Test: OrigenAE T12 - externer Touchscreen-Monitor für MediaPCs


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

(3. Juli 2008 - Autor: Lars Mette )

MediaPCs gehören mittlerweile schon in vielen Heimkino-Systemen zum festen Bestandteil des Gerätefuhrparks. Selbst die Fraktion der anspruchsvollen Musikfreunde ist in Begriff, die Vorzüge von Mediendatenbanken für sich zu entdecken und setzt sich mit dieser Thematik mit zunehmender  Intensität auseinder. Doch unabhängig davon, ob der MediaPC als hochauflösende Bildquelle, oder audiophiler Klanglieferant dienen soll - in beiden Fällen stehen die jeweiligen Anwender vor der Herausforderung, dieses Gerät möglichst praktisch in die Anlage zu integrieren. Selbstverständlich hindert Einen niemand daran, einen konventionellen Personal-Computer (bzw. das Notebook) neben dem HiFi-Rack zu platzieren, was jedoch meistens weder in optischer noch praktischer Hinsicht, sonderlich attraktiv ist. Für solche Zwecke hält die Computerbranche spezielle Gehäuse bereit, die mit HiFi-tauglicher Optik für eine nahtlose Integration sorgen sollen.

OrigenAE ist ein führender Hersteller, der sich auf MediaPC-Equipment spezialisiert hat und bietet seit Kurzem eine interessante Alternative zu klassischen MediaPC-Integrationen. Mit dem Touchscreen-Display T12 bekommt der Anwender die Möglichkeit, einen formschönen und funktionsgerechten Mini-Bildschirm für die Darstellung der Bildschirminformationen zu nutzen, so dass das eigentliche Gehäuse nicht mehr im HiFi-Rack untergebracht werden muss. Abgesehen von der Platzersparnis profitiert man somit auch von der Möglichkeit, den lärmenden Rechner einfach außerhalb der primären Hörzone platzieren zu können. Für genügend Freiheit sorgt ein 5 Meter Kabel, zusätzlich bietet das T12 eine Touchscreenfunktion, sowie Infrarotempfänger und USB-Schnittstellen. Das Display selbst besitzt eine Matrix von 1280 mal 800 Bildpunkten und kann mit allen üblichen PC, PAL, NTSC und HD-Auflösungen angesteuert werden. Auch zu Full-HD Signalen soll das T12 voll kompatibel sein, so dass man durchaus geneigt sein kann, das kompakte Display als Pflichtkauf für ambitionierte MediaPC-Besitzer einzustufen. In technischer Hinsicht mag dies durchaus zutreffen, doch mit einer Preisempfehlung von 799 Euro wird schnell klar, dass dieses Display kein extrem günstiges Vergnügen darstellt und wohl eher für investitionsfreudige Interessenten ernsthaft in Frage kommt.

Wir möchten mit unserem Test klären, ob das T12 seinen Kaufpreis wert ist und wo seine Stärken und Schwächen liegen. 

Verarbeitung / Lieferumfang 


Im Lieferumfang des Displays finden sich alle Zutaten, um sofort loslegen zu können: vom Gerätetreiber, bis hin zur Verkabelung müssen keine weiteren Komponenten hinzugekauft werden. Zusätzlich legt der Hersteller eine reichhaltig bebilderte Anleitung in den Karton, um den Anwender bei der Installation zu untersützen. Wünschenswert wäre lediglich eine Ausfertigung in deutscher Sprache, so dass auch Käufer ohne Englischkenntnisse damit was anfangen können. 



Das Erscheinungsbild ist von schlichter Eleganz geprägt. Bedienelemente und Herstellerlogo sind aus diesem Grund sehr dezent untergebracht. Bemerkenswert: in Anbetracht des integrierten Touchscreenpanels fällt der Rahmen äußerst schmal aus. Das vergleichsweise hohe Gewicht (über 2 Kilogramm) sowie die penible Detailverarbeitung unterstreichen den wertigen Eindruck dieses Gerätes. Weitere Gehäuseausführungen als die hier gezeigte silber/schwarz Version sind nicht verfügbar.



Der Displayrahmen basiert auf sandgestrahltem Aluminium und bringt eine makellose Kantenverarbeitung sowie Einpassung mit. Auch die restlichen Komponenten des Bildschirmes sorgen für Noblesse: mit Ausnahme von zwei schwarzen Kunststoffelementen (Bedienleiste unterhalb des Rahmens + Verkleidung für Elektronik auf der Rückseite des Displays), wird das T12 ausschließlich von edlen Metallen gekleidet.



Sämtliche Gehäuselemente weisen eine sehr kompakte Bauweise auf, was sich insbesondere in der Seitenansicht klar erkennen lässt, wo das T12 eine sehr schlanke Silhuette beschreibt. Der Standfuss erlaubt leider keine Justierung der Neigung, lässt sich jedoch abmontieren damit man das T12 mit Hilfe einer Wandhalterung (VESA Standard) auch aufhängen kann.


Der Blick auf die Rückseite beweist zunächst, dass auch an versteckten Stellen ein sehr hohes Verarbeitungsniveau geboten wird. So ist beispielsweie die hintere Abdeckung des Bildschirmrahmens aus demselben Aluminium, wie die Frontseite. In technischer Hinsicht fallen gleich zwei Details auf: zunächst wären hier die beiden USB-2.0 Buchsen zu erwähnen, die sich praktisch angeordnet in der Kunststoffverkleidung der Elektronik befinden. Die Verbindung zum MediaPC erfolgt über die Schnittstelle in der Mitte des Standfusses. 



Auf die Bildeigenschaften gehen wir ausführlich in der Rubrik "Praxiseindrücke" ein, weiterführende technische Informationen zum verbauten Display erhalten sie im Laufe des nächsten Abschnitts. An dieser Stelle möchten wir jedoch schon verraten, dass das T12 in seiner Primäreigenschaft ebenfalls überzeugt und somit ein absolut schlüssiges, positives Gesamtfazit erntet, was den äußeren Eindruck betrifft.
Technische Features / Installation:


Grundsätzlich erweist sich die Montage des T12 Monitors als eine recht unkomplizierte Angelegenheit. OrigenAE nutzt bei diesem Gerät eine proprietäre Schnittstelle, welche äußerlich dem HDMI Standard ähnelt, aber hierzu nicht kompatibel ist. Das Monitorkabel kann daher ausschließlich mit der oben abgebildeten Steckkarte benutzt werden.  Diese Platine wird per VGA per Loop-Kabel direkt von der Grafikkarte gespeist und wandelt das Signal entsprechend um. Für diese Operation benötigt die Platine eine Stromversorgung, die man entweder intern über die üblichen 4-poligen Netzstecker, oder per externem Netzteil (nicht mitgeliefert) realisieren kann. Ansonsten beinhaltet die Platine noch einen USB-Stecker für die Touchscreen-Funktion, sowie zwei Molex Anschlüsse zum Andocken an einen bestehenden IR-Controller.

Dies stellt zugleich auch den größten Kritikpunkt am T12 dar: der Hersteller wirbt zwar mit dem integriertem Infrarotempfänger, erwähnt aber nicht, dass jene Funktion nur mit Zusatzhardware nutzbar ist. Den benötigen IR-Controller besitzt das Display nämlich leider nicht. Wer ein HTPC-Case der S-Serie (zB. das S21T) einsetzt, kann sich glücklich schätzen, denn hier sind die passenden Infrarot-Komponenten bereits verbaut. Alle andere Käufer benötigen das Zusatzmodul IR221 für ca. 30 Euro (lieferbar ab dem drittem Quartal 2008).



Das mitgelieferte Verbindungskabel erlaubt dank einer Länge von 5 Metern eine sehr flexible Installation von Display bzw. PC. Die Verkabelung wird auch dahingehend deutlich vereinfacht, weil außer diesem Kabel keine weiteren Verbindungen zum T12 gelegt werden müssen. Sowohl Stromversorgung, als auch Bildsignale und USB-Steuerung (inkl Touchscreen) erfolgt über dieses herstellerspezifisches Kabel. Hierdurch ist allerdings auch ausgeschlossen, bei Bedarf einfach ein beliebiges anderes Kabel zu verwenden. Wer eine größere Länge benötigt, kann ab Herbst über den Fachhandel eine 10-Meter Verlängerung erwerben.



Die Bildjustage erfolgt mit Hilfe vier kleiner Tasten, die versteckt auf der Unterseite des Rahmens zu finden sind. Hierüber lassen sich alle üblichen Bildparameter (Helligkeit, Kontrast etc.) einstellen. Auch eine Auto-Funktion zum Syncronisieren lässt sich über das Menü aktivieren.


Die Unterstützung an Auflösungen ist beispielhaft und dürfte wohl jedes erdenkliche Format enthalten, welches "normale" Anwender in der Praxis mit ihrem MediaPC nutzen. Vom ordinären VGA Signal bis hin zur FullHD Auflösung nimmt das T12 klaglos (fast) jede Ansteuerung entgegen. Eine detaillierte Auflistung finden Sie in der nachfolgenden Tabelle. Hierbei werden sämtliche Formate zentriert und automatisch auf die volle Bildfläche umgerechnet.

Deutlich problematischer gestaltet sich hingegen der Support von verschiedenen Wiederholfrequenzen. Wie bei vielen LCD-Monitoren üblich, verträgt auch der T12 ausschließlich 60Hz, so dass Anwender mit 50- oder 24Hz Zuspielung vor große Probleme gestellt werden. In diesen Fällen bleibt der 12 Zoll Bildschirm nämlich schlichtweg schwarz.

Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung:

Modell / Preis OrigenAE T12 / 799 Euro
Gerätetyp Touchscreen Monitor
Display - Auflösung 1280x800
- Größe 12,1 ´´
Signalkompatibiltät 640x480, 720x480, 720x576, 800x600, 848x480
960x600, 1024x768, 1088x612, 1152x864
1280x720, 1280x768, 1280x800, 1280x960
1280x1024, 1360x765, 1360x768, 1440x900
1600x900, 1600x1024, 1600x1200, 1920x1080

Unterstützung jeweils nur für 60Hz.
Anschlüsse/Schnittstellen - VGA-Eingang
- 2x USB-2.0 Buchse
- 1x Infratotempfänger
Softwarekompatibilität Microsoft ab Win 2000, Linus, OS X
Gewicht 2,2 Kilogramm
Praxiserfahrungen:

Die Softwareinstallation verlief derart problemlos, dass wir zu diesem Thema auf eine gesondere Rubrik getrost verzichten können. Sowohl mit Windows XP, als auch unter Vista wurden die mitgelieferten Treiber anstandslos akzeptiert. Nach einer kurzen Kalibrierung war die Touchscreenfunktion zuverlässig nutzbar. Sämtliche Befehle werden ohne zeitliche Verzögerung sowie exakt ausgeführt. Das Fehlen eines speziellen Stiftes fällt hierbei nicht negativ auf, man kann die Bedienungsvorgänge innerhalb der Mediacenter Oberfläche einwandfrei mit dem Zeigefinger durchführen. Lediglich in ungünstigen Konstellationen aus sehr großen Fingern, einer hohen Auflösung sowie einer filigran darstellenden Software wie zB. Apple`s I-Tune, sollte man sich mit dem Gedanken anfreunden auf eine andere Eingabemöglichkeit auszuweichen. 


Das OrigenAE T12 eingebettet in eine unserer Test-Anlagen.

Die eigentlichen Bildeigenschaften geben keinen Anlass zur Klage und überzeugen in sämtlichen Disziplinen. Nachdem das gleichdimensionierte Display im S21T-Gehäuse desselben Herstellers noch Grund zur Kritik gab, waren wir zunächst etwas skeptisch was das T12 betrifft. Doch schon nach den ersten Bildeindrücken stellte sich heraus, dass speziell der Inbild-Kontrast auf einem sehr guten Niveau liegt. In Bezug auf Helligkeit und Schwarzwert erreicht das Display zwar keine neuen Bestmarken, erledigt diese Kriterien jedoch in einer derart soliden Qualität, dass es für den Zweck eines kleinen Kontroll- und Bedienungsbildschirms absolut ausreicht. Die gebotene Bildschärfe liegt besonders mit Auflösungen im Bereich der nativen Bildmatrix im oberen Bereich und stellt auch kleinere Symbole oder Schrifttypen noch mit guter Durchzeichnung dar. Die Qualität der Skalierung gelingt dem Multimedia-Bildschirm ebenfalls ohne Fehl und Tadel: ohne Artefakte oder Overscan werden die Signale auf dem Display dargestellt. Wir sind positiv überrascht, wie gut das T12 mit Full-HD Zuspielung umgehen kann, denn auf der kompakten Bildfläche merkt man von dem extremen Downskalung (immerhin fast 50 %) fast gar nichts. Insgesamt verdient sich das T12 sehr gute Zensuren, auch wenn es selbstverständlich Displays mit mehr Leuchtkraft, Kontrast oder Dreidimensionalität gibt. Einzig der etwas klein ausgefallene Abstrahlwinkel wäre für künftige Modellversionen ein Punkt, an dem man noch etwas feilen sollte, damit man auch das T12 auch seitlich noch gut ablesen kann. Ansonsten können wir nur Positives vermelden: das Display besitzt weder störende Lüfter, noch sorgen grelle LEDs für eine negative Beeinflussung im abgedunkelten Heimkino. Das T12 erledigt seine Aufgabe zuverlässig und hinterlässt daher einen ausgereiften Eindruck.

Fazit:

Mit dem T12 bietet OrigenAE ein interessantes Zusatzprodukt für viele Besitzer von MediaPCs an. Abgesehen vom fehlenden Support für 24+50 Hertz, sind keine größeren Negativmerkmale zu diagnostizieren. Das Display eignet sich als kleiner Kontrollbildschirm ebenso gut, wie in der Funktion als Befehlsgeber via Touchscreen. Die Entwickler haben in vielen Details mitgedacht und an die Bedürfnisse von HiFi-Anwendern gedacht. So präsentiert sich die Verarbeitung in absolut High-End würdiger Manier und auch die Reduzierung auf ein (langes) Verbindungskabel, stellen wertvolle Attribute zur Integration in ein AV-System dar. Abgerundet wird das Erscheinungsbild durch die einfache Installation, die auch für Gelegenheitsanwender problemlos machbar sein sollte. Doch trotz aller positiven Aspekte, ist ganz klar, dass das T12 nicht mit einem Award für das weltbeste Preis-/Leistungsverhältnis nach Hause gehen wird, immerhin findet man im Handel kleine LCD-TV Geräte schon für deutlich weniger Geld. Und wer noch 200 Euro draufpackt, bekommt vom selben Hersteller sogar das komplett ausgestattete S21T-Gehäuse, inklusive funktionsgleichen Display und vielen weiteren Goodies. In Anbetracht dieser Tatsache wäre daher beim T12 zumindest eine vollwertige Infraroteinheit inklusive Fernbedienung angemessen. Diese Umstände drücken natürlich auf das Preis-/Leistungsverhältnis, wenngleich wir die eigentliche Produktqualität als sehr gut einstufen. 

Zuverlässiger Touchscreen-Monitor mit guten Bildeigenschaften und ansprechender Verarbeitung. 


OrigenAE T12, Preis 799 Euro
externer 12´´ Kontroll- und Bedienungs LCD-Bildschirm
Test: 3.Juli 2008
Preis-/Leistung:

+ gute Bildeigenschaften in Bezug auf Kontrast, Helligkeit und Schärfe
+ einwandfreies Scaling auf Bildschirmgröße ohne Overscan
+ hervorragende Verarbeitung mit hochwertigen Materialien
+ breite Unterstützung an Auflösungen
+ einfache Installation
+ zuverlässige und exakte Touchscreen-Funktion
+ intergrierter USB 2.0 Hub

- kein Support für andere Frequenzen als 60-Hertz
- Infrarotfunktion nur mit Zusatzhardware nutzbar
- hoher Kaufpreis

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Text: Lars Mette

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