Test: Mission 79er Serie 5.1 Surroundsystem

Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.
(21.April 2009 -
Autor: Lars Mette )
Seine Lieblingsfilme mit bestechendem Surroundklang zu
genießen, dürfte ein Bedürfnis sein, welches sich bei
jedem AREADVD-Leser finden lässt. Doch nicht jeder ist gewillt,
seine komplette Wohnzimmereinrichtung (sowie Kontostand), der
akustischen Glückseligkeit bedingungslos zu unterwerfen.
Ähnlich wie in der Automobilbranche stehen die Zeichen der Zeit
auf Ökonomie: Lautsprecher sollen ihre Primärfunktion gut
erfüllen, ohne einen allzu großen finanziellen Tribut
einzufordern. Größtmögliche Attraktivität erlangt
ein Produkt, wenn es sich zusätzlich noch mit einem hübschem
Design, sowie kompakten Abmessungen schmücken darf.

Dieses Credo könnte durchaus auf die 79er Lautsprecherserie des
britischen Traditionsanbieters Mission zutreffen, mit der wir uns im
folgenden Test befassen möchten. Die komplett neuentwickelten
Modelle vereinen topaktuelle Technik und vernachlässigen auch die
optischen Reize nicht: Mission spendierte sämtlichen Modellen
aufwändig gestaltete Gehäuse
mitsamt Hochglanzoberflächen in drei verschiedenen
Trendfarben. Erfreulicherweise behielten die Briten jedoch beim Preis
ihre Bodenständigkeit und platzierten die Modelle zwischen 250 und
1.199 Euro. Unser oben abgebildetes 5.1 Surroundsystem besitzt einen
Wert von exakt 2.697 Euro. Die Außenpositionen besetzt der 2-Wege
Kompaktlautsprecher 790 (Paarpreis 499 Euro), als Center fungiert
der D'Appolito Lautsprecher 79c (Stückpreis 499 Euro). Beide
Modelle verfügen über hochwertige Viotex
Textilhochtöner, spezielle Tiefmitteltöner mit hochfestem
"Parawave" Membranmaterial, sowie einen mehrschichtigen
Gehäuseaufbau auf Granulatbasis. Auch im Frequenzkeller
finden sich technisch delikate Lösungen: der 300 Watt
Downfire-Subwoofer 79as zeichnet sich nicht nur durch ein geschlossenes
Gehäuse mitsamt Parawave-Tieftöner aus, sondern bietet
darüberhinaus sogar eine digitale Filtersteuerung per
Fernbedienung inkl. komfortablen Speicherfunktionen. Das Mission-Set besitzt daher hervorragende
Chancen, sich in der stark umkämpften Mittelklasse zu behaupten.
Ob dem wirklich so ist, möchten wir im Rahmen des nachfolgenden
Tests klären und die britischen Lautsprecher dabei auch mit den
aktuellen Platzhirschen vergleichen.
Verarbeitung:

Vom Grunddesign bieten die Mission-Lautsprecher ein faszinierendes
Maß an Kontrasten: während die Formen aufgrund der
prägnanten Schallwand beim ersten Blick einen recht kantigen
Eindruck hinterlassen, so stellt sich bei näherer Betrachtung
heraus, dass fast sämtliche Oberflächen eine leicht
geschwungene Linienführung beschreiben. Gleichzeitig erweisen
sich die Abmessungen als verhältnismäßig kompakt,
was für eine reizvolle Symbiose aus dezenter Wohnraumintegration
und noblem Flair sorgt.
Im Gegensatz zu vielen anderen Lautsprechern besteht
die Frontschallwand bei Mission's 79er Serie nicht aus einer
schlichten Holz- oder Alumiuniumplatte. Stattdessen setzen die Briten
auf speziell angefertigte Kunststoffelemente mit aufwändigen
Konturierungen. Die ungewöhnliche Form hat jedoch nicht die die
Aufgabe, für optische Auflockerung zu sorgen, sondern stellt ein
wichtiges Hilfsmittel zur Optimierung der Schallabstrahlung dar
(Stichwort: Bafflestep).
Unter Zugrundlegung der beheimateten Preisregion ist die
Verarbeitung als angemessen zu beurteilen. Wer genau hinschaut, wird beim Übergang zwischen Frontschallwand und
Gehäusekorpus an manchen Stellen minimale Klebereste finden, doch insgesamt kann die
Verarbeitungsqualität überzeugen. Materialauswahl,
Kantenverarbeitung und Chassiseinpassung geben keinerlei Anlass zur berechtigten
Kritik.

Ähnliches gilt auch für die Oberflächenverarbeitung:
die optische Tiefe der Hochglanzlackierung kommt nicht ganz an
extrem hochwertig veredelte High-End Lautsprecher heran, braucht sich
dafür aber auch nicht zu schämen.Im Gegensatz zu manch
anderen Produkten der Preisklasse, bleibt Mission-Besitzern eine
"Orangenhaut" Lackierung erspart. Das Finish ist derart sauber und
gleichmäßig, dass nur
Experten die Unterschiede zu "richtigem" Klavierlack (zB. original
Steinwaypolitur in bis zu 11 Schichten bei einer Isophon Arabba)
erkennen können.

Wie Ihnen sicherlich schon aufgefallen ist, haben wir zwei
verschiedene Colorierungen innerhalb unseres Sets. Mission bietet neben
der klassisch-eleganten Ausführung in zeitlosem hochglanz schwarz
auch die aktuelle Trendfarbe weiß an (ebenfalls
hochglänzend). Für Freunde einer furnierten Gestaltung
hält der Hersteller darüberhinaus noch eine dritte Variante
bereit, wo sich die Boxen über eine kleidsame Optik aus
hochglanzlackiertem Rosenholzfurnier (Echtholz) freuen
dürfen.

Unabhängig von der Lautsprechercolorierung ist die
Frontschallwand stets im gleichen anthrazit-Ton gehalten. Unserer
Meinung nach, passt dies sehr gut, doch für Anwender mit
bestimmten optischen Vorstellungen wäre eine
Anpassungsmöglichkeit sicherlich sehr willkommen. Für die
mitgelieferten Schutzgitter gilt das Gleiche: auch hier bekommt man
lediglich anthrazitfarbene Elemente. Hinsichtlich Passgenauigkeit
gefällt der Stoffrahmen genauso, wie durch seine interessante
Linenführung. Die Schutzfunktion fällt aber leider nicht
extrem groß aus, weil interne Verstrebungen weitesgehend fehlen
und sich der Stoff somit leicht durchdrücken lässt.
technischer Aufbau:
Beginnen wir die Betrachtung der Technik bei den Gehäusen.
Eigentlich haben diese Elemente nur die Funktion, allen Baugruppen ein
Zuhause zu geben, ohne dabei selbst akustisch einzugreifen. Was sich
trivial anhört, entpuppt sich in der Praxis als große
Herausforderung, da es verschiedene Faktoren zu berücksichtigen
gilt. Das Gehäuse darf in keinem Frequenzbereich mitschwingen
(ansonsten entstehen Klangverfälschungen) und muss zu diesem Zweck
über eine hohe strukturelle Integrität verfügen. In
höheren Preisklassen unternehmen fast alle Hersteller
diesbezüglich sehr große Anstrengungen: durch edle
Werkstoffe, komplexe Innenversteifungen oder komplexe
Mehrschichtverfahren, verschlingt die Gehäuseproduktion nicht
selten ein Drittel der gesamten Fertigungskosten!

Auch Mission hat sich dieser Thematik intensiv angenommen.
Herausgekommen ist ein dreischichtiger Aufbau, der sich aus
resonanzhämmenden Materialien unterschiedlicher Dicke
zusammensetzt und mit verstärktem Harz miteinander fest
miteinander verbunden sind. Die Schichten sind auf eine
größtmögliche Absorbtion von Resonanzen abgestimmt.
Mission verspricht deswegen eine optimale Bedämpfung von
sämtlichen horizontal-/vertikalen Vibrationen bzw.
Erschütterungen, sowie eine hohe Verwindungssteifigkeit. In
Kombination mit der assymetrischen Bauform soll das Gehäuse
darüberhinaus auh bei der Verhinderung von stehenden Wellen
innerhalb des Lautsprecher behilflich sein.

Die Tiefmitteltöner verfügen über eine soganannte
"Parawave" Verbundstoffmembran mit kegelförmigen Phase-Plug, mit
dem die Richtcharakteristik/Bündelung im Mitteltonbereich
optimiert wird. Große Beachtung schenkten die Entwickler dem
Abstrahlverhalten, was sich nicht an den Membranen niederschlägt,
sondern insbesondere auch in der Gehäusegestaltung Spuren
hinterlassen hat. Laut Datenblatt soll der Mitteltöner nicht nur
auf der Hörachse, sondern auch noch innerhalb eines 70 Grad-Radius
eine verbesserte Linearität aufweisen. Weitere Vorteile der
dreidimensional geflochtenen Parawave-Membran bestehen laut Mission in
einem hervorragenden Verhältnis aus Gewicht und Steifigkeit, was
der Signatreue zugute kommt. Druckgegossene Chassiskörbe mit
strömungsoptimiertem Design und starke Neodymium Magneten sorgen
für gute Arbeitsbedingungen der Tiefmitteltöner.
Große Aufmerksamkeit schenkte man
auch den verwendeten Hochtönern (oben am Beispiel einer
weißen 790er). Das hierbei verwendete Viotex-Material besteht aus
einem sehr feinen Stoff mit äußerst geringen
Eigengewicht. Mit Hilfe eines speziellen Webverfahrens sowie
Imprägnierung, erhält die Viotex-Membran eine
außerordentlich hohe Belastbarkeit und zeichnet sich durch
Schnelligkeit und Präzision aus. Mission verspricht seinen Kunden
in diesem Zusammenhang eine hochauflösende und zugleich
angenehm-natürlich Musikwiedergabe ohne Aggresivität oder
übertriebene Prägnanz. Die entstehende Hitze wird über
einen groß dimensionierten Aluminiumrippenkühler abgegeben,
um durch eine performante Kühlung möglichst viel
Klangdynamik bieten zu können. Die komplette Hochtoneinheit sitzt
in einem kleinen geschlossenen Gehäuse und ist
mittels dämpfender Materialen fast vollständig vom
restlichen Lausprechern entkoppelt. Als Vorteil ergibt sich hieraus der
Umstand, dass Vibrationen und Luftdruck von der Hauptkammer nicht auf
den sensiblen Hochtonbereich einwirken und man eine "schlackenfreie"
Wiedergabe der hohen Frequenzen genießen kann.
Ein weiterer klangentscheidender Aspekt findet sich in den
Frequenzweichen. Mission produziert die Platinen und
Frequenzweichenbauteile in Eigenregie, was ihnen die Möglichkeit
gibt, sämtliche Komponenten maßgeschneidert auf die
jeweiligen Lautsprecher zu fertigen. Durch die Verwendung
individueller Frequenzweichenbauteile kann man eine exakte
Chassis-Ansteuerung gewährleisten, ohne
hierfür eine ausufernde Frequenzweiche einsetzen zu müssen,
wie dies bei manch anderem Hersteller der Fall ist. Die 79er Serie
gehört weder zu den extrem wirkungsgradschwachen oder
-starken Lautsprecher, sondern pendelt sich diesbezüglich im
Mittelfeld ein. Laut Mission achtete man bei der Entwicklung sehr
darauf, die induktiven Einwirkungen bestmöglich zu minimieren,
damit die Musikalität und Natürlichkeit gewahrt bleibt. Um
die Signalwege möglichst kurz bzw. effektiv zu halten, befindet
sich die Frequenzweiche direkt an den Lautsprecherterminals. Die
Anbindung der einzelnen Chassis erfolgt über besonders
hochwertige (hauseigene) Lautsprecherkabel ("special high-purity oxygen
free cable")

Der 28mm Viotex-Textilhochtöner sitzt bei der Mission
790 unterhalb des Mitteltöners. Beide Einheiten sind dicht
zusammengerückt, damit ein möglichst kleines akustisches
Zentrum entsteht. Diese Technik nennt Mission "IDG" (Inverted Driver
Geometry). Der Grundaufbau orientiert sich am typischen Schema für
Kompaktlautsprecher und bedient sich einer 2-Wege Konstruktion mit
Bassreflexunterstützung, was sich in Bezug auf Tiefgang und
Belastbarkeit positiv auswirken sollte. Die antrazitfarbene
Frontschallwand wurde hinsichtlich ihrer Form aufwändig
entwickelt, um eine optimale Abstrahlcharakteristik zu
gewährleisten. Der Bereich rund um den Hochtöner ist deswegen
etwas schlanker gehalten - mit diesem Kniff will Mission für
lineare Frequenzgänge auch außerhalb der Hörachse
sorgen.
Als optionales Zubehör bietet der Hersteller noch
Wandhalterungen an, mit denen man die Mission 790 platzsparend und
unkompliziert aufhängen kann. Im 2er Pack für 45 Euro finden
sich zudem noch 2 Schaumstoffpropfen für das Bassreflexrohr.
Lediglich Dübel und passende Schrauben für das Mauerwerk sind
noch zu besorgen, bevor man den Lautsprecher auf der dreh- und
neigbaren Halterung dauerhaft montieren kann. Die Mission 790 ist das
einzige Modell der 79er Serie, welche über zwei
rückwärtige M6 Schraubgewinde (siehe vorletztes Bild)
für eine Wandhalterung verfügt. Für die geringfügig
größere Kompaktbox 792 wird hingegen ausschließlich
ein Stativ angeboten.
Die technischen Daten in der Zusammenfassung
| Modell/Stückpreis |
Mission 790 / 300 Euro |
| Konstruktionsprinzip |
2-Wege Bassreflex |
| Frequenzumfang |
65 - 20.000 Hertz (+-3db) |
| Belastbarkeit |
150Watt Sinus |
| Wirkungsgrad |
87db (2,83V bei 1 Meter) |
| Abmessungen |
30,0 x 17,0 x 27,0 (H,B,T) |
| Gewicht |
keine Angabe |
Sämtliche Informationen basieren auf Herstellerdaten.
Der Centerspeaker 79c basiert auf einem klassischem 2
Wege-System mit D'Appolito Aufbau. Obwohl auch dieses Modell über
die weit abstrahlenden Parawave/Viotex Membranen verfügt,
kann der 79c natürlich trotzdem nicht die physikalischen Nachteile
einer solchen Anordnung kompensieren. Die Frequenzgangslinearität
außerhalb der normalen Hörachse wird durch die starke
Klangbündelung beeinträchtigt. Personen, die im
Heimkino deutlich zu weit rechts oder links sitzen, erhalten
einen verfärbten Klang. Besser wäre es in einem solchen
Fall, wenn Hoch- und Mitteltöner übereinander postiert sind.
Ja nach Einsatzzweck würde es daher durchaus Sinn machen, anstelle
des Centerspeakers einfach noch eine 790er zu wählen, doch leider
liefert Mission dieses Modell nur paarweise. Wer sich aber innerhalb
des idealen Abstrahlbereiches findet, könnte mit dem 79c durchaus
glücklich werden, denn all die hochwertigen Techniken, die schon
der 790er zu einem technisch hohen Level verholfen haben, finden sich
auch hier. In einem wichtigen Punkt unterschieden sich die Modelle aber
noch voneinander: während die 790er als Basreflexkonstruktion
ausgelegt ist, basiert der Centerspeaker auf einem geschlossenem
Aufbau. Dies spricht zwar rein theoretisch nicht für eine
bestmögliche Homogenität zwischen den Lautsprechern
(unterschiede Basscharakteristika), macht aber wegen den
größeren Gehäusevolumens durchaus Sinn, zumal sich
hierdurch auch die Sauberkeit im sprachsensitiven Grundtonbereich
verbessert.
Die technischen Daten in der Zusammenfassung
| Modell/Stückpreis |
Mission 79c / 300 Euro |
| Konstruktionsprinzip |
2-Wege geschlossen, D'Appolito |
| Frequenzumfang |
70 - 20.000 Hertz (+-3db) |
| Belastbarkeit |
200Watt Sinus |
| Wirkungsgrad |
90db (2,83V bei 1 Meter) |
| Abmessungen |
17,2 x 39,5 x 29,0 (H,B,T) |
| Gewicht |
keine Angabe |
Sämtliche Informationen basieren auf Herstellerdaten.
Ein Blick auf die Unterseite des 79as -
und der Kenner weiß sofort, dass es sich um Subwoofer mit
Downfire-Prinzip handelt. Das eingesetzte Chassis weist einen
Membrandurchmesser von 25 cm auf und ist als Langhubchassis ausgelegt.
Damit tiefe Frequenzen kraftvoll wiedergegeben werden, besitzt dieser
Treiber zudem noch ein spezielles, hochfestes Membranmaterial,
ähnlich der Parawave-Technologie bei den Tiefmitteltönern von
den Modellen 790 sowie 79c. Die Kontaktaufnahme zum Boden erfolgt
über 4 massive, verchromte Spikes. Somit dürfen sich Anwender
mit Teppichbodem im Hörraum über eine gute Ankopplung freuen,
doch wer einen schwimmend verlegten Untergrund (zB. Laminat) besitzt,
vermisst Unterlegscheiben oder Absorberfüsse.

Als Kraftquelle dient dem Mission
Subwoofer eine 300 Watt Endstufe. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern
ist dieses Bauteil nicht als Class-D (digitale Verstärkung)
ausgeführt, sondern arbeitet im Class A/B Verfahren. Hierbei
erfolgt eine Anhebung des Ruhestroms, damit sich die beiden
Leistungstransistoren stets am idealen elektrischen Arbeitspunkt
befinden und keine Schwellspannungen entstehen, die für
Verzerrungen oder Verfälschungen sorgen (Class-A). Bei hoher
Beanspruchung wechselt der Verstärker automatisch in das Class-B
Verfahren, indem die Vorspannung reduziert wird. Auf diese Weise stellt
der integrierte Verstärker eine gleichermaßen hohe
Signaltreue und Leistung sicher.
Durch der Verlagerung der Einstellungsoptionen präsentiert sich
die Rückseite dementsprechend schlank: abgesehen von einem
Kippschalter (nicht abgebildet) finden sich hier lediglich die
Signalschnittstellen sowie die Kaltgerätebuchse. Der 79as kann
wahlweise über Cinchbuchsen oder Lautsprecherkabel gefüttert
werden. Die jeweiligen Signale stehen über entsprechende
Ausgänge für eine weitere Nutzung zur Verfügung. Bei
einem Subwoofer mit digitalem Management würden wir uns eine
Bestückung mit Digitaleingängen wünschen, aber dies ist
grundsätzlich leider nur in deutlich hochpreisigeren Modellen zu
finden, genau wie die leider ebenfalls fehlenden symmetrischen-XLR
Anschlüsse.

Mission verfolgt bei den
Subwoofereinstellungsmöglichkeiten die Philosophie, Musiksignale
in ihrer inneren Struktur nicht verfälschen zu wollen. Laut
Aussage des Lautsprecherherstellers eignen sich hochwertige
Surroundvorstufen wesentlich besser dazu, langwellige
Bassfrequenzen zeitrichtig zu berechnen. Anstelle von Equalizern oder
DSP-Modi, konzentrierten sich die Mission-Entwickler auf die Basics:
die digitale Steuerung übernimmt beim 79as die Lautstärke-
und Phaseneinstellung. Über 5 selektierbare Frequenzen erlaubt
der Subwoofer außerdem noch eine Tiefpasseinstellung zur Anpassung
an das System. Der Subwoofer informiert über ein zweizeiliges
grünes Display, welches zwar keine Dimmfunktionen
bietet, aber nach ein paar Sekunden sowieso komplett ausblendet.
Der Betriebszustand wird über eine rote LED signalisiert, die im
eingeschalteten Zustand permanent leuchtet.
Die Steuerung erfolgt
ausschließlich über die beigelegte Fernbedienung, direkt am
Gerät stehen keine Bedienelemente zur Verfügung. Für
Komfort sorgen 4 Speicherbänke, mit denen alle drei Werte
(Lautstärke, Phase, Filter) jeweils zusammenabgespeichert werden.
Auf diese Weise kann man seinen Subwoofer für Heimkino- und
Musikbetrieb feinabstimmen und per Knopfdruck aufrufen. Speziell die
fernbedienbare Phaseneinstellung erweist sich als praktisch, da man
direkt am Hörplatz die jeweiligen klanglichen Auswirkungen
miteinander vergleichen kann. Leider stehen diesbezüglich aber nur
die Optionen "0" sowie "180" Grad zur Verfügung, eine
feinfühligere Regelung wäre hier wünschenswert.
Die technischen Daten in der Zusammenfassung:
| Modell/Stückpreis |
Mission 79as / 1.500 Euro |
| Konstruktionsprinzip |
geschlossener Aktiv-Subwoofer
Downfireprinzip |
| Frequenzumfang |
25 - 110 Hertz (+-3db) |
| Leistung |
300 Watt Class A/B Endstufe
|
| Besonderheiten |
aktive Filter, Fernbedienung |
| Abmessungen |
46,0 x 31,0 x 50,0 (H,B,T) |
| Gewicht |
keine Angabe |
Sämtliche Informationen basieren auf Herstellerdaten.
Testumgebung / Kombinationsempfehlung:

Im Prinzip stellen die Mission Lautsprecher keine besonderen
Anforderungen an die Elektronik und lassen sich sehr gut mit fast jedem
Gerät kombinieren. Obwohl der Yamaha RX-V 1900 ansonsten
hauptsächlich mit analytisch-schlank abgestimmten Schallwandlern
harmoniert, stellte er sich auch mit dem kultiviert-seidig
aufspielenden Mission Surroundsystem als erstklassiger Partner heraus.
Die enorme Konturierungsgenauigkeit und Impulsivität zeichnen den
Yamaha in besonderer Weise aus.

Erfreulicherweise hält sich der Leistungsbedarf in Grenzen, so
dass man nicht unbedingt auf extrem kraftvolle Endstufen achten muss um
ein dynamisches und pegelintensives Filmerlebnis zu bekommen. In
unseren Testreihen konnte sich speziell der 600 Euro kostende Denon AVR-1909
mit seiner klaren Spielweise von seinen direkten Kontrahenten absetzen.
Das ideale Preis-/Klangverhältnis stellen (an den Mission
Lautsprechern) aber dennoch hochwertigere Geräte aus der 1.000
Euro-Klasse dar, insbesondere wenn man die guten Stereo-Qualitäten
besser ausschöpfen will. In diesem Fall würden wir den oben
abgebildeten Marantz SR-6003 empfehlen.

Natürlich wehren sich die britischen Klangspender nicht gegen
extrem hochwertige und klangstarke Quellgeräte, wie der edlen
Laufwerks-/Wandlerkombination von Accustic Arts. Doch da ein knapp
14.000 Euro Zuspieler in diesem Fall wohl kaum eine adäquate
Kombination darstellt, haben wir uns auch nach sinnvolleren Komponenten
umgeschaut. Im zweikanaligen Bereich würden wir zum feinsinnigen Astin Trew AT3500 (1.800 €) raten;
für einprägsame Mehrkanalerlebnisse empfiehlt sich der Griff
zum Denon DVD-3800BD (2.000 €), der sich von seinen Mitbewerbern mit der ausgewogensten Akustik schmücken kann.
Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der Übersicht:
Höreindrücke:
Mission 790:
Im Hörtest erwiesen sich die Mission Kompaktlautsprecher als
spaßfördernde Zeitgenossen, die vor Allem mit ihrer
universellen Abstimmung und Ausgewogenheit punkten können. Es gibt
praktisch keinen Anwendungsfall, denen sie nicht gerecht werden:
audiophil abgemischter Mehrkanalmusik widmen sich die britischen
Kleinode mit derselben Hingabe wie brachialen
Hollywoodstreifen. Einer der Gründe für die große
Alltagstauglichkeit liegt in der tonalen Balance begründet. Die
790er orientiert sich an einer natürlichen
Klangwiedergabe. Bass- und Mittendarstellung sind frei von
übertriebenen Betonungen, im Hochtonbereich agieren die
Schallwandler mit einem angenehmen Maß an Seidigkeit. Die Mission
790 gehört nicht zu den Lautsprechern, die mit einer
herausstechenden Brillianz bzw. Strahlkraft auf Käufersuche gehen,
sondern pflegt einen kultivierten, langzeittauglichen Auftritt
ohne übermäßig heraussprudelnden Offensivgeist. Unter
dem samtig verkleidetem Hochtonbereich stösst der audiophile
Kenner auf ein überdurchschnittlich gutes
Detaillierungsvermögen mit hervorragender Feinauflösung.
Besonders hervorzuheben sind besonders die Differenzierungskünste,
mit denen die britischen Schallwandler im Grenzbereich zwischen Mittel-
und Hochtonbereich für Ordnung sorgen. Die Klangtransparenz und
Durchsichtigkeit erreicht deswegen ein bemerkenswertes Niveau und
schält auch in sekundären Klangebenen viele Klangdetails
heraus. Obwohl die Grundcharakteristik stets recht natürlich
bleibt, kleidet die 790er den unteren Grundtonbereich mit besonderem
Engagement aus. Stimmgewaltige Tenöre bringen die
Schokoladenseite der Mission790 am besten zur Geltung, denn hier
vereint der kleinvolumige Lautsprecher eine bestaunenswerte Kombination
aus Grundtonfundament und klar umrissener Akzentuierung. Bei der
Bassdarstellung trifft Mission ebenfalls die goldene Mitte und stattet
die 790er mit einem formidablen Tiefgang sowie kommoder Präzision
aus. Ob eine Subwooferintegration für zweikanalige Hörfreuden
eine empfehlenswerte Option darstellt, lässt sich pauschal
schwierig beantworten und hängt von Hörvorlieben,
Musikmaterial und Raumgröße ab. Die Mission 790 ist
grundsätzlich auch ohne seperate Tieftonversorgung als
vollwertiger Lautsprecher gut zu gebrauchen, doch unterhalb von 70
Hertz tut sich nicht mehr viel. Tiefbasslastige Musik würde also
durchaus von einem Subwoofer profitieren, ist aber auch ohne recht gut
hörbar. Hinsichtlich Raumabbildung verdient sich der kleinste
Spross aus Missions 79er Familie ebenfalls gute Zensuren.
Während hohe Frequenzen den Hörraum durchaus noch etwas
luftiger durchfluten dürften, wird speziell das Klanggeschehen im
mittleren Frequenzbereich gut von den Lautsprechern gelöst. Die
Tiefenstaffelung ist den Mission-Entwicklern sehr gut gelungen und
erlaubt selbst bei komplexen Orchestern eine klare Zuordnung der
Protagonisten. Lediglich das letzte Maß an Ortungsgenauigkeit
lässt die 790er in Teilbereichen vermissen, um auf die absolute
Klassenspitze aufzuschließen. Dies gleicht die 790er jedoch durch
ihr Temperament wieder aus, die sich einer
überdurchschnittlichen Grobdynamik befähigt. Hier lassen sich
die vier Testprobanden ihre Größe nicht anhören und
erinnern akustisch an mittelgroße Standboxen. Erfreulicherweise
entpuppen sich die Kandidaten dabei nicht als stupide Muskelprotze und
erweisen sich auch in Bezug auf feindynamische Akzentuierungen als
Könner ihres Fachs.
Mission 79c:
Die Mission79c besitzt eine typische Centerspeaker-Charakteristik, bei der die mittleren Frequenzen eine leichte Betonung
erhalten und somit für eine kräftig, markante
Stimmdarstellung sorgen. Im Vergleich zur 790er präsentiert sich
die Bassdarstellung etwas trockener und exakter, verzeichnet aber
unterhalb 120Hertz einen schneller abfallenden Frequenzgang. Die
Sprachverständlichkeit profitiert hiervon und zeichnet vokale
Feinheiten im Grundtonbereich mit großer Sauberkeit heraus.
Hervorragend managed er das laute Zwiegespräch im
Schlusskapitel vom Samuel L. Jackson-Thriller "Cleaner", indem er die
vokalen Eigenschaften der beiden Hauptprotagonisten facettenreich und
stimmig aufarbeitet. Da sich die Leinwandhelden nicht mit
Samthandschuhen anfassen, sondern mitunter lautstark anschreien, kann
der Mission Centerspeaker zugleich auch beweisen, dass er nicht nur
für filigrane Detailarbeit geeignet ist, sondern auch die
Disziplinen Impulstreue und Nachdruck vorbildlich beherrscht.
Umgebungsgeräusche arbeitet der 79c dabei ebenfalls sensibel
heraus, wenngleich eine leichte Tendenz zu beobachten ist, dass
filigrane Klangdetails manchmal ein wenig hinter der Sprachwiedergabe
eingegliedert werden. Im Hochtonbereich staffiert der 79c das
Klanggeschehen mit etwas größerer Prägnanz aus,
als es bei der 790er der Fall ist. Sehr schön kann man diesen
Effekt bei "Walk the Line" hören, wo die Gittarenanteile auf
dem Centerkanal sehr klar in den Hörraum abgegeben werden. Dennoch
bleibt auch der 79c der vorgegebenen akustischen Linie im großen
und ganzen treu und sucht sein Heil bevorzugt in einer seidigen
Spielweise, statt mit einem progressiv-fordernden Charisma auf eine
analytisch geprägte Detailsezierung im Hochtonbereich fokussiert
zu sein. Wie bei fast allen Centerspeakern im vorliegenden Preisbereich
müssen wir leider auch den Mission 79c für sein
Abstrahlverhalten tadeln: solange man sich innerhalb eines 5 Grad
Radius von der Frontachse befindet, gelangt man in den Genuss einer
guten Raumabbildung sowie des angestrebten Klangbildes. Bei
außermittigen Sitzpositionen sind jedoch die üblichen
Verfärbungen bei Centerspeakern zu hören, die bei liegenden
D'Apolitto-Systemen durch die vertikale Bündelung automatisch
entstehen. Wer eine größere Hörzone beschallen
möchte, sollte in Erwägung ziehen, eine Mission790 als
Centerspeaker zu nutzen, wo dieser Effekt nicht auftritt (bei
aufrechter Aufstellung). Leider dürfte dieses Vorhaben durch die
Modellpolitik von Mission etwas erschwert werden, weil dieser
Lautsprecher laut unseren Informationen im Normalfall nur Paarweise
verkauft wird. Heimkino Enthusiasten ohne große Hörzone dürfen beruhigt
zum 79c greifen und sich an einem der besseren Centerspeaker erfreuen,
die man in jener Preisklasse bekommen kann.
Subwoofer:
Der 79as gibt sich nicht mit einer Statistenrolle zufrieden, sondern
befindet sich im Klangbild an vorderster Stelle. Er liefert profunde
Bässe mit stattlichem Volumen, vernachlässigt aber auch die
feinsinnigen Tugenden nicht. Die gebotene Sauberkeit erreicht ein
überdurchschnittliches Niveau, zumal der 79as komplett ohne
störende Nebenaspekte eines Bassreflexsystems aufspielen kann.
Durch das geschlossenene System bleiben Ventilations- oder
Strömungsgeräusche außen vor, von denen sich selbst ein
Vorzeigewoofer wie der Nubert nuLine AW-1000 nicht völlig
freisprechen kann. Hinsichtlich der maximalen unteren Eckfrequenz
reicht der Mission Tieftonspezialist trotz der fehlenden, hilfreichen
Zusatzbeatmung sehr tief hinunter und erreicht fast das Niveau
seiner Bassreflex-unterstützten Artgenossen. Das langgezogene
LFE-Signal bei Sauron's Ableben im Prolog von "Herr der Ringe -
Die Gefährten" versieht der 79as mit derart viel Nachdruck,
Energie und Entschlossenheit, dass die Magengrube sanft gekitzelt wird.
Der Subwoofer trifft dabei die Mitte zwischen nüchterner
Präzision und antreibender Bass-Inszenierung. Erwähnenswert ist sein schneller Antritt, bzw. die
hervorragende Dynamik, mit der plötzliche Basseffekte
adrenalinförderend aufgebaut werden. Dasselbe Maß an
Spritzigkeit kann er beim Abbremsen allerdings nicht immer
aufbauen. Speziell langgezogene tiefe Impulse unterhalb 30 Hertz
schwingen teilweise noch leicht nach. Die Explosion des
Senatorenraumschiffs im zweiten Kapitel von "Star Wars Epidode II"
wird auf diese Weise sehr eindrucksvoll eingeleitet und mit hoher
Präsenz im Hörraum platziert, wobei die
Konturierungsgenauigkeit zum Effektende nachlässt.
Diesbezüglich befindet sich der 79as zwar immer noch auf einem
guten Niveau, doch manch anderen (meist teueren) Modellen gelingt die
Modellierung noch etwas exakter. Bei musikalischen Anwendungen tritt
dieser Effekt deutlich weniger in Erscheinung, da hier zumeist der
Frequenzbereich überhalb von 60 Hertz benutzt wird, wo der
Mission-Subwoofer mehr Kontrolle aufbringt. Einem Doppelchassis
Frontfire Subwoofer wie dem Nubert nuLine AW-1500 oder Teufel M12000
macht der 79as diesbezüglich zwar trotzdem noch keine Konkurrenz,
erreicht aber ein erstaunliches Niveau für seine
Downfire-Konstruktion und lässt seine Artgenossen hinter
sich.
Homogenität:
Aufmerksame Leser werden vielleicht schon bei unseren
Klangeindrücken zu den Modellen 790 sowie 79c die Vermutung gehegt
haben, dass die Abstimmung zwischen diesen beiden Modellen nicht
unbedingt als perfekt einzustufen ist. Aufgrund der leicht
unterschiedlichen tonalen Abstimmungen könnten sich anspruchsvolle
Ohren durchaus an den minimal unterschiedlichen Klangfarben
stören. Speziell bei Konzert-DVDs mit rotierenden Bewegungen, wie
zB. der "Jean-Michal Jarré in China" tritt dieser Effekt in
Bezug auf Hochtoncharakteristik und Grundtonwiedergabe in
Erscheinung. Besonders bei Hochtoneffekten sticht der Center durch
seine leicht progressivere Vorgehensweise etwas hervor. Während
rotierende Sprachwiedergabe bei Filmen fast nie zum Einsatz kommt,
haben wir beim Testen mit
dem Ego-Shooter "Call of Duty 4 - Modern Warfare" (XBOX-360) auch eine
leicht variierende Klangfülle der multidirektional abgemischten
Sprachwiedergabe diagnostizieren können. Hinsichtlich ihrer
dynamischen Spielweise passen die Lautsprecher
wiederrum sehr gut zueinander und auch die gute Räumlichkeit
wertet die Homogenität des Klangbildes spürbar auf.
Außerdem muss man fairerweise erwähnen, dass die
Zusammenstellung aus kleinen Kompaktboxen und mittelgroßen
Centerspeakern auch bei den Mitbewerbern keine absolut perfekten
Resultate liefert (siehe hierzu unsere Vergleichstabelle am Ende der
Höreindrücke). Unter Einbeziehung sämtlicher
Höraspekte liefert das Mission Surroundsystem
insgesamt eine stimmige Gesamtperformance, die in ihrer
Preisklasse mit zum Besten gehört. Im 2.1 Betrieb funktioniert die Subwooferintegration ebenfalls
überzeugend. Wie schon bei der Einzelbewertung des Subwoofers
dargelegt, erweist sich speziell die Präzision im musikrelevanten
Frequenzbereich als gut. Hinsichtlich der Feindynamik und sensibler
Impulsdifferenzierung bieten manch, auf Musik spezialisierte,
Mitbewerberprodukte teilweise ein noch etwas höheres Niveau im
Zusammenspiel mit kompakten Satelliten. Der Mission 79as kann aber
seinen leichten Rückstand wieder ausgleichen, indem er mit niedrigen
Verzögerungszeiten für einen erhöhten Spielfluss sorgt.
Bassimpulse, die sich über größere Frequenzbereiche
erstrecken, erscheinen somit einheitlicher bzw. nahtloser im Klangbild.
Anspruchsvolle Musikliebhaber sollten sich ja sowieso
grundsätzlich mindestens zwei Subwoofer (symmetrisch auf der
Frontachse platziert) im Raum aufstellen, was mit Mission's 79as mit
hoher Wahrscheinlichkeit (in Bezug auf Homogenität) sogar
fast an das Niveau von Standlautsprechern heranreichen sollte. (leider
müssen wir jene Formulierung im Konjunktiv ausdrücken, da wir
zum Testen nur einen Subwoofer zur Verfügung hatten)
Pegelfestigkeit:
Die Pegelfestigkeit ist maßgeblich vom gewählten
Bass-Management verantwortlich. Den Center kann man beruhigt auf
"large" einstellen, doch für hohe Lautstärken sollte man
den 790ern Frequenzen unterhalb 80 Hertz ersparen. Da ein
Großteil der Tieftonwiedergabe bei aktuellen Produktionen
zusätzlich zum Subwoofer auch über den linken und rechten
Frontkanal erfolgt, würden die Kompaktlautsprecher das System
unnötig ausbremsen. Für sich alleine betrachtet, gereichen
die 790er für den normalen Hausgebrauch völlig: man kann mit
ihnen zweikanalige Musik auch deutlich überhalb
Zimmerlautstärke (über 90db) ohne Abstriche genießen.
Ventilationsgeräusche treten dabei nur in einem sehr geringem
Umfang auf, was in dieser Klasse keineswegs selbstverständlich
ist. Nähert sich der Schallpegel den 100db,
sind Einbußen bei Dynamik und Präzision zu beobachten.
Dieser Effekt spielt sich jedoch in einem Rahmen ab, der in Anbetracht
des geringen Gehäusevolumens sogar als richtig gut
einzustufen ist. Noch besser schlagen sich lediglich dedizierte
Pegelchampions wie zB. die Monitor Audio GS-10, die aber zumeist
über mehr Membranfläche verfügen. Mit einem sinnvollem
Bass-Management hat man mit der 790er jedoch einen Lautsprecher,
der (fast) keine Grenzen setzt: als vorteilhafthaft erweist sich die
angenehm-kultivierte Hoch-/Mitteltonspielweise, als auch der recht
genügsame Strombedarf. Hervorragende Zensuren können wir auch
dem Subwoofer ins Notenheft schreiben, schließlich setzt er sogar
das berüchtigte Pod-Race (Star Wars Episode I) bei hohen Pegeln
mit Leichtigkeit um. Unter Berücksichtigung seiner geschlossenen
Bauweise behält er sowohl Bassdruck als auch Sauberkeit
erstaunlich lange aufrecht. Er macht diesbezüglich einem Nubert
nuLine AW-1000 zwar keine Konkurrenz, reicht aber für
Hörräume bis 35m² locker aus und setzt dafür bei
seiner Wiedergabe andere Klangaspekte. Insgesamt also ein sehr gutes
Ergebnis für Mission, die sich im Vergleich zu Modellen wie der
e81 enorm gesteigert haben.
Vergleich mit den Top-Produkten dieser Preisklasse:
ASW Cantius
4x 204 + CS504 + AS404
ca. 2.850 €

Centerspeaker CS504
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Im Münsterland fertigt die ASW die Cantius Serie, die
als Novum in dieser Preisklasse mit inviduell furnierten oder
lackierten Gehäusen aufwarten kann. Auch die generelle
Verarbeitungsqualität zeichnet sich durch ein
überdurchschnittliches Niveau aus. Gegenüber dem Mission-Set
fällt die unterschiedliche Charakteristik im Hochtonbereich auf,
wo die Cantius-Lautsprechet etwas luftig-frischer klingen, während
Missionen seinen Reiz durch die leichte Seidigkeit definiert.
Hinsichtlich Feinauflösung liegt die 79er Serie leicht vorne,
dafür strukturieren das ASW-Set den Übergang zwischen Hoch-
und Mitteltöner noch fließender, was zu höherer
Sprachverständlichkeit und Klangtransparenz führt. Tiefe
Frequenzen spielen die jeweiligen Fullrange-Speaker bei ASW stets etwas
trocker und tiefer, wobei die Missions mehr Volumen und Druck aufbauen.
Bei den Subwoofern herrscht akustischer Gleichstand, denn der 79as
pflügt noch etwas energischer durch Tiefbassgewitter, während
sein ASW Kontrahent wegen der minimal besseren Präzision Vorteile
bei musikalischen Anwendungen besitzt. Raumabbildung und Dynamik
gelingen den Cantius Mitgliedern einen Tick besser, allerdings hegen
sie größere Ansprüche an die Elektronik und verlangen
nach feinsinnigen Modellen der > 1.000 Euro Klasse. Das Mission-Set
gibt sich diesbezüglich etwas pflegeleichter und lässt sich
auch bei höheren Pegeln besser von günstigeren Komponenten
dirigieren. Fazit: Insgesamt bestechen die ASWs durch ihre
hervorragende tonale Balance und der detailorienten, austarierten
Spielweise. Dadurch könnten sie aber für manche Ohren fast
schon zu unspektakulär wirken - ganz besonders im Vergleich zur
charakterstarken Mission-Serie, die mit ihrem angenehmen
Verwöhnaroma begeistert.
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Bowers&Wilkens Serie 600
4x 685 + HTM61 + ASW610 ca. 2.400 €

Kompaktlautsprecher 685
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Hinsichtlich der gesamten Klangausrichtung ähnelt die
B&W 600er Serie ihren Mission-Pendants am meisten. Allerdings ist
die Milde im Hochtonbereich als auch Mittenbetonung bei
Bowers&Wilkens noch etwas ausgeprägter. Mit Ausnahme des
Bassbereiches, gefällt uns die gebotene Feindynamik und
Auflösung bei den B&W Modellen etwas besser. Insgesamt klingen
die Missions aber etwas natürlicher und bieten die
größere Räumlichkeit. Klare Vorteile kann sich der
B&W HTM61 herausspielen, wenn mehrere Anwender im Hörraum
sitzen, denn dank seiner vollwertigen 3-Wege Bestückung liefert er
außerhalb der Hörachse einen verfärbungsfreien Klang.
Diesen Vorteil erkauft sich der Center jedoch durch eine unsymmetrische
Optik (siehe Bild) und den verhältnismäßig großen
Abmessungen. Der B&W Subwoofer muss sich dem 79as in den
Disziplinen Schalldruck und Tiefgang geschlagen geben, bietet aber ein
ebenso hohe Präzision. Unter Berücksichtigung der Tatsache,
dass er gerademal die Hälfte kostet, festigt er seinen Ruf als
audiophiles Schnäppchen. Fazit: hier gibt es die geringsten
Klangunterschiede innerhalb unserer kleinen Vergleichstabelle. Jede
Serie hat in bestimmten Punkten minimale Vor- oder Nachteile. Deutlich
entscheidender dürften hingegen die optischen Unterschiede sein,
wo sich große folierte Boxen (B&W) deutlich kompakteren
Konstruktionen (mit Hochglanzlackierung bzw. Echtholzfurnierung)
gegenüberstehen. |
Nubert nuLine
4x nl32 + CS-72 + AW1500
ca. 2850€

Subwoofer AW-1500
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Ein direkt vergleichbares System gibt es vom
schwäbischen Direktversender nicht. Die ähnlichste
Zusammenstellung kommt mit deutlich großformatigen Schallwandlern
und kostet etwas mehr. Dementsprechend fallen zunächst auch die
Vorteile aus, wo die Nubert-Boxen mit der höheren Pegelfestigkeit,
Impulsfreudigkeit und Grobdynamik agieren. Durch verschiedene
Klangschalter besitzen die nuLines auch den Vorteil einer flexibleren
Tonalität. Im Hochtonbereich bietet das Mission-Set eine weniger
luftige Darstellung, besitzt aber mehr Feinzeichnung und
Auflösung. Die Differenzierung im Mittenbereich gefiel uns bei der
790 und dem 79c etwas besser, als bei ihren Nubert-Pendants. Der
Bassbereich ist bei den Fullrange-Lautsprechern beider Offerten recht
ähnlich und bietet einen ausgewogenen Mix aus Volumen und
Präzision, wobei der nuLine Centerspeaker noch weiter hinabreicht
als der 79c. Demgegenüber steht der Umstand, dass die
Homogenität des Centers zu den Kompaktlautsprechern bei Mission
etwas nahtloser erfolgt. Außerdem gelingt dem Mission-Set das
Loslösen vom Klang noch etwas besser, was im Surroundbetrieb zu
einem leicht überlegenem Raumeindruck führt. Die
Ortungsschärfe liegt hingehen auf gleichem Niveau. Wer sich nicht
an der Größe des Doppelchassis-Subwoofers stört
(siehe Bild), bekommt mit dem AW-1500 einen extrem kraftvollen
Tieftonmeister. Angesichts seiner moderaten Abmessungen hält der
79as speziell in Bezug auf die Präzision gut mit, kann aber weder
den Pegel noch Druck des AW-1500 mitgehen. Fazit: brachialer und
intensiver sind die Nuberts, feingeistigere Naturen könnten
die Mission-Lautsprecher bevorzugen. |
Monitor Audio SilverRS
4x RS-1 + RS-LCR + RSW-12
ca. 2.400 €

Centerspeaker RS-LCR
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Aus dem britischen Raleigh kommt ein starker Mitbewerber. Die
Silver-RS Serie von Monitor Audio bietet ebenfalls kompakte
Gehäuse mit hochwertiger Technik und bleibt sogar preislich leicht
unterhalb der Mission-Zusammenstellung. Allzu viele Kunden sollten sich
die Engländer jedoch nicht gegenseitig wegschnappen, denn die
klangliche Auslegung zielt jeweils auf andere Hörgeschmäcker
ab. Die Silver-RS Serie geht mit bedingungsloser Offenheit auf die
Sache nach Klangdetails und trifft exakt den Klanggeschmack von
Menschen, die eine analytisch geprägte Wiedergabe schätzen.
Dementsprechend gestalten sich auch die Klangattribute im Detail: die
Silver-RS Lautsprecher sind tendenziell eher hochtonbetont abgestimmt
und weisen einen leicht ausgedünnten Bassbereich mit
hervorragender Präzision auf. Im Mittel-/Hochtonbereich bestechen
sie durch die höchste Klangpräzision und Feinauflösung
ihrer Klasse, wobei die erzeugte Strahlkraft nicht Jedermanns Geschmack
trifft. Wer die Silver-RS deswegen als kalt und emotionslos
empfindet, findet in der Mission 79er-Serie das passende
Gegenstück, wo ein größeres Grundtonfundament, eine
substanzreichere Basswiedergabe und ein seidigerer Hochtonbereich mehr
Klangwärme versprühen. An diese audiophilen Klangaspekte der
RS-Serie kommen die Mission-Lautsprecher zwar nicht gänzlich
heran, befinden sich aber nicht weit davon entfernt. Der RSW-12
Subwoofer agiert bei Frequenzen unterhalb 30 Hertz verhaltener als der
79as, setzt Impulse im darüberliegenden Bereich jedoch mit mehr
Konturierungsgenauigkeit um. Hinsichtlich der Raumabbildung
agieren RS-1 und RS-LCR etwas zielgerichteter und exakter,
lösen manche Schallereignisse im Mitteltonbereich aber nicht ganz
so gut vom Lautsprecher, wie die Herausforderer aus dem Hause Mission.
In Bezug auf die Dynamik sehen wir die Silver-RS leicht vorne (speziell
wegen der besseren feindynamischen Differenzierung), allerdings kann
das Mission-Set bei höhereb Pegeln etwas mehr Spektakel bieten.
Fazit: bei der Wahl zwischen Monitor Audio und Mission kann man keine
falsche Wahl treffen, da jeweils unterschiedliche Gewichtungen
vorliegen. |
Fazit:
Dass das Mission-Set in der hart umkämpften Preisklasse
zwischen 2.000 und 3.000 Euro nicht in allen Belangen neue absolute
Bestwerte erzielt, stellt in Anbetracht der immensen Leistungsdichte
in jenem Marktsegment keinen Beinbruch dar. Die britischen Klangspender okkupieren jedoch
einen Logenplatz im vorderen Bereich und empfehlen sich durch ihre
uneingeschränkte Alltagstauglichkeit für einen großen
Kundenkreis. Mit einem Investment in die 79er Lautsprecherserie
erhält man keine Spezialisten, die nur bei bestimmtem
Quellmaterial oder Anwendungen gut funktioneren, sondern ein
universelles Werkzeug für (fast) jede Hörsituation. Lediglich
als detailversessener Klassikfan sollte man sich nach Alternativen
umschauen, denn als analytischer Klangsezierer eignen sich die
Lautsprecher nur bedingt. Im typischen Surroundbetrieb zeichnen sich
die Testprobanden hingegen durch hohe Klangpräzision und
angenehmen Spielweise aus. Sie verdauen auch kräftige Pegel,
sorgen für eine erstklassige Raumwirkung und besitzen keine
übermäßigen Ansprüche an die Elektronik. Für
den angemessenen Kaufpreis gibt es obendrein noch eine ansprechende
Optik mit tadelloser Verarbeitung. Keine Frage: das Probehören
lohnt sich auf jeden Fall !
Das Mission 79er Surroundset zeichnet sich durch eine
angenehme Klangcharakteristik mit universeller Abstimmung
aus und begeistert auch durch die äußere Erscheinung.
Mission 4x 790 + 79c + 79as
5.1 Surroundystem, Mittelklasse
Preis: 2.697 Euro
Test: 21.April 2009
Website des Anbieters. www.iad-audio.de
+ angenehm seidige Akustik im Hochtonbereich mit guter Auflösung
+ 79er Serie bietet große Modellpalette mit Ergänzungsmodellen
+ präzise und substanzreiche Bassdarstellung
+ enorme Räumlichkeit
+ gute Verarbeitungsqualität mit ansprechendem Design
+ solide Pegelfestigkeit
+ unkritisch in Bezug auf Aufstellung und Elektronik
- trotz DSP-Modul recht karge Funktionsausstattung beim Subwoofer
- Homogenität zwischen Center und 790 nicht ideal
Dieser Test wurde unter anderem mit Kabeln durchgeführt von:

Raumakustische Optimierung
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Audiomöbel:
Text:
Lars Mette
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