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Nubert-Tests

 HARDWARE-TESTS

Test: Wharfedale Opus² 5.2 Surround-System - opulente Verarbeitung mit Verwöhnaroma ?
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Klangwertung:

Passend zur tiefschwarzen Optik unserer Testgeräte haben wir die Filmauswahl gestaltet: selbst wir als gestande Filmfans bekommen jedesmal einen Schauer über den Rücken, wenn ein gutes Surround-Set uns mit nach Silint Hill nimmt, und die unheilvollen Geschehnisse rund um diesen verfluchten Ort ihren Lauf nehmen. Die sehr gut gelungene DTS-ES Tonspur dieser Computerspielverfilmung ist hervorragend geeignet, um das Opus-Set ins rechte Licht zu rücken. Generell eignen sich Horrorfilme für solche Zwecke übrigens sehr gut (übrigens weitaus besser, als so mancher Actionstreifen), da die Dramaturgie zum Großteil über die Akustik an die Zuschauer vermittelt wird und diesem Element schon im Vorfeld eine große Bedeutung vom Regisseur bzw. der Produkt zugesprochen bekommt. Lassen wir uns also überraschen, was die 6 Wharfedale-Speaker leisten können und ob sie es schaffen, uns (im positiven Sinne) zu erschrecken...

Klang Kompaktlautsprecher Opus² M2: 

Beginnen wir direkt mit der M2, die ja insgesamt in vierfacher Ausfertigung vertreten ist und somit einen gewichtigen Anteil am Gesamtklangbild ausmacht. Obwohl die Opus-Lautsprecher bekannt für eine recht lange Einspielphase sind, gefielen uns die M2 auf Anhieb sehr gut: mit Ausnahme der Isophon Galileo kennen wir sonst keinen anderen Regallautsprecher, der so erwachsen und souverän klingt, wie die M2. Großen Anteil daran liegt in der Basscharakteristik, denn rein akustisch erinnern sie eher an kleine Standboxen und verzichten darauf, ihre Zuhörerschaft mit einem "pummeligen" Kompaktboxen-typischen Bass zu malträtieren. Sicherlich kann die M2 keine physikalischen Wunder bewirken, aber der sehr ordentliche Tiefgang in Kombination mit der großen Basspräzision ist für eine solch kleinvolumige Konstruktion sehr erstaunlich und lobenswert. Selbst so manch gleichteure Standbox (zB. Canton Vento ) muss sich der M2 geschlagen geben. Erstaunlich ist zudem, welche versteckten Qualitäten in Bezug auf Pegelfestigkeit und Grobdynamik in der M2 schlummern, so dass der Einsatz in einem hochwertigen Heimkinosystem geradezu wie prädestiniert scheint. Dazu passt auch die Tonalität, schließlich verbinden die M2 eine hochdetaillierte Spielweise mit einer tendenziell etwas sanften, warmen Gesamtausrichtung. Insbesondere bei einer nahen Aufstellung der Rearspeaker zur Sitzposition, erweist sich diese Eigenschaft als sehr praktisch und erlaubt auch bei hohen Pegeln, ein entspanntes Hören, da auch subtile Effekte sehr gekonnt in die Klanglandschaft eingebunden werden können, ohne das Publikum regelrecht "anzuschreien", wie es bei sehr direkten/progressiv abgestimmten oftmals Derivaten der Fall ist. Als kleines Beispiel soll uns das erste Kapitel von Silent Hill dienen: 

Von dämonischen Visionen geplagt, traumwandelt die kleine Shannon in der Gegend umher. Akustisch wird diese Szene durch prasselnde Regentropfen, rumpelnde Trucks sowie mystischen Klängen sehr authentisch und greifbar von den M2 umgesetzt. Sämtliche Umgebungsgeräusche werden differenziert und ausdrucksstark wiedergegeben, wie zB. das laute Tosen eines Wasserfalls ein paar Sekunden später. Der dezent im Hintergrund laufende Filmscore wird weder versteckt, noch überbetont, sondern sehr feinfühlig, dezent und dennoch präsent in die Gesamtwiedergabe eingegliedert. Dies gelingt nur wenigen Lautsprechern in einer solchen Güte. Besonders als Surroundspeaker können wir die M2 daher ohne jegliche Einschränkung empfehlen. 


Vorhang auf für die Multikanal-Künste der Wharfedale-Lautsprecher...

Doch nicht nur bei Filmen machen die M2 eine gute Figur, sondern auch mit musikalischen Anwendungen stimulieren sie das Trommelfell auf schönste Weise: die gute Auflösung und Durchlässigkeit im Hochtonbereich erzeugt in Kombination mit der kultivierten Klangabstimmung einen seidigen, angenehmen Klang. Selbst schnelle Effekte gibt die M2 sehr sauber und mit großer Klarheit wieder, ohne den Eindruck zu vermitteln, überfordert zu sein. Auch mit einer ordentlichen Portion Feingeist und Akribie kann die M2 ihre Zuhörerschaft begeistern - lediglich im Vergleich zum Ausnahmetalent Isophon Corvara (Standlautsprecher, Stück 1.600 €) muss sich die "kleine" Wharfedalebox in Bezug auf feindynamische Einflechtungen knapp geschlagen geben - besonders bei leisen Pegeln bietet die Isophon-Box noch etwas mehr Spritzigkeit und Temperament (benötigt dafür jedoch ungleich bessere Elektronik). Auf höchstem Niveau darf man hingegen die Tiefenstaffelung der M2 hinzuzählen: über alle Frequenzbereiche lösen sich Instrumente und Stimmen sehr schön vom Lautsprecher ab und bauen ein weitläufiges Klangpanorama auf. An dieser Stelle ist uns auch eine der größten Fortschritte im Rahmen des Modellwechsels aufgefallen: die Musik wird nun noch etwas transparenter/durchsichtiger wiedergeben, so dass man auch bei zeitgleich agierenden Musikelementen tiefer in das akustische Geschehen eintauchen kann. Keine Frage: Musikhören mit einem Paar Opus M2 macht mehr Spaß, als man es einer Kompaktbox zunächst zutrauen möchte. Die potenten Bass-Fähigkeiten machen den Einsatz eines Tieftonspezialisten nicht unbedingt notwendig und dürften für einen Großteil der Käuferschaft durchaus ausreichen. Freunde von hohen Pegeln oder sehr bassintensiver Musik sind ohnehin nicht die Zielgruppe eines solchen Lautsprechers. 

Klang Centerspeaker Opus² TriCenter:

Kaum ertönen die ersten Geräusche aus dem TriCenter, merkt man ihm seine akustische Ähnlichkeit zur M2 an. Er erreicht fast den Tiefgang des Kompaktlautsprechers und unterscheidet sich ansonsten nur durch eine dezente Grundtonbetonung. Bei Szenen, in denen Klangtransparenz gefragt ist, gelingt es dem Centerspeaker sogar noch ein wenig besser, Stimmprofile nuanciert herauszuschälen. So verwundert es nicht, dass die beiden tonal sehr unterschiedlichen Frauenstimmen im ersten Kapitel unserer Beispiel-DVD "Silent Hill" jeweils gleichermaßen feinfühlig und realistisch dargestellt werden und damit für eine glaubhafte Atmosphäre sorgen. Naturgemäß kommt ein Horrorfilm nicht umher, seine Protagonisten in regelmäßigen Abständen lauthals schreien zu lassen - hierbei offenbart sich der TriCenter als großes Talent in Bezug auf grobdynamische Einflechtungen. Selten haben wir solch eine impulsive Umsetzung miterleben dürfen. Doch der TriCenter kann weit mehr, als nur durch eine gute Stimmwiedergabe zu überzeugen. Der sanfte Pianoeinsatz in Kapitel11 wird ebenso bravourös eingearbeitet wie die später eingestreuten Feuereffekten. Das Knistern und Knacken ertönt losgelöst vom Lautsprecher und scheint direkt von der Leinwand zu kommen. Im Vergleich zum Vorgängermodell gelingt es dem Opus² TriCenter noch ein wenig besser, die Mitten souverän herauszuarbeiten und dadurch noch etwas realer zu klingen. Generell liegt das Detaillierungsniveau auf dem Level der besten Centerspeaker, die wir überhaupt kennen. 




Der Center stellt nicht nur den optischen Mittelpunkt einer Surroundanlage dar.

Sehr gespannt waren wir auf die Fähigkeiteen des TriCentes im musikalischen Mehrkanalbetrieb und wurden nicht enttäuscht: den düsteren Soundtrack des dritten Harry Potter Filmes setzt der Centerspeaker gekonnt um. Beeindruckend ist dabei die Klangruhe, mit der langgezogene Streich- und Blasinstrumente auch in hochfrequenten Bereichen umgesetzt werden. Der anspruchsvolle Track 06 entlockt dem TriCenter eine solche hervorragende Auflösung, dass er sogar fast an das Niveau des Monitor Audio GS-LCR (absolutes Ausnahmetalent in Bezug auf lupenreine Detailwiedergabe) heranreicht. Zweiffellos gehört der Opus² TriCenter wegen seiner harmonisch-kultivierten Spielweise zu den besten Centerspeakern, die man sich als Freund von Musik-DVD zulegen kann. 

Klang Subwoofer SW 300: 

Der SW 300 bietet zwar keinen 20Hz Tiefgang im Stil eines Nubert AW-1000, doch er kommt bis ca. 25Hz hinunter und spielt dabei sehr körperreich, nachdrücklich und kräftig. Der Downfire-Woofer überzeugt uns zudem mit einer einer sauberen Spielweise, allerdings ist er in höheren Frequenzen kein Meister der Kickbassdarbietung. Dies beherrschen allerdings ohnehin nur die wenigsten Subwoofer, und diese sind in fast allen Fällen deutlich teurer, wie zB. der A.C.T. AL4x3 DSP (Stückpreis ca. 3.000 Euro). 

Bei "Silent Hill" dürfen sich beiden SW300 an vielen Stellen richtig austoben und den Zuschauern wohlige Gänsehaut vermitteln. So wird beispielsweise in Kapitel 8 das unheimliche, dumpfe Grollen sehr beängstigend umgesetzt, so dass die Subs im gemütlichen Heimkino das passende "Geisterbahnambiente" aufbauen. Bemerkenswert in dieser Szene in die Eigenschaft, gleichzeitig sehr präsent und gegenwärtig zu erklingen, dabei aber nicht im klanglichen Vordergrund zu spielen. Bei richtiger Einpegelung verstehen es die Subs genau so zu arbeiten, wie es in einem modernen Heimkino richtig ist: er bereichert das Klangbild um tiefe, substanzreiche Bässe und sorgt dadurch für ein hochklassiges Heimkinoerlebniss. Die Subwoofer schaffen einen hervorragenden Kompromiss zwischen Bassfundament und Zurückhaltung


SW-300 und M2 harmonieren optisch und akustisch.

Der SW300 ist der zweitgrößte Home-HiFi Subwoofer aus dem Hause Wharfedale und muss lediglich den SW380 über sich in der Preisliste dulden. Unserer Meinung nach, gilt dies jedoch nicht für die akustische Einordnung, denn hier konnten uns die beiden SW300 mehr überzeugen, als der SW380 in unserem letzten Wharfedale Test. Der Grund liegt nicht darin, dass der SW380 ein schlechteres Modell als sein "kleiner" Bruder darstellt - aber angesichts der Tatsache, dass der SW300 nicht weniger Tiefgang bietet und teilweise sogar etwas präziser spielt, können wir hier eine ganze klare Empfehlung geben, lieber 2 Stück SW300 zu ordern. Wer bislang Vorbehalte gegen Downfire-Subs besitzt, wird vom SW300 eines Besseren gelehrt werden - ähnlich aufgebaute Mitbewerbermodelle wie zB. den Magnat Betasub 38A kommen nicht einmal ansatzweise an die Sauberkeit und Basskontrolle des Wharfedale Tieftonmeisters heran. Nach einer solchen Hörerfahrung würde es Ihnen ziemlich sicher schwer fallen, künftig beide Subs in einem Satz gemeinsam zu erwähnen, angesichts der Unterschide in Bezug auf Basssauberkeut und Abbildungsgenauigkeit. Im Musikbetrieb geht der SW300 mit den Opus M2 eine gut funktionierende Symbiose ein und ergänzt die M2 durch eine saubere Spielweise ohne Gehäusedröhnen oder sonstige unerwünschte Beimischungen (Strömungsgeräusche etc.). 

Surround Homogenität: 

Wer zusammen mit dem Wharfedale Set im komplett abgedunkelten Heimkino sitzt, wird bei Kapitel 4 von Silent Hill unweigerlich Gänsehaut vom Feinsten bekommen: die über alle Lautsprecher zu hörende Sirene geht durch Mark und Bein, während es nach ein paar Sekunden durch das Klicken eines Sturmfeuerzeugs und einer anschließenden, gespenstischen Stille abgelöst wird. Kurz nachdem die Leinwand-Protagonistin ihre heikle Lage erkannt hat, legen sich die 6 Wharfedale-Akteure kräftig ins Zeug und sorgen für Schweißausbrüche beim Auditorium: jeder Lautsprecher ist damit beschäftigt, das Heimkino mit unheivollen Tropf- und Röchelgeräusche zu füllen. Einige Szenen später gipfelt das Ganze in einem wilden "Surround Zombie-Gegrunze" und spätestens jetzt sollten die Venen mit Adrenalin vollgepumpt sein. So wird Heimkino zum Erlebnis: das grelle Schreien der mutierten Mini-Zombies (welches übrigens verdächtig ähnlich wie die Alraunen bei Harry Potter 2 klingen...) wird hochdynamisch und mit großer Klarheit wiedergegeben, außerdem profitiert das Set in solchen Szenen von der homogenen Spielweise auf allen Satelliten und klingt daher wie aus einem Guss. Auch die Durchzeichnung im Bassbereich sorgt für ein Filmerlebnis, welches nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Was das Wharfedale-Set so faszinierend macht, ist die Tatsache, dass es stets glaubhaft und realistisch abbildet, ohne dabei nach Lautsprecherbox zu klingen - selbst in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. Der Center integriert sich hervorragend ins tonale Geschehen und fällt nie als Fremdkörper auf, obwohl er gegen 4 identische Satelliten "ankämpfen" muss und jede klangliche Inhomogenität daher sehr schnell auffallen würde. Die beiden SW300 fügten sich ebenfalls gut in das Klangbild ein. Bei einer generellen Trennung von 70Hz war es möglich, die Satelliten gleichzeitig wirkungsvoll und unauffällig zu unterstützen. Hierbei war die Bass-Balance zwischen den Lautsprechern sogar besser als beim letzt getesteten Opus-Set (Konfiguration aus Standlautsprechern, dem TriCenter sowie einem SW380). 


Nur durch gute Rearspeaker macht Heimkino wirklich Spaß!

Solch begabte Lautsprecher wie die Opus²-Modelle möchten wir natürlich auch anhand eines musikalischen Beispiels vorstellen: hierfür nehmen wir die allseits bekannte "Jean Michel Jarré - Live in China" - DVD, welche eine der anspruchsvollsten und zugleich beeindruckstenden DTS-Tracks überhaupt besitzt. Wenn man bedenkt, dass AREADVD auch schon wesentlich teurere Surroundsets getestet hat, ist es umso erstaunlicher, dass die Opus²-Kombination eine der besten Vorstellungen abgeliefert hat, die wir bislang erleben durften. Die synthetische Musik mit ihrem komplexen Raumaufbau harmoniert fast schon perfekt mit den Wharfedales: kreisende Effekte scheinen nahtlos im Hörraum umherzuwandern, die Dosierung und Abstufung der Basseffekte gelingt tadellos und auch die Detaillierung der jeweiligen Instrumente lässt keine Wünsche offen. 

Fairerweise müssen wir an dieser Stelle auch noch einmal die Audionet Vor-/Endstufenkombination aus MapV2 und AmpVII lobend erwähnen, denn ohne eine derart exzellent klingende Zuspielung könnte nicht einmal das Wharfedale-Set solch eine Leistung erbringen.

Pegelfestigkeit/Grobdynamik: 

Sicherlich weckt das Opus²-Set auch mit moderaten Lautstärken viel Emotionen, aber wer richtig Spaß haben will, kommt um einen beherzten Rechtsdreh am Volumeregler nicht umher. Hierfür ist das Wharfedale-Sextett bestens geeignet, schließlich entpuppten sich alle Komponenten als begabte Pegel-Artisten und kapitulieren auch nicht davor, harte Actionsequenzen, wie zB. die Luftschlacht um "Pearl Harbor" mit Intesität und Wucht wiederzugeben. Die Kompaktspeaker erweisen sich als besonders kraftvoll und zupackend wenn sie von der Tiefbassarbeit befreit werden. Und dank dem Einsatz von zwei potenten Subwoofern sind auch im tieffrequenten Bereich anspruchsvolle Ohren rundum zufriedengestellt. Die Grobdynamik überzeugt vor allem mit mittleren bis höheren Pegeln, bei extremen Lautstärken beginnen die Hochtöner leicht zu komprimieren und etwas angestrengt zu tönen - allerdings findet man diese Eigenschaft auch bei fast allen anderen, ähnlich aufgebauten Lautsprecher-Systemen. Hier sind Konstruktionen mit integriertem Hochton-Hörnern (zB. Klipsch Synergy)  von Vorteil, allerdings können diese Sets in vielen anderen Klangdisziplinen bei weitem nicht an die harmonische, souveräne Klangkultur des Opus²-Sets anknüpfen. Bilanzierend betrachtet, ordnen wir das Wharfedale-Ensemble knapp hinter den "Pegelwundern" von Nubert (nuLine120 Set) und Monitor Audio (GS-60 Set) auf einem hervorragendem Platz im oberen Tabellendrittel ein. Und für diejenigen, die entweder besondere Wünsche an die Pegelfestigkeit haben, oder deutlich mehr als ca. 35m² beschallen möchten, hat Wharfedale noch 3 leistungsstarke Standlautsprecher im Angebot die auch vor einer intensiven Weltraumschlacht nicht kapitulieren und das Luke-Skywalker Feeling auch mit brachialer Lautstärke nach Hause bringen. 

Mitbewerbervergleich / Alternativen:

Wer seine Ohren mit noch besseren Leistungen verwöhnen will, muss deutlich tiefer in die Tasche grifen, um akustisch einen klaren Schritt nach vorne zu machen. Wobei selbst im Vergleich zu unserer absoluten Referenz (Isophon Set mit EuropaII, Solaris und Galileo) noch Vorteile in Bezug auf die Surround-Homogenität beim Wahfefdale Set zu finden sind. Ansonsten aber zeigen die schwäbischen Schallwandler eindrucksvoll , wie sehr Feinauflösung, räumliches Darstellungsvermögen und Feindynamik noch steigerbar sind - allerdings benötigen diese Tugenden (neben einem entsprechend größeren finanziellen Aderlass) und einer optimierten Raumakustik auch absolute High-End Luxus Elektronik, um zur Geltung zu kommen, was die Gesamtkosten noch oben schnellen lässt. In diesem Zusammenhang erweist sich das Wharfedale-Set als sehr vernünftige und realistische Alternative - schließlich bietet es für einen (vergleichsweise) moderaten Kaufpreis audiophile Qualiäten und übertreibt auch nicht mit den Anfoprderungen an Elektronik bzw. Endstufenpower. Einem Vergleich mit preisähnlichen Sets anderer Hersteller kann das Wharfedale-Sextett jedenfalls entspannt entgegensehen: ein Nubert nuWave125-Set spricht vollkommen anderer Hörer an und besticht vor allem durch die Pegelfestigkeit, den tiefgehenden und kompakten AW-75 Subwoofer als auch die grandios aufspielende Standbox nuWave125. Für einen Stückpreis von 1000 Euro ist dieser Lautsprecher eigentlich konkurrenzlos und bietet eine räumliche Staffelung und Bass-Performance wie es sonst erst in höheren Preisklassen zu finden ist. Doch auch das Wharfedale Opus Set hat ein paar Asse im Ärmel: abgesehen vom optischen Auftritt (Klavierlack etc.) übertrifft die Opus M2 die nuWave125 in Bezug auf Hochtonauflösung und bietet etwas mehr Transparanz im Klangbild - gleichzeitig wirkt sie dabei aber weniger direkt und fordernd, wie es bei manchen Stücken mit der schwäbischen Riesenbox vorkommen kann. Der weitere Vorteil liegt bei der gebotenen Basspräzision, denn so stark und tief der AW75 mit seinen Langhubmembranen auch spielt - dem SW300 gelingt das Herausarbeiten von Basstrukturen im Tiefbassbereich noch etwas besser. Entscheidend für Mehrkanalfans ist auch die Überlegenheit des Wharfedale-Centers gegenüber seinem Nubert-Pendant. Ohne Frage ist der NuWave CS-65 für seine 385 Euro sensationell günstig und braucht in seinem Preisbereich keine Konkurrenz zu fürchten. Der fantastische TriCenter haucht den Leinwandhelden dank besserer Hochtondurchzeichnung und besonders klar herausgestellten Mitten, jedoch noch mehr Lebendigkeit und Volumen ein. Außerdem ist er durch seine Bauweise mit übereinander angeordneten Hoch-/Mitteltöner ohnehin deutlich im Vorteil, wenn es darum geht, ohne Frequenzgangeinbrüche außerhalb der Hörachse einen neutralen, unverfärbten Klang zu liefern. Auch wenn das NuLine120 Set tonal etwas ähnlich wie die Wharfedales spielt (dezente Klangwärme) kann man diese Beobachtung und Charakteristiken auch zwischen diesen beiden System beobachten. Insgesamt schlagen sich die Nubert-Boxen sehr gut, gegen die (laut UVP) hochpreisigeren Wharfedales, müssen ihnen aber speziell in audiophilen Aspekten den Vorrang überlassen und spielen weiterhin die Rolle der pegelfesten Heimkinospeaker mit hervorragenden Standlautsprechern zum Schnäppchenpreis.

Der Vergleich mit der Monitor Audios Top-Serie fällt hingegen anders aus, schließlich hat die britische Marke mit der vor einem Jahr aufgelegten Gold Signature Serie ein glückliches Händchen bewiesen und ein absolutes Highlight geliefert. Obwohl die dort gebotene Detaillierung und Klarheit in allen Frequenzbereichen Maßstäbe setzt, und auch die Wharfedales (knapp) hinter sich halten kann, dürften sich auch diese beiden Systeme nicht allzu viele Kunden gegenseitig wegnehmen: generell sind die MA Lautsprecher mit einer sehr verbindlichen, und fordernden Klangcharaistk gesegnet. Die Wahrfedales hingegen sind nicht darauf aus, die allerletzten Klangdetails im HT-Bereich mit sezeririescher Genauigkeit zu suchen, sondern präsentieren sich im Direktvergleich als etwas moderater und dezentere Schallwandler. Ähnliches im Bassbereich, wo die Gold Signature Serie zwar absolute Maßstäbe setzt, was Präzision und Konturierung betrifft - aber manchmal würden wir uns einen Hauch mehr Klangwärme und Volumen wünschen. Wie es geht, macht Wharfedale vor. An die hervorragend, losgelöste Spielweise der GS-Serie kommen die Wharfedales nicht ganz ran, allerdings ist dies auch ein Duell auf sehr hohem Niveau. Beiden Sets ist gemeinsam, dass sie dank überlegener Detaillierung und Dynamik absolutes Faszinationspotential verströmen und sich gegenüber hochwertigen THX-System als zugleich kultivierte und musikalischere Lösung sehr vorteilhaft in Szene setzen können. An einem Punkt müssen die MA-Entwickler jedoch noch ein bißchen nachsitzen, denn bis heute haben sie es nicht fertiggebracht, den angekündigten GS-Subwoofer lieferfähig zu machen, so dass sich MA Interessenten entweder beim Silver-RS Subwoofer (eine Baureihe niedriger) oder bei Mitbewerbern umsehen müssen.

Rein äußerlich liegen Wharfedale und Dali mit ihren Serien "Opus²" und "Helicon" eng beieinander und auch preislich platzieren sich beide Kontrahenten auf einem vergleichbaren Niveau. In klanglicher Hinsicht orientiert sich der dänische Hersteller eher an einer schlanken Abstimmung und baut etwas weniger Fundament auf. Einen hervorragenden Eindruck machen insbesondere die kompakten On Wall Rearspeaker und der präzise Subwoofer mit Doppelchassis und integrierter Centerhalterung. Die unaufdringlich, kultivierte Art der Wharfedale-Akteure kann auch die ansonsten hervorragende Helicon400 nicht bieten. Die Pegelfestigkeit ist bei beiden Systemen überzeugend. Unterm Strich sprechen uns die Wharfedale-Lautsprecher noch etwas mehr an und wirken direkter/eindringlicher. Der hohe Informationsfluss und die ansprechende Dynamik machen die Opus² zum Gewinner in diesem Duell.

Fazit:

Dieses Surround-Set erfüllt seine primäre Aufgabe (Mehrkanal-Beschallung) mit solch beeindruckender Hingabe und hohem akustischem Talent, dass es sich fortan als eine unserer Surround-Referenzen im Oberklasse-Preisbereich einordnen darf. Wo sich viele Alternativprodukte lediglich auf messerscharfe Präzision und Genauigkeit konzentrieren, verbinden die Opus² Lautsprecher die gegensätzlichen Attribute Detaillierung sowie kultivierte Klangentfaltung in einer sehr überzeugenden Art und Weise miteinander. Diese Schallwandler sollten sich diejenigen Anwender einmal anhören, die Motoren unterhalb 6 Zylinder lediglich als bessere Rasenmäher betrachten und auch abends beim DVD-Genuss ebenfalls gerne eine kultivierte, elegante Klang- und Kraftentfaltung wünschen. Hierzu passt auch die gediegene Optik und Verarbeitung, die edler wohl kaum sein könnte. Am Beispiel des Centerspeakers konnten wir nachvollziehen, dass die Produktweiterentwicklung definitiv (leichte) hörbare Vorteile gebracht hat und den TriCenter zu einem absoluten Traumgerät avancieren lässt. Die Subwooferbestückung dürfte hingegen nicht unbedingt zu schlaflosen Nächten von Tiefbass-Liebhabern führen - hierfür müssten die beiden SW300 noch ein paar Hertz tiefer hinabsteigen. Für einen Stückpreis von ca. 1.100 Euro bietet der Markt nunmal noch keine rundum perfekten Lösungen an, aber immerhin punkten die Wharfedale-Woofer mit hervorragender Bassverteilung, ordentlicher Präzision sowie hohem Bedienkomfort. Obwohl die M2 als Bestandteil eines 5.1 Surround-Sets eine äußerst beeindruckende Figur an den Tag legt und auch als Stereolösung überzeugen kann, finden wir unterm Strich jedoch die Opus² Standlautsprecher als sinnvollere Investition. Speziell die Opus² 2 kennen wir von unserem vorangegangenem Test sehr gut - rechnet man die Preise für Lautsprecherständer hinzu, kostet der Standlautsprecher pro Stück lediglich 300 Euro mehr. Und die kleinste Standbox (Opus² 1) liegt preislich gar nur 50 Euro überhalb einer M2 mit Ständer. Fazit: wer den Platz hat, sollte zu den Standlautsprechern greifen, ansonsten stellt auch die Kompaktbox eine erstklassige Lösung dar. Davon abgesehen bietet die Opus²-Serie ein solch bemerkenswertes Preis-/Leistungsverhältnis, dass man außerhalb der Wharfedale-Welt Schwierigkeiten haben dürfte, ähnlich attraktiv kalkulierte Schallwander zu erhaschen. Selbst wenn zB. manche Direktvertriebe gerne ihre vemeintlichen Vorteile propagieren - solch aufwändige Gehäuse und Lautsprechertechnik wie Wharfedale bieten nur sehr wenig andere Hersteller zu ähnlichen Konditionen an. 

Genuss für Auge und Ohr - die Opus² Serie überzeugt mit Klangkultur vom Feinsten.


Test: 23.August 2007
Wharfedale Opus² 5.2 Set, Preis 7292 Euro
Oberklasse Surround-Systeme
Preis-/Leistung:  

+ detaillierte und souveräne Spielweise 
+ M2 klingt auch ohne Subwoofer sehr erwachsen und "komplett"
+ hervorragender Centerspeaker 
+ präziser Subwoofer
+ große Modellpalette zwecks Erweiterung
+ geringe Bedarf an Endstufen-Power
+ faires Preis-/Leistungsverhältnis

- Subwoofer SW-300 spielt nicht extrem tief
- keine variable Phasenlage beim Subwoofer wählbar
- zwischen den originalen Hersteller-Stands und den M2 gibt es keine feste Schraubverbindung


Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:
 


Dieser AREA DVD High-End Test wurde durchgeführt mit Kabeln von:

Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:

 

Text: Lars Mette

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