Test: Sim2 C3X 1080 3-Chip DLP FullHD Projektor

Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.
(15. Dezember 2008 - Lars Mette)
Wie schön wäre es, durch Raum und Zeiten reisen zu
können und dabei völlig neue Welten zu entdecken ?! Doch wenn
Sie nicht gerade Marty McFly heißen, oder einen modifizierten De
Lorean in der Garage haben, dürfte dieser Gedanke wohl kaum
realisierbar sein, so dass Sie mit einem Leben in der hiesigen
Dimension vorlieb nehmen müssen. Glücklicherweise kann man
jedoch auch ohne Fluxkomponsator oder durchgedrehtem Wissenschaftler
erlebnisreiche Entdeckungstouren beschreiten, ohne dabei seine eigenen
vier Wände zu verlassen: mit einer Großbildprojektion haben
Heimkinobesitzer jederzeit auf Knopfdruck ein Panoramafenster in die
Gegenwart, Vergangenheit sowie der Zukunft. Damit die visuelle Illusion
nicht den Eindruck von aufgewärmter Konservenkost vermittelt, ist
eine möglichst originalgetreue Reproduktion unermesslich, um eine
emotional ansprechende Authenzität zu erreichen.
Diesem Credo hat sich der italienische Projektorenspezialist Sim2
verschrieben und konzentriert sich auf die Entwicklung und Herstellung
hochwertiger Bildwiedergabegeräte. Die Kernkompetenz liegt dabei
speziell in der DLP-Technologie, wo die Bilderzeugung mit Hilfe von
Mikrospiegelaktoren generiert wird. Diese Technologie birgt positive
Eigenschaften in Bezug auf Kontrastwert und Helligkeit, ist jedoch auch
nicht frei von problematischen Aspekten wie zB. dem Regenbogeneffekt
bei klassischen 1-Chip-Konstruktionen (ausführlichere
Informationen hierzu im Verlauf dieses Testberichts). DLP Technologie
in Vollendung bekommt man daher erst bei Projektoren mit dreifacher
Chip-Bestückung, wo jede Grundfarbe zur gleichen Zeit getrennt
voneinander erzeugt werden kann. Der komplexe Aufbau fordert dabei
jedoch seinen finanziellen Tribut, so dass 3-Chip DLP-Projekoren sowohl
zur visuellen, als auch preislichen Königklasse im Bereich der
digitalen Bildwiedergabe gehören und daher vorwiegend in
professionell betriebenen Filmstudios anzutreffen sind.
Unser aktuelles Testgerät hört auf die Bezeichnung "Grand
Cinema C3X 1080" und hat den Anspruch, hochklassige DLP Technologie
auch in die AV-Systeme von privat-betriebenen High-End Installationen
zu bringen. Auf der technischen Seite kann der Sim2 Projektor mit
Zutaten aufwarten, die selbst erfahrenen Bildgourmets das Wasser im
Mund zusammenlaufen lassen: er verfügt über einen
3-Chip-Aufbau mit Full-HD Panels auf Basis der neu entwickelten
DarkChip4 Technologie. Aufgrund der patentierten "Alphapath"
Lightengine waren die Entwickler außerdem in der Lage, dem C3X
1080 ein kompaktes Äußeres mit leiser Kühlung zu
verpassen, was in dieser Gerätekategorie keineswegs üblich
ist. Abgerundet wird die Ausstattung durch eine reichhaltige
Anschlussektion, voller 24Hz-Kompatibilität sowie einem
professionellen Farbmanagement. Für eine wohnraumfreundliche
Integration sorgen 3 verschiedene Projektionslinsen, motorisierte Zoom-
und Schärferegler und eine Lensshift-Funktion. Obwohl der
C3X1080 durch seine technisch opulente Ausstattung schon für
Furore sorgt, lässt er es sich außerdem nicht nehmen, auch
preislich angenehm zu überraschen: mit einer unverbindlichen
Preisempfehlung von 27.990 Euro konzentriert sich der Luxusbildwerfer
zwar immer noch auf Anwender mit etwas größerem
Heimkinobudget, markiert damit aber zugleich den preislichen Einstieg
bei 3-Chip Full-HD DLP Projektoren. Wir sind sehr gespannt, wie sich
der Sim2 Grand Cinema C3X 1080 in unserem Test schlagen wird und
inwiefern Harry Potter und Co. auf unserer Leinwand zur scheinbaren
Wirklichkeit werden.
äußere Aspekte (Verarbeitung, Design, Anschlüsse etc.)
Wenn man dem C3X 1080 zum ersten Mal in freier Wildbahn
begegnet, reibt man sich unter Umständen verwundert die Augen: der
Sim2 Projektor tritt äußerlich
verhältnismäßig dezent in Erscheinung. Wo preislich
vergleichbare Projektoren in ungleich größeren Gehäusen
residieren, verpassten die italienischen Designer ihrem Sprössling
obendrauf noch eine ästhetisch-schwungvolle Formgebung. Der C3X
wurde nicht für dekadentes Auftreten, sondern nobles
Understatement designed und verzichtet auf optische Gemeinsamkeiten mit
ehrfurchtseinflösenden "Monsterprojektoren".

Im Größenvergleich zu einem Dreamvision Dreambee wird die
kompakte Bauart des Sim2 noch einmal eindrucksvoll unterstrichen.
Auch beim Gewicht übt sich der C3X 1080 in Zurückhaltung und
begnügt sich mit knapp über 11 Kilogramm. Auf diese Weise
verlieren selbst Deckenliftmontagen ihren Schrecken. Sim2
bietet den Projektor in zwei Farbausführungen an: unser
Testgerät darf sich mit einem Gehäuse in "High-gloss Gun
Metal" schmücken, für pazifistischere Naturen fertigen die
Italiener den C3X 1080 alternativ auch mit Hochglanzlackierungen in
schwarz, gold oder rot.

Die äußere Verarbeitungsgüte hinterlässt einen
guten Eindruck, wenngleich der Sim2 Projektor sich
diesbezüglich nicht wesentlich von guten Geräten der 6.000
Euro Klasse absetzt. Im Gegensatz zu Lautsprechern, ist man bei dieser
Gerätekategorie relativ schnell auf einem einheitlichen Niveau
anbelangt, wo sich die Hersteller stattdessen vornehmlich auf
technische Aspekte konzentrieren. Indizien für die Qualität
findet man bei genauerer Betrachtung in den tadellos ausgeführten
Verschraubungen bzw. Passungen der Gehäuselemente. Auch die
Lackierung des Kunststoffdeckels gibt keinen Anlass zur Kritik und
genügt hohen Ansprüchen.
Das Anschlusspanel befindet sich klassisch angeordnet auf der
Rückseite und verwöhnt den Heimkinoanwender nicht nur
mit einem reichhaltigem Arsenal an Schnittstellen, sondern auch
einer kompletten Steuerungseinheit. Insgesamt bietet der C3X 1080 4
analoge Eingänge (FBAS,
S-Video, Component, Sub-D) und nimmt digitale Signale über 2 HDMI
Ports entgegen. Sofern Audiodaten im HDMI-Signal vorliegen, werden
diese über die SPDIF-Buchse zur Weiterverarbeitung herausgeleitet.
Bei
Verbindungstypen mit verschiedenen
Signalübertragungsmöglichkeiten bietet der Sim2
Projektor eine Konfigurationsmöglichkeit zwischen RGB sowie YUV.
Die verbaute serielle RS232 Buchse kann sowohl für
PC-Konfiguration als auch zur Einbindung in Steuerungssystem benutzt
werden. Alternativ steht für PC-Anwender noch eine USB
Schnittstelle zur Verfügung und wer eine Motorleinwand sein Eigen
nennt, wird sich über den hierfür vorgesehenen
12V-Triggeranschluss freuen.

Mit der beigelegten Fernbedienung haben wir uns leider nicht
vollkommen anfreunden können. Der formschöne Controller
verfügt zwar über eine haptisch sehr hochwertige
Oberfläche und kann auf Knopfdruck komplett hinterleuchtet werden,
doch mit der Anordnung der Tasten sind wir nicht ganz d'accord. So
birgt beispielsweise die (zu) nahe Anordnung von "Light" und "Stand-By"
eine latente Verwechslungsgefahr, außerdem erschwert ein
ungünstig platzierter Return-Button (rechts oben am Steuerkreuz)
die Navigation durch die Bedienoptionen. Zweckmäßig und
ausreichend ist der Controller jedoch allemal, zumal wichtige
Funktionen (zB. Formatumschaltung) mit einem eigenem Button bedacht
wurden. Die Übermittlung der Infrarotsignale erfolgt über 2
IR-Empfänger, die sich auf Vorder- und Rückseite des
Projektors befinden.
Mit Hilfe dieses kleinen Stellrädchens lässt sich der
vertikale Lensshift manuell einstellen. Der C3X1080 erlaubt auf diese
Weise eine Bildverschiebung um ca. 50%. Eine elektrische Verstellung
wäre zwar sicherlich komfortabler, doch immerhin
überzeugt die verbaute Lösung durch eine
vertrauenserweckend-robuste sowie gut dosierbare Mechanik.

Bei der Linse handelt es sich um hochvergütetes Kristallglas,
welches von Sim2 selbst neu entwickelt worden ist, um den speziellen
Anforderungen der Full-HD Auflösung gerecht zu werden. Zoom und
Fokus werden motorisch betätigt und können mit hoher
Genauigkeit über die Fernbedienung gesteuert werden. Bei
Bestellung eines C3X 1080 darf sich der Kunde anstelle der
standardmäßig angebotenen "Mid-Throw" Linse alternativ auch
zum gleichen Preis eine Bestückung mit einem
Objektiv für kurze oder lange Projektionsdistanzen verbauen
lassen.
technischer Aufbau und Features:
Bevor wir uns mit den einzelnen Funktionen
auseinandersetzen, haben wir eine kleine Zusammenfassung
der technischen Informationen für Sie zusammengetragen. Bitte
beachten Sie, dass es sich hierbei um die offiziellen Herstellerangaben
handelt und keine Messungen unsererseits.
| Modell |
Sim2 C3X 1080 |
| Projektionstechnik |
3-Chip DLP Alphapath Lightenginge |
| Videoverarbeitung |
Pixelworks |
| physikalische Auflösung |
1920x1080 |
| offizielle Kontrastangabe |
10.000 : 1 |
| offizielle Helligkeitsangabe |
2.000 ANSI Lumen |
| Lampenart |
350W UHP |
| Ersatzteilpreis/Dauer |
800 Euro / 2.000 Stunden |
| Abmessungen/Gewicht |
435x190x430 mm / 11 Kilogramm |
Zunächst möchten wir uns mit
den Besonderheiten des hier eingesetzten 3-Chip DLP Systems
befassen. Einen Großteil der Arbeitsweise kann man bereits an der
voll ausgeschriebenen Schreibweise "Digital Light Processing" ableiten:
bei der DLP Technologie wird das Bild über digitale Lichtsteuerung
generiert. Im Detail erfolgt dies mit Hilfe eines Lichtstrahls, der auf
eine große Ansammlung von mikroskopischen Spiegeln gerichtet ist.
Das hierfür eingesetzte Bauteil ist ein hochentwickelter optischer
Halbleiter, der auf der Größe eines 5 DM Stückes ca. 2
Millionen winzige Spiegel enthält sowie steuert und daher den
Namen Digital Micromirror Device (kurz DMD) trägt. Durch die
Möglichkeit, die Spiegel selektiv mehrmals innerhalb einer Sekunde
zu
kippen, werden die einzelne Bildpunkte entweder gezielt auf die
Leinwand geworfen oder in einen "toten Bereich" gelenkt. Bis zu
diesem Punkt gleichen sich sämtliche DLP Konstruktionen.
Abweichungen gibt es hingegen hinsichtlich der Generierung der Farben:
bei den weit verbreiteten 1-Chip DLP Projektoren befindet sich vor dem
DMD Panel ein Farbrad im Lichtweg. Die Elektronik synchronisiert die
Abläufe
zwischen diesen beiden Komponenten, so dass die Farben nacheinander in
Windeseile abwechselnd bearbeitet werden und als Gesamtbild auf der
Leinwand erscheinen. Vorteile dieser Technik bestehen
hauptsächlich in Bezug auf den Platzbedarf als auch den Preis.
Doch durch die Nutzung des Farbrades und der nacheinander generierten
Farben entstehen auch Nachteile: zunächst einmal sorgt das
ständig rotierende Farbrad für Geräuschentwicklung -
viel schwerwiegender ist jedoch die Generierung des sogenannten
Regenbogeneffekts, bei dem das menschliche Auge bei bestimmten
Konstellationen unerwünschte Lichteffekte (Farbblitzen) in den
drei Grundfarben wahrnimmt. Normalerweise wird das abwechselnde
Aufbauen der Farben durch die Trägheit des menschlichen Auges bei
den meisten Anwendern gar nicht wahrgenommen, doch bei schnell bewegten
Filmsequenzen können selbst unempfindliche Augen diesen Effekt
beobachten. Die Hersteller von 1-Chip-Geräten sind sich dieser
Problematik bewusst und versuchen durch schnellere
Farbräder eine Verbesserung zu erwirken, doch letztendlich bleibt
die Grundproblematik bestehen und wird nur in ihrer Intensität
gemildert.
3-Chip DLP Projektoren wie der Sim2 C3X 1080 haben hingegen
kein Farbrad
nötig. Hier werden die Farben durch ein Prisma getrennt und
anschließend für jede der drei Grundfarben in ein
eigenes DMD-Panel geleitet. Sämtliche Farbinformationen werden
somit absolut gleichzeitig generiert und durch ein dichroitisches
Prisma wieder zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Was sich in der
Theorie sehr schön liest, birgt in der Praxis jedoch auch einige
Herausforderungen, bzw. Nachteile. Durch die Trennung der drei
Grundfarben mit anschließender Zusammensetzung via Prisma muss
der Hersteller sehr penibel auf absolute Genauigkeit achten um eine
hohe Bildschärfe zu erreichen. Zusätzlich zu dem deutlich
größerem Materialbedarf in Bezug auf die zwei
zusätzlichem DMD-Panels (mitsamt jeweils eigener
Ansteuerungselektronik) erweisen sich speziell die eingesetzten Prismen
als absolut qualitätsentscheidend und stellen einen
großen Kostenfaktor dar. 3-Chip DLP Projektoren
müssen sehr hochwertig konstruiert sein, um ihre Vorteile
ausnutzen zu können und kosten daher ein Vielfaches ihrer 1-Chip
Verwandten. Bei korrekter Umsetzung stellt sich jedoch ein enormer
visueller Vorsprung heraus: abgesehen vom nicht mehr vorhandenen
Regenbogeneffekt sind
3-Chip Projektoren außerdem in der Lage, eine größere
Farbtreue, mehr Lichtleistung und eine bessere Bewegungsstabilität
zu bieten. Um die visuelle Überlegenheit in Zahlen
auszudrücken: ein 1-Chip-System ist in der Lage bis zu 16
Millionen Farben darzustellen, während eine 3-Chip-Konstruktion
bis zu 35 Billionen ausgeben kann.
Hinsichtlich des Grundaufbaus erscheint der
Sim2 C3X 1080 schon auf den ersten Blick sehr durchdacht und
effizient gebaut zu sein. Im rechten Bereich befinden sich die 3
DMD-Panels sowie das Objektiv. Die UHP-Lampe residiert vorne links,
während das Netzteil und Inputboard hinten links Stellung
beziehen. Das Videoprocessing findet zum Großteil auf den
Platinen entlang der Rückseite statt. Sim2 setzt hierbei
übrigens ganz bewusst nicht auf eine Silicon Optix Realta
Bestückung, sondern gibt diese Aufgabe in die Hände einer
Pixelworks Engine. Sim2 sieht im Realta weniger Handlungsspielraum
für eigene Bildoptimierungen, außerdem besitzt man
durch den langjährigen Einsatz von Pixelworks Produkten
diesbezüglich einen sehr hohen Erfahrungsschatz, so dass der
Projektor letztendlich von der vorhandenen Kompetenz sehr profitiert. Das
gesamte Videoprocessing wird in 10-Bit Auflösung
durchgeführt, so dass sogar die 8-Bit Signale von Blu-Ray
Discs noch aufgewertet (bzw. feiner gerastert) werden. Im Gegensatz zu
anderen Herstellern entpuppt sich die 10-Bit Videoverarbeitung
erfreulicherweise nicht als Marketing-Luftballon, da auch die drei
DMD-Chips mit dieser enormen Bandbreite angesteuert werden.
Betrachten wir die bilderzeugenden
Komponenten etwas genauer. Technikaffine Leser werden sich sicherlich
über die äußerst kompakte Bauweise wundern, die bei
einem 3-Chip DLP Projektor normalerweise ungleich größer
ausfällt. Die Begründung hierfür liefert Sim2 schon
im Datenblatt und verweist auf die patentierte "Alphapath"
Lightengine. Bedingt durch physikalische Gesetze hinsichtlich
optischer Wellenlängen benötigt man üblicherweise einen
recht langen Lichtweg zwischen Lampe und den DMD-Panels. Sim2 hat
hier einen großen Entwicklungsaufwand getrieben und dabei eine
hochkomplexe Anordnung von Prismen und einer
speziell gefalteten Lichtführung realisiert, die
hinsichtlich ihrer Form dem griechischem Alpha Zeichen ähnelt. Mit
dieser Lösung erreicht der Hersteller nicht nur eine kompakte
Bauform, sondern implementierte zugleich auch verschiedene Techniken
zur Verbesserung der Bildeigenschaften. Die eingesetzten Prismen weisen
eine spezielle Beschichtung auf und stellen ein signifikantes Werkzeug
für das Ausschöpfen des größtmöglichen
In-Bild-Kontrasts dar. In diesem Zusammenhang erweist sich speziell die
Reduzierung des Streulichts als absolut übergeordnetes Ziel. Viele
Gedanken machten sich die Entwickler auch um die Elimenierung der
überschüssigen grünen Farbanteile, die jede UHP Lampe
produziert. Zu diesem Zweck brachte Sim2 eine weitere Innovation
in die Projektorenwelt, indem ein (ebenfalls patentierter) optischer
Schalter eine wirksame Filterung des überschüssigen
Lichtes bewirkt. Als visuelles Endergebnis verspricht
Sim2 einen maximalen Kontrast, größtmögliche
Bildschärfe sowie ungeminderte Lichtleistung.
Für die eigentliche Bilderzeugung bedient sich Sim2 bei der
neuesten Evolutionsstufe und verbaut die hochentwickelte Darkchip4
Technologie von DLP-Erfinder Texas Instruments. Dieser Chipsatz kommt
aus dem Bereich der digitalen Kinoprojektion und bietet durch
optimierte Spiegelanordnung einen nochmals um 30% verbesserten
Kontrast,
sowie Vorteile in Bezug auf Schnelligkeit und Farbdynamik. Auf der
obigen Illustrationen sind die drei DarkChip4 Platinen in ihren jeweils
zugeteilten Grundfarben markiert (blau, grün, rot). Die
zugrundeliegenden DMD Chips übertreffen mit ihrer physikalischen
Matrix von 2050x1120 sogar die FullHD Norm und gehören daher zu
der seltenen, erlesenen Sorte von Chips die über 2,26 Millionen
zur Verfügung haben. Die zusätzliche Auflösung
wird benutzt, um eine
Verschiebung von Pixelreihen zur Feinjustierung der Konvergenz zu
ermöglichen. Diese Kalibrierung ist bei jedem der drei Panels in
der
horizontalen als auch vertikalen Richtung möglich. Auf diese
Weise erzielt der C3X 1080 eine gestochen scharfe Konvergenz, ohne
dabei Unschärfen durch die anderweitig
integrierten elektronischen Regelungen zu produzieren, wie es bei
klassischen 1980x1080er Panels gemacht werden muss.
Die schönste kompakte Bauform
wäre sinnloser als eine Formel-1 Rennstrecke in der Tempo-30-Zone,
wenn das Kühlungskonzept undurchdacht ist und vom akustischem
Charme an eine Großbaustelle erinnert. Unser Vergleich mag zwar
sicherlich übertrieben sein, doch es gibt tatsächlich eine
ganze Reihe von High-End Projektoren mit Ventilationsgeräuschen
teilweise über 35 db. Nun - völlig geräuschlos werkelt
auch der C3X 1080 nicht vor sich hin, aber er bleibt (trotz des
deutlich höheren Kühlungsbedarfs) in relativ angenehmen
Lautstärkeregionen auf dem Niveau eines JVC-HD 100. Sim2
verpasste dem Projektor für UHP-Lampe und Elektronik zwei
getrennte "Kühlungsstraßen", die jeweils von groß
dimensionierten Kühlern befächert werden. Die
Ableitung der Prozessorwärme profitiert durch den massiven Einsatz
von Heatpipes, welche die Kühlfläche extrem
vergrößern und somit kleinere (und dadurch lautere)
Zusatzkühler entbehrlich machen.
Einstellmöglichkeiten
Der Grand Cinema Projektor erlaubt
vielfältige Einstellungen und verwöhnt seinen Besitzer schon
im Basismenü mit einer weitläufigen Menüstruktur.
Erfreulich ist hierbei insbesondere die vorhandene Spracheinstellung.
Die Quellenverwaltung dient nicht nur zum Benennen und Deaktivieren der
Eingänge, sondern übernimmt auch die Funktion der Umschaltung
zwischen RGB und YUV Übertragung beim Component- sowie Sub-D
Anschluss. Unter dem Eintrag "F1/F2-Tasten" kann man sich jeweils
einen Fernbedienungs-Shortcut zu Zoom, Fokus,
Vergrößerung
oder Gammakorrektur abzuspeichern. Man gelangt somit sehr schnell zu
der gewünschten Funktion und kann sich zb. bequem einen
Cinemascope Film selbst aufzoomen.
Die grundlegenden Bildparameter sind in einem
Menü zusammengefasst
und erlauben somit eine übersichtliche Justierung. Bei Auswahl
eines Menüpunkts verwandelt sich das OSD zu einer kleinen Leiste
mit Schieberegler am unteren Bildschirmrand. Auf diese Weise kann man
die Änderungen sofort am laufenden Signal verifizieren. Durch das
hohe visuelle Differenzierungsvermögen erweist sich eine
feinfühlige Dosierung von Schärfe und Helligkeit als
besonders immanente Funktion. Bei Zuspielung bestimmter Signaltypen
(Video, S-Video, RGBS 15Khz und YCrCB 15Khz beim 3:2 oder 2:2 Pulldown)
kann man über einen zusätzlichen Menüeintrag die
Filmmodeerkennung zwischen "Auto" und "Nein" umschalten. In den anderen
Fällen nimmt der Projektor automatisch eine Quellmaterialerkennung
vor, um die jeweils passende Art des Interlacings zu wählen.
Im Setupmenü finden sich
hauptsächlich installationsbezogene
Aspekte, wie zB. die Keystonekorrektur (Trapazausgleich bei
schräger Projektion). Von großer Wichtigkeit sind speziell
die beiden mittleren Funktionen "Lampenleistung" sowie "variable
Blende", mit denen die Lichtmenge äußerst fein justiert
werden kann. Bei unserer 2-Meter breiten Leinwand ist der Projektor am
untersten Limit, so dass wir uns für eine maximale Reduzierung der
Helligkeit entschieden haben. Auf Wunsch stellt der C3X 1080 diverse
Testbilder zur Verfügung, mit dem man die Grundeinstellung
für Kontrast und Helligkeit recht gut hinbekommt. Bei
Inbetriebnahme des Projektor ist automatisch der Menüeintrag
"Ausrichtung" vorselektiert, so dass man sich nicht durch die
Einstellung hangeln muss, um das Gerät auf eine Decken- oder
Rückprojektion zu konfigurieren.
In einem weiteren Menü befinden
sich die fortgeschrittene Darstellungsanpassungen. Abgesehen vom Zugang
zum Color Management (siehe nächster Absatz) kann man hier die
verschiedenen Darstellungsmodi aktivieren. Im Normalfall sollte hier
aber sowieso auschließlich "Pixel zu Pixel" ausgewählt sein,
zumal zum Umschalten außerdem noch eine Direktwahltaste auf der
Fernbedienung zur Verfügung steht. Von größerer
Bedeutung erweist sich hingegen der Menüeintrag zur
Gammakorrektur. Hier warten 8 Presets darauf, von Ihnen gewählt zu
werden, welche aber leider selbst im Handbuch auch nicht extrem
detailliert umschrieben werden. Es erfolgt lediglich eine
Einteilung in die Gruppen Standard (ST), Enhanced Sim2 (EN) sowie
Graphics (GR). Die Standard-Kurve ist für eine möglichst
universelle Verwendung (Videokameras, PC-Zuspielung, Fotos) ausgelegt,
während die Enhanced-Bildprogramme für Filmmaterial optimiert
sind. Die Graphic Presets sollen sich besonders gut für das
Visualisieren grafischer Bilder (CAD-Pogramme, Präsentationen
etc.) eignen. Zusätzlich steht noch ein Benutzersetup mit frei
einstellbarer Gamma-Value zur Verfügung. An diesem Punkt
vermissen wir eine differenzierte Gammajustage für
verschiedene Helligkeitsbereiche.
Auf einer separaten Seite residiert das
Farbmanagement. Dem Anwender stehen vielfältige Presets zur
Verfügung, mit denen man bequem zwischen verschiedenen Farbnormen
wählen kann. Zusätzlich lässt sich
der Weißpunkt exakt definieren - auf Wunsch sogar manuell
innerhalb eines Rasters der Neutralfarben. Sämtliche
Änderungen werden sowohl grafisch, als auch numerisch im rechten
Bereich visualisiert. Versierte
Besitzer können auch selbst
Hand anlagen und mit Hilfe eines PC (sowie der mitgelieferten
Software) sämtliche Parameter frei konfigurieren und in
verschiedene Presets abspeichern. Hiermit ist es
dann möglich, Helligkeit, Kontrast und Sättigkeit
für jede Grundfarbe einzeln zu definieren. Selbstverständlich
erlaubt der Projektor nicht nur das Abspeichern von Farb-Presets,
sondern erlaubt dem Benutzer auch eine komplette Sicherung
sämtlicher Bildparameter. Für jeden der 8 Signaltypen stehen
6 Speicherbänke zur Verfügung. Abgespeichert werden dabei:
Helligkeit, Kontrast, Farbe, Farbton, Schärfe, Filter,
Rauschreduktion, Format, Farbtemperatur, Overscan und Gamma-Setting.
Cinemike-Tuning
Um höchst anspruchsvolle Kunden noch
zufriedener zu stellen, bieten die Tuningexperten von Cinemike für
den Sim2 C3X 1080 eine Modifizierung an. Der Kostenpunkt liegt bei
2.000 Euro, hierfür werden hauptsächlich am Netzteil
Verbesserungen in Bezug auf die Stromfilterung vorgenommen. Wir haben
den Sim2 Projektor in beiden Versionen ausführlich
kennengelernt und gehen im Fazit der Bildbeurteilung noch kurz auf die
visuellen Unterschiede ein. Nähere Informationen zum Tuning
erhalten Sie direkt bei Cinemike.
Testumgebung / Kombinationsempfehlungen

Beginnen wir mit dem wichtigsten Aspekt der
Umgebung - nämlich der gesamtheitlichen Wirkung aus akustischer
und visueller Opulenz. Selbst ein Projektor wie der Grand Cinema C3X
1080 stellt letztendlich auch nur ein (wichtiges) Puzzlestück im
Gesamtarrangement dar. Was bringt es schließlich, wenn Godzilla
in voller visueller Pracht auf der Leinwand erstrahlt, während die
Akustik lediglich den Eindruck eines ungehorsamen Schmusekätzchens
vermitteln kann ? Wahres Heimkinofeeling ergibt aus der
größtmöglichen Potenz von Bild und Ton und
sollte audiovisuell ausgewogen umgesetzt werden. In unserem
High-End Studio haben wir deswegen eine erlesene Kombination aus
Audionet Elektronikkomponenten sowie einem Isophon Surroundsystem
installiert.

Als Schaltzentrale der HDMI Quellgeräte greifen wir auf die Cinemike getunte Denon AVP-A1HDA Vorstufe
(silbernes Gerät im mittleren Bereich) zurück. Die umfangreichen Tuningmodifikationen bewirken speziell
bei längeren Verbindungskabeln eine Verbesserung der
Signalqualität und arbeitet vollkommen transparent. Bei weniger
leistungsfähigen Projektoren spielt die Güte der
HDMI-Umschaltung einer AV-Receiver/Vorstufen lediglich eine
untergeordnete Rolle - doch bei einem hochwertigen 3-Chip DLP
Gerät sollte man sich durchaus mit diesem Aspekt befassen und
mehrere Geräte diesbezüglich gegeneinander testen. Als
Ergänzung zu AV-Equipment ohne digitale Videosektion empfehlen wir
hochwertige externe HDMI-Umschalter wie die Modelle von Spatz-Tech oder
Real-Cable.
Die Auswahl des passenden HDMI-Kabels
gerät immer mehr zu einer Glaubensfrage innerhalb der
Heimkino-Gemeinde: manche Anwender verkünden in
Internetforen, dass ihr 30 Euro "Internet no Name Kabel" bereits
vollkommen ausreicht, während Andere hierfür ein halbes
Vermögen verballern und von großen Unterschieden berichten.
Wir meinen: wie so oft im Leben, liegt die Wahrheit irgendwo in der
Mitte. Sicherlich gibt es viele hochpreisige Kabel, die ihr Geld nicht
wert sind. Andererseits haben uns viele "Billigkabel" mittlerweile
derart vergällt, dass wir in unserer Redaktion grundsätzlich
nur noch auf ausgewählte Markenkabel zurückgreifen. Je nach
Installation und visueller Güte der Gesamtkette kann man bei
HDMI-Kabeln durchaus Qualitätsunterschiede in Bezug auf Kontrast
und Bildschärfe feststellen. Ein Vergleich lohnt sich auch hier
auf jeden Fall. Diesen Test haben wir hauptsächlich mit dem
Thunderflash-HDMI Kabel durchgeführt, welches (unserer Meinung
nach) eine sehr vernünftige Bestückung darstellt. Wer bereit
ist, deutlich mehr zu investieren sollte noch das Silent Wire Reference
in Betracht ziehen, mit dem wir dem Sim2 Projektor noch einige
kleine Nuancen entlocken konnten.
Leinwand ist nicht gleich Leinwand: das
verwendete Tuch sollte mit Bedacht gewählt werden und auf
möglichst große Farbneutralität ausgelegt sein.
Speziell die Anbieter im hochpreisigem Segment nutzen speziell
entwickelte chemische Beschichtungen ohne floureszierende
Eigenschaften. Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der
Pigmentierung, wo eine möglichst kleine sowie asynchrone Anordnung
von Vorteil ist, um alle Bilddetails von Full-HD Projektoren
offenzulegen. Am oberen Bildbeispiel (verwendeter Projektor war NICHT der Sim2 C3X 1080) sehen Sie außerdem noch die
immense Wirkung einer Leinwandmaskierung anhand einer Multiformat Motorleinwand, was gerade beim C3X sehr großen Sinn macht. Für unseren Test haben wir eine Alphaluxx-Rahmenleinwand mit Barium1 HDTV-Tuch eingesetzt. Im gehobenen Preisbereich können
wir Produkte von WS-Spalluto und auch Davision empfehlen.

Was nützt ein Sportwagen mit unzureichener
Bereifung ? Nun - ähnlich verhält es sich bei einem
hochklassigen Projektor mit den Quellgeräten. Das allgemeine
Leistungsniveau bei Blu-Ray Playern innerhalb der jeweiligen
Preisklassen mag zwar auf dem ersten Blick sehr dicht sein, doch im
Detail offenbaren sich mit dem C3X klare Unterschiede. Zu den
entscheidenden Auswahlkriterien gehört nicht nur Bildschärfe
und Detaillierungsvermögen, sondern auch Aspekte wie
Bewegungsstabilität und Schwarzdifferenzierung. Aus diesem Grund können wir speziell die Modelle Denon DVD-2500BT, sowie den Pioneer BDP-LX71 empfehlen. Der allgemeine beliebte Panasonic DMB-BD55
zeichnet sich durch eine außerordentliche Kombination aus Preis
und Ausstattung aus, lässt aber in Bezug auf
Konturierungsgenauigkeit einen minimalen (jedoch bei einem C3X
1080 entscheidenden) Raum für Verbesserungen. Für unsere
Tests greifen wir sehr gerne auf Quellgeräte mit Cinemike-Tuning
zurück, mit dem sich sogar die Playstation3 als hervorragende
Zuspielung etabliert. Die Durchführung eines Gerätetunings
kostet zwischen 250 und 1000 Euro und wird aktuell für die
Playstation3, dem Denon DVD-2500BT sowie den aktuellen Panasonic
Playern angeboten.

Relativ unkritisch gibt sich unser
Testgerät hinsichtlich der Raumbedingungen. Sicherlich gelten auch
hier die gleichen Grundsätze bezüglich Umgebungslicht und
reflektierender Oberflächen, doch durch die hohe Licht- und
Kontrastleistung projeziert der C3X auch unter suboptimalen Bedingungen
in hervorragender Qualität. Mit diesem Gerät ist der Anwender
nicht gezwungen, den Raum zu verdunkeln oder den kompletten
Farbanstrich hinsichtlich des Beamers anzupassen. Der C3X verträgt
nicht nur große Bildflächen sondern gestattet auch den
Einsatz bei Tageslicht. Hierdurch
unterscheidet er sich maßgeblich vom Großteil seiner
Mitbewerber, die primär für den Einsatz in komplett
abgedunkelten Heimkinoräumen ausgelegt sind.
Die hauptsächlich verwendete Hardware in der Übersicht:
Bildwertung:
Hochwertige Videoprojektoren haben es derzeit nicht leicht: die
stetige Weiterentwicklung hat das Niveau der günstigen Preisklasse
derart angehoben, dass viele Anwender gar keinen Bedarf mehr für
weitere Fortschritte verspüren. Dazu kommt, dass gerade bei
Neueinstiegern ein Großteil der Begeisterung schlichtweg durch
die schiere Bildgröße hervorgerufen wird und die
eigentlichen Bildeigenschaften hinten anstehen. Trotzdem sind wir der
Meinung, dass eine absolut hochklassige Bildwiedergabe im Sinne eines
jedes Heimkino-Begeisterten ist und möchten Sie dazu ermutigen,
einen Top-Projektor einmal im Direktvergleich zu bekannten
Geräten kennenzulernen. Der Sim2 C3X 1080 ist kein Massenprodukt
und dementprechend nur an exklusiven Locations zu finden. Aktuell kann
das Gerät in
Deutschland bei vier Händlern begutachtet werden: bei MS-Technik
(Cinemike) in Monschau (Raum Aachen), HiFi-Forum Baiersdorf , bei home entertainment cencept store in München sowie im hohen Norden in Westerstede bei Coldewey. Eine
persönliche Demonstration vermittelt Ihnen wesentlich mehr
Aufschluss, als jeder Testbericht, zumal es sowieso nahezu
unmöglich ist, die bildgewaltige Faszination des C3X 1080 in
angemessene Worte zu packen. Wir haben uns selbstverständlich
dennoch große Mühe gegeben, den Rahmenbedingungen
gerecht zu werden und möchten nachfolgend unsere
Bildeindrücke anhand von verschiedenen Filmszenen dokumentieren. Bitte
beachten Sie, dass die fotografischen Abbildungen zwar unbearbeitet
sind, jedoch nicht zu Verdeutlichung von Bildeigenschaften gedacht
sind! Hierfür sind die Verfälschungen durch die Kamera, als
auch
das Herunterskalieren zu groß, um eine treffende Analyse zu
ermöglichen. Stattdessen sollen Ihnen die Bilder helfen, die
Atmosphäre bzw. visuelle Ausgangssituation der beschriebenen
Szenen besser nachzuvollziehen.

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels per 1080p24Hz auf Blu-Ray (Paramount)
Wenn sich Harrison Ford mit seinen 65 Jahren peitschenschwingend in
ein neues Leinwandabenteuer stürzt, darf sich der Sim2
Projektor einer ganz besonderen visuellen Herausforderungen
stellen: beim Blu-Ray Mastering züchtete man die Bildeigenschaften
nicht auf übermäßige Bildschärfe, sondern
fokussierte eine homogene und natürlich wirkende visuelle
Umetzung. Deswegen erscheinen vornehmlich Elemente im Bildvordergrund
mit einem großen Maß an Konturierung, während
richtig "knackscharfe" Shots den Detailaufnahmen vorbehalten bleiben (siehe nächsten Absatz). Diese Differenzierung
bringt viele Projektoren in große Bedrängnis, was man sehr
schön innerhalb der Forenlandschaft ablesen kann, wo sich viele
Anwender über ein vermeintlich unscharfes Bild beschweren.
Hierunter wird sich jedoch kein einziger C3X 1080 Besitzer befinden,
denn aufgrund seiner extrem feinfühligen
Schärfedifferenzierung kann er die filmische Vorlage perfekt
umsetzen. Der C3X 1080 ist der einzige uns bekannte Projektor, der auf
Abruf eine hochgradige Bildschärfe liefern kann, ohne deswegen
auch in sämtlichen anderen Szenen eine (ungewollte)
Schärfeüberbetonung einfließen zu lassen. Die Folge
einer solchen Überbetonung lässt sich (leider) bei vielen
anderen Projektoren beobachten - das Bild gewinnt zwar an Schärfe,
verliert aber ein Großteil der Tiefenwirkung und besitzt den
typisch digital-künstlichen Look. Deswegen ist es als hochgradiges
Kompliment zu verstehen, wenn wir den C3X 1080 diesbezüglich als
Gerät mit hohem analogem Charakter attestieren. Wir hätten es
nicht für möglich gehalten, dass ein Digitalprojektor ein
derart homogenes, natürliches Bild auf die Leinwand zaubert, ohne
die Wiedergabe in grundsätzlich überschärft-, oder zu
softem Erscheinungsbild umkippen zu lassen.

In Bezug auf Bilddetaillierung bedient
sich der C3X 1080 wiederrum den typischen Vorzügen von
Digitalprojektoren und setzt dabei sogar die Messlatte auf völlig
neue Höhen. In der oben abgebildeten Szene begeistert der
Projektor durch eine hochpräzise Detailschärfe und modelliert
bis in die Papierfasern mit höchster Akkuratesse. Auch die
Maserungen des Mahagonifurniers sind deutlich abgebildet. Man kann fast
in jeder Szene neue, faszinierende Bilddetails ausmachen. Noch nie
zuvor haben ist es einem Projektor in unserem Teststudio gelungen,
derart messerscharfe Akzentuierungen auf die Leinwand zu zaubern.
Teilweise offenbart der Projektor sogar sehr feinkörniges
Filmmaterial,
den andere Projektoren schlichtweg "verschlucken". Zu diesem Zweck
haben die Entwickler aber schon etwas vorgearbeitet und dem Projektor
einen wirksamen und sensibel justierbaren Rauschfilter implementiert.
Besonders begeistern konnte uns der C3X 1080 übrigens auch bei
Nahaufnahmen von Gesichtern, wo von der kleinsten Hautfalte (von
denen der Titelheld gewiss nicht wenige besitzt) bis hin zu
Bartstoppeln oder Hautporen jede visuelle Information mit bestechender
Genauigkeit umgesetzt wird.

Der Abstieg in peruanische Katakomben
lehrt uns nicht nur Wissenswertes
über die Giftintensität von Skorpionen, sondern stellt auch
ein hervorragendes Beispiel für eine weitere visuelle
Schokoladenseite des Sim2 Projektores dar. Zusätzlich zu der
bestechenden Bildschärfe sowie unerreichten Detaillierung,
verwöhnt der C3X 1080 nämlich auch mit einer
äußerst kontrast- und lichtstarken Vorstellung. Er bringt
solch eine Power auf die Leinwand, dass eine Taschenlampe auch wirklich
in den Raum hineinleuchtet - die Leuchtkraft des Dreamvision Dreambee
erinnert im Direktvergleich eher an die Leuchtkraft eines
Glühwürmchens. Trotzdem ertappt man den C3X 1080 nicht dabei,
wie er im hellen Farbspektrum überstrahlt. Stattdessen gelingt ihm
eine bestechende Feindifferenzierung quer über die komplette
Farbpalette. Bei Taschenlampen, oder Fackeln kann man deswegen sehr
schön die Lichtquelle vom -kegel unterschieden. Wenn Indiana Jones
auf Spinnennetze oder in dunkle Gänge leuchtet, sorgt das enorme
Kontrastverhältnis für eine absolut glaubwürdige
Umsetzung der auftretenden Reflektionen. Die unterschiedlichen
Materialbeschaffenheiten werden auf diese Weise ausgezeichnet erfasst
und können sich einer großen Bandbreite an Farbdynamik
bedienen. Steinerne Höhlenwände schimmern matt und
breitbandig, während Wasseroberflächen das auftrefende Licht
teilweise gleißend zurückwerfen. Erwähnungswert ist in
diesem Zusammenhang die hohe Farbneutralität sowie ausgezeichnete
Sättigung, mit der das Gerät gleich von der ersten Minute an
begeistern konnte. Traumhafte Ergebnisse erzielt der Projektor auch in
Bezug auf schwierige Farbübergänge (zB.
Sonnenuntergäng), wo er mit sehr hoher Feinreinheit und -
Sauberkeit agiert. Bei der Wiedergabe dunkler Bildbereiche besitzt der
Sim2
einen anderen Charakter, als die aktuell sehr beliebten D-ILA
Projektoren: er kann nicht ganz die teilweise
fulminanten Schwarzwerte mitgehen und gibt sich mit einer etwas
helleren Ausleuchtung zufrieden. Aus zwei Gründen stellt seine
Wiedergabe dunkler Bildbereiche trotzdem alles in den Schatten, was wir
bisher auf der Leinwand erleben durften: zunächst wäre hier
die ungemein feinfühlige schwarz/grau Differenzierung zu nennen,
die dem Bild eine große Tiefe und Konturierung verleiht. Dunkle
Bildpartien saufen somit nicht in einem Meer von Schwarz ab, sondern
erlauben eine selektive Abstufung der verschiedenen
Helligkeitsbereiche. Diesem Umstand sind sich auch manche Mitbewerber
bewusst, denn bei Vorführungen umgeht man diesen (nicht
unerheblichen) Nachteil gerne durch Verwendung von Science-Fiction
Filmen, bei dem eine einheitliche Schwarzfläche benötigt
wird. Weit mehr Filmszenen (wie zB. unser Indiana Jones Beispiel in den
Katakomben) profitieren jedoch von einer feinstufigeren Darstellung und
offenbaren mit dem C3X 1080 ein höheres Maß an
Umgebungsinformationen bzw. realistischen Raumeindruck. Als zweiter
Aspekt ist der insgesamt sehr farbdynamische
In-Bild-Kontrast zu nennen, bei dem die minimal hellere
Schwarzdarstellung nicht mehr ins Gewicht fällt. Die Bandbreite
zwischen hellem und dunklem Farbspektrum liegt extrem hoch, so dass man
innerhalb des aktiven Bildschirminhalts subjektiv sogar ein
intensiveres Schwarz wahrnimmt, als bei manchem
"auf-schwarz-getrimmten" Projektor. Lediglich die etwas helleren
horizontalen "Leerstreifen" bei Cinemascopeformaten fallen ins Gewicht,
weshalb wir zur vollen Ausschöpfung der Bildqualität zu einer
maskierbaren Leinwand raten.

Race Driver Grid per 1080p60Hz auf XBOX360
Auch wenn manche High-End Interessierten
nun vielleicht die Nase rümpfen mögen, aber wir haben uns zum
Testen des Projektors auch sehr umfangreich mit Spielen
auseinandergesetzt. Moderne Games in FullHD Auflösung stellen
besonders in Bezug auf Bewegungsstabilität höchste
Ansprüche an die Bildwiedergabe. Genau aus diesem Grund haben wir
zum Rennspiel "Race Drive Grid" auf der XBOX360 gegriffen. Das Spiel
bietet eine enorme Detaillierungstiefe sowie eine hervorragende
Texturqualität und läuft selbst bei 1080p60Hz Darstellung mit
einer absolut flüssigen Framerate. Dem Sim2 C3X 1080 gelingt
hierbei eine bravuröse Umsetzung : keiner Nachzieheffekte,
Konturenbildung oder Verschmierung trübt das Gesamtbild. Selbst
bei wilden Straßenrennen mit Tempo 300+ bleibt die gesamte
Umgebungsdarstellung exakt konturiert - auf diese Weise haben
wir beim Fahren deutlich (!) mehr Bilddetails wahrnehmen
dürfen, als jemals zuvor mit einem anderen Projektor. Durch die
flüssige und klare Bewegungsstabilität erlangt das Bild eine
enorme Plastizität und stellt verschiedene Bildebenen
vorzüglich heraus. Selbstverständlich gelten diese
Beobachtung auch für unser vorangegangenes Filmbeispiel, wo der
Projektor ebenfalls durch seine souveräne, schnelle Vorgehensweise
für einen gleichermaßen detailreichen wie
dreidimensionalen Bildeindruck sorgt.
Last but not least möchten wir uns
selbstverständlich auch der guten alten DVD widmen. Obwohl es
angesichts der hochauflösenden Opulenz des C3X1080 offengestanden
schwerfällt, überhaupt noch zu PAL-Medien zu greifen,
haben wir anhand von Star Wars Episode3 die Scaling und De-Interlacing
Qualitäten unter die Lupe genommen. Eigentlich spielt die Scaling-
und De-Interlacing Qualität ohnehin nur noch eine untergeordnete
Rolle bei Bildwiedergabegeräten: HD-Medien geben sowieso meist
1080p aus (Ausnahme Sat-Receiver) und selbst günstigere DVD-Player
besitzen in fast allen Fällen bereits hochklassige
Videochipsätze. In der Praxis dürfte es daher sehr selten
sein, den Sim2 Projektor mit nativer 576i Zuspielung zu
füttern. Wer es trotzdem tun möchte, wird vom C3X 1080 nicht
enttäuscht: das Filmmode De-Interlacing der Star-Wars Laufschrift
erledigt
das Gerät tadellos, auch die darauffolgenden Flugsequenzen
erscheinen flüssig auf dem Bildschirm. Beim Scaling erreicht der
Projektor ebenfalls gute Leistungen, wobei die Detailherausarbeitung
bei Verwendung eines Realta-bestückten Gerätes teilweise noch
minimal feiner erfolgt. Dasselbe lässt sich auch auf die
Qualität des adaptiven Videomode De-Interlacings
übertragen. Obwohl der
italienische Luxusprojektor sicherlich keine schlechten Leistungen
auffährt, wäre es für Besitzer von exzellenten
Videoprozessoren (zB.
innerhalb der Denon AVP-A1HDA Vorstufe oder dem DVDO iScan VP50)
ratsam zu vergleichen, welches Gerät im individuellen Fall die
besseren Ergebnisse liefert.
Fazit Bild:
Der Sim2 C3X 1080 überzeugt visuell auf ganzer Linie:
Kontrast, Bildschärfe und Abbildungsgenauigkeit markieren mit
großem Abstand neue Bestwerte. Zu seinem rundum positiven
Gesamteindruck sorgt auch die komplette Abwesenheit von digitalen
Artefakten oder sonstigen Bildfehlern. Die Konvergenz der drei
DLP-Panels kann getrost als makellos bezeichnet werden - auch
Farbflecken (D-ILA typisch), Konturenbildung oder Verschmierungen sind
dem Projektor völlig fremd. Durch die 3-Chip DLP Technologie ist
nicht einmal der berüchtigte Regenbogeneffekt (Farbblitzen)
auszumachen, so dass keinerlei Beeinträchtigungen vorliegen und
man sich dem uneingeschränkten Filmgenuss hingeben kann. Das
optionale Cinemike-Tuning können wir speziell denjenigen Anwendern
empfehlen, die auch das letzte Quentchen an Bildqualität aus dem
Projektor holen möchten. Neben einer nochmals
weiterperfektionieten Bewegungsstabilität und Farbdifferenzierung
bewirkte die getunte Variante innerhalb unseres Heimkinos sogar eine
Verbesserung der Akustik (stark minimierte Rückstreuung über
das HDMI Kabel in den AV-Receiver). Dennoch stellt der Sim2 C3X
1080 auch schon in der Serienversion ein Gerät mit wahrlich
traumhaften Bildeigenschaften dar, welches fraglos zur absoluten
Welt-Elite hinzugehört und auch den Vergleich zu weitaus
hochpreisigeren Produkten nicht scheuen braucht.
Fazit:

Nach Abschluss unserer Testreihen können wir resümieren,
dass der Grand Cinema C3X 1080 eine absolute Lichtgestalt im Bereich
der hochwertigen Heimkinoprojektoren darstellt. Diese Umschreibung kann
man dabei auch durchaus wörtlich nehmen, schließlich besitzt
der Sim2 Projektor eine enorme Helligkeit, so dass er sowohl in
Einsatzgebieten mit Tageslicht, und/oder großen Bilddiagonalen
eine meisterliche Figur hinterlässt. Dank der vielseitigen
Anpassungsmöglichkeiten (Lampenhelligkeit, Iris etc.) fühlt
sich der Luxusbildwerfer auch in dedizierten Heimkinoräumen
zuhause und umgarnt das Auditrium mit einer extrem kontrastreichen und
dynamischen Vorführung. Durch die vortrefflich dosierte
Bildschärfe bietet der C3X 1080 eine unübertroffene
Herausarbeitung von Details und vermittelt gleichzeitig einen extrem
homogenen und natürlichen Eindruck ohne jegliche
Aggresivität. Die Symbiose aller Bildattributte lässt keine
Wünsche offen und unterstreicht die technische und visuelle
Vormachtstellung nachhaltig. Zusammen mit einem hochwertigem
Surroundsystem sorgt der Sim2 Projektor für eine absolut
geschlossene Atmosphäre. Man möchte am liebsten die Pelzjacke
aus dem Keller holen, wenn die Titanic dem Untergang entgegenschippert,
oder zum Zauberstab greifen um Harry Potter im Kampf gegen seine
Widersacher zu unterstützen. Mit dem C3X 1080 nimmt man Filme
nicht einfach nur als unbeteiligter Zuschauer wahr, sondern wähnt
sich direkt im cineastischen Geschehen. Natürlich würden wir
nicht behaupten, dass der C3X 1080 über das weltbeste
Preis-/Leistungsverhältnis verfügt. Dafür ist speziell
die aktuelle D-ILA/LCos Fraktion (zB. JVC HD-750) zu stark, um die
knapp 28.000 Euro des Sim2 Projektores als Sonderpreis titulieren
zu können. Es wäre allerdings auch das erste Mal, dass ein
kompromisslos gefertigtes High-End Produkt als Dumpingangebot in
Erscheinung tritt. Dies hat Sim2 auch gar nicht nötig, denn
durch die herausragenden Leistungen kann der C3X 1080 durchaus als
preiswert bezeichnet werden, zumal er im Direkvergleich mit seinen
3-Chip-DLP Artgenossen sogar noch das günstigste Preisetikett
besitzt! Durch die praxisgerechte Schnittstellenvielfalt, große
Signalkompatibilität und der hohen Variabilität (kompakte
Abmessungen, Lensshift etc.) kann der Projektor eine hohe
Alltagstauglichkeit vorweisen und verhält sich sehr pflegeleicht .
Profis freuen sich über das vorbildlich umfangreiche
Gamma-/Farbmanagement sowie auswählbaren Optiken. Unsere Bilanz
fällt daher insgesamt rundum positiv aus und mündet in einem
souverän eingefahrenem Masterpiece-Prädikat.
Viagra für die Netzhaut: der Grand Cinema C3X 1080
wird mit seiner bildgewaltigen Darstellung visuell
anspruchsvollen Anwendern gehörig die Köpfe verdrehen
und begeistert auch ausstattungsseitig in vollem Maße.

Sim2 Grand Cinema C3X 1080
FullHD 3-Chip DLP Videoprojektor
Preis: 27.990 Euro
Test: 15. Dezember 2008
Website des Herstellers: www.sim2.de
+ überragender In-Bild-Kontrast, außerordentliche Farbdynamik
+ extrem hohe Detaillierung
+ exzellente Dosierung der Bildschärfe
+ hohe Plastizität bzw. Tiefenwirkung des Bildes
+ gute Bewegungsstabilität
+ hervorragende Konvergenz
+ sehr hohe Differenzierung in dunklen Bildbereichen
+ umfangreiches Anschlusspanel
+ extrem umfangreiche Kalibrierungsoptionen inkl. PC-Software und speicherbarem Farbmanagement
+ hervorragende De-Interlacing und Scaling Enginge
+ verhältnismäßig kompakte Abmessungen des Gehäuses hinsichtlich der verbauten Lösungen
+ durch 5-stufige Lampenleistung, Lensshift und 3 auswählbaren Linsen hervorragende Flexibilität
+ erlaubt Tageslichtprojektionen und versorgt auch große Bildflächen jenseits der 3,5mtr. Diagonale souverän
- hoher Grundpreis, hohe Kosten für Ersatzlampe
- Lüftung speziell bei voller Lampenleistung gut hörbar
- rein isoliert betrachtet, liegt der Schwarzwert nicht auf absolutem Rekordniveau
Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:
Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:

Text:
Lars Mette
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