Was liegt näher, als sich
die schönsten
Erlebnisse des Jahres im heimischen Videoregal zu archivieren,
um
Erinnerungen, Gefühle und Gedanken jederzeit im Heimkino mit
den
entsprechenden Aufnahmen unterstreichen zu können?
Doch
damit üppige Sandstrände nicht an Mars-Landschaften
erinnern,
oder von der Whale-Watching Tour mehr als verwackelte Hochseeaufnahmen
den Weg in ihre Privatvideothek finden sollen, ist ein hochwertiger
Camcorder gleichermaßen wichtig wie ratsam. Um festzustellen,
inwiefern die aktuellen höherklassigen Panasonic
Consumer-Modelle diesbezüglich überzeugen, werden wir
uns im
nachfolgenden Testbericht mit dem HDC-HS700 beschäftigen.
Als eine absolute Neuheit im > 1.000
Euro Produktsegment,
wartet der japanische Hersteller bei seinen aktuellen Full-HD Modellen
mit einem 3-Chip Bildsensor auf. Die einzelne Verarbeitung der drei
Grundfarben verspricht insbesondere hinsichtlich Farbverhalten sowie
Detaillierungsgrad hervorragende Leistungen. Panasonic verbaut
hierfür drei 1/4,1 ´´ Sensoren mit jeweils
3,05
Millionen Bildpunkten, was einer effektiven Pixelzahl von 7,59
Millionen beim Aufzeichnen von Bewegtbildern entspricht. Das
Kamerasystem ist daher in der Lage, eine echte
Maximalauflösung
von 1080 Bildzeilen zu gewährleisten, so dass sogar eine
Aufnahme
von 1080p/50Hertz möglich ist. Die weitere Ausstattung liest
sich
wie eine Wunschliste eines jeden Amateur-Regisseurs: das
Objektiv
kommt aus dem Hause Leica und besitzt einen großen Zoombereich
inklusive 35mm Weitwinkel, der optische Bildstabilisator ist mehrfach
verstellbar und soll mehrfach wirksamer sein als bisherige
Lösungen
- und last but not least, findet sich auf der Oberseite der
Kamera sogar noch ein Mikrofonsystem mit Dolby Digital 5.1
Aufzeichnung. Abgerundet wird die Ausstattung von einer ganzen Armada
an technischen Assistenz-/Hilfsprogrammen, die bei
einer intelligenten
Programmautomatik anfängt und der automatischen
Gesichtserfassung mit priorisierten Schärfestellung von vorher
hinterlegten Personen endet. Auf Wunsch fertigt die Kamera sogar
selbstständig Bilder an, sobald bei einem der (maximal sechs)
"VIP-Akteure" ein Lächeln erkannt wird.
Die neuen 3MOS Camcorder sind in insgesamt 4 Versionen lieferbar, die
sich vorrangig hinsichtlich der Speicherlösung unterscheiden.
Unser HDC-HS700 Testgerät besitzt die Komplettausstattung und
kommt mit einer 240GB Festplatte, sowie Slots zur Erweiterung via
Speicherkarten im SD/SDHC+SDXC Format. Die Möglichkeit, bis zu
102
Stunden Video aufzeichnen zu können, lässt sich
Panasonic mit
1.399 Euro bezahlen. Wer auf die Festplatte verzichten kann, findet
jedoch im HDC-SD707 ein weitestgehend identisches Gerät ohne
jedweden internen Speicher und muss dafür "nur" 999 Euro
investieren. Dazwischen platzieren die Japaner das Modell TM700 mit
32GB internem Speicher und Slots zur Aufnahme von SD/SDHC/SDXC Karten
zum Preis von 1.199 Euro.
Verarbeitung:
Der HDC-HS700 ist als klassische Handkamera mit rechtsseitiger
Trageschlaufe konzipiert. Sowohl hinsichtlich der Abmessungen als auch
des Gewichts liegt dieses Modell im Mittelfeld und gehört
somit
weder zu den ultrakompakten aber auch nicht zu den unhandlicheren
Derivaten. Die größte Fläche des
Gehäuses ist von
einer Kunststoffoberfläche in edler Titan-Optik bedeckt, was
dem
Camcorder eine hochwertige Optik verleiht.
Doch auch in haptischer Hinsicht überzeugt das
Testgerät:
Funktionselemente wie der oben abgebildete Schwenkmechanismus des
LCD-Bildschirms weisen eine solide Mechanik auf und auch die exakt
verlaufenden Übergänge zwischen verschiedenen
Gehäuseelementen zeugen von einer hohen
Fertigungsgüte.
Erfreulicherweise bleibt der HDC-HS700 Besitzer auch vor
Knarzgeräuschen verschont, was sich bei anderen Modellen
zuweilen
sogar schon zum akustischen Beiwerk in den Aufnahmen steigern kann
(abhängig von äußeren Faktoren wie z.B.
Temperatur und
Luftfeuchtigkeit). Der Panasonic-Camcorder hat sich
diesbezüglich
in unserer Testphase als recht verwindungssteif erwiesen.
Die Linse wird von einem Metallring umgeben, die sich dank
einer
soften und gleichmäßigen Führung
hervorragend für
die zugewiesenen Aufgaben eignet. Diese werden über den
kleinen
Metallknopf mit der Beschriftung "Camera Function" definiert und
umfassen eine manuelle Fokusfunktion, Weißabgleich und die Iris Steuerung.
Sämtliche Hardkeys am Kameragehäuse
verfügen
über einen eindeutigen Druckpunkt und hinterlassen einen
wertigen
Eindruck. Lediglich die Bedienelemente unterhalb des LCD-Displays geben
sich etwas störrisch, indem sie beherzter
betätigt
werden wollen und dabei keinen richtiges mechanisches Feedback geben.
Das verbaute Touchscreen LCD-Display findet unsere volle
Zustimmung.
Mit einer Pixelmatrix von xx mal xx könnte es zwar durchaus
noch
etwas auflösender sein, erledigt aber seine Aufgaben dennoch
sehr
gut. Dies liegt vor allen in den guten Helligkeits- sowie
Kontrastwerten begründet, so dass man das Display auch unter
schwierigen Bedingungen (z.B. Licht von hinten)
verhältnismäßig gut ablesen kann. Die
Bildstabilität bei Kameraschwenks geht ebenfalls in Ordnung
und
auch die recht ausgewogene Farbdarstellung ist für einen
Camcorder
im mittleren Consumer-Bereich absolut angemessen.
Der mitgelieferten Fernbedienung gelingt ein guter Kompromiss
zwischen notwendiger Kompaktheit und wünschenswerter
Bedienvielfalt. Sämtliche Grundfunktionen lassen sich damit
bedienen, wobei der HDC-HS700 lediglich an der Front über
einen
IR-Eingang verfügt. Die Tasten des Controllers sind zwar etwas
schwammig und lassen ein wenig Ergonomie vermissen, aber wir haben
schon wesentlich schlimmere Befehlsgeber bei vergleichbaren Camcordern
gesehen. Insbesondere gegenüber den Mini-Remotes mit
Folien-Buttons ist die Panasonic Lösung als eindeutig besser
einzustufen.
Wer sich den HDC-HS700 nach Hause holt, darf sich (neben dem
Camcorder) über folgenden Lieferumfang freuen: Fernbedienung,
gedruckte Anleitungen, Software inkl. Basis Videobearbeitung (mehr dazu
in der nächsten Rubrik), Gegenlichtblende, USB Kabel
für die
Verbindung zum PC, Chinch-Kabel für AV-Ausgabe am TV, sowie ein
Ladegerät inkl. Netzkabel. Wie (fast) alle anderen Hersteller
verzichtet auch Panasonic darauf, ein Mini-HDMI Kabel für eine
digitale Verbindung zur AV-Anlage beizulegen.
technischer Aufbau:
DIE maßgebende technische Eigenschaft von
Panasonic's 700er
Serie stellt zweifelsohne die 3MOS Technologie dar. Während
die
direkten Mitbewerbermodelle mit einem einzelnen Bildsensor arbeiten,
wird das Bild beim HDC-HS700 in die Primärfarben aufgeteilt
und
anschließend von drei separaten Sensoren verarbeitet wird.
Jeder
dieser "MOS"-Chips (steht für "Motion Only Shot") ist
im
1/4,1 Zoll Format gefertigt und besitzt eine Auflösung vom
3,05
Millionen Pixel. Panasonic gibt eine effektive Pixelzahl von 7,59
Millionen Pixeln für Videoaufnahmen an, womit der HDC-HS700
seine
Mitbewerber überflügelt. Abgesehen von einer
höheren
Schärfe sowie besseren Bildstabilität, versprechen
die
Entwickler speziell in Bezug auf die Farbdarstellung
(Übergänge, Natürlichkeit, Brillanz,
Rauschverhalten
etc.) deutliche Vorteile gegenüber herkömmlichen
1-Chip-Konstruktionen.
Damit die gestiegene Datenflut problemlos bewältigt
wird,
verfügen die Modelle der 700er Serie ebenfalls über
einen
optimierten Bildprozessor. Diese Komponente ist zugleich auch
hauptverantwortlich für viele weitere Funktionen, mit denen
der
Camcorder für bessere Aufnahmen sorgen will. Zwei der
wichtigsten
Features sehen Sie oben auf dem Foto: es handelt sich um die
iA-Automatik inklusive Power O.I.S..
Die iA-Automatik in der HDC-HS700 umfasst sechs verschiedene
Aspekte, mit denen die Bildqualität auf einfache Weise
verbessert
werden soll.
Power OIS
optischer Bildstabilisator mit Gyrosensoren zum
Ausgleich von
unruhigen Handbewegungen. Dabei wird das Objektiv durch
Sensoren
4.000mal pro Sekunde mechanisch stabilisiert. Das neu entwickelte
"Power OIS" stellt die neuste Evolution dar und soll derart genau
arbeiten, dass sogar Atembewegungen ausgeglichen werden.
Autofokus-Verfolgung
AF-Tracking sorgt für einen permanenten Fokus
auf
bewegende Objekte, selbst wenn sich diese auch aus dem Blickfeld
bewegen. Dabei erfolgt eine automatische Wahl von Fokus- sowie
Belichtungseinstellungen.
intelligenter Auto-Szenenmodus
Analyse der Aufnahmebedingungen mit automatischer Wahl
des
Szenenmodus aus den Programmen Landschaft, Portrait, Spotlight oder
Lowlight.
intelligente Kontrastkontrolle
Kontrast sowie Dynamikumfang werden dem Umgebungslicht
automatisch angepasst, mit dem Ziel dass helle Bildpartien nicht
überstrahlen und dunkle Stelle nicht "absaufen".
Gesichtserkennung
Hierüber wird jedes Gesicht als solches
erkannt und
hinsichtlich der Lichtverhältnisse automatisch mit den
bestmöglichen Einstellungen (Schärfe, Belichtung,
Kontrast)
aufgenommen.
Gesichtserfassung
Über die Foto-Funktion lassen sich bis zu 6
Gesichter im
Camcorder speichern, denen dann bei einer Video-Aufnahme mit mehreren
Personen eine priorisierte Schärfe- und Belichtungseinstellung
eingeräumt wird. Bis zu 3 Personen kann auch namentlich
automatisch eingeblendet werden.
Die besten Halbleiter und Softwarefunktionen können
nur dann
komplett aufblühen, wenn auch die mechanischen Komponenten auf
hohem Niveau mitspielen. Damit dies der Fall ist, greift Panasonic auf
Objektive aus dem Hause Leica zurück. Der HDC-HS700
verfügt
über ein Leica-Dicomar Objektiv mit 46mm Durchmesser. Die
Blende
liegt bei F1.5 - F2.8. Die Integration des Objektives wurde speziell
hinsichtlich Lichtreflektionen und Verzerrungen am Linsenrad optimiert.
In der minimalen Zoom-Stellung realisiert die Kamera eine minimale
Brennweite von 35mm, so dass ein recht guter Weitwinkelbereich geboten
wird. Mit Hilfe von optionalen Weitwinkel-Vorsatzlinsen
sind Brennweiten von 24mm möglich. Dank einem 12x
optischen
Zoom ist der Camcorder auch für Tele-Aufnahmen gut
gerüstet.
Mit einer Auflösung von bis zu 14,2 Megapixeln und dem
integrierten Blitz will der HDC-HS700 auch Hobby-Fotografen
zufriedenstellen.
Neben dem Touchscreen LCD-Display steht noch ein
herausziehbarer
Sucher zur Verfügung, welches per Schärfeeinstellung
für
verschiedene Sehstärken justierbar ist. Direkt darunter wird
der
Akku angedockt. Im Standardlieferumfang handelt es sich hier um das
1250 mAH Modell mit einer maximalen Aufnahmelaufzeit von rund
einer Stunde. Um diesen
Akku
wieder vollständig aufzuladen benötigt das
Ladegerät ca 2,5 Stunden. Wer mehr Durchhaltevermögen
wünscht,
sollte sich
von Panasonic den Akku mit der Bezeichnung VW-VBG6 holen, wo bis zu 4
Std. 40 Min. Laufzeit bei HD-Aufnahmen versprochen werden. Per
Direktverbindung zwischen Camcorder
und Ladegerät kann der HDC-HS700 selbstverständlich
auch
nonstop betrieben werden, allerdings erfolgt hierbei keine Aufladung
des Akkus, unabhängig davon ob er am Camcorder oder der
Ladestation steckt.
Unter einer Abdeckung befindet sich der Zubehörschuh,
an dem
Komponenten wie z.B. eine Videoleuchte oder ein Blitz Anschluss am
HDC-HS700 finden. Leider handelt es sich hierbei jedoch nicht um einen
"intelligenten" Zubehörschuh, da keine Zusatzkontakte
für
weiterführende Funktionen (z.B. Blitzintensität)
vorhanden
sind. Erfreulichere Meldungen können wir hingegen in Bezug auf
die
Akustik geben: der Camcorder verfügt über 5
Mikrofone,
worüber er ein Dolby Digital 5.1 Signal in das Video
einarbeiten
kann. Ein 3,5mm Klinkensteckereingang unterhalb des Objektivs gibt dem
Anwender darüberhinaus die Möglichkeit, ein externes
Mikrofon
zu nutzen. Selbstverständlich erlaubt der HDC-HS700 auch eine
Aufnahme in klassischem Stereo - eine Übersicht der
möglichen
Einstellungen finden Sie im nächsten Kapitel.
Die Schnittstellen für Speicherkarten sowie zur
Peripherieanbindung befinden sich im Schacht des LCD-Displays.
Für
PC sowie TV steht jeweils ein Mini USB sowie HDMI Ausgang zur
Verfügung. An Speicherkarten unterstützt der
HDC-HS700
SD/SDHC und den neueren SDXC Standard. Als Hauptdatenspeicher steht
jedoch im HDC-HS700 die 240 GB Festplatte zur Verfügung, mit
der
sich im HE-Modus bis zu 102 Stunden Video aufzeichnen lassen. Eine
Übersicht der gesamtem Aufnahmemodi finden Sie in der
nächsten Rubrik, worunter auch der 1080/50p Modus
fällt. Mit
seinen 50 Vollbildern bei 1920x1080 Bildpunkten verspricht Panasonic
eine überlegene Bildqualität. Die Wiedergabe in
1080/50p kann
aktuell jedoch nur direkt vom Camcorder oder einem PC aus erfolgen und
benötigt
ein kompatibles Panasonic Display.
Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung
(Herstellerangaben)
Mini HDMI
USB 2.0
AV/Komponentenausgang
Mikrofon + Kopfhörer Schnittstelle
Besonderheiten
3MOS Sensorik
Power OIS
AI Funktionen
1080/50p Modus
5.1 Surround Aufnahme
Touchscreen-Display
Abmessungen
65 x 69 x 138 mm (B,T,H)
Gewicht
ca. 450 Gramm ohne Akku
Praxiseindrücke:
Der Panasonic HDC-HS700 bietet insgesamt eine sehr gute
Bildqualität, die noch vor wenigen Jahren selbst im
professionellen Bereich nicht selbstverständlich war. Zu loben
ist
insbesondere die Schärfe sowie Schärfentiefe, mit der
selbst
kleine Feinheiten mit
großer Akkuratesse herausgearbeitet werden. In diesem
Zusammenhang fällt auch das stabile Aufnahmeverhalten bei
Bewegungen positiv auf. Für Anwender mit hohen
Qualitätsansprüchen besitzt die HDC-HS700 mit dem
1080/50P
Modus diesbezüglich über ein Alleinstellungsmerkmal:
in
Kombination mit einem geeigneten Wiedergabegeräte (wir haben
dafür unseren Panasonic PDP-P65VT20 genutzt) kommt man in den
Genuss einer (gegenüber der klassischen Aufnahme in 1080i)
nochmals recht deutlich verbesserten Schärfe- sowie
Bewegungsdarstellung.
Der Autofokus arbeitet schnell und
zielgerichtet, so dass ein mehrmaliges Nachschärfen von
Objekten
nicht vorgenommen werden muss. Der Bildstabilisator arbeitet
sehr
effizient, ohne dabei nennenswerte Beeinträchtigungen von
sekundären Bildeigenschaften mitzubringen.
Grundsätzlich
liefert der Camcorder eine authentisch geprägte
Farbdarstellung,
wobei einzelne Szenen bei hellem (Außen)Licht ein wenig zu
poppig/übersättigt erscheinen. Im Kontext der
Preis-/Geräteklasse liefert das Gerät jedoch eine
sehr gute
Gesamtbalance, zumal sich diesbezüglich auch die automatischen
Programmmodi als angenehm wirkungsvoll erweisen, ohne das Bild auf
brutalisierende/stark verfremdende Weise zu bearbeiten.
Im Vergleich zu
aktuellen semiprofessionellen Camcordern schließt der
HDC-HS700 insgesamt
überraschend nah auf, kann aber letztenendes doch nicht
verbergen,
dass er aufgrund seiner Optik sowie Sensorik speziell im Bereich der
schwarz/grau Differenzierung noch Luft nach oben aufweist. Schatten-
bzw. Beleuchtungsübergänge bei Innenaufnahmen bei
leicht
gedämpftem Licht könnten daher noch etwas feiner
ausfallen.
Fairerweise muss man hier jedoch erwähnen, dass der
Panasonic
Camcorder in jener Disziplin sogar eine überdurchschnittliche
Performance bietet, wenn man ihn mit direkten Kontrahenten, wie z.B.
dem Canon HF S 20 vergleicht.
Die Low-Light
Bildqualität ist für seine Preisklasse als
erstklassig zu
bezeichnen und liegt nur knapp hinter dem diesbezüglich
herausstechendem Sony HDR-CX550VE (welcher dem HDC-HS700 jedoch in
Bezug auf Schärfe sowie Farbdarstellung relativ deutlich
unterlegen ist). Bildrauschen
ist in dunklen
Umgebungen erfreulicherweise kaum vorhanden, doch ist es zu
beobachten, dass einzelne, hellere Bildelemente zu stark herausstechen,
während Details in
dunklen Bereichen untergehen. Das Bild verliert somit an
Natürlichkeit. Die Nacht Automatik steuert diesem Effekt ein
wenig
entgegen und sorgt für etwas Abhilfe, während die
Night Shot
Funktion durch längere Verschlusszeiten zwar deutlich bessere
Kontraste und Farben liefert, dafür aber völlig
ungeniert ruckelnde Framerates in Kauf nimmt. Fazit: im Rahmen
der
Preisklasse liefert das Gerät in dunklen Umgebungen
ausgezeichnete
Leistungen. Somit eignet es sich für Aufnahmen in
schattigen/dunkleren Umgebungen - bei "richtigen" Nachtshots kommt der
HDC-HS700 (wie auch fast alle Wettbewerber) an seine Grenzen.
Der großzügige Zoombereichs des Objektivs
erweist sich
als wahrer Segen für den Amateurfilmer: zwar verfügen
auch
andere Camcorder über einen 12x optischen Zoom, doch im
Weitwinkelbereich sieht es zumeist eher mau aus. Der Panasonic
HDC-HS700 erweist sich dank 35mm minimaler Brennweite als ausgesprochen
praxistauglich. Innenaufnahmen sowie Panaromaaufnahmen
können damit komfortabel realisiert werden.
Geübte Augen
können in den Randbereichen bei maximalem Weitwinkel zwar
chromatische Aberrationen erkennen, doch in der Praxis fällt
dies kaum auf, zumal nicht einmal Prosumer Camcorder
diesbezüglich
wirklich viel besser arbeiten und elektronische CAC-Korrekturen erst in
Profigeräten integriert sind. Im Gegensatz zu manch anderen
Geräten, die intensiv mit aktive Framing arbeiten, bleibt der
volle Weitwinkel auch bei aktivem Bildstabilisator erhalten.
Gute Zensuren verdient sich auch die Bedienung, denn
dank der
sinnvollen Platzierung von Knöpfen/Schaltern sowie dem
Touchscreen
Display, kommen auch ungeübte Anwender mühelos mit
dem
Camcorder zurecht. Der Zoom Regler arbeitet nicht unbedingt extrem
schnell, erlaubt aber eine exakte Steuerung.
Verbesserungswürdig
ist hingegen die Bildqualität des optischen Suchers. Wir
würden es praktisch finden, wenn man Ihn weiter herausziehen
könnte, zumal auch Bildschärfe, Kontrast und
Helligkeit nur
im Mittefeld beheimatet sind. Auf diese Weise fällt es bei
Aufnahmen mit sehr viel eintönigen Bildanteilen manchmal etwas
schwer, die momentane Aufnahme zu bewerten. Deswegen haben wir relativ
schnell ausschließlich mit dem
ausklappbaren LCD-Bildschirm
gearbeitet, welcher in sämtlichen Disziplinen solide
Leistungen
bietet. Selbst der Blickwinkel fällt groß genug aus,
um in
hektischen Situationen Herr der Lage zu bleiben.
In Kombination mit dem mitgeliefertem Akku hielt der HDC-HS700
in
der Praxis bei normaler Nutzung maximal 50 Minuten durch, ehe der
Akku für rund 2,5 Stunden wieder in der Ladestation
geparkt
werden wollte. Dies ist zwar ein durchaus üblicher Wert bei
Consumerkameras mit einer derartigen Funktionsfülle, schränkt aber die
Mobilität merklich ein. Hier sollten entsprechend veranlagte
Anwender von vorneherein mit Zusatz- oder Power-Akkus planen. Als
Sonderzubehör gibt es die Modelle VW-VBG260 (2500mAh / max.
1:50
Std. Aufnahme) sowie den VW-VBG6 (5400mAh / max. 4:40 Std. Aufnahme)
Mit seiner hohen Aufnahmequalität besitzt der
HDC-HS700 einen
weiteren Pluspunkt. Er kann zwar nicht gänzlich kaschieren,
dass
er über keine Profimikrofone verfügt und deswegen
tendenziell
immer noch etwas blechern und hallig aufnimmt, verzichtet aber auf
grobe Schnitzer. Höhen werden mit einer angemessenen
Auflösung aufgezeichnet, so dass weder ein muffiger noch
aggressiver Klangeindruck entsteht. Die Klangdynamik beinhaltet zwar
keine extreme Feinfühligkeit, sorgt aber für eine
überdurchschnittlich gute Lebendigkeit. Im Bassbereich setzt
der
Panasonic Camcorder seinen Schwerpunkt auf Präzision; die
Generierung von übermäßig viel Volumen ist
nicht sein
Metier. Die Qualität des Dolby Digital 5.1 Streams
überraschte die komplette Redaktion in positiver Form: es
entsteht
tatsächlich ein sehr räumliches Abbild der
akustischen
Gegebenheiten beim Aufzeichnen. Die Surroundspeaker werden zwar
teilweise etwas zu sprunghaft angesteuert, doch insgesamt herrscht eine
gute Balance. Die DD 5.1 Funktion stellt somit definitiv
weit mehr
dar, als ein sinnloses Feature für Technikverliebte, sondern
nutzt
moderne Surroundsysteme für eine bessere Akustik von
aufgenommenen Videos. Zwei kleine Kritikpunkte noch am Rande: der
eingebaute Minilautsprecher dürfte gerne noch etwas lautet
spielen, damit man beim Überprüfen der Videos auch
abseits
von totenstillen Räumen etwas verstehen kann.
Außerdem nimmt
die Kamera teilweise ihr eigenes Betriebsgeräusch
(Lüfter/Festplatte) leise im Hintergrund mit auf - dies ist in
95%
aller Fälle völlig vernachlässigbar, doch
bei sehr
leisen Umgebungen kann dies durchaus auch mal störend
sein.
Die Bildqualität beim Aufnehmen von Fotos
dürfte den
meisten Ansprüchen genügen. Die guten Leistungen in
Bezug auf
Schärfe sowie Farbdarstellung-/Nuancierung finden sich auch in
diesem Modus wieder, zumal die Fotofunktion auch vom Weitwinkelobjektiv
profitiert. Im Vergleich zu "richtigen" Kameras kann der Camcorder
jedoch nicht verheimlichen, dass seine Optik weniger lichtstark ist.
Der Blitz liefert für einen Camcorder brauchbare Ergebnisse,
ist
aber ebenfalls nicht geeignet, dedizierten Fotokameras Konkurrenz zu
machen. Für den Schnappschuss zwischendurch ist der HDC-HS700
daher absolut tauglich - und das ist schon mehr, als bei manchem
Mitbewerbermodell.
Zusammenfassung der wichtigsten Stärken und
Schwächen
hinsichtlich der audiovisuellen Verarbeitung in Relation zur
Preisklasse:
Dieses Video dient lediglich zur Visualisierung einiger Funktionen
und soll nicht als Gradmesser der tatsächlichen Bildqualität
verstanden werden. Dieser Zweck wird durch die notwendige
Umrechnung/Komprimierung mit dem MPEG4 Codec für den Youtube
Upload stark beeinträchtigt - speziell in Bezug auf Farbrauschen
!!!
+ hervorragende Bildschärfe
+ sehr differenzierte Farbdarstellung
+ hoher Kontrast
+ recht neutrale Farbbalance
+ dank Weitwinkelfunktion exzellent für Indoor-Aufnahmen
+ sehr guter Bildstabilisator
+ gut ausbalancierte Audioaufzeichnung inkl. überzeugender 5.1
Wiedergabe
+ schneller und zuverlässiger Autofokus
- unter Low-Light Bedingungen Detailverlust und Kontrastspreizung
Fazit:
Ziehen wir Bilanz: dem Panasonic HDC-HS700 kann man eigentlich
nur
seine Akkulaufzeit und den hohen Preis negativ ankreiden, wobei beide
Aspekte typische Merkmale für Camcorder der gehobenen
Consumer-Kategorie darstellen. In Bezug auf Verarbeitung und Ergonomie
gibt es hingegen genauso viel Lob von der Redaktion, wie für
die
maßstäbende setzende Komplettausstattung inklusive
240GB
Festplatte und 5.1 Aufnahme. In Bezug auf die Bildeigenschaften
erweisen sich die zahlreichen Features sowie Bildverbesserer als
ausgereift und sinnvoll. Bilanzierend betrachtet, sorgt die 3MOS
Technik in Kombination mit den iA-Features für rundum gute
Ergebnisse. Der HDC-HS700 ist zwar nicht der absolute Meister bei sehr
dunklen Aufnahmen, leistet sich aber keine gravierenden
Schwächen
und überzeugt mit überdurchschnittlich guten
Ergebnissen bei
Farbdarstellung sowie Bildschärfe. Erfreulich ist auch der
Umstand, dass die Programmautomatiken unbedarften Amateur-Cineasten
wirkungsvoll unter die Arme greifen und demzufolge eine wirkliche
Bereicherung darstellen. Fazit: der Panasonic HDC-HS700 ist ein
hervorragendes Allround-Gerät und
überflügelt seine
Kontrahenten vor allem durch die Ausgewogenheit in sämtlichen
Facetten bei gleichzeitig hervorragender
Bildqualität.
HDC-HS700: Universalist und Könner in Einem.
Panasonic HDC-HS700
Camcorder, Preis 1.399 Euro
Test: 5.November 2010
- eher kurze Akkulaufzeit
- hoher Preis
- nur eine Gehäusefarbe lieferbar
- kein Mini-HDMI Kabel im Lieferumfang
- Zubehörschuh besitzt keine Kontakte für erweiterte
Funktionen