Test: Swans M1 - ist die günstige Kompaktbox zurecht ein Geheimtipp ? 

(12. Dezember 2007 - Lars Mette)


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

Swans, die Zweite: kurze Zeit nach dem Test des T700 Surroundsets möchten wir Ihnen ein weiteres Produkt des hochinteressanten Lautsprechergiganten vorstellen. Dieses Mal wenden wir uns jedoch keinen futuristischen Surroundsystem zu, sondern begeben uns in eine komplett andere Produktkategorie. Momentan erlebt die Branche einen kleinen Umbruch, denn trotz der immer weiter voranschreiteten Mehrkanaltechnologie wünschen sich scheinbar viele Anwender einfach nur eine simple, aber hochklassige Stereoanlage. Diesem Bedarf möchte auch Swans nachkommen und hat hierfür schon seit Längerem ein Produkt im Portfolio, welches sich international zum Aushängeschild der amerikanisch/asiatischen Marke entwickelt hat und in vielen Kreisen als Geheimtipp gehandelt wird.


Die Rede ist von der Swans M1 - einem Kompaktlautsprecher mit einem Stückpreis von 625 Euro. Swans tituliert diesen Schallwandler ganz bewusst nicht als "Hifi-Box", sondern bezeichnet die M1 als Monitor. Interpretatorische akustische Eingriffe werden wir daher von der M1 nicht erwarten dürfen - dafür verspricht der Hersteller, eine absolut authentische und detailliert-ehrliche Spielweise. Die Vorzeichen für dieses Unterfangen stehen nicht schlecht, wenn man sich die verbauten Komponenten einer näheren Betrachtung unterzieht: ein hochwertiger Mitteltöner aus einer speziellen Gemischtfaserzusammenstellung wird von einem nicht minder wertigem Bändchenhochtöner flankiert. Um das Angebot noch attraktiver zu machen, bietet die M1 noch ein massives, echtholzfurniertes Gehäuse inklusive Echtlederfront.

Wenn die M1 auch nur halb so gut klingt, wie es die Technik suggeriert, hat sie beste Chancen, ein neues Preis-/Leistungshighlight unserer Testhistorie darzustellen. Selten hat ein Lautsprecher schon vor dem Einzug in das Teststudio derart viel Apetitt gemacht. Unterstützt wird die Neugierde auf die beiden M1 auch durch das Besuchervotum der kürzlich abgehaltenen Heimkinomesse "Home Cinema Highfidelity". Hier gelang es der M1, den Preis für die beste Stereovorführung zu gewinnen - und dies mit großem Abstand gegen teilweise deutlich teurere Konkurrenz. Sicherlich wird die hochwertige elektronische Zuspielung, als auch die professionelle RTFS Raumakustik einen großen Teil zu diesem Erfolg beigetragen haben (offiziell haben diese drei Hersteller zusammen ausgestellt und daher den Preis miteinander bekommen), doch dürfte es verdeutlichen, dass die M1 nicht zu unterschätzen ist. Wir sind daher auf unser eigenes Testergebnis sehr gespannt und werden die M1 mit vielen hochkarätigen HiFi Kompaktlautsprechern intensiv vergleichen.

Verarbeitung:

Im Gegensatz zur T-Serie zeigt sich die Optik der M1 absolut klassisch. Designexperimente sucht man hier vergeblich - diese Lautsprecher werden auch in einigen Jahren noch zeitlos und taufrisch aussehen. Alternativ zur oben abgebildeten Variante bietet Swans auch eine optisch leicht abgespeckte Version an. Die M1S kostet pro Stück nur noch 495 Euro und muss dafür mit einer Kunststofffront sowie folierten Gehäuseflächen vorlieb nehmen. Technisch/klanglich sollen sich beide Modelle um nichts nachstehen. 

Aus dem Vollen gefräst: die verbauten Furniere machen einen extrem hochwertigen Eindruck. Zur optischen Auflockerung verlaufen einige kleine Riefen durch die Oberfläche. Besonders schön ist zudem auch die dickwandige und massive Gestaltung der Gehäusekanten. Hier bietet Swans ein handwerkliches Level, was für eine 600-Euro Box völlig untypisch ist. Einen Kritikpunkt muss sich die M1 aber gefallen lassen: außer der vorliegenden Kirsch-Ausführung stehen keine weiteren Farbvarianten zur Verfügung.


Die Detailaufnahme der Schallwandler bringt die edle Lederfront sehr schön zur Geltung. Wie Sie sehen, wurde das Material sehr sorgfältig verlegt und beschert der M1 eine eigenständige Optik. Doch Eines müssen wir auch ganz klar kommunizieren: zur edlen Murhead-Lederbespannung einer Monitor Audio Platinum 100 fehlt noch ein ganzes Stück. Allerdings kostet das britische Boxenjuwel mit einem Stückpreis von 1860 Euro auch deutlich mehr...



Selbst bei den Schutzgittern hat sich Swans Mühe gegeben und liefert ausgeformte Komponenten mit soliden Metallstiften mit. Die M1 gehört zu den wenigen Lautsprechern, wo uns ein montierter Stoffrahmen überhaupt nicht negativ auffällt. Dies liegt zum Teil auch am grobmaschigem Stoff, der den Blick auf die edlen Chassis nicht völlig versperrt und der M1 somit immer noch eine dezente technische Ausstrahlung beibehalten lässt.



In der Rückansicht gewinnt die M1 wohl keinen Schönheitspreis, schließlich präsentiert sich diese Seite sehr nackt und weist lediglich eine schwarze, einfache Folierung auf. Positiv hingegen: die hochwertigen Lautsprecherterminals, welche standesgemäß in Bi-Wiring Ausführung gehalten sind.



Alle Bauteile sind sorgfältig im Gehäuse verbaut. Die Übergänge zwischen den Gehäuselementen, der Front oder den Chassis könnten auch mit einer Lupe inspiziert werden, ohne Beanstandungen zu offenbaren. Hier beweist Swans einen sehr hohen handwerklichen Standard und braucht sich vor keinem Mitbewerber zu fürchten. Die M1 hält auch einer genauen Betrachung absolut stand.
Fazit Verarbeitung:
Absolut souverän fahren die beiden M1 eine beeinduckende Teilwertung ein. Angesicht der superben Verarbeitung, drücken wir ausnahmweise auch ein Auge zu, was die nicht vorhandene Farbauswahl, als auch die folierte Ausführung der Rückwand betrifft. Es wäre schlichtweg unfair, der M1 hierfür einen übermäßigen Abzug zu geben, schließlich kennen wir kaum einen anderen Schallwander, welcher in der vorliegenden Preisklasse solche Akzente in der generellen Verarbeitung zu setzen vermag.

technischer Aufbau / Ausstattung:


Die M1 basiert auf einem 2-Wege Prinzip mit einem Bassreflexsystem 4. Ordnung. Hier spielt der sehr breitbandig arbeitende Tiefmitteltöner bis ca. 4 Khz hinauf, was Vorteile in Bezug auf die Abstrahlcharakteristik mitbringt. Die gelb schimmernde Membran besteht aus einem Verbund verschiedener Gemischtfasern und besitzt eine hohe Steifigkeit bei geringem Eigengewicht. Im Zentrum des Chassis befindet sich ein Phaseplug zur weiteren Optimierung der Schallausbreitung. Durch die geringe Membranfläche (5´´) gehen wir davon aus, dass die M1 sowohl im Tiefbass, als auch Maximalpegel recht früh an ihre Grenzen stossen wird. Zaubern kann schließlich auch Swans nicht, selbst wenn die technischen Daten einen sehr niedrigen -3db Punkt von 53 Hz verkünden.



Für die Frequenzen überhalb 4 Khz übergibt die M1 an einen hochwertigen Bändchenhochtöner. In fast allen Kompaktlautsprecher dieser Preisklasse sind "traditionelle" Kalottenhochtönerzu finden. Diese erzeugen den Schall durch kolbenförmige Schwingungen, während ein Bändchenhochtöner mit einer Biegeschwingmembran arbeiet. Der entscheidende Unterschied dieser beiden Techniken liegt in der größeren Luftmasse, die eine Kalotte bewegen muss, damit ein Ton zu hören ist. Ein Bändchen ist daher rein theoretisch in der Lage, deutlich schneller/impulstreuer zu spielen.  Dem gegenüber steht wiederum die physikalische Gegebenheit, dass ein Bändchen keine großen Membranauslenkungen erlaubt, bei zunehmender Größe Probleme mit der Abstrahlcharakteristik bekommt und zu guter letzt einen kleineren Frequenzbereich abdeckt. Durch die späte Ankopplung an den Tiefmitteltöner wäre die Problematik des Frequenzbereichs schon einmal gemildert, so dass sich der Bändchenhochtöner der M1 komplett auf die Wiedergabe überhalb 4 Khz konzentrieren kann. Laut Datenblatt erreicht die M1 stolze 40Khz. Solche Frequenzen kann zwar kein Mensch hören, aber es verdeutlich die Leistungsfähigkeit dieser Komponente. Die kritische Abstrahlcharakteristik eines Bändchen soll durch die spezielle Wölbung des HT-Moduls kompensiert werden. Um das akustische Zentrum außerdem noch so exakt wie möglich zu gestalten, wurde das Hochtonmodul an der Unterseite kurzerhand abgeschnitten, so dass er deutlich näher zum Tiefmitteltöner rutschen konnte.

Ingesamt kann man an der Swans M1 in konstruktiver Hinsicht nur staunen - die Bestückung ist exzellent geraten, zumal auch die Gesamtkonzeption absolut schlüssig ist. Swans spielt  i hier gekonnt seine Vorteile aus, die sie aufgrund der immensen Fertigungstiefe besitzen - die M1 ist kein Sammelsurium verschiedener zugekaufter Einzelteile, sondern vereint vom Gehäuse, über die Chassis bis hin zur Frequenzweiche lediglich Komponenten, die ihr wie ein Maßanzug sitzen. Lediglich der etwas ungünstige Wirkungsgrad fällt aus dem Rahmen, allerdings ist die M1 sowieso nicht als "Krawallmacher" gedacht und dürfte daher ohnehin nur selten richtig viel Strom von der Endstufe zugeführt bekommen. Laut Deutschlandvertrieb ist übrigens eine nochmals überarbeitete Version der M1 auf dem Weg: die M1-GH wird über handselektierte Chassis, sehr hochwertige Frequenzweichenteile von Mundorf, sowie eine andere Innenverkabelung als auch LS-Terminals bekommt. Zu guter Letzt kommen noch Silberfolienölpapierkondensatoren zum Einsatz. Insgesamt wird die M1-GH dadurch aber auch ein einer gänzlich anderen Preisliga spielen - der avisierte Stückpreis wird bei 1250 Euro liegen. Wer hingegen eher auf Mehrkanalsetup schielt, wird ab März 2007 ebenfalls Grund zur Freude haben: Swans bringt dann nicht nur die M2, eine Standbox heraus, sondern veröffentlich ebenfalls passende Center- und Rearspeaker !

Modell / Stückpreis Swans M1 / 625 €
Bauweise 2 Wege Bassreflexsystem
Chassisbestückung 1x RT1 isodynamisches Bändchen 
1x F1 5´´ Tiefmitteltöner 
Frequenzbereich 53 Hz - 40.000 Hz (+- 3db)
Wirkungsgrad 86 db (2.83W/1 Meter)
Impedanz 8 Ohm
max. Belastbarkeit 80 Watt
Abmessungen 21,0 x 26,1 x 33,0 cm (H,B,T)
Gewicht 8,6 Kilogramm
Testumgebung / Kombinationsempfehlung:


So viel nehmen wir unseren Höreindrücken schon einmal vorweg: Pegelorgien sind mit der M1 nur mit Abstrichen zu realisieren. Daher sind auch extrem potente Endstufen fehl am Platze. Allerdings sollte dies kein Freibrief sein, deswegen einfach den nächst x-beliebigen 100 Euro Verstärker vom Elektronikdiscounter zu ordern ! Da eine Endstufe auch einen gehörigen Einfluss auf die Klangqualität aufweist, sollte man hier schon eine sorgfältige Auswahl treffen. Vom Grundprinzip passen Geräte mit hohem Detailierungsvermögen und zugleich ausgeglichener Tonalität zur M1. Tendenziell schlank abgestimmte Hardware klingt mit den Swans Lautsprecher nicht sehr harmonisch, wie zB. die Rotel RMB-1090.



Frisch im High-End Studio eingetroffen und schon ein beliebter Zeitgenosse: die Audionet Pre1G3 Stereovorstufe erfüllt sämtliche Anforderungen der M1 mit Bravour. Zusammen mit dem AmpIIG2 Mono-Endstufen bildet das Bochumer Luxusduett unsere Basis für die anstehenden Hörtests und treibt die Lautsprecher unerbittlich an ihre Leistungsgrenzen. Ein Test des Pre1G3 können Sie übrigens noch vor Weihnachten auf unserer Website erwarten.



Als Signalquelle dient ein Denon DVD-3930 mit Cinemike Tuning Level 3. Die musikalisch flüssige Spielweise des Players ist bei den M1 in besten Händen und wird sehr vorteilhaft umgsetzt. Auch die Abbildungsgenauigkeit im Hochtonbreich kommt den Lautsprecher zugute. Abraten würden wir von Quellgeräten mit einer zu basslastigen Auslegung, bei der manche Feinheiten etwas untergehen, wie zB. beim Vincent CD-S3.



Ebenfalls eine absolute Top-Empfehlung: die Marantz-Kombi aus PM-15 S1 sowie SA-15 S1 (je 1.500 €). Hier hat Marantz eine absolut delikate Kombination aus optischer Eleganz, akustischer Finesse sowie solider Pegelfestigkeit zusammengerührt. 

Unsere hauptsächlich benutzten Testgeräte in der Übersicht:

VE-Kombi 1 Audionet Pre1G3 (ca. 3.500 €)
Audionet AmpIIG2 (ca. 6.800 €)
VE-Kombi 2 Myryad MXD4000 (ca. 4.800 €, Surroundvorstufe)
Myryad MXA2150 (ca. 5.400 €, Mehrkanalendstufe)
AV-Receiver Onkyo TX-NR 5000E (ca. 5.500 €)
CD-Player 1 Cinemike DVD-3930 Level 3 (ca. 3.000 €)
CD-Player 2 Audionet VipG2 mit SDI und EPS (zusammen ca. 9.800 €)
Höreindrücke:
Kaum angeschlossen, verbreiten die M1 schon richtig viel Spaß beim Hören und sorgen für gute Laune im Teststudio. So locker und unbeschwert haben wir eine Kompaktbox bislang selten aufspielen gesehen - die kleinen Swans-Lautsprecher agieren völlig ohne Hemmungen und geben sich keine Sekunde damit zufrieden, wie eine typische Kompaktbox zu musizieren. Die Tonalität präsentiert sich mit großer Ausgewogenheit, hier stechen weder tiefe, noch hohe Frequenzen negativ hervor, wie es bei Regalboxen ansonsten oft zu beobachten ist. Der Übergang zwischen beiden Chassis gelingt völlig unmerklich und absolut flüssig. Wir haben keine hörbaren Verfärbungen/Verfälschungen im kritischen Frequenzbereich feststellen können.
Mit großer Natürlichkeit setzen die beiden Swans-Speaker sämtliches Material um. Selbst das Abbilden orchestraler Stücke gelingt ihr mit einer Souveränität, Gelassenheit und Natürlichkeit, die sich so manche Standbox wünschen würde. Die hohe Klangtransparenz lässt keine Instrumente verschwinden bzw. untergehen - ganz im Gegenteil: mit der M1 hat man fast das Gefühl, mit einer (akustischen) Lupe direkt in die Aufnahme hineinsehen zu können! Sowohl Mittel- als auch Hochtöner zeichnen sich durch eine extrem präzise Vorgehensweise aus und passen deswegen vorzüglich zueinander. Der brillante, von Klarheit geprägte Hochtonbereich widmet sich mit großer Hingabe jedem Klangdetail. Erfreulicherweise kapituliert die M1 auch nicht bei schnellen Stücken und beweist mit harter Electromusik (zB. Agonoize), dass sie jeder Herausforderung gewachsen ist. Dasselbe lässt auch auch auf den mittleren Frequenzbereich übertragen, wo schnell gespielte Drums in bestechender Qualität herausgearbeitet werden. Stimmen setzt die M1 ebenfalls mit bestechender Genauigkeit und vielschichtigem Aufbau heraus. Selbst das Klangvolumen im Grundtonbereich ist nicht weit von der absoluten Klassenspitze entfernt. In Bezug auf die Bassdarstellung begeht die M1 einen ehrlichen Weg: sie dickt nicht auf und versucht auch gar nicht erst, extremen Tiefgang zu bieten (selbst wenn das Datenblatt etwas anderes aussagt). Dafür aber wartet sie mit einer sehr sauber konturierten Impulswiedergabe auf und scheut sich auch nicht, eine trockene Kickbasswiedergabe umzusetzen. Obwohl sich dieser Lautsprecher als akustisch vollwertig erweist und auch alleine durchaus erwachsen aufspielt, empfiehlt sich für bassverwöhnte Naturen, die Ergänzung mit einem (oder besser: zwei) potenten Subwoofer. Für diesen Zweck bietet sich beispielsweise der hauseigene Sub200A vorzüglich an, der unter 600 Euro kostet, und dank Doppelchassis und geschlossenem Gehäuse wohl der musikalischste Subwoofer seiner Preisklasse darstellt. Lediglich die optische Abstimmung muss Swans noch besser koordinieren, denn beide Produkte verfolgen ein völlig unterschiedliches Design. Dies ändert jedoch nichts an dem akustisch überaus harmonischen Klangbild. Musik lebt nicht nur von Details und tonaler Ausgewogenheit - ein nicht minder entscheidender Faktor kommt einer vitalen dynamischen Umsetzung zuteil. In diesem Bereich beweist die M1 ebenfalls erstaunliche Talente. Besonders die feindynamische Einarbeitung kleinerer Schallereignisse nimmt sie sorgfältig und äußerst differenziert vor.

Die räumliche Abbildung unterscheidet sich grundlegend vom Großteil der HiFi-Lautsprecher. Die M1 generiert keine künstlich erzeugte Bühne. Wenn eine Aufnahme platt abgemischt wurde, gibt sie dies gnadenlos und unvermittelt weiter. Da dies leider deutlich häufiger der Fall ist, als man gemein hin denkt, klingen manch andere Lautsprecher im Direktvergleich teilweise deutlich räumlicher und (je nach subjektiver Wahrnehmung) auch angenehmer. Wenn man der korrekten Aufstellung und Einwinklung die notweniger Beachtung schenkt, trumpft die M1 hingegen richtig groß auf: der Sweetspot ist zwar mehr auf einen Punkt fokussiert, doch dann stellt sich eine enorme Ortungsschärfe und Abbildungsgenauigkeit ein. Besonders die Bühnenbreite bringt sehr viele Feinheiten ans Tageslicht und auch die Abbildung der Phantomschallquellen inmitten der Lautsprecher gelingt der M1 mit Bravour.

Etwas Federn muss die M1 in der Rubriken Pegelfestigkeit sowie Grobdynamik lassen. Im Vergleich zur Monitor Audio GS-10 limitiert die M1 hörbar früher und verliert an Bassdruck und Lebendigkeit. Der Hochtonbereich wirkte auf uns zwar niemals grobschlächtig bzw. aggressiv, allerdings beschert die maximale Bass-Performance dem fröhlichen Pegeltreiben ein jähes Ende. Unschöne Anschlaggeräusche oder Luftströmungen (BR-Rohr) treten hingegen nicht auf, die M1 verliert bei Überbeanspruchung lediglich an Druck und Kontrolle. Wann genau die Belastbarkeitsgrenze überschritten wird, hängt sehr stark von der eingesetzten Musik ab. Für die recht kleine Membranfläche leistet dieser Lautsprecher zweifelsohne wirklich Erstaunliches - unter "normalen" Hörbedingungen und bei Räumen mit bis zu 25m² dürfte kaum ein Anwender wirklich etwas auszusetzen haben. Immerhin übertrumpft die M1 mehr als die Hälfte der Probanten des Kompaktlautsprecher-Mastertests 2006.

Wir laden Sie herzlich dazu ein, den soeben verlinken Testbericht nocheinmal zu lesen, und die Höreindruck der M1 hier einzuordnen. Für eine bessere Transparenz werden wir nachfolgend nicht nur eine kurze Marktanalyse betreiben, sondern haben die M1 zudem auch mit dem identischen Wertungsschemas des Mastertests benotet.

Beginnen wir den Vergleich mit dem Wettbewerb gleich mit einer extrem harten Nuss und betreiben eine Gegenüberstellung zwischen der 575€ kostenden Swans M1 und der Isophon Galieo mit einem Preis von 1299€. Insgesamt bleibt die schwäbische Bandpass-Konstruktion zwar vorne, aber deutlich knapper als man dies erwarten würde. Die Galileo bleibt nach wie vor absolute Referenz in Bezug auf Bassvermögen, Pegelfestigkeit und Raumabbildung, allerdings lässt sich die M1 in allen andern Disziplinen nicht abschütteln und bleibt mit der doppelt teuren Box auf Augenhöhe ! Dies würde die Monitor Audio GS-10 auch gerne tun, muss sich aber den Swans-Kandidaten geschlagen geben. Die GS-10 besitzt zwar keine echt Schwächen, vermag aber keine solchen absoluten Glanzpunkte zu setzen, wie die M1 in den Kategorien Auflösung und Stimmdarstellung. Außerdem klingt die GS-10 nicht ganz so ausgewogen und dickt im Bass etwas auf. In Kombination mit der überlegenen Pegelfestigkeit und akustisch vollerem Auftreten "mehr Bassfundament" stellt der zweite Platz alles andere als ein Fiasko für die GS-10 dar. Sie posititioniert sich als hervorragende Alternative, wenn andere Aspekte der Beschallung im Vordergrund stehen und man schlichtweg einen guten Allround Kompaktlautsprecher mit hohem Detailierungsvermögen sucht. Mit den anderen Teilnehmers des Testfeldes brauchen wir die M1 erst gar nicht ernsthaft zu vergleichen, da die Unterschiede von grundlegender Natur sind. Generell spielt die M1 sehr hart und direkt. Sie will keinen "Weichspüler-Sound" von sich geben, sondern das pure Quellmaterial für sich alleine sprechen lassen und hält sich daher mit interpretatorischen Eingriffen sehr zurück.

Die folgende Tabelle zeigt eine Einordnung im Vergleich zur Preisklasse bis 1200 € / Stück an !! 

Tonalität 9,5
Bass-Performance 7
Stimmdarstellung 9
Auflösung/Hochtonbereich 10
Raumabbildung 8
Dynamik 8
Pegelfestigkeit 6,5


Summe aller Punkte 58
Durchschnitt 8,28
Fazit:


Mit stehenden Ovationen gratulieren wir der M1 zu ihrem grandiosem Testerfolg. Obwohl der Kompaktlautsprechermarkt in diesem Preissegment bereits zahlreich und mitunter auch hochklassig bestückt ist, gelingt es den beiden Swans-Monitoren neue Akzente zu setzen. Natürlich muss man realistisch bleiben und darf keine Tiefbass- oder Pegelperformance im Maße eines ausgewachsenen Standlautsprechers erwarten, doch abseits dieser beiden Eigenschaften liefert die M1 fast schon sensationelle Leistungen. Wer kennen derzeit keine andere Offerte dieser Preisklasse, wo solch eine ausgeglichene Tonalität mit einer vergleichbaren Detaillierung und Präzision geboten wird. Die recht direkte Spielweise und der Verzicht auf künstlich erzeugte Rauminformationen könnten hingegen für manche Hörer zu viel des Guten sein. Und wer seine Stereoanlage gerne mal als Ersatz für einen Diskobesuch nutzen möchte, dürfte ebenfalls mit einer Monitor Audio GS-10 glücklicher werden. Demgegenüber steht eine wahre Flut an akustischer Informationsdichte innerhalb eines audiophilen-feinsinnigen Klangbildes. Dennoch kann man mit der M1 nicht nur zu Norah Jones und Konsorten lauschen - auch ein musikalischer Ausflug mit Heavy Metal á la Metallica ist bei den Klangwundern von Swans bestens aufgehoben. Die absolut überzeugende akustische Vorstellung wird von einer standesgemäßen Verarbeitung ergänzt, daher haben wir der M1 nicht nur das Referenz-Prädikat erteilt, sondern zudem auch einen Extrapunkt hinsichtlich der Preis-/Leistung. 
Audiophiles Klangjuwel mit hervorragender Verarbeitung
- die Swans M1 ist der Maßstab seiner Klasse.

 
Swans M1 - Stückpreis 625 Euro
Test: 12.Dezember 2007
Preis-/Leistung: +

Internet: www.swans-speaker.de

+ hervorragender, klarer Klang
+ gute Verarbeitung
+ sehr akkurate Raumabbildung
+ hochwertige technische Bestückung

- keine weiteren Holzvarianten lieferbar
- Pegelfestigkeit nicht Rekord-Niveau
- kein extremer Tiefgang

Text: Lars Mette

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