus)
Das Geisterschloss, Kapitel 10
Dieser Film lebt extrem von der technischen Qualität der
AV-Anlage: wenn das Spukgeschehen im altehrwürdigen Schloss ohne
eine Gänsehaut-Akustik auf die Zuschauer losgelassen wird, sorgt
die hahnebüchene Story in Kombination mit lustlosen Schauspielern
(inklusive einer absolut talentfrei agierenden Catherina Zeta-Jones)
für gähnende Langeweile. Solch ein Schicksal bleibt Besitzern
eines XTZ 99W12.18 ICE jedoch komplett erspart ! Der schwedische
Klangspender haucht den vielfältigen LFE-Effekten auf
beeindruckende Weise Leben ein. Lobenswert ist dabei speziell das hohe
Maß an Differenzierungsvermögen, mit der z.B. die
Klopfeffekte in Kapitel 10 umgesetzt werden. So ertönt der Impuls
bei Laufzeit 36:31 noch verhältnismäßig
zurückhaltend und natürlich, während der zweite Effekt
(ein paar Sekunden später) in Bezug auf Nachdruck deutlich
bedrohlicher zur Geltung kommt. Erfreulicherweise dickt der
99W12.18 ICE dabei nicht auf, so dass hier richtigerweise keine volle
Körperhaftigkeit eingebracht wird, sondern der hohle, dumpfe
Charakter erhalten bleibt. Ihm gelingt deswegen sogar eine exzellente
Umsetzung des nachfolgenden Raubtiergrollens, welches (im Gegensatz zu
fast allen Geräten dieser Preisklasse) auch als solches erkennbar
ist! Auch das typisch-untermalende Subwoofer-Grollen bringt das
Testgerät bravourös zur Geltung, indem ein makelloser Spagat
zwischen akustischer Zurückhaltung und Präsenz geboten wird.
Der XTZ 99W12.18 ICE zwängt sich nicht in den Vordergrund und
fügt sich stets harmonisch in das Gesamtklangbild ein. Wenn jedoch
extreme Tiefbasseffekte gefordert sind (zB. Rütteln der Türen
bei 37:19) baut der 99W12.18 ICE selbst im tieffrequenten Bereich um
die 20 Hertz einen derart brachialen Druck auf, dass man sich
unweigerlich in der höchsten Subwoofer-Liga wähnt. Fazit: das
hohe Differenzierungsvermögen und der gebotene Tiefgang sorgen bei
cineastischer Kost für adrenalingetränkte Filmabende.
Der Soldat James Ryan, Kapitel 2
Beim Betrachten der Landungsszene zu Beginn des Filmes kann man
nachvollziehen, warum Tom Hanks wegen der Realitätsnähe
keinen sonderlich großen Spaß am Dreh gehabt hat. Der
XTZ-Woofer unterstreicht die beklemmende Atmosphäre, indem er
sämtliche Basseffekte auf authentische Weise wiedergeben will.
Dies beginnt mit der differenzierten Darstellung der Dieselmotoren, wo
bei jedem Landungsschiff individuelle Geräusche heraushörbar
sind. Bei den darauffolgenden Granateneinschlägen lässt er
das Auditorium sehr druckvoll und impulsiv an diesem dunklen Kapitel
der Kriegsgeschichte teilhaben. In technischer Hinsicht begeistert uns
an diesen Szenen, dass der 99W12.18 ICE selbst bei Pegeln um die 100db
immer noch recht kontrolliert agiert, eine gute Grobdynamik einbringt
und auch in Bezug auf den Bassdruck ein hohes Niveau halten kann. Die
Pegelfestigkeit muss sich nicht einmal vor THX-Subwoofern verstecken,
die primär auf jene Eigenschaften getrimmt sind. Selbst in unserem
50m² Studio mit hoher Bassabsorption steht der schwedische
Basslieferant keineswegs auf verlorenem Posten. Wir können uns
vorstellen, dass zwei oder drei Stück in diesem Raum sogar
ausreichen könnten, um besonders basshungrige Heimkinoliebhaber
zur Ekstase zu bringen. Fazit: grobdynamisch exzellent und mit hoher
Pegelfestigkeit gesegnet, eignet sich der XTZ-Woofer auch für die
brachiale Gangart bestens.
Michael Jackson - This is it, Kapitel 3
Wer nun meint, der XTZ Woofer ist nur bei Filmeffekten ein absoluter
Könner, der wird bei der Umsetzung von Michael Jackson's
(höchstwahrscheinlich) letzter Konzertveröffentlichung eines
Besseren belehrt. Bei "They don't really care about us" begeistert
unser Testprobant schon direkt bei den ersten Takten mit einer
hochpräzisen und druckvollen LFE-Umsetzung. Selbst im
Zusammenspiel mit den keramikbestückten Isophon-Lautsprechern
tanzt der Subwoofer nie in störender Form aus der Reihe - das
Timing und seine Geschwindigkeit sind über alle Zweifel erhaben.
Deswegen ist er auch in der Lage, die Kickbässe mit viel "Punch"
und punktgenauer Betonung umzusetzen. Selbst die stakkatoartigen
Passagen bei Laufzeit 17:07 meistert er genauso souverän, wie die
Tiefbasseinlage zur Unterstreichung der Bassgitarre (18:17). Von
erwähnenswerter Qualität erweist sich bei diesem
Musikbeispiel nicht nur die überdurchschnittliche
Differenzierungsgabe hinsichtlich Druck, Tiefgang und Lautstärke,
sondern auch in Bezug auf dynamische Akzentuierungen. Er klingt
deswegen höchst rythmisch und kann die bassintensive Abmischung
sehr massiv umsetzen, ohne die Gesamtklangtransparenz
übermäßig zu beeinträchtigen. Sicherlich finden
sich am Markt noch etwas "musikalischere" Subwoofer,
die präziser und feindynamischer agieren, doch solche Modelle
kosten (in der Regel) meist das Dreifache des XTZ-Woofers und sind dann
nur selten auch für Heimkino-Anwendungen geeignet. Im Vergleich
zur Preisklasse setzt der 99W12.18 ICE jedoch absolut neue
Maßstäbe - und hierbei muss man sogar viele > 1.000
€ Modelle miteinbeziehen ! Wir sind z.B. überrascht,
dass der Nubert nuLine AW-1000 mit fast demselben Chassis eine
völlig andere Klangauslegung mitbringt und sich merklich schwerer
tut, schnelle Bass-Staffetten punktgenau zu modellieren. Fazit:
für weit unter 1.000 Euro ist der XTZ Woofer praktisch
konkurrenzlos, was die Musiktauglichkeit betrifft.
weitere Praxiseindrücke in der Zusammenfassung:
- Die Lautstärkeregelung spricht extrem scharf an ! Mit unserem
Equipment bewegten wir uns stets auf den ersten Millimetern der Skala,
wo winzige Justagen bereits Pegelerhöhungen/-senkungen um mehr als
10db bewirken. Es ist daher unbedingt empfehlenswert, den Woofer
zunächst in der Nullstellung zu betreiben und anschließend
vorsichtig nachzustellen.
- Durch die beiden, nach vorne gerichteten, Bassreflexrohre erweist
sich der 99W12.18 ICE bei wandnaher Aufstellung als unkomplizierter,
wie seine Artgenossen mit rückwärtigen BR-Rohren. Der Raum
wird günstiger angeregt, was sich in einer verminderten
Dröhnneigung wiederspiegelt.
- Obwohl das Gehäuse (preisklassentypisch) nicht extrem
aufwändig gestaltet ist, haben halten sich gehäusebedingte
Kompressions-oder Ressonanzeffekte absolut im
Rahmen. Erfreulicherweise fallen die Bassreflexrohre selbst bei
tieffrequenten Impulsen kaum durch Ventilationsgeräusche auf. Hier
sind 90% der Mitbewerber wesentlich (!) problematischer.
- Damit die Endstufe ihre ganze Leistung dem Tieftonbereich zugute
kommen lassen kann, haben die Entwickler einen festen Tiefpassfilter
bei ca. 150 Hertz implementiert. Bei "normalen" Installation erweist
sich dieser Umstand als positiv, doch wer besonders kleine Satelliten
bis 200 Hertz im Bassbereich vom Subwoofer unterstützen will,
könnte mit anderen Subwoofer bessere Resultate erzielen, die
teilweise bis in den unteren Mitteltonbereich mitspielen.
- Während die mitgelieferten Gummifüße bei
Laminat-/Parkettboden einen recht guten Job machen, funktionierte die
Ankopplung auf Teppich naturgemäß weniger gut. Anwender mit
entsprechenden Belägen sollten sich daher aus dem
Zubehörhandel entsprechende M6 Spikes holen.
- Bei vielen Subwoofern fällt die Elektronik durch laute
Brummgeräusche auf. Der XTZ 99W12.18 ICE gehört nicht dazu -
seine Endstufensektion verzichtet darauf, das Auditorium durch
ungewollte Nebengeräusche zu belästigen. Die Endstufe wird
übrigens selbst bei hoher Beanspruchung nicht heiß und
bleibt stets recht kühl.
grobe Markteinordnung:
A.C.T.
AL6
1.600 Euro

|
Der AL6 aus dem Hause A.C.T. ist ziemlich genau das exakte
Gegenstück zum XTZ-Woofer. Der AL6 wird als Einzelanfertigung
direkt in Oberbayern hergstellt, was sich in der Verarbeitung und
Variabilität niederschlägt. Technisch besitzt er eine aktiv
gesteuerte Membran, auf der ein Beschleunigungssensor einen permamenten
Soll-Ist Abgleich der Auslenkung vornimmt. Deswegen ist der AL6 nach
wie vor der Präzisions-Benchmark und diesbezüglich auch dem
XTZ überlegen. Bei Tiefgang und Pegelfestigkeit distanziert der
XTZ den fast dreimal teureren Bayern derart deutlich, dass er sich
einen klaren Preis-/Leistungssieg holt. Fazit: der AL6 ist ein
hervorragender Woofer für leise hörende Musikgourmets, mit
einem Faible für Feindynamik und Präzision. Der 99W12.18 ICE
ist jedoch das wesentlich bessere Allround-Produkt und verliert selbst
in der Paradedisziplin seines Kontrahenten (Musikalität)
überraschend wenig, wenn man den immensen Preisunterschied
berücksichtigt. |
Nubert
nuLine AW-1000
864 Euro
 |
Der AW-1000 gilt mittlerweile schon als Klassiker. Nubert
bringt mit diesem Modell eine gehörige Portion Tief(st)bass in die
Heimkinos der Republik, ohne dafür Unsummen zu verlangen. Die
Stärken des AW-1000 liegen im fulminanten Tiefbass (bis knapp
unter 20 Hertz), wo sogar der XTZ-Woofer ganz knapp das Nachsehen hat.
Auch an die grobdynamische Gewalt und Pegelfestigkeit kommt der
Schweden-Sub nicht ganz heran, bleibt ihm aber dicht auf den Fersen.
Vorteile verbucht der 99W12.18 ICE durch seine höhere
Präzision und Schnelligkeit (dadurch mehr Druck / Punch) heraus,
außerdem fallen bei ihm die Strömungsgeräusche im
niederfrequenten Bereich weitaus geringer aus. Der Nubert-Woofer bringt
eine Fernbedienung für Lautstärke und Trennfrequenz mit,
während der XTZ-Woofer mehr Anpassungen an Raum (Bass-Propfen, EQ
Schalter) bietet. Fazit: beides sind exzellente Woofer in diesem
Preissegment, wobei der Nubert wegen Grobdynamik und Tiefgang etwas
prägnanter spielt, wohingegen der XTZ mehr Feinschliff und Kultur
an den Tag legt. |
Mission
79as
1.199 Euro
 |
Der mission Subwoofer basiert auf einem geschlossenem System
mit 25cm Downfire Membran. Im Datenblatt wirbt der Hersteller mit einem
mehrschichtigem Gehäuseaufbau auf Granulatbasis, DSP-System und
der hochfesten "Parawave" Membran. In der Praxis erweist sich der
Woofer zwar durchaus als attraktiv (recht präzise, keine
Strömungsgeräusche), muss sich aber unterm Strich recht
deutlich vom XTZ geschlagen geben. Der 99W12.18 ICE geht tiefer runter,
baut wesentlich mehr Druck auf und ist sogar noch etwas präziser.
Fazit: Schlecht ist der 79as deswegen nicht, aber dieser Vergleich
bringt deutlich zu Tage, dass ein DSP-System mit verschiedenen
Speicherbänken eben auch kein Garant für überlegene
Klangeigenschaften darstellt. Die bessere Akustik liefert nämlich
in allen Belangen (Ausnahme Strömungsgeräusche) der
wesentlich günstigere (aber auch größere) XTZ-Woofer. |
Fazit:
Das schwedische Subwoofer-Angebot von XTZ ist derart knackig, dass
sich die Konkurrenz warm anziehen muss: hinter der kryptischen
Bezeichnung 99W12.18 ICE verbirgt sich ein technisch hochentwickelter
Klangspender mit erstklassigen akustischen Eigenschaften. Seine
präzise, kontrolllierte aber auch kraft- und druckvolle
Vorgehensweise prädestinieren diesen Tieftonspezialisten für
anspruchvsolle Anwender, die mehr wollen als konturloses "Gebrummel".
Gegenüber zartbesaiteten, audiophilen Subwoofern muss sich
der nordische Basslieferant ebenfalls nicht verstecken, zumal er mit
seinen üppigen Pegelreserven einen großen Pluspunkt
mitbringt. In Zeiten von fernbedienbaren DSP-Subwoofern mag die
Ausstattung zwar vielleicht etwas unspektakulär wirken,
überzeugt aber im Detail durch sinnvolle (und zahlreiche)
Klangregler. Wir finden es sehr begrüßenswert, dass XTZ bei
diesem Modell nicht auf werbeträchtige Gadgets setzt, sondern
stattdessen bei den Basics (Chassis, Gehäuse, Endstufe) qualitativ
überzeugt. Die Verarbeitungsqualität geht ebenfalls absolut
in Ordnung - dass nur eine (etwas kratzempfindliche)
Hochglanzausführung lieferbar ist, schmälert das positive
Endresultat so gut wie nicht, denn in Anbetracht des Kaufpreises von
650 Euro ist das Gebotene fast schon sensationell ! Der 99W12.18 ICE
spielt akustisch mühelos in der Preisklasse bis 1.000 Euro mit,
ohne dabei den Kürzeren zu ziehen - soviel Klang fürs Geld
ist uns das begehrte Referenzprädikat wert! Solch einen Einstand
kann nicht jede Firma für sich behaupten - wir sind gespannt, ob
sich auch die anderen Produkte von XTZ als Preisbrecher erweisen und
werden die schwedische Marke künftig interessiert im Auge
behalten.
Der XTZ 99W12.18 ICE kann einfach
alles: besonders Bassdruck und Präzision setzen neue
Maßstäbe in seiner Klasse

XTZ 99W12.18 ICE
Bassreflex Subwoofer, Preis 650 Euro
Test: 23.Juni 2010
+ präzise Spielweise, dadurch auch absolut "musiktauglich"
+ hervorragender Tiefgang, sehr druckvolle Bassdarstellung
+ gute Dynamik und Pegelfestigkeit
+ weitreichende Abstimmbarkeit durch BR-Propfen und EQ-Schalter
+ kaum Ventilationsgeräusche, leises Netzteil
- keine deutschsprachige Anleitung
- recht kratzempfindliches Gehäuse
- keine alternativen Farben lieferbar
Website des Anbieters. www.mindaudio.de
Unser Partner für hochwertige
Audiomöbel:
Text:
Lars Mette
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