Test: Leema Antila und Tucana Stereo Kombination mit High-Tech

Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.
(15.Juli 2008 -
Autor: Lars Mette )
Lee Taylor und Mallory Nicholls habe das geschafft, wovon
andere
Newcomer in der Hifi-Branche schon seit Jahren vergeblich
träumen:
die beiden Waliser konnten sich innerhalb weniger Jahre mit ihrer
jungen Marke "Leema Acoustics" im Business des hart umkämpften
High-End Segments etablieren. In bester British-HiFi-Tradition widmen
sich die beiden Musikfreunde ihren Zöglingen mit voller
Hingabe
und Leidenschaft. Glaubt man dem vorauseilendem Ruf, so bestechen die
Leema-Gerätschaften sowohl durch klangliche als auch
handwerkliche
Höchstleistungen. Erklärte Firmenphilosophie von
Taylor und
Nicholls ist die Symbiose von klassischem, sorgfältigen
High-End
Aufbau mit technisch innovativen Detaillösungen. Konzeptionell
spricht die Marke hauptsächlich versierte,
anspruchsvolle
Musikfreunde an, bleibt dabei aber in den mittleren Preisregionen
innerhalb der High-End Anbieter.
Vor rund 10 Jahren starteten die beiden Firmengründer
mit der
Entwicklung von Lautsprechern. Mittlerweile ist Leema Acoustics auch
mit einem kompletten Elektronik-Sortiment für audiophile
Feinschmecker auf dem Markt vertreten. Von der kompromisslosen
Phono-Vorstufe "Cygnus" bis hin zum DSP-Steuerungsmodul "Corvus",
beweisen die Waliser eine sehr ambitionierte Firmenpolitik.
Für
unseren Test haben wir den Vollverstärker "Tucana" mitsamt dem
passenden CD-Spieler "Antila" ins Teststudio bestellt. Nachfolgend
möchten wir Ihnen beide Geräte kurz vorstellen:

Für 4.500 Euro gibt es den Tucana. Schon die elegante
Formensprache lässt erahnen, dass hier ein wahres Kleinod
schlummern könnte. Mit insgesamt 7
Geräteeingängen
(inklusive By-Pass Schnittstelle für Surroundgeräte)
konzentriert sich die Leema-Vorstufe auf das Wesentliche. Die liebevoll
illuminierte Lautstärkeregelung indiziert bereits
äußerlich den hohen technischen Standard, den der
Tucana in
seinem Gehäuseinneren bietet: strenselektierte Bauteile,ein
Kommunikationssystem zur Erweiterungen mit zusätzlichen
Komponenten, sowie ein konsequenter Doppel-Mono-Aufbau mit bis zu 295
Watt belegen
eindrucksvoll, dass der Tucana mit Siegermentalität an den
Start
geht.

Der Antila wechselt für 3.750 Euro den Besitzer und
nimmt sich
dessen CDs liebevoll an. Die erste Kontaktaufnahme zu den Silberlingen
übernimmt ein hochwertiges Philips Spezial-Laufwerk,
für
beste Stromverpflegung sorgt eine üppig dimensionierte
Netzteilsektion. Und weil der Antila ein besonders umsorgender
Zeitgenosse sein möchte, nimmt er sich der wichtigen
Digital-Analogwandlung gleich mit einer Armada von sage und schreibe 20
DACs in einer ausgeklügelten Differential-Anordnung an. Dank
zahlreicher Schnittstellen (inklusive vollsymmetrischer XLR-Buchsen)
ist er obendrein ein echter Kommunikationskünstler.
Unsere Leser, die sich mit Astronomie beschäftigen,
werden
sicherlich schon bemerkt haben, dass sich Lee Taylor und Mallory
Nicholls für die Benennung ihrer Produkte bei Sternbildern
bedient
haben. Nun, wir sind gespannt, ob Tucana und Antila nicht nur
über
visionäre, klangvolle Namen verfügen.
Reißen die beiden
Klangspender nur ein schwarzes Lock in das HiFi-Budget, oder nehmen sie
ihren Besitzer mit auf eine Reise in neue Welten ? Unser Test soll
Aufklärung verschaffen.
äußere Erscheinung/Verarbeitung und
Bedienung:
Das Design von Leema
Acoustics orientiert sich nicht
übermäßig am üblichen High-End
Purismus, sondern
bedient sich avantgardistischer Akzente. Insgesamt dominieren runde,
fließende Formen und verleihen den Gerätschaften
einen
optisch individuellen Charakter. Alternativ zu der abgebildeten
silbernen Farbausführung liefert Leema alle
Elektronikkomponentan
auch in schwarz.
Ein zentrales Merkmal stellen die vertikal verlaufenden
Informations-LEDs dar, die beim Antila auch gleichzeitig als Button
genutzt werden. Nicht aufgeführte Funktionen wie zB. eine
Repeat-Schleife können (bzw. müssen) durch bestimmte
Tastenkombinationen aktiviert werden. Wie sie später sehen,
beschränkt sich leider auch die Fernbedienung auf die
nötigsten Befehle. Beim Vollverstärker hingegen
übernimmt ein kleiner Drehregler die Funktionssteuerung direkt
am
Gerät. Auf ein LCD-Display mit Quellenbeschriftung muss der
Tucana
daher verzichten.

Die Front besteht aus einer 5mm starken sandgestrahlten
Aluminiumplatte. Sämtliche Kanten weisen eine
sorgfältige
Entgratung auf, auch die eingearbeiteten Rundungen zeugen von einer
sehr exakten Verarbeitung. Das Herstellerlogo findet sich in Form einer
recht prägnanten und großen Gravierung zentral auf
der
Frontplatte. Obwohl die Geräte durch die Frontgestaltung recht
breit wirken, liegen sie mit 44cm nur knapp über dem
HiFi-Standard.

Ein sehr schönes Detail stellt bei beiden
Geräten auch der
hübsche Gehäusedeckel mit gelasertem Firmenlogo dar.
Die
Materialstärke fällt hierbei sehr
großzügig aus.
In Kombination mit der unverwüstlich erscheinenden
Verarbeitung,
hinterlassen die Leema Komponenten einen äußerst
vertrauenserweckenden und soliden Eindruck. Hier klappert und knarzt
nichts, was zu einem Großteil auch an der
aufwändigen
Verschraubung liegt.

Ein Vorbild an ergonomischer Ablesbarkeit: das verbaute
LCD-Display
stellt alle Informationen mit klaren, großen Ziffern dar. So
sollte fast jeder Anwender keine Probleme haben, den aktuellen Track
(+Spielzeit) entziffern zu können. Eine Dimmfunktion bietet
Leema
leider nicht, aber ber sich beim andächtigen
Musikhören
durch das blau leuchtende Display gestört
fühlt, kann es
auf Knopfdruck (bequem per Fernbedienung) bequem komplett
abschalten.
Als absoluter Eyecatcher fungiert der
Lautstärkeregler am
Tucana. Alleine schon die extrem leichtgängige und zugleich
satt
geführte Mechanik läd zum freudvollen Herumspielen
ein, dazu
gesellt sich noch die pfiffige Visualisierung des gewählten
Pegels
per mitlaufenden LEDs. Insgesamt knapp 50 Leuchtdioden wechseln sich
für diesen Zweck ab. Zwischenschritte werden durch 2 LEDs
signalisiert.

Die Rückansichten der Leema-Geräte bestehen
aus einer
hochwertigen Metallabdeckung. Hierdurch wird nochmals der
äußerste solide Verarbeitungscharakter
unterstrichen. Von
hochklassiger Güte präsentieren sich ebenfalls die
verbauten
Lautsprecherterminals, welche sich durch leichtgängige
Verschraubungen und hoher Praktikabilität
auszeichnen. Die
restlichen Anschlussbuchsen hinterlassen jedoch, trotz vergoldeter
Kontakte, einen eher konservativen Eindruck - hier verbauen die meisten
Mitbewerber hochwertig anmutendere Komponenten.

Schön und praktisch: die schicken
Aluminiumfüsse besitzen
ein integriertes Absorptionselement zur vorteilhaften Abkopplung vom
Untergrund. Hiermit soll sichergestellt werden, dass sich
möglichst wenig Resonanzen vom HiFi-Rack in die
Leema-Komponenten
"verirren" können.

An den Seitenwangen finden sich
großflächige schwarze
Kühlrippen. Zur Wahrung einer homogenen Optik
übrigens auch
beim CD-Spieler, obwohl dieser einen ungleich niedrigeren
Kühlungsbedarf aufweist. Das berühmte
Tüpfelchen auf dem
"i" wäre lediglich noch eine einheitliche
Gerätetiefe, denn
der Antila baut etwas kompakter als sein
Verstärker-Kollege.
Die ungewöhnlich geformte Fernbedienung liegt
hervorragend in
der Hand und erweist sich als praxistauglich. 6 kleinere Buttons im
linken Bereich steuern dern Verstärker, während die
größeren Bedienelemente die CD-Wiedergabe
übernehmen. Die Materialanmutung dieses IR-Gebers
wäre noch zu steigern, indem man anstelle Kunststoff
auf
Aluminium setzen
würde. Bei Gerätepreisen um die 4.000 Euro sicherlich
kein
unverschämter Wunsch.
Fazit:
Mit Ausnahme der Anschlussbuchsen holt sich das Leema-Duett in
der
Verarbeitungsdisziplin eine 1 mit Sternchen ab. Das
eigenständige
Design wirkt sympathisch und aufgeräumt. Besondere
Begeisterung
ruft die elegante Lautstärke-Visualisierung mittels LEDs
hervor.
Leider kann der Bedienkomfort nicht an allen Aspekten mit dem
Verarbeitungsniveau mithalten. Speziell die Steuerung des CD-Players
erweist sich gegenüber klassischen Tastenanordnungen als etwas
gewöhnungsbedürftig. Die Fernbedienung geht
grundsätzlich in Ordnung, kann aber auch keine
völlige
Zufriedenheit hervorrufen.
technischer Aufbau / Funktionen:
Nicht selten fragt man sich beim Öffnen von teuren
Gerätschaften, womit die Teile eigentlich ihren hohen Preis
rechtfertigen möchten. Gähnende Leere, schlampige
Verkabelung
oder die Verwendung von ordinären Standardbauteilen sind
teilweise
(leider) die ersten Auffälligkeiten beim Blick ins Innere.
Manche
Hersteller scheinen ihre Kunden vornehmlich mit dicken Frontplatten,
Touchscreen-Displays oder Chrom- bzw. Goldverzierungen beeindrucken zu
wollen, statt die Wertschöpfung durch die Technik zu bewirken.
Erfreulicherweise gehört Leema Acoustics defintiv
nicht zu
diesem Kreis. Obwohl die Geräte über ein reizvolles
Äußeres verfügen, ruft auch das Innenleben
Begeisterung
hervor. Auf dem obigen Bild sehen Sie den entblößten
Tucana.
Nachdem wir eine Vielzahl von Schrauben gelöst haben, bot sich
dieser herrliche Anblick:
Der exakt spiegelbidliche Aufbau macht es deutlich: hier haben
die
Entwickler jedem Kanal eine kompromisslos umgesetzte Monosektion zur
Verfügung gestellt, um möglichst ideale
Arbeitsbedingungen
hinsichtlich Detaillierung/Klangnatürlichkeit,
Rauschabstände, Zeitverhalten sowie Kanaltrennung erreichen zu
können. Die Entwickler verfolgen eine Philosophie, wo die
Stromlieferfähigkeit mit einer ganz besonderen Aufmerksamkeit
bedacht wird. Das komplette Layout ist darauf abgestimmt, sehr schnell
Energie bereitsstellen zu können - selbstverständlich
mit
möglichst maximaler Akkuratesse und ohne Phasenverschiebungen.
Auffälligstes äußerliches Merkmal
hierfür sind die
beiden massiven Ringkerntrafos im vorderen Teil des Gehäuses.
Sie
stemmen jeweils bis zu 300 Voltampere in die nachfolgenden Sektionen
und sorgen somit für eine potente Basis.
Innerhalb von HiFi-Equipment verwendet man
Elektrolytkondensatoren, um Elektrizität speichern zu
können. Hierauf
greift der Verstärker immer dann zurück, wenn der
Strombedarf
höher ist, als durch die normale Netzversorgung geliefert
werden
kann. Zusammen mit der geräte-internen "on-thy-fly"
Stromlieferfähigkeit, stellt also die
Kapazität dieser
"Elkos", ein klangentscheidendes Konstruktionsmerkmal dar,
insbesondere hinsichtlich dem Spielen von Tiefbass sowie der
Pegelfestigkeit. Beide Aspekte verlangen schließlich sehr
viel
Energie von den Endstufen, ganz besonders in Kombination miteinander.
Im
Tucana sorgen die oben abgebildeten 8 schwarzen Elkos für eine
Gesamtsiebungskapazität von 80.000 Microfarad. Obwohl
es Verstärker gibt, welche hier noch mehr bieten,
kann man
den Tucana durchaus im oberen Bereich seiner Klasse einstufen. Mit
40.000 Microfarad pro Kanal schöpft das Gerät
wahrlich aus
dem Vollen, wenn man bedenkt, dass manche AV-Boliden eine
ähnliche
Dimensionierung auf ganze 7 Endstufensektionen aufteilen
müssen
!
Doch
mit Zahlen alleine, lässt sich solch ein High-End
Bollwerk
selbstverständlich nicht ausschöpfend
erklären. Nur
durch die Bestückung mit solchen Kondensatoren wäre
noch kein
guter Klang garantiert. Die Herausforderung besteht darin,
sämtliche Einzelkomponenten bestmöglich aufeinander
abzustimmen, kurze Signalwege, aber zugleich auch hohe Kanaltrennung zu
erreichen und dies in ein stimiges Gesamtkonzept einzubinden.
Für Lee Taylor und Mallory Nicholls
besteht dieser Weg
im Verzicht auf eine Stromgegenkopplung, zumal auch gleich auf
Feinsicherungen zum Schutz vor Kurzschlüssen verzichtet wurde.
Beide Lösungen sollen dabei helfen, den Signalfluss
ungebremster
durch die Baugruppen zu bekommen, und in Bezug auf die fehlenden
Sicherungen verspricht Leema eine absolut unbeeinträchtige
Zuverlässigkeit und packt als Beweis freiwillig noch eine
5-jährige Garantie obendrauf !
Pro Endstufensektion existieren sechs bipolare
Leistungstransistoren, welche direkt mit den Seitenteilen verbunden
sind und hierüber auch gekühlt werden. Jene schwarze
Passivkühlkörpern sind groß genug, um die
Abwärme
des Tucana zuverlässig abführen zu können.
Es sind daher
auch keine Lüfter verbaut, so kein störendes
Ventilationsgeräusch den Musikgenuss beeinträchtigt.
Links im
Bild ebenfalls noch schön zu erkennen: hochwertige
Silberdrahtverkabelung zwischen Terminal und Platine.
Mit seinen 6 analogen Chinch-Eingängen macht der
Tucana klar,
dass er nicht als multimediale Schaltzentrale dienen will, aber
zumindest für mittelgroße Gerätefuhrparks
geeignet ist.
Symmetrische XLR Schnittstellen sind gegen Aufpreis bestellbar, was in
Anbetracht des serienmäßig-XLR-bestückten
Antila auch
sinnvoll erscheint. Vinyl-Freunde sind leider auf externe
Phono-Vorverstärker angewiesen. Hierfür bietet Leema
mit dem
Cygnus übrigens sogar ein sehr ambitioniertes Gerät
an.
Besitzer von AV-Anlagen werden erfreut zu Kenntniss nehmen, dass der
"AV" Anschluss als ByPass ausgelegt ist, bei dem sich der Tucana
automatisch auf eine neutrale Lautstärkestellung einstellt, um
Surroundsignale ungefiltert durchzulassen.
Die beiden unscheinbaren 1,5mm
Klinkensteckeranschlüsse,
verbergen unter der Bezeichnung LIPS (Leema Intelligent Protocol
System) äußerst trickreiche und innovative Features:
im
Verbund mit der passenden Stereo-Endstufe (Hydra) und einem
Center+DSP-Modul (Corvus) lässt sich hierüber eine
audiophile
Mehrkanallösung realisieren, da sich die Geräte
über
dieses Protokoll zB. hinsichtlich Quellenwahl und
Lautstärkeeinstellung untereinander abgleichen. Doch auch
Basisfunktionen wie das getriggerte Ein-/Ausschalten lässt
sich
hierüber abwickeln, daher verfügt zB. auch das Antile
über eine entsprechende Schnittstelle.
| Modell / Preis |
Leema Acoustics Tucana, 4.500 Euro |
| Konstruktion |
Doppel-Mono Aufbau mit seperater Stromversorgung |
| Sinusausgangsleistung |
2 x 295 Watt @ 4 Ohm
2x 150 Watt @ 8 Ohm |
| Schnittstellen |
|
| Abmessungen |
44 x 11 x 36 (B,H,T) |
| Gewicht |
20 Kilogramm |
Unter seinem Blechkleid versteckt der Antila eine auf den
ersten
Blick eher spärlich besetzte Techniklandschaft. Hier scheint
der
Hersteller keine Materialschlacht abzuhalten: mehrere
Ringkerntrafos, abgetrennte Gehäusekammern oder eine
Fülle
von Platinen, sucht man hier vergeblich. Stattdessen setzt man auf
möglichst effiziente Schaltwege mit ausgeklügelten
Detaillösungen sowie selektierten Bauteilen. Als Laufwerk
verwendet Leema das Philips Drive "VAM", welches speziell für
audiophile Zwecke entwickelt worde und (im Gegensatz zum
Großteil
der aktuell angebotenen Laufwerke in High-End Playern) somit nicht
einer zweckentfremdeten PC- oder DVD Komponente entspricht. Um einen
optimalen Auslesevorgang zu realisieren, achtete Leema zudem noch auf
eine besonders schwingungsarme Unterbringung. Hierbei kommt die hohe
strukturelle Integrität des Gehäuseaufbaus
zusätzlich
als positiver Faktor hinzu. Im Praxischeck entpuppte sich das Laufwerk
als absolut erstklassige Komponente: Lesefehler kennt das Drive nur bei
extrem zerkratzten Medien und ganz besonders die ultra-schnellen
Reaktionen auf Steuerungsbefehle haben den Umgang zu einer einzigen,
große Freude gemacht. Hierzu passen auch die sehr
zügigen
Einlesezeiten, außerdem ist das Gerät innerhalb
einer
Sekunde ein- bzw. ausgeschaltet und kommt daher komplett ohne die
üblichen Tücken exotischer Hardware aus, wo man
teilweise
sehr viel Geduld mitbringen muss.
Wie schon beim Tucana achtete man beim Antila ebenfalls auf
eine
hohe Stromlieferfähigkeit der internen Netzteilsektion. Der
zentrale Ringkerntrafo speist insgesamt 9 Spannungsschaltkreise, deren
Spannungsregulatoren ihre Abwärme am rechten
Kühlkörper
abgeben (siehe Bild oben). Wichtige Gerätesektion erhalten
somit
eine indivuelle Stromversogung. Hierunter fallen zB. die D/A Wandler,
der Antrieb oder die Displaysteuerung.
Das eigentliche Schmankerl im Antila ist mit bloßem
Auge kaum
zu erkennen: Leema verbaut in diesem Gerät insgesamt 10 (in
Worten: zehn) Digital/Analagwandler ! Was leisten 10 Wandler,
was
ein Exemplar nicht kann ?? Nun - die Antwort ist relativ einfach: um
maximale Klanggenauigkeit zu gewährleisten, kümmern
sich je 5
DACs nur um jeweils eine Phase eines der beide Kanäle. Durch
die
parallele Schaltung mehrerer DACs verspricht man sich optimale
Auslesegenauigkeit, extrem geringen Jitter sowie Vorteile hinsichtlich
des Rauschverhaltens. Im Prinzip entspricht dieses Prinzip dem Aufbau
einer vollsymmetrischen Verstärkerschaltung, bei dem
Abweichungen
durch die Gegenphase ausgeglichen werden.
Dank einer dedizierten Spannungsversorgung und der
Steuerung
über ein gemeinsames Kontrollsignal sind Timing-Probleme ein
Fremdwort für den Antila. Und da die verbauten
Wandlereinheiten
eine zentrale Rolle im Aufbau besitzen, setzt Leema für diesen
Zweck sehr hochwertige Komponenten von Crystal ein: jeder der
CS43 Stereo D-/A Wandler arbeitet intern mit 192 Kilohertz Taktfrequenz
und muss sich vor dem Einbau in den Antila einer strengen Selektion
unterziehen, um selbst minimale Serienstreuungen noch
auszuschließen. Diese geballte Power von 10 High-End Stereo
DAC-Bausteinen mit insgesamt 20 Wandlerstufen, gibt es
ausschließlich bei Leema Acoustics und wird in Fachkreisen
mit
dem Begriff "MD² Active Differential Multi-DAC"
bezeichnet.
Anschlusseitig kommt der Antila mit den üblichen
Schnittstellen
daher. Im Gegensatz zum Vollverstärker sind hier die
symmetrischen
Analogausgänge bereits standardmäßig
enthalten.
Aufgrund des großen Aufwandes hinsichtlich der Wandlersektion
ist
es selbstverständlich eher sinnlos, den Antila lediglich als
reines Laufwerk zu benutzen. Trotzdem wäre optional eine
professionelle 110ohm AES/EBU Digitalschnittstelle
wünschenswert
um ihn mit externen Wandlereinheiten, wie zB. dem Accustic Arts
TubeDacII (Test folgt demnächst) ideal nutzen zu
können.
| Modell / Preis |
Leema Acoustics Antila, 3.750 Euro |
| Konstruktion |
Schubladensystem, DA-Wandlungskonzept mit
10x24Bit |
| Schnittstellen |
1x optisch , 1x coaxial Digital-Out
1x XLR symmetrisch Analog-Out
1x Chinch Analog-Out |
| Abmessungen |
44 x 11 x 30,7 (B,H,T) |
| Gewicht |
12 Kilogramm |
Testumgebung:

Die Isophon Arabba mit Diamandhochtöner war uns
behilflich, das
klangliche Niveau der Leema-Komponenten komplett
auszuschöpfen.
Dieser Ausnahmelautsprecher besitzt eine enorme
Authenzität, frappierende Detaillierungskünste sowie
eine
beispiellose temperamentvolle Dynamik. Einen ausführlichen
Test
dieser gleichermaßen sündhaft teuren wie formidablen
Schallwandler finden Sie schon in Kürze auf unserer Website.
Sicherlich wird nicht Jeder ein Paar Lautsprecher im Wert
eines
Mittelklassewagens zur Verfügung haben. Als zweiten
Anhaltspunkt
haben wir daher mit der Monitor Audio Platinum 300 (Stückpreis
knapp unter 4.000 Euro) ein deutlich günstigeres Modell
hinzugezogen. Ihr Verstärkungsbedarf liegt zwar ungleich
niedriger
als bei der Isophon-Box, doch die klangliche Auslegung fokussiert
ebenfalls eine neutrale und audiophile Spielweise.

Insgesamt haben wir die Leema-Kompoenten an weit mehr als nur
den
drei obengenannten Lautsprechern gehört. So kamen
beispielsweise
die ASW Cantius 504, Piega TC70x (siehe Bild), Bowers & Wilkens 683 und die Nubert
nuLine102
in den Genuss ihrer Zuspielung. Besonders aufmerksam achteten wir
jedoch auf die Verträglichkeit mit unserer
Kompaktlautsprecherreferenz Swans M1. Dieser Schallwandler besitzt
keine hohen Anforderungen an die Leistungsabgabe, stellt dafür
aber so manche Elektronik mit ihrer analytisch-direkten Spielweise vor
Probleme.
Detaillierte Kombinationsempfehlungen finden Sie am Ende der
nachfolgenden Rubrik.
Unsere hauptsächlich verwendete Testumgebung in der
Übersicht:
| Lautsprecher |
Isophon Arabba D Klavierlack (Paarpreis ca. 40.000
€)
Monitor Audio PL300 (Paarpreis ca. 8.000 €)
Swans M1 (Paarpreis ca. 1.200 €) |
| Verkabelung |
NF-Kabel Mogami Mozart
Lautsprecherkabel Mogami
Netzkabel Accustic Arts |
Höreindrücke:
Wenn Tucana und Antila zur Show bitten, bleibt kein Stein auf
dem
anderen! Schon nach den ersten Takten wird klar, dass sich beide
Geräte nicht mit der Rolle eines phlegmatischen
Übermittlers begnügen
wollen, sondern mit vollem Engagement ein Feuerwerk der Sinne
zelebrieren möchten. Man merkt ihnen sofort an, dass sie
Temperament und Vitalität verkörpern. Hier werden
keine
langweiligen Darbietungen geboten, wo mit chirurgischer
Präzision ohne jegliche Emotion bzw. Aussagekraft operiert
wird. Genausowenig entspricht es der Natur unserer beiden
Testgeräte, Musik "weichzulutschen" um sie
anschließend im
Korsett einer typisch audiophilen Wiedergabe hinzuzwängen.
Nein -
wer mit dem Leema Gespann eine Metallica-CD aus den 80ern
hören
möchte, bekommt die rohe Energie unvermittelt und hautnah mit.
Hier klingen langhaarige Rockmusiker tatsächlich noch
wie
ungehobelte Haudegen und nicht nach kollektiver Singstunde einer
Konfirmandengruppe.
Nach diesen (zugegeben) recht blumigen Ausführungen
möchten wir nun zu einer etwas nüchternen
Betrachtungsweise
umschwenken, damit Sie besser nachvollziehen können, warum uns
die
beiden Testgeräte so viel Hörfreude beschert haben.
Beleuchten wir zunächst, warum die Leema-Kombi gesamtheitlich
derart mitreißend und ungefiltert wirkt. Ein großer
Aspekt
dieser Attribute steckt zunächst einmal in der gebotenen
Dynamik,
wo Antila+Tucana zum absolut Besten gehören, was wir jemals
überhaupt gehört haben. Insbesondere der Antila
bietet weit
überdurchschnittliche Leistungen. Er setzt nicht nur
vordergründige Lautstärkeschwankungen mit
erstklassiger
Präzision und Kraft um, sondern ist darüberhinaus
sogar mit
einer wahrlich seltenen Gabe gesegnet: verschiedene
musikalische
Ebenen werden hinsichtlich ihrer Dynamik sehr differenziert behandelt
und sorgen somit für ein extrem vielschichtiges
Klangbild.
Auf diese Weise steigt nicht nur die musikalische Lebendigkeit, sondern
lässt den Hörer auch an neuen Klangdetails teilhaben,
die
bislang von dominierenderen Instrumenten überlagert wurden. Um
einen anderen CD-Player mit ähnlichen Tugenden zu bekommen,
muss
man definitiv schon zur absoluten Creme da la Creme (zB. Audionet
VipG2+EPS, ca 8.800 €) greifen. Obwohl auch der Tucana seine
Aufgabe erstklassig bewältigt und diesbezüglich zu
den besten
Vollverstärkern gehört, konnte der Antila in
Kombination mit
unserer Referenz Vor-/Endstufenkombination (Audionet PreG2+AmpII, Wert
ca. 16.000 €) sogar nochmals ein gutes Stück
obendrauf
packen. Die Vitalität und Geschwindigkeit, quer über
alle
Frequenzbereiche ist speziell bei großen,
plötzlichen
Lautstärkesprüngen, schlichtweg als grandios
zu
bezeichnen. Besser dürfte es wohl kaum noch gehen, wer genau
hinhört, könnte höchstens beim subtilen
Akzentuieren von
leisen, feindynamischen Akzenten noch leichte Vorteile bei manch
teueren Konkurrenzmodellen vernehmen. Ob Diese dann aber auch eine
vergleichbare Bass-Performance abliefern, ist dann
jedoch aufgrund
der vielfach künstlich schlanken Spielweise eher
unwahrscheinlich.
Die Umsetzung tiefer Frequenzen stellt nämlich eine weitere
Schokoladenseite beider Leema-Geräte dar, der wer uns im
folgenden
Absatz, zusammen mit der Gesamt-Tonalität, widmen
möchten.

Hier darf der CD-Player "Antila" in unserem Referenz-System Platz
nehmen.
Als passionierter Musiklieber kennen Sie sicherlich
High-End
Equipment mit einer äußerst akkuraten und
präzisen
Basswiedergabe. Außerdem wird es Ihnen wahrscheinlich auch
nicht
schwer fallen, Geräte zu nennen, die sich durch eine besonders
intensive, nachdrückliche Gangart auszeichnen. Unsere beiden
walisischen Schönlinge gehören zu der seltenen
Gattung,
welche beides miteinander verknüpfen und deswegen für
tieffrequente Genüsse ganz besonders prädestiniert
sind. Die
AREADVD-Redaktion mag es beim Hören gerne mal härter,
so dass
sich auch schonmal eine CD mit brachialem Elektro im Stil von Fabrik-C
oder Xotox in das CD-Laufwerk verirrt. Erfreulicherweise quittierte die
Leema-Kombi solch exotische Software mit einer furiosen Wiedergabe: die
treibenden Kickbässe werden in einer derart intensiven und
druckvollen Art und Weise auf die Membranen geschleudert, dass man fast
schon Mitleid um seine Lautsprecher bekommen könnte. Diese
unnachgiebige Schwärze und Entschlossenheit im Frequenzkeller
geht
einher mit einer vorbidlich exakten Konturierung, selbst bei extrem
hohen Geschwindigkeiten. Insgesamt baut das Klangbild
daher auf ein felsenfestes Fundament auf, was im Vergleich zu
manchen Mitbewerbern fälschlicherweise zum Eindruck
führen
könnte, daß Antila und Tucana über einen
stark
überbetonten Bassbereich verfügen. Ok: speziell der
Tucana
schmeißt tatsächlich gerne mal ein paar Kohlen mehr
ins
Feuer, allerdings bleibt dies in einem Maße, was man getrost
als
gekonnte und angebrachte Feinabstimmung im Bereich von Klangnuancen
ansiedeln kann. Grundsätzlich verfügen beide
Geräte
über eine gut austarierte Tonalität und verzichten
auf grobe
interpretatorische Eingriffe. Die Höhen- und Mittenwiedergabe
spielt sich weder in den Vordergrund, noch wird sie nach hinten
gedrückt. Sämtliche
Frequenzbereiche gliedern
sich hervorragend ein und sorgen für ein stimmiges
Klangbild.
Die Gesamtcharakteristik ist auch deswegen so
schlüssig, weil
die bissige Bassdarstellung nicht das einzige akustische Merkmal einer
progressiv-direkten Spielweise darstellt. Anstatt einen feinen Schleier
über die Musik zu legen, und mit hinzugedichteter
Brillianz
und Lockerheit zu versehen, packen Antila und Tucana die Musik bei den
Hörnern und geben sie unvermittelt an die Hörerschaft
weiter.
Die Durchzeichnung im Hoch-/Mitteltonbereich erfolgt sehr sauber und
strukturiert, als Ergebnis darf man sich daher über eine
hervorragende Klangtransparenz freuen. Auch in diesem Frequenzspektrum
bestechen die Leema-Geräte mit ihrem makellosen Spielfluss.
Nie
hat man das Gefühl, dass die beiden Komponenten Probleme
haben,
mit dem Herausschälen der vielen Klangdetails in Verzug zu
kommen
- eher im Gegenteil, gerade schnelle Stücke unterstreichen die
akustischen Qualitäten unserer Testprobanden. Die
Stimmwiedergabe
gibt ebenfalls Grund zur Freude. Sie löst die Protagonisten
hervorragend vom instrumentalen Geschehen und ist in der Lage, die
verschiedensten Stimmprofile mit hoher Authentizität und
indivdueller Ausdrucksweise zu versehen. Hierbei lässt sich
außerdem wieder die typisch offensive Grundcharakeristik von
Tucana und Antila herausstellen, denn bei dominant und eindringlichen
singenden Akteuren nehmen sie kein Blatt vor den Mund: im
Direktvergleich zu anderen Geräten (zB. Denon PMA-SA1) merkt
man, dass sie
nicht auf künstliche Lockerheit, Seidigkeit oder Entspannung
getrimmt sind. In Kombination mit unvorteilhaften Lautsprechern
könnten manche Hörer diese Eigenschaft schnell auch
als
übetriebene Schärfe abstempeln - obwohl die
Testgeräte
ja eigentlich keine Schuld trifft und sie ja im Prinzip nur
unvermittelt die Aufnahme wiedergeben möchten. Anderseits kann
man
diesen Aspekt genausogut auch positiv betrachten und sich
über die absolut ungeschminkte und ehrliche Wiedergabe freuen.
Das
ist letztlich auch der Grund, warum wir den
Walisern dankbar sind, Musik auf High-End
Niveau ohne automatischen
Weichspüler genießen zu können. Gerade in
dieser
mittleren Preisklasse ist dies durchaus ein kleines Novum.
Gute Ergebnisse liefert das Leema-Duett ebenfalls hinsichtlich
der
gebotenen Räumlichkeit. Auch hier lässt sich die
Grundtendenz
des Gerätes ablesen, die Musik nicht nach Gutdünken
zu
interpretieren bzw. auszumalen, sondern unbeirrbar und mit aller
Konsequenz die enthaltenen Rauminformationen umzusetzen. Im
Zweifelsfall agiert das Duett tendenziell eher zurückhaltend
und
besinnt sich auf das punktgenaue Abbilden in der horizontalen Ebene
zwischen den Lautsprechern. Der Klang löst sich
grundsätzlich
sehr gut von den Lautsprechern ab, was jedoch die gebotene
Raumtiefe betrifft, so variiert die Performance je
nach Aufnahme.
Hier merkt man recht deutlich, dass die Geräte eine sehr
ehrliche
Spielweise verfolgen und keine künstlichen
Phasenverschiebungen
einfügen, um räumlich zu klingen.

Wieviel Power steckt in dem kompakten Gehäuse ?
Bei der Pegelfestigkeit fährt der Tucana ein
grundsolides
Ergebnis nach Hause. Für sich betrachtet, liefert er eine
beeindruckende Leistung. Es dürfte sogar schwierig werden,
einen
Vollverstärker mit ähnlich potenter Endstufensektion
ausfindig zu machen. Er realisiert verzerrungsfrei sehr hohe Pegel und
eignet sich dabei auch für größere
Räume jenseits
der 35m². Beeindruckend ist außerdem, dass der
immense
Nachdruck im Bassbereich auch oberhalb von 100db erhalten bleibt. Im
Notizblock unserer Beabachtungen verdient sich der Tucana
zusätzliches Lob für seine geringe
Gehäuseerwärmung, was auf sehr effiziente
Schaltungen
schließen lässt. Auf hastig einschreitende
Schutzsicherungen
hat man bei Leema erfreulicherweise ebenfalls verzichtet, so dass wir
den Tucana für Freunde des lauten Musikgenusses für
sehr
geeignet halten.
Doch trotz allen Lobes: obwohl der Tucana auch mit
stromhungrigen
Lautsprechern (Quadral Titan) überraschend gut zurecht kommt,
merkt man hier durchaus, dass eine Endstufe vom Schlage einer Accustic
Arts AmpII (siehe Abbildung) noch zusätzliche Reserven
mobilisieren kann, wo dem Tucana schlichtweg Grenzen gesetzt sind.
Sicherlich mag unsere Referenzendstufe nicht direkt mit dem eleganten
Vollverstärker vergleichbar sein (sowohl in konzeptioneller
Hinsicht als auch preislich), doch wer einen solch extrem
strumhungrigen Lautsprecher einsetzt und gerne laut hört, wird
für ca. 4.000 Euro andere Komponenten finden, die mit einer
Titan bei
hohen Pegeln souveräner umgehen können (zB. Rotel
Vor-/Endstufenkombination RB-1090+RC-1082 ). Und wer den
Leema-Sound bereits in sein Herz geschlossen hat und nicht darauf
verzichten möchte, wird nun sicherlich dankend zur Kenntnis
nehmen, dass man mit der Endstufe "Hydra" (dank LIPS) eine interessante
Option auf Bi-Amping umsetzen könnte.
Widmen wir uns abschließend noch unseren
Beobachtungen
hinsichtlich der Lautsprecherzusammenstellung. Hier können wir
eine eindeutige Präferenz für diejenigen
Schallwandler
aussprechen, welche vom Grundcharakter ebenfalls mit einem hohem
Maß an Direktheit gesegnet ist. Modelle wie zB. die JmLab
Electra
10027 BE mit ihrem sanften, fast schon zu dezenten Klangbild,
können die Vorzüge der Leema-Elektronik nicht
nachhaltig
offenlegen. Auf der anderen Seite ist die Auswahl an harmonisierenden
Lautsprechern deutlich größer: von der kompakten
Isophon
Galileo, bis hin zur Monitor Audio Platinum PL300, zelebrierte sie
feinste Klänge und veredelte in jede dieser Kombinationen mit
ihrem feurigem, temperamentvollen Flair. Als Low-Budget
Empfehlung
können wir hierbei die Swans M1 herausstellen, was hier
für
625 Euro / Stück geboten wird, ist fantastisch. Die Swans
Kompaktbox mag zwar keinen Tiefbass-Weltrekord aufstellen, aber die
kristallklare, schlackenfreie Spielweise passt vorzüglich zur
Leema-Kombi und ist in dieser Preisklasse einzigartig.
Im Kurzvergleich mit direkten Mitbewerbern unterstreichen
Antila und Tucana ihre Wettbewerbsfähigkeit:
Mit dem Marantz PM11-S1 sowie dem passenden SACD-Player
SA-11S2
bietet der japanische Traditionshersteller ein preisähnliches
Geräte-Duett mit außerordentlicher optischer
Noblesse an. In
klanglicher Hinsicht orientiert man sich vornehmlich an
Hörerprofilen, die vor allem Unaufdringlichkeit und absolut
kultivierte Ansprache schätzen. Der forsche
Vorwärtsdrang, den wir von Leema kennen, ist keine
Klangeigenschaft, mit denen sich Marantz identifiziert. Die
Basswiedergabe gelingt dem japanischen Gespann zwar nicht minder
kraftvoll, lässt aber ein wenig Differenzierungsgeschick sowie
konrtrollierte Dynamik vermissen. Die Pegelfestigkeit liegt bei beiden
Vollverstärkern ungefähr auf einem Niveau, allerdings
sorgt
eine deutlich zu sensible Schutzschaltung beim PM11-S1 für ein
großes Handicap.
Mit dem Audionet ArtG2 (ca. 4.500 €) hat der Leema
Antila ein
hartes Kaliber vor sich - im wahrsten Sinne des Wortes,
schließlich basiert der Audionet Player auf einer
Granitplatte.
Mit einem völlig anderem Grundprinzip beweist die Edelschmiede
aus
Bochum, dass mehrere Wege zum Erfolg führen. Am ArtG2 kommt
kein
Player vorbei - was hier an Klangtransparenz, Dynamik, Raumabbildung
und Klangfarbenreichtum geboten wird, gehört zur absoluten
Weltelite. Hier muss sich selbst der Antila knapp geschlagen geben, der
im Direktvergleich eine Nuance härter und rauer klingt.
Trotzdem
bleibt der Antila in Schlagdistanz: solange man dem ArtG2 kein EPS
(Zusatzmodul für Stromversorgung, Preis ca. 1.800 €)
zur
Seite stellt, gelingt ihm die Basskonturierung sogar ein wenig
definierter und druckvoller. Außerdem muss sich der
Audionet-Player ankreiden lassen, dass er über ein aktives
Lüftungskonzept verfügt. Besitzer von Media-PCs
dürften
darüber hinwegsehen und sich über die clevere
Integration
eines USB-Eingangs freuen, mit dem der ArtG2 seine hervorragenden
Dienste auch für die Wandlung externer Quellen anbietet. Sie
sehen: Antila und ArtG2 duellieren sich fast auf Augenhöhe in
solch schwindelerregenden Höhen, wo sogar viele hochpreisige
Mitbewerberprodukte (zB. der froh sein können, dies
aus der
Ferne mitzumiterleben.
Fazit:

Nach unserem Test muss man wahrlich kein Astronom sein, um
Antila
und Tucana als helle Lichterscheinung im Nachthimmel der HiFi-Galaxie
zu deuten. Freunde von anspruchsvoller Musikwiedergabe können
sich
freuen, dass Lee Taylor und Mallory Nicholls mit
gleichermaßen visionär wie konsequent entwickelten
Produkten
den Markt bereichen. In den traumhaft verarbeiteten Gehäusen
kommt
ausgefeilte Technik zum Einsatz. Durchdachte Detaillösungen,
wie
zB. die MD² Active Differential Multi-DAC Anordnung
(Antila), oder die innovative Lautstärkesteuerung mitsamt
LIPS-Protokoll zur Kaskadierung weiterer Komponenten (Tucana), belegen
die Professionalität von Leema eindrucksvoll. Hier wird
defintiv
nicht im Stil manch kleiner High-End "Bastelbude"
mittels
ordinärer Materialschlachten vorgegangen, sondern mit Akribie
und
High-Tech entwickelt. All dies zeigt sich schlußendlich auch
bei
unseren Höreindrücken. Keine Frage: die gebotene
Präzision mitsamt der kompromisslos antreibenden Spielweise
gehört zum Besten, womit man seine Ohren verwöhnen
kann. Und
erfreulicherweise trifftet der Griff nach den Sternen hinsichtlich der
finanziellen Belastung dabei gar nicht mal in völlig
astronische
Sphären vor. Sicherlich wechseln die Geräte
keineswegs zum
Sonderangebot den Besitzer, aber im Vergleich zu vielen Wettbewerbern,
bleibt die Leema-Mannschaft noch
verhältnismäßig
bodenständig. Beide Geräte haben sich
unseren Referenzstatus redlich verdient und sind hervorragend
geeignet, um mit ihnen neue Klangwelten zu erforschen.
Volltreffer: Leema
Acoustics bietet mit
Tucana und Antila eine absolut hochklassige Stereo-Kombination an,
welche die Sinne auf eine audiophile Reise mitnimmt. Der Fahrpreis ist
angemessen, denn auch Verarbeitung und technischer Aufbau sind vom
Feinsten.

Leema Acoustics Tucana, Vollverstärker Preis 4.500 Euro
Leema Acoustics Antila, CD-Player Preis 3.750 Euro
Test: 15.Juli 2008
Preis-/Leistungsverhältnis:         
+ sehr direkte/ehrliche Klangumsetzung
+ Bassdarstellung mit enormer Wucht und Präzision
+ hochdynamische Spielweise
+ gute Pegelfestigkeit (Tucana)
+ exzellentes Laufwerk mit erstklassiger Fehlerkorrektur und extrem
schnellen Zugriffszeiten, hohe Zuverlässigkeit (Antila)
+ erstklassige Gehäuseverarbeitung
+ technisch innovativer Aufbau (zB. Multi-DAC)
+ Heimkino By-Pass Modus integriert (Tucana)
+ praxisgerechte Systemfernbedienung
- kein Phonomodul für Vollverstärker
lieferbar (Tucana)
- kein AES/EBU Digitalausgang (Antila)
- manche fortgeschrittenen Bedienvorgänge zu komplizert
(Antila)
Text:
Lars Mette
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