Test: Myryad MXD4000 + MXA2150 7.1 Vor-/Endstufenkombination

(Lars Mette - 4. Dezember 2007 )


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

Ein Blick in die Ausstattungsliste moderner AV-Receiver beweist es: die Massenhersteller versuchen momentan, die Kunden durch Schlagwörter wie HDMI 1.3 oder TrueHD für sich zu gewinnen. Ein gewissenhafter Klangtest beweist nicht selten, dass der vermeintliche Fortschritt in Wahrheit nicht unbedingt zu spüren ist. Für Anwender mit höchsten klanglichen Ansprüchen sind hochwertige Vor-Endstufenkombinationen in vielen Fällen daher eine bessere Wahl - insbesondere, wenn auch eine hochklassige Stereoperformance gewünscht wird.

Der britische High-End Anbieter Myryad ist seit kurzem mit einer neuen Surround-Vorstufe auf den Markt gekommen und könnte mit der MXD4000 eine interessante Position im Markt besetzen. Die 7.1 Vorstufe bietet ein reichhaltiges Portfolio an Eingängen und scheut sich auch nicht, HDMI Signale entgegenzunehmen. Obendrauf gibt es noch eine Zone2 Funktion, eine Vielzahl aktueller Dekoder sowie eine LCD-Fernbedienung. Wenn der (laut Hersteller) ausgeklügelte Innenaufbau tatsächlich zu klanglichen Höchstleistungen führt, wäre auch der Kaufpreis von 4.800 Euro nicht übertrieben viel, wenn man sich vor Augen führt, dass zB. eine Audionet MapV2 über 1.000 Euro mehr kostet.

Doch auch die Endstufe hat das Zeug zum Highlight: die MXA2150 ist komplett modular aufgebaut und erlaubt eine individuelle Bestückung mit 3 verschiedenen Endstufeneinheiten. Hierfür muss das Gerät nicht einmal eingeschickt werden, denn das Upgrade kann auf einfache Weise sowohl vom Fachhändler als auch Kunden durchgeführt werden. Aufgrund der daraus resultierenden Monobauweise verspricht das Gerät auch akustische Glanztaten, zumal alleine schon die knapp 50 kg Gewicht unseres sieben-kanaligen Testgerätes eine technisch hochwertige Bauweise implizieren. Die Preise für die Endstufenmodule liegen zwischen 700 € (2x80Watt) und 850€ (1x150Watt XLR), das Basisgerät mit 2 Endstufen á 150 Watt liegt bei 2150 Euro.

Wir haben beide Geräte intensiv in unserem High-End Studio kennengelernt und sowohl mit AV-Boliden, als auch anderen Vor-/Endstufenkombinationen verglichen. Lesen Sie in unserem ausführlichen Test, welches Leistungsprofil die Myryad Kombination bietet und inwiefern sich vielleicht auch für Sie ein Upgrade auf dieses luxuriöse Duett lohnen könnte. Der Gesamtpreis unserer Ausstattungsvariante liegt bei exakt 10.250 Euro, was diese VE-Kombi in direkter Konkurrenz zur absoluten Championsleague bringt.

Verarbeitung/Gehäuse:

Die grundsätzliche Formensprache der Geräte zeugt von dezenter Zurückhaltung und Eleganz. Im Vergleich zu manch "dickem" AV-Boliden würde man der Myryad VE-Kombi nicht auf den ersten Blick ansehen, dass sie rund das doppelte kostet. Dies liegt nicht nur an den maßvollen Proportionen, sondern auch in der Materialauswahl, denn auf gebürstetes Aluminium müssen die britischen HiFi-Komponenten leider verzichten. Zentrales Designmerkmal aller aktuellen Myryad Geräte stellen die versenkten Bedienelemente sowie das mittag platzierte schwarze Display mit blauer Schrift (bzw. LEDs) dar.

Per zweiligem Display informiert die Vorstufe über ihren Betriebszustand. Dabei verzichtet sie komplett auf kleine Piktogramme bzw. Symbole und kommuniziert ausschließlich in normaler Schrift mit dem Anwender. Die Ablesbarkeit geht absolut in Ordnung, sämtliche Daten werden kurz und knapp präsentiert. Lediglich eine genauere Information bzw. ein- und ausgehendem Stream wären wünschenswert. Das blaue Display lässt sich ferner in mehreren Stufen dimmen, auch eine Individualierung der Geräteeingänge ist möglich.

Die versenkten Bedienelemente im Detail. Zur besseren Ergonomie beinhaltet der Lautstärkeregler eine kleine Einkerbung. Die Druckpunkte sämtlicher Tasten vermitteln einen hochwertigen Eindruck, allerdings wird nicht ganz das haptisch beeindruckende Gefühl eines hochwertigen AV-Boliden mit zentimeterdicken, satt gelagerten Drehrehlern. 


Nicht ganz perfekt zeigt sich die Einpassung des Gehäusedeckels bei der MXD4000 Vorstufe. Der Übergang zur Frontplatte könnte durchaus noch etwas genauer anliegen - hier sind kleinere Spaltmaße zu erkennen. Außerdem empfinden wir die Materialstärke des dünnen Deckels als unpassend. Gerade bei einem High-End Gerät für knapp 5.000 Euro sollte man auch diesen Details absolute Beachtung schenken.



Die Standfüsse sind bei beiden Komponenten eher zweckdienlich, denn besonders schön geraten. Im Normalfall bekommt man sie nicht einmal richtig zu sehen, da sie die Geräte lediglich um ein paar Millimeter vom Boden abheben. Uns erscheinen stattliche, mit Aluminium umfasste Sockel eher als adäquate Bestückung solcher Hardware, doch andererseits passt die zurückhaltende Variante zum dezenten und eleganten Äußeren des Myryad Duetts.
Fazit Verarbeitung/Gehäuse: 

Für eine Traumwertung reicht es nicht ganz. Grobe Verarbeitungsmängel finden sich hingegen ebenfalls nicht. Insgesamt stufen wir das Finish der beiden Myryad Geräte auf einem Niveau mit der Rotel RSB-1098/RMB-1095 Kombination ein, welche sich ebenfalls durch eine eher zweckmäßige Optik, anstatt imposanter Anmutung auszeichnet. Wie man eine dezente, zeitliche Optik mit bestechender Detailverarbeitung (fast) perfekt realisieren kann, demonstrieren nicht nur die preisähnlichen Komponenten von Audionet, sondern insbesondere auch die günstigere NAD-Masterseries.

technischer Aufbau / Ausstattung:


Wer bei der MXD4000 den Schraubenzieher schwingt, um die Vorstufe von Innen zu betrachten, wird mit einem schönen Aus- bzw. Einblick belohnt: in bester High-End Manier präsentiert sich das aufgeräumte Innenleben. Viele Baugruppen sind voneinander auf verschiedenen Platinen separiert und mitteln Falchbandkabeln auf kurzem Weg miteinander verbunden. Wirr verlegte Kablstränge, wie man sie teilweise sogar noch bei hochpreigen AV-Boliden zu sehen bekommt, sind der MXD4000 ein Fremdwort. Im linken Gehäusebereich platziert Myryad ein Schaltnetzeil zur Stromversorgung, die horizontal verbauten Platinen im hinteren Bereich sind jeweils für die unterschiedlichen Videoschaltkreise zuständig, während die große Hauptplatine zentral angeordnet ist und sämtliche analogen Audioanschlüsse bereits fest integriert hat.

Als Herzstück der MXD4000 fungiert ein Motorola DSP-Chip der aktuellen Generation. Er beherrscht zwar keine HD-Tonformate, dafür sind aber alle anderen aktuellen Decoder implementiert. Nicht wenige High-End Vorstufen geben sich sehr puristisch, was die Anzahl der unterstützten Kanäle betrifft - die MXD4000 stellt hier eine löbliche Ausnahme dar, schließlich werden sowohl 5.1, 6.1 aber auch 7.1 Konfigurationen unterstützt. Einen Pure-Direct Modus haben wir hingegen leider vergeblich gesucht, so dass beispielsweise die Videoschaltkreise auch beim Zweikanalhören aktiviert bleiben müssen. Dies muss sich jedoch nicht zwansläufig akustisch negativ auswirken, gibt es vereinzelt auch Geräte, die aus ihren entsprechenden Direct-Schaltungen sowieso keinen klanglichen Vorteil schöpfen können.

Diese Platine hat ausschließlich die Funktion, sich um ein- und ausgehende Componentensignale zu kümmern. Die MXD4000 kommt zwar ohne aufsehenerregende Videofeatures daher, doch der große Hardwareaufwand dokumentiert nachhaltig, dass sich Myryad um eine tadellose Videoperformance bemüht. Im Test liesen sich sämtliche Componentsignale ohne erkennbare Einbußen durchschleifen - auch bei hohen Videobandbreiten zeigten sich keinerlei negative Auswirkungen auf Bild oder Ton.


Die HDMI Sektion im Detail: es stehen 3 HDMI 1.0 Ports, sowie ein entsprechender Ausgang zur Verfügung. Ähnlich wie schon hinsichtlich der Componenten-Anschlüsse, zeigt sich auch bei dieser Baugruppe, dass Myryad nicht auf "Featurejagd" aus ist, sondern sich darauf beschränkt, einfachere Funktion mit einwandfreier Qualität zu realisieren. In der Praxis bedeutet dies, dass all unsere HDMI-Signale völlig problemlos durch-/umgeschaltet werden. Und das trotz recht langer Signalwege und mit Auflösungen von bis zu 1080p/24.

Die Videosektion beinhaltet insgesamt neben S-Video-, Composite- und YUV Schnittstellen  auch eine HDMI Funktion. Leider sind die drei HDMI Ports nur in der Ausführung 1.0 integriert, so dass hierüber keine Tonformate empfangen werden können. Desweiteren erfolgt auch weder eine OSD-Ausgabe per HDMI oder eine Umwandlung der analogen Videoquellen auf HDMI. Auch zwischen S-Video/Composite und Component gibt sich die MXD4000 sehr zurückhaltend: sie wandelt gibt lediglich S-Video simultan auch als Composite Signal aus. OSD-Informationen stehen auf allen 3 analogen Bildausgängen zur Verfügung, außerdem sind die drei Component-Ports auch für hohe Bandbreiten (1080p) geeignet.

Für die Beschallung einer Nebenzone bietet die MXD4000 eine einfache Zone2 Funktion. Parallel zur normalen Wiedergabe in der Mainzone kann ein beliebiger analoger Stereoeingang für die Zone2 ausgegeben werden. Der entsprechende Videoausgang zeigt lediglich die Composite-Signale der jeweiligen Quellen an. Hochwertigere Videoquellen, digitale Audiostreams oder auch das On Screen Display stehen für die Zone2 nicht zur Verfügung. Gegenüber modernen AV-Boliden mit bis zu 3 vollwertigen Surroundzonen mit Sicherheit kein neuer Benchmark, aber im Vergleich zur AV-Vorstufen Konkurrenz bietet die Myryad MXD4000 immerhin eine praxistaugliche Möglichkeit, einen Nebenraum wie zB. Speisezimmer, Bibliothek oder Bad mit Musik zu versorgen.

Hinsichtlich der Anschlussvielfalt für Audioformate zeigt sich die Myryad Vorstufe deutlich umgänglicher: 8 digital sowie sieben analoge Schnittstellen dürften für fast alle AV-Systeme ausreichen. Hier überflügelt die MXD4000 ihre Kontrahenten aus dem Hause Audionet oder Vincent sehr deutlich. Lediglich die NAD M15 würde hier noch mithalten können. Auch wenn diese Anschlüsse sicherlich kein Vergleich zur gigantischen Bestückung aktueller (großer) AV-Receiver darstellen, so muss man diesbezüglich ein Lob an Myryad aussprechen, die erfreulicherweise mit der Tradition brechen, dass eine AV-Vorstufe nicht mehr als eine handvoll Anschlüsse bieten darf.

Die MXD4000 unterstützt bis zu 8 Kanäle (7.1 Wiedergabe). Selbstverständlich lässt sie sich auch für fünf oder sechskanalige Wiedergabe benutzen. Die entsprechenden Extended-Surround Tonnormen sind komplett integriert. Mit Ausnahme der TrueHD Tonnormen bietet die Vorstufe alle aktuellen Dekoder. Nachfolgend haben wir für Sie eine kleine Tabelle der Wiedergabemodi vorbereitet, damit Sie sich ein Bild der Surroundfähigkeiten machen können.

Wie Sie sehen, zielt die MXD4000 darauf ab, die relevanten Tonnormen zuverlässig und flexibel wiederzugeben. So ist beispielweise auch bei einem mehrkanaligem DTS Stream die Anwendung von ProLogic2x zur Generierung der Surround-Back Kanäle möglich. Dafür verzichtet Myryad auf die Integration von zusätzlichen DSP Modi, wie man es besonders Yamaha/Onkyo/Pioneer/Denon AV-Receivern her kennt. Für High-End AV Vorstufen ist es hingegen eher üblich, sich auf die wichtigsten Formate zu beschränken, anstatt die Speicher mit DSP-Modi zu überladen, die von der typischen Käuferschicht sowieso kaum benutzt werden dürfte.

Eingangs-Signal Ausgabemöglichkeiten
Dolby Digital 5.1 Dolby Digital EX
Dolby PL2x Music/Movie (für Back-Center)
Surround 6.1 *
Mono, Stereo Downmix
Dolby Digital Surround EX Dolby Digital EX
Dolby PL2x Music/Movie (für Back-Center)
Mono, Stereo Downmix
DTS 5.1 DTS 5.1
Dolby PL2x Musik/Movie (für Back-Center)
DTS Neo:6 (für Back-Center)
Mono, Stereo Downmix
DTS-ES Matrix DTS 5.1
DTS-ES Matrix
Mono, Stereo Downmix
DTS-ES Discrete DTS-ES Discrete
Mono, Stereo Downmix
DTS 5.1 mit 96/24 DTS 5.1
Dolby PL2x Music/Movie (für Back-Center)
Surround 6.1 *
DTS Neo:6 (für Back-Center)
Mono, Stereo Downmix
Dolby Digital 2.0 Dolby Digital 2.0
Dolby Pro Logic
Dolby PL2x Musik/Movie/Games
DTS Neo:6 Cinema/Music
DSP Modi Natural und Party*
Mono, Stereo Downmix
PCM (bis zu 48Khz)
analog Audio 2ch
Stereo
Dolby Pro Logic
Dolby PL2x Musik/Movie/Games
DTS Neo:6 Cinema/Music
DSP Modi Natural und Party*
Mono Downmix
PCM (96 Khz) Stereo
Mono Downmix
7.1 analoger Eingang keine Optionen möglich, es wird lediglich die
Lautstärke gestellt, keine Anwendung von Delay,
Bass-Management etc.

*Der Modus "Surround 6.1" beinhaltet eine alternative Berechnungsmatrix zur Generierung des Backcenter-Kanals bei einer 6.1 Umgebung. In der Betriebsart "Mono" werden alle Informationen auf einen Kanal heruntergerechnet und über den Centerspeaker ausgegeben.Dolby PL2x Music und DTS Neo6 lassen sich voll konfigurieren. 

Die Bedienung zeigt sich im Großen und Ganzen als durchdacht. Die Gerätefront ist klar gegliedert. Es stehen Direktwahlbuttons für Quellen- und DSP Wahl zu Verfügung. Zusätzlich kann man per Knopfdruck auch ganz unkompliziert den Cinema-EQ oder die Zone2 aktivieren. Der versenkte Lautstärkeregler findet sich im linken Bereich, wobei eine klassische (herausstehende) Ausführung etwas griffiger gewesen wäre. Einen Pluspunkt sammelt die MXD4000 durch die Möglichkeit, verschiedene Einstellungen abzuspeichen und auf Knopfdruck wieder abzurufen.

Als Fernbedienung liegt die MX-700 im Karton, einem IR-Geber mit LCD-Display sowie Lern- und Makrofunktion. Diese Komponente kommt auch bei vielen anderen Herstellern zum Einsatz, wie zB. Sherwood oder Parasound und zeichnet sich durch ihre Funktionsvielfalt aus. Bis zu 15 weitere IR-Geräte lassen sich mit ihr steuern. 

Die Anpassbarkeit (individuell beschrift- und lernbare LCD-Felder) sowie Speichergröße kann als vorbildlich eingestuft werden. Leider kann man dies nicht von der Handlichkeit des Befehlsgeber behaupten. Die MX-700 ist relativ groß und schwer geraten, außerdem muss man zwischen den Geräten und Bedienebenen oft umherschalten, um die die gewünschten Funktionen zu erhalten. Doch insgesamt gehört Myryad zu den (wenigen) High-End Herstellern, die immerhin eine solide Fernbedienung beilegen. 

Dass die MXD4000 ihr On Screen Menü nicht per HDMI, sondern lediglich über analoge Videoausgänge bereitstellt, mag zwar auf den ersten Blick etwas ärgerlich anmuten, doch in der Praxis führt dies zu keinen Problemen. Der Grund: die kompletten OSD Informationen werden auch über das Gerätedisplay ausgegeben, so dass man (im Gegensatz zu anderen Geräten wie der Sherwood P-965) nicht auf das OSD angewiesen ist.

Hinsichtlich der Justagemöglichkeiten für Raum- und Lautsprecheranpassung pendelt sich die MXD4000 auf einem gutem Niveau ein, ohne aber neue Bestmarken zu setzen. Insbesondere das Fehlen eines vollwertigen, kanalspezifischen Equalizers (wie etwa bei Audionet) verhindert ein besseres Abschneiden. Ansonsten wartet die Vorstufe mit einem guten Bass-Management auf und erlaubt auch sonst eine feinfühlige Justage. Die "Cine-EQ" Funktion übernimmt auf Wunsch eine Anpassung (Höhenabsenkung), um Kinosoundtracks im Heimkino etwas milder klingen zu lassen. In der Praxis ist diese Funktion jedoch schon seit langer Zeit nicht mehr bedeutend, da die Filme bereits bei der Portierung auf DVD entsprechend angepasst werden. 

Kanalpegel pro Lautsprecher selektiv wählbar Range +-12, 1 db Schritte 
Abstand pro Lautsprecher selektiv wählbar, 30cm Schritte
Front-LS dürfen nicht mehr als 70cm Differenz aufweisen
Bass-Management eine globale Trennfrequenz für alle "Small"  Speaker
Range 20-200Hz, 10Hz Schritte
E-Bass Funktion = Frontspeaker und Subwoofer geben
zusammen sowohl den LFE als auch Frontbass aus
Equalizing Bass/Treble +12db, je 5 verschiedene Einsatzpunkte
Einstellung gilt global für alle Kanäle gleichzeitig (außer Sub)


Das Grundlayout der MXA2150 Mehrkanalendstufe lässt sofort erkennen, dass jeweils komplett autarke Verstärkerzüge implementiert sind. Jeder Kanal besitzt seinen eigene Stromerzeugung, Kondensatoren sowie Ausgangsstufen. Abgesehen von der kleinen LED-Anzeige sowie der zentralen Verbindungsplatine direkt hinter der Gerätefront, gibt es keine weitere Elemente, welche sich die Verstärker miteinander teilen müssen. Selten bekommt man eine derart kompromisslose Gerätestruktur zu sehen. Dieser Umstand ist auch deshalb sehr löblich, weil die MXA2150 nicht einmal zu den teuersten Vertretern ihrer Gattung gehört. Das günstigste Grundmodell mit einem 2x80 Watt Stereoblock liegt bei 1.800 Euro, die oben abgebildete Variante mit 7 Monostufen a 150 Watt kostet 5450 und damit nur etwas mehr, als eine vergleichbar aufgebaute Audionet Amp VII.



Doch damit nicht genug: die einzelnen Endstufen lassen sich nicht nur Stück für Stück nachrüsten - nein, der Kunde hat auch die Möglichkeit zwischen 3 verschiedenen Typen selbst auszuwählen und diese (sofern gewünscht) auch in Eigenregie zu tauschen. Lange Wartezeiten und teure Versandaktionen gehören damit der Vergangenheit an. Auf obigem Bild sehen Sie ein ausgebaute A150 Endstufenmodul (Stückpreis 650 €). Ferner steht noch eine 2x80 Watt Bestückung ( A80; 700 €) sowie eine XLR-Version mit 150 Watt (850 €) zur Auswahl. Die (De-)Montage eines Moduls sollte zwar nicht von Menschen mit zwei linken Händen durchgeführt werden, doch im Prinzip sollte damit niemand vor unüberwindbare Hindernisse gestellt werden.



Zwischen dem schwarzen Aluminiukörper und dem Ringkerntrafo befinden sich 4 dieser Elektrolytkondensatoren. Diese Elemente übernehmen die Aufgabe des Stromzwischenspeichern und umfassen jeweils eine Kapizität von 4.700 Microfarad. Dieser Wert markiert damit zwar keinen neuen Bestwert (zum Vergleich die Audionet AmpVII kommt auf 49.200 Microfarad/Kanal), ordnet sich jedoch immerhin im oberen Tabellenbereich ein.



Das Endstufenmodul wird mit Hilfe dieser beiden Verbindungen angebunden. Das kleine Flachbandkabel übernimmt Steuerungsfunktionen, wärend die andere Leitung für die Stromzufuhr zuständig ist.



Jedes Endstufenmodul ist mit 2 Feinsicherungen abgesichert. In unseren Testreihen aktiviert die MXA2150 hingegen bei Test-CDs mit Gleichspannungsanteilen die Schutzschaltung bereits selbstständig, so dass die Sicherung nie in Anspruch genommen werden mussten.



Die vergoldeten Schnittstellen hinterlassen einen sauberen Eindruck, hierzu gehören auch die soliden Lautsprecherterminals, auch wenn diese für größere Kabek nicht perfekt geeignet sind und etwas zu nah aneinander platziert sind. Dafür aber dachten die Myryad Entwickler an einem anderen Punkt mit: jedes Modul besitzt nicht nur einen Chincheingang, sondern zugleich auch einen ebensolchen Ausgang. Mit Hilfe dieses Kniffs werden Bi-Amping Installationen wesentlich vereinfacht. Einen positiven Eindruck hinterlässt die MXA2150 auch in Bezug auf thermische Eigenschaft: obwohl sie komplett passiv arbeitet und keine Lüfter die Stille im Heimkino stören, wird sie nicht übertrieben heiß. Dies zeugt von einer effizienten Bauweise. Zum syncronisierten Einschalten lässt sich die A2150 auf einfache Weise (per Chinchkabel) mit der Vorstufe verbinden. Weitere Geräte kann die MXD4000 über ihre Triggerausgänge schalten.
Fazit Verarbeitung und Ausstattung:

Ganz besonders hinsichtlich der Video- und DSP Optionen outet sich die MXD4000 als typische High-End Vorstufe, bei der man als Besitzer zu großen Kompromissen bereit sein muss, was die Funktionsvielfalt betrifft. Aktuelle AV-Receiver wie ein Denon AVR-4308 (ca. 2.500 €) oder der Yamaha RX-V2800 (ca. 1.600 €) bieten für deutlich weniger Geld bereits ein Vielfaches an Features. Dies wird jedoch wieder stark relativiert, wenn man sich den blitzsauberen technischen Aufbau anschaut: wo bei den Mittelklasse Receivern noch ein wildes Durcheinander herrscht, wartet die MXD4000 mit einem deutlich strukturierterem Platinenlayout auf. Auch die Reduktion der Ausstattung macht sich positiv auf die elektrische/elektronische Abkoppelung der akustisch relevanten Baugruppen bemerkbar. Insofern kann man an der Myryad Vorstufe nur wenig kritisieren, schließlich verfolgt sie ein völlig anderes Gerätekonzept. Im Vergleich zu anderen AV-Vorstufen bietet sie sogar eine gute Anschlussvielfalt, lediglich ein richtiger Equalizer hindert die MXD4000 den aktuellen Klassenprimus (Audionet MapV2) zu überflügeln. Die Endstufe kann in fast allen Punkten überzeugen. Mit dem modularen Konzept zeigt sie anderne Herstellern auf, wie man kundenfreundliche High-End Hardware realisieren kann. Dazu kommt noch ein gutes passives Lüftungssystem sowie die komplett monaurale Bauweise.

Testumgebung und Kombinationsempfehlung:

Es sollte nicht sonderlich überraschen, dass möglichst hochwertige Lautsprecher zum Einsatz kommen sollten, wenn man in Erwägung zieht, sich eine Myryad VE-Kombi zu erwerben. In unserem Fall haben wir sehr gute Erfahrungen mit der jüngst erschienenen Monitor Audio Platinum Serie gemacht, die besonders im Hoch-/Mitteltonbereich hervorragend mit der Elektronik harmonierte. Während verschiedene Isophon Modelle (zB. der Kompaktlautsprecher "Galileo) ebenfalls sehr gut mit der Myryad Zuspielung zurechtkam, stellte sich mit einem Wharfedale Opus² Set kein gutes Teamplay heraus. Die Wharfedale Speaker gefallen uns an Elektronik mit anderer Klangabstimmung (zB. NAD Master Series) besser.

Als Quelle für CD- und DVD Medien dient im Test der Audionet VipG2. Dieser Player beliefert die komplette Kette mit derart viel Informationen und Detailreichtum, dass eine Beurteilung der nachfolgenden Geräte sehr zuverlässig getroffen werden kann. Insbesondere im Vergleich der D/A Wandlung muss sich der MXD4000 gegen den VipG2 einem fast übermächtigen Gegner stellen, schließlich markiert der Luxus-Player die absolute Spitze dessen, was wir bislang gehört haben.


Bei hochwertigen Vor-/Endstufenkombinationen wäre es fatal, die Verbindung zwischen beiden Komponenten nicht mit Sorgfalt auszuwählen. Die Beipack-Kabel sind nicht mehr als eine absolute Notlösung und sollten durch klanglich bessere ersetzt werden. Bei einer transparenten Kette, richtiger Lautsprecheraufstellung und ordentlicher Raumakustik werden Sie überrascht sein, wieviel Auswirkung ein Kabel auf den Klang haben kann. Mit Sicherheit wäre es falsch, Dessen Güte nur vom Preis abzuleiten. Viele Anbieter drängen mit fragwürdigen und mitunter auch überteuerten Produkten auf den Markt. Nehmen Sie sich daher viel Zeit für die Kabelauswahl und seien Sie gegenüber angeblichen Wunderprodukten, eher unbekannter Hersteller lieber etwas skeptisch. In unseren High-End Systemen haben wir uns für Produkte der Firma Mogami entschieden. Die Kabel gibt es zwar auch nicht zum Schleuderpreis, doch das große Know-How im Bearbeiten von Konfektionieren und Schirmungen hat sich bei unseren Systemen sehr positiv bemerkbar gemacht. 

Unsere hauptsächlich verwendeten Testgeräte in der Übersicht:

Lautsprecher Monitor Audio Platinum 6x PL300 1x PL350C (ca. 20.000 €)
2x Isophon Stonehenge Subwoofer  (ca. 8.000 €)
CD/DVD Player Audionet VipG2 SDI (ca. 7.000 €)
BD-Player Sony Playstation3 60GB Cinemike Edition (ca. 800 €)
HD-DVD Player Toshiba HD-XE1 Cinemike Edition (ca. 1.200 €)
Bildwiedergabe Dreamvision Dreambee D-ILA Full-HD Projektor (ca. 7.500 €)
Klangeindrücke:

Die Myryad Vor-/Endstufenkombination gehört zweifellos zu den beeindruckendsten Geräten, die man sich in das HiFi-Rack hieven kann. Beim Hören wird schnell klar, dass es die Entwickler nicht darauf abgesehen haben, diversen "Modeerscheinungen" hinterherzurennen, sondern ihren Geräten einen fulminanten Klangcharakter verpasst haben, der unabhängig von HDMI1.3 oder sonstigen Errungenschaften, über Jahre hinweg begeistern kann - Qualität ist eben zeitlos. Wir haben es uns im Referenzstudio gemütlich gemacht und mit der Myryad-Kombi ein paar Filme genossen, woran wir Sie im Folgenden teilhaben lassen möchten:

Den Anfang macht Harry Potter. In seinem neuestem Abenteuer (Order des Phoenix) muss sich der Zauberlehrling gleich zu Beginn des Filmes gegen die unheimlichen Dementoren von Askaban zur Wehr setzen. Dieses schaurige Unterfangen wird akustisch sehr stimmungsvoll eingefangen. Das plötzlich einsetzende Unwetter setzt die Myryad VE-Kombi derart realistisch-bedrohlich um, dass man im Heimkino unweigerlich nach einem Regenschirm greifen möchte. Dank der hohen Klangtransparenz erscheinen Regen-/Gewittereffekte absolut raumfüllend und allgegenwärtig. Viele andere Elektronikkomponenten lassen in solchen Sequenzen teilweise die Frontkanäle etwas untergehen, so dass man (wohlbemerkt bei identischer Einpegelung) vornehmlich nur die Rearspeaker zu hören bekommt. Der Spannungsbogen wird durch wuchtige Donnergeräusche wirkungsvoll weitergespannt. Auch die dezent flackernden Neonröhren einen kleinen Straßenunterführung arbeitet die Vorstufe hervorragend in die aufreibende Gesamtstimmung mit ein. Mit Auftauchen der beiden Dementoren gewinnt auch der Score an Fahrt und theatralischer Bedeutung - die hektisch schwingenden Geigen serviert die Elektronik vorzüglich und mit hoher Auflösung. In Kombination mit den dynamisch und punktgenau akzentuiert-eingeflechteten LFE-Einsätzen sorgt Myryad insgesamt für eine emotional-mitreißende und authentisch wirkende Akustik. Im Verlauf des Filmes zeigt sich in vielen weiteren Stellen, dass die Myryad VE-Kombi generell sehr detailverliebt zu Werke geht. Die tonale Balance fokussiert eine dezente zusätzliche Prägnanz im Hochtonbereich, ohne es dabei in anderen Frequenzen an Subsatz vermissen zu lassen. Aufgrund der brillanten, sensiblen Spielweise haben wir die Testgeräte nie als aufdringlich empfunden, sondern stets als informations-/detailorientierter Vermittler zwischen Quellgerät und Lautsprecher.

Diese Eigenschaft steht jedoch nicht in Widerspruch, auch kräftig-nachdrückliche Heimkinovorstellungen zu liefern. Obwohl hierfür auch der neueste Harry Potter Teil ein paar geeignete Sequenzen bereithält, wechseln wir das Genre und lernen die Myryad-Kombi von einer gänzlich anderen Seite kennen. Im altbekannten Star Wars Podrace (Episode I - The Phantom Menace) beweisen beide Testgeräte, dass sie auch tiefste Frequenzen exzellent beherrschen. Hiermit ist nicht nur die beeindruckende Pegelfestigkeit der MXA2150 gemeint, sondern vielmehr das hohe Maß an Basskontrolle und Struktur. Außerdem fällt auf, dass die VE-Kombi hinsichtlich der Dynamik sehr differenziert agieren kann und daher für den Einsatz entsprechend audiophiler Subwoofer geradezu prädestiniert ist. Die MXA2150 zählt zweifelsohne zu den beeindruckendsten Vertretern ihrer Gattung: sie löst wunderbar vom Lautsprecher ab und besitzt die Gabe, locker und souverän tiefe Basseinlagen aus dem Ärmel schütteln zu können. Gleichzeitig stellt sie auch für die Vorstufe hinsichtlich der präzisen Spielwiese ein absolut harmonierendes Dreamteam dar.

Doch aller Detailverliebtheit, Pegelfestigkeit oder Dynamik zum Trotz - die größte klangliche Schokoladenseite haben wir noch nicht einmal richtig gewürdigt: die britische Edel-Elektronik weist eine ungemein dichte räumliche Wiedergabe auf, wie wir sie ansonsten kaum zu hören bekommen haben! Die Übergänge zwischen den Kanälen gelingt ihr absolut flüssig. Das zum Testen eingesetzte Monitor Audio Platinum System eignet sich hierfür besonders gut, schließlich benutzen wir 6 identische PL300 Standlautsprecher sowie den exakt gleich bestückten PL350C Centerspeaker. Mit dieser Zusammenstellung realisierten die Myryad Komponenten ein derart geschlossenes Klangambiente, dass man bei geschlossenen Augen kaum noch sagen konnte, wo genau die einzelnen Lautsprecher positioniert sind. Sämtliche Elemente verschmilzen (bei gut abgemischten DVDs) zu einer ganzheitlich, authentischen Kulisse. Ein hervorragendes Beispiel hierfür sind diverse Dschungelszenen aus Peter Jackson's Kong King zu nennen, wo auf allen Speakern ein reges Krabbeln, Fiepen und Fauchen herrscht. Manche der riesigen Tausendfüsser unternehmen dabei sogar eine (akustische) Wanderschaft zwischen den Lautsprechern ( Szenenbeispiel: Ann Darrow flüchtet wegen einer gefrässigen prähistorischen, hungrigen Riesenechse in einen hohlen Baumstumpf und wird dort von verschiedenen Krabbeltieren in Empfang genommen). Da heißt es: Kopf einziehen - und Menschen mit Insektenphobie sollten angesichts der sehr realistisch anmutenden Wiedergabe vielleicht vorher schonmal den schnellsten Fluchtweg aus dem Heimkino sondieren....

Insgesamt leisten MXD4000 und MXA2150 Hervorragendes. Sie beweisen, dass man auch ohne HD-Tonformate sehr viel Hörspaß haben kann. Wir haben jede Sekunde dieser Testsession genossen und können beide Geräte anspruchsvollen Mehrkanalhörern bedenkenlos empfehlen. Ganz besonders die gebotene Räumlichkeit zählt zur absoluten Weltklasse, doch auch Pegelfestigkeit und Detaillierungsgrad befinden sich auf einem sehr hohem Niveau.

Im Stereobetrieb überzeugt die Kombi ebenfalls auf ganzer Linie und bietet der Zuhörerschaft eine tiefgehende emotionale Darbietung der Musik. Die Raumabbildung überzeugt mit schwelgerischer Weitläufigkeit, welche die Lautsprecher durch das gebotene, nahtlose Klangpanorama sogar fast komplett vergessen macht. Die Myryad-Komponenten zählen zweifelsohne zu dem elitären Kreis an Heimkino-Hardware, wo auch wirklich erfahrene Stereohörer zufriedengestellt werden können. Ansonsten kennen wir nur noch unser (deutlich teureres) Audionet Referenzsystem aus MapV2 und AmpVII, was hinsichtlich der gleichzeitig realisierten Klangloslösung, aber auch Greifbarkeit/Lokalisierbarkeit, vergleichbare Ergebnisse abliefern kann. Die fast schon holografisch wirkende Klangbühne zieht den Hörer ganzheitlich hinein und lässt ihn die Musik mit seiner vollen Emotionalität und Ausdruckskraft spüren. Ein wichtiger Schlüsselfaktor zu diesem Erlebnis liegt jedoch nicht nur in der gebotenen dreidimensionalen Wiedergabe begründet: auch die lebendig umgesetzten Dynamikabstufungen tragen einen großen Teil zum unnachahmlichen Stereohörspaß bei. Gegenüber der Surroundwiedergabe zeigt sich die tonale Balance neutraler: die Übergänge zwischen den Frequenzbereichen gehen fließend, gleichberechtigt und musikalisch vonstatten - nie hat man den Eindruck, eines interpretarorischen Eingriffs seitens der Myryad-Elektronik. Ganz im Gegenteil, denn durch die gleichermaßen brillante und exakte Hochtonherausarbeitung werden Klangdetails sehr sauber herausgeschält. Mit hoher Präzision widmet sich die britische  VE-Kombi auch der Mitten- und Bassdarstellung. Die vokalen Ausführungen verschiedener Interpreten erstrahlen mit hoher Authenzität im Hörraum - selbst der stimmgewaltige verstorbene Startenor Luciano Pavarotti wird dank hervorragend umgesetzten Stimmvolumen und der charismatischen Spielweise (zumindest akustisch) eindrucksvoll zum Leben erweckt. Die von Dynamik, Weitläufigkeit und tonal ausbalancierte Spielweise eignet sich daher vorzüglich für jede musikalische Herausforderung. Dies ist beileibe nicht selbstverständlich, schließlich sind es gerade die High-End Geräte, welche oftmals durch das extreme Sezieren von Details bzw. einer übertriebenen Hochtonlastigkeit nur für ganz bestimmte Musikrichtungen (hauptsächlich Jazz, Blues etc.) geeignet sind. Bei den Myryad-Komponenten begeht man hingegen keinen Frevel, direkt nach Norah Jones auch mal eine Rammstein-CD einzulegen. Das Test-Duett besticht nicht nur durch Auslösung und Detailreichtum, sondern langt bei Bedarf auch im Bassbereich gnadenlos zu und serviert dem Hörer eine (wortwörtlich) druckvolle und wuchtige Wiedergabe. Die gebotene Strukturierung von schnellen Kickbässen gelingt beiden Komponenten ebenso tadellos, wie das substanzvolle Umsetzen tiefer, langgezogener Orgeltöne. Dennoch muss an dieser Stelle auch klar kommunziert werden, dass die Myryad VE-Kombi (im Gegensatz zu so manchem AV-Boliden) durch die neutrale/ehrliche Spielweise, bei entsprechend dünn abgemischten Titeln keine künstliche Bassanhebung bewirkt. Dünn abgemischte Titel werden demnach auch entsprechend wiedergegeben, was von manch unerfahrenem Hörer spontan als Bass- oder gar Qualitätsmangel abgestempelt wird. Zusammenfassend können wir der Myryad-Kombi genau das attestieren, was man sich von einer idealen Stereowiedergabe wünscht: eine ehrliche, authentisch-fokussierte Wiedergabe mit lebendiger Dynamik, faszinierender Räumlichkeit sowie einem enormen Detailreichtum. So macht Musikhören Spaß.

Im Vergleich zu unseren hochkarätigen Vergleichsgeräten brauchen sich die Myryad Komponenten nicht verstecken, sondern können der Gegenüberstellung mit Zuversicht entgegensehen. Trotzdem bedeutet es nicht, dass MXD4000 und MXA2150 sämtliche Mitbewerber überflügeln, denn hierfür ist der Markt schlichtweg zu stark besetzt. Doch inmitten eines hart umkämpften Marktes kann sie sich als eine von vielen starken Lösungen etablieren und dabei die Ausstattungsvorteile hinsichtlich der HDMI-Sektion, als auch die modular ausbaubare Endstufe als positive Aspekte einbringen.

Audionet Map1 + AmpV. Das Duett aus Bochum geht aus dem Hörtest als knapper Sieger hervor. Vor allem die natürlich-harmonische Tonalität und auch die umwerfe Dynamik bescheren Audionet den entscheidenden Vorsprung. Während die Klangdetaillierung bei den Kontrahenten gleichauf liegt, überragt die MXD4000 ihr Audionet-Pendant sogar ganz leicht in der Erschaffung einer räumlichen Surroundkulisse. Hier geht die Map1 einen Hauch zaghafter zu Werke und klingt (ohne EPS) etwas weniger weiträumig. Das Duell zwischen dem AmpV und der MXA2150 ist ebenfalls recht knapp. Das Myryad Modell besitzt mehr Kraft im Tiefbassbereich, während der AmpV die noch etwas feinere Hochtonauflösung bietet. Welches Modell hier die Nase vorne hat, würden wir daher sehr vom Anforderungsprofil der Lautsprecher abhängig machen. Im Stereobetrieb liegt Audionet nochmals zu und beschert dem Hörer ein noch etwas plastischeres, greifbareres Erlebnis. Allerdings muss gesagt werden, dass sich auch die Myryad Kombi auf einem sehr hohem Level befindet. Wer bei Audionet für rund 1.800 Euro ein EPS-Modul hinzubestellt, wird klanglich nochmal einen großen Sprung nach oben bekommen. Trotz der reichhaltigeren Anschlüsse der MXD4000 inkl. HDMI-Sektion gewinnt die Map1 auch die Ausstattungswertung. Dies liegt in den Equalizing-Funktionen begründet, die in dieser Form und Qualität nicht nur einmalig bei unseren Testgeräten sind, sondern auch vom praktischen Nutzen einen echten akustischen Mehrwert bieten (zB. Tiefbass-Linearisierung, Anpassung der Satelliten hinsichtlich Flankensteilheit etc.). Gegen Audionet knapp zu verlieren, ist jedoch keine Schande - und für Interessenten, die sich mit dem fehlenden ProLogic2x bei 5.1 DTS Streams, der geringen Anschlussvielt oder der Bedienung bei Audionet nicht anfreunden können, steht mit der Myrad MXD4000 und MXA2150 Kombination eine überlegenswerte Alternative bereit, um die man dankbar sein darf. 

NAD M15+M25. Die antrittsstarken NAD Komponenten haben uns im Test ebenfalls sehr gut gefallen und erweisen sich als basspotente Spaßbringer für das Heimkino. Die Myryad VE-Kombi legt die Schwerpunkte hingegen eher bei anderen Klangaspekten: hier löst sich der Klang nochmals etwas besser von den Lautsprechern - obwohl dies schon den NAD-Geröten eindrucksvoll gelingt. Auch bei Brillianz und Auflösung in den höheren Frequenzen liegen die Myryad-Komponten leicht vorne. Erstaunlich gut mithalten kann übrigens die kräftige M25-Endstufe, welche dem Myryad-Pendant vornehmlich in der sauberen Bassdarstellung in Kaum etwas nachsteht und dabei deutlich günstiger ist. Hier bestätigt sich erneut der Kauftipp, den wir speziell der NAD Mehrkanalendstufe bei unserm Test gegeben haben. Doch auch die M15 Vorstufe lässt sich nicht leicht abschütteln und erweist sich als harter Gegner: hinsichtlich der Ausstattung kämpft sie mit der MXD4000 auf Augenhöhe und beim blitzsauberen Innenaufbaus, lassen sich ebenfalls keine Klassenunterschiede erkennen. Die noble NAD Verarbeitung gefällt uns sogar besser, als das etwas zu dezente Myryad Styling. Angesicht der Kaufpreisunterschiede eine äußerst respektable NAD-Vorstellung, auch wenn die Myryad-Geräte in Punkte Surroundentfaltung (Mehrkanal) und Klangbühne/Tonalität (Stereo) schlussendlich klanglich nochmals leicht überlegen sind. 

Rotel RMB1095+RSP1095. Wer sich zwischen der Rotel- und der Myryad VE-Kombi entscheiden möchte, wird es denkbar schwer haben, einen eindeutigen Favoriten zu küren. Beide Hersteller fokussieren eine ähnliche Klangabstimmung. Wo man im Vergleich zu einer NAD- oder Audionet Zusammenstellung relativ schnell feststellt, was in Kombination mit den Lautsprechern, dem Raum und natürlich dem Hörgeschmack am besten harmoniert, kann man zwischen Rotel und Myryad höchstens beim A/B Vergleich leichte Unterschiede heraushören. Die Rotel Vorstufe erspielt sich mit ihrer beeindrucken Stimmwiedergabe einen ganz leichten Vorteil. Sämtliche Akteure erklingen per RSP-1098 extrem detailliert und lebendig, dass hier fast schon Audionet-Niveau überboten wird. Auf der anderen Seite spannt die MXD4000 ein (fast) beispiellos dichtes Surroundklangbild auf. Ansonsten bieten beide Gerätekombinationen einen gleichermaßen detailierten, etwas schlanken aber dafür sehr präzise-verbindlichen Sound. Auch die Endstufen sind tonal sehr ähnlich und können jeweils die höhere Grenzdynamik (Rotel) oder bessere Ausstattung (7-Kanäle - Myryad) für sich beanspruchen. Normalerweise müsste man nun die HDMI-Sektion der MXD4000 als entscheidenden Vorteil herausstellen, allerdings bietet Rotel mit der RVE-1060 sogar eine separate Videozentrale mit mehr Funktionen an. Letztendlich wird der persönliche, subjektive Geschmack den Ausschlag geben. Eine falsche Entscheidung kann man hier jedenfalls nicht treffen, denn beide Geräte Kombination sind vorzüglich und gehören mit zum Besten, was der Markt zu bieten hat.


Vincent-SAV C1/SAV-P200 + NAD M15+M25. Obwohl beide Vor-/Endstufenkombination von gänzlich unterschiedlichen Herstellern kommen und auch hinsichtlich der Ausstattung völlig andere Käuferschichten ansprechen, so haben wir beide Geräte in diesem Vergleich zusammengefasst. Der Grund hierfür liegt in der Klangcharakteristik, wo sich sowohl die Komponenten von Vincent als auch von NAD auf einer entgegengesetzten Klangcharakteristik befinden. Hier wird der Zuschauer durch eine intensive Bassdarstellung in den Bann gezogen. Besonders bei Vincent bekommt man eine sehr füllige Surroundwiedergabe. Obwohl beide Hersteller sich auch in den Disziplinen Hochtonauflösung, Transparenz und Raumabbildung Mühe gegeben haben, so kann sich die Myrad VE-Kombi diesbezüglich knapp durchsetzen. Sie ist außerdem für filigran spielende Lautsprecher die bessere Kombination. Hinsichtlich der Pegelfestigkeit liegen alle 3 Endstufen auf einem ähnlichen Niveau, wo die Leistungsunterschiede nur marginal ausfallen. Die NAD M15 ist in diesem Vergleich die einzige Vorstufe, die es mit der HDMI-Sektion der  MXD4000 aufnehmen kann, allerdings bietet sie nur 2 Eingänge und muss sich somit in diesem Punkt der Myryad Vorstufe geschlagen geben. Ein abschließendes Urteil, welches dieser Geräte nun besser ist, kann man nur schwerlich fällen. Hier kann man nicht von einem klaren besser/schlechter sprechen - dafür klingen NAD/Vincent gegenüber Myryad schlichtweg zu unterschiedlich.

Fazit:

Myryad liefert mit der Kombination aus MXD4000 und MXA2150 eine beeindruckende Vorstellung ab. Beide Produkte zeichnen sich durch eine klaren Ausstattungs- und Klangcharakter aus. Die MXD4000 bietet daher eine absolut alltagstaugliche Anschlussbestückung und erlaubt auch die Einbindung moderner HDMI Geräte. Dass hier nicht die 1.3-Variante verbaut ist, sollte man als feature-orientierter Käufer etwas relativieren: die MXD4000 klingt (gute Quellgeräte vorausgesetzt) über den coaxialen Eingang bereits absolut fantastisch. Dasselbe gilt auch für die zweikanalige Performance, auch wenn wir die Myryad Kombination wegen der frappierend räumlichen Spielweise auf den Rears, ganz besonders im Mehrkanalbetrieb lieben gelernt haben. Die äußere Anmutung könnte durchaus noch etwas wertiger wirken, genauso wie wir die Fernbedienung als etwas klobig erachten, doch unter dem Blechkleid überzeugt die MXD4000 mit einer absolut High-End-würdigen Bauweise und macht schnell klar, dass Myryad viel Wert auf hochwertiges Produkt-Engineering legt. Wenn auch Sie von eierlegenden Wollmilchsäuen genug haben, und auf die Ausstattungsorgie diverser AV-Receiver verzichten können, bekommen Sie mit den beiden Myryad Geräte im Gegenzug viel mehr Hörfreude geboten.  Günstig ist dieser Spaß sicherlich nicht - knapp über 10.000 Euro sind wahrlich kein Pappenstiel, aber man bekommt dafür die Gewissheit, sich beruhigt zurücklehnen zu können und für eine lange Zeit eine der bestmöglichen Elektronik im HiFi-Rack stehen zu haben, die Musik und Film gleichermaßen zum Erlebnis macht. 

Hochklassige VE-Kombi mit ordentlicher Ausstattung
und faszinierend räumlichem Klang


Myryad MXD4000 + MXA2150
7.1 Vor-/Endstufenkombination, Preis 10.250 Euro
Test: 4. Dezember 2007
Preis-/Leistung: 

+ ausgezeichnete Klangeigenschaften, vor allem im Surroundbetrieb
+ gute Stereo-Performance
+ enorm räumlich/plastisches Klangbild bei Mehrkanal
+ solide Anschlussvielfalt inkl. HDMI
+ sauberer technischer Aufbau beider Komponenten
+ Endstufe besticht mit gutem Klang und hervorragender Pegelfestigkeit
+ Modulbauweise der Endstufe erlaubt individuelles Nachrüsten zum fairen Preis

- nur sehr rudimentäre EQ-Funktionen vorhanden
- HDMI/Video Sektion ohne Normwandler / nur HDMI1.0
- etwas unspäktakuläres Design

www.myryad.de

Text: Lars Mette

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