Test: Myryad MXD4000 + MXA2150 7.1 Vor-/Endstufenkombination
(Lars Mette - 4. Dezember 2007 )

Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.
Ein Blick in die Ausstattungsliste moderner AV-Receiver
beweist es:
die Massenhersteller versuchen momentan, die Kunden durch
Schlagwörter wie HDMI 1.3 oder TrueHD für sich zu
gewinnen.
Ein gewissenhafter Klangtest beweist nicht selten, dass der
vermeintliche Fortschritt in Wahrheit nicht unbedingt zu
spüren
ist. Für Anwender mit höchsten klanglichen
Ansprüchen
sind hochwertige Vor-Endstufenkombinationen in vielen Fällen
daher
eine bessere Wahl - insbesondere, wenn auch eine hochklassige
Stereoperformance gewünscht wird.

Der britische High-End Anbieter Myryad ist seit kurzem mit
einer
neuen Surround-Vorstufe auf den Markt gekommen und könnte mit
der
MXD4000 eine interessante Position im Markt besetzen. Die 7.1 Vorstufe
bietet ein reichhaltiges Portfolio an Eingängen und scheut
sich
auch nicht, HDMI Signale entgegenzunehmen. Obendrauf gibt es noch eine
Zone2 Funktion, eine Vielzahl aktueller Dekoder sowie eine
LCD-Fernbedienung. Wenn der (laut Hersteller) ausgeklügelte
Innenaufbau tatsächlich zu klanglichen
Höchstleistungen
führt, wäre auch der Kaufpreis von 4.800 Euro nicht
übertrieben viel, wenn man sich vor Augen führt, dass
zB.
eine Audionet MapV2 über 1.000 Euro mehr kostet.

Doch auch die Endstufe hat das Zeug zum Highlight: die MXA2150
ist
komplett modular aufgebaut und erlaubt eine individuelle
Bestückung mit 3 verschiedenen Endstufeneinheiten.
Hierfür
muss das Gerät nicht einmal eingeschickt werden, denn das
Upgrade
kann auf einfache Weise sowohl vom Fachhändler als auch Kunden
durchgeführt werden. Aufgrund der daraus resultierenden
Monobauweise verspricht das Gerät auch akustische Glanztaten,
zumal alleine schon die knapp 50 kg Gewicht unseres sieben-kanaligen
Testgerätes eine technisch hochwertige Bauweise implizieren.
Die
Preise für die Endstufenmodule liegen zwischen 700 €
(2x80Watt) und 850€ (1x150Watt XLR),
das Basisgerät mit 2 Endstufen á 150 Watt liegt bei
2150 Euro.
Wir haben beide Geräte intensiv in unserem High-End Studio
kennengelernt und sowohl mit AV-Boliden, als auch anderen
Vor-/Endstufenkombinationen verglichen. Lesen Sie in unserem
ausführlichen Test, welches Leistungsprofil die Myryad
Kombination
bietet und inwiefern sich vielleicht auch für Sie ein Upgrade
auf
dieses luxuriöse Duett lohnen könnte. Der Gesamtpreis
unserer
Ausstattungsvariante liegt bei exakt 10.250 Euro, was diese VE-Kombi in
direkter Konkurrenz zur absoluten Championsleague bringt.
Verarbeitung/Gehäuse:
Die grundsätzliche Formensprache der Geräte zeugt von
dezenter Zurückhaltung und Eleganz. Im Vergleich zu manch
"dickem"
AV-Boliden würde man der Myryad VE-Kombi nicht auf den ersten
Blick ansehen, dass sie rund das doppelte kostet. Dies liegt nicht nur
an den maßvollen Proportionen, sondern auch in der
Materialauswahl, denn auf gebürstetes Aluminium
müssen die
britischen HiFi-Komponenten leider verzichten. Zentrales Designmerkmal
aller aktuellen Myryad Geräte stellen die versenkten
Bedienelemente sowie das mittag platzierte schwarze Display mit blauer
Schrift (bzw. LEDs) dar.

Per zweiligem Display informiert die Vorstufe über
ihren
Betriebszustand. Dabei verzichtet sie komplett auf kleine Piktogramme
bzw. Symbole und kommuniziert ausschließlich in normaler
Schrift
mit dem Anwender. Die Ablesbarkeit geht absolut in Ordnung,
sämtliche Daten werden kurz und knapp präsentiert.
Lediglich
eine genauere Information bzw. ein- und ausgehendem Stream
wären
wünschenswert. Das blaue Display lässt sich ferner in
mehreren Stufen dimmen, auch eine Individualierung der
Geräteeingänge ist möglich.

Die versenkten
Bedienelemente im Detail. Zur besseren Ergonomie
beinhaltet der Lautstärkeregler eine kleine Einkerbung. Die
Druckpunkte sämtlicher Tasten vermitteln einen hochwertigen
Eindruck, allerdings wird nicht ganz das haptisch beeindruckende
Gefühl eines hochwertigen AV-Boliden mit zentimeterdicken,
satt
gelagerten Drehrehlern.
Nicht ganz perfekt zeigt sich die Einpassung des
Gehäusedeckels
bei der MXD4000 Vorstufe. Der Übergang zur Frontplatte
könnte
durchaus noch etwas genauer anliegen - hier sind kleinere
Spaltmaße zu erkennen. Außerdem empfinden wir die
Materialstärke des dünnen Deckels als unpassend.
Gerade bei
einem High-End Gerät für knapp 5.000 Euro sollte man
auch
diesen Details absolute Beachtung schenken.
Die Standfüsse sind bei beiden Komponenten eher zweckdienlich,
denn besonders schön geraten. Im Normalfall bekommt man sie
nicht
einmal richtig zu sehen, da sie die Geräte lediglich um ein
paar
Millimeter vom Boden abheben. Uns erscheinen stattliche, mit
Aluminium umfasste Sockel eher als adäquate
Bestückung
solcher Hardware, doch andererseits passt die zurückhaltende
Variante zum dezenten und eleganten Äußeren des
Myryad
Duetts.
Fazit Verarbeitung/Gehäuse:          
Für eine Traumwertung reicht es nicht ganz. Grobe
Verarbeitungsmängel finden sich hingegen ebenfalls nicht.
Insgesamt stufen wir das Finish der beiden Myryad Geräte auf
einem
Niveau mit der Rotel RSB-1098/RMB-1095 Kombination ein, welche sich
ebenfalls durch eine eher zweckmäßige Optik, anstatt
imposanter Anmutung auszeichnet. Wie man eine dezente, zeitliche Optik
mit bestechender Detailverarbeitung (fast) perfekt realisieren kann,
demonstrieren nicht nur die preisähnlichen Komponenten von
Audionet, sondern insbesondere auch die günstigere
NAD-Masterseries.
technischer Aufbau / Ausstattung:
Wer bei der MXD4000 den Schraubenzieher schwingt, um die Vorstufe von
Innen zu betrachten, wird mit einem schönen Aus- bzw. Einblick
belohnt: in bester High-End Manier präsentiert sich das
aufgeräumte Innenleben. Viele Baugruppen sind voneinander auf
verschiedenen Platinen separiert und mitteln Falchbandkabeln auf kurzem
Weg miteinander verbunden. Wirr verlegte Kablstränge, wie man
sie
teilweise sogar noch bei hochpreigen AV-Boliden zu sehen bekommt, sind
der MXD4000 ein Fremdwort. Im linken Gehäusebereich platziert
Myryad ein Schaltnetzeil zur Stromversorgung, die horizontal verbauten
Platinen im hinteren Bereich sind jeweils für die
unterschiedlichen Videoschaltkreise zuständig,
während die
große Hauptplatine zentral angeordnet ist und
sämtliche
analogen Audioanschlüsse bereits fest integriert hat.

Als Herzstück der MXD4000 fungiert ein Motorola
DSP-Chip der
aktuellen Generation. Er beherrscht zwar keine HD-Tonformate,
dafür sind aber alle anderen aktuellen Decoder implementiert.
Nicht wenige High-End Vorstufen geben sich sehr puristisch, was die
Anzahl der unterstützten Kanäle betrifft - die
MXD4000 stellt
hier eine löbliche Ausnahme dar, schließlich werden
sowohl
5.1, 6.1 aber auch 7.1 Konfigurationen unterstützt. Einen
Pure-Direct Modus haben wir hingegen leider vergeblich gesucht, so dass
beispielsweise die Videoschaltkreise auch beim Zweikanalhören
aktiviert bleiben müssen. Dies muss sich jedoch nicht
zwansläufig akustisch negativ auswirken, gibt
es vereinzelt
auch Geräte, die aus ihren entsprechenden Direct-Schaltungen
sowieso keinen klanglichen Vorteil schöpfen können.

Diese Platine hat ausschließlich die Funktion, sich
um ein-
und ausgehende Componentensignale zu kümmern. Die MXD4000
kommt
zwar ohne aufsehenerregende Videofeatures daher, doch der
große
Hardwareaufwand dokumentiert nachhaltig, dass sich Myryad um eine
tadellose Videoperformance bemüht. Im Test liesen sich
sämtliche Componentsignale ohne erkennbare Einbußen
durchschleifen - auch bei hohen Videobandbreiten zeigten sich keinerlei
negative Auswirkungen auf Bild oder Ton.
Die HDMI Sektion im Detail: es stehen 3 HDMI 1.0 Ports, sowie ein
entsprechender Ausgang zur Verfügung. Ähnlich wie
schon
hinsichtlich der Componenten-Anschlüsse, zeigt sich auch bei
dieser Baugruppe, dass Myryad nicht auf "Featurejagd" aus ist, sondern
sich darauf beschränkt, einfachere Funktion mit einwandfreier
Qualität zu realisieren. In der Praxis bedeutet dies, dass all
unsere HDMI-Signale völlig problemlos durch-/umgeschaltet
werden.
Und das trotz recht langer Signalwege und mit Auflösungen von
bis
zu 1080p/24.
Die Videosektion beinhaltet insgesamt neben S-Video-,
Composite- und
YUV Schnittstellen auch eine HDMI Funktion. Leider sind die
drei
HDMI Ports nur in der Ausführung 1.0 integriert, so dass
hierüber keine Tonformate empfangen werden können.
Desweiteren erfolgt auch weder eine OSD-Ausgabe per HDMI oder eine
Umwandlung der analogen Videoquellen auf HDMI. Auch zwischen
S-Video/Composite und Component gibt sich die MXD4000 sehr
zurückhaltend: sie wandelt gibt lediglich S-Video simultan
auch
als Composite Signal aus. OSD-Informationen stehen auf allen 3 analogen
Bildausgängen zur Verfügung, außerdem sind
die drei
Component-Ports auch für hohe Bandbreiten (1080p)
geeignet.
Für die Beschallung einer Nebenzone bietet die
MXD4000 eine
einfache Zone2 Funktion. Parallel zur normalen Wiedergabe in der
Mainzone kann ein beliebiger analoger Stereoeingang für die
Zone2
ausgegeben werden. Der entsprechende Videoausgang zeigt lediglich die
Composite-Signale der jeweiligen Quellen an. Hochwertigere
Videoquellen, digitale Audiostreams oder auch das On Screen Display
stehen für die Zone2 nicht zur Verfügung.
Gegenüber
modernen AV-Boliden mit bis zu 3 vollwertigen Surroundzonen mit
Sicherheit kein neuer Benchmark, aber im Vergleich zur AV-Vorstufen
Konkurrenz bietet die Myryad MXD4000 immerhin eine praxistaugliche
Möglichkeit, einen Nebenraum wie zB. Speisezimmer, Bibliothek
oder
Bad mit Musik zu versorgen.

Hinsichtlich der Anschlussvielfalt für Audioformate
zeigt sich
die Myryad Vorstufe deutlich umgänglicher: 8 digital sowie
sieben
analoge Schnittstellen dürften für fast alle
AV-Systeme
ausreichen. Hier überflügelt die MXD4000 ihre
Kontrahenten
aus dem Hause Audionet oder Vincent sehr deutlich. Lediglich die NAD
M15 würde hier noch mithalten können. Auch wenn diese
Anschlüsse sicherlich kein Vergleich zur gigantischen
Bestückung aktueller (großer) AV-Receiver
darstellen, so
muss man diesbezüglich ein Lob an Myryad aussprechen, die
erfreulicherweise mit der Tradition brechen, dass eine AV-Vorstufe
nicht mehr als eine handvoll Anschlüsse bieten darf.
Die MXD4000 unterstützt bis zu 8 Kanäle (7.1
Wiedergabe).
Selbstverständlich lässt sie sich auch für
fünf
oder sechskanalige Wiedergabe benutzen. Die entsprechenden
Extended-Surround Tonnormen sind komplett integriert. Mit Ausnahme der
TrueHD Tonnormen bietet die Vorstufe alle aktuellen Dekoder.
Nachfolgend haben wir für Sie eine kleine Tabelle der
Wiedergabemodi vorbereitet, damit Sie sich ein Bild der
Surroundfähigkeiten machen können.
Wie Sie sehen, zielt die MXD4000 darauf ab, die relevanten
Tonnormen
zuverlässig und flexibel wiederzugeben. So ist beispielweise
auch
bei einem mehrkanaligem DTS Stream die Anwendung von ProLogic2x zur
Generierung der Surround-Back Kanäle möglich.
Dafür
verzichtet Myryad auf die Integration von zusätzlichen DSP
Modi,
wie man es besonders Yamaha/Onkyo/Pioneer/Denon AV-Receivern her kennt.
Für High-End AV Vorstufen ist es hingegen eher
üblich, sich
auf die wichtigsten Formate zu beschränken, anstatt die
Speicher
mit DSP-Modi zu überladen, die von der typischen
Käuferschicht sowieso kaum benutzt werden dürfte.
| Eingangs-Signal |
Ausgabemöglichkeiten |
| Dolby Digital 5.1 |
Dolby Digital EX
Dolby PL2x Music/Movie (für Back-Center)
Surround 6.1 *
Mono, Stereo Downmix |
| Dolby Digital Surround EX |
Dolby Digital EX
Dolby PL2x Music/Movie (für Back-Center)
Mono, Stereo Downmix |
| DTS 5.1 |
DTS 5.1
Dolby PL2x Musik/Movie (für Back-Center)
DTS Neo:6 (für Back-Center)
Mono, Stereo Downmix |
| DTS-ES Matrix |
DTS 5.1
DTS-ES Matrix
Mono, Stereo Downmix |
| DTS-ES Discrete |
DTS-ES Discrete
Mono, Stereo Downmix |
| DTS 5.1 mit 96/24 |
DTS 5.1
Dolby PL2x Music/Movie (für Back-Center)
Surround 6.1 *
DTS Neo:6 (für Back-Center)
Mono, Stereo Downmix |
| Dolby Digital 2.0 |
Dolby Digital 2.0
Dolby Pro Logic
Dolby PL2x Musik/Movie/Games
DTS Neo:6 Cinema/Music
DSP Modi Natural und Party*
Mono, Stereo Downmix |
PCM (bis zu 48Khz)
analog Audio 2ch |
Stereo
Dolby Pro Logic
Dolby PL2x Musik/Movie/Games
DTS Neo:6 Cinema/Music
DSP Modi Natural und Party*
Mono Downmix |
| PCM (96 Khz) |
Stereo
Mono Downmix |
| 7.1 analoger Eingang |
keine Optionen möglich, es wird lediglich die
Lautstärke gestellt, keine Anwendung von Delay,
Bass-Management etc. |
*Der Modus "Surround 6.1" beinhaltet eine alternative
Berechnungsmatrix zur Generierung des Backcenter-Kanals bei einer 6.1
Umgebung. In der Betriebsart "Mono" werden alle Informationen auf einen
Kanal heruntergerechnet und über den Centerspeaker
ausgegeben.Dolby PL2x Music und DTS Neo6 lassen sich voll
konfigurieren.

Die Bedienung zeigt sich im Großen und Ganzen als
durchdacht.
Die Gerätefront ist klar gegliedert. Es stehen
Direktwahlbuttons
für Quellen- und DSP Wahl zu Verfügung.
Zusätzlich kann
man per Knopfdruck auch ganz unkompliziert den Cinema-EQ oder die Zone2
aktivieren. Der versenkte Lautstärkeregler findet sich im
linken
Bereich, wobei eine klassische
(herausstehende) Ausführung
etwas griffiger gewesen wäre. Einen Pluspunkt sammelt die
MXD4000
durch die Möglichkeit, verschiedene Einstellungen abzuspeichen
und
auf Knopfdruck wieder abzurufen.
Als Fernbedienung liegt die
MX-700 im Karton, einem IR-Geber mit
LCD-Display sowie Lern- und Makrofunktion. Diese Komponente kommt auch
bei vielen anderen Herstellern zum Einsatz, wie zB. Sherwood oder
Parasound und zeichnet sich durch ihre Funktionsvielfalt aus. Bis zu 15
weitere IR-Geräte lassen sich mit ihr steuern.

Die Anpassbarkeit
(individuell beschrift- und lernbare LCD-Felder) sowie
Speichergröße kann als vorbildlich eingestuft
werden. Leider
kann man dies nicht von der Handlichkeit des Befehlsgeber behaupten.
Die MX-700 ist relativ groß und schwer geraten,
außerdem
muss man zwischen den Geräten und Bedienebenen oft
umherschalten,
um die die gewünschten Funktionen zu erhalten. Doch insgesamt
gehört Myryad zu den (wenigen) High-End Herstellern, die
immerhin
eine solide Fernbedienung beilegen.

Dass die MXD4000 ihr On Screen Menü nicht per HDMI,
sondern
lediglich über analoge Videoausgänge bereitstellt,
mag zwar
auf den ersten Blick etwas ärgerlich anmuten, doch in der
Praxis
führt dies zu keinen Problemen. Der Grund: die kompletten OSD
Informationen werden auch über das Gerätedisplay
ausgegeben,
so dass man (im Gegensatz zu anderen Geräten wie der Sherwood
P-965) nicht auf das OSD angewiesen ist.
Hinsichtlich der Justagemöglichkeiten für
Raum- und
Lautsprecheranpassung pendelt sich die MXD4000 auf einem gutem Niveau
ein, ohne aber neue Bestmarken zu setzen. Insbesondere das Fehlen eines
vollwertigen, kanalspezifischen Equalizers (wie etwa bei Audionet)
verhindert ein besseres Abschneiden. Ansonsten wartet die Vorstufe mit
einem guten Bass-Management auf und erlaubt auch sonst eine
feinfühlige Justage. Die "Cine-EQ" Funktion übernimmt
auf
Wunsch eine Anpassung (Höhenabsenkung), um Kinosoundtracks im
Heimkino etwas milder klingen zu lassen. In der Praxis ist diese
Funktion jedoch schon seit langer Zeit nicht mehr bedeutend, da die
Filme bereits bei der Portierung auf DVD entsprechend angepasst
werden.
| Kanalpegel |
pro Lautsprecher selektiv wählbar Range +-12,
1 db Schritte |
| Abstand |
pro Lautsprecher selektiv wählbar, 30cm
Schritte
Front-LS dürfen nicht mehr als 70cm Differenz aufweisen
|
| Bass-Management |
eine globale Trennfrequenz für alle
"Small" Speaker
Range 20-200Hz, 10Hz Schritte
E-Bass Funktion = Frontspeaker und Subwoofer geben
zusammen sowohl den LFE als auch Frontbass aus |
| Equalizing |
Bass/Treble +12db, je 5 verschiedene Einsatzpunkte
Einstellung gilt global für alle Kanäle gleichzeitig
(außer Sub) |
Das Grundlayout der MXA2150 Mehrkanalendstufe lässt
sofort
erkennen, dass jeweils komplett autarke
Verstärkerzüge
implementiert sind. Jeder Kanal besitzt seinen eigene Stromerzeugung,
Kondensatoren sowie Ausgangsstufen. Abgesehen von der kleinen
LED-Anzeige sowie der zentralen Verbindungsplatine direkt hinter der
Gerätefront, gibt es keine weitere Elemente, welche sich die
Verstärker miteinander teilen müssen. Selten bekommt
man eine
derart kompromisslose Gerätestruktur zu sehen. Dieser Umstand
ist
auch deshalb sehr löblich, weil die MXA2150 nicht einmal zu
den
teuersten Vertretern ihrer Gattung gehört. Das
günstigste
Grundmodell mit einem 2x80 Watt Stereoblock liegt bei 1.800 Euro, die
oben abgebildete Variante mit 7 Monostufen a 150 Watt kostet 5450 und
damit nur etwas mehr, als eine vergleichbar aufgebaute Audionet Amp VII.

Doch damit nicht genug: die
einzelnen
Endstufen lassen sich nicht nur Stück für
Stück
nachrüsten - nein, der Kunde hat auch die Möglichkeit
zwischen 3 verschiedenen Typen selbst auszuwählen und diese
(sofern gewünscht) auch in Eigenregie zu tauschen. Lange
Wartezeiten und teure Versandaktionen gehören damit der
Vergangenheit an. Auf obigem Bild sehen Sie ein ausgebaute A150
Endstufenmodul (Stückpreis 650 €). Ferner steht noch
eine
2x80 Watt Bestückung ( A80; 700 €) sowie eine
XLR-Version mit
150 Watt (850 €) zur Auswahl. Die (De-)Montage eines Moduls
sollte
zwar nicht von Menschen mit zwei linken Händen
durchgeführt
werden, doch im Prinzip sollte damit niemand vor
unüberwindbare
Hindernisse gestellt werden.
Zwischen dem schwarzen Aluminiukörper und dem Ringkerntrafo
befinden sich 4 dieser Elektrolytkondensatoren. Diese Elemente
übernehmen die Aufgabe des Stromzwischenspeichern und umfassen
jeweils eine Kapizität von 4.700 Microfarad. Dieser Wert
markiert
damit zwar keinen neuen Bestwert (zum Vergleich die Audionet AmpVII
kommt auf 49.200 Microfarad/Kanal), ordnet sich jedoch immerhin im
oberen Tabellenbereich ein.

Das Endstufenmodul wird mit Hilfe dieser beiden Verbindungen
angebunden. Das kleine Flachbandkabel übernimmt
Steuerungsfunktionen, wärend die andere Leitung für
die
Stromzufuhr zuständig ist.

Jedes Endstufenmodul ist mit 2 Feinsicherungen abgesichert. In unseren
Testreihen aktiviert die MXA2150 hingegen bei Test-CDs mit
Gleichspannungsanteilen die Schutzschaltung bereits
selbstständig,
so dass die Sicherung nie in Anspruch genommen werden mussten.
Die vergoldeten
Schnittstellen
hinterlassen einen sauberen Eindruck, hierzu gehören auch die
soliden Lautsprecherterminals, auch wenn diese für
größere Kabek nicht perfekt geeignet sind und etwas
zu nah
aneinander platziert sind. Dafür aber dachten die Myryad
Entwickler an einem anderen Punkt mit: jedes Modul besitzt nicht nur
einen Chincheingang, sondern zugleich auch einen ebensolchen Ausgang.
Mit Hilfe dieses Kniffs werden Bi-Amping Installationen wesentlich
vereinfacht. Einen positiven Eindruck hinterlässt die MXA2150
auch
in Bezug auf thermische Eigenschaft: obwohl sie komplett passiv
arbeitet und keine Lüfter die Stille im Heimkino
stören, wird
sie nicht übertrieben heiß. Dies zeugt von einer
effizienten
Bauweise. Zum syncronisierten Einschalten lässt sich die A2150
auf
einfache Weise (per Chinchkabel) mit der Vorstufe verbinden. Weitere
Geräte kann die MXD4000 über ihre
Triggerausgänge
schalten.
Fazit Verarbeitung und Ausstattung:
Ganz besonders hinsichtlich der Video- und DSP Optionen outet
sich
die MXD4000 als typische High-End Vorstufe, bei der man als Besitzer zu
großen Kompromissen bereit sein muss, was die
Funktionsvielfalt
betrifft. Aktuelle AV-Receiver wie ein Denon AVR-4308 (ca. 2.500
€) oder der Yamaha RX-V2800 (ca. 1.600 €) bieten
für
deutlich weniger Geld bereits ein Vielfaches an Features. Dies wird
jedoch wieder stark relativiert, wenn man sich den blitzsauberen
technischen Aufbau anschaut: wo bei den Mittelklasse Receivern noch ein
wildes Durcheinander herrscht, wartet die MXD4000 mit einem deutlich
strukturierterem Platinenlayout auf. Auch die Reduktion der Ausstattung
macht sich positiv auf die elektrische/elektronische Abkoppelung der
akustisch relevanten Baugruppen bemerkbar. Insofern kann man an der
Myryad Vorstufe nur wenig kritisieren, schließlich verfolgt
sie
ein völlig anderes Gerätekonzept. Im Vergleich zu
anderen
AV-Vorstufen bietet sie sogar eine gute Anschlussvielfalt, lediglich
ein richtiger Equalizer hindert die MXD4000 den aktuellen Klassenprimus
(Audionet MapV2) zu überflügeln. Die Endstufe kann in
fast
allen Punkten überzeugen. Mit dem modularen Konzept zeigt sie
anderne Herstellern auf, wie man kundenfreundliche High-End Hardware
realisieren kann. Dazu kommt noch ein gutes passives
Lüftungssystem sowie die komplett monaurale Bauweise.
Testumgebung und Kombinationsempfehlung:

Es sollte nicht sonderlich überraschen, dass
möglichst
hochwertige Lautsprecher zum Einsatz kommen sollten, wenn man in
Erwägung zieht, sich eine Myryad VE-Kombi zu erwerben. In
unserem
Fall haben wir sehr gute Erfahrungen mit der jüngst
erschienenen
Monitor Audio Platinum Serie gemacht, die besonders im
Hoch-/Mitteltonbereich hervorragend mit der Elektronik harmonierte.
Während verschiedene Isophon Modelle (zB. der
Kompaktlautsprecher
"Galileo) ebenfalls sehr gut mit der Myryad Zuspielung zurechtkam,
stellte sich mit einem Wharfedale Opus² Set kein gutes
Teamplay
heraus. Die Wharfedale Speaker gefallen uns an Elektronik mit anderer
Klangabstimmung (zB. NAD Master Series) besser.

Als Quelle für CD- und DVD Medien dient im Test der
Audionet
VipG2. Dieser Player beliefert die komplette Kette mit derart viel
Informationen und Detailreichtum, dass eine Beurteilung der
nachfolgenden Geräte sehr zuverlässig getroffen
werden kann.
Insbesondere im Vergleich der D/A Wandlung muss sich der MXD4000 gegen
den VipG2 einem fast übermächtigen Gegner stellen,
schließlich markiert der Luxus-Player die absolute Spitze
dessen,
was wir bislang gehört haben.
Bei hochwertigen Vor-/Endstufenkombinationen wäre es fatal,
die
Verbindung zwischen beiden Komponenten nicht mit Sorgfalt
auszuwählen. Die Beipack-Kabel sind nicht mehr als eine
absolute
Notlösung und sollten durch klanglich bessere ersetzt werden.
Bei
einer transparenten Kette, richtiger Lautsprecheraufstellung und
ordentlicher Raumakustik werden Sie überrascht sein, wieviel
Auswirkung ein Kabel auf den Klang haben kann. Mit Sicherheit
wäre
es falsch, Dessen Güte nur vom Preis abzuleiten. Viele
Anbieter
drängen mit fragwürdigen und mitunter auch
überteuerten
Produkten auf den Markt. Nehmen Sie sich daher viel Zeit für
die
Kabelauswahl und seien Sie gegenüber angeblichen
Wunderprodukten,
eher unbekannter Hersteller lieber etwas skeptisch. In unseren High-End
Systemen haben wir uns für Produkte der Firma Mogami
entschieden.
Die Kabel gibt es zwar auch nicht zum Schleuderpreis, doch das
große Know-How im Bearbeiten von Konfektionieren und
Schirmungen hat sich
bei unseren Systemen sehr positiv bemerkbar gemacht.
Unsere hauptsächlich verwendeten Testgeräte
in der Übersicht:
Klangeindrücke:
Die Myryad Vor-/Endstufenkombination gehört
zweifellos zu den
beeindruckendsten Geräten, die man sich in das HiFi-Rack
hieven
kann. Beim Hören wird schnell klar, dass es die
Entwickler nicht darauf abgesehen haben, diversen
"Modeerscheinungen"
hinterherzurennen, sondern ihren Geräten einen fulminanten
Klangcharakter verpasst haben, der unabhängig von HDMI1.3 oder
sonstigen Errungenschaften, über Jahre hinweg begeistern kann
-
Qualität ist eben zeitlos. Wir haben es uns im Referenzstudio
gemütlich gemacht und mit der Myryad-Kombi ein paar Filme
genossen, woran wir Sie im Folgenden teilhaben lassen möchten:
Den Anfang macht Harry Potter. In seinem neuestem Abenteuer (Order
des Phoenix) muss sich der Zauberlehrling gleich zu Beginn des Filmes
gegen die unheimlichen Dementoren von Askaban zur Wehr setzen. Dieses
schaurige Unterfangen wird akustisch sehr stimmungsvoll eingefangen.
Das plötzlich einsetzende Unwetter setzt die Myryad VE-Kombi
derart realistisch-bedrohlich um, dass man im Heimkino unweigerlich
nach einem Regenschirm greifen möchte. Dank der hohen
Klangtransparenz erscheinen Regen-/Gewittereffekte
absolut
raumfüllend und allgegenwärtig. Viele andere
Elektronikkomponenten lassen in solchen
Sequenzen teilweise die Frontkanäle etwas untergehen, so dass
man
(wohlbemerkt bei identischer Einpegelung) vornehmlich nur die
Rearspeaker zu hören bekommt. Der Spannungsbogen wird durch
wuchtige Donnergeräusche wirkungsvoll weitergespannt. Auch
die dezent
flackernden Neonröhren einen kleinen
Straßenunterführung arbeitet die Vorstufe
hervorragend in
die
aufreibende Gesamtstimmung mit ein. Mit Auftauchen der beiden
Dementoren gewinnt auch der Score an Fahrt und theatralischer
Bedeutung - die hektisch schwingenden Geigen serviert die
Elektronik vorzüglich und mit hoher Auflösung. In
Kombination
mit den dynamisch und punktgenau akzentuiert-eingeflechteten
LFE-Einsätzen
sorgt Myryad insgesamt für eine
emotional-mitreißende und
authentisch wirkende Akustik. Im Verlauf des Filmes zeigt sich
in
vielen weiteren Stellen, dass die Myryad VE-Kombi generell sehr
detailverliebt
zu Werke geht. Die tonale Balance fokussiert eine dezente
zusätzliche Prägnanz im Hochtonbereich, ohne
es dabei in
anderen
Frequenzen an Subsatz vermissen zu lassen. Aufgrund der brillanten,
sensiblen Spielweise haben wir die Testgeräte nie als
aufdringlich empfunden, sondern stets als
informations-/detailorientierter Vermittler zwischen
Quellgerät
und Lautsprecher.
Diese Eigenschaft steht jedoch nicht in Widerspruch, auch
kräftig-nachdrückliche Heimkinovorstellungen zu
liefern.
Obwohl hierfür auch der neueste Harry Potter Teil ein paar
geeignete Sequenzen bereithält, wechseln wir das Genre und
lernen
die Myryad-Kombi von einer gänzlich anderen Seite kennen. Im
altbekannten Star Wars Podrace (Episode I - The Phantom Menace)
beweisen beide
Testgeräte, dass sie auch tiefste Frequenzen exzellent
beherrschen. Hiermit ist nicht nur die beeindruckende Pegelfestigkeit
der MXA2150 gemeint, sondern vielmehr das hohe Maß an
Basskontrolle und Struktur. Außerdem fällt auf, dass
die
VE-Kombi hinsichtlich der Dynamik sehr differenziert agieren kann und
daher für den Einsatz entsprechend audiophiler Subwoofer
geradezu
prädestiniert ist. Die MXA2150 zählt zweifelsohne zu
den
beeindruckendsten Vertretern ihrer Gattung: sie löst wunderbar
vom
Lautsprecher ab und besitzt die Gabe, locker und souverän
tiefe
Basseinlagen aus dem Ärmel schütteln zu
können.
Gleichzeitig stellt sie auch für die Vorstufe hinsichtlich der
präzisen Spielwiese ein absolut harmonierendes Dreamteam dar.
Doch aller Detailverliebtheit, Pegelfestigkeit oder Dynamik
zum
Trotz - die größte klangliche
Schokoladenseite haben
wir noch nicht einmal richtig gewürdigt: die
britische
Edel-Elektronik weist eine ungemein dichte räumliche
Wiedergabe
auf, wie wir sie ansonsten kaum zu hören bekommen haben! Die
Übergänge zwischen den Kanälen gelingt ihr
absolut
flüssig. Das zum Testen eingesetzte Monitor Audio Platinum
System
eignet sich hierfür besonders gut,
schließlich
benutzen wir 6 identische PL300 Standlautsprecher sowie den exakt
gleich bestückten PL350C Centerspeaker. Mit dieser
Zusammenstellung realisierten die Myryad Komponenten ein derart
geschlossenes Klangambiente, dass man bei geschlossenen Augen kaum noch
sagen konnte, wo genau die einzelnen Lautsprecher positioniert sind.
Sämtliche Elemente verschmilzen (bei gut abgemischten DVDs) zu
einer ganzheitlich, authentischen Kulisse. Ein hervorragendes Beispiel
hierfür sind diverse Dschungelszenen aus Peter Jackson's
Kong King zu nennen, wo auf allen Speakern ein reges Krabbeln, Fiepen
und Fauchen
herrscht. Manche der riesigen Tausendfüsser unternehmen dabei
sogar eine
(akustische) Wanderschaft zwischen den Lautsprechern (
Szenenbeispiel: Ann
Darrow flüchtet wegen einer
gefrässigen prähistorischen, hungrigen
Riesenechse in
einen hohlen Baumstumpf und wird dort von verschiedenen Krabbeltieren
in Empfang genommen). Da heißt es: Kopf einziehen - und
Menschen
mit Insektenphobie sollten angesichts der sehr realistisch anmutenden
Wiedergabe vielleicht vorher schonmal den schnellsten Fluchtweg aus dem
Heimkino sondieren....
Insgesamt leisten MXD4000 und MXA2150 Hervorragendes. Sie
beweisen,
dass man auch ohne HD-Tonformate sehr viel Hörspaß
haben kann. Wir
haben jede Sekunde dieser Testsession genossen und können
beide
Geräte anspruchsvollen Mehrkanalhörern bedenkenlos
empfehlen.
Ganz besonders die gebotene Räumlichkeit zählt zur
absoluten
Weltklasse, doch auch Pegelfestigkeit und Detaillierungsgrad befinden
sich auf einem sehr hohem Niveau.
Im Stereobetrieb überzeugt die Kombi ebenfalls auf
ganzer Linie
und bietet der Zuhörerschaft eine tiefgehende emotionale
Darbietung der Musik. Die Raumabbildung überzeugt mit
schwelgerischer Weitläufigkeit, welche die Lautsprecher durch
das gebotene, nahtlose Klangpanorama sogar fast komplett
vergessen
macht. Die Myryad-Komponenten zählen zweifelsohne zu dem
elitären Kreis an Heimkino-Hardware, wo auch wirklich
erfahrene
Stereohörer zufriedengestellt werden können.
Ansonsten kennen wir nur noch unser (deutlich teureres) Audionet
Referenzsystem aus MapV2 und AmpVII, was hinsichtlich der gleichzeitig
realisierten Klangloslösung, aber auch
Greifbarkeit/Lokalisierbarkeit, vergleichbare Ergebnisse abliefern
kann. Die fast schon holografisch wirkende Klangbühne zieht
den
Hörer ganzheitlich hinein und lässt ihn die Musik mit
seiner
vollen Emotionalität und Ausdruckskraft spüren. Ein
wichtiger
Schlüsselfaktor zu diesem Erlebnis liegt jedoch nicht nur in
der
gebotenen dreidimensionalen Wiedergabe begründet: auch die
lebendig
umgesetzten Dynamikabstufungen tragen einen großen Teil zum
unnachahmlichen Stereohörspaß bei.
Gegenüber der
Surroundwiedergabe zeigt sich die tonale Balance neutraler: die
Übergänge zwischen den Frequenzbereichen gehen
fließend, gleichberechtigt und musikalisch vonstatten - nie
hat
man den
Eindruck, eines interpretarorischen Eingriffs seitens der
Myryad-Elektronik. Ganz im Gegenteil, denn durch die
gleichermaßen brillante und exakte Hochtonherausarbeitung
werden
Klangdetails sehr sauber herausgeschält. Mit hoher
Präzision
widmet sich die britische VE-Kombi auch der Mitten- und
Bassdarstellung. Die vokalen Ausführungen verschiedener
Interpreten erstrahlen mit hoher Authenzität im
Hörraum -
selbst der stimmgewaltige verstorbene Startenor Luciano Pavarotti wird
dank hervorragend umgesetzten Stimmvolumen und
der charismatischen
Spielweise (zumindest akustisch)
eindrucksvoll zum Leben erweckt. Die von Dynamik,
Weitläufigkeit
und tonal ausbalancierte Spielweise eignet sich daher
vorzüglich
für jede musikalische Herausforderung. Dies ist beileibe nicht
selbstverständlich, schließlich sind es gerade die
High-End
Geräte, welche oftmals durch das extreme Sezieren von Details
bzw.
einer übertriebenen Hochtonlastigkeit nur für ganz
bestimmte
Musikrichtungen (hauptsächlich Jazz, Blues etc.) geeignet
sind.
Bei den Myryad-Komponenten begeht man hingegen keinen Frevel, direkt
nach Norah Jones auch mal eine Rammstein-CD einzulegen. Das Test-Duett
besticht nicht nur durch Auslösung und
Detailreichtum, sondern langt bei Bedarf auch im Bassbereich gnadenlos
zu und serviert dem Hörer eine (wortwörtlich)
druckvolle und
wuchtige Wiedergabe. Die gebotene Strukturierung von schnellen
Kickbässen gelingt beiden Komponenten ebenso tadellos, wie das
substanzvolle
Umsetzen tiefer, langgezogener Orgeltöne. Dennoch muss an
dieser
Stelle auch klar kommunziert werden, dass die Myryad VE-Kombi (im
Gegensatz zu so manchem AV-Boliden) durch die neutrale/ehrliche
Spielweise, bei entsprechend dünn abgemischten Titeln keine
künstliche Bassanhebung bewirkt. Dünn abgemischte
Titel
werden demnach auch entsprechend wiedergegeben, was von manch
unerfahrenem Hörer spontan als Bass- oder gar
Qualitätsmangel
abgestempelt wird. Zusammenfassend können wir der Myryad-Kombi
genau das attestieren, was man sich von einer idealen Stereowiedergabe
wünscht: eine ehrliche, authentisch-fokussierte Wiedergabe mit
lebendiger Dynamik, faszinierender Räumlichkeit sowie einem
enormen Detailreichtum. So macht Musikhören Spaß.
Im Vergleich zu unseren hochkarätigen
Vergleichsgeräten
brauchen sich die Myryad Komponenten nicht verstecken, sondern
können der Gegenüberstellung mit Zuversicht
entgegensehen.
Trotzdem bedeutet es nicht, dass MXD4000 und MXA2150 sämtliche
Mitbewerber überflügeln, denn hierfür ist
der Markt
schlichtweg zu stark besetzt. Doch inmitten eines hart
umkämpften
Marktes kann sie sich als eine von vielen starken Lösungen
etablieren und dabei die Ausstattungsvorteile hinsichtlich der
HDMI-Sektion, als auch die modular ausbaubare Endstufe als positive
Aspekte einbringen.
Audionet Map1 + AmpV. Das Duett aus Bochum geht aus dem
Hörtest
als knapper Sieger hervor. Vor allem die natürlich-harmonische
Tonalität und auch die umwerfe Dynamik bescheren Audionet den
entscheidenden Vorsprung. Während die Klangdetaillierung bei
den
Kontrahenten gleichauf liegt, überragt die MXD4000 ihr
Audionet-Pendant sogar ganz leicht in der Erschaffung einer
räumlichen Surroundkulisse. Hier geht die Map1 einen Hauch
zaghafter zu Werke und klingt (ohne EPS) etwas weniger
weiträumig.
Das Duell zwischen dem AmpV und der MXA2150 ist ebenfalls recht knapp.
Das
Myryad Modell besitzt mehr Kraft im Tiefbassbereich, während
der
AmpV die noch etwas feinere Hochtonauflösung bietet. Welches
Modell hier die Nase vorne hat, würden wir daher sehr vom
Anforderungsprofil der Lautsprecher abhängig machen. Im
Stereobetrieb liegt Audionet nochmals zu und beschert dem
Hörer
ein noch etwas plastischeres, greifbareres Erlebnis. Allerdings muss
gesagt werden, dass sich auch die Myryad Kombi auf einem sehr hohem
Level befindet. Wer bei Audionet für rund 1.800 Euro ein
EPS-Modul hinzubestellt, wird klanglich nochmal einen großen
Sprung nach oben bekommen. Trotz der reichhaltigeren
Anschlüsse
der MXD4000 inkl. HDMI-Sektion gewinnt die Map1 auch die
Ausstattungswertung. Dies liegt in den Equalizing-Funktionen
begründet, die in dieser Form und Qualität nicht nur
einmalig
bei unseren Testgeräten sind, sondern auch vom praktischen
Nutzen
einen echten akustischen Mehrwert bieten (zB. Tiefbass-Linearisierung,
Anpassung der Satelliten hinsichtlich Flankensteilheit etc.). Gegen
Audionet knapp zu verlieren, ist jedoch keine Schande - und
für
Interessenten, die sich mit dem fehlenden ProLogic2x bei 5.1 DTS
Streams, der geringen Anschlussvielt oder der Bedienung bei Audionet
nicht anfreunden können, steht mit der Myrad MXD4000 und
MXA2150
Kombination eine überlegenswerte Alternative bereit, um die
man
dankbar sein darf.

NAD M15+M25. Die antrittsstarken NAD Komponenten haben uns im
Test
ebenfalls sehr gut gefallen und erweisen sich als basspotente
Spaßbringer für das Heimkino. Die Myryad VE-Kombi
legt die
Schwerpunkte hingegen eher bei anderen Klangaspekten: hier
löst
sich der Klang nochmals etwas besser von den Lautsprechern - obwohl
dies schon den NAD-Geröten eindrucksvoll gelingt. Auch bei
Brillianz und Auflösung in den höheren Frequenzen
liegen die
Myryad-Komponten leicht vorne. Erstaunlich gut mithalten kann
übrigens die kräftige M25-Endstufe, welche dem
Myryad-Pendant
vornehmlich in der sauberen Bassdarstellung in Kaum etwas nachsteht und
dabei deutlich günstiger ist. Hier bestätigt sich
erneut der
Kauftipp, den wir speziell der NAD Mehrkanalendstufe bei unserm Test
gegeben haben. Doch auch die M15 Vorstufe lässt sich nicht
leicht
abschütteln und erweist sich als harter Gegner: hinsichtlich
der
Ausstattung kämpft sie mit der MXD4000 auf Augenhöhe
und beim
blitzsauberen Innenaufbaus, lassen sich ebenfalls keine
Klassenunterschiede erkennen. Die noble NAD Verarbeitung
gefällt
uns sogar besser, als das etwas zu dezente Myryad Styling. Angesicht
der Kaufpreisunterschiede eine äußerst respektable
NAD-Vorstellung, auch wenn die Myryad-Geräte in Punkte
Surroundentfaltung (Mehrkanal) und
Klangbühne/Tonalität
(Stereo) schlussendlich klanglich nochmals leicht überlegen
sind.

Rotel RMB1095+RSP1095. Wer sich zwischen der Rotel- und der Myryad
VE-Kombi entscheiden möchte, wird es denkbar schwer haben,
einen
eindeutigen Favoriten zu küren. Beide Hersteller fokussieren
eine
ähnliche Klangabstimmung. Wo man im Vergleich zu einer NAD-
oder
Audionet Zusammenstellung relativ schnell feststellt, was in
Kombination mit den Lautsprechern, dem Raum und natürlich dem
Hörgeschmack am besten harmoniert, kann man zwischen Rotel und
Myryad höchstens beim A/B Vergleich leichte Unterschiede
heraushören. Die Rotel Vorstufe erspielt sich mit ihrer
beeindrucken Stimmwiedergabe einen ganz leichten Vorteil.
Sämtliche Akteure erklingen per RSP-1098 extrem detailliert
und
lebendig, dass hier fast schon Audionet-Niveau überboten wird.
Auf
der anderen Seite spannt die MXD4000 ein (fast) beispiellos dichtes
Surroundklangbild auf. Ansonsten bieten beide
Gerätekombinationen
einen gleichermaßen detailierten, etwas schlanken aber
dafür
sehr präzise-verbindlichen Sound. Auch die Endstufen sind
tonal
sehr ähnlich und können jeweils die höhere
Grenzdynamik
(Rotel) oder bessere Ausstattung (7-Kanäle - Myryad)
für sich
beanspruchen. Normalerweise müsste man nun die HDMI-Sektion
der
MXD4000 als entscheidenden Vorteil herausstellen, allerdings bietet
Rotel mit der RVE-1060 sogar eine separate Videozentrale mit mehr
Funktionen
an. Letztendlich wird der persönliche, subjektive Geschmack
den
Ausschlag geben. Eine falsche Entscheidung kann man hier jedenfalls
nicht treffen, denn beide Geräte Kombination sind
vorzüglich
und gehören mit zum Besten, was der Markt zu bieten hat.
Vincent-SAV C1/SAV-P200 + NAD M15+M25. Obwohl beide
Vor-/Endstufenkombination von gänzlich unterschiedlichen
Herstellern kommen und auch hinsichtlich der Ausstattung
völlig
andere Käuferschichten ansprechen, so haben wir beide
Geräte
in diesem Vergleich zusammengefasst. Der Grund hierfür liegt
in
der Klangcharakteristik, wo sich sowohl die Komponenten von Vincent als
auch von NAD auf einer entgegengesetzten Klangcharakteristik befinden.
Hier wird der Zuschauer durch eine intensive Bassdarstellung in den
Bann gezogen. Besonders bei Vincent bekommt man eine sehr
füllige
Surroundwiedergabe. Obwohl beide Hersteller sich auch in den
Disziplinen Hochtonauflösung, Transparenz und Raumabbildung
Mühe gegeben haben, so kann sich die Myrad VE-Kombi
diesbezüglich knapp durchsetzen. Sie ist außerdem
für
filigran spielende Lautsprecher die bessere Kombination. Hinsichtlich
der Pegelfestigkeit liegen alle 3 Endstufen auf einem
ähnlichen
Niveau, wo die Leistungsunterschiede nur marginal ausfallen. Die NAD
M15 ist in diesem Vergleich die einzige Vorstufe, die es mit der
HDMI-Sektion der MXD4000 aufnehmen kann, allerdings bietet
sie
nur 2 Eingänge und muss sich somit in diesem Punkt der Myryad
Vorstufe geschlagen geben. Ein abschließendes Urteil, welches
dieser Geräte nun besser ist, kann man nur schwerlich
fällen.
Hier kann man nicht von einem klaren besser/schlechter sprechen -
dafür klingen NAD/Vincent gegenüber Myryad
schlichtweg zu
unterschiedlich.
Fazit:

Myryad liefert mit der Kombination aus MXD4000 und MXA2150
eine
beeindruckende Vorstellung ab. Beide Produkte zeichnen sich durch eine
klaren Ausstattungs- und Klangcharakter aus. Die MXD4000 bietet daher
eine absolut alltagstaugliche Anschlussbestückung und erlaubt
auch
die Einbindung moderner HDMI Geräte. Dass hier nicht die
1.3-Variante verbaut ist, sollte man als feature-orientierter
Käufer etwas relativieren: die MXD4000 klingt (gute
Quellgeräte vorausgesetzt) über den coaxialen Eingang
bereits
absolut fantastisch. Dasselbe gilt auch für die zweikanalige
Performance, auch wenn wir die Myryad Kombination wegen der frappierend
räumlichen Spielweise auf den Rears, ganz besonders im
Mehrkanalbetrieb lieben gelernt haben. Die äußere
Anmutung
könnte durchaus noch etwas wertiger wirken, genauso wie wir
die
Fernbedienung als etwas klobig erachten, doch unter dem Blechkleid
überzeugt die MXD4000 mit einer absolut
High-End-würdigen
Bauweise und macht schnell klar, dass Myryad viel Wert auf hochwertiges
Produkt-Engineering legt. Wenn auch Sie von eierlegenden
Wollmilchsäuen genug haben, und auf die Ausstattungsorgie
diverser
AV-Receiver verzichten können, bekommen Sie mit den beiden
Myryad
Geräte im Gegenzug viel mehr Hörfreude geboten.
Günstig ist dieser Spaß sicherlich nicht -
knapp
über 10.000 Euro sind wahrlich kein Pappenstiel, aber man
bekommt
dafür die Gewissheit, sich beruhigt zurücklehnen zu
können und für eine lange Zeit eine der
bestmöglichen
Elektronik im HiFi-Rack stehen zu haben, die Musik und Film
gleichermaßen zum Erlebnis macht.
Hochklassige VE-Kombi mit
ordentlicher Ausstattung
und faszinierend räumlichem Klang
Myryad MXD4000 + MXA2150
7.1 Vor-/Endstufenkombination, Preis 10.250 Euro
Test: 4. Dezember 2007
Preis-/Leistung:          
+ ausgezeichnete Klangeigenschaften, vor allem im Surroundbetrieb
+ gute Stereo-Performance
+ enorm räumlich/plastisches Klangbild bei Mehrkanal
+ solide Anschlussvielfalt inkl. HDMI
+ sauberer technischer Aufbau beider Komponenten
+ Endstufe besticht mit gutem Klang und hervorragender Pegelfestigkeit
+ Modulbauweise der Endstufe erlaubt individuelles Nachrüsten
zum fairen Preis
- nur sehr rudimentäre EQ-Funktionen vorhanden
- HDMI/Video Sektion ohne Normwandler / nur HDMI1.0
- etwas unspäktakuläres Design
www.myryad.de
Text:
Lars Mette
Raumakustische Optimierung unserer
Studios mit Wallpanels und Absorbern von:
Dieser AREA DVD High-End Test wurde
durchgeführt mit Kabeln von:
Unser Partner für hochwertige
Audiomöbel:

HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|