Test: Swans F2.2 High-End XXL-Lautsprecher zum
Schnäppchenpreis ?

Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.
(6.Mai 2008 -
Autor: Lars Mette )
Mit der F2.2 möchte der amerikanisch-chinesische
Lautsprechergigant Swans ein besonderes Marktsegment besetzen:
erklärtes Ziel dieser Boxenentwicklung stellt die Symbiose aus
audiophilen Klangtugenden mit einer immensen Pegelfestigkeit dar. Nun - wer
sich ein bißchen in der Branche auskennt, dürfte spontan
gleich mehrere Mitbewerbermodelle aufzählen können, welche
diese beiden Attribute für sich beanspruchen können, doch
während eine Isophon Arabba oder B&W 800D mit
Stückpreisen von teilweise um die 20.000 Euro im Sparkonto
niederschlagen, versucht die Swans F2.2 eine ähnliche Performance
für einen Bruchteil des Preises zu bieten.

Ein Paar dieser Schallwandler weist eine unverbindliche
Preisempfehlung von 5.990 Euro auf. Im ersten Moment kann man deswegen
durchaus dazu neigen, sich die Augen zu reiben - schließlich
verkörpert die F2.2 ein sehr beeindruckendes Erscheinungsbild.
Doch nicht nur der optische Anblick flößt Respekt ein: beim
Blick auf die technischen Angaben stellt sich heraus, dass die F2.2
über ein Gewicht von weit über 60 Kilogramm mitbringt,
stattliche 134 Zentimeter in die Höhe ragt und mit bis zu 600 Watt
belastbar ist.
Nachfolgend möchten wir uns mit diesem hochinteressanten
Lautsprecher auseinandersetzen und dabei der Frage nachgehen, ob Swans
mit der F2.2 tatsächlich eine "Wunschlos-Glücklich-Box"
abgeliefert hat, die gleichzeitig gut klingt, hohe Pegel spielen kann
und zugleich noch (verhältnismäßig) günstig ist.
Dementsprechend unterschiedlich sehen auch die Sparringspartner aus, die wir ihr
im Hörparcours entgegenstellen werden: von der pegelfesten Nubert
nuLine122 bis hin zur traumhaft klingenden Isophon Cassiano, muss sich
die F2.2 gegen unsere Referenzen aus verschiedenen Preisklassen
stellen. Swans bietet zur F2.2 auch entsprechende Surroundlautsprecher
an. Solch ein System mit den F2.2 als Hautlautsprecher werden wir Ihnen
schon in kurzer Zeit ebenfalls vorstellen, doch momentan möchten
wir uns ganz auf die Stereoqualitäten dieser "Monsterbox"
konzentrieren.
Verarbeitung:
Über die Erscheinung einer F2.2 braucht man eigentlich wenig zu
schreiben - es sagen bereits die Bilder alles aus. Wer auf Kleinwagen,
2 Zimmer-Wohnungen oder 82cm-Bildschirme steht, wird wohl mit
einer F2.2 keine spontane Freundschaft schließen. Diese Box ist
für Anwender konzipiert, die nicht auf Minimalismus ausgerichtet
sind, sondern stattdessen auf kompromisslose Funktionserfüllung
achten. Kurz und knapp: die F2.2 beherzigt das altbekannte Sprichwort
"Form follows Function".
Sämtliche Gehäuselemente weisen eine stark gerundete Form
auf, was bei einem Schallwandler dieser Größe für ein
recht leichtfüßiges Auftreten sorgt. Im
Direktvergleich empfinden wir deswegen zB. eine Nubert nuLine122 als
etwas klobiger/sperriger, obwohl dieses Modell sogar etwas kleiner
dimensioniert ist.
Ein weiterer Grund für die sehr
majestätisch/ästhetische Erscheinung stellt auch die noble
Oberflächenverarbeitung dar. Unsere Testgeräte besitzen
hochglanzpolierte Echtholzfurniere im Kirsche-Look. Welche
Baum-/Holzart hier nun genau zum Einsatz kommt, war leider nicht in
Erfahrung zu bringen. Alternativ liefert Swans die F2.2 auch preisgleich
in Black-Pianolack.
Doch auch bei der Echtholz Variante finden sich schwarze
Hochglanzelemente. Sowohl die Grundplatte, als auch die
Frontschallwände sind in jener Colorierung abgesetzt -
selbstverständlich ebenfalls im
Hochglanzverfahren. Sämtliche Gehäusekanten oder
Chassiseinpassungen zeugen
von einer sehr hohen handwerklichen Kunst und erreichen internationales
Topniveau.

Von hervorragender Qualität erweisen sich die
Anschlussterminals. Sie nehmen große Kabel, sowie Kabelschuhe und
Bananenstecker sicher auf, lassen sich leichtgängig bedienen und
hinterlassen auch optisch einen soliden Eindruck. Zusätzlich sind
die Terminals auf einer kleinen Metallplatte untergebracht, welche
formschön an der Rückseite an die Box integriert wurde. Die
konusförmige Ausbuchtung des BR-Ports betont den High-End Flair.

Nicht ganz perfekt wollen die Schutzgitter ins Bild passen: unserer
Meinung nach, würden der F2.2 Metallgitter wesentlich besser zu
Gesicht stehen, außerdem stellen die Aufnahmelöcher bei
"nackter" Aufstellung keine besonders schöne Ansicht dar. Andere
Hersteller haben dies eleganter gelöst und die Aufnahmen
hierfür in die Lautsprecherchassis , oder über
integrierte Magnethalterungen (Monitor Audio Platinum)integriert. Ferner, thronz die F2.2 uf einem
hübschen MDF-Sockel. Rein optisch sicherlich recht ansprechend,
aber wir vermissen eine akustisch vorteilhafte Integration durch Spikes
oder spezielle Absorberfüsse. Beides besitzt die F2.2 nicht und
wird stattdessen nur über die normalen Standfüsse auf die
Platte gestellt, welche wiederum direkt auf dem Boden liegt.
Fazit Verarbeitung:          
Die Primäreigenschaften durchläuft die F2.2 mit Bravour:
Gehäuseoberfläche und Verarbeitungsqualität liegen auf
einem außerordentlich hohem Niveau und lassen sich ohne Weiteres
mit der Klassenspitze vergleichen. Selbst gegenüber einer
Wharfefale Opus²-3 braucht sich die F2.2 nicht zu verstecken !
Für einen kleinen Abzug sorgt primär die recht geringe
Farbauswahl sowie die verbesserungswürdige Lösung mit der
Bodenplatte. Beide Faktoren sollten für Interessierte jedoch keine
große Rolle spielen, sich die F2.2 schlechtzureden: hier steht
zweifellos eine der optisch beeindruckendsten Schallwandler seiner
gesamten Preisklasse vor uns!
Technik:
Eine große Besonderheit der F2.2 stellt die Bauweise mittels
separater Module dar. Es gibt somit kein einzelnes, großes
zusammenhängendes Gehäuse, sondern stattdessen 3 Elemente,
die übereinander gestapelt werden. Dieser Aufbau besitzt nicht nur
logistische Vorteile (Transport, Aufbau etc.). Durch die kompromisslose
Trennung können die jeweiligen Sektionen mit weniger Beeinflussung
untereinander werkeln, als dies üblicherweise bei konventionellen
Konstruktionen der Fall ist. Andererseits muss man an dieser Stelle
erwähnen, dass andere Hersteller ebenfalls einen großen
Aufwand betreiben, und ihre Gehäuse mit ausgeklügelten
internen Verstrebungen/Versteifungen/Abtrennung versehen.

Beim Betrachten der grundsätzlichen
Arbeitsweise entpuppt sich die große Swans-Box als typische
3-Wege Konstruktion mit Bassreflexunterstützung. Wie auf dem
oberen Bild sehr schon zu erkennen, sind sämtliche Bausteine sehr
stark gerundet. Durch diese Reduzierung paralleler Wände (in der
Vertikalen), verspricht Swans eine weitere Optimierung der
Arbeitsbedingungen. Die beiden oberen Module werden jeweils
extern (per Lautsprecherkabel) mit dem untersten Modell verbunden. Wer
will, kann aber jede Stufe auch direkt von der Endstufe aus befeuern
und somit Bi-/Triamping betreiben. Sehr lobenswert ist die Tatsache,
dass Swans sehr hochwertige Verbindungskabel (inkl. sehr soliden
Bananensteckern) beilegt - inklusive einem 3 Meter Lautsprecherkabel
für die Anbindung an die Elektronik. Zusätzlich packt Swans
jedem Lautsprecher noch ein individuelles Messprotokoll des
Frequenzgangs auf Achse bei. Der Wirkungsgrad wird mit 88db bei
2,8 Volt/1 Meter beziffert. Dieser Wert liegt im Mittelfeld und deutet
darauf hin, dass die F2.2 zwar keine monströsen Monoendstufen
benötigen, aber auch nicht unbedingt mit leistungsschwachen
Röhren-Amps betrieben werden sollten. Die offiziell empfohlene
Verstärkerleistung von bis zu 600 Watt dürfte ohnehin dazu
verleiten, entsprechend kräftige Elektronik einzusetzen -
schließlich braucht man sich sonst ja keine "Schlachtschiffe" vom
Ausmaß einer F2.2 in den Hörraum zu stellen...

Als Basis dient das unterste Element und
beherbergt einen 8 Zoll Tieftöner, der auch Subwoofern gut zu
Gesicht stehen würde. Swans gehört zu den wenigen
Lautsprecherherstellern mit eigener Fertigung für Gehäuse und
Chassis. Daher ist man in der Lage, maßgeschneiderte
Bauteile für solche Einsatzzwecke fertigen zu lassen. Der Swans
D8.8 Woofer zeichnet sich (laut Hersteller) durch seine Präzision
sowie Belastbarkeit aus. Dank Langhubchassis kann dieser Treiber auch
tiefe Frequenzen mit Nachdruck wiedergeben und kommt nicht in
Verlegenheit, zu schnell an seine mechanischen Grenzen zu stoßen.

Im mittleren Modul hausen Mittel- sowie
Hochtöner in friedlicher Eintracht. Die Wiedergabe hoher
Frequenzen übernimmt dabei das isodynamische Bändchen RT1.3.
Dieses Bauteil stellt einer der besten Hochtöner im Portfolio von
Swans dar, schließlich kommt er auch bei den beiden Lautsprecher
überhalb der F2.2 zum Einsatz. Generell fällt auf, dass Swans
bei sehr vielen Schallwandlern mit dieser Technologie arbeitet und
daher schon sehr viel Erfahrung vorweisen kann. Bestes Beispiel stellt
der Kompaktlautsprecher Swans M1 dar, der für 625 Euro bereits
ebenfalls schon mit einem isodynamischen Bändchen (Modell RT1)
aufwartet und sich durch seine phänomenale Hochtondurchzeichnung
einen Referenzstatus verdient hat. Die Mittenwiedergabe obliegt dem
PD-5 HQ Bassmitteltöner. Er profitiert besonders durch die
Modulbauweise, schließlich darf er auf sein eigenes
(geschlossenes) Gehäuse zurückgreifen, zumal er mit deutlich
weniger tieffrequenten Schwingungen zu kämpfen hat, wie seine
Artgenossen in konventionell aufgebauten Modellen.

Das oberste Stockwerk ist wiederum
für die Basswiedergabe reserviert. Daher dürfte es auch wenig
überraschen, dass sich hier derselbe 8 Zoll Woofer wiederfindet,
den wir schon beim untersten Modul kennengelernt haben. Ingesamt stehen
also 2 Stück dieser Tieftöner für die Basswiedergabe zur
Verfügung. Neben einer großen Membranfläche birgt
dieses Konzept aber noch einen weiteren Vorteil: die Schallabgabe an
den Raum erfolgt durch die recht hohe räumliche Trennung sehr
vorteilhaft, da die vertikalen Raummoden weniger stark angeregt werden,
als bei Lautsprechern mit direkt übereinander angeordneten Chassis
(zB. Piega TC-70X, Wharfedale Opus²-3 etc.). Beide Bass-Module der
Swans F2.2 greifen auf ein Bassreflexrohr zurück, um auch tiefe
Frequenzen zu erreichen. Für individuelle Feinabstimmung bzw.
Raumanpassung gehört jeweils ein Paar Schaumstoffpropfen zum
Lieferumfang.
Die technischen Daten in der Übersicht:
| Modell / Stückpreis |
Swans F2.2 / 2.990 Euro |
| Aufbau |
3-Wege Konstruktion mit Bass-Reflex Technik |
| Chassisbestückung |
2x Swans D8.8 HQ-Woofer
1x Swans PD-5-HQ Bassmitteltöner
1x Swans RT1.3 isodynamisches Bändchen |
| Frequenzgang |
34 Hz - 35 kHz (+- 3dB) |
| maximale Belastbarkeit |
600 Watt |
| Impedanz |
4 Ohm |
| Wirkungsgrad |
88db (2.83V/Meter) |
| Abmessungen |
134 x 37 x 47,4 cm (H,B,T) |
| Gewicht |
64,5 Kilogramm |
(sämtliche Daten basieren auf Herstellerangaben)
Testumgebung:
Ein Lautsprecher, der große akustischen Leistungen zum kleinen
Preis bieten möchte, sollte vorzugsweise auch an Elektronik
betrieben werden, die den gleichen Anspruch erfüllt.
Schließlich würde es wenig Sinn machen, wenn die F2.2 nur
mit sündhaft teurerem Equipment richtig loslegt und ihr
Preisvorteil somit verpuffen würde. Aus diesem Grund haben wir
unsere bewährten Advance Acoustic Monoendstufen vom Typ MAA-705
als Maßstab herangezogen. Über mangelnde Leistung braucht
man bei den französischen Class-A/B Kraftwerken nicht zu
diskutieren (400 Watt an 4 Ohm) und auch in klanglicher Hinsicht
überzeugen die Monoblöcke mit neutraler Tonalität sowie
hohem Detaillierungsgrad.
Dieses Bild haben wir nicht ausschließlich zur Visualisierung
der verwendeten, kraftvollen Audionet
Mono-Endstufen gewählt. Unsere Testläufe beinhalteten die
Verwendung von mehreren Audionet Komponenten, allerdings konzentrierten
wir uns auf ein sehr reizvolles
Experiment mit dem Mehrkanalverstärker AmpVII (links unten im
Rack). Diese Referenzendstufe ist für anspruchvolle
Heimkinoenthusiasten gedacht und bietet einzelne
Verstärkerzüge mit jeweils 250 Watt (4Ohm) sowie knapp 50.000
Microfarad
Siebkapazität - in siebenfacher Ausfertigung, wohlbemerkt!
Für diesen Test haben wir den AmpVII etwas zweckentfremdet und ihn
zum Tri-Amping der F2.2 herangezogen. Über die Ergebnisse
berichten wir in der nächsten Rubrik.
Unsere hauptsächlich genutzte Hardware in der Übersicht
Höreindrücke:
Die
erste klangliche Kontaktaufnahme mit Testlautsprechern ist für
gewöhnlich nicht allzu prägnant. Häufig entfaltet sich
der Charakter im Laufe der mehrstündigen Hörsessions. Die
Swans F2.2 konnte zwar ebenfalls im Lauf der Testreihen ihr akustisches
Profil noch weiter schärfen, doch gleich von Beginn stürzte
sie sich vehement und energisch auf die üblichen CD-Tracks.
Schnell festigte sich der Eindruck, dass die F2.2 nicht nur sehr
universell begabt ist, sondern darüberhinaus auch echte
Entertainer-Qualitäten verkörpert.
Insgesamt
präsentieren sich die beiden mannshohen Schallwandler als recht
ausgewogen. Im Grundton- und Bassbereich agiert die F2.2 mit
besonderem Engagement. Diese Eigenschaft ist jedoch nicht derart
stark ausgeprägt, dass dadurch der grundlegende Musikcharakter
verwässert wird. Stattdessen würden wir die F2.2 als
Lautsprecher klassifizieren, die das vorhandene Fundament eines
Stückes gekonnt betonen. Dadurch grenzt sich die Box positiv von
vielen anderen Vertretern ihrer Gattung ab, die akustisch den Eindruck
eines Managers im Nadelstreifenanzug vermitteln, der sich zu fein
für körperlich anstrengende (Bass)Arbeit ist. Oftmals
begründen Boxenentwickler ihre schlanke Abstimmung durch die
erreichte Präzision - doch dem können wir entgegenhalten,
dass die F2.2 den Gegenbeweis antritt. Ihr gelingt es nämlich
gleichermaß substanzvoll wie gewissenhaft zu Werke zu gehen.
Sicherlich gibt es einige Präzisionskünstler innerhalb der
High-End Lautsprecher-Riege, welche Bassgebilde noch etwas exakter
abbilden können (zB. MA Platinum 300), doch grundsätzlich
zählt die Swans F2.2 auch diesbezüglich zum oberen Drittel
des Marktes. In Bezug auf den Tiefgang, Bassdruck und Nachhaltigkeit
erreicht die F2.2 gar absolute Traumzensuren.
Wer
nun denkt, die Swans Entwickler hätten die F2.2 nur geschaffen, um
Discoliebhabern eine wohnraumtaugliche Alltagsbox hinzustellen, irrt
gewaltig. Auch im Mittel-/Hochtonbereich wird Feinkost geboten,
schließlich zeichnet sich das Klangbild durch eine hohe
Transparenz aus. Effekte bzw. Instrumente überlagern sich
keineswegs gegenseitig, man hat teilweise förmlich das
Gefühl, direkt mit einer Lupe in die Musik reinsehen zu
können. Nach einer längeren Einspielzeit offenbaren sich die
Lautsprecher sogar als begabte Detaillierungskünstler und arbeiten
Feinheiten mit großer Akkuratesse heraus. Bemerkenswert ist in
diesem Zusammenhang, dass die F2.2 wieselflink zu Werke geht. Auf diese
Weise werden schnelle Stücken nicht in ihrem musikalischem Fluss
gestört. Trotzdem entspricht das akustische Aroma einer F2.2 nicht
dem, was man sonst teilweise in dieser Klasse geboten bekommt. Diese
Aussage ist keineswegs negativ gemeint, denn während (zB.) eine
Piega TC70CX ein ähnliches Niveau an Klangkultur aufweist, wirkt
sie dennoch sehr viel direkter und fordernder. Die F2.2 hingegen
modelliert fast dasselbe Maß an Information aus der CD heraus,
wirkt aber etwas flüssiger/rythmischer. Sie verkörpert
beim Hören sehr viel angenehme Lockerheit, weil sie sich nicht
dazu zwingt, jedem Klangdetail bis in die letzte Verästelung
nachzurennen, sondern einfach die Musik fließen lässt.
Wenn
dann jedoch energiereiche/schwungvolle Tracks im CD-Player rotieren,
schaltet die F2.2 ansatzlos um: eben noch sanftmütig und
kultiviert, gibt sie sich im nächsten Moment als
unnachgiebig/brachiales "Monster" mit fast schon erbarmungslosen
Wesenszügen ! Man merkt förmlich, dass die Box regelrecht
aufblüht, wenn sie dramatugisch im großen Stil inszenieren
kann. Grobdynamisch gehört dieser Lautsprecher definitiv zur
allerersten Güteklasse. Wer hier nicht vorsichtig am Volumeregler
hantiert, wird bei Lautstärkeschwankungen förmlich aus dem
Sessel gerissen. Gerade die Kombination aus sonorer Klangkultur im
mittleren/oberen Frequenzbereich mit der körperhaften, intensiven
Bassdarstellung sorgt für einen unvergleichlichen Erlebnis- und
Spaßfaktor beim Hören.
Wenn
man sich dabei zum Ziel setzt, die Pegelfestigkeit zu erkunden, wird
man wohl
eher die Nachbarn (oder herbeigerufene Ordnungshüter) als die
Grenzen dieser
Lautsprecher kennenlernen. In vielen Fällen dürfte sich
dazwischen sogar noch eher der Verstärker als limitierendes
Element erweisen. Mit tatkräftiger Unterstützung des Audionet
AmpVII haben wir jedenfalls Pegel realisieren können, wo man
durchaus ungeniert von annähernd richtiger Rock-Konzert
Live-Atmosphäre sprechen darf. Bemerkenswert ist in diesem
Zusammenhang dass die F2.2 (bzw. der AmpVII) selbst an diesem Punkt
nicht überfordert klingen, sondern immer noch hochlebendig und
dynamisch wirken. Erfreulicherweise behält sie auch den
körperreichen, voluminösen Bass bei hohen Pegeln bei. Die
F2.2 empfiehlt sich somit auch für große Räume jenseits
der 50m².
In Bezug auf die Raumabbildung rundet die F2.2 ihr ganzheitlich
stimmiges Klangbild positiv ab. Auch hier steht keine typisch
audiophil-analytische nüchterne High-End-Kost auf dem Speiseplan,
wo die Bühne durch "festgetackerte" Akteure recht steril
(Studiomäßig) klingt. Nein - wer eine F2.2 besitzt, darf
sich bei jeder gut abgemischten CD über eine sehr tiefe und
lebendige Klangkulisse erfreuen. Die räumliche
Instrumentaltrennung liegt zwar "nur" auf einem leicht
überdurschnittlichem Level, dafür gibt es jedoch einen sehr
weitläufigen Sweetspot sowie eine famose räumliche Wirkung.
Unsere Standlautsprecher-Referenz geht im Vergleichstest als klarer
Sieger hervor. Die Cassiano gehört zu den wenigen High-End
Schallwandlern, die ganzheitlich beeindruckt indem sie in fast allen
klangrelevanten Bereichen nahezu perfekt aufspielt. Mit einer
hervorragenden tonalen Ausgeglichenheit, steht sie jedem Einsatzweck
offen gegenüber. Die Modellierung könnte quer über den
gesamten Frequenzbereich kaum besser sein: selbst im Tiefbassbereich
konturiert die Cassiano mit beeindruckender Akkuratesse. Von nicht
weniger beeindruckener Güte präsentiert sich ebenfalls die
Dynamik als auch das greifbare Abbilden im Raum, wo sie jeweils noch
feinfühliger als die F2.2 zur Sache geht. Und trotzdem geht die
F2.2 erhobenen Hauptes aus diesem Vergleich. Gemessen an der deutlichen
Preisdifferenz kann sie insgesamt überraschend lange mithalten.
Die Basswiedergabe besitzt mehr Substanz und Druck, gleichzeitig
realisiert sie Pegel, von der eine Cassiano nur träumen kann.
Außerdem ist die F2.2 nicht so sehr auf erlesene High-End
Elektronik angewiesen.
Die preisähnliche Konstruktion des britischen Mitbewerbers
liefert sich ein enges Kopf an Kopf Duell in unserem Hörraum. Wer
hierbei als Sieger auf dem Podest steht, hängt hauptsächlich
vom
persönlichen Hörgeschmack, als objektiven Kriterien ab. Die
PL300 spielt sehr verbindlich und straff. Sie verkörpert das Flair
einer Präzisionsmaschine. Die F2.2 geht im Vergleich dazu etwas
lässiger und dezenter zur Sache, insbesondere der Hochtonbereich
wirkt minimal milder und erreicht dadurch nicht ganz die Strahlkraft
und Durchzeichnung wie bei Monitor Audio. Anders sieht es im
Frequenzkeller aus, wo die F2.2 mit Vehemenz, Druck und schierer Kraft
wuchert, während die (eigentlich ebenfalls sehr basspotente) PL300
unauffälliger, aber äußerst akkurat zu Werke
geht. Wo
die Platinum feindynamische Schattierungen sorgfältiger
herausschält, bietet die F2.2 eine minimal überlegene
Grobdynamik. Die räumliche Abbildung gefällt uns bei beiden
Modellen sehr gut, bei Swans bekommt man etwas mehr Raumtiefe geboten,
während die Lokalisationsschärfe mit der PL300 überlegen
ist. Um das Monitor Audio Flaggschiff anzutreiben, benötigt es
zwar weniger Endstufenleistung, dafür sollte die Elektronik in
klanglicher Hinsicht auf einem hervorragendem Niveau sein. Insgesamt
sehen wir die PL300 hauptsächlich wegen der (in dieser
Preisklasse) phänomenal detaillierenden Spielweise leicht vorne,
allerdings kostet dieses Modell (auf das Paar gerechnet) auch knapp
2.000 Euro mehr, so dass die F2.2 nach wie vor eine Alternative
darstellt.
Obwohl die schwäbische 2,5-Wege Box mehrere Preisklassen
unterhalb der F2.2 rangiert, kann man sie in bestimmten Aspekten sehr
gut miteinander vergleichen. Beide Modelle fokussieren eine
ähnliche Charakteristik und verknüpfen in ihrem Klangbild die
Vorzüge exzellenter Grobdynamik, unerschütterlicher
Pegelfestigkeit sowie einer Extraportion Tiefbass. Wer die nuLine120
gut findet, wird die Swans F2.2 lieben - denn sie legt die Messlatte in
all diesen Bereichen noch ein Stückchen höher. Außerdem
überflügelt sie das Nubert Pendant mit der etwas filigraneren
Hochtonwiedergabe und agiert auch im Mittenbereich mit mehr
Transparenz und Luftigkeit. Gleichstand herrscht hingegen in Bezug auf die
Raumabbildung, sowie den leicht überdurchschnittlichen
Verstärkungsbedarf.
Unterschiedlicher könnten wohl nicht nur die
äußerlichen Ansätze, sondern auch die akustische
Ausrichtung sein. Die TC70x sucht ihr Heil in einer äußerst
detailverliebten Spielweise, die von einem leicht dominanten
Hochtonbereich geprägt wird. Das Auflösungsvermögen
liegt überhalb der F2.2 und gehört generell mit zum Besten
auf dem Markt. Bühnenstaffelung und Feindynamik gelingt ihr mir
enormer Sensibilität. Die Piega TC70x ist schlichtweg eine Box
für Detailverliebte. Trotzdem würden wir nicht behaupten, sie
wäre der bessere Lautsprecher gegenüber der F2.2 ! Sie
kontert nämlich im Direktvergleich mit der höheren Impulsivität, besitzt einen leicht überlegenen
Spielfluss und lässt ihren schweizerischen Kontrahenten auch in
Bezug auf Pegelfestigkeit abblitzen. Und noch ein Vorteil: während
die TC70x Ihre Plattensammlung gnadenlos aussortiert, benimmt sich die
F2.2 sehr viel rücksichtsvoller gegenüber weniger gut
abgemischten CDs.
Grundsätzlich möchte man beim Anblick der (fast)
mannshohen F2.2 meinen, dass nur ein Privatkraftwerk instande ist,
diese Schallwandler souverän zu befeuern. Doch weit gefehlt: wer
nicht gerade den sadistischen Drang verspürt, einen 500 Euro
AV-Receiver mit den F2.2 schwitzen zu lassen, dürfte ohne Probleme
etwas Adäquates finden. Wir haben während der Testreihen
beispielsweise schon mit Stereovollverstärkern der 1.500 Euro
Klasse hervorragende Ergebnisse einfahren können. Insbesondere der
Vincent SV-234
bietet üppige Leistung und harmoniert wegen seiner
lebendig-dynamischen Spielweise auch in klanglicher Hinsicht
hervorragend mit den monumentalen Swans-Gebilden. Mit Marantz
Elektronik haben wir ebenfalls nur positive Erfahrungen sammeln
können. Die Stereo Vor-/Endstufenkombination SC-11S1+SM-11S1
betont die Stärken der Schallwandler in einer solchen Art und
Weise, als wenn die japanischen Entwickler sie für die F2.2
maßgeschneidert hätten. Diese Kombination sorgt für
einen sehr fülligen, sonoren Bass und klingt über die
kompletten Frequenzgang so geschmeidig wie ein V12 Motor. Manchem
Hörtypen durfte dabei ein wenig Spritzigkeit bzw. Elan fehlen
(besonders im Hochtonbereich), so dass sich der Gang zu einem Rotel
Händler als sinnvoll erweisen könnte. Die RB1090+RC1090 Zusammenstellung
erweist sich einmal mehr als zuverlässige Universalmedizin, den
Lautsprechern unter die Arme zu greifen - speziell wenn mehr
Hochtonbrillanz gewünscht ist. Dafür spielt die
Elektronik recht straff bzw. steiffbeinig im Kickbass- sowie
unteren Mittenbereich. Was Ihnen letztendlich am besten gefällt,
hängt auch recht stark von Raumakustik und persönlichen
Hörvorlieben ab, so dass fleißiges Probehören (wie
immer) sehr ratsam ist. Die F2.2 besitzt einen sehr großen
Toleranzbereich, man kann sie eigentlich nicht auf dem falschen
Fuß erwischen, was Elektronik betrifft. Lediglich die
Endstufenleistung sollte gewisse Mindestansprüche erfüllen.
Doch bei Anwender, die sich eine F2.2 gönnen, dürfte
Minimalismus ohnehin nicht auf der Tagesordnung stehen. Perfektionisten
sollten sich hingegen gleich mit dem Gedanken anfreunden, einen Teil
Ihrer Ersparnisse an ihren Audionet Fachhändler zu
überweisen: selbst der Surroundvorverstärker MapI
zelebrierte (mit einem EPS Modul) eine extrem emotional-authentische
Vorstellung, der man sich kaum entziehen kann. Wenn dann noch ein Amp7
für Tri-Wiring Antrieb im Rack schlummert, hat die F2.2 alles, um
Sie rundum glücklich zu machen.
Fazit:

Swans F2.2 mit passendem Center+Rearspeakern - Test der Surroundkombi folgt !
Zaubern können auch die Swans-Entwickler nicht. Die F2.2 macht
eine gute 20.000 Euro Box sicherlich nicht arbeitslos - dafür geht
klanglich schlichtweg noch zu viel, zumal Swans mit den Modellen F1.1
sowie F2.3 auch selbst noch über höher zwei angesiedelte
Modelle verfügt. Wenn man die F2.2 jedoch unter fairen Bedingungen
mit direkten Mitbewerbern vergleicht, wird man nicht umherkommen,
diesem Lautsprecher ein bemerkenswertes Preis-/Leistungsverhältnis
zu attestieren. Der kräftige, anschiebende Klangcharakter setzt
sich wohltuend vom schlanken und analytischen Einheitsbrei ab.
Gleichzeitig vernachlässigt sie auch Feinheiten und Details
keineswegs und garniert das Klangerlebnis mit einer grandiosen
Grobdynamik sowie Pegelfestigkeit. Keine Frage: die F2.2 sollte man
einmal gehört/erlebt haben, wenn man auf Boxensuche in der
Oberklasse geht.
Groß, mächtig und stark: die Swans F2.2 ist ein
Traumlautsprecher für alle, die Musik intensiv erleben möchten.

Swans F2.2, Stückpreis 2.990 Euro
Stereo-Lautsprecher, Oberklasse
Test: 6. Mai 2008
Preis-/Leistung:          
+ kräftiges Klangbild mit intensiver Basswiedergabe
+ beeindruckende Pegelfestigkeit
+ Grobdynamik gelingt der F2.2 ausgezeichnet
+ hervorragende Verarbeitungsqualität
+ räumliches Klangbild
+ reichhaltiges Zubehör
+ trotz ihrer Größe und Leistungsfähigkeit sehr wenig verstärkerkritisch
- nur zwei Farbvarianten lieferbar
- eignet sich nicht sonderlich gut zur dezenten Wohnraumintegration
- benötigt große Hörräume
Raumakustische Optimierung
unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:
AREADVD Baden-Württemberg
wird eingerichtet von:
Unser Partner für hochwertige
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Text:
Lars Mette
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