Test: Monitor Audio Platinum 5.0 Surround-System 

(Datum - LM )



Am xxx betrat Neill Armstrong als erster Mensch den Mond und läutete damit ein neues Kapitel der Weltgeschichte ein. Ganz so große Auswirkungen dürfte die neue Platinum-Modellreihe von Monitor Audio mit Sicherheit zwar nicht hervorrufen, doch im Makrokosmos der Lautsprecherindustrie gleicht dieses Unterfangen für den britischen Hersteller ebenfalls dem Betreten einer neuen Welt. 1972 als einer von vielen Anbietern im englischen Lautsprechermarkt gestartet, entwickelte sich Monitor Audio zu einer global sehr bekannten Marke. Das Produktportfolio wurde stets von der Firmenphilosophie geprägt, klanglich neutrale und hochwertige Lautsprecher zu fairen Preisen anzubieten. Durch die Modellreihen Bronze, Silver und Gold deckt Monitor Audio vom gehobenen Einstiegsbereich bis hin zur Oberklasse einen Großteil vom Markt sehr erfolgreich ab und erlangte weltweit zahlreiche Referenzprädikte sowie Preis-/Leistungsauszeichnungen. Auch im Rahmen unserer AREADVD-Tests haben wir entsprechende Prädikate schon häufig an Monitor Audio vergeben - insbesondere die aktuelle Gold Signature Serie (5.0 Set mit 4 GS-60 Standlautsprecher + GS-LCR Centerspeaker für 6.800 Euro) setzt in seiner Preisklasse nachhaltige Akzente. Doch bekanntermaßen geht eben immer noch ein Stückchen mehr - ob es nun der neu aufgelegte Audi RS6 ist, der nochmal xxx PS mehr bietet als das bisherige Topmodell, oder top-moderne High-End PC Grafikkarten mit bis zu einem Gigabyte Speicher: nach oben sind die Grenzen (fast) immer offen und fordern Entwickler und Wissenschaftler heraus, die Grenzen des Machbaren aufs Neue zu verschieben.



Wenn Sie es nicht schon von der Namensgebung abgeleitet haben, so dürfte Ihnen spätestens jetzt klar sein, dass die neue Platinum-Range nicht dafür geschaffen wurde, die Sperrholz-Paletten in diversen Elektromärkten zu bevölkern, sondern den Anspruch verkörpert, auf allerhöchstem Niveau zu spielen. Unter diesem Umständen sollte auch der Preis betrachtet werden: unser 5.0 Test-Setup besitzt einen Wert von exakt xxx Euro (ohne die oben abgebildeten Stands). Die Zusammenstellung im Einzelnen:

Standlautsprecher PL300 - Stückpreis xxx Euro. Dieses Modell stellt das Flaggschiff der Platinum-Serie dar: satte xxx Kilo Gewicht und ein selbstbewusstes Auftreten, machen schon optisch klar, dass sie sich keineswegs vor ihren Mitbewerbern verstecken will. Zwei charakteristische Merkmale der Platinum-Serie fallen beim Betrachten der PL300 sofort auf: die komplett belederte Frontschallwand sowie der neuentwickelte Bändchenhochtöner.



Centerspeaker PL350-C -Stückpreis xxx Euro. Die Zeit der kleinen Center ist vorbei, denn mit diesem Modell spricht Monitor Audio ein eindeutiges Bekenntniss zum kompromisslosem Mehrkanal-Erlebnis aus. Der PL350-C wurde speziell als Ergänzung für die PL300 konzipiert, was sich in einer identischen Chassisbestückung zeigt. Desweiteren sollte er sich aufgrund der horizontalen Anordnung von Hoch- und Mitteltöner auch sehr gut für größere Räume mit entsprechend vielen Zuschauern eignen.


Kompaktlautsprecher PL100 - Stückpreis xxx Euro. Als dritte Kraft im Bunde übernimmt ein Paar dieser Regallautsprecher die rückwärtige Surroundbeschallung innerhalb des Surroundsets. Doch selbstverständlich möchten wir diesen vielversprechenden Schallwandler nicht nur auf die Wiedergabe von Pistolenschüssen oder Explosionseffekte beschränken, sondern wenden uns ebenfalls sehr intensiv seinen musikalischen Eigenschaften als Solist zu.

Innerhalb der Testreihen werden sich die Platinum-Lautsprecher harten Herausforderungen gegenübersehen, schließlich bekommt man im Preisbereich von rund 15.000 Euro bei vielen Anbietern äußerst hervorragende Produkte, so dass es weder leicht und schon gar nicht selbstverständlich sein wird, sich in der Tabellenspitze zu etablieren. Von Pioneer konnte uns das xxxx Set beeindruckend, während im schwäbischen Renningen ebenfalls hervorragendes Surroundkomponenten hergestellt werden (Isophon EuropaII, Solaris, Comet). Dazu kommen noch die absoluten "Preisbrecher", wie etwa das Teufel Theater10 oder das Nubert nuWave125 5.1 System, die für rund ein Drittel des Kaufpreises auch schon eine gehörige Portion Heimkinovergnügen bieten. Wir sind deswegen sehr gespannt, ob das hier vorliegende Platinum-Set nicht nur als Beschallung während des Popcorn-Genusses uneingeschränkt taugt, sondern auch die audiophilen Feingeister im Zweikanalbetrieb überzeugen kann. Lesen Sie hierzu unseren ausführlichen Test. Zur besseren Übersichtlichkeit können Sie die nachfolgenden Links nutzen, um direkt zu den jeweiligen Rubriken zu navigieren.


Verarbeitung:

Die optische Erscheinung der neuen Platinum-Range gibt gleich vom ersten Augenblick an, ein völlig anderes Statement wie die bisherigen Modelle von Monitor Audio ab. Anstelle schlanker, tendenziell eher etwas kleinvolumigen Lautsprechern, verkörpert jedes Mitglied der Platinum-Familie einen unverkennbaren Hang zu Größe und Technik. Durch die recht breiten Schallwände wirkt der visuelle Auftritt sehr kraftvoll und selbstbewusst, wenngleich sie sich dadurch nur noch sehr eingeschränkt für eine dezente Integration in den Hörraum eignen. Die ungewöhnliche Optik wird zudem sehr stark von der belederten Front, sowie den offenkundig zur Schau gestellten Technik (Schrauben, LS-Terminals) geprägt, so dass sie sich vom Großteil der Mitbewerber absetzt. Man muss Monitor Audio zu Gute halten, dass sie keine Einheitsprodukte herstellen, sondern selbstbewusst ihre eigenen Vorstellungen umsetzen, wie ein hochwertiger Lautsprecher auszusehen hat. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass das Design eine polarisiende Wirkung nicht leugnen kann und gleichermaßen Ernüchterung sowie Begeistung auslösen kann.


Die sanft geschwungenen Gehäuse sind in drei verschiedenen Ausführungen erhältlich, wovon sie die Varianten "Rosewood" (Rosenholz, links PL100) sowie "Ebony" (Ebenholz, rechts PL300) oben abgebildet sehen. Wie in dieser Preisklasse üblich, handelt es sich hierbei um Echtholzfurniere. Da Holz ein natürlicher Werkstoff ist und deswegen automatisch Farb- und Strukturschwankungen unterliegt, fertigt Monitor Audio die Modelle PL100 bzw. PL300 Paarweise und lässt die verwendeten Furniere in Handarbeit miteinander "matchen". Dieser Aufwand fällt bei der dritten Oberflächenausführung komplett weg, schließlich kommt bei einem Finish in klassischen Klavierlack-Schwarz kein Furnier zum Einsatz. 


Unabhängig davon, welche der drei Ausführungen der Kunde bestellt - jede Variante glänzt (im wahrsten Sinne des Wortes) mit einer Hochglanzlackierung. Beim Herstellungsprozess werden in mehreren Arbeitsschritten insgesamt 11 Schichten Lack aufgetragen. Nach der Politur funkeln und glänzen die Lautsprecher in beeindruckender Manier. Insgesamt ist sowohl die eigentliche Furnier- als auch die Lackierungsqualität aus ausgezeichnet zu bezeichnen. Im Vergleich zu üblichen Hochglanz-Lackierung (zB. HG-schwarz bei der Gold Signature) darf sich jeder Platinum Lautsprecher über richtigen Klavierlack freuen, was sich nicht nur in einer überlegenen optischen Anmutung äußert, sondern zusätzlich auch die strukturelle Oberflächenbeschaffenheit in Bezug auf Kraftzfestigkeit und Langlebigkeit verbessert.



Auffälligstes Merkmal der PL-Serie stellt zweifelsohne die belederte Schallwand dar. Das mattschwarze Glattleder weist eine makellose Struktur auf und wurde penibel verarbeitet. Aber, obwohl es unserer Meinung nach, optisch hervorragend zu allen drei Gehäuseausführungen passt, ist es etwas schade, dass der geneigte Kunder leider keine Möglichkeit zur Individualisierung besitzt und sich das Leder nicht in einer anderen Colorierung auswählen kann.


Der exklusive Materialmix wird an den beiden Abschlüssen der Schallwand gekonnt fortgesetzt: jedes Modell besitzt zwei solcher blank polierten Aluminiumstreben, die passganeu mit 4 verchromten Schrauben fixiert wird. Hier findet sich auch das Herstellerlogo. Die gesamten Spaltmaße und Übergange zwischen den verschiedenen Gehäuseelementen könnten besser kaum sein. Zwischen Alublende und Gehäusedeckel befindet sich eine dünne schwarze Gummischicht, um die Schallwand noch besser an den Korpus anzukoppeln. Hier könnte man durchaus geteilter Meinung sein, ob man den Gummiwulst nicht vielleicht doch etwas dezenter hätte integrieren können.



Jeder Lautsprecher strahlt eine handwerkliche Meisterleistung aus - mit Ausnahme der Top- und Bodenplatte findet man keine geraden Gehäuseflächen.  Die Übergange zwischen Seitenteil und der Rückwand geschieht absolut fließend und nahtlos, weil Monitor Audio mit Biegesperrholz als Trägermaterial arbeitet und daher viele Elemente gleich komplett in einem Stück fertigt. Dieser Aufwand ist ungleich höher, als die Verleimung einzelner Komponenten und ist deswegen nur in der absoluten Oberklasse zu finden. Die Vorteile für den Kunden bestehen indes nicht nur aus einer bestechenden Optik, sondern zusätzlich auch in überlegenen akustischen Eigenschaften. Mehr Informationen zu diesem Thema finden sie auf der nächsten Seite (technischer Aufbau).



Wo andere Lautsprecher ihre Anschlussterminals in Mulden oder auf der Unterseite verstecken, trägt die PL300 ihre Schnittstellen regelrecht zur Schau - und dies zurecht: selten haben wir eine derart opulent und edle Lösung vorgefunden, wie in diesem Fall. Die verwendeten WBT-Terminals bestehen aus purem Aluminium und weisen einen sehr niedrigen Kontaktwiderstand auf. Jeder der vier Anschlussbuchsen lässt sich sehr leichtgängig sowie akkurat festschrauben und erlaubt die Benutzung von großen Kabelquerschitten als auch Bananensteckern. Wer die Platinum-Lautsprecher nicht per Bi-Wiring/Amping betreiben möchte, findet im Lieferumfang die oben verbauten hochwertigen Bi-Wiring Brücken, welche ebenfalls aus purem Aluminium gefertigt sind und zusätzlich eine Kunststoffummantelung besitzen.


Die Mittel-/Hochtonsektion des PL350C beweist es: jedes Element sitzt genau an der richigen Stelle. die Übergange zwischen den jeweiligen Werkstoffen erfolgt mit höchster Präzision. Die Chassis sind genauso sauber eingepasst, wie die Verlegung der Lederoberfläche. Man kann sich die Lautsprecher aus jedem Blick mit Argusaugen anschauen und findet selbst in den kleinsten Details eine beeindruckene Verarbeitungsqualität vor. Dies ist sehr beeindruckend und unterstreicht nochmals die hohen Anstrengungen des Herstellers, in der absoluten Luxusklasse erfolgreich Fuß zu fassen.



War die letzte Umschreibung noch sinnbildlich gemeint, so widmen wir uns nun tatsächlich der Ankopplung an den Boden. Wie zu erwarten lässt sich Monitor Audio auch in diesem Detail nicht lumpen und spendiert der PL300 eine mustergültige Lösung. Die massive Sockelplatte dient als Grundlage für die Standfüsse. Zwei eloxierte Aluminiumscheiben werden ineinander verschraubt , auf der Unterseite befindet sich die Aufnahme für die verchromten Spikes. Diese Lösung besticht nur noch durch eine gediegene Optik, sondern erweist sich als stabil und lässt sich akkurat justieren, um einen perfekten Stand zu gewährleisten.



Nicht alle technischen Details der Platinum-Serie sind so schön sichtbar, wie die Anschlussterminals oder die Echtlederfront: eine weitere Besonderheit besteht in der magnetischen Halterung für die serienmäßig mitgelieferten Frontgitter. Dies stellt sowohl optisch als auch funktional eine hervorragende Lösung dar. Das stabile Frontgitter als schwarzem Stahl weist eine tadellose Fertigungsqualität auf und besitzt eine hohe Steifigkeit. So sind die edlen Lautsprecher vor neugeriegen Kinderhänden und ähnlichen "Bedrohungen" bestens geschützt. Gleichzeitig wird die Optik ohne Schutzgitter nicht durch Aufnahmelöcher verschandelt. Ähnlich wie in Bezug auf die Lederauswahl müssen wir aber auch hier unser Bedauern über die leider nicht vorhanden Farbauswahl bekunden.


Den hohen Qualitätsanspruch führt der britische Hersteller auch bei den angebotenen Laustsprecher-Stands erfolgreich weiter. Sowohl in Bezug auf die Formgebung , als auch farblich, passen sich die PL100 hervorragend an den technisch (und zugleich edlen) Look der Lautsprecher an. Holzausführung finden sich leider nicht in der Preisliste. Die Ankopplung an den Boden ist vergleichbar mit der hochwertigen Lösung, die wir Ihnen schon bei der PL300 vorgestellt haben. Die rund 70cm Höhe des Stands stellen für Stereohörer eine gute Wahl dar, allerdings schauen Surroundliebhaber in die Röhre, denn höhere Ständer bietet Monitor Audio leider nicht an. 



Dieser Blick in das Verbindungsrohr eines PL100 Stands zeigt sowohl die immense Materialstärke, als auch den rückwärtigen Kabelkanal. Zur Resonanzoptimierung sind die Innenflächen zusätzlich mit einer Bitumenschicht überzogen. Ob der stolze Kaufpreis von xxx Euro/Paar preislich attraktiv ist, muss jeder Käufer für sich selbst entscheiden - zumindest kann man angesichts des hohen Materialeinsatzes nicht davon sprechen, dass Monitor Audio diesbezüglich keinen adäquaten Gegenwert liefern würde, zumal die stabile und sichere Verschraubungsmöglichkeit mit der PL100 einen gewichtigen Pluspunkt darstellt, den man beim Kauf einer Stands abwägen sollte.



Fazit Verarbeitung:

Bei kaum einem anderen Produkt spielt der persönliche Geschmack eine wichtigere Rolle, als bei der vorliegenden Platinum-Serie. Was dem Einen aufgrund der breiten, bulligen Formensprache schlichtweg nicht gefällt, ruft bei anderen Käuferschichten spontane Verzückung ob des technischen Looks und des indivduellen Designs hervor. Insofern möchten wir unsere Wertung nicht als Design-Benotung verstanden wissen, sondern lediglich in Bezug auf objektiv feststellbare Verarbeitungsfaktoren. Fest steht allerdings, dass die Platinums im Gegensatz zu allen anderen Monitor Audio - Serien nicht auf eine zierliche, dezente Formensprache ausgerichtet sind und auch von den Gehäuseabmessungen ein stattliches Erscheinungsbild pflegen. Wer sich Platinum-Lautsprecher in die gute Stube stellt, bekommt nobel verarbeitete Tonmöbel, die dank exklusivem Materialmix (Lederfront, Hochglanzfurnier) und technokratischem Look (Chassis, Spikes etc.) einen einmaligen Flair in den Hörraum zaubert. Wünschenswert wäre lediglich eine noch größere Auswahl an Oberflächenausführungen.

Technische Merkmale der Platinum-Range:

Beim Entwickeln der neuen Platinum-Serie hat Monitor Audio komplett bei null angefangen und ein vollständig neues Produkt konzipiert. So stellt die PL300 auch keine Weiterentwicklung der GS-60 dar und teilt mit seiner kleineren Schwester keine gemeinsame Basis. Äußerlich ist dies schon an den völlig unterschiedlichen Gehäusen und dem Einsatz eines Bändchenhochtöners zu erkennen.  In diversen Herstellungs- oder Komponentendetails fließen hingegen die bisher gesammelten Erfahrungen mit ein: so kommt auch bei der Platinum-Serie die hauseigene C-Cam Technologie oder eine spezielle Form der Bassreflexrohre zum Einsatz, allerdings in jeweils stark fortgeschrittenen Versionen. Generell haben die Konstrukteure alle Freiheiten genießen dürfen, was sich in einer großen und exotischen Materialauswahl niederschlägt. Oberstes Ziel waren bestmögliche Klangeigenschaften - mit welchen Mitteln dies erreicht würde - und welcher Preis heraus resultieren würde, stand zunächst nur an zweiter Stelle. Die hohen Anforderungen an Produktionsgenaugkeit und das enorme technische Know-How dieser Serie haben Monitor Audio dazu bewogen, jedes einzelne Modell direkt in England per Handarbeit zu fertigen. So können Serienschwankungen bzw. Produktionstoleranzen gesenkt werden. In dieser Rubrik beschäftigen wir uns zunächst mit den allgemeinen Eigenschaften der Platinum-Serie und wenden uns anschließend den Besonderheiten der jeweiligen Modelle zu.


Beginnen wir direkt mit den Gehäuseaufbau, denn an diesem Punkt entscheidet sich, welche Arbeitsbedingungen die restlichen Baugruppen vorfinden. Naturgemäß hängen besonders die Chassis in der Wirkungsweise von ihrer Umgebung ab und können nur dann zur Höchstform auflaufen, wenn das Gehäuse akustisch vorteilhafte Eigenschaften bietet. Im Oberklassesegment spricht fast jeder Hersteller in seinen Broschüren von "perfekten" Gehäuseeigenschaften und wenden die unterschiedlichsten Methoden an, um mitschwingende Seitenwände oder Resonanzen zu unterdrücken. Monitor Audio setzt auf eine geschwungende Gehäuseform, um stehende Wellen innerhalb des Lautsprechers zu verhindern. Zusätzlich sorgen Versteifungen für eiine mechanische Stabilität. Die Grundschicht der Außenwände besteht aus einer biegsamen Sperrholzplatte, auf der mehreren Schichten Holzfurnier verlegt sind. Zur zusätzlichen Versteifung befindet sich noch eine Schicht Bitumenmaterial innerhalb der Materialzusammensetzung. Bei der Herstellung werden die Gehäuse in einem Stück zu einem durchgehendem Mantel geformt. Gegenüber einer Konstruktion mit vielen Einzelelementen ein klarer Vorteil, denn Verwindungen zwischen unterschiedlichen Gehäuseteilen können auf diese Weise vermieden werden.



Das Ziel, eine möglichst perfekte Resonanzhemmung zu erreichen, will Monitor Audio mit ihrer neuentwickelten ARC Technik erreichen. Dieses Kürzel steht für Anti Resonance Composite, einem Materialmix aus therisch hergestelltem Polymer-Zusammensetzung und spezieller Mineralienanreicherung. Ähnliche Verfahren werden in der Automobilindustrie angewandt, um Vibrationen aufzufangen. Als vorteilhaft erweist sich nicht nur die resonanzhemmende Charakteristik jenes Werkstoffes, sondern auch seine große Anpassbarkeit bei der Herstellung. Konkave, oder geschweungende Formen sind ohne Probleme realisierbar, daher kommt dieses Material an drei entscheidenen Stellen im Gehäuse zum Einsatz:

- die Trägerplatte der Frontschallwand besteht aus ARC-Material
- innerhalb des Gehäuses als kegekförmige Kammer für den Mitteltöner (siehe PL300 Abschnitt, weiter unten)
- als Grundplatte der PL300 zur Aufnahme von Spikes, LS-Terminals und Frequenzweiche


Damit sowohl das aufwändige Holzgehäuse als auch die ARC-Komponenten ihre volle Wirkung entfalten können, sind Front- und Rücksenseite mit einem ausgeklügelten Verschraubungssystem auf Basis von Stahlbolzen miteinander verschraubt. Solch eine konsequente Lösung findet sich nur bei wenigen Gehäusen, in den allermeisten Fällen vertrauen andere Hersteller auf ein Verkleben der jeweiligen Elemente und setzen höchstens kleine Schrauben zur zusätzlichen Fixierung einiger Komponenten ein. Als kleinen Nachteil bleiben der Platinum-Serie hingegen die sichtbaren Torx-Schrauben auf der Rückseite bestehen, was manchen Kaufinteressenten unter Umständen optisch etwas stören könnte, wenn der Lautsprecher frei im Raum steht.


Die Tief- und Mitteltonmembranen stellen eine technische Delikatesse auf Basis der hauseigenen C-Cam Technologie dar. Als Vorreiter im Bereich der Metalllegierungen wandte Monitor Audio ein Verfahren aus der Luftfahrttechnik an, um Lautsprechermembranen mit Hilfe einer zusätzlichen Keramikschicht gleichzeitig sehr steif aber auch leicht fertigen zu können. Durch strenge Prüfungen im Bereich der Oberflächenbeschaffenheit und der Molekularstruktur werden konstant hohe akustische Eigenschaften sichergestellt. Die zugrundeliegende Technik setzt Monitor Audio schon seit über 2 Jahren in verschiedenen anderen Produktserien ein und hat auf Basis dieser Erfahrungen eine nochmalige starke Verbesserung für die Platinum-Range versprochen.

Aus intensiven Entwicklungsreihen ging die komplett neue RDT-Technologie (Rigid Diaphragm Technic)  hervor, die in Kombination mit der neuesten C-Cam Generation für akustische Freudensprünge sorgen soll. Es ist speziell eine speziell für die neuen Platinum-Lautsprecher konstruierte Membrantechnologie, welche dem Ideal einer hochfesten aber zugleich auch möglichst gewichtslosen Membran noch näher kommen soll. Das Prinzip kann man den Treibern sogar schon äußerlich sehr gut erkennen: die Membran besteht aus einer bienenwabenförmigen Grundgerüst aus Nomex Material. Dieser Werkstoff besteht aus organischen Kunstfasern, die in ähnlicher Form unter dem Markennamen "Kevlar" bekannt geworden ist. Physikalisch betrachtet, besteht Nomex aus einer molekularen Zusammensetzung aus meta-Amidgruppen mit einem hohen Anteil aromatischer Ringe, die mit Hilfe von Wasserstoffbrücken ein über den Ring konjugiertes Doppelbindungs-System bilden. Die aus dieser Zusammensetzung resultierenden Eigenschaften sorgen für eine extrem hohe Festigkeit bei gleichzeitig sehr niedrigen Eigengewicht. Auf dieses Nomex-Grundgerüst werden anschließend hauchdünne C-Cam Schichten, die jeweils gerademal eine Dicke von 0,04 mm ausweisen (Rund die Hälfte eines menschliches Haares). Trotzdem resultierend hieraus eine Gesamtstruktur mit einer Festigkeit, die über 150mal höher als eine konventionelle Aluminiumschicht ist , dabei aber gleichzeitig nur einen Bruchteil der Masse benötigt !

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Für einen kristallklaren Hochtonbereich soll dieses Bändchen sorgen. Hinter einem Schutzgitter versteckt, befindet sich eine hauchdünne Sandwich-Membran mit C-Cam Legierung. Direkt dahinter verläuft ein sehr starkes Magnetfeld auf Basis einer Neon-, Eisen- und Bor-Zusammensetzung. Laut Monitor Audio bietet das Bändchen Vorteile in Bezug auf Stimmwiedergabe, Detaillierung sowie Abstrahverhalten, weil die komplette Oberfläche direkt und simultan ohne Energieverlust angesprochen werden kann. Mit einem Gewicht von gerade einmal 18 Milligramm ermöglicht es sowohl blitzschnelle Impulse als auch die Wiedergabe von Frequenzen bis hin zu Messbarkeitsgrenze von weit über 100 Khz.


Vom Grundaufbau basieren alle drei Lautsprecher auf dem Bass-Reflex System. Diese Technik bietet Vorteile in Bezug auf maximalen Tiefgang, Pegelfestigkeit und Bassdruck, allerdings steht jeder Entwickler vor der Herausforderung auftretende Strömungsgeräusche bekämpfen zu müssen. Außerdem sind Bass-Reflex Lautsprecher in der Regel auch nicht als Präzisionskünstler berühmt geworden, daher setzen viele High-End Firmen mittlerweile auf geschlossene Systeme oder einen Bandpass. Monitor Audio ist sich der Problempunkte der BR-Technik bewusst und entgegnet diesen Umständen mit "HiveII", einer Technologie zur Vermeidung von Turbolenzen und Strömungsgeräuschen. Ein geriffeltes Innendesign soll helfen, den Luftdurchsatz zu beschleunigen und den Luftstrom zu beruhigen.

Der Platinum- Subwoofer ist momentan nicht nicht lieferbar und wird wahrscheinlich erst 2008 seinen Weg in die Heimkinos von Bassliebhabern finden. Der PLW-15 wird momentan mit folgenden Features in den Unterlagen aufgelistet: 1000 Watt Digitalendstufe, Frequenzgang von 16-200 Hz, 1x 15 ´´ C-Cam Langhubchassis mit Dreifach-Aufhängung bei geschlossener Bauweise. Zusätzlich wird eine potente Elektronik dafür sorgen, dass der PLW-15 optimal auf Raum und Hörer eingestellt werden kann: mehrere User-Presettings, einstellbare Low-/Highpass Filter (Flankensteilheit zwischen 6/54db pro Oktave) sowie viele weitere Optionen lassen auf einen großen Wurf hoffen. Informationen über den genauen Preis liegen derzeit leider noch nicht vor, es ist jedoch davon auszugehen, dass er sich zwischen 3500 und 4500 Euro einpendeln wird.

Konstruktionsmerkmale und Besonderheiten der PL300

Im Querschnitt der PL300 ist der Gehäuseaufbau sehr schön zu erkennen. Dieser Lautsprecher arbeitet nach dem klassischen 3-Wege Prinzip. Die Chassisbestückung besteht neben dem Bändchenhochtöner aus einem 4´´ Mitteltöner sowie zwei 8´´ Tieftöner mit Langhub-Treiber. Der dedizierte Mitteltöner verfügt über eine eigene, geschlossene Kammer, die kegelförmig ausgeführt ist und zur Resonanzdämpfung aus ARC-Material besteht. Sein Arbeitsbereich umfasst die Frequenzen zwischen 550 und 4400 Hz. Die beiden Tieftöner arbeiten zusammen und teilen sich das Gehäusevolumen. Wie schon bei anderen Modellen des Herstellers (zB. GS-60) kommen zwei Bassreflexrohre zum Einsatz, die unterschiedlich abgestimmt sind. Zur Verbesserung der Mechanik verfügen die Tieftöner über doppelte Zentrierspinnen, außerdem kommt auch bei diesen Chassis ein sehr starker NeFeB Magnet zum Einsatz. Aufgrund der großen Membranfläche scheint die Herstellerangabe von 28Hz (-3db) realistisch zu sein. Quer durch das Gehäuse verläuft die sogenannte "Pin-Hole" Versteifung, damit die Resonanzarmut weiter optimiert wird. Die Frequenzweiche befindet sich außerhalb des eigentlichen Lautsprechergehäuses, in dem ARC-Sockel. Mit diesem Kniff werden die sensiblen Bauteile der Frequenzweiche vom Lautsprecher sowohl akustisch als  auch magnetisch entkoppelt.


Als Zubehör spendiert Monitor Audio seinen Käufern dieses edle Set mit Schraubenziehern, Reinigungstuch und einer Wasserwaage. Auch zwei Paar Baumwollhandschuhe sowie die Aluminium Bi-Wiring Brücken  finden sich im Karton. Bei einem Kaufpreis von ca. 8.000 Euro / Paar darf man zwar durchaus auch beim Zubehör ein gewissen Niveau erwarten, doch viele Hersteller sind diesbezüglich auch in der Luxusklasse sehr knausrig und verweigern ihren Lautsprechern teilweise sogar ordentliche Spikes.

Zusammenfassung - technische Daten PL300 (Herstellerangaben)

Modell Monitor Audio Platinum PL 300 (Stück xxx Euro)
Aufbau 3-Wege System mit Bassreflex-Technik
Chassisbestückung 1x Hochtöner, Bändchen C-Cam
1x 4´´ Mitteltöner,  RDT, C-Cam, NeFeB Magnet
2x 8´´ Tieftöner, RDT, C-Cam, NeFeB Magnet
Frequenzgang 28 Hz - 100 Khz
Wirkungsgrad 90 db (1W@1m)
Belastbarkeit 300 Watt / Widerstand 4 Ohm
Abmessungen 111,3 x 28,8 x 36,8 cm (B,H,T)
Gewicht 43,2 Kilogramm
Konstruktionsmerkmale und Besonderheiten der PL100

Im Vergleich zur großen PL300 und dem nicht minder dimensionierten Centerspeaker PL350-C muten die PL100 Regallautsprecher schon fast winzig an. Die verwendeten Werkstoffe entsprechen denen der anderen Modelle, so dass sich auch die PL100 über einen C-CAM beschichteten Bändchenhochtöner und die Verwendung von RDT-Membranen freuen darf. Auch die Konstruktionsweise hinsichtlich dass Bass-Systems entspricht den anderen beiden Modellen, was das Bassreflexrohr auf der Rückseite unschwer erkennen lässt. Unterschiede sind hingegen (erwartungsgemäß) in der Chassisbestückung und dem Innenvolumen zu finden. Die PL100 bedient sich eines 6,5´´ Tiefmitteltöners, um alle Frequnzen unterhalb des Hochtöners wiederzugeben. Während die Modelle PL300/350-C das Hochtonbänchen erst bei 4000Hz ankoppeln, verrichtet jene Komponete bei der PL100 schon ab 2800Hz ihre Arbeit. Somit arbeitet der Hochtöner in einen Arbeitsbereich rein, der bei den anderen beiden Modellen noch vom Mitteltöner wiedergegeben wird. Dies muss grundsätzlich keine negative Eigenschaften mitbringen - es soll Ihnen lediglich verdeutlichen, dass die PL100 eine komplett andere Frequenzweichenabstimmung benötigt und deswegen trotz vieler "Familienmerkmale" als eigenständiges Produkt zu sehen ist. Hierfür spricht auch unser Eindruck, dass die PL100 zwar auch eine hohe Surroundverträglichkeit mit PL300/350-C bieten soll, aber primär als Stereolautsprecher konzipiert ist, der für sich alleine betrachtet gut musizieren soll. 

Zusammenfassung - technische Daten PL100 (Herstellerangaben)

Modell Monitor Audio Platinum PL100 (Stück xxx Euro)
Aufbau 2-Wege System mit Bassreflex-Technik
Chassisbestückung 1x Hochtöner, Bändchen C-Cam
1x 6,5´´ TMT,  RDT, C-Cam, NeFeB Magnet
Frequenzgang 42 Hz - 100 Khz
Wirkungsgrad 88 db (1W@1m)
Belastbarkeit 120 Watt / Widerstand 4 Ohm
Abmessungen 37,0 x 22,5 x 28,5 cm (B,H,T)
Gewicht 11,75 Kilogramm
Konstruktionsmerkmale und Besonderheiten der PL100

Der Größenvergleich belegt es eindeutig: Monitor Audio hat mit dem PL350-C einen kompromisslosen Center abgeliefert, der dem Ideal einer identischen Frontbestückung sehr nahe kommt. Die heraus resultierende Gehäusebreite von 80 Zentimetern sorgt dafür, dass der PL350-C wohl nicht unbedingt zum neuen Hausfrauen-Darling emporsteigt, sondern hauptsächlich technisch Interessierten schlaflose Nächte bereitet. Die Chassisbestückung entspricht exakt der PL300: zwei 8´´ Tieftöner , sowie je ein 4´´ Mitteltöner und das Hochtonbänchen stehen für die Signalausgabe zur Verfügung. Selbst die Trennung innerhalb der Treiber (Hochtonankupplung: 4000Hz, Mitteltöner 550 - 4000) haben beide Modelle gemeinsam. Wir gehen daher davon aus, dass auch die Frequenzweiche sehr ähnlich, wenn nicht sogar identisch ausgeführt ist. Bedingt durch das minimal kleinere Gehäusevolumen liegt die untere Grenzfrquenz etwas über der PL300, doch laut Datenblatt ist der PL350-C dennoch in der Lage, stolze 32Hz linear wiederzugeben. Dies wäre für einen Center ein äußerst respektabler Wert, der schon im Ansatz die Frage beantwortet, wie er im Surroundmodus hinsichtlich der Bass-Management einzuordnen ist. 


Selbstverständlich verfügt auch der PL350-C über ein opulentes Bi-Wiring Anschlusspanel. Desweiteren sind auf dieser Abbildung sowohl die beiden HiveII-Bassreflexrohre, als auch die Torx-Verschraubungen sehr schön zu zu erkennen. In Bezug auf die Gehäusekonstruktion lehnt sich dieses Modell ebenfalls beim Innenaufbau beim Standlautsprecher an. Der Mitteltöner arbeitet beispielsweise in der gleichen kegelförmigen Innenkammer aus ARC-Material, zumal sich sogar die Pin-Hole Versteifung im Inneren des PL350-C wiederfinden lässt.



Hoch- und Mitteltöner befinden sich in vertikaler Anordnung, was einer linearen Abstrahlung auch außerhalb der direkten Hörachse zugute kommt. Um ein möglichst kleines akustisches Zentrum zu realisieren, sind beide Chassis eng zusammengerückt. Die Metallblende (ARC Material) ist in Bezug auf eine möglichst gute Abstrahlung dreimensional geformt. Wie Sie sehen können, macht auch der PL350-C keinen Hehl darauf, ein technisches Gerät zu sein: alleine im Mittel-Hochtonbereich sind insgesamt 15 Schrauben sichtbar.

Zusammenfassung - technische Daten PL350-C (Herstellerangaben)

Modell Monitor Audio Platinum PL 350-C (Stück xxx Euro)
Aufbau 3-Wege System mit Bassreflex-Technik
Chassisbestückung 1x Hochtöner, Bändchen C-Cam
1x 4´´ Mitteltöner,  RDT, C-Cam, NeFeB Magnet
2x 8´´ Tieftöner, RDT, C-Cam, NeFeB Magnet
Frequenzgang 32 Hz - 100 Khz
Wirkungsgrad 90 db (1W@1m)
Belastbarkeit 250 Watt / Widerstand 4 Ohm
Abmessungen 80,0 x 28,8 x 36,8 cm (B,H,T)
Gewicht 33,5 Kilogramm
Fazit technischer Aufbau:

Zusammenfassend betrachtet fällt auf, dass Monitor Audio seinen grundlegenden Konstruktionsprinzipien in manchen Punkten treu geblieben ist, jedoch an vielen Details noch weiter gefeilt hat und sich auch nicht davor scheut neue Technologien einzubinden. Herausgekommen ist dabei ein Produkt mit High-Tech Ingredienzen, wie man es einem Lautsprecher eigentlich kaum zumuten würde. Als Schlüsselfaktoren bewerten wir die komplette In-House Produktion von Chassis und Gehäuse, so dass jedes Element maßgeschneidert für seinen Einsatzzweck gefertigt werden kann. Besonders kleinere Anbieter von hochwertigen Lautsprechern sind auf verhältnismäßig viele Zukaufteile angewiesen und müssen dementsprechend mit den gegebenen Mitteln auskommen. Ein weiterer, wichtiger Faktor ergibt sich dadurch in Bezug auf die Preisgestaltung. Sicherlich verlangt jede Platinum-Box nach einem größeren finanziellen Aderlass, doch in Anbetracht der verbauten Komponenten (Gehäuse, Bändchenhochtöner, keramikbeschichtete Tiefmitteltöner etc.) relativert sich der Kaufpreis sehr schnell.Mitbewerber wie zB. Quadral, Piega oder Isophon bauen zwar ebenfalls sehr aufwändig gestaltete Lautsprecher, doch den materiellen Einsatz der Platinum-Serie können diese in vielen Teilaspekten erst in höheren Preisgefilden matchen. Damit Sie uns nicht falsch verstehen: unserer Meinung nach ist es eigentlich eher von sekundärer Bedeutung, wie genau ein Lautsprecher aufgebaut ist, bzw. arbeitet - im Endeffekt zählen nur die klanglichen Leistungen im Hörtest. Aber genau darauf machen die Konstruktionsdetails extrem großen Apetitt. Etwas Kritik müssen wir hingegen in Bezug auf die Modellvielfalt aussprechen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind (abgesehem vom PL-15) noch keine weiteren Typen offiziell angekündigt. Insbesondere größere Rearlautsprecher für eine Kombination mit PL300/PL350-C und einen kleineren Center für die PL100 wären wünschenswert. Bei Monitor Audio denkt man zwar bereits über entsprechende Erweiterungen nach, doch konkrete Informationen liegen leider noch nicht vor. 

Testumgebung und KOmbinatiosempfehlung:

Zuerst die gute Nachricht : nach übermäßig kraftvollen Endstufen muss man als künftiger Platinum-Besitzer nicht Ausschau halten. In der Praxis erzielen die Lautsprecher auch ohne zentnerschwere Gerätschaften eine dynamische, pegelfeste Beschallung, wie beispielsweise mit der verhältnismäßig kompakten xxx von AstinTrew, mit der die Lautsprecher auch bei Deutschlandpremiere erfolgreich betrieben wurden. Doch wo Licht ist, findet man bekanntermaßen auch Schatten: damit die hohen klanglichen Fähigkeit auch gut ausgeschöpft werden können, empfiehlt sich im Idealfall eine Elektronik, die sehr exakt spielen kann und auch schnelle Tonfolgen, sauber voneinander getrennt, verstärkt. Diese Eigenschaft findet sich jedoch beim Großteil der typischen High-End Gerätschaften, so dass es alleine noch kein besonders aussagekräftiges Kriterium für eine gute Kombinatorik darstellt. Wichtig ist zudem auch eine luftige, losgelöste Spielweise um die entsprechenden Attribute der Platinum-Serie umzusetzen.


In diesem Zusammenhang spielten sich besonders zwei Produkte unserer Gerätefuhrparks in die erste Reihe. Die Advance Acoustic Monoendstufe MAA-705 (vorletzte Abbildung) bietet für einen Stückpreis von unter 1000 Euro alle gefragten Eigenschaften und punktet zusätzlich mit einer vorbildlich-präzisen Basskontrolle. Wer auch die letzten Klangreserven herauskitzeln möchte, wäre gut damit beraten, sich einmal mit Audionet Komponenten, wie zB. dem oben gezeigten AmpVII in Kontakt zu treten. Diese Traumendstufe belastet das Konto zwar um satte 9.900 Euro stellt dafür aber die beste Mehrkanalbefeuerung dar, die wir jemals gehört haben. Insbesondere das völlige Loslösen vom Lautsprecher und die atemberaubende Dynamik sorgen für ein unvergleich authentisches Feeling bei Musik und Film.


Selbstverständlich bedarf es ebenfalls einer guten Vorstufe, um den maximalen Klangspaß zu erhalten. Hier haben wir mit mehreren Modellen hervorragene Erfahrungen sammeln können: wer Stereo und Mehrkanal gleichermaßen ohne Kompromisse haben will, darf sich auch diesbezüglich bedenkenlos mit Audionet-Komponenten eindecken. Sowohl die Map1 als auch die rund doppelt so teure MapV2 markieren klangliche Höchstleistungen. Aufgrund der realistischen bzw. audiophilen Klangcharakteristik vermisst man das Fehlen von Decodern für neue HD-Tonformate keine Sekunde - hier klingt "normales" Dolby Digital bzw. DTS immer noch deutlich besser, als wir es von den bisher erfolgten True-HD Vorführungen behaupten können. Fairerweise muss man hierzu aber auch bemerken, dass es noch keine ebenbürtigen High-End Gerätschaften gibt und sich der hochpreisigste AV-Receiver mit entsprechenden Funktionen gerade einmal bei 2.500 Euro befindet. Brauchbare Videoschnittstellen glänzen bei Map1 und MapV2 leider durch Abwesenheit und auch Audioanschlüsse tummeln sich nicht gerade in reichhaltiger Stückzahl auf der Rückseite, so dass die Audionet Vorstufen hauptsälich Kunden ansprechen dürften, die ein kleines aber feines System mit einer eher überschaubaren Komponentenvielfalt einsetzen.


Es kann "hinten" nur das rauskommen, was vorne geliefert wird. Getreu diesem Motto sollte man auch bei der Auswahl von Quellgeräten große Sorgfalt walten lassen. Während hochwertige HD-Player wie der Toshiba HD-XE1 (HD-DVD) oder die Playstation3 (Blu-Ray) für ihre jeweiligen Medientypen hervorragende Dienste erweisen, sollte man als anspruchsvoller Anwender zumindest für die CD-Wiedergabe auf andere Komponenten ausweichen. Als preislich besonders attraktive Ergänzung empfiehlt sich hier ein Cinemike-getunter Denon DVD-3930, der zugleich auch als DVD-Player eine hervorragende Wahl darstellt. Bei den HD-Playern können wir die entsprechenden Cinemike Tuningpakete zwar ebenfalls empfehlen, doch werden hier hauptsächlich die Primärfunktionen verbessert, so dass diese Geräte auch nach der Modifikation nicht als höchstwertige DVD- oder gar CD-Player fungieren können.

Unsere hauptsächlich verwendeten Geräte in der Übersicht:

VE-Kombi 1 Audionet MapV2,EPS,AmpVII
VE-Kombi 2 Rotel RSP-1098, 5x Advance Acoustic MAA-705
AV-Receiver  Onkyo TX-NR 5000E
AV-Verstärker Denon AVC-A11XVA
Quellgerät Audionet VipG2
HD-Player Toshiba HD-XE1 Cinemike Edition, PS3 Cinemike Edition
Klangeindruck PL300

Gänzlich unbekannt waren uns die PL300 von vornherein nicht mehr, als wir die beiden Standlautsprecher im Teststudio aufbauten: nur einige Wochen zuvor lud Monitor Audio zur Deutschlandpremiere und führte sein neues Flaggschiff mit großem Stolz vor. Bei diesem Event waren einige Qualitäten der PL300 zwar unstreitig zu erkennen, doch eine grenzenlose Euphorie stellte sich wegen unpräziser Basswiedergabe und einer etwas diffusen Raumabbildung nicht ein. Aus diesem Grund starteten wir die Höressions in unserem eigenen Hörraum mit einer gewissen Skepsis - schließlich wäre es keine Seltenheit, dass ein Hersteller bei einer Ausweitung seines Produktsortiments nicht gleich einen großen Coup landet. 


Zweikanal-Duell zwischen PL300 und PL100 an Advance Acoustic Komponenten.

Diese Vorgeschichte ist insofern relevant, als dass die PL300 mit bemerkenswerter Leichtigkeit all die bisherigen Kritikpunkt vom Tisch fegte. Da unsere Testprobanten sogar exakt denjenigen Modellen darstellen, die auch bei der zuvor erwähnten Vorführung zum Einsatz gekommen sind, zeigt sich einmal mehr, wie entscheidend die Raumakustik für die Klangwiedergabe ist. Der Grund für das unbefriedigende Abschneiden bei der ersten Hörsession liegt in der enormen Bassgewalt der PL300 begründet. Diese Schallwandler begnügen sich nicht mit einer klassenüblichen Basswiedergabe, sondern steigen weit runter in den Frequenzkeller und geben somit auch Signale um die 30Hz mit unvermittelter Intensität in den Hörraum. Wenn hier eine ungünstige Aufstellung, eine verbesserungswürdige Raumbeschaffenheit und zugleich eine unvorteilhaft abgemischte CD zusammenkommt, liegt es auf der Hand, dass selbst die PL300 keine Höchstleistungen bieten kann. Unser raumakustisch optimiertes Studio offenbarte hingegen, dass die PL300 sogar über eine extrem impulstreue Basswiedergabe verfügt. Wir kennen derzeit kaum einen anderen Bassreflex-Lautsprecher, der sich mit der Präzision einer PL300 messen kann. Selbst geschlossene Konstruktionen oder Lautsprecher mit Bandpass-Technologie, wie die Isophon EuropaII können sich nicht absetzen. Bemerkenswert ist jedoch nicht nur der beeindruckende Tiefgang und die famose Präzision: erfreulicherweise zählen die britischen Edel-Lautsprecher zu der seltenen Sorte von Konstruktionen, die verschiedene Bass-Charakteristiken gleichermaßen gekonnt wiedergeben, ohne nur mit einer bestimmte Musikrichtung zu glänzen. Trockene, schnelle Tempo-Beats setzen die PL300 genauso beeindruckend um, wie dunkle, kräftige Beckenschläge. Diese Eigenschaft liegt zum Teil auch in der absolut homogenen Gesamtabstimmung, die über den kompletten Frequenzbereich sehr ausgeglichen zu Werke geht und deswegen jede Musikrichtung mit großer Natürlichkeit umsetzen kann. 

Die Anbindung zum Grundton-/Mitteltonbereich erfolgt nahtlos, so dass die Musik stets ihre innere Zusammengehörigkeit bewahrt. Hier ist den Entwicklern eine akustisch hervorragende Lösung eingefallen, schließlich zeigen sich bei vielen anderen 3-Wege System just an diesem Punkt ein paar Schwächen. Im Mitteltonbereich agieren die PL300 mit großer Souvärnität und differenzieren Stimmprofile sehr detailliert und feinfühlig heraus. Die Klarheit, mit der Stimmen aus der Musik heraustreten macht schon fast Angst. In Bezug auf Stimmvolumen, Körperhaftigkeit und individuellem Charakter arbeitet die PL300 jeden Charakter individuell und absolut authentisch heraus. Im Hochtonbereich warten die beiden PL300 mit einer atemberaubenden Brillianz auf. Selbst kleinste Details werden mit höchster Genauigkeit herausgearbeitet. Hohe Obertöne von Streichinstrumenten, oder synthetische Hochtoneffekte gibt sie glasklar und mit hoher Transparant wieder. Selbst das kleinste Schwingen oder Nachvibrieren (zB. von einer Triangel) ist differenziert heraushörbar. Erfreulicherweise steht sich der Hochtontöner trotz seiner extremen detailversessen Arbeitsweise  nicht selbst im Weg und behindert den Rythmus bzw. Spielfluss der Musik. Ganz im Gegenteil: es gibt nur sehr wenige andere Lautsprecher, die das Kunststück beherrschen gleichzeitig enorm viele Details auszuleuchten, dabei aber nicht sezerierisch oder gar unmusikalisch/kalt btw. steril zu klingen. Die PL300 gehört defintiv nicht zu dieser Sorte - selbst Stücke wie "Hurt" (Christina Aguilera) kommen ohne übertrieben Schärfe und Aggresivität rüber. Die Fähigkeit, verschiedene Schallereignisse gleichzeitig transparent abbilden zu können, macht die PL300 zur ersten Wahl für alle, die in "ihre" Musik richtiggehend eintauchen wollen. Musikinstrumente oder Stimmen überlagen sich nicht gegenseitig, sondern werden voneinander differenziert wiedergegeben. Auf diese Weise werden Klangdetails hörbar, die bei anderen (teilweise auch ähnlich teuren ) Lautsprecher-Modellen ein wenig untergehen. Hier kommt den Monitor Audio Lautsprechern ein weiteres Talent entgegen: die hervorragende Raumabbildung sorgt für eine stimmige Positionierung sämtlicher Effekte im Hörraum. so dass man der Illusion einer "echten" Musikdarbietung noch ein gütes Stück näher gekommen ist. Insbesondere höhere Frequenzen löst sie dabei sehr weitläufig und lebendig vom Lautsprecher ab. Ein wesentlicher Faszinationsfaktor bei hochwertigen Lautsprechern geht von der gebotenen Dynamik aus. Auch in dieser Beziehung befindet sich die PL300 an der Klassenspitze wieder. Besonders grobdynamische Ereignisse setzen die Schallwander mit großen Nachdruck und Entschlossenheit um. Die Antrittsschnelligkeit im Bassbereich ist eine Klasse für sich. Die PL300 sorgen durch ihre lebendige, unbekümmerte Arbeitsweise für Freude beim Hören. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass sie wie eine akustische Lupe wirkt und Abmischungsfehler aufzeigt, die vorher vielleicht gar nicht in diesem Maß aufgefallen sind. Ein "Schönspieler" bzw. "Weichspüler" stellt diese Konstruktion defintiv nicht dar.

Die PL300 vereint Tiefgang, Präzision sowie Rythmus auf einem absoluten Weltklasse-Niveau und gibt die Faszination der Musik schon vom ersten Takt an ihre Zuhörerschaft weiter. Wer sich auf einzelne Attribute konzentriert, wird nach langem Suchen in höheren Preisgefilden eventuell ein leicht überlegenes Alternativmodell finden, doch das akustische Gesamtpaket der PL300 kann derzeit wohl kein anderer Lautsprecher dieser Preisklasse übertreffen. Obwohl die PL300 bei Weitem nicht die teuersten Schallwander darstellen, die sich in unseren Teststudios im Laufe der Jahre eingefunden haben, so sind sie dennoch zur absoluten Spitze hinzuzuzählen und müssen sich vor keiner Konkurrenz fürchten. Besonders dann nicht, wenn man den Preis-/Leistungsfaktor berücksichtigt. So kann sich zB. eine Piega TC70x mit einer ebenbürtigen Hochtonbrillanz schmücken, doch in Bezug auf Gesamthomogenität, Raummabildung und Tiefbass muss sie sich ihrem britischen Kontrahenten geschlagen geben. Ein etwas engeres Duell liefert sie sich mit der Isophon EuropaII, die ebenfalls einen messerscharf gezogenen Hochtonbereich bieten kann und sogar im Tiefbass noch einen Tick schwärzer und brachialer zu Werke geht. Auch in den Spezialdiziplinen Feindynamik und Raumabbildung kann sich die schwäbische Box ganz leicht vor der PL300 behaupten. Ist nun die EuropaII der klar bessere Deal ? Mitnichten : die PL300 kontert mit der besseren Kickbassdarstellung und besitzt zudem auch eine mitreißendere/fülligere Stimmwiedergabe, insbesondere bei männlichen Interpreten. Außerdem präsentiert sich die Monitor Audio Konstruktion sowohl verstärker- als auch aufstellungsfreundlicher. Unterm Strich geht die PL300 sogar leicht in Führung. Gegenüber der Pioneer S1-EX kann die PL300 mit den beiden letztgenannten Attributen nicht punkten, denn beide Schallwandler geben sich recht zurückhaltend, was die Elektronik betrifft. Unterschiede finden sich hingegen im Hochtonbereich, wo die PL300 eine noch etwas intensivere Gangart einlegt, während es bei dem Pioneer Lautsprecher etwas bedeckter bzw. nüchtern-zurückhaltender zugeht. Ähnliche Beobachtungen finden sich auch in Bezug auf die Bassdarstellung, Raummabbildung und Dynamik, wo die Pioneer S1-EX es bevorzugt, als Meister der elegant-dezenten Art Punkte zu sammeln, während die PL300 hingegen deutlich unvermittelter und "direkter" aufspielt. Diesbezüglich finden die PL300 hingegen in der Canton Vento Reference 1 DC ihren Meister. Was die Canton an Energie und Kraft bei sehr hohen Pegeln noch freisetzt, sucht Seinesgleichen. Allerdings kann die PL300 mit der ausgeglicheren Tonalität aufwarten, die sich insbesondere in der Mittenwiedergabe Vorteile erspielt. Generell erweist sich der britische Schallwandler bei dieser Gegenüberstellung als Präzisionskünstler und begegnet den leisen sowie feinen Töne mit überlegener Sensibilität. Dass es aber auch diesbezüglich noch besser geht, demonstriert Isophon mit der Cassiano, welche gleichermaßen sündhaft teuer, aber auch traumhaft detailliert aufspielt. Wer die rund 13.000 Euro für ein Paar dieser Lautsprecher ausgibt und dazu noch einen großen Aufwand in Elektronik (starke Endstufen) steckt, darf sich aber absolut traumhafte Klangerlebnisse freuen. Allerdings stellt hier wiederrum die Pegelfestigkeit dem Treiben ein vorzeitiges Ende, denn die 15cm Thiel-Keramikchassis der Cassiano erlauben nur kleine Membranhübe. Mit dem Modell Arabba hat Isophon jedoch auch für pegelfreudige Anwender eine Alternative im Angebot, welche auf der Technik der Cassiano aufsetzt und weltweit den Ruf besitzt, zur absoluten Welt-Elite zu gehören. Doch in Anbetracht eines Paarpreises von 30.000 Euro bewegt sich die Arabba in völlig anderen Preisregionen und beweist eindrücklich, dass die Monitor Audio PL300 in Anbetracht ihrer klanglichen Leistungen sehr gut am Markt aufgestellt ist. Sie bietet eine stimmige Gesamtauslegung mit vielen Schokoladenseiten ohne nennenswerte Kritikpunkte, und ist im Vergleich zum Wettbewerb preislich sehr fair kalkuliert.

Klangeindruck PL100:

Hochwertige Regallautsprecher haben es nicht leicht: im Falle wie der PL100 bekommt man für den Kaufpreis von ca. 4.000 Euro auch schon Standboxen mit sehr ansprechenden Klangeigenschaften. Dabei braucht man gar nicht einmal in fremden Gewässern zu fischen, denn mit der GS-60 (Stückpreis 1.500 Euro) setzt sich Monitor Audio bereits selbst schon unter Druch. Das größte Modell aus der Gold-Signature Reihe konnte sich in unserem Test im Mai letzten Jahres einen Referenztitel erspielen, und ist seitdem immer noch unangefochten an der Spitze ihrer Preisklasse. Insofern wird die teuere PL100 kein leichtes Spiel haben, schließlich muss sie nicht nur mit deutlich weniger Gehäusevolumen und Membranfläche auskommen, sondern besitzt auch keinen dedizierten Mitteltöner und fungiert als 2,5 Wege System.


Die wesentlichen Erkenntnisse der PL300 lassen sich auch auf die kleinere PL100 übertragen. Insbesondere der feinfühlige, höchst detaillierende Hochtonbereich sorgt auch bei der Kompaktbox für staunende Gesichter. Die Dynamik im Mittel-/Hochtonbereich muss sich ebenfalls nicht hinter dem Standlautsprecher verstecken, was der PL100 eine hervorragende Eignung als Surroundspeaker attestiert. Wilde Schusswechsel oder Schockeffekte setzt sie lässig und sehr direkt um. Hier setzt die PL100 fast schon genauso die beinahe unbändigen Kräfte wie ihre große Schwester frei, allerdings machen sich unterhalb 100Hz dann doch die Grenzen der Physik bemerkbar, wo sie dann nicht mehr das Niveau mitgehen kann. An der gebotenen Bass-Auslegung scheiden sich die Geister: vom Charakter ähnelt sie der GS-10. Auch dieses Modell ist nicht darauf ausgelegt, extrem tiefe Frequenzen zu erreichen, sondern beschränkt sich auf eine Wiedergabe bis ca. 65 Hz, gleicht diesen Malus jedoch durch eine dezente Anhebung wieder aus. Durch diese Auslegung wirkt die PL100 mit vielen Titeln sehr erwachsen und lässt einen Subwoofer nicht vermissen. Die hohe Präzision und Staffelung der Bässe ist dabei für eine Regalbox hervorragend. Ebenso die Pegelfestigkeit, denn auch mit hohen Pegeln sind der PL100 keine störenden Strömungsgeräusche an der BR-Öffnung zu enlocken. Einzig für Freunde von Musik mit sehr tiefen Basseinlagen könnte ein Paar PL100 ohne zusätzliche Subwoofer nicht für grenzenlose Begeisterung sorgen. Tiefe Orgeltöne bringen Regelboxen generell nicht so imposant und "schwarz" rüber, wie dies bei den meisten Standlautsprechern der Fall ist. Einzig die Isophon Galileo wäre diesbezüglich als Ausnahme zu nennen, weil sie einen integrierten Band-Pass besitzt und sehr tief (ca. 40Hz) herunterreicht. Doch von der Bassdarstellung einmal abgesehen, kann sich die PL100 mit der Galileo (unserem Regallautsprecher Masterpiece !) in allen anderen Bereichen mindestens auf Augenhöhe duellieren. Sowohl mit Klassik-, Orchester- oder Rockmusik schlägt sich die PL100 grandios und inszeniert die Musik (wie schon die PL300) sehr lebendig bzw. authentisch. Ein Sinneserlebnis erster Güte stellt das kleinformatige Lautsprecher-Paar auch wegen der eindrucksvollen Raumkulisse dar, die es beim Abspielen von Musik-CDs im Hörraum aufbaut. Hier befinden sich alle Akteure bzw. Instrumente glaubwürdig im Hörraum positioniert und kleben nicht an den Schallwänden. Generell wartet der kleinste Spross der Monitor Audio-Famlie mit derselben Portion Rythmik und Spielfreude auf, wie schon der faszinierende Standlautsprecher. Die Musik wird mit beiden Schallwandler-Ausführungen in den Mittelpunkt gestellt und bleibt in ihrer künstlerischen Ursprungsform erhalten. Naturgemäß bietet die PL300 dank der 3-Wege Technik nicht nur überlegene Substanz und Fülle bei der Tiefbassdarstellung , sondern auch etwas mehr Stimmvolumen bzw. Präsenz im Mitteltonbereich. Die fantastische Klanghomogenität der PL300 wird wegen des leicht angehobenen Bass- und Hochtonbereichs nicht ganz erreicht, doch nur die allerwenigsten Kompaktboxen verfügen über eine wirklich gnadenlos neutrale Abstimmung. Für sich alleine betrachtet, liefert auch die PL100 enormen Hörspaß und schlägt mit audiophilem Informationsreichtum eine Brücke zwischen Technik und Hörer. 

Klangeindruck PL350-C:

Wenn Sie ein echter Heimkino-Freak sind, haben Sie sicherlich gleich diesen Abschnitt anvisiert und lesen erst danach die Klangbeschreibungen der beiden anderen Modelle - schließlich ist der Center der wichtigste Schlüssel zum Film-Genuss, zumal der PL350-C ja auch schon optisch sehr viel verspricht und die Blicke auf sich zieht. Sobald eine gut abgemischte DVD im Player rotiert, vergisst man den Centerspeaker jedoch recht schnell wieder, denn die Stimmwiedergabe ist derart authentisch und realistisch, dass der Klang buchstäblich mit dem Film verschmilzt. Zum absoluten Heimkino-Glück trägt der PL350-C noch dazu bei, indem er extrem viele Rauminformationen in die Gehörgänge seines Publikums gibt. Die Protagonisten sprechen somit nicht nur einfach aus dem Lautsprecher heraus, sondern scheinen direkt im Hörraum zu stehen. So wird Heimkino zum emotionalen Erlebnis und erreicht eine sehr eindringliche Wiedergabe.


Selbst der (gute) GS-LCR stellt im Vergleich zum PL350C optisch und klanglich ein Fliegengewicht dar.

Eigentlich gibts es nicht Leichteres, als die Qualität eines Centerspeakers zu ermitteln. Zum Einen muss er jegliche Stimmen absolut glaubhaft und realitätsgetreu abbilden können, und zum Anderen muss er tonal unaufällig sein, damit er sich nicht von der restlichen Klangkulisse abhebt. Beides trifft beim PL350-C in höchstem Maße zu.  Gleichwohl, ob die zarte Elbenfee "Arwen" oder der knurrige Ritter "xx" etwas zu verkünden haben: der PL350-C nimmt sich den individuellen Stimmprofilen mit bedinungsloser Hingabe an und liefert eine präzise Artikulation sowie eine atemberaubenden Informationsdichte. In Kombination mit der fantastischen Raumabbildung und einer hervorragenden Feindynamik lässt er keine akustischen Wünsche offen. Sicherlich ist es in vielen Fällen nicht einfach  solch einen groß dimensionierten Centerspeaker unterzubringen, doch wer einmal der Faszination dieses Lautsprechers erlegen ist, wird sich eher Gedanken um eine Neugestalung der Wohnwand machen, als sich ein anderes Modell zu bestellen. Zweifellos steht hier der beste Centerspeaker, den wir jemals getestest haben. Selbst ein herausragendes Gerät wie der Isophon Solaris oder der Pioneer S-7EX sind weit davon entfernt, so universell und "komplett" zu klingen. Der Solaris zB. besitzt zwar ebenfalls eine bemerkenswerte Sprachverständlichkeit bei Frauenstimmen, kann aber nicht ganz das Niveau an exakt umrissenen, tiefen Männerstimmen bieten, wie der PL350-C und spielt etwas unsauberer im unteren Mittenbereich. Die hohe Neutralität und universelle Einetzbarkeit prädestiniert den PL350-C selbstverständlich auch für musikalische Anwendungen. Gleichzeitig aber beschränkt er sich nicht nur auf eine möglichst detailgetraue Stimm-/Gesangswiedergabe, sondern geht auch hinsichtlich Wucht und Dynamik das Niveau der PL300 voll mit ! Auch bei Basseffekten schütelt der PL350-C noch Frequenzen aus den Ärmeln (bzw. Membranen), die so manch größere Standbox die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Wir haben in der Praxis keinen wahrnehmbaren Unterschied zur PL300 feststellen können, so dass eine Subwoofer-Unterstützung ungefähr so notwendig ist, wie einen Sonnenstudio in der Sahara. Kurzum: solch einen kompromisslosen und hervorragenden Centerspeaker haben wir schlichtweg noch nie zuvor erlebt. 
Pegelfestigkeit:

Wenn Sie in Ihrer Nachbarschaft einen Anwohner dabei "erwischen", wie er gerade eine Lieferung Platinum Lautsprecher von seinem Händler in Empfang nimmt, können Sie schon einmal anfangen, darum zu beten, dass er ein rücksichtsvoller Zeitgenosse ist. Die Kombination aus günstigem Wirkungsgrad und einer enormen Pegelfestigkeit verleiht der der neue Monitor Audio Luxus-Serie absolutes Killerpotential in Bezug auf nachbarschaftlich harmonische Beziehungen. Dies können wir (leider) sogar auch aus eigener Erfahrung bestätigen, denn beim Ausloten der Belastungsgrenzen gelang uns erstmalig das "Kunststück" eine Bekanntschaft der unfreundlicheren Art mit Bewohnern der anderen Straßenseite zu schließen. Sehr trügerisch ist die Tatsache, dass man schlichtweg kaum merkt, wie sehr man sich beim Musikhören ständig steigert und irgendwann Lautstärkeregionen ansteuert, die so mancher Vorstadtdisko die Schamesröte ins Gesicht treiben würden. Besonders die PL300 und der PL350C schütteln heftigste Pegel mit einer Lockerheit aus dem Ärmel, dass man selbst als gestandener Heimkinoprofi ins Schwärmen gerät. Selbst die auf Pegel und Dynamik gezüchteten THX UltraII-Sets können das nicht überbieten. Und im Gegensatz zu einem klassischen THX Sub-/Sat klingen die Platinum-Lautsprecher nicht einfach nur laut, sondern verwöhnen das Ohr mit feinsten, audiophilen Tönen. Und noch ein Vorteil: während viele (auch hochpreisige) Schallwandler erst bei einer Bassabtrennung richtig loslegen, verdauen PL300 und PL350C auch den vollen Frequenzbereich und machen nicht vor Bass-Attacken schlapp. Für die PL100 gilt dies natürlich nur eingeschränkt. Für ihre Größe verbringt auch dieser kleine Regallautsprecher durchaus erstaunliche Leistungen, aber um mit den deutlich großvolumigeren Kollegen mithalten zu können, bedarf es schon einer Konfiguration auf "small". Wer das kleine Schmuckstück von Frequenzen unterhalb 80Hz befreit, wird sich fortan über eine ebenfalls herausragende Pegelfestigkeit und Dynamik erfreuen können. Bei richtiger Auf- bzw. Einstellung kann dieses 5.1 Setup (in Verbindung mit adäquater Elektronik) eigentlich jede haushaltsübliche Raumgröße locker beschallen. Selbst bei sehr großen Wohnzimmer- bzw. Heimkinoräumen jenseits der 40m² ist das Monitor Audio Ensemble weit davon entfernt schlapp zu machen und hüllt auch üppig dimensionierte Hörbereiche mit einem raumfüllenden Klang aus.

Surround-Homogenität:

Für wahre Mehrkanalfreunde stellt auch diese Disziplin eine sehr wichtige Kategorie dar. Was nützen einem schließlich die besten Einzelakteure, wenn das Zusammenspiel schlichtweg nicht funktioniert ? Anschauliche Beispiele finden sich zuhauf im professionellen Fußballsport und zeigen eindrücklich, dass eine Gesamtharmonie oftmals deutlich wertvoller als Einzelfähigkeiten zu bewerten ist. Nun - die indivduellen Leistungen des Platinum-Ensembles stehen mittlerweile außer Frage, so dass sich für einen vollendeten Surroundgenuss nunmehr lediglich die Gesamtabstimmung als gelungen erweisen muss. Um jene Eigenschaft zu überprüfen, wählten wir verschiedene anspruchsvolle DVD-Sequenzen, die selbst hochklassige Hardware vor große Herausforderungen stellt. 

- Ambra Honour  Glory Track "Signs of Love" DTS-ES Discrete 6.1

Mit einem lauten Donnerschlag beginnt diese DVD und lässt die Tieftöner der Testprobanten erzittern. Wer nicht gerade sehr tiefstbassfixiert ist, wird hierbei zu keinem Zeitpunkt einen normal dimensionierten Subwoofer verzichten. Selbstverständlich können aber selbst die PL300 keine Tieftonmeister vom Schlage eines A.C.T. AL4x3 arbeitslos machen. Die hervorragend abgemischte DVD-Sequenz wird fortgesetzt von einer Frauenstimme, die zweimal um den Hörer kreist und dabei jeweils komplett aus einem anderen Kanal kommt. Bei dieser, sehr anspruchsvollen Stelle haben wir zwei Beobachtungen machen können: zunächst einmal zeigt sich hier eindrucksvoll, wie groß die Homogenität innerhalb der Frontachse zwischen Center und den beiden PL300 wirklich ist. Hier sind nicht einmal die kleinsten tonalen Unterschiede festzustellen. Würde man die Augen schließen, würde man sofort glauben, dass hier drei identische Lautsprecher am Werk sind. Leider haben wir jedoch auch eine entgegengesetzte Beobachtung hinsichtlich der Balance zwischen Rear- und Frontachse machen müssen: die PL100 besitzt eine etwas mildere Mitteltonabstimmung und stellt die Stimme nicht ganz so souverän in den Raum. Die Transparenz und Detaillierung diverser Effekte liegt bei hohen Frequenzen auf einem Niveau mit den Frontlautsprechern, allerdings ist die unterschiedliche Anbindung des Mitteltöners heraushörbar, was manche Instrumente bzw. Effekte beim Übergang zwischen Rear- und Frontbereich in ihrer Fülle bzw. Klangfarbe leicht schwanken lässt. Dieser Umstand ist jedoch bei solch einer unterschiedlichen Bestückung völlig normal und fällt sogar verhältnismäßig gering aus. Trotzdem ist nicht wegzudiskutieren, dass das hohe Gesamtklanggefüge dieser Seqzuenz durch die PL100 limitiert wird. Dieser Umstand wirkt sich in der Praxis hingegen deutlich weniger aus, als dies nun vielleicht den Anschein haben könnte, schließlich ist es sehr selten, dass eine vergleichbare Surroundszene abgebildet wird. Meist sind die rückwärtigen Lautsprecher lediglich mit Split-Effekten oder Musikwiedergabe beschäftigt. 

- Jean Micheal Jarré in China, Track 07 DTS 

Dieses Stück beinhaltet größtenteils tranceartige Hochtonelemente, die in einem wahren Effektgewitter auf alle Lautsprecher losgelassen werden. Das Verschieben dieser Klangereignisse gelingt dem Surroundset fabulös. Die Übergange sind fließend und erlauben keine direkte Zuordnung einzelner Kanäle. Jeder Lautsprecher löst den Schall derart transparent und räumlich von sich ab, mit dem Ergebnis dass die auditive Wahrnehmung des Puplikums nur noch ein extrem durchsichtiges, diffizielles Gesamtklangefüge wahrnimmt und nicht mehr auf einzelne Akteure achtet. Zusätzlich punkten die Monitor Audio Lautsprecher durch eine besonders dynamische Einarbeitung sämtlicher Elemente, wie beispielsweise den Keyboard-Einsatz bei Minute 27:00. Diese Stelle wird von vielen anderen Surround-Sets völlig anders umgesetzt, indem sich das Keyboard in die vorherrschende Beschallung eingliedert - die Platinums (und beispielsweise auch das Isophon EuropaII Surround-Set) beherrschen jedoch die seltene Gabe, hier nochmal eins draufzusetzen und inmitten der komplexen Klangstruktur nochmal die Dynamik aufzubringen, das Keyboard maßvoll zu pointieren. 

Eine weitere herausragende Insezenierung (jedoch mit inhaltlich völlig anderen Schwerpunkten) stellt Track 14 dar. Unserer Meinung nach, eines der absoluten Highlights dieser DVD und ein Muss für jeden ambitionierten Surroundfan. Es beginnt schon mit der Darstellung der begeisterten, chinesischen Zuschauermenge, die selbst bei hohen Abhörpegeln nicht stechend oder lästig wiedergegeben wird, wie es leider bei vielen Systemen sehr schnell der Fall ist. Richtig interessant wird dieses Stück, sobald der französische Künstler (buchstäblich) in die Lichtorgel greift: die exakt getroffenen und klar definierten Klangfarben sorgen mit der impulsiven Gangart für Adrenalinschübe, was wenig später noch gesteigert wird, wenn mehrere feinaufgelöste Geigen bzw. Cellos über die Rearkanäle sanft hinzustossen und das Klangerlebniss abrunden. Über den künstlerischen Wert der daraufhin folgenden Sängerin kann man geteilter Meinung sein. ( Der Author dieses Berichts gibt gerne zu, sich zu wünschen, dass diese Hebebühne ruhig noch ein paar hundert Meter höher ausfährt, damit diese Aushilfs-Primadonna auf dem Mond weitersingen kann...) Fest steht hingegen, dass sich der PL350-C dieser vokalen Herausforderung mit Bravour annimmt und das "Gekreische" unaufgeregt sowie erträglich rüberbringt. Die gelegentlich eingeflochtenen Tiefbass-Staffeten (meist simultan zur E-Gitarre) finden ebenfalls ihren richtigen Platz im Gesamtklangbild und fügen sich harmonisch ein. 

- Kill Boll Volume 1 , DTS

Nachdem die beiden vorangegangenen Beispiele sich hauptsächlich musiklastigem Material bedient haben, möchten wir die Platinum-Range nun auch anhand eines Filmbeispieles weiter charakterisieren. Hierfür wählten wir mit Kill Bill Vol.1 einen der besten Quentin Tarantino Filme der letzten Jahre (Death Proof vergessen wir mal lieber gleich komplett...). Direkt am Anfang, noch bevor Bill einen Vortrag über seine sado-masochistischen Neigungen abhält, nutzen die Monitor Audio Lautsprecher die Gelegenheit, sich durch subtile Informationsvermittlung in Szene zu setzen: während sich der Namensgeber des Filmes mit stolzen Schritten seines Opfers nähert, hört man sowohl das Knarzen der Lederschuhe, als auch die Laufgeräusche äußerst präzise heraus. Fast könnte man Angst bekommen, dass der Chef diverser Auftragskiller ein Besuch in den heimischen vier Wänden abhalten wollte, so realistisch und authentisch werden die Umgebungsinformationen über sämtliche Kanäle wiedergegeben. Doch nicht nur für die leisen, feinen Momente der DVD eignet sich das Platinum-Set hervorragend: wenig später in Kapitel 1.2 entscheidet sich Beatrix Kiddo zu einer Stippvisite der etwas anderen Art und macht einen Abstecher bei einer alten "Freundin", um mit ihr eine schlagkräftige Auseinandersetzung (zum Leidwesen der Wohnzimmer-Möblierung) zu halten. Die hierbei auftretenden "Meinungsdivergenzen", beschäftigen jeden einzelnen Surroundlautsprecher. Das zerborstene Glas vom Couchtisch oder dem Bilderrahmen wird mit hohem Detaillierungsvermögen umgesetzt, und als sich die beiden Frauen gegenseitig auf den Boden schmeissen, flechtet das Set auch eine unkomprimierte sowie nahtlose Einarbeitung der Basseffekte in die Wiedergabe ein. Absolute Gänsehautatmosphäre zaubern die Lautsprecher dann spätestens beim finalen Showdown in den Vorführraum. Kurz nachdem sich die gelb bekleidete Kämpferin durch den halben Bestand der japanischen Samurai "gemetzelt" hat, darf sie sich O-Ren Ishii gegenübersehen und zückt siegessicher ihre blitzende Hatori-Hanzo-Klinge. Mit dem Messer zwischen den Zähnen geht hingegen auch das Platinum-Set in dieses Duell. Anders kann man es nicht erklären, wie bissig und durchtrainiert jedes Schallereigniss aufgenommen wird. Die berstenden Kantana-Klingen lassen einen unweigerlich zusammenzucken und tragen die tödliche Rachsucht beider Akteure direkt in die Gehörgänge. Andererseits sind in den kurzen Dialog-Sequenzen auch die sanft rieselnden Schneeflocken kristallklar herauszuhören, zumal auch die stimmungsvolle Musik dieses cineastischen Meisterwerks, das Geschehen stimmungsvoll umrahmt. Dank des feingliedrigen und zugleich entschlossenen Zusammenspiels wird Heimkino zum unvergesslichen Erlebnis. Das Platinum-Ensemble setzt die Akustik derart intensiv und eindringlich-natürlich um, dass man auch lange nach dem Film-Genuss noch von der Atmosühäre eingenommen ist und am liebsten gleich mit der nächsten DVD in das Heimkino setzen möchte.


An dieser Stelle möchten wir auch Vergleiche zu anderen hochwertigen Surroundsystemen liefern, so dass Sie die Platinum-Range noch besser einordnen können.

Beginnen wir mit einem Herausforderer aus dem eigenen Hause, dem Gold Signature System mit GS-60, GS-10 sowie dem GS-LCR. Für einen Gesamtpreis von 6800 Euro kann man gegenüber einem vergleichbar ausgestattetem Platinum-System mehrere tausend Euro sparen. Sämtliche Komponenten haben in unseren Tests brilliert und definieren die Referenz in der Oberklasse. Was hier an Klangkultur sowie Detaillierung geboten wird, kommt selbst so manchem High-End Set bedrohlich nahe. Die GS-60 Standlautsprecher spielen straff, direkt und analytisch - der GS-LCR darf sich ebenfalls mit diesen Attributen schmücken. Die Ausnahmestellung wird zusätzlich durch die enorme Pegelfestigkeit, die kleinen Gehäuseabmessungen sowie den genügsamen Anforderungen an die Elektronik gefestigt. Trotzdem reicht es nicht, um der Platinum-Serie Kunden streitig zu machen. Ganz im Gegenteil - ein Upgrade von GS auf Platinum dürfte sich für anspruchsvolle Ohren sogar in vielen Fällen lohnen: die Klangauslegung ist nicht mehr ganz so scharf und direkt, zugleich aber noch detailreicher und nachdrücklicher. Die von Manchen als etwas schlank und nüchterne empfundene Charakteristik der GS-Serie findet sich bei den Platinum-Modellen nicht mehr. Zusätzlich warten die Modelle der Platinum-Range mit einer jeweils noch tiefreichenderen und intensiveren Basswiedergabe, dem vorzüglichen Bändchenhochtöner als auch einer noch transparenteren, gefühlvolleren Spielweise und besseren Raumausleuchtung auf. Im Surroundbetrieb erweist sich zudem auch die höhere Pegelfestigkeit und die schlagkräftige Grobdynamik als gewichtiges Argument heraus. Insgesamt können wir trotz des immensen Preisunterschiedes ein klares Votum zugunsten der Platinum-Serie aussprechen.

Insgesamt 16.800 Euro wechseln für ein vergleichbares Pioneer EX 5.0 System den Besitzer. Obwohl beide Surroundsysteme einen ähnlichen Betrag kosten, dürften sie sich gegenseitig wenig Kunden streitig machen. Abgesehen von der optisch völlig unterschiedlichen Anmutung, geht das Pioneer Pintett einen akustisch etwas anderen Weg. Trotz einer hervorragenden Hochtondetaillierung (dank des Beryllium-Hochtöners) hegen die Pioneer-Lautsprecher keine großen Ambitionen, als Präzisionskünstler aufzutreten. Sie suchen ihr Heil eher in einer feingliedrigen, sensiblen Brillanz, die sich durch ein etwas subtileres Klangbild auszeichnet. Das Umsetzen von knallharten Beats bzw. Effekten bringen die Platinum-Lautsprecher rücksichtsloser in das Auditorium. Auch an die Pegelfestigkeit kommt das Pioneer-Set nicht ganz heran, wobei wir uns hier auf einem Niveau befinden, welches ohnehin nur die Wenigsten komplett ausschöpfen können. Viel wichtiger für die Hörpraxis ist da schon eher die grandiose Homogenität innerhalb der Front-Achse, wo sich das EX-Set ebenfalls knapp geschlagen geben muss. Stereo-/Musikliebhaber finden sowohl in der PL300 als auch der PL100 eine etwas überlegene Mittenwiedergabe - hier kommen die Pioneer-Pendants nicht vollends an die akustische Tiefe bzw. Aussagekraft ihrer Konkurrenten heran. Auch das 

Die absolute Top-Referenz darf in diesem Vergleich selbstverständlich nicht fehlen: das Isophon 5.0 Set bestehend aus einem Paar EuropaII, dem Centerspeaker Solaris sowie 2 Galileo als Rearspeaker. Insgesamt wechseln hierfür rund 15.000 Euro (je nach Ausführung) den Besitzer. Unterm Strich liegt das schwäbische Schallwandler-Ensemble hingegen deutlich überhalb des Platinum-Sets, weil sehr starke Endstufen notwendig sind, um das Klangpotential ausschöpfen zu können. Dank diesem Umstand bleibt Monitor Audio in der Endabrechnung knapp vorne, denn jedes System besitzt seine eigenen Stärken, die sich weitesgehend egalisieren. Die Tiefbass-Wiedergabe der EuropaII und der Galileo übertrumpfen ihre britischen Pendants um eine Nasenlänge, auf der anderen Seite ist der PL350-C eine Klasse für sich. Die Pegelfestigkeit kann bei beiden Systemen als mustergültig bezeichnet werden, was auf die Homogenität zwischen Rear- und Frontspeaker leider nicht ganz zutrifft. Hier ist in beiden Fällen bemerkbar, dass die Regallautsprecher nicht auf unbedingt primär auf eine Surroundergänzung zu den Frontspeakerrn entwickelt wurden, sondern hauptsächlich in der Funktion als Solist überzeugen sollen. Beide Systeme können getrost als Speerspitze der audiophilen Mehrkanalsysteme betrachtet werden und liefern die Emotionen und Dramtik von Luke Skywalker und Co. mit ungeheurer Intensität und Ausdrucksstärke in das Heimkino.

Fazit:

Trommelfellmassage gefällig ?  Die neue Monitor Audio Platinum Serie verwöhnt dank ihrer herausragenden Klangeigenschaften die Gehörgänge in ganz besonderer Weise. Die Surroundvorführungen bescheren ein solches Gänsehaut-Feeling, wie es nur absoluten Ausnahme-Systemen vergönnt ist. Die hervorragende Abstimmung zwischen Front- und Centerspeaker ergänzt sich im Mehrkanalbetrieb zu einem unschlagbaren, harmonisierendem Team und potenziert den Hörspaß.

Doch auch für Zweikanal-Liebhaber hängt der Himmel voller Geigen: die PL300 streicheln die Hörgänge in allen Frequenzbereichen mit einer nachdrücklichen, aber zugleich auch kultivierten und angenehmen Spielweise. Er zeigt, dass auch es auch High-End Lautsprecher gibt, die mit jeder Art von Musikmaterial bzw. Anforderungsprofil zurechtkommen und nicht nue Klassik- oder Jazzhörer ansprechen. Besonders gut gefällt uns der hohe Grad an Detaillierung, Dynamik und die präzise sowie tiefe Bassdarstellung. Am letztgenannten Punkt muss man bei der PL100 zwar kleine Abstriche hinnehmen, doch ansonsten kann auch der kleinste Spross der Platinum-Familie überzeugen und bietet großen, weiläufigen Klang für Genießer.

Selbstverständlich stellt die Preis-/Leistungsbewertung bei solch einem High-End System immer ein zweischneidiges Schwert dar: einerseits löst die klangliche Darbietung fast schon grenzenlose Begeisterung aus, doch letztendlich muss man erst einmal die xxx Euro verdienen bzw. ausgeben. Dass dieses System nicht automatisch viermal besser als ein gutes Surround-Set aus der 4000 Euro Preisregion klingt, dürfte niemanden ernsthaft überraschen. Insofern möchten wie Sie bitten, unsere P/L-Wertung im Kontext des Preisbereiches zu sehen: das was Monitor Audio hier für rund 15.000 Euro bietet, kennen wir ansonsten nur von Systemen die für eine vergleichbare Gesamtklanggüte meist einen deutlich tieferen Griff ins Portemonnaie abverlangen. Angesichts der akustischen Leistung wäre es jedoch unangebracht, im Vorfeld lediglich über die finanziellen Faktoren dieser Schallwandler zu debattieren - manchmal muss man die Betrachtungsweise primär auf die Lebensqualität bzw. das Erlebniss fokussieren. Wenn alles auf dieser Welt nur kalkulatorisch und nüchtern betrachtet würde, wären die schönsten Dinger unserer Gesellschaft wohl nie realisiert worden, und beispielsweise die Apollo11 Mission würde nur als Bleistift-Skizze eines visionären Wissenschaftlers bestehen. Wer also im Heimkino nach den Sternen greifen möchte, sollte sich zu einen Hörtermin beim MA Platinum-Händler einfinden und sich in die Tiefen der unendlichen Klangwelten entführen lassen.

Genuss-Inflation auf höchstem Klangniveau. Dank Top-Verarbeitung und fairer Preisgestaltung
erklimmt die Platinum-Serie den Herrscherthron im Land der audiophilen Sinne.


Monitor Audio Platinum 5.0 Surround-System
High-End Klasse, Preis xxx Euro
Preis-/Leistung:


+ detailreicher, klarer Klang
+ hervorragende Bass-Performance von PL300 und PL350-C
+ fulminante Homogenität zwischen Center und Stand-LS
+ Schallereignisse werden räumlich vom LS losgelöst
+ überdurchschnittliche Pegelfestigkeit und Dynamik
+ aufwändiger technischer Aufbau
+ ausgezeichnete Verarbeitung
+ faires Preis-/Leistungsverhältnis

- (noch) keine große Auswahl an Ergänzungsmodellen 
- wenig Auswahl bezüglich der Oberflächenausführungen
- Klangbalance zwischen PL100 und PL300 größenbedingt nicht perfekt
- lieferbarer PL100 Ständer zu etwas niedrig für Surroundzwecke
- großer Platzbedarf, speziell beim Centerspeaker

Interview:

Die Monitor Audio Platinum Serie erweitert das Portfolio in bislang gänzlich neue Preisbereiche für ihre Firma. Wie können wir uns die Herangehensweise an die Entwicklung vorstellen ? Schließlich müssen die Entwickler bei null anfangen und können nicht einfach auf Erfahrungen von Vorgängerversionen zurückgreifen.

Welches Entwicklungsdetail stellte sich am Herausfordernsten heraus - bzw. gab es einen Aspekt, dem man bei der Entwicklung eine ganz besondere Bedeutung zugemessen hat ?

Gegenüber den meisten direkten Mitbewebern setzen sich die Platinums schon optisch sehr ab (Leder, relativ breite SChallwände). Steht hier hauptsächlich die eigenständige Optik im Fokus, oder waren es vornehmlich technische Aspekte, die zu den Gehäuseproportionen und Materialauswahl führten ? 

Im High-End Lautsprecherbau gibt es ebenfalls sehr viele Anbieter, die sich ihre Chassis nicht selbst bauen und stattdessen lieber Zukaufteile von spezialisierten Zulieferern einsetzen. Monitor Audio fertigt hingegen selbst. Wäre es beispielsweise bei dem neuen Bändchenhochtöner keine Alternative gewesen, auf bestehendes Know-How anderer Firmen zurückzugreifen ?

Wie defininieren Sie die Zielgruppe ihrer neuen Lautsprecher-Range ? SInd hier bestimmte Hörgeschmäcker/Anwendungsfälle oder gar Märkte anvisiert ? Ich kann mir vorstellen, dass ein export-orientiertes Unternehmen wie Monitor Audio mit sehr vielen Kundenimpressionen/Wünschen konfrontiert wird und es dementsprechend schwer, es allen recht zu tun. 

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Text, Test und Redaktion: Lars Mette

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