Test: Swans T-Serie 5.1 Surroundsystem - Boxenschnäppchen vom Lautsprechergiganten ?

(12. Dezember 2007 - Lars Mette)


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

Hand aufs Herz: gute Lautsprecherhersteller gibt es wie Sand am Meer. Obwohl wir bei AREADVD darauf bedacht sind, eine möglichst umfassende Bericherstattung zu ermöglichen, stellt unsere selektierte Auswahl der Lautsprecherhersteller natürlich nur einen kleinen Querschnitt des entsprechenden Marktes dar. Die Leistungsdichte bei Lautsprechern ist sehr hoch - richtige "Ausrutscher" nach oben oder unten finden sich nur in seltenen Fällen.  Vom technisch augefeiltem High-End Lautsprecher mit überlegener Verarbeitung und ausgetüftelten Chassis-/Frequenzweichenlösungen, bin hin zum druckvollen und günstig hergestelltem THX-System, findet man fast in jedem Preissegment mehrere hochattraktive Produkte für die unterschiedlichsten Anwendungsprofile. Trotzdem ist die AREADVD-Redaktion immer offen für neue Impulse, so dass wir uns entschlossen haben, einen vielversprechenden Neuzugang im Bereich der Lautsprecherhersteller in unser Testprogramm aufzunehmen.

Swans Speaker Systems fristet in hiesigen Gefilden schon seit Längeren nur ein Schattendasein und erlangte eher wenig Beachtung bzw. Marktdurchdringung. Dies könnte sich im Laufe der nächsten Monate grundlegend ändern, denn in Kombination mit einem neustrukturiertem und professionellem Vertrieb hat sich der Hersteller zum Ziel gesetzt, auch in Deutschland in die Phalanx der etablierten Marken zu gelangen. Wenn man sich vor Augen hält, dass Swans weltweit als zweitgrößter Hersteller von Lautsprechern gelistet wird, so wird Einem schnell bewusst, dass man es hier mit einer renommierten, anerkannten sowie erfolgreichen Marke zu tun hat. Ursprünglich startete Swans als rein amerikanische Marke, im Jahr 1997 fusionierte man dann mit HiVi-Research, einem der größten asiatischen Lautsprecherhersteller. Die Aufgabenteilung ist dabei ebenso einfach wie effektiv: HiVi nutzt die günstigen asiatischen Fertigungskapazitäten, während sich Swans um die Entwicklung kümmert. Der Hersteller brüstet sich damit, große Anstrengungen im Bereich Forschung/Engineering zu unternehmen. Tatächlich stammen viele der Neuentwicklungen der Branche aus den Swans-Labors und auch anerkannte Branchengrößen (zB. Joe D'Appolitto) finden sich ebenfalls auf der Gehaltsliste des Lautsprechergiganten. Mit Hilfe von HiVi-Research kann zudem von der Membran bis zum Gehäuse alles komplett in Eigenregie gefertigt werden, was dem Entwicklungsdrang große Freiheiten bzw. Flexibilität bringt. Swans bietet weltweit insgesamt mehr als 30 Lautsprecherserien mit hunderten verschiedenen Modellen an. Vom Car-Hifi Subwoofer bis hin zum High-End Bändchenhochtöner erstreckt sich das Portfolio in einer fast beispiellosen Breite. So wundert es nicht, dass Swans nicht nur Fertiglautsprecher herstellt, sondern auch eine große Bedeutung im Chassismarkt besitzt: mehr als 6 Millionen Chassis liefert der amerikanisch/chinesische Hersteller pro Jahr an andere Lautsprechermanufakturen auf der ganzen Welt. Auf der Kundenliste stehen dabei auch sehr renommierte bzw. bekannte Marken - auch in vielen Lautsprechern der AREADVD Tests lassen sich Swans-Komponenten finden.

Nachdem Sie nun einen groben Eindruck vom Hersteller haben, widmen wir uns den vorliegenden Testgeräten. Wir haben uns gleich 2 Systeme von Swans in das Teststudio installiert: von der Kompaktbox M1 (Stück 625,- €) finden sie parralel dazu gleich noch einen ausführlichen Test auf unserer Website, doch zunächst mächten wir Ihnen ein hochinteressantes 5.1 Surroundsystem aus dem Preisbereich zwischen 3.000 und 4.000 Euro vorstellen.


Die T-Serie besitzt nicht nur optische Alleinstellungsmerkmale, sondern weist auch technische Besonderheiten auf. Zu der dreieckigen Front in schwarzem, hochglänzendem Lack gesellen sich (je nach Modell) ein Bassmitteltöner mit beschichteter Magnesiummembran, sowie isodynamische Bändchen oder Subwoofer mit Doppelchassis Ausführung. Zugegeben: diese Zutaten stellen an sich keine respekteinflößende Besonderheit mehr dar, aber in der vorliegenden Preisklasse ist eine solche Bestückung bislang anderweitig nur sehr schwer zu finden. So sind beispielsweise die verwendeten, fast schon legendären Swans RT2 Bändchen anderweitig nur in deutlich hochpreisigeren High-End Lautsprechern zu finden. Der exakte Komplettpreis unsere Testensembles liegt bei 3550 Euro. Die Akteure des 5.1 Sets im Einzelnen:


Auf den Namen T700 hören die beiden Standlausprecher des 5.1 Sets, welche mit einem Stückpreis von 995 Euro gelistet sind. Für diesen Betrag erhält der geneigte Kunde einen Designlautsprecher mit ansprechendem Materialmix. Die hochwertige Mittel-/Hochtoneinheit wird von zwei rückwärtigen 20cm Tieftönern flankiert, so dass die T700F sich nicht nur in optischer Hinsicht absetzen könnte, sondern zugleich vielleicht auch akustisch ein Lichtblick ihrer Preisklasse darstellt.


Für 395 Euro bekommt man den passenden Center dazu. Der T600CII verfügt über zwei 5´´ Tiefmitteltöner, in deren Mitte ein Bändchenhochtöner platziert ist. Die Gehäusetiefe beträgt lediglich 18 Zentimeter, so dass dieser Speaker auch vor einem Flachbildfernseher eine gute Figur abgeben sollte.


Die Abteilung Rearspeaker befindet sich unter der Kontrolle von einem Paar Swans T200 (Stückpreis 295 Euro). Laut Hersteller soll eine große Harmonie zum restlichen Surroundsystem geboten werden, obwohl sich die T200 nicht nur vom Gehäusevolumen, sondern auch der Chassisbestückung recht deutlich von der T700 unterscheidet.


Tiefdruckgebiet: damit beim Krieg der Sterne auch die unteren Frequenzen gebührend zur Geltung kommen, liefert Swans den Subwoofer Sub200A mit. Dieses 575 Euro kostende Modell besitzt zwei Tiefton-Chassis, welche nach links bzw. rechts abstrahlen und somit für eine gleichmäßige Schallabgabe sorgen sollen. Die Endstufe leistet 200 Watt und treibt den Subwoofer (in einem geschlossenem Gehäuse) auf eine untere Grenzfrequenz von ca. 30 Hz (-3d Punkt).

Selbstverständlich bedeutet eine technisch imposante Bauweise noch lange nicht, dass man deswegen auch automatisch eine konkurrenzlose Klangeigenschaft geboten bekommt. Was genau die Swans-Lautsprecher in unserem Test-Studio leisten, möchten wir Ihnen auf den nachfolgenden Seiten detailliert näherbringen und dabei mit den etablierten und bekannten Plitzhirschen aus dem Hause Nubert, Monitor Audio, Quadral oder Canton vergleichen.

Verarbeitung:


Die prägenden optischen Stilelemente bestehen aus gebürstetem Aluminium und einer Lackierung in hochglanz schwarz. Von vorne sehen diese Swans-Lautsprecher sowohl edel, als auch extravagant aus. Doch nicht nur die Materialauswahl wirkt auf den ersten Blick sehr ansprechend, denn auch die dreieckige Schallwand stellt eine Besonderheit dar. Speziell die T700 Standlautsprecher würden als Requisite in einem Science-Fiction Film wohl kaum auffallen. Ob die goldschimmernde Membran der Mitteltöner perfekt mit der restlichen Farbgebung harmoniert, hängt vom Geschmack des Betrachers ab. Wir hätten eine silberne oder schwarze Colorierung für passender gehalten. Generell gibt sich die T-Serie sehr spartanisch, was die Farbauswahl betrifft. Außer der oben gezeigten Ausführung sind keine alternativen Farbvarianten lieferbar.


Der Korpus ist leider mit deutlich weniger Liebe zum Detail gestaltet und weist lediglich eine raue Spritzguss-Lackierung auf. Sehr schade, denn wenn man die T700 wegen ihrer optischen Anmutung in das Wohnzimmer integrieren möchte, hat man sicherlich auch den Anspruch, seitlich auf den Lautsprecher zu schauen, ohne eine solch divergierende Materialqualität hinzunehmen. Wir sind uns sicher, dass die T700 mit einem komplett lackierten Korpus eine wahre Augenweide darstellen würde.



Die Kantenverarbeitung auf der Schallwand kann als einwanfrei klassifiziert werden. Hier sind keine scharfen Kanten feststellbar. Auch die Qualität der Lackierung und der Aluminiumplatte geht absolut in Ordnung.


Bei den beiden Rearspeakern muss hingegen die Passgenauigkeit der Aluminiumblende kritisiert werden, denn von oben betrachtet liegt sie nicht ganz sauber auf der Frontplatte auf. Interessantes Detail: die soliden 3 Metallstifte für die Befestigung der Schutzgitter. Leider sind diese Verankerungen fest implementiert und lassen sich nicht herausnehmen. Diese Eigenschaft findet sich interessanterweise aber nur bei den Rearspeakern - sowohl die T700 als auch der Centerspeaker haben die Haltebolzen in den Stoffabdeckungen integriert.


Mit montierten Stoffrahmen verlieren die Swans-Lautsprecher nur wenig von ihrem ansprechenden Design, weil die grundlegende Formgebung ja nach wie vor sehr gut erkennbar ist. Uns persönlich gefallen die Lautsprecher in dieser Variante fast schon besser (was selten vorkommt). Während beipielsweise der Centerspeaker T600C ansonsten nicht ganz so spekatuklär wie seine restlichen Familienmitglieder daherkommt, verleiht ihm das dreidimensionale Schutzgitter einen optisch gewichtigeren Auftritt.


Der Sub250 gibt sich übrigens immer verhüllt - hier sind die Stoffelemente fest integriert und lassen sich nicht abnehmen. Die lackierten Gehäuselemente verschaffen dem Bassisten einen optisch hervorragenden Auftritt. 



Sämtliche Chassis erfreuen sich einer einwandfreien Einpassung in die Schallwand. Damit die Optik nicht von Schrauben gestört wird, sind die einzelnen Treiber nicht mit der Aluminiumplatte verschraubt, sondern werden direkt am Korpus befestigt. Die Einfassungen der darüber liebenden Blende sind jeweils sauber geschliffen und nach akustischen Gesichtspunkten ausgeführt.

Fazit Verarbeitung: 

Man mag kaum glauben, dass eine Nubert nuLine122 und die Swans T700 im gleichen Revier wildern. Damit meinen wir nicht, dass eine von beiden Lautsprechern deutlich günstiger oder hochwertiger als der Klassenstandard wirkt, aber die Formen- und Materialanmutung könnte kaum unterschiedlicher sein. Die Swans-Lautsprecher wollen gar nicht zeitlos-nüchtern wirken, sondern bringen ganz bewusst den Flair eines Designlautsprechers in die heimischen vier Wände. Abgesehen von einigen kleinen Kritikpunkten (Ausführung Korpus) kann die amerikanisch-chinesische Abordnung größtenteils überzeugen. Zu mehr als einer "guten" Verarbeitungsbewertung können wir uns aber nicht hinreißen lassen, dafür zeigen manche Mitbewerber ein konsequenteres Niveau, was Verarbeitung betrifft, wie zB. Monitor Audio mit der GS-20 oder Focal bei der Chorus 836V.

technischer Aufbau / Ausstattung:

Swans gehört zu den wenigen Lautsprecherherstellern, die keine festen Dogmen bei der Konstruktion ihrer Produkte verfolgen. Verschiedene Lautsprecherkonzepte erfordern angepasste Techniken, so dass sich bei Swans quer durch die Modellreihen fast alle Bestückungen wiederfinden lassen. Die Bandbreite reicht beispielseise von der "normalen" Hochtonkalotte bis hin zu Dipolschallwänden mit 32(!) isodynamischen Bändchen (Modell F2.3). Auch bei der hier vorliegenden T-Serie hat der Hersteller interessante Techniken verbaut, die wir uns pro Modell nun einmal genauer anschauen möchten.


Schon von vorne wirkt die T700 sehr interessant und man fragt sich, welche Membran denn die Basserzeugung übernehmen sollen. Nun - wie Sie auf dem obigen Foto erkennen können, findet sich des Rätsel's Lösung auf der Rückseite. Hier werkeln zwei Basschassis mit jeweils 20cm Durchmesser und sorgen für das nötige Klangfundament. Um auch die tiefsten Töne realisieren zu können, sind diese beiden Elemente als Langhubchassis ausgeführt. Der Hersteller attestiert seinem Schützling eine untere Grenzfrequenz von 35Hz (-3db Punkt), was eine sehr gute Leistung darstellen würde. Wir sind auf den Hörtest sehr gespannt, denn normalerweise benötigt man entweder noch etwas mehr Membranfläche oder ein größeres Gehäuse, um solche Werte mit normalen Pegeln in der Praxis zu erreichen. Zur Feinabstimmung das Bassbereichs legt Swans für die beiden Bassreflexrohre noch 2 Schaumstoffpropfen bei, mit denen man zwischen maximalem Schalldruck und der Basspräzision noch ein wenig tarieren kann.

Am oberen Skala des Frequenzbereichs sorgt ein Duett aus besagtem RT2- Bändchenhochtöner sowie reinem Mitteltöner für die Klangwiedergabe. Letztgenanntes Bauteil misst 16,5 Zentimeter und weist eine magnesiumbeschichtete Membran auf, um eine höhere Steifigkeit zu erreichen. Hier durch werden Resonanzen und Partitialschwingungen unterdrückt. Durch die schräge Frontplatte sitzen Hoch- und Mitteltöner in der Tiefe etwas versetzt. Akustisch verspricht Swans hierdurch ein phasengenaues Abstrahlverhalten in diesem Frequenzbereich, weil die Laufzeitunterschiede kompensiert werden. Doch nicht nur durch die schräge Schallwand soll die Gehäusekonstruktion akustische Vorteile besitzen: die assymmetrische, fast schon zerklüftete Bauweise wurde hinsichtlich Resonanz- und Reflektionsoptimierung entwickelt. Das Eliminieren von stehenden Wellen bzw. Dröhnfrequenzen innerhalb des Gehäuses ist eine der größten Herausforderungen im Lautsprecherbau - besonders im günstigen Preisbereich, wo man diesbezüglich keinen extrem großen Aufwand treiben kann.

Swans hat übrigens für kommenden März eine T700 ohne rückwärtige Subwoofer angekündigt, damit auch diejenigen in den Genuss kommen, die mit Platz- oder Ehefrauenproblemen zu kämpfen haben. Außerdem (so viel nehmen wir unseren Klangeindrücken schon einmal etwas vorneweg) könnte sich dadurch die Aufstellungsproblematik, Basscharakteristik und Surroundabstimmung verbessern. Wir sind gespannt.

Modell / Stückpreis Swans T700 / 995 €
Bauweise 2,5 Wege Bassreflexsystem
Chassisbestückung 1x R2C isodynamisches Bändchen 
1x M6N 16,5cm Alu-Cone Mitteltöner
2x YT8N 20cm Tieftöner
Frequenzbereich 35 Hz - 20.000 Hz (+- 3db)
Wirkungsgrad 88 db (2.83W/1 Meter)
Impedanz 6 Ohm
max. Belastbarkeit 160 Watt
Abmessungen 28,3 x 36,8 x 121,8 cm (H,B,T)
Gewicht 29 Kilogramm

Der T600C weist eine etwas andere Ausstattung als der zuvor beschriebene Standlautsprecher auf. Zwar basiert auch dieses Modell auf der Bassreflextechnik, aber hinsichtlich Chassisbestückung und Gehäusevolumen kommt er eine Nummer kleiner daher. Der Hochtöner ist hier zwar gegenüber der T700 runterdimensioniert, aber dennoch stellt ein Bändchenhochtöner in einem 400 Euro Centerspeaker eine Besonderheit dar. Leider liegen uns seitens des Herstellers keine Informationen zu den Trennfrequenzen vor. Die offiziellen
technischen Daten lassen darauf schließen, dass er für seine recht geringen Proportionen (und dementsprechend kleinen Chassis) dennoch sehr tief hinunterspielt und als "Large" Speaker beim Bass-Management hinterlegt werden kann. Ob der T600C dies auch akustisch umsetzen kann, wird unser Hörtest beweisen.

Modell / Stückpreis Swans T600CII / 395 €
Bauweise 2 Wege Bassreflexsystem
Chassisbestückung 1x R1 isodynamisches Bändchen 
2x M5N Alu-Cone Tiefmitteltöner
Frequenzbereich 48 Hz - 20.000 Hz (+- 3db)
Wirkungsgrad 90 db (2.83W/1 Meter)
Impedanz 4 Ohm
max. Belastbarkeit 120 Watt
Abmessungen 65,2 x 23,3 x 18,0 cm (H,B,T)
Gewicht 9 Kilogramm

Als klassische 2-Wege Konstruktion kommt die T200 in unseren Testraum. Im Gegensatz zu den anderen Modellen findet sich hier, in Form einer Seidenkalotte, ein ander Hochtöner als bei den Modellen T700 bzw. T600C. Dies sollte sich auf die Homogenität nicht allzu positiv auswirken, allerdings wurde uns vom deutschen Vertrieb versichert, dass sich Swans bei der Entwicklung dieser Herausforderung bewusst war und die T200 entsprechend abgestimmt hat. Ansonsten kommt auch beim Rearspeaker wieder der magnesiumbeschichteter Tiefmitteltöner zum Einsatz.

Modell / Stückpreis Swans T200 / 295 €
Bauweise 2 Wege Bassreflexsystem
Chassisbestückung 1x 28mm Seidenkalotte
1x M5N Alu-Cone Mitteltöner
Frequenzbereich 55 Hz - 20.000 Hz (+- 3db)
Wirkungsgrad 87 db (2.83W/1 Meter)
Impedanz 8 Ohm
max. Belastbarkeit 80 Watt
Abmessungen 21,7 x 26,2 x 37,2 cm (H,B,T)
Gewicht 5,8 Kilogramm


Ein Blick in das Innere des Sub200A bringt sofort die Besonderheit dieses Modells zu Tage. Die beiden 25 cm messenden Chassis strahlen jeweils nach links bzw. rechts ab, besitzen einen starken Magneten und sollen für gleichermaßen erschütternde, wie präzise Bassdarstellung gewappnet sein. Die Gehäusewände bestehen aus ca. 2cm dicken MDF Platten. Zusätzlich finden sich noch Querverstrebungen innerhalb des Sub200A. Auch wenn wir uns vorstellen können, dass weitere Versteifungen sinnvoll gewesen wären, so geht die Struktur bzw. Steifigkeit des Gehäuses in Relation zur Preisklasse absolut in Ordnung.

Angetrieben werden beide Chassis von einer 100 Watt Endstufe, die auf einen groß dimensionierten Ringkerntrafo zurückgreifen darf. Angesicht des günstigen Preises von 575 Euro stellt der Swans-Woofer somit eine technisch sehr hoch-/vollwertige Lösung dar. Bei preislich vergleichbaren Konkurenzprodukten sind sowohl Doppelchassisbestückungen als auch solch potente Verstärker nur sehr selten (wenn überhaupt) zu finden.


Alle wichtigen Justagen bzw. Anschüsse finden sich auf der Rückseite. Hier beschränkt sich Swans lediglich auf die Grundfunktionen. Außer einer Volume- und Frequenzregelung sind
keine weiteren direkt-klangrelevanten Einstellungen möglich. Die Phase lässt sich leider nicht stufenlos verstellen und auch eine Regelung zwischen verschiedenen Betriebsmodi (On/Off/AUto) bietet der Sub200A leider nicht. Hier sollten die Swans Entwickler bei Firmen wie Nubert Nachhilfe nehmen, wo zB. der preislich ähnlich positionierte nuLine AW-560 nicht nur eine Fernbedienung, sondern auch noch viele weitere Goodies (ua. einstellbare untere Frequenz) mitbringt. Fairerweise muss jedoch erwähnt werden, dass der soeben erwähnte Nubert-Bassist wiederum hinsichtlich Chassisbestückung und Netzteilsektion das Nachsehen gegenüber dem Sub200A hat. Zusammenfassend möchten wir festhalten, dass der Swans Subwoofer in den Primärdisziplinen (Gehäuse, Chassis, Endstufe) eine sehr gute Figur abgibt, auf seiten des Komforts hingegen etwas mager ausgestattet ist.

Fazit technischer Aufbau / Ausstattung: 

Alle Achtung: man merkt jedem Produkt an, dass Swans aus dem Vollen schöpfen kann und hinsichtlich der verbauten Komponenten nicht mit dem Rotstift rechnet. Ohne Frage wirken sich die großen Produktionskapazitäten, als auch die In-House-Produktion fast sämtlicher Bauteile, sehr positiv auf die technische Basis aus. Es ist schwer, auf dem Markt andere Lautsprecher zu finden, die für dasselbe Preisniveau eine vergleichbare Bestückung mit zB. Bändchenhochtönern oder Magnesium-Tiefmitteltönern zu finden. Trotzdem wird der Hörtest nicht zum Spaziergang: speziell die doch recht unterschiedlich konzipierten Einzelmodelle müssen beweisen, dass sie auch zusammen ein harmonisches Team darstellen. Leider sind derzeit keine weiteren Modelle der T-Serie im deutschen Swans-Portfolio zu finden, so dass man auf größere Centerspeaker oder Dipole leider verzichten muss.

Testumgebung und Kombinationsempfehlung:

"Betreiben Sie diesen Lautsprecher nicht an übertrieben preiswerten Komponenten". So lautet der offizielle Hinweis des Herstellers auf seiner Website zur T700. Sicherlich ist jedem Hersteller daran gelegen, dass seine Kunden möglichst gute Elektronik einsetzen, schließlich laufen die Lautsprecher unser solchen Bedingungen zur Hochform auf und sorgen für zufriedene Kunden. Doch im Falle der Swans T-Serie ist eine gute Elektronik ganz besonders wichtig. Durch die unterschiedlichen Wirkungsgrade und Widerstände aller Schallwandler benötigt man einen AV-Receiver, der mit diesen wechselhaften Bedingungen in der Praxis sehr gut zurechtkommt und obendrein auch große Leistungsreserven besitzt. In diesem Sinne hat sich der Onkyo NR-5000 als gute Wahl erwiesen. 

Als perfekte Zuspielung erwies sich (wieder einmal...) die Audionet Vor-/Endstufenkombination aus MapV2, EPS und dem AmpVII. Was hier an filigranem Spielvermögen und Kraft geboten wird, gilt schon seit langer Zeit als absolute Referenz für all unsere Hardwaretests. Die Swans-Speaker laufen mit den Audionetgeräten zur Höchstform auf - die sehr neutrale/ehrliche Klangcharakteristik steht den chineischen Schallwandlern ausgezeichnet. Dasselbe lässt sich auch auf die kleinere Kombionation aus Map1 und AmpV übertragen. Die Vorstufe reizt die T-Serie bereits aus, daher wäre sie sogar der sinnvollere Deal gegenüber der MapV2, auch wenn die große Schwester im Stereomodus nochmals etwas zulegen kann. Genau umgekehrt gestaltet sich die Situation hinsichtlich der Endstufen - hier trumpft der AmpVII bei höheren Pegeln mit seiner überlegenen Leistungsfähigkeit spürbar auf. 


Von der Bochumer Edel-Elektronik einmal abgesehen, haben wir speziell Geräte mit einem analytisch bzw. "harten" Klangacharakter an diesen Swans-Speakern als sinnvolle Kombination kennengelernt. Hierunter fällt beispielsweise sowohl die erst kürzlich getestete Myrad Vor-/Endstufenkombination, als auch das Rotel Duett aus RMB-1095 und der RSP-1098. Letztgenannte Geräte haben sogar derart gut mit den Swans-Speakern harmoniert, dass kein großer Abstand mehr zur Audionet-Elektronik zu vernehmen war. Die ultra-präzise (aber tendenziell auch etwas schlanke) Bassabstimmung sorgte für sehr viel Hörspaß beim Musik, auch die fantastische Herausarbeitung von Details und Stimmelementen wurden vom Swans-Ensemble bestens umgesetzt.

VE-Kombi 1 Audionet MapV2, EPS und AmpVII (ca. 17.800 €)
VE-Kombi 2 Rotel RSP-1098, RMB-1095 (ca. 6.500€)
VE-Kombi 3 Myryad MXD4000 + MXA2150 (ca. 10.200 €)
AV-Receiver Onkyo TX-NR-5000E (ca. 5.500 €)
DVD-Player Audionet VipG2 mit SDI (ca. 8.000 €)
HD-DVD Toshiba HD-XE1 Cinemike Tuning Stufe 1 (ca. 1.100 €)
Blu-Ray Sony Playstation 3 60GB Cinemike Tuning (ca. 800 €)

Die AREADVD High-End Redaktion testet auf Lautsprecher- und NF-Kabeln von Mogami.

Klangeindrücke:
T700: 

Die beiden großen Standlautsprecher widmen sich jeder DVD mit Hingabe: dank einer brillianten Höhenwiedergabe offenbaren sie viele Feinheiten und tragen die Musik angenehm luftig in den Hörraum. Hier lässt die T700 ein weit überdurschnittliches Detaillierungsvermögen erkennen, ohne dabei den Spielfluss der Musik zu bremsen. Ganz im Gegenteil: die große Swans-Box agiert sogar ungemein lebendig und voller Tatendrang. Das Abstufen feindynamischer Elemente vollzieht sie dabei gewissenhaft, aber zuweilen auch etwas lustlos - ihre wahre Berufung sieht sie hingegen eher darin, der Musik einen dramaturgischen gut inszenierten Auftritt zu verschaffen und tritt insbesondere bei großen Lautstärkeschwankungen kräftig auf den Pinsel. Die Bassdarstellung gelingt ihr dabei sehr kräftig und dunkel. Tief spielen kann die T700 - und nachhaltig bzw. intensiv geht sie sowieso ans Werk, leider steht dabei jedoch die Differenzierung hinten an. Fast könnte man meinen, die T700 würde am liebsten permanent "zur Sache kommen" und ihre Zuhörerschaft mit einem wilden Bass-Spektakel für sich gewinnen wollen. Doch wenn sich die T700 dann voller Elan auf die tiefen Frequenzen stürzt, kann es schon vorkommen, dass schnelle Beats nicht mehr völlig punktgenau pointiert werden. Dazu kommt leider noch erschwerend hinzu, dass diese Lautsprecher sehr aufstellungskritisch ist. Die nach hinten abstrahlenden Bass-Chassis sollten mindestens 1,5 Meter Platz nach hinten haben, um sauber spielen zu können. Und Anwender, die gar auf eine ecknahe Positionierung angewiesen sind, sollten am besten gleich nach einem anderem Schallwandler Ausschau halten. Die T700 benötigt Platz um sich herum, damit sie ihre volle Blüte entfalten kann. Wenn dann noch ein sehr kräftiger Verstärker zur Seite steht, zählt sie nicht nur zu den schönsten, sondern auch akustisch besten Offerten der gesamten Preisklasse ! Auch wenn sie im Bassbereich schwer zu bändigen ist, so stellt sie sich insgesamt als ein vielseitiger, audiophiler Lautsprecher dar: grundsätzlich ist sie akustisch gut ausbalanciert und besitzt viele Talente. Die Einbindung von Stimmelementen gelingt ihr vortrefflich. Sämtliche Akteure werden sehr deutlich "ausgemalt", ohne dabei die restliche Musik zu überdecken. Dieser Tugend sind ansonsten nur die wenigsten Lautsprechern befähigt. Hinsichtlich der Raumabbildung befindet sich die T700 ebenfalls auf einem hohen Niveau. Bei richtiger Aufstellung lösen sich die Klänge vom Lautsprecher ab und werden plastisch im Raum positioniert. Die Ortungsschärfe liegt dabei zwar nicht auf absolutem Referenzlevel, erlaubt aber dennoch eine klare Zuordnung der jeweiligen Instrumente bzw. Sänger.

Die Preisklasse um 1.000 Euro ist stark besetzt. Grund genug, an dieser Stelle eine kurze Gegenüberstellung mit der entsprechenden Referenz zu betreiben: aktueller Benchmark stellt zweifelsohne die fantastische Nubert nuLine122 (Stückpreis 1065 €) dar (Test des Vorgängermodells nuLine120). Die schwäbische Box besticht vor allem mit ihren Basstugenden, der brachialen Pegelfestigkeit sowie der hervorragenden Dynamik. Auch die saubere Höhen- und Mittenwiedergabe gehört zum Leistungsprofil dieses Preis-/Leistungshighlights aus deutschen Landen. Doch die T700 steht im Direktvergleich nicht tatenlos daneben und lässt sich die Wurst vom Brot nehmen: die sensiblere Spielweise in höheren Frequenzen macht sie ebenso zu einem starken Gegner, wie die etwas weitläufigere Bühnenabbildung. Insgesamt verfolgt die nuLine einen etwas wärmer abgestimmten Klang, während die Swans Entwickler ein offeneres, frischeres Klangbild fokussiert haben. Eigentlich würde es zu einem Remis reichen, doch die nuLine gewinnt kann sich letztendlich doch gegen den Herausforderer durchsetzen. Sie bietet schlichtweg die noch etwas universelle Klangabstimmung, während die T700 bei Musikrichtungen mit schnellen Beats (wortwörtlich) etwas aus dem Takt gerät. Außerdem zeigt sich die nuLine122 sowohl hinsichtlich der Aufstellung, als auch Verstärkerauswahl deutlich pflegeleichter.

T600CII: 

Der Center ist im Prinzip das akustische Aushängeschild eines Surround-Systems: er liefert nicht nur 60% der Informationen (bei schlecht abgemischten Titeln sogar noch mehr), sondern hat zusätzlich noch die Aufgabe, den Leinwandhelden Leben einzuhauchen und deren Stimmen abzubilden. Insgesamt bietet der T600CII eine sehr griffige, prägnante Spielweise in den mittleren Frequenzen, speziell im unteren Grundtonbereich um die 200-400Hz. Sowohl Bässe, als auch hohe Töne erscheinen daher etwas untergeordnet, so dass das Gesamtklangbild als etwas dumpf bezeichnet werden kann. Trotzdem brilliert auch der T600CII in diesen beiden Aspekten mit einer hervorragenden Durchzeichnung und ist sich nicht zu schade, mit hoher Detailtreue für klangliche Pluspunkte zu sorgen. Auch wenn die akustische Ausrichtung nicht bestens geeignet ist, zarte Frauenstimmen transparent in eine Surroundszene einzuflechten (zB. Prolog aus dem ersten Teil der "Herr der Ringe" Trilogie), so gehört der Swans-Center wenigstens nicht zu den Vertretern seiner Gattung, die sich zu fein sind, auch mal ordentlich zuzupacken. Um beim Filmbeispiel zu bleiben: wenn der dunkle Zauberer "Saruman" seinen Heerscharen in rauhem Befehlston Kommandos erteilt, begeistert der T600CII durch eine extrem körperhafte, kernige Darstellung. Diese Art der intensiven, rassigen Spielkultur werden sicherlich viele Anwender zu schätzen wissen, auch wenn manche vokalen Feinheiten der Stimme dadurch etwas untergehen. Und bei Akteuren wie "Baumbart" mit seiner tiefen, sonoren Stimme, beschert der T600CII ebenfalls absolut genussvolle Momente. Ein wichtiger Schlüsselfaktor für die lebhafte Darstellung liegt in der temperamentvollen Art begründet, wie souverän dieser Lautsprecher mit Dynamikschwankungen umgeht und den Protagonisten daher eine enorme akustische Agilität verleiht.

T200:

Lassen Sie sich von der Punktewertung nicht irritieren: die beiden T200 geben richtig gute Lautsprecher ab. Sie können zwar nicht ganz das Niveau von den beiden vorangegangenen Modellen bieten, doch angesichts ihrer Preis- und Größenkategorie überzeugen sie größtenteils. So liefert auch die T200 einen klaren Hochtonbereich und spielt recht detailliert. Dies macht sie für einen Rearspeaker sehr wertvoll, schließlich gäbe es kaum etwas Schlimmeres, als dass die rückwärtigen Effekte ohne adäquate Strahlkraft und Durchzeichnung agieren. Außerdem begeht die T200 nicht den Fehler, ihre Gehäusegröße vertuschen zu wollen und wie eine Standbox zu klingen. Aufgedickte Bässe oder erfolglose Tiefbasseinlagen sucht man bei der T200 glücklicherweise vergeblich. Die Bassstrukturierung beschränkt sich auf die Wiedergabe bis ca. 70Hz, bleibt angenehm präzise und wirkt stehts verbindlich bzw. ehrlich. Obwohl der kleinste Spross des Test-Setups damit sogar schon einen kleinen Vorteil gegenüber der T700 hätte, verspielt sie ihre Führung in einer anderen Disziplin. Der Mittenwiedergabe fehlt es ein wenig an Präsenz und Durchlagskraft. Dies ist insofern ganz besonders schade, als dass die T200 hier durchaus ein großes Potential erkennen lässt und ein großes Maß an Sorgfalt erkennen lässt. Insgesamt haben wir die T200 als Filigrantechniker kennengelernt, die am liebsten den ganzen Tag nur mit Jazzmusik oder Blues versorgt werden möchten. Sie springen den Hörer nicht direkt beim ersten (akustischen) Kontakt ins Trommelfell, sondern priorisieren Tugenden wie Klangkultur und Souveränität. Sie ist nicht der Typ Lautsprecher, der mit ungefilterter Dynamik besticht, sondern dafür großes Augenmerk auf eine kultivierte und exakte Räumlichkeit Wert legt. In diesem Sinne eignet sich die Swans-Kompaktbox für die zusätzlichen Details einer High-Definition Tonspur oder zum Genißene von SACD/DVD-Audio Medien, ganz hervorragend, während sich der Star-Wars Fan noch etwas mehr Intensität und Nachdruck bei diversen Weltraumschlachten wünscht.

Sub200A:

Eine tadellose Vorstellung liefert hingegen der Swans-Bassist ab: er liefert zu jeder cineastischer Situation einen glaubwürdigen Bassteppich und entpuppt sich dabei als begabtes Allroundtalent. Vom Grundcharakter zielt der Sub200A auf eine trockene, präzise Umsetzung der Effekte ab, was in dieser Preisklasse nur sehr selten anzutreffen ist. Hier wird nicht versucht das Quellmaterial, durch überpräsente Darstellung zwischen 50 und 100Hz, künstlich aufzublasen. Dies hat der Sub200A auch gar nicht nötig, schließlich bietet er einen überzeugenden Tiefgang (linear knapp unter 30 Hz) und ist zudem auch in der Lage, punktgenau akzentuieren zu können. Bei diesen Tugenden wäre es schlichtweg Verschwendung, den üblichen Tricks seiner Klassenkameraden nachzugehen. Selbst die fordernden LFE-Einsätze der DTS HD Master Audio Tonspur von "Silent Hill" (HD-DVD), meistert der kleine schwarze Bassist wacker und liefert seinen Zuhörern knackige Bässe. In dieser Hinsicht gefällt er uns sogar ein wenig besser, als der deutlich größere (und teurere) Referenzsubwoofer Nubert nuLine AW-1000 ! Lediglich das letzte Quentchen Wucht und Nachdrücklichkeit im Tiefstbassbereich muss er gegenüber seinem schwäbischen Widersacher unter den Teppich kehren. Trotzdem: angesichts seiner Preisklasse erreicht der Sub200A ein absolut blitzsauberes Ergebniss. Gegenüber einem Nubert nuLine AW-560 (xxx €) oder Monitor Audio BRW-10 ( 500 €) agiert der Swans-Kandidat schlichtweg eine Klasse souveräner und erwachsener. Bei unseren Testreihen mit musikalischen Klängen offenbarte er Qualitäten, die nicht mehr weit von audiophilen Subwoofern wie dem Piega PS1 (1100 €) entfernt sind ! Das differenzierte Betonen verschiedenartiger Beats gelingt dem Swans Sub200A fast ebenso vorzüglich, was auch durch das hohe Maß an Präzision und Verbindlichkeit begründet ist. Insgesamt eignet sich der Sub200A sogar dazu, hochwertigen Standlautsprechern bei Musikanwendungen wirkungsvoll unter die Arme zu greifen. 

Homogenität:  

Leider entpuppt sich diese Kategorie als Schwachstelle des vorliegenden Surroundsets. Center, Front und Rearspeaker weisen Unterschiede hinsichtlich Klangfärbung und Detaillierungsvermögen auf. Besonders deutlich wird dies bei kreisenden Effekten (zB. DTS Tonspur von Jean Michael Jarre's China- DVD). Die T200 ist zwar sichtlich bemüht, eine vergleichbaree Hochtondetaillierung wie ihre Kollegen hinzubekommen, schafft es aber schlussendlich doch nicht ganz. Bei vielen Soundtracks ist dies jedoch kein Beinbruch, da man die letzte Homogenität zwischen den Kanälen ohnehin hauptsächlich bei langsamen Effektschwenks ausnutzen kann.  Die oftmals anzutreffenen Splitsurround-Effekte lassen eine Beurteilung über die Klangfärbung jedenfalls kaum zu. Etwas diffiziler sind da hingegen räumlich wiedergegebene Umgebungsgeräusche, wie zB. Regen. Hier kann das geübte Ohr durchaus raushören, dass die gesamte vordere Lautsprecherbestückung schlichtweg mehr Klangdurchzeichnung bietet. Doch auch innerhalb der Frontachse ist nicht alles Gold, was glänzt: wenn Bill (DTS Tonspur, Kill Bill Vol.1) zu Beginn des Filmes durch das Bild schreitet, variieren die Laufgeräusche zwischen Center und den beiden T700 recht deutlich. Hiermit beziehen wir uns weder auf die (physikalisch zu erwartenden) Unterschiede im Bassbereich, sondern hauptsächlich auf die Darstellung in den mittleren Frequenzen. Hier agiert der T200CII etwas voller/kräftiger, wohingegen die T700 eine bessere Modellierung/Detaillierung erreicht. Die Durchzeichnung in den Höhen gelingt beiden Akteuren gleichermaßen überzeugend, doch das reicht leider nicht, um ein absolut homogenes Klangbild aufzubauen. Deutlich wird dies nicht nur bei anspruchsvoll abgemischten Filmproduktionen, sondern insbesondere beim Gaming: wo die Blockbuster meist noch relativ gnädig abgemischt sind, scheuen sich die Spieleentwickler nicht, mit 360° Effekten zu hantieren. Der aktuelle XBOX360 Toptitel Assassin`s Creed spielt zur Zeit der Kreuzritter im alten Damaskus und weist einen äußerst diffizilen Surroundmix auf. Hier befindet sich der Spieler häufig inmitten von Menschenmengen, wo (fast) jeder Passant mit einer individuellen Sprachwiedergabe bedacht ist -  und beim Schwenken der Ansicht auf die jeweiligen Kanäle gelegt wird. Hier offenbart das Swans-Set die tonalen und qualitativen Unterschiede in seinem ganzen Umfang. Wer häufig zockt, sollte sich daher besonders überlegen, ob man nicht auch für die rückwärtigen Positionen mit einem Paar T700 vorlieb nimmt. In dieser Konstellation wäre dann zudem auch der Centerspeaker besser integriert und würde weniger auffallen, da er sich akustisch besonders zur T200 recht stark absetzt. Ohne Abstriche funktioniert indes die Zusammenarbeit mit dem Sub200A. Er umrahmt das klangliche Geschehen und sorgt gleichermaßen für eine stimmige Umsetzung der LFE-Anteile, als auch die Bassdarstellung für die Rearkanäle. In unserem Fall haben wir übrigens auch den Center bei 80Hz getrennt (obwohl er durchaus auch als "Large" laufen könnte), um die Feinabstimmung zu den T200 noch etwas besser hinzubekommen. 

Pegelfestigkeit:  

Wer es ordentlich krachen lassen möchte, ist mit der Swans T-Serie gut beraten. Besonders T700 und der Centerspeaker realisieren imposante Pegel und verwandeln das Wohnzimmer in einen Kinosaal. Hier wird auch der pegelhungrige Anwender komplett zufriedengestellt - bis zu einer Raumgröße von ca. 35m² scheint uns das Swans-Set als absolut angemessen. Darüber hinaus sollte man zumindest im Rearbereich über eine Alternative zu den T200 nachdenken, schließlich fangen diese etwas früher an, hinsichtlich Dynamik und Kontrolle nachzulassen. Trotzdem: auch die T200 liefert Pegel auf höchstem Niveau. Viel fehlt nicht mehr auf die absoluten Pegelchampions aus dem Hause Nubert und Teufel - jeder Akteur der Swans T-Serie vermag es, kräftig zuzupacken und seinem Auditorium eine nachhaltig-intensive Vorstellung zu bieten.

Viel Spektakel liefert der Subwoofer des Swans-Sixtetts: mit stoischer Ruhe werden auch heftige Pegelattacken gemeistert. Unterhalb 30Hz spielt der Sub200A sowieso kaum noch mit, daher bleiben ihm entsprechend große Membranhübe erspart. Die Integration der zwei Bass-Chassis macht sich nicht nur hinsichtlich der Präzision positiv bemerkbar, sondern sorgt auch für eine absolut meisterhafte Pegelfestigkeit. Der Dali Mentor Sub kann trotz größerem Gehäusevolumen nicht mithalten. Ebenfalls positiv: durch das geschlossene Gehäuse sind auch Strömungsgeräusche keine Thema beim Sub200A - ganz im Gegensatz zu vielen seiner Kontrahenten. Ferner ist es äußert schwierig, die beiden Membranen zum Anschlagen zu bringen, vorher geht die Endstufe in die Knie und schiebt dem Bassvergnügen einen Riegel vor. Dies wäre dann auch schon der erste und zugleich einzigste Kritikpunkt am Swans-Bassisten: bei höheren Pegeln wird die Grobdynamik durch die Elektronik etwas gebremst, allerdings bewegt sich der Sub200A auch diesbezüglich weit über seinem eigentlichen Klassenniveau.

Fazit:

Der erste Swans-Kandidat in unserem Hörstudio birgt zwar einiges an Potential, bekommt aber harten Gegenwind von Firmen wie Nubert, Monitor Audio oder Quadral, welche zu vergleichbaren Preisen Alternativen anbieten, die uns im Hörtest etwas besser gefallen haben. Schlecht sind die hier getesteten Swans-Speaker deswegen beileibe nicht, und wir können uns gut vorstellen, dass mancher Kunde mit der Klangauslegung sehr gut zurechtkommen wird. Auch optisch verlangt die T-Serie nach einem besonderem Geschmack, denn gegenüber den (meist) nüchternen Beiträgen aus Deutschland oder England, wirken die Swans-Speaker aufgrund ihrer unkonventionellen Formgebung erfrischend anders. Erfreulicherweise macht der Erfindungsreichtum der Entwickler beim Boxendesign keinen Halt, sondern findet sich nahtlos auch in technischen Eigenschaften wieder. Swans hat mit der T-Serie viele
interessante Ansatzpunkte verfolgt, was die Symbiose aus anspruchvsoller Technik (zB. rückwartsgerichtete Tieftöner) und moderner Optik betrifft. Für unser Hörempfinden funktioniert jene Kombination in der Praxis jedoch nur ansatzweise. Wir sind uns sicher, dass diese Serie aufgrund der konstruktiv-tadellosen Basis, lediglich einer besseren Feinabstimmung untern den einzelnen Komponenten benötigen würde, um ein absolutes Highlight seiner Klasse zu werden ! Abgesehen von unserer subjektiven Klangeinschätzung muss man der T-Serie jedoch in anderen Punkten leider noch ein paar objektive Kritikpunkte ankreiden: es fehlt an unterschiedlichen Ergänzungslautsprechern und Farbauswahl. Dazu kommt noch die Tatsache, dass die T-Serie nicht mit jedem Verstärker gut zurechtkommt und auch hinsichtlich der Aufstellung kein extrem umgänglicher Zeitgenosse ist. Dass Swans aber auch völlig anders kann, sehen Sie anhand dem Kompaktlautsprecher M1, die eine beeindruckende Visitenkarte abgegeben hat und ihrem Ruf als audiophiler Geheimtipp absolut gerecht wird. Mehr zur Swans M1 finden Sie hier im parallel veröffentlichen Test. Der Sub200A bekommt aufgrund seiner herausragenden Leistungen ein gesondertes Prädikat - wer dem 600 € Bassisten die etwas nüchterne Ausstattung verzeihen kann, bekommt mit ihm einen der besten Subwoofer in der Preisklasse bis 1000 Euro !

Das futuristische Lautsprecherensemble besitzt gute Ansatzpunkte
und wartet mit einer technischen hochwertigen Ausstattung auf,
was sich leider nicht ganz in diesem Maß im Klang wiederspiegelt.

 
Swans T-Serie 5.1 - Preis 3.550 Euro
Surroundsystem Mittelklasse
Test: 12.Dezember 2007
Preis-/Leistung: 
Der Sub200 eignet sich für Film und Musik
gleichermaßen hervorragend und besitzt Allroundqualitäten
wie sonst kaum ein anderes Modell dieser Preisklasse. 


Swans Sub200A - Preis 575 Euro
Test: 12.Dezember 2007
Preis-/Leistung: 

Internet: www.swans-speaker.de

+ Design setzt sich vom allgemeinen Einheitsbrei ab
+ Materialmix auf der Front ist sowohl optisch als auch haptisch überzeugend
+ Pegelfestigkeit liegt auf einem gutem Niveau - insbesondere bei den vorderen Lautsprechern 
+ technisch guter Aufbau
+ aufwändiger konstruierter Subwoofer
+ günstige Preise

- Detailverarbeitung könnte besser sein
- Korpus ist lieblos ausgeführt
- zu wenig verschiedene Surroundergänzungen in unterschiedlichen Größen lieferbar
- keine Farbauswahl - es gibt nur hochglanz schwarz/Aluminium natur
- tonal nicht ganz ausgewogen
- Homogenität innerhalb der Lautsprecher verbesserungsfähig
- Verstärkerauswahl und Aufstellungsort muss große Beachtung geschenkt werden.

Text: Lars Mette

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