High-End Test: Piega TS 5.1 Surround-Set 

(03.08.2006 - LM)

Bei bestimmten Hustenbonbons weiß fast jeder, dass sie die Schweizer erfunden haben, doch das Land des Bankgeheimnisses und der 26 Kantone bringt auch weltbekannte Lautsprecher hervor. Wir möchten Ihnen daher dieses Mal Produkte der renommierten Firma "Piega" vorstellen, und der Frage nachgehen, ob deren Lautsprecher dem hohen Ruf tatsächlich gerecht werden können. Ähnlich wie in der Politik haben sich die Piega-Entwickler eine maximale Neutralität ihrer Produkte in ihr Pflichtenheft geschrieben, doch zusätzlich ist ihnen ebenso eine elegante, leichtfüßige Optik wichtig. Typisch für Piega-Produkte ist der großzügige Umgang mit dem Werkstoff Aluminium, so dass die meisten Lautsprecher schon auf den ersten Blick eine völlig andere Formensprache vermitteln, als die typischen "Holzkisten" konkurrierender Hersteller. Die preisliche Positierung von Piega kann man von Mittelklasse bis High-End einordnen, auf billig getrimmte Designexperimente bzw. das Verschleudern ihrer Produkte sind die Schweizer nicht aus. Für die Piega AREADVD Testpremiere haben wir uns für eines ihrer günstigen Offerten entschieden:

Das Piega TS 5.1 Surroundset hat einen Wert von exakt 4080 Euro und besteht aus der klassischen Zusammenstellung mit dediziertem Centerspeaker und kleineren Satelliten für die Rears. Wer die silbernen Frontgitter nicht benötigt, kann pro Lautsprecher 35 Euro sparen. Alternativ bietet Piega zum edlen Aluminium-Natur Look noch Ausführungen mit weißer sowie schwarzer Lackierung an (100 Euro Aufpreis je Box).



Dreh- und Angelpunkt der akustischen Performance sind die TS5 Säulenlautsprecher, welche als Frontspeaker zum Einsatz kommen und daher auch für den Stereoklang verantwortlich sind. Die Maximalbelastbarkeit liegt bei 150 Watt, als untere Grenzfrequenz werden beachtliche 43Hz angegeben. Dies wäre bei einer Konstruktion dieser Größenordnung eine hervorragende Leistung. Mit einer Höhe von 102 Zentimetern stellt die TS5 einen guten Kompromiss zwischen notwendiger Größe und einem zierlichem Äußeren dar. Der Stückpreis liegt in der Grundausstattung (ohne Gitter oder Lackierung) bei 795 Euro.


Wie die TS5 kommt auch der Centerspeaker TS4 C als 2-Wege Konstruktion daher. Im Gegensatz zum Standlautsprecher nutzt dieses Modell aber keine Bassreflextechnik, sondern agiert als geschlossene Box. Piega achtete bei der Entwicklung besonders auf eine symmetrische Abstrahlcharakteristik, so dass auch außerhalb des idealen Hörplatzes ein neutraler Klang geboten werden kann. Auch wenn dieser "nur" 41 cm breite Center sehr zierlich und zurückhaltend erscheint, so schlägt er dennoch mit Preisen ab 600 Euro zu Buche und positioniert sich damit in der (finanziellen) Oberklasse.

Die kleinen ( Höhe 21 cm) TS3 haben die Aufgabe, "das Feld von hinten aufzurollen". In unserem Test-System kommen sie als Rearspeaker zum Einsatz, obwohl sie durchaus ebenfalls als High-Endige Stereo-Lösung überzeugen sollen. Wie die TS5 vertraut auch die kleinen TS3 auf die Hilfe eines Bassreflexrohres. Wer nun überlegt, diese eleganten, praktisch-kompakten Schallwandler als Universal-Lösung für Zone-2 Funktionen oder die PC-Ecke zu benutzen, sollte sich vorher über den Anschaffungspreis von 345 Euro pro Box bewusst sein. 



Last, but nut least: der P Sub 4 steigt für seine Kollegen in den Basskeller, um das richtige Heimkinofeeling zu entfachen. Für diesen 250Watt Subwoofer mitsamt Bassreflextechnik und 22cm Chassis werden 990 Euro abgerufen. Wie schon bei den anderen Komponenten besticht auch der P Sub 4 mit sehr kompakten Abmessungen und lässt sich ideal unterbringen.

Das Piega-Set dürfte dank seiner Optik schon vor dem ersten wiedergegebenen Ton ein aussichtsreicher Kandidat für den Einzug in diverse Wohnzimmer Surround-Anlagen darstellen, doch bei vielen Familien gilt es sicherlich auch die finanziellen Aspekte zu berücksichtigen. An diesem Punkt steht das Piega TS Set unter Druck, denn verschiedene, vergleichbar designte Sub-/Sat Kombinationen (z.B. Infinity TSS-4000 für ca. 2400 Euro) sind deutlich günstiger, während im Vergleich zu ähnlich kalkulierten Offeren (z.B. nuLine120-Set ca. 4000 Euro) eine enorm hohe (akustische) Messlatte vorgegeben ist. Hier wird es sehr interessant sein, zu sehen, wie sich die schlanken sowie dezenten Piega Schallwandler gegen die klassischen, großvolumigen Boxen behaupten können.

Unser Test soll hierüber Aufklärung verschaffen und Ihnen Aufschluss darüber geben, ob Piega das Kunststück geschafft hat, bei kleinen Boxen ganz großes Heimkino in Ihr Wohnzimmer zu zaubern.

Verarbeitung:


Der Name verpflichtet: das TS - Set sieht genauso "lecker" aus, wie sein Namensvetter aus der Burger-Branche: perfektes Finish bis in die Details. Keine einzige scharfe Kante trübt das Bild - sogar Spaltmaß-Fanatiker Ferdinand Piech (Ex-VW Chef) würde hier nach intensiver Fehlersuche keinen Anlass zur Kritik finden können. 


Wer die kleinen TS3 in Händen hält, wird überrascht sein, wie massiv sich "nur" 4 Kilogramm Gewicht auf solch einen Winzling anfühlen. Zweifellos haben sie das Zeug vom Superstar unter den Lautsprechern, denn sie vereinen hochwertige Anmutung, ansprechendes Design und vollendende Ästhetik.

Die (gegen Aufpreis erhältlichen) Frontgitter werden mit 4 Laschen direkt in die Querfugen an den Lautsprecher geklipst. Vorteil dabei: keine Aufnahmelöcher stören die klar gezeichnete Front. 

Die polierte Aluminiumoberfläche ist schlichtweg makellos und wartet mit einem perfektem Finish auf. Sehr akribische Zeitgenossen können sehr gerne die Lupe zücken, und nach kleinen Unregelmäßigkeiten oder gar Verarbeitungsfehlern suchen - sie werden keinen Grund zur Kritik finden.

Exakte Einpassung der Chassis ist bei Piega eine Selbstverständlichkeit.

Der P Sub 4 besteht (im Gegensatz zu den restlichen Schallwandlern) nicht komplett aus einem Alu-Gehäuse, sondern weist "lediglich" auf der Oberseite eine Metallplatte auf. Die Seitenwangen bestehen aus silber lackiertem MDF.

Als weiteres Unterscheidungsmerkmal wird beim Subwoofer das Frontgitter nicht eingeklipst, sondern einfach zwischen die etwas vorstehende Seitenwand gesteckt. Die Schallwand besteht beim P Sub 4 aus schwarzem Filz und macht auch ohne montiertes Frontgitter eine gute Figur.

Gleich drei interessante Details sind auf diesem Foto zu sehen: das reingeschobene Frontgitter, ein verbautes M6-Schraubgewinde (Kunststoffspikes liegen dem Gerät bei) und ein winziger Verarbeitungsfehler zwischen zwei Stoßkanten. Da ansonsten sämtliche Kanten bzw. Fugen ein horvorragendes Finish aufweisen, beeinträchtigt dies die Gesamtwirkung des System überhaupt nicht.



Der Sockel einer TS5: sehr schön ist die geschwungene Form des Gehäuses zu erkennen. Um einen sicheren Stand zu gewährleisten, umrahmt ein ca. 20 x 20cm großer Sockel die edle Klangsäule. Die Kontaktaufnahme zum Boden erfolgt per Gumminoppen, hier wären Vorkehrungen für Spikes eine willkommene Alternative.

Fazit Verarbeitung: 

Die perfekte Verarbeitung macht die TS-Lautsprecher zu wahren Schmuckstücken. Eigentlich schon schade, dass die kompakten Abmessungen eine möglichst dezente Integration in das Wohnzimmer anvisieren. Sämtliche Komponenten würden auch als Eye-Catcher hervorragend funktionieren. Wir können an diesem Punkt des Tests schon einmal festhalten, dass die fulminante Oberflächenqualität bei jedem Blick pure Freude hervorruft. Der P Sub 4 fällt hier leider ein klein wenig zurück, was unsere "nur" 9,5 Punkte Wertung begründet: er besteht nicht komplett aus Aluminium und kann ihm Vergleich zu Modellen wie dem Jamo A775HCS4 Subwoofer auch nicht mit einer ausgefallenen, Aufsehen erregenden Optik punkten. 

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