Test: Nubert nuLine102 + ATM102
(Seite 2 / 3 )
technischer Aufbau:
Manche Zeitgenossen würden die
nuLine102 wegen ihrer Chassisbestückung fälschlicherweise als
4-Wege Box bezeichnen. Dies wäre komplett daneben, denn die Nubert
Konstruktionsphilosophie ist selbst gegenüber reinen 3-Wege
Systemen (mit klassischem Mitteltöner) sehr skeptisch, so dass all
deren aktuelle Standboxen einen 2,5-Wege Aufbau vorweisen. Im Detail
bedeutet dies, dass das oberste Chassis als Tiefmitteltöner
fungiert und dabei den Übergangsbereich zu den Tieftönern
über mehrere Oktaven unterstützt. Bei reinen 3-Wege Systemen
sind Mittel- und Tieftöner strikter voneinander getrennt. Doch
zurück zur nuLine102: den Großteil der Basswiedergabe
übernehmen die beiden unteren Chassis. Um gleichzeitig intensive
Bässe bei geringen Verzerrungen zu gewährleisten, sind die
beiden Langhub-Chassis mit einem strömungsoptimierten
Alu-Druckguss-Korb und hinterlüfteter Sicke ausgestattet. Nubert
verspricht trotz des sehr großen Maximal-Hubes eine hervorragende
Impuls-Präzision - auch gegenüber dem Vorgängermodell
(nuLine100), bei der eine vorherige Generation von Langhub-Chassis zum
Einsatz kam. In einem Punkt ist Günther Nubert jedoch auch bei der
Entwicklung der nuLine102 treu geblieben: er versieht seine
Lautsprecher grundsätzlich als Bassreflex-Konstruktion. So wundert
es nicht, dass die Basserzeugung, sowohl bei nuLine100 als auch die
102, über eine gemeinsame Kammer mitsamt einer BR-Öffnung
vonstatten geht.
Die gesamte
Gehäusekonstruktion hat es (im wahrsten Sinne des Wortes) in sich:
zahlreiche Innenverstrebungen/Versteifungen optimieren das
Schwinungsverhalten und machen die nuLine102 für Resonanzen
deutlich weniger anfällig, als dies bei der Großzahl
äußerlich ähnlicher Boxen der Fall ist. Aufgrund der
neuen Tieftöner wurde
übrigens nicht einfach das "alte" Gehäuse der nuLine100
übernommen, sondern auf die speziellen Bedürfnisse der
aktuell eingesetzten Komponenten zurechtgeschneidert. So kann die
nuLine102 noch besser musizieren und die klanglichen Fortschritte
gegenüber dem Vorgänger noch besser ausreizen.
Schon immer zeichneten sich Nubert Produkte durch die
Frequenzweichen aus und auch die nuLine102 macht da keine
Ausnahme. Sowohl in Qualität als auch Quantität
übertrifft sie die Klassenstandards bei Weitem ! Die Aufgabe einer
Frequenzweiche ist relativ einfach erklärt: sie schickt die
eingehenden elektrischen Signale zur Schallumwandlung an die einzelnen
Membranen. Prinzipiell gibt es zwei Grundgedanken, was den Einsatz
von Frequenzweichen betrifft: Firmen wie zB. Wharfedale oder Monitor
Audio versuchen diese so minimalistisch wie nur möglich zu halten
und sind der Meinung, dass jedes Bauteil einer optimalen Signalreinheit
(buchstäblich) im Wege steht. Entwickler wie Günther Nubert
oder Dr. Roland Gauder (Isophon) verweisen hingegen darauf, dass jeder
einzelne Membran möglichst exakt zugespielt werden soll, damit der
Klang sich voll entfalten kann und verbauen deswegen sehr opulente
Frequenzweichen mit trickreichen Schaltungen. Was nun akustisch
letztlich besser ist, gleicht der Diskussion über die Vorzüge
von Diesel- oder Otto Motoren - beides sind grundsätzlich recht
verschiedene Konzepte, die jedoch bei konsequenter Umsetzung zu
überraschend ähnlichen Ergebnissen in der Praxis
führen. Unabhängig davon besitzt die nuLine102 die wohl
aufwändigste Frequenzweiche, die überhaupt ein Lautsprecher
dieser Preisklasse vorweisen kann. Bedingt durch die neuen Chassis
(Hoch-/Tieftöner) gegenüber der nuLine100 war auch eine
Anpassung/Überarbeitung dieses Bauteils ein wesentlicher
Bestandteil bei der Entwicklung dieses Modells.
Die Wiedergabe hoher Frequenzen vertraut Nubert diesen
neuentwickeltem 25mm Kalottenhochtöner (Ferrofluid-Variante) an.
Gegenüber seinen Vorgänger soll er sich durch einen
erweiterten Frequenzgang und höhere thermische Belastbarkeit
auszeichnen. Es ist aber zweifelsohne eher eine Evolution, denn
Revolution - schließlich kamen die ebenfalls schon sehr guten
Vorgängermodelle jahrelang in verschiedenen Nubert-Lautsprechern
zum Einsatz und wurden im Lauf der Zeit in Bezug auf Impulsgenauigkeit,
Verzerrungsverhalten, Frequenzgang und Belastbarkeit stetig weiter
optimiert. Nubert fertig übrigens seine Hoch- oder Tieftöner
nicht selbst, sondern bedient sich verschiedener Zulieferfirmen, welche
jedoch speziell nach den Vorgaben der Schwaben liefern. Wie Sie am
obigen Bild vielleicht mit etwas Mühe erkennen können, weist
die Membran einen leicht versetzen Einbau auf - Nubert will mit Hilfe
von assymetrisch platzierten Hochtönern (also nicht direkt mittig
auf der Schallwand) Vorteile in Bezug auf das Abstrahlverhalten
erreichen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Lautsprecher
auch richtig aufgestellt werden und die Hochtöner jeweils
zueinander (also zur Mitte) gerichtet sind.
Durch die beiden Wippschalter am Lautsprecherterminal kann die
nuLine102 auf den Hörgeschmack individuell eingestellt werden. Der
obere Schalter ändert die Charakteristik der Höhenwiedergabe
und hebt die Frequenzen zwischen 3 und 15Khz entweder ca. 1 bis 2,5 db
an bzw. ab. Damit nicht genug: auch die Bassdarstellung lässt sich
durch einen Wippschalter feinjustieren. Als Optionen steht je eine
neutrale als auch etwas bassintensivere (+3db im Tiefbassbereich)
Abstimmung zur Verfügung.
Diese Justagen sind nicht nur zur Anpassung an den eigenen
Hörgeschmack sehr praktisch, sondern darüberhinaus auch zur
Feinabstimmung an raumakustische Einflüsse. Besonders bei
Stereoverstärkern ohne jedlich Klangregelung erweist sich dieses
Nubert-Feature somit als sehr wertvoll. Sehr schade, dass kaum ein
anderer Hersteller solch eine Funktion in seinen Lautsprecher
integriert hat. Selbst einige Preisklasse darüber sind solche
Lösungen nur extrem selten anzutreffen, wobei wir nicht
unerwähnt lassen wollen, dass manche High-Ender jegliche
zusäzliche Schaltungen auf der Frequenzweiche sowieso kategorisch
ablehnen würden. Wir freuen uns jedenfalls darüber, dass
Günther Nubert hier ohne fragwürdige "Voodoo-Ambitionen" ans Werk geht und
sich schlichtweg an der Praktikabilität seiner Produkte
orientiert.
Die nuLine102 müssen sich nicht
gänzlich alleine unserem Testparcours stellen - sie bekommen
tatkräftige Unterstützung von einem Zusatzmodul mit der
technischen Bezeichnung "ATM". Selbstverständlich funktionieren
die Lautsprecher auch ohne dieses 249 Euro kostende
Metall"böxchen", aber speziell Liebhaber von tiefen Bässen
sollten sich die nachfolgenden Informationen mit großer
Aufmerksamkeit durchlesen. Bei korrekter Anwendung macht das "Aktive
Tuning Modul" seinem Namen alle Ehre und optimiert speziell die
Basswiedergabe enorm. Im Gegensatz zur Bassregelung eines
Verstärker bewirkt das ATM nicht einfach nur eine Anhebung des
Pegels im Bassbereich. Ziel dieser Technik ist eine deutlich tiefere
Spielweise der Box, so dass zB. Kirchenorgeln oder Cellos noch
realistischer und körperreicher aufspielen. In Zahlen
ausgedrückt: standardmäßig spielt die nuLine102 bis
etwa 52 Hz (-3db), was einem klassenüblichen Wert entspricht. Mit
aktiviertem ATM kommen die schwäbischen Lautsprecher hingegen
bis auf 27 Hz hinunter und spielen somit in einer Region, die ansonsten
höchstens von sehr großen (und meist auch teuren)
"Riesenlautsprechern" oder Subwoofern erreicht wird. Die Wirkungsweise
ist dabei sogar relativ einfach zu erklären: damit die nuLine102
noch tiefer spielen kann, werden die physikalischen Gegebenheiten (also
der normale Frequenzgang) etwas überlistet. Das ATM fordert den
Verstärker einfach dazu auf, im Bassbereich so viel mehr Energie
zu liefern, wie für die Signalreproduktion der hub- und somit
leistungsintensiven tiefen Frequenzen nötig ist. Damit ist das ATM
eigentlich nichts anderes als ein Gerät mit fest integriertem,
Lautsprecher-bezogenem Equalizer zum Ausgleich des normalen
Pegelabfalls bei tiefen Frequenzen. Trotzdem würde dieser Kniff
nicht bei jedem anderen Hersteller bzw. Lautsprecher funktionieren: von
den unterschiedlichen Frequenzverläufen einmal abgesehen,
würden andere Schallwandler meist gar nicht über
Tieftöner verfügen, die instande wären, die abgefragten
Membranhübe bzw. Leistungen schadlos zu überstehen. Die
Nubert-Boxen sind hierfür jedoch in Bezug auf Chassis-Auswahl und
Frequenzweichenbestückung vorbereitet bzw. ausgelegt.

Das ATM-Modul bietet folgende Einstellmöglichkeiten, auf die wir detailliert eingehen möchten:
Die Wirkungsweise des BASS/EQ-Reglers: Die messtechnisch optimale
Einstellung des EQ-Reglers liegt knapp unter der Stellung „LINEAR" (11 Uhr 30).
Wenn man doch einmal sehr hohe Lautstärken erzielen will, kann man den Drehknopf
nach links drehen. Dann ist die Bass-Erweiterung deaktiviert, die Absenkung der
Signale unterhalb ca. 40 Hz bleibt jedoch erhalten. Damit werden dann alle
Leistungsreserven des Verstärkers zum Erzielen großer Schallpegel mobilisiert,
die nuLine 102 benötigt für gleiche Lautstärke dann sogar geringfügig weniger
Leistung als bei Betrieb ohne Modul.
In unseren Testreihen konnten wir feststellen, dass eine leichte
Bewegung des BASS/EQ Reglers (zwischen LINEAR und MAX) über die 12 Uhr Stellung
hinaus auch bei Klassik, sogar bei Kammermusik, einen Vorteil erbrachte, da das
gesamte Klangbild mehr Fundament zeigte und so eine hörbar komplettere Akustik
die Folge war. Wie bereits erwähnt, ist dieser Effekt besonders bei Pegeln um
die viel zitierte Zimmerlautstärke oder aber etwas darüber gut zu bemerken. Wer
sehr gern Techno/House/Trance hört, kann den Regler auch in die 15
Uhr-Position bewegen, sollte dann aber darauf achten, diese Einstellung nicht
mit deutlich erhöhter Lautstärke zu kombinieren. Interessant ist das Aufdrehen
des Bassreglers für diejenigen Anwender, die traurig darüber sind, dass ihr
Verstärker keine Loudness-Schaltung mehr hat: Diese sorgte früher in vielen,
heute noch in einigen Modellen für eine Bassanhebung (kombiniert mit einer
Höhenanhebung) im niedrigpegeligen Bereich, um so einem dünnen, faden Klangbild
bei Zimmerlautstärke entgegen zu wirken.
Die Wirkungsweise des „MID/HIGH“-Reglers: Dieser neu entwickelte
Höhen-Regler kann ein bei verschiedenen Hörern stark nachgefragtes sanfteres
Klangbild erzeugen. Er hat in Stellung LINEAR keine Funktion. Beim Drehen nach
links kann je nach Hörgeschmack und Raumakustik ein gleichmäßig zu den Höhen
abfallender Frequenzgang eingestellt werden. Wenn die nuLine102 in akustisch
„harten“ Räumen aufgestellt ist, oder die Musik-Aufnahme zu hell abgemischt ist,
wirkt dieser Regler auf den Klang angenehmer als übliche Höhenregler an
Verstärkern. In Stellung „10 Uhr“ beträgt die Absenkung ca. 3 dB bei 20 kHz; -
in Stellung „MIN“ 7 dB. Es galt bisher als kaum möglich, mit vertretbarem
Aufwand von 30 Hz bis 20 kHz den Frequenzgang „linealgerade“ zu den Höhen hin
gleichmäßig zu „drehen“. Die Anhebungsmöglichkeit der hohen Frequenzen im
Bereich zwischen „LINEAR“ und „MAX“ ist ein Zugeständnis an die Wünsche einiger
weniger Kunden, die ein „sehr helles Klangbild“ lieben (was sich manchmal bei
verschiedenen Trance-Tracks in einem erheblich - gewollt - aggressiveren
Klangbild widerspiegelt. Für Klassik und Jazz ist dieser Regelbereich praktisch
uninteressant.
Das ATM Modul lässt sich an HiFi- oder Surround-Verstärker
anschließen (pro Boxenpaar wird ein ATM-Modul benötigt). Bei Vollverstärkern mit
auftrennbarer Vor- und Endstufe sowie Vorverstärker/Endverstärker-Kombinationen
schleift man das ATM Modul einfach zwischen die beiden Verstärkerstufen ein, der
Anschluss und die Umschaltung der Signalquellen erfolgt weiterhin über den
Verstärker. Ebenso bleibt der Verstärker auch die Schaltzentrale bei der
Eingangswahl, wenn das ATM Modul über die "Tape-Monitor-Anschlüsse" in den
Verstärker eingeschleift wird. Doch auch Besitzer von Vollverstärkern ohne
auftrennbare Vor- und Endstufe und ohne Tape-Monitor-Möglichkeit können das ATM
Modul problemlos mit drei Hochpegelquellen betreiben. Diese werden dann aber
nicht mehr am Verstärker, sondern an den LINE Eingängen des ATM Moduls
angeschlossen und über den Quellwahlschalter auf der Frontseite
umgeschaltet.
Die technischen Daten der nuLine102 in der Zusammenfassung (Herstellerangaben)
| Modell |
Nubert nuLine102 |
| Aufbau |
2,5 Wege Bassreflex Konstruktion |
| Nenn-/Musikbelastbarkeit |
350 / 500 Watt |
| Wirkungsgrad |
86,5 db (1 Watt/1 Meter) |
| Impedanz |
4 Ohm |
| Frequenzgang mit/ohne ATM |
52 - 22.000 Hz (+- 3db) ohne ATM
27 - 22.000 Hz (+- 3dB) mit ATM |
| Besonderheiten |
Wippschalter zur Klangjustage
selbstrückstellende Sicherungen |
| Abmessungen |
106x21x32,5 cm (ohne Gitter) |
| Gewicht |
27 kg |
Kombinationsempfehlung und Testumgebung:
Mal abgesehen davon, dass es wirkungsgradstärkere Lautsprecher
gibt, die sich auch schon mit schwächeren Verstärkern zu
hohen Pegeln überreden lassen, so stellen die Nubert Lautsprecher
eigentlich die ideale Ergänzung zu fast jeder Elektronik dar:
schon mit sehr einfach gehaltenen Gerätschaften vermag die
nuLine102 schon sehr viel Hörspaß zu bieten. Ob dies nun ein
400 Euro Stereo-Receiver aus dem Elektronikmarkt ist, oder ein
günstiger AV-Receiver: viele klanglichen Tugenden der nuLine102
kommen auch schon mit Geräten bürgerlicher Preisklassen zur
Geltung.

Andererseits ist es frappierend, was aus den Boxen herauskommt, wenn
man einmal eine Audionet Vor-/Endstufenkombination vorne
dranhängt. Was die schwäbischen Schallwandler dann an
Präzision, Dynamik und Geschwindigkeit umsetzen können, liegt
weit über dem, was man Lautsprechern dieser Preisklasse allgemein
hin zumuten würde. Lediglich High-End Komponenten, die
gleichermaßen sehr analytisch und etwas schlank abgestimmt sind,
würden wir nicht unbedingt auf unsere Favoritenliste setzen, wie
zB. die 1090er Stereo VE-Kombi von Rotel.

Als Quelle haben wir auf den Audionet VipG2 Universalplayer (ca.
7.000 €) zurückgegriffen, einem der besten CD-Player
überhaupt. Zu keinem Zeitpunkt wirkte er an an den Nubert-Speakern
deplatziert oder gar unterforderd. Ähnlich wie schon hinsichtlich
der Vor-/Endstufen waren wir auch im Falle des VipG2 sehr
überrascht, was für klangliche Steigerungen mit den nuLine102
noch zu hören war. Ob nun ein solcher Player in einem finanziell
gesunden Verhältnis zu einem Paar Boxen für knapp 1.600 Euro
liegt, muss zwar sicherlich jeder Anwender für sich selbst
festlegen. Wir können jedenfalls festhalten, dass es durchaus
Sinn machen kann, in höchstwertige Komponenten zu investieren,
wenn man über Lautsprecher verfügt, die davon in einem solche
Maße profitieren.
Auch wenn dieser Test rein auf zweikanalige Aspekte
ausgerichtet ist, so wissen wir natürlich, dass viele
Nubert-Kunden/Interessenten sehr flei0ig von den exzellenten
Surroundergänzungen Gebrauch machen, um sich den Traum eines
Top-Heimkinos zu erfüllen. Wir möchten daher auch noch einmal
kurz auf die Kombinatorik mit adäquaten Surround-Receivern
eingehen.
Große Teile unser Höreindrücke haben wir mit unserem
Onkyo TX-NR5000E (UVP 5.500 €) bewältigt, der sich
als hervorragender Partner entpuppte. Generell beobachten wir, dass auch in
untereren Preisbereichen speziell die Onkyo Produkte sehr
regelmäßig hervorragende Resultate mit Nubert-Boxen
hervorbringen. Die fast immer anzutreffende Klangauslegung mit hoher
Spielkultur und einem leicht warmen, vollen Klangbild steht den
schwäbischen Lautsprecher sehr gut zu Gesicht, zumal sich
Onkyo-Produkte häufig auch durch hohe Dynamik auszeichnen.

Als weitere Empfehlung möchten wir speziell den Marantz SR-8001
nennen. Für unter 2.000 Euro erhält man derzeit wohl keinen
anderen Mehrkanaler, der den Nuberts klanglich so schmeichelt. Es ist
selten, dass ein AV-Receiver derart homogen und natürlich
aufspielt und schon fast an reine Stereo-Geräte heranreicht. Hier
ist unserer Meinung nach, eine sehr gute Balance zwischen
Klangausschöpfung und preislicher Investition zwischen
Surround-Elektronik und der nuLine-Serie gegeben. Sie können zwar
auch mit einem guten Gerät der Einsteigerklasse vorlieb nehmen
(zB. Denon AVR-2806), doch besonders Stereohörer täten gut
daran, sich vorher in Hörvergleichen davon zu überzeugen, auf
was sie klanglich verzichten müssen.

Brennpunkt ATM: für reine Stereo-Anwendung stellt die
Einbindung in das System ohnehin kein Problem dar, schließlich
kann man es direkt zwischen Quelle und Verstärker einschleifen.
Doch auch dieser Umstand entlässt ATM-Besitzer nicht aus der
Verantwortung, eine leistungsstarke Verstärkung zur Seite zu
stellen. Besonders bei höheren Pegeln macht sich fast jedes Watt
direkt in höherer Souveränität und Kontrolle bemerkbar -
nicht nur im Bassbereich, denn auch die Höhendarstellung leider
darunter, wenn "untenrum" zu viel Leistung von einer Endstufe abgerufen
wird. Und dass hoher Leistungsbedarf keine Utopie ist, möchten wir
mit der obigen Abbildung noch einmal
untersteichen. Wirkleistungsanzeige zeigt die Angaben eines
Audionet AmpIIG2 Monoblocks bei Wiedergabe einer orchestralen
Soundtrack CD an den Nuline102 mit ATM auf neutraler (mittiger)
Stellung .

In diesem Zusammenhang können wir besonders die Endstufen von
Advance Acoustic empfehlen, die sich außerdem durch ein
hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis auszeichnen. Den
Monoblock MAA-705 (Stückpreis 949 €) haben wir deswegen
gleich in fünffacher Ausfertigung in unserem Teststudio und
können nur Gutes über die Kombination mit den nuLines
berichten. Im Gegensatz zur Stereoendstufe MAA-406 (899 €) weist
das größere Modell sogar eine noch audiophilere Abstimmung
und einen extrem präzisen Bass auf, was in Verbindung
mit einem ATM-Modul eine hervorragende Basis darstellt.

Als Low-Budget Tipp zum Schluss noch der Hinweis auf den Sherwood
RX-772. Kräftige Endstufen, eine Auftrennung zwischen
Vor-/Endstufe sowie der Preis von schlanken 599 Euro machen den
schönen Receiver zu einer wahren Empfehlung für
Schnäppchenjäger. Klar: er macht einem feingeistigen Marantz
PM15-S1 (1.499 €) keine Konkurrenz, aber die kräftige,
bassintensive Klangauslegung sorgt für ein intensives
Hörerlebnis, was in seiner Preisklasse sonst normalerweise nur unter
Verlust von Detailfreudigkeit oder Präzision erkauft wird. Nicht
so beim RX-772, der sich damit für preisbewusste Audio-Gourmets
ganz oben auf der Speisekarte platziert.
Unsere hauptsächlich verwendete Elektronik in der Übersicht:
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|