Test: Swans M-Serie 5.0 Surroundsystem


Dieser Artikel wurde auf PCs von Origen-AE verfasst.

(9. Februar 2010 - Autor: Lars Mette )

 

Es gibt nur wenige Lautsprecher, die sich noch während ihres Produktzyklus einen Status als Legende verdient haben. Die Swans M1 ist einer davon. In einem massiv verarbeiteten Gehäuse sorgt eine exzellente abgestimmte 2-Wege Konstruktion für klangliche Wohltaten, die mit bestechender Klangauflösung immer noch als ungeschlagener Maßstab bei Kompaktlautsprechern der 1.000 Euro Klasse fungiert. Angesichts eines Stückpreises von günstigen 695 Euro war uns dieser Schallwander beim AREADVD-Test im Dezember 2007 das Referenzprädikat inkl. Preis-/Leistungsauszeichnung wert. Nun, rund 3 Jahre später, erweitert der amerikanisch/chinesische Lautsprechergigant die M-Serie durch ein erweitertes Sortiment an größeren Modellen inklusive Surroundlautsprechern. Die Neuentwicklungen zeichnen sich nicht nur durch simples Upsizing aus, sondern bieten einen komplett überarbeiteten Innenaufbau. Der Hersteller verspricht durch einen Umstieg auf 3-Wege Konstruktionen, mit noch besseren Membranen, Gehäusen und Frequenzweichen, selbst höchste Ansprüche bzw. kritischste Musikfreunde zu überzeugen. Obwohl Swans mit der erweiterten M-Serie danach strebt, ein weit überdurchschnittliches Preis-/Leistungsverhältnis anzubieten, spricht ein komplettes Surroundsystem trotzdem hauptsächlich investitionsfreudige und solvente Cineasten an. Für unsere 5.0 Testzusammenstellung würde sich der Kontostand um exakt 8.775 Euro dezimieren. Dafür gibt es ein Paar der Standboxen M6 (Stückpreis 2.295 €), den Centerspeaker M6 (1.495 €) sowie 2 Rear-Dipole (Stückpreis 1.345 €). Ob die Lautsprecher einen angemessenen Gegenwert für die knapp 9.000 Euro darstellen, soll unser nachfolgender Testbericht zeigen. 

Verarbeitung/Design:

Die größeren Modelle aus der Swans M Reihe orientieren sich speziell hinsichtlich der Oberflächengestaltung am Design der M6, weisen jedoch stärkere Gehäusewölbungen, sowie eine andere Schallwand auf. In Bezug auf die Proportionen fallen die Lautsprecher recht klassisch aus, zumal auch die getäfelte Holzverarbeitung einen konservativen Touch mitbringt. Swans setzt bei dieser Serie eben nicht auf kurzlebige Designexperimente, sondern ist um eine zeitlose und stilsichere Optik bemüht.


Aus dem Vollen gefräst: die verbauten Furniere machen einen extrem hochwertigen Eindruck. Zur optischen Auflockerung verlaufen einige kleine Riefen durch die Oberfläche. Besonders schön ist zudem auch die dickwandige und massive Gestaltung der Gehäusekanten. Hier bietet Swans ein enormes handwerkliches Level, welches der Preisklasse absolut gerecht wird. Kritikpunkt: außer der vorliegenden Kirsch-Ausführung stehen keine weiteren Farbvarianten zur Verfügung.



Die Frontschallwand besteht aus einer rund 30mm starken MDF-Platte. Dank exakter CNC Fräsungen weist dieses Bauteil sanft geschwungene Kanten auf, womit ein klobiges Erscheinungsbild verhindert wird. Die mattschwarz lackierte Oberfläche ist vor allem für Heimkino-Anwendungen ein Segen, da keine störenden Reflektionen von Projektoren zu erwarten sind. Angesichts der komplett verdeckten Verschraubung an den Korpus ist es etwas schade, dass Swans nicht auf magnetischen Lautsprecherabdeckungen setzt und die M6 mit acht großen Aufnahmelöchern daherkommt.



Auch auf der Rückwand findet sich mattlackiertes MDF. Die Bi-Wiring/Amping Lautsprecherterminals residieren auf einer edlen Metallplatte, sind sehr gut zugänglich und überzeugen durch eine exzellente Materialanmutung. Sowohl Kabelschuhe als auch Bananenstecker lassen sich hier problemlos benutzen, lediglich beim Direktanschluss von sehr großen Kabelquerschnitten muss man etwas quetschen. *** Update: laut Europavertrieb kommen die akuellen Verkaufsmodelle gegenüber "unseren" Geräten mit deutlich aufgewerteten Terminals, wobei dann auch der Centerspeaker in den Genuss einer Bi-Wirung Bestückung kommt ***



Das Untergeschoss der Swans M6 gefallen durch eine aufwändige Konstruktion, bei der eine abgesetzte Bodenplatte in mattschwarz lackiertem MDF für eine gelungene Optik sorgt. Die Kontaktaufnahme zum Boden erfolgt mit den mitgelieferten M6 Schraubspikes. Für Hörräumen mit Teppichböden legt Swans passende Unterlegscheiben bei.


Alle Bauteile sind sorgfältig im Gehäuse verbaut. Die Übergänge zwischen den Gehäuseelementen, der Front oder den Chassis könnten auch mit einer Lupe inspiziert werden, ohne Beanstandungen zu offenbaren. Hier beweist Swans einen sehr hohen handwerklichen Standard und braucht sich vor keinem Mitbewerber zu fürchten. Die M3 hält auch einer genauen Betrachtung absolut stand.



Am Beispiel der M6-Rear sehen Sie die mitgelieferten Stoffrahmen, sowie das Zubehör zur Wandmontage. Wegen der Gehäuserundung kommt bei diesem Modell ein dreiteiliges Set zum Einsatz - Centerspeaker und Standlautsprecher werden hingegen (ganz klassisch) mit einem großen Rahmen abgedeckt. Die Lautsprecheranschlüsse sitzen in einer kleinen Mulde, um eine Wandmontage zu gewährleisten, sind aber schlichtweg etwas zu klein geraten.

Fazit: Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität gibt sich das M6 Surroundsystem in swans-typischer Manier. Anhand der Optik kann man durchaus die Handschrift asiatischer oder amerikanischer Designer erkennen, der den Lautsprechern ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleiht. Mit Ausnahme von vereinzelten Kleinigkeiten (Aufnahmelöcher für Stoffgitter, etwas fummelige Terminals beim Rearspeaker) punkten die Lautsprecher durch einen beeindruckenden Materialeinsatz und exquisite Verarbeitung. Normalerweise sind Lautsprecher aus fernöstlicher Produktion vornehmlich durch gute (und preisünstige) Hochglanzlackierungen bekannt, doch wer die massive und tadellose Furnierung bei unseren Testprobanten in Natura einmal erlebt hat, wird hier umdenken müssen. Wenn Swans nun auch noch verschiedene Hölzer anbieten würde, könnte man auch Anwender mit modern eingerichteten Wohnräumen ansprechen, bei denen die konservative Kirscheausführung wahrscheinlich nicht so recht passen dürfte.
technischer Aufbau:

Swans ist nicht nur für einen hohen Materialeinsatz bei den Gehäusen bekannt, sondern schöpft auch hinsichtlich der Innereien aus dem Vollen. Als einer der weltgrößten Hersteller von Chassis haben die Entwickler ein bemerkenswertes Potential und können problemlos mit einer Vielzahl an unterschiedlichsten Komponenten experimentieren. Da auch die Gehäuse in Eigenregie hergestellt werden, kann Swans schon von vornherein viele Aspekte aufeinander abstimmen, während Anbieter mit vielen Zukaufteilen es diesbezüglich schwieriger haben. Von der kompletten In-House Produktion profitiert in zweiter Linie natürlich auch der Endanwender, da die hausinternen Einzelkomponenten gegenüber Zukaufprodukten weniger kosten. Dass dies im Fall der M6 kein bloßer Marketing-Slogan darstellt, merkt man beim Blick hinter die Fassade:


Hinsichtlich des Innenaufbaus glänzen die M6 durch einen ausgeklügelten Gehäuseaufbau. Durch einen Sandwich-Aufbau verspricht der Hersteller exzellente Umgebungsbedingungen für die Gehäuse. Sowohl Schwingungen als auch Resonanzen sollen durch die MDF- und Naturholzschichten des Korpus unterbunden werden. Zahlreiche Innenversteifungen sorgen für zusätzliche Stabilität und unterteilen das Gehäuse in mehrere Kammern. Passgenau verarbeitete Dämmmaterialien helfen zusätzlich dabei, unerwünschte Klangbeeinflussungen durch interne Geräusche zu unterbinden. Anhand der sauber verlegten Innenverkabelungen sowie den üppig dimensionierten, mehrteiligen Frequenzweichen, bezeugt die M6 ihren High-End Anspruch. Letztendlich wird der hohe Aufwand auch beim Gewicht dokumentiert, wo die M6 mit knapp 35 Kilogramm viele ihrer Artgenossen vergleichsweise fragil aussehen lässt. 


Bei sämtlichen Derivaten der M6 Familie kommen dieselben Treiber in einer klassischen 3-Wege Konstruktion zum Einsatz. Die höchsten Frequenzen vertraut Swans dem RT1.3W Bändchen-Hochtöner aus eigener Produktion an. Im Zusammenspiel mit der (nachfolgend vorgestellten) Mitteltonkalotte war man in der Lage, eine hohe Übernahmefrequenz von 5.000 Hertz zu realisieren. Auf diese Weise umgeht man das Problem der Schallbündelung bei Bändchenhochtönern zum Großteil und erreicht einen breiten Abstrahlwinkel. Gegenüber vergleichbaren bzw. älteren Hochtönern zeichnet sich der RT1.3W laut Swans durch eine größere Membranfläche, einen deutlich stärkeren Magneten und einer optimierten Magnetfeldgeometrie aus. Auch die Folienmembran darf sich über eine evolutionäre Weiterentwicklung freuen. Insgesamt ergibt sich durch die Änderungen ein höherer Wirkungsgrad und Dynamikbereich, bei gleichzeitig angestiegener Detaillierungsgeschwindigkeit. Laut Swans weist der RT1.3 gegenüber herkömmlichen Kalottenhochtönern ein Fünfzigstel der bewegten Masse und sind deswegen wesentlich besser in der Lage, extreme hohe Frequenzen sowie Transienten authentisch wiederzugeben.



Auch beim Mitteltöner pflanzt Swans eine ausgeklügelte Neuentwicklung ein. Die neue DMO Mitteltonkalotte misst 50mm Durchmesser und verfügt über eine beschichtete Gewebemembran. Laut Hersteller wartet dieses Modell mit perfektionierter Magnetfeldgeometrie und überarbeiteten Flachbandschwingspulen auf. Desweiteren weist die Kalottenmembran eine hohe innere Dämpfung auf, womit die harmonischen Verzerrungen auf ein Minimum reduziert werden. In Kombination mit den anderen Eigenschaften verspricht Swans einen nahezu linearen Frequenzgang über die Bandbreite von 800 bis 8000 Hertz. Da auch dieses Element auf einen möglichst breiten Abstrahlwinkel, sowie ein hohes Maß an Klangdetaillierung getrimmt wurde, ist von einem harmonischem Zusammenspiel mit dem Hochtöner auszugehen. Durch die vergleichsweise geringe Membranfläche und -hub kann der Mitteltöner allerdings nicht sehr tief spielen und muss im kritischen Bereich von rund 800 Hertz ausgeklinkt werden. 


Die Tiefmitteltöner fungieren hauptsächlich als Basslieferant, kümmern sich aber auch um einen Teilbereich des mittleren Frequenzspektrums. Als Membranmaterial kommt eine extrem leichte und dennoch steife Verbundfasermembran aus Black-Kevlar-Compound Werkstoff zum Einsatz. Das Ergebnis ist ein exzellentes Schwingverhalten mit nahezu vollständig eliminierten Eigenresonanzen bei einem verhältnismäßig günstigen Wirkungsgrad.


In der Seitenansicht lassen sich die strömungsoptimiertem Aluminium-Druckgusskörbe sehr schön erkennen, die eine ungehinderte Luftzirkulation der Langhubmembran ermöglichen. Damit auch große Bassattacken knackig und impulsiv ertönen, verfügt dieses Chassis über eine ventilierte Schwingspule sowie einen leistungsstarken Antrieb (Magneten). Swans mit dieser Lösung darüber hinaus auch im Mitteltonbereich eine enorm saubere Durchzeichnung und extrem geringe Ein-/Ausschwingzeiten. 



Als Dirigent fungieren, je nach Modell, mehrere Frequenzweichen auf Basis von Glasfaserplatinen. Aufgrund getrennter Mittel-/Hochtonwege erlaubt die M6 einen technisch vollwertigen Bi-Amping Betrieb. M6 Center und M6 Rear verfügen hingegen nur über ein Paar Lautsprecherbuchsen und müssen demzufolge mit einem Verstärker auskommen. Swans setzt bei der M6 Reihe auf die Philosophie einer möglichst puristischen Frequenzweiche. Sämtliche eingesetzten Bauteile bestehen aus hochwertigen Folienkondensatoren bzw. Luftspulen und sind auf maximale Signalreinheit ausgelegt. Die erreichte Flankensteilheit bei der Chassistrennung liegt bei 24db/Oktave, so dass sich speziell beim 800 Hertz Übergang zwischen Mitteltonkalotte und Tiefmitteltöbner ein recht großer Überlappungsbereich bildet. Wir sind gespannt, wie sich dies auf die akustische Performance auswirkt. Als Vorteil kann die signalschonende Bestückung hingegen auf jeden Fall einen recht günstigen Wirkungsgrad für sich verbuchen: mit 89 db dürfte sich die M6 sogar für einen Betrieb über Röhrenverstärker eignen.

Besonderheiten Swans M6 


Die M6 ist das größte Modell aus Swans' M-Modellreihe. Der, knapp über einem Meter messende Standlautsprecher basiert auf einer 3-Wege Konstruktion mit Bassreflex-System. Von den beiden 6,5 Zoll Tiefmitteltönern arbeitet lediglich das obere Exemplar bis zu 800 Hertz hinauf. Auf diese Weise wird ein exaktes akustisches Zentrum zwischen Tiefmitteltöner und der Mitteltonkalotte geboten. Im Bassbereich sind beide Chassis hingegen weitestgehend gleichgeschaltet und teilen sich daher auch eine Gehäusekammer. Dank der größeren Membranfläche braucht ein einzelnes Chassis weniger Membranhub vorzunehmen, so dass tiefe Frequenzen deutlich sauber umgesetzt werden können. Außerdem steigen die grobdynamischen Reserven sowie die gesamte Pegelfestigkeit. 

Die wichtigsten technischen Daten in der Übersicht ( Herstellerangaben)

Modell / Stückpreis Swans M6 / 2.295 Euro
Aufbau / Bestückung 3-Wege Standlautsprecher, Bassreflex-System
Swans RT1.3W Bändchen-HT
Swans DMO Mitteltonkalotte
2x Swans L6 6,5´´ Kevlar Woofer
Frequenzgang 24 - 22.000 Hz (+-3db)
Impedanz 4 Ohm
Wirkungsgrad 89db @ 2,83V/1mtr. 
empfohlene Verstärkerleistung 20 - 200 Watt
Abmessungen 108,5 x 29,0 x 40,2 cm (H,B,T)
Gewicht 34,5 Kilogramm

Besonderheiten Swans M6 Center

Der M6 Center verfügt über die exakt gleiche Chassisbestückung wie der Standlautsprecher und bietet somit ideale Vorrausetzungen für eine harmonische Akustik im Heimkino. Auf der Rückseite sorgt eine Bassreflexöffnung für die Ventilation der gemeinsamen Kammer für die beiden Tiefmitteltöner. Weil aber auch bei diesem Modell einer der beiden 6,5 Zoll Treiber noch als Mitteltöner fungieren muss, um die Kalotte bis 800 Hertz zu unterstützen, ergibt sich leider trotz der symmetrischen Optik keine absolut horizontale Anordnung der Treiber im Mittel/Hochtonbereich. Diese Lösung ist aber immer noch deutlich besser, als die weit verbreiteten Konstruktionen mit zwei horizontal angeordneten Mitteltönern, die parallel abstrahlen und deswegen eine vertikale Schallbündelung hervorrufen. In diesem Zusammenhang haben die Swans-Entwickler das Beste aus den Gegebenheiten gemacht. Obwohl das Gehäusevolumen des Centerspeakers gegenüber dem Standlautsprecher etwas kleiner ausfällt, sind wir über die deutlichen Unterschiede in Bezug auf die untere Grenzfrequenz überrascht, wo zwischen Center und Standlautsprecher satte 28 Hertz liegen, was fast der kompletten Kontra-Oktave entspricht. Trotzdem weckt der Centerspeaker aufgrund seiner weitestgehend kompromisslosen Konstruktion sehr viel Vorfreude auf die anstehenden Hörtests.

Die wichtigsten technischen Daten in der Übersicht ( Herstellerangaben)

Modell / Preis Swans M6 Center / 1.495 Euro
Aufbau / Bestückung 3-Wege Centerspeaker, Bassreflex-System
Swans RT1.3W Bändchen-HT
Swans DMO Mitteltonkalotte
2x Swans L6 6,5´´ Kevlar Woofer
Frequenzgang 52 - 22.000 Hz (+-3db)
Impedanz 4 Ohm
Wirkungsgrad 89db @ 2,83V/1mtr. 
empfohlene Verstärkerleistung 15 - 200 Watt
Abmessungen 26,0 x 59,3 x 30,8 cm (H,B,T)
Gewicht 16,3 Kilogramm

Besonderheiten Swans M6 Rear

Das nächste Modell unsere Surroundsystems ist unschwer als Surroundlautsprecher zu erkennen. Die Swans M6 Rear ist aber nicht als klassischer Dipolstrahler konzipiert, sondern beschreitet eigene Wege. Über 1000 Hertz arbeitet dieser Lautsprecher als Direktstrahler, um eine möglichst klare Punktortung zu ermöglichen. Darunter übernehmen die beiden gegenphasig abstrahlenden Tiefmitteltöner, was laut Swans zu einer weiträumigen Klangcharakteristik führt. Wir sind sehr gespannt, wie sich dieses Konzept bei unseren Hörtests schlägt, weil die M6-Rear einen komplett gegensätzlichen Weg wie (fast) sämtliche Mitbewerbermodelle beschreitet.  In den meisten Fällen sorgen zwei Hochtöner für den gewünschten diffusen Effekt und werden von einer zentralen Tief-/Mitteltoneinheit unterstützt.



Grundsätzlich muss man festhalten, dass Swans bei der M6 Rear konsequenterweise das Kunstwerk vollbracht hat, in einem relativ kompakten Format nochmals die komplette Bestückung der Frontlautsprecher zu integrieren. Interessanterweise soll dieser Schallwandler trotz reduziertem Gehäusevolumen und Verzicht auf eine Bassreflexöffnung mit einem Tiefgang von 52 Hertz nahezu dieselbe Bass-Performance aufbringen, wie der Centerspeaker. Wir gehen davon aus, dass dieses Modell akustisch für eine entsprechende Aufstellung optimiert ist (was dann auch die Bass-Performance erklären würde). Für eine freie Aufstellung bietet sich die M3 an - einem großvolumigen Kompaktlautsprecher mit klassischen Proportionen. Für eine Stativmontage ist die M6 Rear nicht vorgesehen, stattdessen stehen zwei Metallhalterungen für eine Wandmontage zur Verfügung. 

Modell / Stückpreis Swans M6 Rear / 1.345 Euro
Aufbau / Bestückung 3-Wege Dipol-LS, Bassreflex-System
Swans RT1.3W Bändchen-HT
Swans DMO Mitteltonkalotte
2x Swans L6 6,5ßß Kevlar Woofer
Frequenzgang 60 - 22.000 Hz (+-3db)
Impedanz 4 Ohm
Wirkungsgrad 89db @ 2,83V/1mtr. 
empfohlene Verstärkerleistung 15 - 200 Watt
Abmessungen 28,2 x 52,8 x 24,6 cm (H,B,T)
Gewicht 11,7 Kilogramm

Testumgebung:


Das Swans Surroundset durfte sich unter nahezu optimalen Bedingungen beweisen: unser akustisch optimierter 50m² Hörraum ist größteils von störenden Raumeinflüssen befreit, während die eingesetzte Elektronik kaum edler und leistungsfähiger sein könnte. Die Surroundlautsprecher haben wir direkt auf der Hörachse positioniert, der Centerspeaker nahm auf einem 40cm Stativ Platz. Um die Abstimmung mit guten Subwoofern zu testen, haben wir auf unser fest installiertes Bowers&Wilkins CT-700 Subwoofer-System zurückgegriffen.

Unsere Referenz-Hardware in der Übersicht:

Elektronik Audionet AmpVII  (ca. 10.000 €)
Audionet PreG2 ( ca. 10.000 €)
Cinemike AVP-A1HDA (ca. 13.000 €)
Pioneer SC-LX90 (ca. 7.000 €)
Subwoofer 6x B&W CT SW12 Woofer mit 3x SA1000 Verstärker (ca. 9.500 €)
Quellgeräte Cinemike DVD-A1UD (ca. 7.000 €)
Pioneer BDP-LX91 (ca. 2.500 €)
Accustic Arts Tube-DacII + Drive II (ca. 14.000 €)
Peripherie Sim2 C3X1080 mit Cinemike Tuning (ca. 30.000 €)
Image iMasque vollmaskierbar, akustisch transp. (ca. 18.500 €)

AREADVD Baden-Württemberg arbeitet hauptsächlich mit Kabeln von: Mogami (Lautsprecher), 
German High-End (NF), Silent-Wire (HDMI), Supra (Subwoofer-XLR) und Audionet (Netzkabel).

Das Referenzstudio wurde von der Firma RTFS akustisch optimiert.

klangliche Grundcharakteristik:
Tonalität ausgewogen mit guten Übergängen zwischen den verschiedenen Frequenzbereichen.
Basswiedergabe sehr guter Tiefgang. Insgesamt spielen die Lautsprecher im Bassbereich satt und körperhaft. Differenzierung und Bassdruck sind nicht ganz auf Referenzniveau dieser Preisklasse.
Mittelton immenses Klangfarbenspektrum sowie Detailfertigkeit. Schnelles Durchzeichnungsvermögen und ein wohlproportioniertes Grundtonvolumen sorgen für hohe Transparenz
Hochton Die Swans M6 sind neue Preisklassenreferenz in Bezug auf das Auflösungsvermögen. Kein anderes System dieser Klasse spielt diesbezüglich so detailreich und bleibt dabei derart entspannt und locker. HT-Bereich wird daher als seidig empfunden.
Surround-Homogenität Die exzellente Ausgeglichenheit zwischen Center und M6 ist ein Grundbaustein der guten Gesamtperformance. Bis in den Oberbass spielen beide extrem harmonisch. Der Rearspeaker fällt diesbezüglich zwar ein wenig ab, passt aber insgesamt immer noch deutlich besser in das Gesamtgeschehen, als es bei fast allen vergleichbaren Konkurrenzangeboten der Fall ist.
Räumlichkeit losgelöste Spielweise mit enormer Weitläufigkeit. Dadurch entsteht ein einhüllendes Surroundambiente. Lokalisationsgenauigkeit könnte jedoch etwas besser ausfallen. 
Dynamik grobdynamisch komprimieren die Lautsprecher bei Extrempegeln etwas zu sehr. Dafür bestechen sie mit einer exzellenten feindynamischen Differenzierung auf dem Niveau höherer Preisklassen.
Pegelfestigkeit als 5.0 Set sollte man damit nicht unbedingt einen 50m² Raum mit über 100 db beschallen, da Bass und Dynamik limitieren. In einer 5.1 Konstellation absolut preisklassengerechte Leistungen, zumal die  entspannte Hochtonwiedergabe das Hören bei hohen Pegeln zu einem wahren Vergnügen macht. Außerdem sind die Lautsprecher in Bezug auf den Leistungsbedarf recht genügsam.

Praxiseindrücke:

Die Pixar Produktion "Oben" gehört inhaltlich und technisch zur Elite.

Bei Disney's Animationsfilm "Oben" bedarf es hauptsächlich einer exzellenten Umsetzung von feingliedrigen Klangdetails, um die emotionale Wirkung voll zu entfalten. Speziell in den ersten fünfzehn Minuten beschränkt sich der Film auf wenige Dialoge und transportiert fast die komplette akustische Dramaturgie ausschließlich über die Musik. Diesbezüglich können sich die Swans-Lautsprecher sehr gut in Szene setzen, da z.B. die einsetzende Jazz-Trompete im zweiten Kapitel genauso hochauflösend und klar dargestellt wird, wie die blechernen Fanfaren im Hintergrund der zuvor präsentierten Wochenshow im Kino. Aufgrund der unaufdringlichen und seidigen Spielweise im Hochtonbereich ensteht ein souveränes/entspanntes Klangbild ohne jede Stressigkeit, welches zweifellos als Hauptcharakteristikum dieser Lautsprecher angesehen werden darf. Doch auch den Instrumenten in niedrigeren Frequenzbereichen widmen sich die Klangspender mit Bravour: so darf sich das Cello über eine wohlproportionierte Körperhaftigkeit mitsamt überzeugenden Tiefgang und Präzision freuen, während gleichzeitig auch die Umgebungsgeräusche (Vogelzwitschern etc.) sehr differenziert zur Geltung kommen. Mit diesem großen Detaillierungsvermögen widmen sich die Lautsprecher ein paar Sekunden später den knarzenden Lenkgeräuschen von Ellie's zweckentfremdeten Fahrradreifen, wo selbst kleine Feinheiten (Rattern der Mechanik) den Weg in die Gehörgänge der Zuhörerschaft finden. Bei dem knappen Dialog zwischen den beiden jungen Abenteurern gelingt es dem Centerspeaker sehr gut, die kindlich-schreiende Stimme von Ellie hinsichtlich ihrer Eindringlichkeit umzusetzen, ohne sich hierfür einer verfälschenden/aufdickenden Tonalität zu bedienen. Von bemerkenswerter Güte erweist sich jedoch nicht nur die tonale Ehrlichkeit oder die kultivierte Detailherausarbeitung. Auch der räumlichen Darstellung dieser Szene gebührt ein Extralob, denn die Lautsprecher bauen eine umspannende Bühne auf und lösen das Klangbild weitesgehend von sämtlichen Lautsprechern. In Kombination mit einer gut optimierten Raumakustik (und natürlich der richtigen Aufstellung) wirken die Lautsprecher kaum noch als punktuelle Schallquellen, sondern liefern schon mit den wenigen Umgebungsgeräucshe ein äußerst dichtes Surroundpanorama.

Nachdem die Beiden Kinder Freundschaft fürs Leben geschlossen haben, gewinnt der Score wieder deutlich an Bedeutung und vermittelt die positiven wie negativen Ereignissen in den darauffolgenden Jahren. Die hier eingesetzte Begleitung aus Klavier- und Xylophon kommt mit klar herausgearbeiteter Anschlagdynamik sowie präzisem Ausschwingverhalten exzellent zur Geltung. Dem System gelingt sogar das Kunststück, das Geigenspiel schwungvoll und mit Verve einzufangen und über alle drei Frontlautsprecher mit einem sehr ähnlichen Klangfarbenspektrum gleichzeitig wiederzugeben. Innerhalb einer hochklassigen Anlage (wozu natürlich speziell auf der Raum zählt) erspielt sich das Swans-Set in dieser Kategorie einen großen Vorsprung gegenüber fast allen Mitbewerbern. Deren teilweise hochgelobte-/gehypte Standlautsprecher mögen zwar bei singulärer Betrachtungsweise ihre Reize haben, doch spätestens wenn sich der (oftmals symmetrisch-bestückte) Centerspeaker im Surroundbetrieb dazuschaltet, ist es mit der Harmonie vorbei. Beim Swans M6-Set hören sich die musikalischen Akteure sogar fast identisch an - unabhängig davon, auf welchem Kanal sie platziert sind. Den melodramatischen Musikwechsel mit eher langgezogenen Tönen ab Laufzeit 8:45´´ setzt das Swans-Set meisterhaft um. Die Musik ist nun weniger komplex, sondern wird sehr gefühlvoll und langsam aufgebaut. An dieser Stelle neigen effektorientierte Lautsprecher mit Bass- und/oder Höhenbetonung zu einer oberflächlich angehauchten Spielweise, während die anglo-chinesischen Klangspender dank einer famosen Feindynamik und Klangkultur wohl selbst so manch Hartgesottenem feuchte Augen bescheren. Die, stets auf Sanftmut bedachte Vorgehensweise, entschärft somit auch die etwas zu scharf aufgenommenen "S-Laute" des Pfadfinders. Die raue, kernige Stimme von Carl Fredrickson bei seinen Auseinandersetzungen mit der Baubehörde fängt der M6 Center gekonnt ein: die Wiedergabe klingt sehr trocken und differenziert, zumal auch die Konturierung im Grundtonbereich exzellent gelingt. Wegen dieser Attribute können die Swans-Lautsprecher die klanglichen Vorteile der englischen DTS HD-Master Audio in einem bemerkenswerten Umfang offenlegen. Die zusätzliche Auflösung, Präzision und Feindynamik gegenüber der deutschen Tonspur verpufft nicht irgendwo zwischen Frequenzweiche und Membran, sondern kommt fast in kompletten Umfang beim Hörer an. In Anbetracht der Tatsache, dass dieses 5.0 Set nicht einmal 10.000 Euro kostet, ist diese Leistung als herausragend einzustufen ! 


Action satt gibt es in GI Joe von Paramount Pictures.

Die Soundabmischung von GI Joe verhält sich zu unserem vorangegangenem Filmbeispiel in etwa so wie Dieter Bohlen zu Johann Wolfgang von Goethe: direkte Ansprache mit brachialer Energie anstelle feingeistige Komposition und tiefgründigem Aufbau. Das Paramount Actionfeuerwerk hat deswegen aber natürlich trotzdem seine Reize und sorgt auf seine eigene Weise für adrenalingetränkte Unterhaltung. Soviel nehmen wir aber schon vorweg: obwohl das Swans-Set auch diesbezüglich eine gute Figur abliefert, ist es in diesem Genre weniger gut aufgehoben, als mit der audiophil-angehauchten Akustik von "Oben". Wir steigen beim Schlusskampf ab Kapitel 16 (Laufzeit 1:27:22´´) ein, beginnend mit dem Angriff der Sharks auf die geheime Unterwasserbasis. Die hineinschwimmenden U-Boote werden von den Rearspeaker hinsichtlich der Antriebsgeräusche derart substanzvoll umgesetzt, dass sich eine hohe Klangbalance einstellt. Die M6 steigt zwar durchaus noch ein Oktave tiefer hinab, doch angesichts der Größenunterschiede liefert die M6-Rear eine absolut erwachsene Leistung ab, mit dem selbst anspruchsvolle Cineasten so gut wie keine tonale Beeinträchtigung feststellen werden. Die Klangpräzision bzw. -detaillierung erreicht speziell im Mittel-/Hochtonbereich ein sehr hohes Niveau in der Region der Frontspeaker. Bei den zahlreichen Laser/Torpedo-Effekten fällt auf, dass die beiden M6 Rear auf eine besonders räumliche Abstrahlung getrimmt sind und dabei immer noch eine passable Ortungsgenauigkeit bieten. Als Meister der Lokalisationsschärfe haben wir jedoch auch die Frontspeaker nicht kennengelernt, dafür schätzen wir deren weitläufige Abstrahlcharakteristik dafür umso mehr. Als Vorteil dieser Auslegung ergibt sich eine relativ aufstellungsunkritische Charakteristik mit einem großen Hörbereich. Die explosionslastige Auseinandersetzung bringt außerdem zu Tage, dass selbst die tiefspielenden Swans-Lautsprecher nicht in der Lage sind, einen Subwoofer bei hohen Pegeln hundertprozentig zu ersetzen. Besonders die Lautsprecher auf der Frontachse sorgen im Frequenzkeller zwar für viel Volumen, doch sowohl Druck wie auch Präzision sind bei Pegeln jenseits der 95db bei einem guten Subwoofer schlichtweg besser aufgehoben. Insbesondere bei extremen Effekten wie z.B. der Gebäudeexplosion bei 1:27:58 oder dem Einschlag durch die Impulskanone ein paar Sekunden später, weicht die Basswiedergabe auf. Während die Pegelfestigkeit im Bass gegenüber den diesbezüglichen Preisklassenreferenzen etwas im Hintertreffen ist, gefallen die Lautsprecher durch eine bemerkenswert belastbare und saubere Mittel-/Hochtonwiedergabe. Als 5.0 Set können wir die Swans M6-Lautsprecher zwar nur  bedingt für hohe Lautstärken empfehlen, doch wenn die Lautsprecher von der LFE-Arbeit befreit sind erweisen sie sich wegen ihrer entspannten Hochtondurchzeichnung sogar als exzellente Zeitgenossen für intensive Hörsessions. Desweiteren ist uns aufgefallen, dass die Lautsprecher verhältnismäßig einfach zu betreiben sind, was die Verstärkerleistung betrifft. Selbst mit einem Marantz SR-6004 konnten wir die Schallwandler zuverlässig befeuern. Dieser Umstand liegt aber auch in der leicht gebremsten Grobdynamik begründet, die bei hohen Pegeln nicht ganz so brachial und zerschmetternd einsetzt, wie wir es von einigen anderen Systemen kennen. Dem widerrum setzen die Swans-Lautsprecher ihre faszinierende Souveränität entgegen, so dass z.B. die Dialoge zwischen den U-Boot Piloten inmitten der Effektorgie klar herauszuhören sind, zumal auch der antreibende Score präzise in das akustische Geschehen eingebunden. Auch bei den zahlreichen Effekte innerhalb der Unterwasserbasis gelingt es den Lautsprechern vorzüglich, akustische Elemente wie Lautsprecherdurchsagen, Projektile, Sprenkleranlagen und Computergeräusche, mit der notwendigen Prägnanz zu versehen. Lediglich bei Effekten, die besonders auf Brillanz setzen (z.B. der PDA-Alarm bei 1:30:20´´ oder die Blitzgeräusche beim Kampf der Ninias) fällt die etwas mildere Strahlkraft im Hochtonbereich überhaupt auf. Für analytische Hörer ist das Swans-Ensemble vielleicht einen Tick zu schönzeichnerisch und besitzt nicht genügend Offensivgeist, doch besonders Hörtypen mit dem Wunsch nach kultivierten Klängen mit hohem Detaillierungsvermögen werden unterhalb 10.000 Euro kaum etwas Besseres auf dem Markt finden. 


Gute Konzert Blu-Rays sind mit dem M6-Set ein purer Hochgenuss.

AC/DC bei Zimmerlautstärke ist wie Angus Young ohne Schuluniform - und genau deswegen dürfen sich die Swans-Lautsprecher nun einmal richtig austoben und unseren Hörraum zu einer Rock-Arena verwandeln. Obwohl die Schallwandler in den vorangegangenen Filmbeispielen bereits gute Leistungen gezeigt haben, legen sie bei der Umsetzung dieser Konzertaufnahme nochmal eine Schippe zu. Wenn unvergängliche Rock-Hymnen über die Membranen erklingen und über 100.000 Fans abrocken  sind die Swans-Lautsprecher absolut in ihrem Element. Ein Großteil unserer Begeisterung geht auf das Konto der losgelösten Instrumentaldarstellung. Obwohl die Abmischung kaum auf klassische Stereophonie setzt und die Musiker stattdessen mehrheitlich auf einem einzelnen Lautsprechern positioniert, löst sich das Klanggeschehen zu großen Teilen von den Membranen und sorgt somit für ein einhüllendes, lückenloses Surround-Gefüge. Auch die Integration des Centerspeakers überzeugt auf ganzer Linie: der charakteristisch-schrille Schreigesang von Brian Johnson wird bei den meisten Liedern gleichmäßig über alle drei Frontlautsprecher wiedergegeben, wo schon kleinere tonale Schwankungen eine Beeinträchtigung der Klangtransparenz sowie Kohärenz zur Folge hätten. Hinsichtlich Dynamik, Volumen und der angenehm seidigen Hochtondarstellung spielen M6 und M6 Center ebenfalls sehr homogen. Insgesamt betrachtet, bezieht das komplette Swans-Set einen weiteren großen Spaßfaktor aus der exzellenten Auflösung im Mitteltonbereich, wo selbst bei sehr hohen Pegeln eine exakte  Differenzierung zwischen Rythmus- und Lead-Gitarre geboten wird. Diesbezüglich spielen die Lautsprecher für ihre Preisklasse definitiv überdurchschnittlich gut und stehen selbst so manchem teurerem High-End System um nichts nach! Beim Intro von "Dirty Deeds done dirt cheap" legt das Swans-Quintett eine wohlproportionierte Umsetzung der satten Bässe auf das Parkett. Aufgrund der ehrlichen Abstimmung bauen die Lautsprecher keinen zusätzliches Volumen auf, liefern dafür aber ein hohes Maß an Präzision und Druck. Durch die ausgewogene Darstellung werden auch die Rearspeaker hinsichtlich der Gitarrendarstellung harmonisch eingebunden und kommen kraftvoll zur Geltung. Beim ersten Refrain (Laufzeit ca. 53:04 min.) sind sämtliche Lautsprecher in der Lage, die Dynamikspitzen mitzugehen und dabei immer souverän genug zu bleiben, um das Ausklingverhalten einzelner Saiten hörbar zu machen. Selbst die verschiedenen Stimmprofile im vierstimmig gesungenen Refrain arbeitet das Set gut heraus. Beim technisch anspruchsvollsten Track "For those about to Rock" adeln sich die Lautsprecher durch ihre schnelle und detaillorientierte Spielweise zu wahren Könnern: die verschiedenen Tempiwechsel  mitsamt Wechsel von Einzel- auf Komplettinstrumentierung, haben wir selten in einer vergleichbaren Souvärinität und Vielseitigkeit gehört. Besonders beeindruckend ist in diesem Zusammenhang die Wiedergabe der prägnant gespielten Drums zwischen Laufzeit 1:32: 36 und 1:36:38, wo die harten Anschläge beim Becken und den Hi-Hats derart exakt dargestellt werden, dass zum Schluss hin sogar die nachlassende Kraft von Chris Slade hörbar ist. Fazit: das Swans M6-Set zaubert ein raumfüllendes und live-haftig wirkendes Konzertfeeling von höchster Qualität. Die Unterschiede der PCM-Tonspur gegenüber der DD5.1 Variante (weniger oberflächlicher Bass, dafür aber mehr Druck und deutlich (!!) detailierte abgemischte Gitarren sowie mehr Dynamik) werden in einem derart beeindruckendem Maße aufgezeigt, dass selbst Bildgourmets über die völlig verrauschte Videoqualität hinwegsehen und stattdessen höchstwahrscheinlich headbangend vor der Leinwand stehen werden.

Markteinordnung:

Nubert nuVero

Nubert's nuVero Modellreihe verkörpert ziemlich genau das akustische Gegenteil der Swans M6 Familie: die schwäbischen Schallwandler packen im Bass energischer zu, spielen grobdynamisch brachielar auf und sind zudem auch pegelfester. In Bezug auf Klangdetaillierung im Mittel-/Hochtonbereich, sowie insbesondere der Loslösung des Klanges vom Lautsprecher gefallen dem Tester (trotz der praktischen Klangschalter bei den nuVero-Modellen) jedoch die Swans-Schallwandler besser. Als entscheidenden Vorteil für anspruchsvolle Cineasten verbuchen wir die homogenere Swans-Abstimmung zwischen den verschiedenen Modellen, zumal der nuVero7 als liegender D`Apolitto sowieso mit Linearitätseinbrüchen außerhalb der Achse kämpfen muss. Den niedrigeren Nubert Preisen mitsamt größerer Farbauswahl setzt das Swans-Ensemble den günstigeren Wirkungsgrad entgegen. Fazit: wer anspringende Lautsprecher mit großem Offensivgeist und variabel-einstellbarer Tonalität bevorzugt, sollte zu Nubert greifen, Anwender mit Faible für Klangtransparenz, entspannte Seidigkeit und räumliches Darstellungsvermögen finden im Swans-System die wahrscheinlich gefälligere Alternative.


Wharfedale Opus²

Beim Direktvergleich mit Wharfedale's überarbeiteter Opus² Serie wird die Luft zwischen beiden Kontrahenten schon merklich dünner, da beide Systeme auf eine sehr ähnliche Akustik setzen, im gleichen Preisbereich operieren und auch technisch ähnlich bestückt sind. Die Klangfarbenvielfalt liegt speziell im Mitteltonbereich auf einem ähnlich hohem Niveau. Die Textilhochtöner der Wharfedales klingen jedoch etwas strahlungskräftiger, während die Swans-Boxen minimal besser auflösen und insgesamt trotzdem noch unangestrenger klingen. Dafür greift die Opus²-3 im Bassbereich (bei ähnlich gutem Tiefgang) vehementer/druckvoller zu und modelliert bei höheren Pegeln präziser. Feindynamisch und auch in Bezug auf die Center-Homogenität gelingt es den Swans M6-Modellen ihre sehr guten Kontrahenten nochmals recht deutlich zu toppen. Hinsichtlich der Tiefenstaffelung trennen sich beide Systeme mit einem Unentschieden, da die M²-Schallwander etwas mehr Ortungsgenauigkeit generieren, während die Swans M6 das insgesamt gelöstere Klangbild bieten. Der Anspruch an die Verstärkung liegt sowohl bei Wharfedale als auch Swans auf einem vergleichbar genügsamen Level, wobei die amerikanischen Klangspender mit besserer Vorverstärkung noch mehr zulegen können. Wharfedale bietet wiederrum eine noch noblere Gehäuseverarbeitung in vier auswählbaren (preisgleichen) Klavierlack-veredelten Ausführungen.

 
Monitor Audio Platinum

Die Platinum-Range von Monitor Audio liegt preislich deutlich oberhalb von Swans' M6 Modellreihe. Die Klangcharakteristik zielt hier in eine etwas andere Richtung, obwohl Sprachwiedergabe bei beiden Systemen eine leicht warme Einfärbung aufweist. Die Monitor Audio Lautsprecher verfügen über ein anschiebendes, äußerst massives Klangfundament und klingen im Hochtonbereich strahlungskräftiger. Das Auflösungsvermögen liegt speziell im Mitteltonbereich leicht überhalb der Swans Modelle, während die oberen Frequenzen eine größere Durchzeichnungstiefe aufweisen. Die "anspringendere" Akustik spricht vornehmlich den Emotions- und Erlebnisfaktor an, während die souveräne Spielweise der Swans M6 diesbezüglich einen Kontrapunkt setzt. Obwohl die maßstäbe-setzende Centerspeaker-Homogenität zwischen PL300 und dem PLC350 nach wie vor Bestand hat, gelingt es Swans mit den Pendants aus der M6 Serie in Sichtweite zu bleiben. Ohne akustisch optimierten Raum wird man diesbezüglich kaum qualitative Unterschiede zwischen beiden Anbietern hören können. Fazit: unter Berücksichtigung der enormen preislichen Differenz schlagen sich die Swans M6 sehr wacker und können überraschenderweise in Bezug auf Feindynamik und Raumtiefe sogar Akzente dagegensetzen. Aufgrund der grundlegend anderen Akustik dürften sich diese Firmen aber sowieso kaum gegenseitig Konkurrenz machen. 

Fazit:


Das hier getestete Swans M6 Surroundset gehört zweifellos zu den besten Lautsprechersystemen, die jemals unsere Teststudios bevölkert haben, was angesichts eines Gesamtpreises von weiter unter 10.000 Euro sehr beachtlich ist. Insbesondere hinsichtlich audiophiler Feingeistigkeit und Detailreichtum schicken die Lautsprecher eine Performance der Sonderklasse über ihre Membranen ins Auditorium. Anspruchsvolle Klanggourmets werden angesichts der famosen Symbiose aus kultivierter Lässigkeit sowie hochauflösender Akribie gerne verzeihen, dass andere Mitbewerber mit akustischen Schwerpunkten in Bezug auf Bass-Intensität oder Grobdynamik dagegenhalten. Ein weiterer großer Vorteil von Swans liegt zusätzlich in der harmonischen Gesamtabstimmung innerhalb der kompletten Surroundkulisse, welche angesichts der Größenunterschiede klassenübergreifend als mustergültige Lösung angesehen werden muss. Die enorm räumliche Spielweise verdanken die Lautsprecher ihrer breiten Abstrahlcharakteristik, womit sie der cineastischen Perfektion durchaus nahe kommen. In Anbetracht des respekteinflösendem Materialeinsatzes und der Gehäuseverarbeitung entpuppen sich diese Lautsprecher als Sonderangebote im Oberklassesegment. Einzig die fehlenden Alternativausführungen hinsichtlich Furnierung bzw. Lackierung stellen einen gewichtigen Kritikpunkt dar - doch wer Gefallen am optischen Erscheinungsbild findet und für audiophile Klänge nicht den Wert eines Kleinwagens investieren möchte, ist mit einer Hörprobe beim nächstgelegenen Swans-Händler sehr gut beraten. 

feinzeichnend, akkurat und dennoch kultiviert - das Swans M6
Surround-Set eignet sich hervorragend für Anwender mit Wunsch
nach harmonisch-audiophiler Akustik ohne analytischen Beigeschmack.
Dank hoher Räumlichkeit und guter Homogenität der einzelnen
Lautsprecher werden selbst anspruchsvolle Ohren verwöhnt.

Swans M6 + M6 Center + M6 Rear
5.0 Surround-System
Gesamtpreis: 8.775 Euro
Kategorie: Oberklasse
Test. 9. Februar 2010

Website des Anbieters. www.worldclass-speaker.com


Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:


Text: Lars Mette

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