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| Modell / Stückpreis | Swans M6 Rear / 1.345 Euro |
| Aufbau / Bestückung | 3-Wege Dipol-LS, Bassreflex-System Swans RT1.3W Bändchen-HT Swans DMO Mitteltonkalotte 2x Swans L6 6,5ßß Kevlar Woofer |
| Frequenzgang | 60 - 22.000 Hz (+-3db) |
| Impedanz | 4 Ohm |
| Wirkungsgrad | 89db @ 2,83V/1mtr. |
| empfohlene Verstärkerleistung | 15 - 200 Watt |
| Abmessungen | 28,2 x 52,8 x 24,6 cm (H,B,T) |
| Gewicht | 11,7 Kilogramm |
Unsere Referenz-Hardware in der Übersicht:
| Elektronik | Audionet AmpVII (ca. 10.000 €) Audionet PreG2 ( ca. 10.000 €) Cinemike AVP-A1HDA (ca. 13.000 €) Pioneer SC-LX90 (ca. 7.000 €) |
| Subwoofer | 6x B&W CT SW12 Woofer mit 3x SA1000 Verstärker (ca. 9.500 €) |
| Quellgeräte | Cinemike DVD-A1UD (ca. 7.000 €) Pioneer BDP-LX91 (ca. 2.500 €) Accustic Arts Tube-DacII + Drive II (ca. 14.000 €) |
| Peripherie | Sim2 C3X1080 mit Cinemike Tuning (ca. 30.000 €) Image iMasque vollmaskierbar, akustisch transp. (ca. 18.500 €) |
AREADVD Baden-Württemberg arbeitet hauptsächlich mit Kabeln von: Mogami (Lautsprecher),
German High-End (NF), Silent-Wire (HDMI), Supra (Subwoofer-XLR) und Audionet (Netzkabel).
Das Referenzstudio wurde von der Firma RTFS akustisch optimiert.

| Tonalität | ausgewogen mit guten Übergängen zwischen den verschiedenen Frequenzbereichen. |
| Basswiedergabe | sehr guter Tiefgang. Insgesamt spielen die Lautsprecher im Bassbereich satt und körperhaft. Differenzierung und Bassdruck sind nicht ganz auf Referenzniveau dieser Preisklasse. |
| Mittelton | immenses Klangfarbenspektrum sowie Detailfertigkeit. Schnelles Durchzeichnungsvermögen und ein wohlproportioniertes Grundtonvolumen sorgen für hohe Transparenz |
| Hochton | Die Swans M6 sind neue Preisklassenreferenz in Bezug auf das Auflösungsvermögen. Kein anderes System dieser Klasse spielt diesbezüglich so detailreich und bleibt dabei derart entspannt und locker. HT-Bereich wird daher als seidig empfunden. |
| Surround-Homogenität | Die exzellente Ausgeglichenheit zwischen Center und M6 ist ein Grundbaustein der guten Gesamtperformance. Bis in den Oberbass spielen beide extrem harmonisch. Der Rearspeaker fällt diesbezüglich zwar ein wenig ab, passt aber insgesamt immer noch deutlich besser in das Gesamtgeschehen, als es bei fast allen vergleichbaren Konkurrenzangeboten der Fall ist. |
| Räumlichkeit | losgelöste Spielweise mit enormer Weitläufigkeit. Dadurch entsteht ein einhüllendes Surroundambiente. Lokalisationsgenauigkeit könnte jedoch etwas besser ausfallen. |
| Dynamik | grobdynamisch komprimieren die Lautsprecher bei Extrempegeln etwas zu sehr. Dafür bestechen sie mit einer exzellenten feindynamischen Differenzierung auf dem Niveau höherer Preisklassen. |
| Pegelfestigkeit | als 5.0 Set sollte man damit nicht unbedingt einen 50m² Raum mit über 100 db beschallen, da Bass und Dynamik limitieren. In einer 5.1 Konstellation absolut preisklassengerechte Leistungen, zumal die entspannte Hochtonwiedergabe das Hören bei hohen Pegeln zu einem wahren Vergnügen macht. Außerdem sind die Lautsprecher in Bezug auf den Leistungsbedarf recht genügsam. |
Bei Disney's Animationsfilm "Oben" bedarf es hauptsächlich
einer exzellenten Umsetzung von feingliedrigen Klangdetails, um die
emotionale Wirkung voll zu entfalten. Speziell in den ersten
fünfzehn Minuten beschränkt sich der Film auf wenige Dialoge
und transportiert fast die komplette akustische Dramaturgie
ausschließlich über die Musik. Diesbezüglich
können sich die Swans-Lautsprecher sehr gut in Szene setzen, da
z.B. die einsetzende Jazz-Trompete im zweiten Kapitel genauso
hochauflösend und klar dargestellt wird, wie die blechernen
Fanfaren im Hintergrund der zuvor präsentierten Wochenshow im
Kino. Aufgrund der unaufdringlichen und seidigen Spielweise im
Hochtonbereich ensteht ein souveränes/entspanntes Klangbild ohne
jede Stressigkeit, welches zweifellos als Hauptcharakteristikum dieser
Lautsprecher angesehen werden darf. Doch auch den Instrumenten in
niedrigeren Frequenzbereichen widmen sich die Klangspender mit Bravour:
so darf sich das Cello über eine wohlproportionierte
Körperhaftigkeit mitsamt überzeugenden Tiefgang und
Präzision freuen, während gleichzeitig auch die
Umgebungsgeräusche (Vogelzwitschern etc.) sehr differenziert zur
Geltung kommen. Mit diesem
großen Detaillierungsvermögen widmen sich die
Lautsprecher ein paar Sekunden später den knarzenden
Lenkgeräuschen von Ellie's zweckentfremdeten Fahrradreifen, wo
selbst kleine Feinheiten (Rattern der Mechanik) den Weg in die
Gehörgänge der Zuhörerschaft finden. Bei dem knappen
Dialog zwischen den beiden jungen Abenteurern gelingt es dem
Centerspeaker sehr gut, die kindlich-schreiende Stimme von Ellie
hinsichtlich ihrer Eindringlichkeit umzusetzen, ohne sich hierfür
einer verfälschenden/aufdickenden Tonalität zu bedienen. Von
bemerkenswerter Güte erweist sich jedoch nicht nur die tonale
Ehrlichkeit oder die kultivierte Detailherausarbeitung. Auch der
räumlichen Darstellung dieser Szene gebührt ein Extralob,
denn die Lautsprecher bauen eine umspannende Bühne auf und
lösen das Klangbild weitesgehend von sämtlichen
Lautsprechern. In Kombination mit einer gut optimierten Raumakustik
(und natürlich der richtigen Aufstellung) wirken die Lautsprecher
kaum noch als punktuelle Schallquellen, sondern liefern
schon mit den wenigen Umgebungsgeräucshe ein
äußerst dichtes Surroundpanorama.
Nachdem die Beiden Kinder Freundschaft fürs Leben geschlossen
haben, gewinnt der Score wieder deutlich an Bedeutung und vermittelt
die positiven wie negativen Ereignissen in den darauffolgenden Jahren.
Die hier eingesetzte Begleitung aus Klavier- und Xylophon kommt
mit klar herausgearbeiteter Anschlagdynamik sowie präzisem
Ausschwingverhalten exzellent zur Geltung. Dem System gelingt sogar das
Kunststück, das Geigenspiel schwungvoll und mit Verve einzufangen
und über alle drei Frontlautsprecher mit einem sehr
ähnlichen Klangfarbenspektrum gleichzeitig wiederzugeben.
Innerhalb einer hochklassigen Anlage (wozu natürlich speziell auf
der Raum zählt) erspielt sich das Swans-Set in dieser Kategorie
einen großen Vorsprung gegenüber fast allen Mitbewerbern.
Deren teilweise hochgelobte-/gehypte Standlautsprecher mögen zwar
bei singulärer Betrachtungsweise ihre Reize haben, doch
spätestens wenn sich der (oftmals symmetrisch-bestückte)
Centerspeaker im Surroundbetrieb dazuschaltet, ist es mit der Harmonie
vorbei. Beim Swans M6-Set hören sich die musikalischen Akteure
sogar fast identisch an - unabhängig davon, auf welchem Kanal sie
platziert sind. Den melodramatischen Musikwechsel mit eher
langgezogenen Tönen ab Laufzeit 8:45´´ setzt das
Swans-Set meisterhaft um. Die Musik ist nun weniger komplex, sondern
wird sehr gefühlvoll und langsam aufgebaut. An dieser Stelle
neigen effektorientierte Lautsprecher mit Bass- und/oder
Höhenbetonung zu einer oberflächlich angehauchten Spielweise,
während die anglo-chinesischen Klangspender dank einer famosen
Feindynamik und Klangkultur wohl selbst so manch Hartgesottenem feuchte
Augen bescheren. Die, stets auf Sanftmut bedachte Vorgehensweise,
entschärft somit auch die etwas zu scharf aufgenommenen "S-Laute"
des Pfadfinders. Die raue, kernige Stimme von Carl Fredrickson bei
seinen Auseinandersetzungen mit der Baubehörde fängt der M6
Center gekonnt ein: die Wiedergabe klingt sehr trocken und
differenziert, zumal auch die Konturierung im Grundtonbereich exzellent
gelingt. Wegen dieser Attribute können die Swans-Lautsprecher die
klanglichen Vorteile der englischen DTS HD-Master Audio in einem
bemerkenswerten Umfang offenlegen. Die zusätzliche Auflösung,
Präzision und Feindynamik gegenüber der deutschen Tonspur
verpufft nicht irgendwo zwischen Frequenzweiche und Membran, sondern
kommt fast in kompletten Umfang beim Hörer an. In Anbetracht der
Tatsache, dass dieses 5.0 Set nicht einmal 10.000 Euro kostet, ist
diese Leistung als herausragend einzustufen !
Action satt gibt es in GI Joe von Paramount Pictures.
Die Soundabmischung von GI Joe verhält sich zu unserem
vorangegangenem Filmbeispiel in etwa so wie Dieter Bohlen zu Johann
Wolfgang von Goethe: direkte Ansprache mit brachialer Energie anstelle
feingeistige Komposition und tiefgründigem Aufbau. Das Paramount
Actionfeuerwerk hat deswegen aber natürlich trotzdem seine Reize
und sorgt auf seine eigene Weise für adrenalingetränkte
Unterhaltung. Soviel nehmen wir aber schon vorweg: obwohl das Swans-Set
auch diesbezüglich eine gute Figur abliefert, ist es in diesem
Genre weniger gut aufgehoben, als mit der audiophil-angehauchten
Akustik von "Oben". Wir steigen beim Schlusskampf ab Kapitel
16 (Laufzeit 1:27:22´´) ein, beginnend mit dem Angriff
der Sharks auf die geheime Unterwasserbasis. Die
hineinschwimmenden U-Boote werden von den Rearspeaker hinsichtlich
der Antriebsgeräusche derart substanzvoll umgesetzt, dass sich
eine hohe Klangbalance einstellt. Die M6 steigt zwar durchaus noch ein
Oktave tiefer hinab, doch angesichts der Größenunterschiede
liefert die M6-Rear eine absolut erwachsene Leistung ab, mit dem selbst
anspruchsvolle Cineasten so gut wie keine tonale Beeinträchtigung
feststellen werden. Die Klangpräzision bzw. -detaillierung
erreicht speziell im Mittel-/Hochtonbereich ein sehr hohes Niveau
in der Region der Frontspeaker. Bei den zahlreichen
Laser/Torpedo-Effekten fällt auf, dass die beiden M6 Rear auf eine
besonders räumliche Abstrahlung getrimmt sind und dabei immer noch
eine passable Ortungsgenauigkeit bieten. Als Meister der
Lokalisationsschärfe haben wir jedoch auch die Frontspeaker nicht
kennengelernt, dafür schätzen wir deren weitläufige
Abstrahlcharakteristik dafür umso mehr. Als Vorteil dieser
Auslegung ergibt sich eine relativ aufstellungsunkritische
Charakteristik mit einem großen Hörbereich. Die
explosionslastige Auseinandersetzung bringt außerdem zu Tage,
dass selbst die tiefspielenden Swans-Lautsprecher nicht in der Lage
sind, einen Subwoofer bei hohen Pegeln hundertprozentig zu
ersetzen. Besonders die Lautsprecher auf der Frontachse sorgen im Frequenzkeller zwar für viel Volumen, doch
sowohl Druck wie auch Präzision sind bei Pegeln jenseits der 95db
bei einem guten Subwoofer schlichtweg besser aufgehoben. Insbesondere
bei extremen Effekten wie z.B. der Gebäudeexplosion bei 1:27:58
oder dem Einschlag durch die Impulskanone ein paar Sekunden
später, weicht die Basswiedergabe auf. Während die
Pegelfestigkeit im Bass gegenüber den diesbezüglichen
Preisklassenreferenzen etwas im Hintertreffen ist, gefallen die
Lautsprecher durch eine bemerkenswert belastbare und saubere
Mittel-/Hochtonwiedergabe. Als 5.0 Set können wir die Swans
M6-Lautsprecher zwar nur bedingt für hohe Lautstärken
empfehlen, doch wenn die Lautsprecher von der LFE-Arbeit befreit sind
erweisen sie sich wegen ihrer entspannten Hochtondurchzeichnung sogar
als exzellente Zeitgenossen für intensive Hörsessions.
Desweiteren ist uns aufgefallen, dass die Lautsprecher
verhältnismäßig einfach zu betreiben sind, was die
Verstärkerleistung betrifft. Selbst mit einem Marantz SR-6004
konnten wir die Schallwandler zuverlässig befeuern. Dieser Umstand
liegt aber auch in der leicht gebremsten Grobdynamik begründet,
die bei hohen Pegeln nicht ganz so brachial und zerschmetternd
einsetzt, wie wir es von einigen anderen Systemen kennen. Dem widerrum
setzen die Swans-Lautsprecher ihre faszinierende Souveränität
entgegen, so dass z.B. die Dialoge zwischen den U-Boot Piloten inmitten
der Effektorgie klar herauszuhören sind, zumal auch der
antreibende Score präzise in das akustische Geschehen eingebunden.
Auch bei den zahlreichen Effekte innerhalb der Unterwasserbasis gelingt
es den Lautsprechern vorzüglich, akustische Elemente wie
Lautsprecherdurchsagen, Projektile, Sprenkleranlagen und
Computergeräusche, mit der notwendigen Prägnanz zu versehen.
Lediglich bei Effekten, die besonders auf Brillanz setzen (z.B. der
PDA-Alarm bei 1:30:20´´ oder die Blitzgeräusche beim
Kampf der Ninias) fällt die etwas mildere Strahlkraft im
Hochtonbereich überhaupt auf. Für analytische Hörer ist
das Swans-Ensemble vielleicht einen Tick zu schönzeichnerisch und
besitzt nicht genügend Offensivgeist, doch besonders Hörtypen
mit dem Wunsch nach kultivierten Klängen mit hohem
Detaillierungsvermögen werden unterhalb 10.000 Euro kaum
etwas Besseres auf dem Markt finden.
AC/DC bei Zimmerlautstärke ist wie Angus Young ohne Schuluniform - und genau deswegen dürfen sich die Swans-Lautsprecher nun einmal richtig austoben und unseren Hörraum zu einer Rock-Arena verwandeln. Obwohl die Schallwandler in den vorangegangenen Filmbeispielen bereits gute Leistungen gezeigt haben, legen sie bei der Umsetzung dieser Konzertaufnahme nochmal eine Schippe zu. Wenn unvergängliche Rock-Hymnen über die Membranen erklingen und über 100.000 Fans abrocken sind die Swans-Lautsprecher absolut in ihrem Element. Ein Großteil unserer Begeisterung geht auf das Konto der losgelösten Instrumentaldarstellung. Obwohl die Abmischung kaum auf klassische Stereophonie setzt und die Musiker stattdessen mehrheitlich auf einem einzelnen Lautsprechern positioniert, löst sich das Klanggeschehen zu großen Teilen von den Membranen und sorgt somit für ein einhüllendes, lückenloses Surround-Gefüge. Auch die Integration des Centerspeakers überzeugt auf ganzer Linie: der charakteristisch-schrille Schreigesang von Brian Johnson wird bei den meisten Liedern gleichmäßig über alle drei Frontlautsprecher wiedergegeben, wo schon kleinere tonale Schwankungen eine Beeinträchtigung der Klangtransparenz sowie Kohärenz zur Folge hätten. Hinsichtlich Dynamik, Volumen und der angenehm seidigen Hochtondarstellung spielen M6 und M6 Center ebenfalls sehr homogen. Insgesamt betrachtet, bezieht das komplette Swans-Set einen weiteren großen Spaßfaktor aus der exzellenten Auflösung im Mitteltonbereich, wo selbst bei sehr hohen Pegeln eine exakte Differenzierung zwischen Rythmus- und Lead-Gitarre geboten wird. Diesbezüglich spielen die Lautsprecher für ihre Preisklasse definitiv überdurchschnittlich gut und stehen selbst so manchem teurerem High-End System um nichts nach! Beim Intro von "Dirty Deeds done dirt cheap" legt das Swans-Quintett eine wohlproportionierte Umsetzung der satten Bässe auf das Parkett. Aufgrund der ehrlichen Abstimmung bauen die Lautsprecher keinen zusätzliches Volumen auf, liefern dafür aber ein hohes Maß an Präzision und Druck. Durch die ausgewogene Darstellung werden auch die Rearspeaker hinsichtlich der Gitarrendarstellung harmonisch eingebunden und kommen kraftvoll zur Geltung. Beim ersten Refrain (Laufzeit ca. 53:04 min.) sind sämtliche Lautsprecher in der Lage, die Dynamikspitzen mitzugehen und dabei immer souverän genug zu bleiben, um das Ausklingverhalten einzelner Saiten hörbar zu machen. Selbst die verschiedenen Stimmprofile im vierstimmig gesungenen Refrain arbeitet das Set gut heraus. Beim technisch anspruchsvollsten Track "For those about to Rock" adeln sich die Lautsprecher durch ihre schnelle und detaillorientierte Spielweise zu wahren Könnern: die verschiedenen Tempiwechsel mitsamt Wechsel von Einzel- auf Komplettinstrumentierung, haben wir selten in einer vergleichbaren Souvärinität und Vielseitigkeit gehört. Besonders beeindruckend ist in diesem Zusammenhang die Wiedergabe der prägnant gespielten Drums zwischen Laufzeit 1:32: 36 und 1:36:38, wo die harten Anschläge beim Becken und den Hi-Hats derart exakt dargestellt werden, dass zum Schluss hin sogar die nachlassende Kraft von Chris Slade hörbar ist. Fazit: das Swans M6-Set zaubert ein raumfüllendes und live-haftig wirkendes Konzertfeeling von höchster Qualität. Die Unterschiede der PCM-Tonspur gegenüber der DD5.1 Variante (weniger oberflächlicher Bass, dafür aber mehr Druck und deutlich (!!) detailierte abgemischte Gitarren sowie mehr Dynamik) werden in einem derart beeindruckendem Maße aufgezeigt, dass selbst Bildgourmets über die völlig verrauschte Videoqualität hinwegsehen und stattdessen höchstwahrscheinlich headbangend vor der Leinwand stehen werden.

Nubert's nuVero Modellreihe verkörpert ziemlich genau das akustische Gegenteil der Swans M6 Familie: die schwäbischen Schallwandler packen im Bass energischer zu, spielen grobdynamisch brachielar auf und sind zudem auch pegelfester. In Bezug auf Klangdetaillierung im Mittel-/Hochtonbereich, sowie insbesondere der Loslösung des Klanges vom Lautsprecher gefallen dem Tester (trotz der praktischen Klangschalter bei den nuVero-Modellen) jedoch die Swans-Schallwandler besser. Als entscheidenden Vorteil für anspruchsvolle Cineasten verbuchen wir die homogenere Swans-Abstimmung zwischen den verschiedenen Modellen, zumal der nuVero7 als liegender D`Apolitto sowieso mit Linearitätseinbrüchen außerhalb der Achse kämpfen muss. Den niedrigeren Nubert Preisen mitsamt größerer Farbauswahl setzt das Swans-Ensemble den günstigeren Wirkungsgrad entgegen. Fazit: wer anspringende Lautsprecher mit großem Offensivgeist und variabel-einstellbarer Tonalität bevorzugt, sollte zu Nubert greifen, Anwender mit Faible für Klangtransparenz, entspannte Seidigkeit und räumliches Darstellungsvermögen finden im Swans-System die wahrscheinlich gefälligere Alternative.

Beim Direktvergleich mit Wharfedale's überarbeiteter Opus²
Serie wird die Luft zwischen beiden Kontrahenten schon merklich
dünner, da beide Systeme auf eine sehr ähnliche Akustik
setzen, im gleichen Preisbereich operieren und auch technisch
ähnlich bestückt sind. Die Klangfarbenvielfalt liegt speziell
im Mitteltonbereich auf einem ähnlich hohem Niveau. Die
Textilhochtöner der Wharfedales klingen jedoch etwas
strahlungskräftiger, während die Swans-Boxen minimal besser
auflösen und insgesamt trotzdem noch unangestrenger klingen.
Dafür greift die Opus²-3 im Bassbereich (bei
ähnlich gutem Tiefgang) vehementer/druckvoller zu und modelliert
bei höheren Pegeln präziser. Feindynamisch und auch in Bezug
auf die Center-Homogenität gelingt es den Swans M6-Modellen ihre
sehr guten Kontrahenten nochmals recht deutlich zu toppen. Hinsichtlich
der Tiefenstaffelung trennen sich beide Systeme mit einem
Unentschieden, da die M²-Schallwander etwas mehr
Ortungsgenauigkeit generieren, während die Swans M6 das insgesamt
gelöstere Klangbild bieten. Der Anspruch an die Verstärkung
liegt sowohl bei Wharfedale als auch Swans auf einem vergleichbar
genügsamen Level, wobei die amerikanischen Klangspender mit
besserer Vorverstärkung noch mehr zulegen können. Wharfedale
bietet wiederrum eine noch noblere Gehäuseverarbeitung
in vier auswählbaren (preisgleichen) Klavierlack-veredelten
Ausführungen.

Die Platinum-Range von Monitor Audio liegt preislich deutlich oberhalb von Swans' M6 Modellreihe. Die Klangcharakteristik zielt hier in eine etwas andere Richtung, obwohl Sprachwiedergabe bei beiden Systemen eine leicht warme Einfärbung aufweist. Die Monitor Audio Lautsprecher verfügen über ein anschiebendes, äußerst massives Klangfundament und klingen im Hochtonbereich strahlungskräftiger. Das Auflösungsvermögen liegt speziell im Mitteltonbereich leicht überhalb der Swans Modelle, während die oberen Frequenzen eine größere Durchzeichnungstiefe aufweisen. Die "anspringendere" Akustik spricht vornehmlich den Emotions- und Erlebnisfaktor an, während die souveräne Spielweise der Swans M6 diesbezüglich einen Kontrapunkt setzt. Obwohl die maßstäbe-setzende Centerspeaker-Homogenität zwischen PL300 und dem PLC350 nach wie vor Bestand hat, gelingt es Swans mit den Pendants aus der M6 Serie in Sichtweite zu bleiben. Ohne akustisch optimierten Raum wird man diesbezüglich kaum qualitative Unterschiede zwischen beiden Anbietern hören können. Fazit: unter Berücksichtigung der enormen preislichen Differenz schlagen sich die Swans M6 sehr wacker und können überraschenderweise in Bezug auf Feindynamik und Raumtiefe sogar Akzente dagegensetzen. Aufgrund der grundlegend anderen Akustik dürften sich diese Firmen aber sowieso kaum gegenseitig Konkurrenz machen.
Das hier getestete Swans M6 Surroundset gehört zweifellos zu den besten Lautsprechersystemen, die jemals unsere Teststudios bevölkert haben, was angesichts eines Gesamtpreises von weiter unter 10.000 Euro sehr beachtlich ist. Insbesondere hinsichtlich audiophiler Feingeistigkeit und Detailreichtum schicken die Lautsprecher eine Performance der Sonderklasse über ihre Membranen ins Auditorium. Anspruchsvolle Klanggourmets werden angesichts der famosen Symbiose aus kultivierter Lässigkeit sowie hochauflösender Akribie gerne verzeihen, dass andere Mitbewerber mit akustischen Schwerpunkten in Bezug auf Bass-Intensität oder Grobdynamik dagegenhalten. Ein weiterer großer Vorteil von Swans liegt zusätzlich in der harmonischen Gesamtabstimmung innerhalb der kompletten Surroundkulisse, welche angesichts der Größenunterschiede klassenübergreifend als mustergültige Lösung angesehen werden muss. Die enorm räumliche Spielweise verdanken die Lautsprecher ihrer breiten Abstrahlcharakteristik, womit sie der cineastischen Perfektion durchaus nahe kommen. In Anbetracht des respekteinflösendem Materialeinsatzes und der Gehäuseverarbeitung entpuppen sich diese Lautsprecher als Sonderangebote im Oberklassesegment. Einzig die fehlenden Alternativausführungen hinsichtlich Furnierung bzw. Lackierung stellen einen gewichtigen Kritikpunkt dar - doch wer Gefallen am optischen Erscheinungsbild findet und für audiophile Klänge nicht den Wert eines Kleinwagens investieren möchte, ist mit einer Hörprobe beim nächstgelegenen Swans-Händler sehr gut beraten.

Website des Anbieters. www.worldclass-speaker.com
Text: Lars Mette
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