Test: Monitor Audio Platinum 5.0 Surround-System
(Datum -
LM )
Am xxx betrat Neill Armstrong als erster
Mensch den Mond und läutete damit ein neues Kapitel der
Weltgeschichte ein. Ganz so große Auswirkungen dürfte die
neue Platinum-Modellreihe von Monitor Audio mit Sicherheit zwar nicht
hervorrufen, doch im Makrokosmos der Lautsprecherindustrie gleicht
dieses Unterfangen für den britischen Hersteller ebenfalls dem
Betreten einer neuen Welt. 1972 als einer von vielen Anbietern im
englischen Lautsprechermarkt gestartet, entwickelte sich Monitor Audio
zu einer global sehr bekannten Marke. Das Produktportfolio wurde
stets von der Firmenphilosophie geprägt, klanglich neutrale und
hochwertige Lautsprecher zu fairen Preisen anzubieten. Durch die
Modellreihen Bronze, Silver und Gold deckt Monitor Audio vom gehobenen
Einstiegsbereich bis hin zur Oberklasse einen Großteil vom Markt
sehr erfolgreich ab und erlangte weltweit zahlreiche
Referenzprädikte sowie Preis-/Leistungsauszeichnungen. Auch im
Rahmen unserer AREADVD-Tests haben wir entsprechende Prädikate
schon häufig an Monitor Audio vergeben - insbesondere die aktuelle
Gold Signature Serie (5.0 Set mit 4 GS-60 Standlautsprecher + GS-LCR
Centerspeaker für 6.800 Euro) setzt in seiner Preisklasse
nachhaltige Akzente. Doch bekanntermaßen geht eben immer noch ein
Stückchen mehr - ob es nun der neu aufgelegte Audi RS6 ist, der
nochmal xxx PS mehr bietet als das bisherige Topmodell, oder
top-moderne High-End PC Grafikkarten mit bis zu einem Gigabyte
Speicher: nach oben sind die Grenzen (fast) immer offen und fordern
Entwickler und Wissenschaftler heraus, die Grenzen des Machbaren aufs
Neue zu verschieben.
Wenn Sie es nicht schon von der Namensgebung abgeleitet haben, so
dürfte Ihnen spätestens jetzt klar sein, dass die neue
Platinum-Range nicht dafür geschaffen wurde, die
Sperrholz-Paletten in diversen Elektromärkten zu bevölkern,
sondern den Anspruch verkörpert, auf allerhöchstem Niveau zu
spielen. Unter diesem Umständen sollte auch der Preis betrachtet
werden: unser 5.0 Test-Setup besitzt einen Wert von exakt xxx Euro
(ohne die oben abgebildeten Stands). Die Zusammenstellung im Einzelnen:
Standlautsprecher PL300 - Stückpreis xxx Euro. Dieses Modell
stellt das Flaggschiff der Platinum-Serie dar: satte xxx Kilo Gewicht
und ein selbstbewusstes Auftreten, machen schon optisch klar, dass sie
sich keineswegs vor ihren Mitbewerbern verstecken will. Zwei
charakteristische Merkmale der Platinum-Serie fallen beim Betrachten
der PL300 sofort auf: die komplett belederte Frontschallwand sowie der
neuentwickelte Bändchenhochtöner.
Centerspeaker PL350-C -Stückpreis
xxx Euro. Die Zeit der kleinen Center ist vorbei, denn mit diesem
Modell spricht Monitor Audio ein eindeutiges Bekenntniss zum
kompromisslosem Mehrkanal-Erlebnis aus. Der PL350-C wurde speziell als
Ergänzung für die PL300 konzipiert, was sich in einer
identischen Chassisbestückung zeigt. Desweiteren sollte er sich
aufgrund der horizontalen Anordnung von Hoch- und Mitteltöner auch
sehr gut für größere Räume mit entsprechend vielen
Zuschauern eignen.
Kompaktlautsprecher PL100 -
Stückpreis xxx Euro. Als dritte Kraft im Bunde übernimmt ein
Paar dieser Regallautsprecher die rückwärtige
Surroundbeschallung innerhalb des Surroundsets. Doch
selbstverständlich möchten wir diesen vielversprechenden
Schallwandler nicht nur auf die Wiedergabe von Pistolenschüssen
oder Explosionseffekte beschränken, sondern wenden uns ebenfalls
sehr intensiv seinen musikalischen Eigenschaften als Solist zu.
Innerhalb der Testreihen werden sich die Platinum-Lautsprecher harten
Herausforderungen gegenübersehen, schließlich bekommt man im
Preisbereich von rund 15.000 Euro bei vielen Anbietern
äußerst hervorragende Produkte, so dass es weder leicht und
schon gar nicht selbstverständlich sein wird, sich in der
Tabellenspitze zu etablieren. Von Pioneer konnte uns das xxxx Set
beeindruckend, während im schwäbischen Renningen
ebenfalls hervorragendes Surroundkomponenten hergestellt werden
(Isophon EuropaII, Solaris, Comet). Dazu kommen noch die absoluten
"Preisbrecher", wie etwa das Teufel Theater10 oder das Nubert nuWave125
5.1 System, die für rund ein Drittel des Kaufpreises auch schon
eine gehörige Portion Heimkinovergnügen bieten. Wir sind
deswegen sehr gespannt, ob das hier vorliegende Platinum-Set nicht nur
als Beschallung während des Popcorn-Genusses uneingeschränkt
taugt, sondern auch die audiophilen Feingeister im Zweikanalbetrieb
überzeugen kann. Lesen Sie hierzu unseren ausführlichen Test.
Zur besseren Übersichtlichkeit können Sie die nachfolgenden
Links nutzen, um direkt zu den jeweiligen Rubriken zu navigieren.
Verarbeitung:
Die optische Erscheinung der neuen Platinum-Range gibt gleich vom
ersten Augenblick an, ein völlig anderes Statement wie die
bisherigen Modelle von Monitor Audio ab. Anstelle schlanker,
tendenziell eher etwas kleinvolumigen Lautsprechern, verkörpert
jedes Mitglied der
Platinum-Familie einen unverkennbaren Hang zu Größe und
Technik. Durch die recht breiten Schallwände wirkt der visuelle
Auftritt sehr kraftvoll und selbstbewusst, wenngleich sie sich dadurch
nur noch sehr eingeschränkt für eine dezente Integration in
den Hörraum eignen. Die ungewöhnliche Optik wird zudem sehr
stark von der belederten Front, sowie den offenkundig zur Schau
gestellten Technik (Schrauben, LS-Terminals) geprägt, so dass
sie sich vom Großteil der Mitbewerber absetzt. Man muss Monitor
Audio zu Gute halten, dass sie keine Einheitsprodukte herstellen,
sondern selbstbewusst ihre eigenen Vorstellungen umsetzen, wie ein
hochwertiger Lautsprecher auszusehen hat. Trotzdem bleibt festzuhalten,
dass das Design eine polarisiende Wirkung nicht leugnen kann und
gleichermaßen Ernüchterung sowie Begeistung auslösen
kann.
Die sanft geschwungenen Gehäuse sind in drei verschiedenen
Ausführungen erhältlich, wovon sie die Varianten "Rosewood"
(Rosenholz, links PL100) sowie "Ebony" (Ebenholz, rechts PL300) oben
abgebildet sehen. Wie in dieser Preisklasse üblich, handelt es
sich hierbei um Echtholzfurniere. Da Holz ein natürlicher
Werkstoff ist und deswegen automatisch Farb- und Strukturschwankungen
unterliegt, fertigt Monitor Audio die Modelle PL100 bzw. PL300
Paarweise und lässt die verwendeten Furniere in Handarbeit
miteinander "matchen". Dieser Aufwand fällt bei der dritten
Oberflächenausführung komplett weg, schließlich kommt
bei einem Finish in klassischen Klavierlack-Schwarz kein Furnier zum
Einsatz.
Unabhängig davon, welche der drei Ausführungen der Kunde
bestellt - jede Variante glänzt (im wahrsten Sinne des Wortes) mit
einer Hochglanzlackierung. Beim Herstellungsprozess werden in
mehreren Arbeitsschritten insgesamt 11 Schichten Lack aufgetragen. Nach
der Politur funkeln und glänzen die Lautsprecher in
beeindruckender Manier. Insgesamt ist sowohl die eigentliche Furnier-
als auch die Lackierungsqualität aus ausgezeichnet zu bezeichnen.
Im Vergleich zu üblichen Hochglanz-Lackierung (zB. HG-schwarz bei
der Gold Signature) darf sich jeder Platinum Lautsprecher über
richtigen Klavierlack freuen, was sich nicht nur in einer
überlegenen optischen Anmutung äußert, sondern
zusätzlich auch die strukturelle Oberflächenbeschaffenheit in
Bezug auf Kraftzfestigkeit und Langlebigkeit verbessert.
Auffälligstes Merkmal der PL-Serie stellt zweifelsohne die
belederte Schallwand dar. Das mattschwarze Glattleder weist eine
makellose Struktur auf und wurde penibel verarbeitet. Aber, obwohl es
unserer Meinung nach, optisch hervorragend zu allen drei
Gehäuseausführungen passt, ist es etwas schade, dass der
geneigte Kunder leider keine Möglichkeit zur Individualisierung
besitzt und sich das Leder nicht in einer anderen Colorierung auswählen
kann.
Der exklusive Materialmix wird an den beiden Abschlüssen der
Schallwand gekonnt fortgesetzt: jedes Modell besitzt zwei solcher blank
polierten Aluminiumstreben, die passganeu mit 4 verchromten Schrauben
fixiert wird. Hier findet sich auch das Herstellerlogo. Die gesamten
Spaltmaße und Übergange zwischen den verschiedenen
Gehäuseelementen könnten besser kaum sein. Zwischen
Alublende und Gehäusedeckel befindet sich eine dünne schwarze
Gummischicht, um die Schallwand noch besser an den Korpus anzukoppeln.
Hier könnte man durchaus geteilter Meinung sein, ob man den
Gummiwulst nicht vielleicht doch etwas dezenter hätte integrieren
können.
Jeder Lautsprecher strahlt eine handwerkliche Meisterleistung aus - mit
Ausnahme der Top- und Bodenplatte findet man keine geraden
Gehäuseflächen. Die Übergange zwischen Seitenteil
und der Rückwand geschieht absolut fließend und nahtlos,
weil Monitor Audio mit Biegesperrholz als Trägermaterial arbeitet
und daher viele Elemente gleich komplett in einem Stück fertigt.
Dieser Aufwand ist ungleich höher, als die Verleimung einzelner
Komponenten und ist deswegen nur in der absoluten Oberklasse zu finden.
Die Vorteile für den Kunden bestehen indes nicht nur aus einer
bestechenden Optik, sondern zusätzlich auch in überlegenen
akustischen Eigenschaften. Mehr Informationen zu diesem Thema finden
sie auf der nächsten Seite (technischer Aufbau).
Wo andere Lautsprecher ihre Anschlussterminals in Mulden oder auf der
Unterseite verstecken, trägt die PL300 ihre Schnittstellen
regelrecht zur Schau - und dies zurecht: selten haben wir eine derart
opulent und edle Lösung vorgefunden, wie in diesem Fall. Die
verwendeten WBT-Terminals bestehen aus purem Aluminium und weisen einen
sehr niedrigen Kontaktwiderstand auf. Jeder der vier Anschlussbuchsen
lässt sich sehr leichtgängig sowie akkurat festschrauben und
erlaubt die Benutzung von großen Kabelquerschitten als auch
Bananensteckern. Wer die Platinum-Lautsprecher nicht per
Bi-Wiring/Amping betreiben möchte, findet im Lieferumfang die oben
verbauten hochwertigen Bi-Wiring Brücken, welche ebenfalls aus
purem Aluminium gefertigt sind und zusätzlich eine
Kunststoffummantelung besitzen.
Die Mittel-/Hochtonsektion des PL350C beweist es: jedes Element sitzt
genau an der richigen Stelle. die Übergange zwischen den
jeweiligen Werkstoffen erfolgt mit höchster Präzision. Die
Chassis sind genauso sauber eingepasst, wie die Verlegung der
Lederoberfläche. Man kann sich die Lautsprecher aus jedem Blick
mit Argusaugen anschauen und findet selbst in den kleinsten Details
eine beeindruckene Verarbeitungsqualität vor. Dies ist sehr
beeindruckend und unterstreicht nochmals die hohen Anstrengungen des
Herstellers, in der absoluten Luxusklasse erfolgreich Fuß zu
fassen.
War die letzte Umschreibung noch sinnbildlich gemeint, so widmen wir
uns nun tatsächlich der Ankopplung an den Boden. Wie zu erwarten
lässt sich Monitor Audio auch in diesem Detail nicht lumpen und
spendiert der PL300 eine mustergültige Lösung. Die massive
Sockelplatte dient als Grundlage für die Standfüsse. Zwei
eloxierte Aluminiumscheiben werden ineinander verschraubt , auf der
Unterseite befindet sich die Aufnahme für die verchromten Spikes.
Diese Lösung besticht nur noch durch eine gediegene Optik, sondern
erweist sich als stabil und lässt sich akkurat justieren, um einen
perfekten Stand zu gewährleisten.
Nicht alle technischen Details der Platinum-Serie sind so schön
sichtbar, wie die Anschlussterminals oder die Echtlederfront: eine
weitere Besonderheit besteht in der magnetischen Halterung für die
serienmäßig mitgelieferten Frontgitter. Dies stellt sowohl
optisch als auch funktional eine hervorragende Lösung dar. Das
stabile Frontgitter als schwarzem Stahl weist eine tadellose
Fertigungsqualität auf und besitzt eine hohe Steifigkeit. So sind
die edlen Lautsprecher vor neugeriegen Kinderhänden und
ähnlichen "Bedrohungen" bestens geschützt. Gleichzeitig wird
die Optik ohne Schutzgitter nicht durch Aufnahmelöcher
verschandelt. Ähnlich wie in Bezug auf die Lederauswahl
müssen wir aber auch hier unser Bedauern über die leider
nicht vorhanden Farbauswahl bekunden.
Den hohen Qualitätsanspruch führt der britische Hersteller
auch bei den angebotenen Laustsprecher-Stands erfolgreich weiter.
Sowohl in Bezug auf die Formgebung , als auch farblich, passen sich die
PL100 hervorragend an den technisch (und zugleich edlen) Look der
Lautsprecher an. Holzausführung finden sich leider nicht in der
Preisliste. Die Ankopplung an den Boden ist vergleichbar mit der
hochwertigen Lösung, die wir Ihnen schon bei der PL300 vorgestellt
haben. Die rund 70cm Höhe des Stands stellen für
Stereohörer eine gute Wahl dar, allerdings schauen
Surroundliebhaber in die Röhre, denn höhere Ständer
bietet Monitor Audio leider nicht an.
Dieser Blick in das Verbindungsrohr eines PL100 Stands zeigt sowohl die
immense Materialstärke, als auch den rückwärtigen
Kabelkanal. Zur Resonanzoptimierung sind die Innenflächen
zusätzlich mit einer Bitumenschicht überzogen. Ob der stolze
Kaufpreis von xxx Euro/Paar preislich attraktiv ist, muss jeder
Käufer für sich selbst entscheiden - zumindest kann man
angesichts des hohen Materialeinsatzes nicht davon sprechen, dass
Monitor Audio diesbezüglich keinen adäquaten Gegenwert
liefern würde, zumal die stabile und sichere
Verschraubungsmöglichkeit mit der PL100 einen gewichtigen
Pluspunkt darstellt, den man beim Kauf einer Stands abwägen sollte.
Fazit Verarbeitung:
Bei kaum einem anderen Produkt spielt der persönliche Geschmack
eine wichtigere Rolle, als bei der vorliegenden Platinum-Serie. Was dem
Einen aufgrund der breiten, bulligen Formensprache schlichtweg nicht
gefällt, ruft bei anderen Käuferschichten spontane
Verzückung ob des technischen Looks und des indivduellen Designs
hervor. Insofern möchten wir unsere Wertung nicht als
Design-Benotung verstanden wissen, sondern lediglich in Bezug auf
objektiv feststellbare Verarbeitungsfaktoren. Fest steht allerdings,
dass die Platinums im Gegensatz zu allen anderen Monitor Audio - Serien
nicht auf eine zierliche, dezente Formensprache ausgerichtet sind und
auch von den Gehäuseabmessungen ein stattliches Erscheinungsbild
pflegen. Wer sich Platinum-Lautsprecher in die gute Stube stellt,
bekommt nobel verarbeitete Tonmöbel, die dank exklusivem
Materialmix (Lederfront, Hochglanzfurnier) und technokratischem Look
(Chassis, Spikes etc.) einen einmaligen Flair in den Hörraum
zaubert. Wünschenswert wäre lediglich eine noch
größere Auswahl an Oberflächenausführungen.
Technische Merkmale der Platinum-Range:
Beim Entwickeln der neuen Platinum-Serie hat Monitor Audio komplett bei
null angefangen und ein vollständig neues Produkt konzipiert. So
stellt die PL300 auch keine Weiterentwicklung der GS-60 dar und teilt mit seiner kleineren Schwester keine gemeinsame
Basis. Äußerlich ist dies schon an den völlig
unterschiedlichen Gehäusen und dem Einsatz eines Bändchenhochtöners zu erkennen. In diversen
Herstellungs- oder Komponentendetails fließen hingegen die bisher
gesammelten Erfahrungen mit ein: so kommt auch bei der Platinum-Serie
die hauseigene C-Cam Technologie oder eine spezielle Form der
Bassreflexrohre zum Einsatz, allerdings in jeweils stark
fortgeschrittenen Versionen. Generell haben die Konstrukteure alle
Freiheiten genießen dürfen, was sich in einer großen
und exotischen Materialauswahl niederschlägt. Oberstes Ziel waren
bestmögliche Klangeigenschaften - mit welchen Mitteln dies
erreicht würde - und welcher Preis heraus resultieren würde,
stand zunächst nur an zweiter Stelle. Die hohen Anforderungen an
Produktionsgenaugkeit und das enorme technische Know-How dieser Serie
haben Monitor Audio dazu bewogen, jedes einzelne Modell direkt in
England per Handarbeit zu fertigen. So können Serienschwankungen
bzw. Produktionstoleranzen gesenkt werden. In dieser Rubrik
beschäftigen wir uns zunächst mit den allgemeinen
Eigenschaften der Platinum-Serie und wenden uns anschließend
den Besonderheiten der jeweiligen Modelle zu.
Beginnen wir direkt mit den Gehäuseaufbau, denn an diesem Punkt
entscheidet sich, welche Arbeitsbedingungen die restlichen Baugruppen
vorfinden. Naturgemäß hängen besonders die Chassis in
der Wirkungsweise von ihrer Umgebung ab und können nur dann zur
Höchstform auflaufen, wenn das Gehäuse akustisch vorteilhafte
Eigenschaften bietet. Im Oberklassesegment spricht fast jeder
Hersteller in seinen Broschüren von "perfekten"
Gehäuseeigenschaften und wenden die unterschiedlichsten Methoden
an, um mitschwingende Seitenwände oder Resonanzen zu
unterdrücken. Monitor Audio setzt auf eine geschwungende
Gehäuseform, um stehende Wellen innerhalb des Lautsprechers zu
verhindern. Zusätzlich sorgen Versteifungen für eiine
mechanische Stabilität. Die Grundschicht der Außenwände
besteht aus einer biegsamen Sperrholzplatte, auf der mehreren Schichten
Holzfurnier verlegt sind. Zur zusätzlichen Versteifung befindet
sich noch eine Schicht Bitumenmaterial innerhalb der
Materialzusammensetzung. Bei der Herstellung werden die Gehäuse in
einem Stück zu einem durchgehendem Mantel geformt. Gegenüber
einer Konstruktion mit vielen Einzelelementen ein klarer Vorteil, denn
Verwindungen zwischen unterschiedlichen Gehäuseteilen können
auf diese Weise vermieden werden.
Das Ziel, eine möglichst perfekte Resonanzhemmung zu erreichen,
will Monitor Audio mit ihrer neuentwickelten ARC Technik erreichen.
Dieses Kürzel steht für Anti Resonance Composite, einem
Materialmix aus therisch hergestelltem Polymer-Zusammensetzung und
spezieller Mineralienanreicherung. Ähnliche Verfahren werden in
der Automobilindustrie angewandt, um Vibrationen aufzufangen. Als
vorteilhaft erweist sich nicht nur die resonanzhemmende Charakteristik
jenes Werkstoffes, sondern auch seine große Anpassbarkeit bei der
Herstellung. Konkave, oder geschweungende Formen sind ohne Probleme
realisierbar, daher kommt dieses Material an drei entscheidenen Stellen
im Gehäuse zum Einsatz:
- die Trägerplatte der Frontschallwand besteht aus ARC-Material
- innerhalb des Gehäuses als kegekförmige Kammer für den Mitteltöner (siehe PL300 Abschnitt, weiter unten)
- als Grundplatte der PL300 zur Aufnahme von Spikes, LS-Terminals und Frequenzweiche
Damit sowohl das aufwändige Holzgehäuse als auch die
ARC-Komponenten ihre volle Wirkung entfalten können, sind Front-
und Rücksenseite mit einem ausgeklügelten
Verschraubungssystem auf Basis von Stahlbolzen miteinander
verschraubt. Solch eine konsequente Lösung findet sich nur
bei wenigen Gehäusen, in den allermeisten Fällen vertrauen
andere Hersteller auf ein Verkleben der jeweiligen Elemente und setzen
höchstens kleine Schrauben zur zusätzlichen Fixierung
einiger Komponenten ein. Als kleinen Nachteil bleiben der
Platinum-Serie hingegen die sichtbaren Torx-Schrauben auf der
Rückseite bestehen, was manchen Kaufinteressenten unter
Umständen optisch etwas stören könnte, wenn der
Lautsprecher frei im Raum steht.
Die Tief- und Mitteltonmembranen stellen eine technische Delikatesse
auf Basis der hauseigenen C-Cam Technologie dar. Als Vorreiter im
Bereich der Metalllegierungen wandte Monitor Audio ein Verfahren aus
der Luftfahrttechnik an, um Lautsprechermembranen mit Hilfe einer
zusätzlichen Keramikschicht gleichzeitig sehr steif aber auch
leicht fertigen zu können. Durch strenge Prüfungen im Bereich
der Oberflächenbeschaffenheit und der Molekularstruktur
werden konstant hohe akustische Eigenschaften sichergestellt. Die
zugrundeliegende Technik setzt Monitor Audio schon seit über 2
Jahren in verschiedenen anderen Produktserien ein und hat auf Basis
dieser Erfahrungen eine nochmalige starke Verbesserung für die
Platinum-Range versprochen.
Aus intensiven Entwicklungsreihen ging die komplett neue
RDT-Technologie (Rigid Diaphragm Technic) hervor, die in
Kombination mit der neuesten C-Cam Generation für akustische
Freudensprünge sorgen soll. Es ist speziell eine speziell für
die neuen Platinum-Lautsprecher konstruierte Membrantechnologie,
welche dem Ideal einer hochfesten aber zugleich auch möglichst
gewichtslosen Membran noch näher kommen soll. Das Prinzip kann man
den Treibern sogar schon äußerlich sehr gut erkennen: die
Membran besteht aus einer bienenwabenförmigen
Grundgerüst aus Nomex Material. Dieser Werkstoff besteht aus
organischen Kunstfasern, die in ähnlicher Form unter dem
Markennamen "Kevlar" bekannt geworden ist. Physikalisch betrachtet,
besteht Nomex aus einer molekularen Zusammensetzung aus
meta-Amidgruppen mit einem hohen Anteil aromatischer Ringe, die mit
Hilfe von Wasserstoffbrücken ein über den Ring konjugiertes
Doppelbindungs-System bilden. Die aus dieser Zusammensetzung
resultierenden Eigenschaften sorgen für eine extrem hohe
Festigkeit bei gleichzeitig sehr niedrigen Eigengewicht. Auf dieses
Nomex-Grundgerüst werden anschließend hauchdünne C-Cam
Schichten, die jeweils gerademal eine Dicke von 0,04 mm ausweisen (Rund
die Hälfte eines menschliches Haares). Trotzdem resultierend
hieraus eine Gesamtstruktur mit einer Festigkeit, die über 150mal
höher als eine konventionelle Aluminiumschicht ist , dabei
aber gleichzeitig nur einen Bruchteil der Masse benötigt !
 '
Für einen kristallklaren Hochtonbereich soll dieses Bändchen
sorgen. Hinter einem Schutzgitter versteckt, befindet sich eine
hauchdünne Sandwich-Membran mit C-Cam Legierung. Direkt dahinter
verläuft ein sehr starkes Magnetfeld auf Basis einer Neon-, Eisen-
und Bor-Zusammensetzung. Laut Monitor Audio bietet das Bändchen
Vorteile in Bezug auf Stimmwiedergabe, Detaillierung sowie
Abstrahverhalten, weil die komplette Oberfläche direkt und
simultan ohne Energieverlust angesprochen werden kann. Mit einem
Gewicht von gerade einmal 18 Milligramm ermöglicht es sowohl
blitzschnelle Impulse als auch die Wiedergabe von Frequenzen bis hin zu
Messbarkeitsgrenze von weit über 100 Khz.
Vom Grundaufbau basieren alle drei Lautsprecher auf dem Bass-Reflex
System. Diese Technik bietet Vorteile in Bezug auf maximalen Tiefgang,
Pegelfestigkeit und Bassdruck, allerdings steht jeder Entwickler vor
der Herausforderung auftretende Strömungsgeräusche
bekämpfen zu müssen. Außerdem sind Bass-Reflex
Lautsprecher in der Regel auch nicht als Präzisionskünstler
berühmt geworden, daher setzen viele High-End Firmen mittlerweile
auf geschlossene Systeme oder einen Bandpass. Monitor Audio ist sich
der Problempunkte der BR-Technik bewusst und entgegnet diesen
Umständen mit "HiveII", einer Technologie zur Vermeidung von
Turbolenzen und Strömungsgeräuschen. Ein geriffeltes
Innendesign soll helfen, den Luftdurchsatz zu beschleunigen und den
Luftstrom zu beruhigen.
Der Platinum- Subwoofer ist momentan nicht nicht lieferbar und wird
wahrscheinlich erst 2008 seinen Weg in die Heimkinos von Bassliebhabern
finden. Der PLW-15 wird momentan mit folgenden Features in den
Unterlagen aufgelistet: 1000 Watt Digitalendstufe, Frequenzgang von
16-200 Hz, 1x 15 ´´ C-Cam Langhubchassis mit
Dreifach-Aufhängung bei geschlossener Bauweise. Zusätzlich
wird eine potente Elektronik dafür sorgen, dass der PLW-15 optimal
auf Raum und Hörer eingestellt werden kann: mehrere
User-Presettings, einstellbare Low-/Highpass Filter (Flankensteilheit
zwischen 6/54db pro Oktave) sowie viele weitere Optionen lassen auf
einen großen Wurf hoffen. Informationen über den genauen
Preis liegen derzeit leider noch nicht vor, es ist jedoch davon
auszugehen, dass er sich zwischen 3500 und 4500 Euro einpendeln wird.
Konstruktionsmerkmale und Besonderheiten der PL300
Im Querschnitt der PL300 ist der Gehäuseaufbau sehr schön zu
erkennen. Dieser Lautsprecher arbeitet nach dem klassischen 3-Wege
Prinzip. Die Chassisbestückung besteht neben dem
Bändchenhochtöner aus einem 4´´ Mitteltöner
sowie zwei 8´´ Tieftöner mit Langhub-Treiber. Der
dedizierte Mitteltöner verfügt über eine eigene,
geschlossene Kammer, die kegelförmig ausgeführt ist und zur
Resonanzdämpfung aus ARC-Material besteht. Sein Arbeitsbereich
umfasst die Frequenzen zwischen 550 und 4400 Hz. Die
beiden Tieftöner arbeiten zusammen und teilen sich das
Gehäusevolumen. Wie schon bei anderen Modellen des Herstellers
(zB. GS-60) kommen zwei Bassreflexrohre zum Einsatz, die
unterschiedlich abgestimmt sind. Zur Verbesserung der Mechanik
verfügen die Tieftöner über doppelte Zentrierspinnen,
außerdem kommt auch bei diesen Chassis ein sehr starker NeFeB
Magnet zum Einsatz. Aufgrund der großen Membranfläche
scheint die Herstellerangabe von 28Hz (-3db) realistisch zu sein. Quer
durch das Gehäuse verläuft die sogenannte "Pin-Hole"
Versteifung, damit die Resonanzarmut weiter optimiert wird. Die
Frequenzweiche befindet sich außerhalb des eigentlichen
Lautsprechergehäuses, in dem ARC-Sockel. Mit diesem Kniff werden
die sensiblen Bauteile der Frequenzweiche vom Lautsprecher sowohl
akustisch als auch magnetisch entkoppelt.
Als Zubehör spendiert Monitor Audio seinen Käufern dieses
edle Set mit Schraubenziehern, Reinigungstuch und einer Wasserwaage.
Auch zwei Paar Baumwollhandschuhe sowie die Aluminium Bi-Wiring
Brücken finden sich im Karton. Bei einem Kaufpreis von ca.
8.000 Euro / Paar darf man zwar durchaus auch beim Zubehör ein
gewissen Niveau erwarten, doch viele Hersteller sind diesbezüglich
auch in der Luxusklasse sehr knausrig und verweigern ihren
Lautsprechern teilweise sogar ordentliche Spikes.
Zusammenfassung - technische Daten PL300 (Herstellerangaben)
| Modell |
Monitor Audio Platinum PL 300 (Stück xxx Euro) |
| Aufbau |
3-Wege System mit Bassreflex-Technik |
| Chassisbestückung |
1x Hochtöner, Bändchen C-Cam
1x 4´´ Mitteltöner, RDT, C-Cam, NeFeB Magnet
2x 8´´ Tieftöner, RDT, C-Cam, NeFeB Magnet |
| Frequenzgang |
28 Hz - 100 Khz |
| Wirkungsgrad |
90 db (1W@1m) |
| Belastbarkeit |
300 Watt / Widerstand 4 Ohm |
| Abmessungen |
111,3 x 28,8 x 36,8 cm (B,H,T) |
| Gewicht |
43,2 Kilogramm |
Konstruktionsmerkmale und Besonderheiten der PL100

Im Vergleich zur großen PL300 und dem nicht minder
dimensionierten Centerspeaker PL350-C muten die PL100 Regallautsprecher
schon fast winzig an. Die verwendeten Werkstoffe entsprechen denen der
anderen Modelle, so dass sich auch die PL100 über einen C-CAM
beschichteten Bändchenhochtöner und die Verwendung von
RDT-Membranen freuen darf. Auch die Konstruktionsweise hinsichtlich
dass Bass-Systems entspricht den anderen beiden Modellen, was das
Bassreflexrohr auf der Rückseite unschwer erkennen lässt.
Unterschiede sind hingegen (erwartungsgemäß) in der
Chassisbestückung und dem Innenvolumen zu finden. Die PL100
bedient sich eines 6,5´´ Tiefmitteltöners, um alle
Frequnzen unterhalb des Hochtöners wiederzugeben. Während die
Modelle PL300/350-C das Hochtonbänchen erst bei 4000Hz ankoppeln,
verrichtet jene Komponete bei der PL100 schon ab 2800Hz ihre Arbeit.
Somit arbeitet der Hochtöner in einen Arbeitsbereich rein, der bei
den anderen beiden Modellen noch vom Mitteltöner wiedergegeben
wird. Dies muss grundsätzlich keine negative Eigenschaften
mitbringen - es soll Ihnen lediglich verdeutlichen, dass die PL100 eine
komplett andere Frequenzweichenabstimmung benötigt und deswegen
trotz vieler "Familienmerkmale" als eigenständiges Produkt zu
sehen ist. Hierfür spricht auch unser Eindruck, dass die PL100
zwar auch eine hohe Surroundverträglichkeit mit PL300/350-C bieten
soll, aber primär als Stereolautsprecher konzipiert ist, der
für sich alleine betrachtet gut musizieren soll.
Zusammenfassung - technische Daten PL100 (Herstellerangaben)
| Modell |
Monitor Audio Platinum PL100 (Stück xxx Euro) |
| Aufbau |
2-Wege System mit Bassreflex-Technik |
| Chassisbestückung |
1x Hochtöner, Bändchen C-Cam
1x 6,5´´ TMT, RDT, C-Cam, NeFeB Magnet
|
| Frequenzgang |
42 Hz - 100 Khz |
| Wirkungsgrad |
88 db (1W@1m) |
| Belastbarkeit |
120 Watt / Widerstand 4 Ohm |
| Abmessungen |
37,0 x 22,5 x 28,5 cm (B,H,T) |
| Gewicht |
11,75 Kilogramm |
Konstruktionsmerkmale und Besonderheiten der PL100

Der Größenvergleich belegt es eindeutig: Monitor Audio
hat mit dem PL350-C einen kompromisslosen Center abgeliefert, der dem
Ideal einer identischen Frontbestückung sehr nahe kommt. Die
heraus resultierende Gehäusebreite von 80 Zentimetern sorgt
dafür, dass der PL350-C wohl nicht unbedingt zum neuen
Hausfrauen-Darling emporsteigt, sondern hauptsächlich
technisch Interessierten schlaflose Nächte bereitet. Die
Chassisbestückung entspricht exakt der PL300: zwei 8´´
Tieftöner , sowie je ein 4´´ Mitteltöner und das
Hochtonbänchen stehen für die Signalausgabe zur
Verfügung. Selbst die Trennung innerhalb der Treiber
(Hochtonankupplung: 4000Hz, Mitteltöner 550 - 4000) haben beide
Modelle gemeinsam. Wir gehen daher davon aus, dass auch die
Frequenzweiche sehr ähnlich, wenn nicht sogar identisch
ausgeführt ist. Bedingt durch das minimal kleinere
Gehäusevolumen liegt die untere Grenzfrquenz etwas über der
PL300, doch laut Datenblatt ist der PL350-C dennoch in der Lage, stolze
32Hz linear wiederzugeben. Dies wäre für einen Center ein
äußerst respektabler Wert, der schon im Ansatz die Frage
beantwortet, wie er im Surroundmodus hinsichtlich der Bass-Management
einzuordnen ist.
Selbstverständlich verfügt auch der PL350-C über ein
opulentes Bi-Wiring Anschlusspanel. Desweiteren sind auf dieser
Abbildung sowohl die beiden HiveII-Bassreflexrohre, als auch die
Torx-Verschraubungen sehr schön zu zu erkennen. In Bezug auf
die Gehäusekonstruktion lehnt sich dieses Modell ebenfalls
beim Innenaufbau beim Standlautsprecher an. Der Mitteltöner
arbeitet beispielsweise in der gleichen kegelförmigen Innenkammer
aus ARC-Material, zumal sich sogar die Pin-Hole Versteifung im Inneren
des PL350-C wiederfinden lässt.
Hoch- und Mitteltöner befinden sich in vertikaler Anordnung, was
einer linearen Abstrahlung auch außerhalb der direkten
Hörachse zugute kommt. Um ein möglichst kleines akustisches
Zentrum zu realisieren, sind beide Chassis eng zusammengerückt.
Die Metallblende (ARC Material) ist in Bezug auf eine möglichst
gute Abstrahlung dreimensional geformt. Wie Sie sehen können,
macht auch der PL350-C keinen Hehl darauf, ein technisches Gerät
zu sein: alleine im Mittel-Hochtonbereich sind insgesamt 15 Schrauben
sichtbar.
Zusammenfassung - technische Daten PL350-C (Herstellerangaben)
| Modell |
Monitor Audio Platinum PL 350-C (Stück xxx Euro) |
| Aufbau |
3-Wege System mit Bassreflex-Technik |
| Chassisbestückung |
1x Hochtöner, Bändchen C-Cam
1x 4´´ Mitteltöner, RDT, C-Cam, NeFeB Magnet
2x 8´´ Tieftöner, RDT, C-Cam, NeFeB Magnet |
| Frequenzgang |
32 Hz - 100 Khz |
| Wirkungsgrad |
90 db (1W@1m) |
| Belastbarkeit |
250 Watt / Widerstand 4 Ohm |
| Abmessungen |
80,0 x 28,8 x 36,8 cm (B,H,T) |
| Gewicht |
33,5 Kilogramm |
Fazit technischer Aufbau:
Zusammenfassend betrachtet fällt auf, dass Monitor Audio seinen
grundlegenden Konstruktionsprinzipien in manchen Punkten treu geblieben
ist, jedoch an vielen Details noch weiter gefeilt hat und sich auch
nicht davor scheut neue Technologien einzubinden. Herausgekommen ist
dabei ein
Produkt mit High-Tech Ingredienzen, wie man es einem Lautsprecher
eigentlich kaum zumuten würde. Als Schlüsselfaktoren bewerten
wir die komplette In-House Produktion von Chassis und Gehäuse, so
dass jedes Element maßgeschneidert für seinen Einsatzzweck
gefertigt werden kann. Besonders kleinere Anbieter von hochwertigen
Lautsprechern sind auf verhältnismäßig viele
Zukaufteile angewiesen und müssen dementsprechend mit den
gegebenen Mitteln auskommen. Ein weiterer, wichtiger Faktor ergibt sich
dadurch in Bezug auf die Preisgestaltung. Sicherlich verlangt jede
Platinum-Box nach einem größeren finanziellen Aderlass, doch
in Anbetracht der verbauten Komponenten (Gehäuse,
Bändchenhochtöner, keramikbeschichtete Tiefmitteltöner
etc.) relativert sich der Kaufpreis sehr schnell.Mitbewerber wie zB.
Quadral, Piega oder Isophon bauen zwar ebenfalls sehr aufwändig
gestaltete Lautsprecher, doch den materiellen Einsatz der
Platinum-Serie können diese in
vielen Teilaspekten erst in höheren Preisgefilden matchen. Damit
Sie uns nicht falsch verstehen: unserer Meinung nach ist es eigentlich
eher von sekundärer Bedeutung, wie genau ein Lautsprecher
aufgebaut ist, bzw. arbeitet - im Endeffekt zählen nur die
klanglichen Leistungen im Hörtest. Aber genau darauf machen die
Konstruktionsdetails extrem großen Apetitt. Etwas Kritik
müssen wir hingegen in Bezug auf die Modellvielfalt aussprechen.
Zum jetzigen Zeitpunkt sind (abgesehem vom PL-15) noch keine weiteren
Typen offiziell angekündigt. Insbesondere größere
Rearlautsprecher für eine Kombination mit PL300/PL350-C und einen
kleineren Center für die PL100 wären wünschenswert. Bei
Monitor Audio denkt man zwar bereits über entsprechende
Erweiterungen nach, doch konkrete Informationen liegen leider noch
nicht vor.
Testumgebung und KOmbinatiosempfehlung:

Zuerst die gute Nachricht : nach übermäßig
kraftvollen Endstufen muss man als künftiger Platinum-Besitzer
nicht Ausschau halten. In der Praxis erzielen die Lautsprecher auch
ohne zentnerschwere Gerätschaften eine dynamische, pegelfeste
Beschallung, wie beispielsweise mit der verhältnismäßig
kompakten xxx von AstinTrew, mit der die Lautsprecher auch bei
Deutschlandpremiere erfolgreich betrieben wurden. Doch wo Licht ist,
findet man bekanntermaßen auch Schatten: damit die hohen
klanglichen Fähigkeit auch gut ausgeschöpft werden
können, empfiehlt sich im Idealfall eine Elektronik, die sehr
exakt spielen kann und auch schnelle Tonfolgen, sauber voneinander
getrennt, verstärkt. Diese Eigenschaft findet sich jedoch beim
Großteil der typischen High-End Gerätschaften, so dass es
alleine noch kein besonders aussagekräftiges Kriterium für
eine gute Kombinatorik darstellt. Wichtig ist zudem auch eine luftige,
losgelöste Spielweise um die entsprechenden Attribute der
Platinum-Serie umzusetzen.
In diesem Zusammenhang spielten sich besonders zwei Produkte unserer
Gerätefuhrparks in die erste Reihe. Die Advance Acoustic
Monoendstufe MAA-705 (vorletzte Abbildung) bietet für einen
Stückpreis von unter 1000 Euro alle gefragten Eigenschaften und
punktet zusätzlich mit einer vorbildlich-präzisen
Basskontrolle. Wer auch die letzten Klangreserven herauskitzeln
möchte, wäre gut damit beraten, sich einmal mit Audionet
Komponenten, wie zB. dem oben gezeigten AmpVII in Kontakt zu treten.
Diese Traumendstufe belastet das Konto zwar um satte 9.900 Euro stellt
dafür aber die beste Mehrkanalbefeuerung dar, die wir jemals
gehört haben. Insbesondere das völlige Loslösen vom
Lautsprecher und die atemberaubende Dynamik sorgen für ein
unvergleich authentisches Feeling bei Musik und Film.
Selbstverständlich bedarf es ebenfalls einer guten Vorstufe, um
den maximalen Klangspaß zu erhalten. Hier haben wir mit mehreren
Modellen hervorragene Erfahrungen sammeln können: wer Stereo und
Mehrkanal gleichermaßen ohne Kompromisse haben will, darf sich
auch diesbezüglich bedenkenlos mit Audionet-Komponenten eindecken.
Sowohl die Map1 als auch die rund doppelt so teure MapV2 markieren
klangliche Höchstleistungen. Aufgrund der realistischen bzw.
audiophilen Klangcharakteristik vermisst man das Fehlen von Decodern
für neue HD-Tonformate keine Sekunde - hier klingt "normales"
Dolby Digital bzw. DTS immer noch deutlich besser, als wir es von den
bisher erfolgten True-HD Vorführungen behaupten können.
Fairerweise muss man hierzu aber auch bemerken, dass es noch keine
ebenbürtigen High-End Gerätschaften gibt und sich der
hochpreisigste AV-Receiver mit entsprechenden Funktionen gerade einmal
bei 2.500 Euro befindet. Brauchbare Videoschnittstellen glänzen
bei Map1 und MapV2 leider durch Abwesenheit und auch
Audioanschlüsse tummeln sich nicht gerade in reichhaltiger
Stückzahl auf der Rückseite, so dass die Audionet Vorstufen
hauptsälich Kunden ansprechen dürften, die ein kleines aber
feines System mit einer eher überschaubaren Komponentenvielfalt
einsetzen.
Es kann "hinten" nur das rauskommen, was vorne geliefert wird. Getreu
diesem Motto sollte man auch bei der Auswahl von Quellgeräten
große Sorgfalt walten lassen. Während hochwertige HD-Player
wie der Toshiba HD-XE1 (HD-DVD) oder die Playstation3 (Blu-Ray)
für ihre jeweiligen Medientypen hervorragende Dienste erweisen,
sollte man als anspruchsvoller Anwender zumindest für die
CD-Wiedergabe auf andere Komponenten ausweichen. Als preislich
besonders attraktive Ergänzung empfiehlt sich hier ein
Cinemike-getunter Denon DVD-3930, der zugleich auch als DVD-Player eine
hervorragende Wahl darstellt. Bei den HD-Playern können wir die
entsprechenden Cinemike Tuningpakete zwar ebenfalls empfehlen, doch
werden hier hauptsächlich die Primärfunktionen verbessert, so
dass diese Geräte auch nach der Modifikation nicht als
höchstwertige DVD- oder gar CD-Player fungieren können.
Unsere hauptsächlich verwendeten Geräte in der Übersicht:
Klangeindruck PL300
Gänzlich unbekannt waren uns die PL300 von vornherein nicht
mehr, als wir die beiden Standlautsprecher im Teststudio aufbauten: nur
einige Wochen zuvor lud Monitor Audio zur Deutschlandpremiere und
führte sein neues Flaggschiff mit großem Stolz vor. Bei
diesem Event waren einige Qualitäten der PL300 zwar unstreitig zu
erkennen, doch eine grenzenlose Euphorie stellte sich wegen
unpräziser Basswiedergabe und einer etwas diffusen Raumabbildung
nicht ein. Aus diesem Grund starteten wir die Höressions in
unserem eigenen Hörraum mit einer gewissen Skepsis -
schließlich wäre es keine Seltenheit, dass ein Hersteller
bei einer Ausweitung seines Produktsortiments nicht gleich einen
großen Coup landet.
Zweikanal-Duell zwischen PL300 und PL100 an Advance Acoustic Komponenten.
Diese Vorgeschichte ist insofern relevant, als dass die PL300 mit
bemerkenswerter Leichtigkeit all die bisherigen Kritikpunkt vom Tisch
fegte. Da unsere Testprobanten sogar exakt denjenigen Modellen
darstellen, die auch bei der zuvor erwähnten Vorführung zum
Einsatz gekommen sind, zeigt sich einmal mehr, wie entscheidend die
Raumakustik für die Klangwiedergabe ist. Der Grund für das
unbefriedigende Abschneiden bei der ersten Hörsession liegt in der
enormen Bassgewalt der PL300 begründet. Diese Schallwandler
begnügen sich nicht mit einer klassenüblichen Basswiedergabe,
sondern steigen weit runter in den Frequenzkeller und geben somit auch
Signale um die 30Hz mit unvermittelter Intensität in den
Hörraum. Wenn hier eine ungünstige Aufstellung, eine
verbesserungswürdige Raumbeschaffenheit und zugleich eine
unvorteilhaft abgemischte CD zusammenkommt, liegt es auf der Hand, dass
selbst die PL300 keine Höchstleistungen bieten kann. Unser
raumakustisch optimiertes Studio offenbarte hingegen, dass die PL300
sogar über eine extrem impulstreue Basswiedergabe verfügt.
Wir kennen derzeit kaum einen anderen Bassreflex-Lautsprecher, der sich
mit der Präzision einer PL300 messen kann. Selbst geschlossene
Konstruktionen oder Lautsprecher mit Bandpass-Technologie, wie die
Isophon EuropaII können sich nicht absetzen. Bemerkenswert ist
jedoch nicht nur der beeindruckende Tiefgang und die famose
Präzision: erfreulicherweise zählen die britischen
Edel-Lautsprecher zu der seltenen Sorte von Konstruktionen, die
verschiedene Bass-Charakteristiken gleichermaßen gekonnt
wiedergeben, ohne nur mit einer bestimmte Musikrichtung zu
glänzen. Trockene, schnelle Tempo-Beats setzen die PL300 genauso
beeindruckend um, wie dunkle, kräftige Beckenschläge. Diese
Eigenschaft liegt zum Teil auch in der absolut homogenen
Gesamtabstimmung, die über den kompletten Frequenzbereich sehr
ausgeglichen zu Werke geht und deswegen jede Musikrichtung mit
großer Natürlichkeit umsetzen kann.
Die Anbindung zum
Grundton-/Mitteltonbereich erfolgt nahtlos, so dass die Musik stets
ihre innere Zusammengehörigkeit bewahrt. Hier ist den
Entwicklern eine akustisch hervorragende Lösung eingefallen,
schließlich zeigen sich bei vielen anderen 3-Wege System just an
diesem Punkt ein paar Schwächen. Im Mitteltonbereich agieren die
PL300 mit großer Souvärnität und differenzieren
Stimmprofile sehr
detailliert und feinfühlig heraus. Die Klarheit, mit der Stimmen
aus der Musik heraustreten macht schon fast Angst. In Bezug auf
Stimmvolumen, Körperhaftigkeit und individuellem Charakter
arbeitet die PL300 jeden Charakter individuell und absolut authentisch
heraus. Im Hochtonbereich warten die beiden PL300 mit einer atemberaubenden
Brillianz auf. Selbst kleinste Details werden mit höchster
Genauigkeit herausgearbeitet. Hohe Obertöne von
Streichinstrumenten, oder synthetische Hochtoneffekte gibt sie glasklar
und mit hoher Transparant wieder. Selbst das kleinste Schwingen oder
Nachvibrieren (zB. von einer Triangel) ist differenziert
heraushörbar. Erfreulicherweise steht sich der Hochtontöner
trotz seiner extremen detailversessen Arbeitsweise nicht selbst
im Weg und behindert den Rythmus bzw. Spielfluss der Musik. Ganz im
Gegenteil: es gibt nur sehr wenige andere Lautsprecher, die das
Kunststück beherrschen gleichzeitig enorm viele Details
auszuleuchten, dabei aber nicht sezerierisch oder gar
unmusikalisch/kalt btw. steril zu klingen. Die PL300 gehört
defintiv nicht zu dieser Sorte - selbst Stücke wie "Hurt"
(Christina Aguilera) kommen ohne übertrieben Schärfe und
Aggresivität rüber. Die
Fähigkeit, verschiedene Schallereignisse gleichzeitig
transparent abbilden zu können, macht die PL300 zur ersten Wahl
für alle, die in "ihre" Musik richtiggehend eintauchen
wollen. Musikinstrumente oder Stimmen überlagen sich nicht
gegenseitig, sondern werden voneinander differenziert wiedergegeben.
Auf diese Weise werden Klangdetails hörbar, die bei anderen
(teilweise auch ähnlich teuren ) Lautsprecher-Modellen ein
wenig untergehen. Hier kommt den Monitor Audio Lautsprechern ein
weiteres Talent entgegen: die hervorragende Raumabbildung sorgt
für eine stimmige Positionierung sämtlicher Effekte im
Hörraum. so dass man der Illusion einer "echten" Musikdarbietung
noch ein gütes Stück näher gekommen ist. Insbesondere
höhere Frequenzen löst sie dabei sehr weitläufig und
lebendig vom Lautsprecher ab. Ein
wesentlicher Faszinationsfaktor bei hochwertigen Lautsprechern geht von
der gebotenen Dynamik aus. Auch in dieser Beziehung befindet sich die
PL300 an der Klassenspitze wieder. Besonders grobdynamische Ereignisse
setzen die Schallwander mit großen Nachdruck und Entschlossenheit
um. Die Antrittsschnelligkeit im Bassbereich ist eine Klasse für
sich. Die PL300 sorgen durch ihre lebendige, unbekümmerte
Arbeitsweise für Freude beim Hören. Allerdings muss man sich
bewusst sein, dass sie wie eine akustische Lupe wirkt und
Abmischungsfehler aufzeigt, die vorher vielleicht gar nicht in diesem
Maß aufgefallen sind. Ein "Schönspieler" bzw.
"Weichspüler" stellt diese Konstruktion defintiv nicht dar.
Die PL300 vereint Tiefgang, Präzision sowie Rythmus auf einem
absoluten Weltklasse-Niveau und gibt die Faszination der Musik
schon vom ersten Takt an ihre Zuhörerschaft weiter. Wer sich
auf einzelne Attribute
konzentriert, wird nach langem Suchen in höheren Preisgefilden
eventuell ein leicht
überlegenes Alternativmodell finden, doch das akustische
Gesamtpaket der PL300 kann derzeit wohl kein anderer Lautsprecher
dieser Preisklasse übertreffen. Obwohl die PL300 bei Weitem nicht
die teuersten Schallwander darstellen, die sich in unseren Teststudios
im Laufe der Jahre eingefunden haben, so sind sie dennoch zur absoluten
Spitze hinzuzuzählen und müssen sich vor keiner Konkurrenz
fürchten. Besonders dann nicht, wenn man den
Preis-/Leistungsfaktor berücksichtigt. So kann sich zB. eine Piega
TC70x mit einer ebenbürtigen Hochtonbrillanz schmücken, doch
in Bezug auf Gesamthomogenität, Raummabildung und Tiefbass muss
sie sich ihrem britischen Kontrahenten geschlagen geben. Ein etwas
engeres Duell liefert sie sich mit der Isophon EuropaII,
die ebenfalls einen messerscharf gezogenen Hochtonbereich bieten kann
und sogar im Tiefbass noch einen Tick schwärzer und brachialer zu
Werke geht. Auch in den Spezialdiziplinen Feindynamik und Raumabbildung
kann sich die schwäbische Box ganz leicht vor der PL300 behaupten.
Ist nun die EuropaII der klar bessere Deal ? Mitnichten : die PL300
kontert mit der besseren Kickbassdarstellung und besitzt zudem auch
eine mitreißendere/fülligere Stimmwiedergabe, insbesondere
bei männlichen Interpreten. Außerdem präsentiert sich
die Monitor Audio Konstruktion sowohl verstärker- als auch
aufstellungsfreundlicher. Unterm Strich geht die PL300 sogar leicht in
Führung. Gegenüber der Pioneer S1-EX
kann die PL300 mit den beiden letztgenannten Attributen nicht punkten,
denn beide Schallwandler geben sich recht zurückhaltend, was die
Elektronik betrifft. Unterschiede finden sich hingegen im
Hochtonbereich, wo die PL300 eine noch etwas intensivere Gangart
einlegt, während es bei dem Pioneer Lautsprecher etwas bedeckter
bzw. nüchtern-zurückhaltender zugeht. Ähnliche
Beobachtungen finden sich auch in Bezug auf die Bassdarstellung,
Raummabbildung und Dynamik, wo die Pioneer S1-EX es bevorzugt, als
Meister der elegant-dezenten Art Punkte zu sammeln, während die
PL300 hingegen deutlich unvermittelter und "direkter" aufspielt.
Diesbezüglich finden die PL300 hingegen in der Canton Vento Reference 1 DC ihren
Meister. Was die Canton an Energie und Kraft bei sehr hohen Pegeln noch
freisetzt, sucht Seinesgleichen. Allerdings kann die PL300 mit der
ausgeglicheren Tonalität aufwarten, die sich insbesondere in der
Mittenwiedergabe Vorteile erspielt. Generell erweist sich der britische
Schallwandler bei dieser Gegenüberstellung als
Präzisionskünstler und begegnet den leisen sowie feinen
Töne mit überlegener Sensibilität. Dass es aber auch
diesbezüglich noch besser geht, demonstriert Isophon mit der Cassiano,
welche gleichermaßen sündhaft teuer, aber auch traumhaft
detailliert aufspielt. Wer die rund 13.000 Euro für ein Paar
dieser Lautsprecher ausgibt und dazu noch einen großen Aufwand in
Elektronik (starke Endstufen) steckt, darf sich aber absolut traumhafte
Klangerlebnisse freuen. Allerdings stellt hier wiederrum die
Pegelfestigkeit dem Treiben ein vorzeitiges Ende, denn die 15cm
Thiel-Keramikchassis der Cassiano erlauben nur kleine Membranhübe.
Mit dem Modell Arabba hat Isophon jedoch auch für pegelfreudige
Anwender eine Alternative im Angebot, welche auf der Technik der
Cassiano aufsetzt und weltweit den Ruf besitzt, zur absoluten
Welt-Elite zu gehören. Doch in Anbetracht eines Paarpreises von
30.000 Euro bewegt sich die Arabba in völlig anderen Preisregionen
und beweist eindrücklich, dass die Monitor Audio PL300 in
Anbetracht ihrer klanglichen Leistungen sehr gut am Markt aufgestellt
ist. Sie bietet eine stimmige Gesamtauslegung mit vielen
Schokoladenseiten ohne nennenswerte Kritikpunkte, und ist im
Vergleich zum Wettbewerb preislich sehr fair kalkuliert.
Klangeindruck PL100:
Hochwertige Regallautsprecher haben es nicht leicht: im Falle wie
der PL100 bekommt man für den Kaufpreis von ca. 4.000 Euro auch
schon Standboxen mit sehr ansprechenden Klangeigenschaften. Dabei
braucht man gar nicht einmal in fremden Gewässern zu fischen, denn
mit der GS-60 (Stückpreis 1.500 Euro) setzt sich Monitor Audio
bereits selbst schon unter Druch. Das größte Modell aus der
Gold-Signature Reihe konnte sich in unserem Test im Mai letzten Jahres
einen Referenztitel erspielen, und ist seitdem immer noch unangefochten
an der Spitze ihrer Preisklasse. Insofern wird die teuere PL100 kein
leichtes Spiel haben, schließlich muss sie nicht nur mit deutlich
weniger Gehäusevolumen und Membranfläche auskommen, sondern
besitzt auch keinen dedizierten Mitteltöner und fungiert als 2,5
Wege System.
Die wesentlichen Erkenntnisse der PL300 lassen sich auch auf die
kleinere PL100 übertragen. Insbesondere der feinfühlige,
höchst detaillierende Hochtonbereich sorgt auch bei der Kompaktbox
für staunende Gesichter. Die Dynamik im Mittel-/Hochtonbereich
muss sich ebenfalls nicht hinter dem Standlautsprecher verstecken, was
der PL100 eine hervorragende Eignung als Surroundspeaker attestiert.
Wilde Schusswechsel oder Schockeffekte setzt sie lässig und sehr
direkt um. Hier setzt die PL100 fast schon genauso die beinahe
unbändigen Kräfte wie ihre große Schwester frei,
allerdings machen sich unterhalb 100Hz dann doch die Grenzen der Physik
bemerkbar, wo sie dann nicht mehr das Niveau mitgehen kann. An der
gebotenen Bass-Auslegung scheiden sich die Geister: vom Charakter
ähnelt sie der GS-10. Auch dieses Modell ist nicht darauf
ausgelegt, extrem tiefe Frequenzen zu erreichen, sondern
beschränkt sich auf eine Wiedergabe bis ca. 65 Hz, gleicht diesen
Malus jedoch durch eine dezente Anhebung wieder aus. Durch diese
Auslegung wirkt die PL100 mit vielen Titeln sehr erwachsen und
lässt einen Subwoofer nicht vermissen. Die hohe Präzision und
Staffelung der Bässe ist dabei für eine Regalbox
hervorragend. Ebenso die Pegelfestigkeit, denn auch mit hohen Pegeln
sind der PL100 keine störenden Strömungsgeräusche an der
BR-Öffnung zu enlocken. Einzig für Freunde von Musik mit sehr
tiefen Basseinlagen könnte ein Paar PL100 ohne zusätzliche
Subwoofer nicht für grenzenlose Begeisterung sorgen. Tiefe
Orgeltöne bringen Regelboxen generell nicht so imposant und
"schwarz" rüber, wie dies bei den meisten Standlautsprechern der
Fall ist. Einzig die Isophon Galileo wäre diesbezüglich als
Ausnahme zu nennen, weil sie einen integrierten Band-Pass besitzt und
sehr tief (ca. 40Hz) herunterreicht. Doch von der Bassdarstellung
einmal abgesehen, kann sich die PL100 mit der Galileo (unserem
Regallautsprecher Masterpiece !) in allen anderen Bereichen mindestens auf
Augenhöhe duellieren. Sowohl mit Klassik-, Orchester- oder
Rockmusik schlägt sich die PL100 grandios und inszeniert die Musik
(wie schon die PL300) sehr lebendig bzw. authentisch. Ein
Sinneserlebnis erster Güte stellt das kleinformatige
Lautsprecher-Paar auch wegen der eindrucksvollen Raumkulisse dar, die
es beim Abspielen von Musik-CDs im Hörraum aufbaut. Hier befinden
sich alle Akteure bzw. Instrumente glaubwürdig im Hörraum
positioniert und kleben nicht an den Schallwänden. Generell wartet
der kleinste Spross der Monitor Audio-Famlie mit derselben Portion
Rythmik und Spielfreude auf, wie schon der faszinierende
Standlautsprecher. Die Musik wird mit beiden
Schallwandler-Ausführungen in den Mittelpunkt gestellt und bleibt
in ihrer künstlerischen Ursprungsform erhalten.
Naturgemäß bietet die PL300 dank der 3-Wege Technik nicht
nur überlegene Substanz und Fülle bei der
Tiefbassdarstellung , sondern auch etwas mehr Stimmvolumen bzw.
Präsenz im Mitteltonbereich. Die
fantastische Klanghomogenität der PL300 wird wegen des
leicht angehobenen Bass- und Hochtonbereichs nicht ganz erreicht, doch
nur die allerwenigsten Kompaktboxen verfügen über eine
wirklich gnadenlos neutrale Abstimmung. Für sich alleine
betrachtet, liefert auch die PL100 enormen Hörspaß und
schlägt mit audiophilem Informationsreichtum eine Brücke
zwischen Technik und Hörer.
Klangeindruck PL350-C:
Wenn Sie ein echter Heimkino-Freak sind, haben Sie sicherlich gleich
diesen Abschnitt anvisiert und lesen erst danach die
Klangbeschreibungen der beiden anderen Modelle - schließlich ist
der Center der wichtigste Schlüssel zum Film-Genuss, zumal der
PL350-C ja auch schon optisch sehr viel verspricht und die Blicke auf
sich zieht. Sobald eine gut abgemischte DVD im Player rotiert, vergisst
man den Centerspeaker jedoch recht schnell wieder, denn die
Stimmwiedergabe ist derart authentisch und realistisch, dass der Klang
buchstäblich mit dem Film verschmilzt. Zum absoluten
Heimkino-Glück trägt der PL350-C noch dazu bei, indem er
extrem viele Rauminformationen in die Gehörgänge seines
Publikums gibt. Die Protagonisten sprechen somit nicht nur einfach aus
dem Lautsprecher heraus, sondern scheinen direkt im Hörraum zu
stehen. So wird Heimkino zum emotionalen Erlebnis und erreicht eine
sehr eindringliche Wiedergabe.

Selbst der (gute) GS-LCR stellt im Vergleich zum PL350C optisch und klanglich ein Fliegengewicht dar.
Eigentlich gibts es nicht Leichteres,
als die Qualität eines Centerspeakers zu ermitteln. Zum Einen muss
er jegliche Stimmen absolut glaubhaft und realitätsgetreu abbilden
können, und zum Anderen muss er tonal unaufällig sein, damit
er sich nicht von der restlichen Klangkulisse abhebt. Beides trifft
beim PL350-C in höchstem Maße zu. Gleichwohl, ob die
zarte Elbenfee "Arwen" oder der knurrige Ritter "xx" etwas zu
verkünden haben: der PL350-C nimmt sich den individuellen
Stimmprofilen mit bedinungsloser Hingabe an und liefert eine
präzise Artikulation sowie eine atemberaubenden
Informationsdichte. In Kombination mit der fantastischen Raumabbildung
und einer hervorragenden Feindynamik lässt er keine akustischen
Wünsche offen. Sicherlich ist es in vielen Fällen nicht
einfach solch einen groß dimensionierten Centerspeaker
unterzubringen, doch wer einmal der Faszination dieses Lautsprechers
erlegen ist, wird sich eher Gedanken um eine Neugestalung der Wohnwand
machen, als sich ein anderes Modell zu bestellen. Zweifellos steht hier
der beste Centerspeaker, den wir jemals getestest haben. Selbst ein
herausragendes Gerät wie der Isophon Solaris oder der Pioneer
S-7EX sind weit davon entfernt, so universell und "komplett" zu
klingen. Der Solaris zB. besitzt zwar ebenfalls eine bemerkenswerte
Sprachverständlichkeit bei Frauenstimmen, kann aber nicht ganz das
Niveau an exakt umrissenen, tiefen Männerstimmen bieten, wie der
PL350-C und spielt etwas unsauberer im unteren Mittenbereich. Die hohe
Neutralität und universelle Einetzbarkeit prädestiniert den
PL350-C selbstverständlich auch für musikalische Anwendungen.
Gleichzeitig aber beschränkt er sich nicht nur auf eine
möglichst detailgetraue Stimm-/Gesangswiedergabe, sondern geht
auch hinsichtlich Wucht und Dynamik das Niveau der PL300 voll mit !
Auch bei Basseffekten schütelt der PL350-C noch Frequenzen aus den
Ärmeln (bzw. Membranen), die so manch größere Standbox
die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Wir haben in der
Praxis keinen wahrnehmbaren Unterschied zur PL300 feststellen
können, so dass eine Subwoofer-Unterstützung ungefähr so
notwendig ist, wie einen Sonnenstudio in der Sahara. Kurzum: solch
einen kompromisslosen und hervorragenden Centerspeaker haben wir
schlichtweg noch nie zuvor erlebt.
Pegelfestigkeit:
Wenn Sie in Ihrer Nachbarschaft einen Anwohner dabei "erwischen",
wie er gerade eine Lieferung Platinum Lautsprecher von seinem
Händler in Empfang nimmt, können Sie schon einmal anfangen,
darum zu beten, dass er ein rücksichtsvoller Zeitgenosse ist. Die
Kombination aus günstigem Wirkungsgrad und einer enormen
Pegelfestigkeit verleiht der der neue Monitor Audio Luxus-Serie
absolutes Killerpotential in Bezug auf nachbarschaftlich harmonische
Beziehungen. Dies können wir (leider) sogar auch aus eigener
Erfahrung bestätigen, denn beim Ausloten der Belastungsgrenzen
gelang uns erstmalig das "Kunststück" eine Bekanntschaft der
unfreundlicheren Art mit Bewohnern der anderen Straßenseite zu
schließen. Sehr trügerisch ist die Tatsache, dass man
schlichtweg kaum merkt, wie sehr man sich beim Musikhören
ständig steigert und irgendwann Lautstärkeregionen ansteuert,
die so mancher Vorstadtdisko die Schamesröte ins Gesicht treiben
würden. Besonders die PL300 und der PL350C schütteln
heftigste Pegel mit einer Lockerheit aus dem Ärmel, dass man
selbst als gestandener Heimkinoprofi ins Schwärmen gerät.
Selbst die auf Pegel und Dynamik gezüchteten THX UltraII-Sets
können das nicht überbieten. Und im Gegensatz zu einem
klassischen THX Sub-/Sat klingen die Platinum-Lautsprecher nicht
einfach nur laut, sondern verwöhnen das Ohr mit feinsten,
audiophilen Tönen. Und noch ein Vorteil: während viele (auch
hochpreisige) Schallwandler erst bei einer Bassabtrennung richtig
loslegen, verdauen PL300 und PL350C auch den vollen Frequenzbereich und
machen nicht vor Bass-Attacken schlapp. Für die PL100 gilt dies
natürlich nur eingeschränkt. Für ihre Größe
verbringt auch dieser kleine Regallautsprecher durchaus erstaunliche
Leistungen, aber um mit den deutlich großvolumigeren Kollegen
mithalten zu können, bedarf es schon einer Konfiguration auf
"small". Wer das kleine Schmuckstück von Frequenzen unterhalb 80Hz
befreit, wird sich fortan über eine ebenfalls herausragende
Pegelfestigkeit und Dynamik erfreuen können. Bei richtiger Auf-
bzw. Einstellung kann dieses 5.1 Setup (in Verbindung mit
adäquater Elektronik) eigentlich jede haushaltsübliche
Raumgröße locker beschallen. Selbst bei sehr
großen Wohnzimmer- bzw. Heimkinoräumen jenseits der
40m² ist das Monitor Audio Ensemble weit davon entfernt schlapp zu
machen und hüllt auch üppig dimensionierte Hörbereiche
mit einem raumfüllenden Klang aus.
Surround-Homogenität:
Für wahre Mehrkanalfreunde stellt auch diese Disziplin eine
sehr wichtige Kategorie dar. Was nützen einem
schließlich die besten Einzelakteure, wenn das Zusammenspiel
schlichtweg nicht funktioniert ? Anschauliche Beispiele finden sich
zuhauf im professionellen Fußballsport und zeigen
eindrücklich, dass eine Gesamtharmonie oftmals deutlich wertvoller
als Einzelfähigkeiten zu bewerten ist. Nun - die indivduellen
Leistungen des Platinum-Ensembles stehen mittlerweile außer
Frage, so dass sich für einen vollendeten Surroundgenuss nunmehr
lediglich die Gesamtabstimmung als gelungen erweisen muss. Um jene
Eigenschaft zu überprüfen, wählten wir verschiedene
anspruchsvolle DVD-Sequenzen, die selbst hochklassige Hardware vor
große Herausforderungen stellt.
- Ambra Honour Glory Track "Signs of Love" DTS-ES Discrete 6.1
Mit einem lauten Donnerschlag beginnt diese DVD und lässt die
Tieftöner der Testprobanten erzittern. Wer nicht gerade sehr
tiefstbassfixiert ist, wird hierbei zu keinem Zeitpunkt einen normal
dimensionierten Subwoofer verzichten. Selbstverständlich
können aber selbst die PL300 keine Tieftonmeister vom Schlage
eines A.C.T. AL4x3 arbeitslos machen. Die hervorragend abgemischte
DVD-Sequenz wird fortgesetzt von einer Frauenstimme, die zweimal
um den Hörer kreist und dabei jeweils komplett aus einem anderen
Kanal kommt. Bei dieser, sehr anspruchsvollen Stelle haben wir zwei
Beobachtungen machen können: zunächst einmal zeigt sich hier
eindrucksvoll, wie groß die Homogenität innerhalb der
Frontachse zwischen Center und den beiden PL300 wirklich ist. Hier sind
nicht einmal die kleinsten tonalen Unterschiede festzustellen.
Würde man die Augen schließen, würde man sofort
glauben, dass hier drei identische Lautsprecher am Werk sind. Leider
haben wir jedoch auch eine entgegengesetzte Beobachtung hinsichtlich
der Balance zwischen Rear- und Frontachse machen müssen: die PL100
besitzt eine etwas mildere Mitteltonabstimmung und stellt die Stimme
nicht ganz so souverän in den Raum. Die Transparenz und Detaillierung diverser
Effekte liegt bei hohen Frequenzen auf einem Niveau mit den
Frontlautsprechern, allerdings ist die unterschiedliche Anbindung des
Mitteltöners heraushörbar, was manche Instrumente bzw.
Effekte beim Übergang zwischen Rear- und Frontbereich in ihrer
Fülle bzw. Klangfarbe leicht schwanken lässt. Dieser Umstand
ist jedoch bei solch einer unterschiedlichen Bestückung
völlig normal und fällt sogar verhältnismäßig
gering aus. Trotzdem ist nicht wegzudiskutieren, dass das hohe
Gesamtklanggefüge dieser Seqzuenz durch die PL100 limitiert wird. Dieser
Umstand wirkt sich in der Praxis hingegen deutlich weniger aus, als
dies nun vielleicht den Anschein haben könnte, schließlich
ist es sehr selten, dass eine vergleichbare Surroundszene abgebildet
wird. Meist sind die rückwärtigen Lautsprecher lediglich mit
Split-Effekten oder Musikwiedergabe beschäftigt.
- Jean Micheal Jarré in China, Track 07 DTS
Dieses Stück beinhaltet größtenteils tranceartige
Hochtonelemente, die in einem wahren Effektgewitter auf alle
Lautsprecher losgelassen werden. Das Verschieben dieser Klangereignisse
gelingt dem Surroundset fabulös. Die Übergange sind
fließend und erlauben keine direkte Zuordnung einzelner
Kanäle. Jeder Lautsprecher löst den Schall derart transparent
und räumlich von sich ab, mit dem Ergebnis dass die auditive
Wahrnehmung des Puplikums nur noch ein extrem durchsichtiges,
diffizielles Gesamtklangefüge wahrnimmt und nicht mehr auf
einzelne Akteure achtet. Zusätzlich punkten die Monitor Audio
Lautsprecher durch eine besonders dynamische Einarbeitung
sämtlicher Elemente, wie beispielsweise den Keyboard-Einsatz bei
Minute 27:00. Diese Stelle wird von vielen anderen Surround-Sets
völlig anders umgesetzt, indem sich das Keyboard in die
vorherrschende Beschallung eingliedert - die Platinums (und
beispielsweise auch das Isophon EuropaII Surround-Set) beherrschen
jedoch die seltene Gabe, hier nochmal eins draufzusetzen und inmitten
der komplexen Klangstruktur nochmal die Dynamik aufzubringen, das
Keyboard maßvoll zu pointieren.
Eine weitere herausragende Insezenierung (jedoch mit inhaltlich
völlig anderen Schwerpunkten) stellt Track 14 dar. Unserer Meinung
nach, eines der absoluten Highlights dieser DVD und ein Muss für
jeden ambitionierten Surroundfan. Es beginnt schon mit der Darstellung
der begeisterten, chinesischen Zuschauermenge, die selbst bei hohen
Abhörpegeln nicht stechend oder lästig wiedergegeben wird,
wie es leider bei vielen Systemen sehr schnell der Fall ist. Richtig
interessant wird dieses Stück, sobald der französische
Künstler (buchstäblich) in die Lichtorgel greift: die exakt
getroffenen und klar definierten Klangfarben sorgen mit der impulsiven
Gangart für Adrenalinschübe, was wenig später noch
gesteigert wird, wenn mehrere feinaufgelöste Geigen bzw. Cellos
über die Rearkanäle sanft hinzustossen und das Klangerlebniss
abrunden. Über den künstlerischen Wert der daraufhin
folgenden Sängerin kann man geteilter Meinung sein. ( Der Author
dieses Berichts gibt gerne zu, sich zu wünschen, dass diese
Hebebühne ruhig noch ein paar hundert Meter höher
ausfährt, damit diese Aushilfs-Primadonna auf dem Mond
weitersingen kann...) Fest steht hingegen, dass sich der PL350-C dieser
vokalen Herausforderung mit Bravour annimmt und das "Gekreische"
unaufgeregt sowie erträglich rüberbringt. Die gelegentlich
eingeflochtenen Tiefbass-Staffeten (meist simultan zur E-Gitarre)
finden ebenfalls ihren richtigen Platz im Gesamtklangbild und
fügen sich harmonisch ein.
- Kill Boll Volume 1 , DTS
Nachdem die beiden vorangegangenen Beispiele sich hauptsächlich
musiklastigem Material bedient haben, möchten wir die
Platinum-Range nun auch anhand eines Filmbeispieles weiter
charakterisieren. Hierfür wählten wir mit Kill Bill Vol.1
einen der besten Quentin Tarantino Filme der letzten Jahre (Death Proof
vergessen wir mal lieber gleich komplett...). Direkt am Anfang, noch
bevor Bill einen Vortrag über seine sado-masochistischen Neigungen
abhält, nutzen die Monitor Audio Lautsprecher die Gelegenheit,
sich durch subtile Informationsvermittlung in Szene zu setzen:
während sich der Namensgeber des Filmes mit stolzen Schritten
seines Opfers nähert, hört man sowohl das Knarzen der
Lederschuhe, als auch die Laufgeräusche äußerst
präzise heraus. Fast könnte man Angst bekommen, dass der Chef
diverser Auftragskiller ein Besuch in den heimischen vier Wänden
abhalten wollte, so realistisch und authentisch werden die
Umgebungsinformationen über sämtliche Kanäle
wiedergegeben. Doch nicht nur für die leisen, feinen Momente der
DVD eignet sich das Platinum-Set hervorragend: wenig später in
Kapitel 1.2 entscheidet sich Beatrix Kiddo zu einer Stippvisite der
etwas anderen Art und macht einen Abstecher bei einer alten "Freundin",
um mit ihr eine schlagkräftige Auseinandersetzung (zum Leidwesen
der Wohnzimmer-Möblierung) zu halten. Die hierbei auftretenden
"Meinungsdivergenzen", beschäftigen jeden einzelnen
Surroundlautsprecher. Das zerborstene Glas vom Couchtisch oder dem
Bilderrahmen wird mit hohem Detaillierungsvermögen umgesetzt, und
als sich die beiden Frauen gegenseitig auf den Boden schmeissen,
flechtet das Set auch eine unkomprimierte sowie nahtlose
Einarbeitung der Basseffekte in die Wiedergabe ein. Absolute
Gänsehautatmosphäre zaubern die Lautsprecher dann
spätestens beim finalen Showdown in den Vorführraum. Kurz
nachdem sich die gelb bekleidete Kämpferin durch den halben
Bestand der japanischen Samurai "gemetzelt" hat, darf sie sich O-Ren
Ishii gegenübersehen und zückt siegessicher ihre blitzende
Hatori-Hanzo-Klinge. Mit dem Messer zwischen den Zähnen geht
hingegen auch das Platinum-Set in dieses Duell. Anders kann man es
nicht erklären, wie bissig und durchtrainiert jedes
Schallereigniss aufgenommen wird. Die berstenden Kantana-Klingen lassen
einen unweigerlich zusammenzucken und tragen die tödliche
Rachsucht beider Akteure direkt in die Gehörgänge.
Andererseits sind in den kurzen Dialog-Sequenzen auch die sanft
rieselnden Schneeflocken kristallklar herauszuhören, zumal auch
die stimmungsvolle Musik dieses cineastischen Meisterwerks, das
Geschehen stimmungsvoll umrahmt. Dank des feingliedrigen und zugleich
entschlossenen Zusammenspiels wird Heimkino zum unvergesslichen
Erlebnis. Das Platinum-Ensemble setzt die Akustik derart intensiv und
eindringlich-natürlich um, dass man auch lange nach dem
Film-Genuss noch von der Atmosühäre eingenommen ist und am
liebsten gleich mit der nächsten DVD in das Heimkino setzen
möchte.

An dieser Stelle möchten wir auch Vergleiche zu anderen
hochwertigen Surroundsystemen liefern, so dass Sie die Platinum-Range
noch besser einordnen können.
Beginnen wir mit einem Herausforderer aus dem eigenen Hause, dem
Gold Signature System mit GS-60, GS-10 sowie dem GS-LCR. Für einen
Gesamtpreis von 6800 Euro kann man gegenüber einem vergleichbar
ausgestattetem Platinum-System mehrere tausend Euro sparen.
Sämtliche Komponenten haben in unseren Tests brilliert und
definieren die Referenz in der Oberklasse. Was hier an Klangkultur
sowie Detaillierung geboten wird, kommt selbst so manchem High-End Set
bedrohlich nahe. Die GS-60 Standlautsprecher spielen straff, direkt und
analytisch - der GS-LCR darf sich ebenfalls mit diesen Attributen
schmücken. Die Ausnahmestellung wird zusätzlich durch die
enorme Pegelfestigkeit, die kleinen Gehäuseabmessungen sowie den
genügsamen Anforderungen an die Elektronik gefestigt. Trotzdem
reicht es nicht, um der Platinum-Serie Kunden streitig zu machen. Ganz
im Gegenteil - ein Upgrade von GS auf Platinum dürfte sich
für anspruchsvolle Ohren sogar in vielen Fällen lohnen: die
Klangauslegung ist nicht mehr ganz so scharf und direkt, zugleich aber
noch detailreicher und nachdrücklicher. Die von Manchen als etwas
schlank und nüchterne empfundene Charakteristik der GS-Serie
findet sich bei den Platinum-Modellen nicht mehr. Zusätzlich
warten die Modelle der Platinum-Range mit einer jeweils noch
tiefreichenderen und intensiveren Basswiedergabe, dem vorzüglichen
Bändchenhochtöner als auch einer noch transparenteren,
gefühlvolleren Spielweise und besseren Raumausleuchtung auf. Im
Surroundbetrieb erweist sich zudem auch die höhere Pegelfestigkeit
und die schlagkräftige Grobdynamik als gewichtiges Argument
heraus. Insgesamt können wir trotz des immensen Preisunterschiedes
ein klares Votum zugunsten der Platinum-Serie aussprechen.
Insgesamt 16.800 Euro wechseln für ein vergleichbares
Pioneer EX 5.0 System den Besitzer. Obwohl beide Surroundsysteme
einen ähnlichen Betrag kosten, dürften sie sich gegenseitig
wenig Kunden streitig machen. Abgesehen von der optisch völlig
unterschiedlichen Anmutung, geht das Pioneer Pintett einen akustisch
etwas anderen Weg. Trotz einer hervorragenden Hochtondetaillierung
(dank des Beryllium-Hochtöners) hegen die Pioneer-Lautsprecher
keine großen Ambitionen, als Präzisionskünstler
aufzutreten. Sie suchen ihr Heil eher in einer feingliedrigen,
sensiblen
Brillanz, die sich durch ein etwas subtileres Klangbild auszeichnet.
Das Umsetzen von knallharten Beats bzw. Effekten bringen die
Platinum-Lautsprecher rücksichtsloser in das Auditorium. Auch an
die Pegelfestigkeit kommt das Pioneer-Set nicht ganz heran, wobei wir
uns hier auf einem Niveau befinden, welches ohnehin nur die Wenigsten
komplett ausschöpfen können. Viel wichtiger für die
Hörpraxis ist da schon eher die grandiose Homogenität
innerhalb der Front-Achse, wo sich das EX-Set ebenfalls knapp
geschlagen geben muss. Stereo-/Musikliebhaber finden sowohl in der
PL300 als auch der PL100 eine etwas überlegene Mittenwiedergabe -
hier kommen die Pioneer-Pendants nicht vollends an die akustische Tiefe
bzw. Aussagekraft ihrer Konkurrenten heran. Auch das
Die absolute Top-Referenz darf in diesem Vergleich
selbstverständlich nicht fehlen: das Isophon 5.0 Set bestehend aus
einem Paar EuropaII, dem Centerspeaker Solaris sowie 2 Galileo als
Rearspeaker. Insgesamt wechseln hierfür rund 15.000 Euro (je nach
Ausführung) den Besitzer. Unterm Strich liegt das schwäbische
Schallwandler-Ensemble hingegen deutlich überhalb des
Platinum-Sets, weil sehr starke Endstufen notwendig sind, um das
Klangpotential ausschöpfen zu können. Dank diesem Umstand
bleibt Monitor Audio in der Endabrechnung knapp vorne, denn jedes
System besitzt seine eigenen Stärken, die sich weitesgehend
egalisieren. Die Tiefbass-Wiedergabe der EuropaII und der Galileo
übertrumpfen ihre britischen Pendants um eine Nasenlänge, auf
der anderen Seite ist der PL350-C eine Klasse für sich. Die
Pegelfestigkeit kann bei beiden Systemen als mustergültig
bezeichnet werden, was auf die Homogenität zwischen Rear- und
Frontspeaker leider nicht ganz zutrifft. Hier ist in beiden Fällen
bemerkbar, dass die Regallautsprecher nicht auf unbedingt primär
auf eine Surroundergänzung zu den Frontspeakerrn entwickelt
wurden, sondern hauptsächlich in der Funktion als Solist
überzeugen sollen. Beide Systeme können getrost als
Speerspitze der audiophilen Mehrkanalsysteme betrachtet werden und
liefern die Emotionen und Dramtik von Luke Skywalker und Co. mit
ungeheurer Intensität und Ausdrucksstärke in das Heimkino.
Fazit:

Trommelfellmassage gefällig ? Die neue Monitor Audio
Platinum Serie verwöhnt dank ihrer herausragenden
Klangeigenschaften die Gehörgänge in ganz besonderer
Weise. Die Surroundvorführungen bescheren ein solches
Gänsehaut-Feeling, wie es nur absoluten Ausnahme-Systemen
vergönnt ist. Die hervorragende Abstimmung zwischen Front-
und Centerspeaker ergänzt sich im Mehrkanalbetrieb zu einem
unschlagbaren,
harmonisierendem Team und potenziert den Hörspaß.
Doch auch für Zweikanal-Liebhaber hängt der Himmel voller
Geigen: die PL300 streicheln die Hörgänge in allen
Frequenzbereichen mit einer nachdrücklichen, aber zugleich auch
kultivierten und angenehmen Spielweise. Er zeigt, dass auch es auch
High-End Lautsprecher gibt, die mit jeder Art von Musikmaterial bzw.
Anforderungsprofil zurechtkommen und nicht nue Klassik- oder
Jazzhörer ansprechen. Besonders gut gefällt uns der hohe Grad
an Detaillierung, Dynamik und die präzise sowie tiefe
Bassdarstellung. Am letztgenannten Punkt muss man bei der PL100 zwar
kleine Abstriche hinnehmen, doch ansonsten kann auch der kleinste
Spross der Platinum-Familie überzeugen und bietet großen,
weiläufigen Klang für Genießer.
Selbstverständlich stellt die Preis-/Leistungsbewertung bei
solch einem High-End System immer ein zweischneidiges Schwert dar:
einerseits löst die klangliche Darbietung fast schon grenzenlose
Begeisterung aus, doch letztendlich muss man erst einmal die xxx
Euro verdienen bzw. ausgeben. Dass dieses System nicht automatisch
viermal besser als ein gutes Surround-Set aus der 4000 Euro Preisregion
klingt, dürfte niemanden ernsthaft überraschen. Insofern
möchten wie Sie bitten, unsere P/L-Wertung im Kontext des
Preisbereiches zu sehen: das was Monitor Audio hier für rund
15.000 Euro bietet, kennen wir ansonsten nur von Systemen die für eine
vergleichbare Gesamtklanggüte meist einen deutlich tieferen Griff
ins Portemonnaie abverlangen. Angesichts der akustischen Leistung
wäre es jedoch unangebracht, im Vorfeld lediglich über die
finanziellen Faktoren dieser Schallwandler zu debattieren - manchmal
muss man die Betrachtungsweise primär auf die Lebensqualität
bzw. das Erlebniss fokussieren. Wenn alles auf dieser Welt nur
kalkulatorisch und nüchtern betrachtet würde, wären
die schönsten Dinger unserer Gesellschaft wohl nie realisiert
worden, und beispielsweise die Apollo11 Mission würde nur als Bleistift-Skizze
eines visionären Wissenschaftlers bestehen. Wer also im Heimkino
nach den Sternen greifen möchte, sollte sich zu einen
Hörtermin beim MA Platinum-Händler einfinden und sich in die
Tiefen der unendlichen Klangwelten entführen lassen.
Genuss-Inflation auf höchstem Klangniveau. Dank Top-Verarbeitung
und fairer Preisgestaltung
erklimmt die Platinum-Serie den Herrscherthron im Land der audiophilen Sinne.
Monitor Audio Platinum 5.0 Surround-System
High-End Klasse, Preis xxx Euro
Preis-/Leistung:          
+ detailreicher, klarer Klang
+ hervorragende Bass-Performance von PL300 und PL350-C
+ fulminante Homogenität zwischen Center und Stand-LS
+ Schallereignisse werden räumlich vom LS losgelöst
+ überdurchschnittliche Pegelfestigkeit und Dynamik
+ aufwändiger technischer Aufbau
+ ausgezeichnete Verarbeitung
+ faires Preis-/Leistungsverhältnis
- (noch) keine große Auswahl an Ergänzungsmodellen
- wenig Auswahl bezüglich der Oberflächenausführungen
- Klangbalance zwischen PL100 und PL300 größenbedingt nicht perfekt
- lieferbarer PL100 Ständer zu etwas niedrig für Surroundzwecke
- großer Platzbedarf, speziell beim Centerspeaker
Interview:
Die Monitor Audio Platinum Serie erweitert das Portfolio in bislang
gänzlich neue Preisbereiche für ihre Firma. Wie können
wir uns die Herangehensweise an die Entwicklung vorstellen ?
Schließlich müssen die Entwickler bei null anfangen
und können nicht einfach auf Erfahrungen von
Vorgängerversionen zurückgreifen.
Welches Entwicklungsdetail stellte sich am Herausfordernsten heraus
- bzw. gab es einen Aspekt, dem man bei der Entwicklung eine ganz
besondere Bedeutung zugemessen hat ?
Gegenüber den meisten direkten Mitbewebern setzen sich die
Platinums schon optisch sehr ab (Leder, relativ breite
SChallwände). Steht hier hauptsächlich die eigenständige
Optik im Fokus, oder waren es vornehmlich technische Aspekte, die zu
den Gehäuseproportionen und Materialauswahl führten ?
Im High-End Lautsprecherbau gibt es ebenfalls sehr viele Anbieter,
die
sich ihre Chassis nicht selbst bauen und stattdessen lieber Zukaufteile
von spezialisierten Zulieferern einsetzen. Monitor Audio fertigt
hingegen selbst. Wäre es beispielsweise bei dem neuen
Bändchenhochtöner keine Alternative gewesen, auf bestehendes
Know-How anderer Firmen zurückzugreifen ?
Wie defininieren Sie die Zielgruppe ihrer neuen Lautsprecher-Range ?
SInd hier bestimmte Hörgeschmäcker/Anwendungsfälle oder
gar Märkte anvisiert ? Ich kann mir vorstellen, dass ein
export-orientiertes Unternehmen wie Monitor Audio mit sehr vielen
Kundenimpressionen/Wünschen konfrontiert wird und es
dementsprechend schwer, es allen recht zu tun.
Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:
Dieser AREA DVD High-End Test wurde durchgeführt mit Kabeln von:

Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:

Text, Test und Redaktion:
Lars Mette
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