Mit dem hervorragenden SR-7005 ist es
dem japanischen
Traditionsanbieter Marantz gelungen, seine Fangemeinde unter den
Home-Cineasten weiter zu vergrößern:
jener AV-Receiver
im Boliden-Look vereint für 1.599 Euro nicht nur eine hohe
Stereo-
sowie Surround Klangqualität, sondern setzte mit seinen
Features
(z.B. Airplay, HDMI 1.4, Netzwerk) auch ausstattungsseitig einige
Akzente.
Diesen Höhenflug möchte Marantz knapp ein
Jahr später
auch in niedrigeren Preisklassen fortsetzen, weshalb man im Sommer die
zwei AV-Receiver SR-6006 sowie
SR-5006 launchte. Gegenüber der
Vorgängergeneration
ist dabei speziell die hinzugekommene (kabelgebundene) Netzwerkbuchse
zu erwähnen, über die DLNA
1.5, Fotostreaming,
Internetradio, vTuner, Napster, last.fm, Airplay sowie
Steuerungsdienste geboten werden. Audioseitig wurden Dolby Virtual
Speaker, Neural Surround und Dolby Headphone gestrichen,
während
dafür Audyssey DSX hinzukommen ist. Sämtliche
aktuellen HD
Tonformate werden selbstverständlich genauso
unterstützt wie
HDMI1.4a, außerdem gibt es den Marantz-eigenen MDAX2
Klangoptimierer für komprimierte Audiosignale. Wie bei den
neueren
Marantz Modellen üblich,
besitzen auch SR-6006/5006
einen Anschluss für einen optionalen Bluetooth Adapter (ca.
100
Euro). Abgerundet wird der Modellwechsel von neuen Fernbedienungen
sowie einem Installations-Wizard.
Der SR-5006 trägt ein 799 Euro Preisetikett, liefert
bis zu 100
Watt über seine sieben Endstufenkanäle aus und
besitzt 6/1
HDMI1.4a Schnittstellen. Die integrierte Videosektion
beschränkt
sich auf die Normwandlung von der analogen auf die digitale Ebene. Die
Surround-Back Endstufen können wahlweise für eine
Zusatzzone
oder Höhenlautsprecher verwendet werden. Außerdem
bietet der
SR-5006 für die Stereokanäle sowohl eine A/B
Umschaltung
wie auch Vorstufenausgänge.
Beim SR-6006 muss der geneigte Käufer 200 Euro tiefer
in die
Tasche greifen. Dafür bekommt er etwas mehr Leistung (110
Watt/ 7
Kanäle) und jeweils einen zusätzlichen HDMI Aus-
sowie
Eingang. Im Gegensatz zum kleineren Bruder besitzt der SR-6006 eine
vollwertige Videosektion (auf Basis des ADV8002 Chips) und ist daher in
der Lage, sämtliche Bildverarbeitungsfunktionen
durchzuführen. Außerdem unterstützt er eine
dritte Zone
und basiert auf einer aufwändigeren analogen Hauptplatine
inklusive hochwertigeren Lautsprecherterminals.
Unser nachfolgender Test soll Ihnen einen Eindruck der
Performance
beider Modelle in Relation zueinander geben, gleichzeitig suchen wir
aber auch den Vergleich zum Wettbewerb. Zur besseren
Verständlichkeit arbeiten wir bei einigen Rubriken intensiv
mit
kurzen Videoclips. Viel Spaß bei der
Lektüre.
Verarbeitung/Design
Wie Sie im oben verlinkten Video sehen können, bieten
die Marantz AV-Receiver eine gelungene Optik inklusive einer
angemessenen Verarbeitung. Im Vergleich zu Mitbewerbermodellen
unterscheidet sich das Marantz Design durch die Verwendung eines
Materialmixes aus Kunststoff sowie Aluminium, dem nostalgisch
anmutenden runden Display und der stark profilierten Front. Auf
prägnante Beleuchtungseffekte haben die Japaner verzichtet
und besinnen sich diesbezüglich auf Purismus.
technischer Grundaufbau/gemeinsame Ausstattung
Während sich die beiden Testgeräte
äußerlich
(fast) wie ein Ei dem anderen gleichen, fallen die Unterschiede im
Innenleben deutlich umfangreicher aus: spätestens beim zweiten
Blick erkennt man, dass im Bereich des Netzteils sowie
Platinenanordnung und -bestückung
andere Detaillösungen
zu finden sind. Auf dem oberen Bild erkennt man z.B. die verschiedenen
Trafos; außerdem fällt die
größere HDMI-Sektion
sowie das Flachbandkabel für den Front HDMI-Port des SR-6006
auf.
Gleichzeitig ist aber ein großes Maß
an Verwandtschaft
erkennbar: beide AV-Receiver besitzen weitestgehend
identische Endstufenmodule und
schöpfen ihre Stromreserven aus jeweils zwei 12.000 Mikrofarad
Elektrolytkondensatoren (jedes Gerät verfügt somit
über
eine vergleichsweise hohe Siebkapazität/Stromspeicher von
24.000
Mikrofarad). Durch die Verwendung großflächiger
Kühlkörper
mitsamt sinnvoll platzierten Belüftungsschlitzen kann die
komplette Abwärme ohne Zuhilfenahme störender
Gehäuselüfter erfolgen. Interessantes Detail: obwohl
die
Leistungsangaben zwischen den beiden Receivern nur minimal
auseinanderliegen, kommt der SR-6006 (im Gegensatz zum SR-5006) mit
einem zusätzlichen Kunststoffschutz auf dem Deckel. Die
Gehäuseerhitzung war jedoch bei beiden Geräten
vergleichbar
hoch - ohne aber in extreme Dimensionen abzudriften.
Pluspunkte gibt es außerdem für
(preisklassenbezogen)
absolut tadellose Verarbeitung: gegenüber den
Vorgängergeräten verfügt die 6er Generation
über
eine klarere Baugruppenstruktur. Die Verkabelung wirkt deutlich
kompakter, was der Signalqualität zugutekommt. Verkupferte
Chassis, doppelte/resonanzverstärkte Böden oder
getrennte
Kammern gibt es jedoch erst in höheren Preisklassen. Dies ist
aber
auch bei den Mitbewerbern der Fall.
Abgesehen von den verwendeten Videochipsätzen
gleichen sich die
Geräte auch in Bezug auf die Ausstattung bzw. das
Grundkonzept:
das 7-Kanal-Layout mit der identischen Anzahl an Endstufen bietet dem
Anwender in Kombination mit der Audyssey DSX sowie Dolby Pro LogicIIz
Implementation eine bemerkenswerte Vielseitigkeit.
Zusätzlich zu
dem üblichen 5.1 Kanal-Setup darf der Anwender
auswählen, ob
er die beiden übrigen Endstufen für
a) Surroundback-Kanäle
b) Front-Height Lautsprecher
c) Front-Wide Lautsprecher
d) Bi-Amping der Frontlautsprecher
e) die Verstärkung von Zone2 oder 3
oder
f) für ein zuschaltbares Frontlautsprecher-Paar
verwenden möchte.
Die erwähnten Zone2/3 Funktionen beziehen sich
jeweils auf eine
reine Audioausgabe in zweikanaliger Form. Eine Videoausgabe
für
Zusatzzonen gibt es leider nicht, außerdem ist
diesbezüglich
zu beachten, dass dort nur analoge Quellen wiedergegeben werden
können. Für beide Zonen stehen entsprechende
Vorverstärkerausgänge zur
Verfügung.
Die Grundkonfiguration der Endstufen sowie Lautsprecher erfolgt
über einen Einrichtungsassistenten. Dieser ist vorwiegend auf
die
Bedürfnisse von unerfahrenen Anwendern zurechtgeschnitten und
stellt eine wertvolle Hilfe bei der Inbetriebnahme dar. In diesem
Vorgang wird zugleich auch die automatische Raumeinmessung vorgenommen.
Dabei handelt es sich um Audyssey MultEQ XT (Unterstützung von
bis
zu 8 Messpunkten), wobei jene Funktion auch nachträglich
über
das normale OSD aufgerufen werden kann. Weitere Information zum
Einrichtungsassistenten und der automatischen Einmessung erhalten Sie
im oben verlinkten Videoclip.
In Bezug auf die integrierten Dekoder liefert Marantz
sämtliche aktuellen Derivate von Dolby und
DTS.
Obendrein darf sich der Anwender über den obligatorischen
Pure-Direct Modus freuen, in dem unbenötigte Schaltkreise
für
eine bestmögliche "reine" Stereowiedergabe abgeschaltet
werden.
Auf eine Armada von DSP-Programmen verzichten die Japaner traditionell,
so dass diverse Kirchen-, Nachtclubs-, oder Science Fiction Klangmodi
außen vor bleiben. Audiophil veranlagte Hörer werden
diesen
Verlust jedoch sicherlich problemlos verschmerzen können.
An Klanganpassungsprogrammen warten beide Receiver neben einer
Hochtonabsenkung (HT-EQ; nur bei nativen Surroundquellen aktivierbar)
noch mit der "MDAX" (Marantz Dynamik Audio Expander) Funktion auf.
Dieses Feature soll eine Verbesserung von komprimierten Stereosignalen
bewirken und ist in 3 Stufen schaltbar. Die frequenzbezogenen
Auswirkungen haben wir gemessen und oben eingefügt. Dabei ist
zu
sehen, dass durch Anhebungen im Bass sowie Hochtonbereich mehr Volumen
sowie Strahlkraft hinzugefügt wird. Dies ist für eine
unverfälschte Musikwiedergabe zwar sicherlich nicht der
Weisheit
letzter Schuss, funktioniert bei mittelmäßigen
MP3-Files
aber erstaunlich gut.
Sämtliche Funktionen werden über ein
umfangreiches On Screen Menü gesteuert. Auch
diesbezüglich sind beide Geräte als weitestgehend
identisch zu betrachten, allerdings verzichtet der SR 5006 auf eine
HD-Ausgabe mit grafischen Elementen. Dies ist in
seiner deutlich reduzierten Videofunktionalität
begründet, weshalb auch die entsprechenden
Einstellmöglichkeiten für zB. Scaling und
DeInterlacing fehlen. Damit Sie sich einen Eindruck der gebotenen
Einstellmöglichkeiten verschaffen können, haben wir
ein moderiertes Video produziert und oben eingefügt. Bitte
beachten Sie, dass diese 15 minütige Abhandlung relativ
"trocken" ist, denn ein Vortrag über OSD-Menüs
eignet sich denkbar schlecht für packendes Entertainment ;-)
Auch für die Bedien-/Steuerungsmöglichkeiten
steht ein moderierter Videoclip bereit. Hier zeigen wir Ihnen nicht nur
diverse Zusatzfunktionen, sondern bewerten auch die mitgelieferte
Fernbedienung und stellen die Steuerung über die Marantz App
auf einem iPad vor. Dabei stellt sich heraus, dass beide
Geräte (trotz des kleinen Displays) eine sehr gute Ergonomie
aufweisen, bei der vor Allem die Variabilität
überzeugt. Als größter Kritikpunkt
müssen wir aber leider (wie schon bei den vorherigen
Gerätegenerationen) die unzureichende Informationstiefe in
Bezug auf die automatische Raumeinmessung aufführen, bei der
kein Frequenzgang für den LFE-Kanal angezeigt wird.
Außerdem erweisen sich beide Marantz Geräte nicht
als Meister der manuellen Klanganpassung, da lediglich ein
grafischer 9-Band-EQ für die Frontkanäle angeboten
wird. Hier zeigen sich die AV-Receiver anderer Anbieter als teilweise
wesentlich flexibler, während Marantz solche Funktionen
offensichtlich als nebensächlich erachtet.
Die wohl größte und wichtigste Neuheit der
6er Generation liegt zweifelsfrei in der Netzwerkschnittstelle und den
damit verbundenen Features. Auch zu diesem Themenbereich steht ein
ausführlicher Videoclip bereit, in dem wir uns nicht nur mit
der Funktionsvielfalt auseinandersetzen, sondern auch detailliert auf
die Steuerung via iPad eingehen. Fazit: das Streaming von Bildern
erledigen die beiden Geräte genauso unbefriedigend wie auch
alle anderen AV-Receiver, doch als Client für die
Musikwiedergabe erntet Marantz Bestnoten.
Besonderheiten SR-6006
Innenansicht Marantz SR-6006
mehrstöckiger Aufbau im Bereich der Schnittstellen
Im Vergleich zum SR-5006
hat Marantz im größeren Modell fast die
dreifache Platinenfläche verbaut. Dies ist
hauptsächlich auf die Implementation des ADV 8002 Video
Prozessors von Analog Devices und der damit verbundenen Zunahme an
Videoschnittstellen zurückzuführen.
Diese moderne GPU beherrscht Scaling, DeInterlacing sowie
diverse Bildverbesserungsoperationen (z.B. Rauschfilter oder
Konturenverstärkung). 3D Signale können zwar nicht
bearbeitet, aber dafür verlustfrei an das
Bildwiedergabegerät weitergegeben werden.
Diesbezüglich besitzt der SR-6006 (im Gegensatz zum 5006er)
zwei umschaltbare HDMI-Ausgänge, von denen der erste
ARC-kompatibel ist. Obwohl beide Marantz Receiver mit derselben
maximalen Stromaufnahme von 650 Watt spezifiziert sind,
verfügt der 6006er über ein etwas
größeres Netzteil.
HDMI 1.4 Sektion mit 7x in (davon einer in der Front) und 2x out
Pre-Out Buchsen für 7.1 Kanäle in der Hauptzone
hochwertige Lautsprecherterminals
In Bezug auf die
Anschlussvielfalt übertrifft der SR-6006 seinen kleinen Bruder
deutlich. Am Wichtigsten dürfte dabei vor allem die
HDMI-Sektion sein, bei der es sowohl einen Ein- wie auch Ausgang
zusätzlich gibt. Insgesamt bietet das Gerät somit bis
zu sieben HDMI-Geräten ein zuhause, was selbst für
einen großen Gerätefuhrpark ausreichen sollte. Etwas
spärlich ist hingegen die Bestückung mit
konventionellen Digitaleingängen gehalten, von denen jeweils
zwei coaxiale sowie optische Schnittstellen vorhanden sind.
Interessanterweise
verfügt der SR-6006 nicht nur über deutlich mehr
Videoeingänge, sondern ist auch im analogen Audiobereich
umfangreicher bestückt. In diesem Zusammenhang sticht
besonders die komplett bestückte Pre-Out Sektion hervor, an
denen anspruchsvolle Anwender externe Leistungsverstärker
anschließen können. Oben links besitzen
übrigens beide Marantz Receiver eine Hosidenbuchse zum
Anschluss eines optional erhältlichen Bluetooth-Moduls.
die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung
(Herstellerangaben)
Modell / Preis
Marantz SR-6006 / 999 Euro
Endstufen/Leistung
7 Endstufen, 125 Watt Sinus an 6 Ohm 2ch Betrieb / ca.
90 Watt Sinus an 6 Ohm 7ch Betrieb
Layout/Optionen
- 7 Kanal Layout (5.1, 7.1, 5.1 + Frontwide LS, 5.1 +
Frontheight LS, 5.1 + powered Zone 2 , 5.1 + powered Zone 3, 5.1 mit
Bi-Amping Front-LS, 5.1 + Front Lautsprecher C)
- Einmessung via Audyssey MultEQ XT (max 8 Messpunkte)
Dekoder/
DSP Programme
- DTS (inkl. ES, 96/24, Neo:6 und HD)
- Dolby Digital (inkl. Plus, EX, PLIIx/z, True HD)
- Audyssey DSX
- Stereo, Pure Direct
- MDAX2 (Komprimierungsoptimierer)
- Steuerung über Marantz App und Browser
möglich
- Dual Memory Funktion für Konfiguration
- Frontlautsprecher A/B Umschaltung
- mit optionalem Bluetoothmodul RS101 erweiterbar
- Einrichtungsassistent
Abmessungen
44,0 x 38,9 x 16,1 cm (B,T,H)
Gewicht
11,4 kg
Besonderheiten SR-5006
Innenansicht SR-5006
Netzteilsektion, darüber sind die Endstufen zu sehen
Die beiden Haupt-Elkos im Detail
oben: HDMI-Board, darunter die Hauptplatine ohne Zwischenebenen
Obwohl der SR-5006 in der
Frontansicht kaum vom 6006er zu unterscheiden ist und auch
feature-seitig auf Augenhöhe liegt, verfügt er
über ein deutlich reduziertes Innenleben. Am
Auffälligsten ist dieser Umstand bei Betrachtung der kleineren
HDMI-Platine sowie den nicht vorhandenen Zusatzplatinen zwischen
Digital- und Mainboard. Dies muss aber grundsätzlich nicht
schlimm sein und bringt sogar potentielle Vorteile, weil einige
einstreuende/stromhungrige Schaltkreise (z.B. diverse Videoprozessoren)
wegfallen. Das Netzteil ist ähnlich dimensioniert und sogar in
Bezug auf die Siebkapazität liegen beide Geräte
(24.000 Mikrofarad) gleichauf. An Videofeatures bietet das
Gerät lediglich eine Normwandlung von der analogen auf die
digitale Ebene. HDMI-Signale (inkl. 3D) werden unverändert
weitergereicht.
Sorry Marantz: aber
für einen 799 Euro AV-Receiver ist die gebotene
Schnittstellenvielfalt beim SR-5006 doch etwas zu wenig. Den Verzicht
auf S-Video Buchsen können die Meisten wahrscheinlich
problemlos verschmerzen, doch bei großen AV-Installationen
kann es bei den verbreiteten Anschlusstypen durchaus eng
werden. Die Pre-Out Sektion umfasst leider nur den Subwoofer sowie
Front L+R Kanal. Der SR-5006 besitzt zwar leider keine Front HDMI
Schnittstelle, kommt dafür aber ebenfalls mit einer Front
USB-Buchse zur Wiedergabe von Musikdaten auf USB-Sticks sowie portablen
Geräten.
die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung:
Modell / Preis
Marantz SR-5006 / 799 Euro
Endstufen/Leistung
7 Endstufen, 110 Watt Sinus an 6 Ohm 2ch Betrieb / ca.
80 Watt Sinus an 6 Ohm 7ch Betrieb
Layout/Optionen
-
7 Kanal Layout (5.1, 7.1, 5.1 + Frontwide LS, 5.1 + Frontheight LS, 5.1
+ powered Zone 2 , 5.1 + powered Zone 3, 5.1 mit Bi-Amping Front-LS,
5.1 + Front Lautsprecher C)
- Einmessung via Audyssey MultEQ XT (max 8 Messpunkte)
Dekoder/
DSP Programme
- DTS (inkl. ES, 96/24 und HD)
- Dolby Digital (inkl. Plus, EX, PLIIx/z, True HD, Neo:6)
- Audyssey DSX
- Stereo, Pure Direct
- MDAX2 (Komprimierungsoptimierer)
- 2 Component-In
- 1 Component-Out
- 4 Composite-In
- 1 Composite-Out
- 7 Stereo Cinch-In
- 1 Stereo Cinch-Out
- Pre-Out Buchsen für Sub und Front-L/R
weitere
Besonderheiten
- Steuerung über Marantz App und Browser
möglich
- Dual Memory Funktion für Konfiguration
- Frontlautsprecher A/B Umschaltung
- mit optionalem Bluetoothmodul RS101 erweiterbar
- Einrichtungsassistent
Abmessungen
44,0 x 38,9 x 16,1 cm (B,T,H)
Gewicht
10,6 kg
Testumgebung:
Zusätzlich zu dem oben gezeigten Referenzstudio,
haben wir die
Marantz Receiver auch in kleineres Studio
sowie Wohnräumen auf Her(t)z und Nieren
getestet. Auf diese Weise konnte einerseits die Maximalperformance,
aber auch die Klangqualität unter Alltagsbedingungen
verifiziert
werden.
Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der
Übersicht:
Das Referenzstudio wurde von der Firma RTFS akustisch
optimiert.
Praxiseindrücke:
Die klangliche Grundabstimmung orientiert sich an derselben
Charakteristik, mit denen schon die letzten AV-Receiver
Generationen aus dem Hause Marantz überzeugt haben: sehr
detailorientiert und auf hohe Präzision sowie
Klangnatürlichkeit getrimmt. Besonderes Augenmerk legten die
Akustikingenieure offenbar auf eine möglichst umfassende
Ausleuchtung im Mittelhochtonbereich, wo luftig-unangestrengte
sowie feinsinnige Klänge zu vernehmen sind.
Interessant ist
dabei der Umstand, dass beide Testgeräte akustisch sehr eng
zusammen liegen. Der SR-6006 spielt zwar nochmals minimal
souveräner/kontrollierter und kann auch in Bezug auf
Pegelfestigkeit/Grobdynamik einen minimalen Vorteil verbuchen, doch
sein kleiner Bruder bleibt ihm stets dicht auf den Fersen. Das gebotene
Niveau hinsichtlich der tieffrequenten Differenzierung ist (in der
vorliegenden Preisklasse) als sehr hoch einzustufen, zumal uns die
verbindliche/ehrliche -niemals aufdickende- Spielweise sehr gut
gefällt. Ein Extralob gebührt Marantz (wie auch schon
bei den
letzten Modellen) für die hervorragende
Raumdarstellung, dank
der sich Stimmen vom Centerspeaker genauso gut lösen, wie das
Surroundpanaroma von den Rearspeakern. Und beim Druck auf die
Pure-Direct Taste wird dem ambitioniertem Home-Cineasten mit guten
Lautsprecher schnell klar, dass der japanische Traditionsanbieter nach
wie vor einen Vorsprung im Bereich der Stereo-Performance vorweisen
kann: was hier an zweikanaliger Informationsflut mit einer gut
ausbalancierten Tonalität, sauber abgestufter Feindynamik
sowie
klar definierter Tiefenstaffelung auf die Ohren losgelassen wird,
gehört im Bereich der > 1.000 Euro AV-Receiver zur
absoluten
Speerspitze.
Weitere Klangeindrücke finden Sie in
der
nachfolgenden "Klartext Tabelle". Hier wird mit kurzen,
knackigen Statements vermittelt,
welche
Klangeigenschaften die Testgeräte mit den jeweiligen
Sequenzen an den Tag legen. Die Titel sind in Hinblick auf
verschiedene Klangaspekte ausgewählt. Damit sie deren
Besonderheiten
nachvollziehen können, haben wir diese im rechten Bereich der
Tabelle vermerkt. Das Ziel dieser kompakt gehaltenen Klangbeispiele
soll dazu beitragen, die Charakteristiken
aussagekräftiger, vergleichbarer und effektiver zu vermitteln,
als
dies bei lang ausformulierten Einzelbeispielen
möglich ist.
(sämtliche Angaben und Noten sind in Relation zur
Preis-/Geräteklasse zu betrachten !!)
Harry Potter
Heiligtümer des Todes 1
Für AV-Receiver der Mittelklasse ist es
erstaunlich, mit welcher Sorgfalt auch die hinteren Klangebenen
(Regentropfen, Halleffekt) modelliert werden. Die sanft einsetzenden
Score-Elemente gelingen speziell dem SR-6006 in Bezug auf
feindynamische Akkuratesse und Transparenz hervorragend, wobei auch der
5006er auf sehr hohem Niveau spielt. Exzellent ist ebenfalls die
generierte Räumlichkeit.
Das neueste Abenteuer des weltbekanntesten Zauberers
besitzt zwar auch einige actionreichere Passagen, definiert sich in
akustischer Hinsicht aber vor allem durch viele subtile
Umgebungseffekte, die für eine perfekte Wiedergabe sehr
feinfühlig umgesetzt werden müssen. (Deutsch Dolby
Digital
5.1)
Batman
The Dark Knight
Auch für bassintensive Passagen eignen sich
die
Geräte sehr gut: der Bassteppich wird deutlich besser
differenziert/konturiert, als beim Großteil der direkten
Mitbewerber, ohne dabei weniger Druck und Volumen zu generieren. Die
hervorragende Balance zwischen massiven Klangfundament und
präziser Spielweise sorgt für staunende Gesichter
während der anspruchsvollen Banküberfall-Szene.
Außerdem sehr gut: grobdynamische Einflechtungen wie der
Schusswechsel. Der SR-6006 kann bei hohen Pegeln seine Mehrleistung
gewinnbringend in die Waagschale werfen - groß ist der
Unterschied aber nicht.
Dieser Ausflug nach Gotham City bringt vor allem die
grobdynamischen Qualitäten sowie Bassdifferenzierung an das
Tageslicht. Testgeräte mit aufdickenden Klangeigenschaften
blamieren sich speziell beim Banküberfall zu Beginn des Filmes
sehr schnell. (Englisch Dolby True HD 5.1)
Krabat
Die vokale Umsetzung der Prologstimme könnte
für unseren Geschmack noch etwas mehr Volumen im
Grundtonbereich vertragen. Andererseits liegt genauso deswegen im
Vergleich zu warm abgestimmten Mitbewerbergeräten eine
überragende Sprachverständlichkeit mit hoher
Detaillierung
vor. Feindynamik und Loslösung vom Centerspeaker gelingen
beiden
Receivern gleichermaßen hervorragend.
Die ersten Minuten der 2008er Verfilmung von Otfried
Preußlers gleichnamigen Fantasy Roman generieren mit gutem
Equipment Gänsehaut im Quadratmeter-Format. Wichtig ist
dafür, dass die markante, raue Stimme von Otto Sanders Prolog
charakteristisch wiedergegeben wird, wobei auch die isolierten
Musikeffekte eine gute Räumlichkeit benötigen.
(Deutsch
DTS-HD 5.1)
Der Herr der Ringe - Teil 1
Ext. Ed. BD
AV-Receiver der > 1.000 Klasse tun sich speziell
in
Punkto Auflösungsvermögen oft etwas schwer - nicht so
bei
unseren Testgeräten: Galadriels Stimme wird luftig
und
unangestrengt in den Hörraum getragen. Auch die choralen
Elemente
fügen sich sehr gut ein. Beide Receiver bestechen mit einer
sehr
kultivierten, feingliedrigen Herangehensweise. Die
grundsätzliche
Hochtonschärfe anderer AV-Receiver ist hier nicht zu
beobachten.
Unser nächster Stopp im Bereich der
Fantasy-Welten
stellt der famose erste Teil der Herr der Ringe Trilogie dar.
Ähnlich wie bei Krabat achten wir auch hier auf die
Erzählstimme im Intro - dieses Mal wird allerdings
Klangtransparenz und Feindynamik abgefragt. (Deutsch DTS-HD 6.1)
Armageddon
SR-5006+6006 behalten im wilden Mix aus Score, Sprache
und Effekten stets die Übersicht und liefern eine detailreiche
Akustik mit recht ausgewogener Tonalität. Es gibt zwar
Konkurrenzprodukte mit etwas höherer dynamischer
Differenzierung
oder einem substanzvolleren Bass, doch in der Summe aller Eigenschaften
bestechen die Marantz Receiver mit ihrer enormen Ausgewogenheit und
Souveränität.
Auch wenn der Pathos an jeder Ecke trieft; in
akustischer
Sicht ist dieser Bruce-Willis Streifen ein Gedicht - zumindest wenn
sich die Wiedergabekette als musikalisch erweist und den intensiven,
omnipräsenten Score hervorragend umsetzt, so dass der Film
seine
emotionale Wirkung entfacht. (Englisch DTS-HD 5.1)
Transformers
Die Rache
Die Transformationsgeräusche werden mit einer
stimmigen Portion Strahlkraft und Intensität losgelassen,
wobei
beide Receiver stets eine Restportion Seidigkeit übrig lassen
und
somit auch bei hohen Pegeln angenehm aufspielen. Die hohe Effektdichte
wird gut erfasst, so dass auch die sekundären Klangebenen
berücksichtigt werden. In Bezug auf diese Szene und das
Detaillierungsniveau befinden sich beide AV-Receiver auf
Augenhöhe.
Die Mutation der Küchengeräte mitsamt
anschließendem Mini-Gefecht in "Transformers - Die Rache"
besticht
neben den vielen bidirektionalen Surroundeffekten durch einen
intensiven
Einsatz von Hochtoneffekten verschiedener Couleur. Hier ist eine
brillante und saubere Spielweise gefragt, ohne dabei scharf bzw.
unangenehm zu klingen. (Englisch DTS-HD 5.1)
The
Big Four
Da SR-5006/6006 vergleichsweise neutral und
präzise spielen, gelingt Ihnen die Umsetzung schneller Beats
(zB.
Slyer "Raining Blood") sehr gut. Dies gilt auch für den
LFE-Kanal.
Beim Zusammenspiel mehrere Akteure (zB. "Am I Evil") gefällt
wieder einmal das hohe Differenzierungsniveau, was ein direktes
Resultat aus dem guten Timing ist.
Rockgeschichte hautnah in den eigenen 4 Wänden
erleben: wenn Anthrax, Slayer, Megadeth und Metallica zum kollektiven
Headbangen bitten, schwitzen Endstufe und Lautsprecher um die Wette.
Durch die gute Aufnahmequalität darf dabei aber kein
Feinschliff
auf der Strecke bleiben.
weitere
Beobachtungen:
- Die Klangqualität beim Audiostreaming erreicht ein
beachtliches
Niveau und ist den Klangeigenschaften der jeweiligen AV-Receiver
absolut angemessen. Es ist zwar eine leichte Hochtonlastigkeit
festzustellen, aber grundsätzlich wird die
Musik recht
natürlich und detailliert wiedergegeben. Besonders im Pure
Direct
Modus kann dabei auch die gebotene Lokalisationsschärfe
überzeugen. Im Vergleich zur Musikwiedergabe via AppleTV
klingt
das direkte Airplay-Streaming etwas druckvoller und
transparenter, was ein klares Indiz für die gute Arbeit des
integrierten Dekoders darstellt.
-
Die MDAX Funktion zur Revitalisierung komprimierter Audiofiles erweist
sich in einigen Fällen durchaus als nützlich. Dabei
sollte
man allerdings keine allzu hohen Ansprüche an die
Klangnatürlichkeit stellen, doch mit den Bass- und
Höhenanhebungen können Defizite der Quelldateien
hinsichtlich
Dynamik und Auflösung zumindest etwas überspielt
werden.
-
Beide Receiver mit Dolby Prologic II, DTS Neo:6 (jeweils mit Movie und
Musik Version) mehrere anwendbare DSP-Modi zu Auswahl, die sich im
Alltag als nützlich und klangstark erweisen. Trotzdem
möchten
wir an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, dass wir das "gute alte"
Circle Surround etwas vermissen, mit dem frühere
Marantz-Receiver
begeistert haben.
- Die gebotene Bildqualität liefert gute Ergebnisse. Das
Durchschleifen jedweder Signale funktioniert problemlos ohne erkennbare
Qualitätseinbußen. Die Scaling und DeInterlacing
Engine vom
SR-6006 arbeitet zuverlässig und sauber. Selbst mit
provozierendem
Bildmaterial der eingesetzten Burosch-Testsuites reiht sich der Marantz
Receiver (mit minimal mehr Kantenflimmern) direkt hinter der aktuellen,
mit Marvell Qdeo bestückten, Onkyo Riege ein.
Fazit:
Es ist faszinierend, wie sehr sich die
aktuelle AV-Receiver
Generation entwickelt hat: inmitten einer Zeit der Rohstoff- und
Energieverteuerung ist es Marantz trotzdem gelungen, noch mehr
Surround-Klang als jemals zuvor für unter 1.000 Euro zu
bieten!
Beide Geräte buhlen nicht mit den imposantesten
Leistungsangaben um die Gunst der Kunden. Sie fahren auch nicht mit den
dicksten Aluminiumfrontplatten vor und verzichten ebenfalls darauf,
beim imageträchtigen "Vergleichswiegen" für Spektakel
zu
sorgen. Dafür überzeugen die Marantz
Kommandozentralen mit
einer extrem gelungenen Klangabstimmung und erweisen sich als wahre
Kraftpakete. Die vielseitige Akustik deckt das komplette Spektrum
zwischen Popcorn-Kino bzw. Bombast-Sound sowie feingliedriger
Orchesterdarbietungen mit einer absolut überzeugenden
Vorstellung
gekonnt ab. Sicherlich werden sich audiophile
Ästheten mit
hoch saldierten Kontoständen ob der gebotenen Performance
immer
noch die Nase rümpfen und sich für ihre absoluten
High-End
Systeme nach wesentlich hochwertigeren Lösungen umschauen. Die
Marantz Receiver sind eben keine (für viele) utopisch
teuren/unbezahlbaren Traumgeräte - aber sie bringen eine
Klangqualität in die 1.000 Euro Klasse, von der so mancher
Cineast
sein Leben lang schon geträumt hat. Unserer Meinung nach,
stellt
der SR-6006 die attraktivere Okkasion gegenüber dem kleineren
Modell dar: für "nur" 200 Euro mehr, kommt der Anwender in
Genuss
einer wesentlich besseren Videosektion (inklusive grafischem
OSD
in HD Auflösung), einer kompletten Pre-Out Bestückung
und der
größeren HDMI-Sektion (je ein zusätzlicher
Ein- und
Ausgang). Zusammen mit der attraktiven Grundausstattung (ua. Airplay),
einer vorbildlichen Bedienung und dem sorgfältigen technischen
Aufbau verdient sich der klangstarke SR-6006 somit unser begehrtes
Referenzprädikat im hart umkämpften Markt der 1.000
Euro
AV-Receiver! Der SR-5006 wird von uns wegen seiner
spärlicheren
Ausstattung eine Wertungsstufe darunter kategorisiert (ein
leistungsfähiger Videoprozessor und reichhaltige
Anschlüsse gehören in diesem
Marktsegment
anno 2011 einfach zur Pflichtausstattung), könnte aber
für
manchen Anwender sogar noch attraktiver als das
größere
Modell sein: wer auf die Features verzichten kann, erhält
einen
klanglich fast ebenbürtigen Receiver und spart 200 Euro!
Selten
war die berühmte "Qual der Wahl" schöner ;-)
Ein Amp für alle
Fälle - der vielseitige SR-6006 hat alles,
was des Cineasten-Herz und Ohr begehrt.
Marantz SR-6006
AV-Receiver
Preis: 999 Euro
Test: 5. Dezember 2011
Wer auf eine moderne GPU
verzichten kann, findet im SR-5006
ein Akustiktalent für nur 799 Euro inkl. umfangreichen
Netzwerk-
features mit Airplay Kompatibilität und praktischer Bedienung.
Marantz SR-5006
AV-Receiver
Preis: 799 Euro
Test: 5. Dezember 2011