Test: Isophon FRC+Arabba 7.2 System - Surroundklang der
Superlative

Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.
(9. April 2009 -
Autor: LM )
Nicht nur der bekannte Philosoph und Dichter Friedrich Nietzsche
("Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum") war von den
Klangeskünsten fasziniert. Mittlerweile, fast hundert Jahre
später, frönen viele Musikbegeisterte ihrem Hobby mit
bedingungsloser Hingabe. Unter großem zeitlichem und
finanziellen Aufwand beweisen absolute Enthusiasten ein enormes
Engagement, um musikalische Darbietung in ihrer ungetrübten,
künstlerischen und emotionalen Essenz freizulegen. Wenn
Perfektion gefordert ist, darf das Scheckheft nicht dünn sein:
erlesene High-End Anlagen durchbrechen nicht selten die
sechstellige Preisschwelle und bleiben somit einem extrem kleinen
Klientel, besonders anspruchsvoller (und solventer) Anwender
vorbehalten. Besonders der Lautsprecherwahl kommt dabei eine
Schlüsselrolle zu, schließlich wird hier das
grundsätzliche Niveau des Systems vorgegeben. Ein empfehlenswerter
Kandidat für solche Fälle ist der Standlautsprecher "Arabba"
aus der schwäbischen Boxenmanufaktur Isophon, die wir im
vergangenen September ausführlich vorgestellt haben. Edle Technik
mit Keramik- und Diamantchassis sorgt für eine Sinnesmassage der
besonderen Weise.

Dieses Niveau möchte Isophon auch Anwendern bieten, die
nicht nur stereophone Genüsse zu schätzen wissen, sondern sich
ebenfalls mit mehrkanaliger Kost vergnügen möchten. Deswegen packt Chefentwickler Dr. Roland Gauder all die leckeren
Ingredienzen, die schon bei den Modellen Arabba und Cassiano
für Furore gesorgt haben, nun auch noch in einen universell einsetzbaren
Surroundlautsprecher. Die angestrebte Allroundtauglichkeit wird schon
beim Namen deutlich, denn die schlichte Bezeichnung "FRC" steht als
Synonym für seine Einsatzmöglichkeiten als Front-, Center-,
oder Rearspeaker Der FRC kann sowohl liegend, als auch stehend
betrieben werden und verfügt über einen vollwertigen
3-Wege-Aufbau inklusive aufwändigem Gehäuse und
hochkomplexer, steilflankiger Frequenzweiche. In der Basisversion mit
Keramikhochtöner wechseln pro FRC 3.599 Euro den Besitzer -
wenn ein Diamant auf der Schallwand seinen Dienst im
Hochtonbereich verrichten soll, steigt die Transfersumme auf 6.198 Euro.
Nachdem wir von der Arabba derart überzeugt waren, dass wir ihr
in unserem Studio ein festes Zuhause gegeben haben, kauften wir zur
Komplettierung eines 7.2 Surroundsystems noch fünf FRCs,
sowie zwei passende Subwoofer vom Typ Stonehenge. Sowohl die Arabbas,
als auch FRCs kleiden sich in schwarzem Klavierlack und
verfügen allesamt über Diamanthochtöner, was den
Komplettpreis inklusive der jeweils 3.999 Euro kostenden Subwoofer auf eine UVP von exakt 77.931 Euro ansteigen lässt.
Als Leihgabe wäre solch ein System kaum realisierbar, da sich der
Anwenderbereich wegen der Preisregion doch sehr stark eingrenzen
dürfte. Deswegen möchten wir die Gelegenheit nutzen und Ihnen
anhand unseres Lautsprechersets eine interessante Lektüre
anbieten. Dass wir hierbei nur bedingt gleichrangige
Quervergleiche durchführen können, ist der Preisklasse
geschuldet. Unser Ansatz wird daher hauptsächlich darin liegen,
das Preis- und Klangniveau in Relation zu guten Offerten aus der
gehobenen Oberklasse (allen voran die Monitor Audio Platinum
Serie) zu ziehen. Da wir die Arabba schon einem ausführlichen
Einzeltest unterzogen haben, setzen wir bei diesem Bericht einen klaren
Schwerpunkt auf die Mehrkanalwiedergabe.
Verarbeitung:
Unter Berücksichtigung des
preislichen Gefüges, geben sich die Isophon Boxen dezent und
zurückhaltend. Während Lautsprecher von zB.
B&W, JmLab oder Dynaudio mit teilweise sehr exotischen und
ausgefallenen Designs aufwarten, setzen die Schwaben auf
klassische Proportionen in einer zeitlos eleganten Verpackung. Jeder Schallwandler wird in Renningen
(in der Nähe von Leonberg, ca. 10km südwestlich von
Stuttgart) nach Auftragseingang für den Kunden angefertigt. Die
Individualisierung der Oberflächenausführung ist daher sehr
breit gefächert und beinhaltet RAL-Lackierungen in Wunschfarbe
genauso wie frei auswählbare Echtholzfurnierungen mit
verschiedenen Veredelungsvarianten (zB. Klarlack). Selbst Chrom- oder
Lederapplikationen lassen sich integrieren, auf Wunsch baut Isophon die
Lautsprecher sogar in Steingehäuse.

Wie in diesem Preissegment üblich, warten die formschönen
Lautsprecher mit perfekten Chassiseinpassungen auf. Die Rundungen
sind sauber ausgeführt und die Membran befindet sich exakt
zentriert in der Mitte der Aussparung, so dass rund um das Chassis
absolut gleichmäßige Spaltmaße vorherrschen. Die
Gehäusekanten stehen dem um nichts nach, allerdings wirken die
recht spitzen Übergänge naturgemäß nicht ganz so
mondän, wie sanfte Rundungen. An der blitzsauberen Qualität
derselbigen gibt es aber dennoch nichts auszusetzen.
Wie Sie anhand unserer Testexemplare
sehen können, steht auch Klavierlack zur Disposition. Isophon
bedient sich hierbei der Dienstleistung der wohl besten Spezialisten
für Lackierungen, schließlich zeichnet sich der Zulieferant
auch für die Oberflächenveredelung der Steinway Flügel verantwortlich. Unsere tiefschwarzen
Klangskulpturen dürfen sich daher mit exakt derselben Politur
schmücken, die auch dem berühmten Konzertflügel D-274
zur seiner markanten Optik verhilft. Isophon lässt sich den
schwarzen Klavierlack mit modellabhängigen Aufpreisen entlohnen (Aufpreis pro FRC: 549 €),
allerdings bekommt der geneigte
Käufer hierfür auch absolut kompromisslose Top-Qualität.
Zum selben Preis liefern die Schwaben auch Klavierlack in weiß
(absolute Trendfarbe und traumhafte Optik mit den schwarzen
Chassisrahmen)
sowie eine transparente Hochglanzlackierung auf Holzfurnier.
Für eine standesgemäße Kontaktaufnahme mit den
Lautsprecherkabeln greift Isophon bei sämtlichen Lautsprechern
auf WBT Anschlussterminals zurück. Während die Arabba
mit Bi-Wiring Terminals daherkommt, werden die FRCs aus
Platzgründen standardmäßig mit nur einem Paar
ausgeliefert. Auf Wunsch verbaut Isophon aber auch bei diesem Modell
ein Bi-Wiring Terminal. Alle Schnittstellen zeichnen sich durch
leichtgänge Schraubverschlüsse sowie Kompatibilität zu
fast allen Arten von Kabeln aus. Die saubere Integration dieser
Sektion zeugt von einer detailorientierten Arbeitsweise.
Die beiden Stonehenge werden von einer massiven Granitplatte in
Szene gesetzt. Diese Lösung erweist sich nicht nur technisch als
vorteilhaft (hohes Gewicht zur Beruhigung des Gehäuses), sondert
sorgt auch für optische Noblesse. Sämtliche Kanten sind
mit Hilfe eines Diamantschleifgerätes präzise
vollendet worden und weisen eine hervorragende
Verarbeitungsqualität sowie Gleichmäßigkeit aus. Durch
eine spezielle Mechanik inklusive Innengewinden realisiert Isophon eine
versteckte Montage, so dass keine Schraube die elegante Optik
trübt. Die Granitsorte ist beim Stonehenge frei auswählbar -
wir haben unsere Tieftonkünstler mit poliertem Nero
Assoluto versehen lassen.
technischer Aufbau und Konstruktionsdetails:
Von vorne betrachtet, wirkt der FRC wie
ein klassisches D'Apolitto
System, doch tatsächlich besitzt er einen vollwertigen 3-Wege
Aufbau. Hoch- und Mitteltonfrequenzen werden genauso über eine
eigene Membran abgegeben, wie der Bassbereich. Ein D'Apolitto
würde beide Tiefmitteltöner identisch ansteuern und somit
eine Bündelung zur Boxenmitte hervorrufen. Der FRC besitzt
deswegen einen deutlich größeren Abstrahlbereich und klingt
auch für außermittige Hörplätze linear. Als
Chassis stehen ihm dabei die hochwertigen Keramikchassis von Thiel und
Partner zur Verfügung. Diese Bauteile sind im High-End Bereich
ungefähr so begehrt wie Gratis-Tickets zur Oskarverleihung: die
aufwändig entwickelt und hergestellten Chassis basieren zum
Großteil auf dem Werkstoff Korund, dem zweithärtesten
Mineral auf der Welt (zum Vergleich: ein Quarz weist eine achtfach
niedrigere molekulare Härte auf). Im Zuge eines komplexen
Verfahrens wird eine Keramikmembran gefertigt, die in Bezug auf
maximale Steifheit und geringstmöglichem Gewicht absolut
überlegene Eigenschaften mitbringt. Damit die edlen Chassis ihre
bestmögliche Wirkung erzielen können, greift Isophon tief in
die Schatzkiste der Frequenzweichenbauteile. Bei kaum einem anderen
Lautsprecher wird man Kondensatoren vorfinden, die zB. mit
Silberöl getränkt sind, um eine maximale Signaltreue zu
gewährleisten. Die Frequenzweiche begradigt den Frequenzgang,
schneidet Resonanzen heraus und liefert die exakten zeitlichen und
frequenzmäßigen Übergänge. Als Doktor der Physik
spielt Dr. Gauder seine Trumpfkarte aus und realisiert durch eine
ausgeklügelte Schaltungstechnik eine weltweit einmalige
Flankensteilheit von über 50db/Oktave. Jedes Chassis kann somit
exakt angesteuert werden und seine idealen Frequenzbereiche
ausschöpfen. Die problembehafteten Resonanzen bei Keramikmembranen
werden auf diese Weise komplett umgangen und müssen nicht
nachträglich durch zusätzliche Filter korrigiert
werden. Die Steilheit der Filter ist auch für den geringen
Klirr verantwortlich. Klirr im Mitteltonbereich soll laut
Isophon praktisch kaum messbar sein, selbst beim Hochtonklirr
(wo spezielle niederinduktive Kabel verwendet werden), verspricht Dr.
Gauder nur einen Klirr im Promillebereich. Außerdem
verspricht er eine absolut phasenrichtige Ansteuerung der Chassis und
sorgt sogar für eine Laufzeitkorrektur aller Systeme.

Der FRC basiert auf einem geschlossenem
Aufbau mit
"Doppelsandwichkonstruktion". Die gebogenen Wände bestehen
aus 3-fach
kreuzverleimten Schichten flexibler Tischlerplatten sowie einer
geschlitzten MDF-Platte. In jene Schlitze wird Sand
eingefüllt, in
denen sich Resonanzfrequenzen quasi
"totlaufen". Gehäusehärte und
Schalldämmung nehmen von innen nach außen stetig zu,
durch den
Materialmix erreicht man eine sehr hohe Steifigkeit mit
optimalen Eigenschaften zur Bekämpfung unerwünschter
Effekte.
Resonanzen, Vibrationen oder Schwingungen werden auf diese Weise quer
über den Frequenzverlauf wirkungsvoll unterdrückt. Beim
Einsatz als Centerspeaker liefert Isophon eine Acrylhalterung (siehe
vorletztes Bild) mit, womit man den Lautsprecher auch gleich
wunschgemäß Einwinkeln kann. Die Montage auf Stativen stellt
mit dem FRC ebenfalls kein Problem dar, denn durch die
kundenspezifische Fertigung kann man bei Bestellung gleich die
gewünschten Abmessungen und Positionen der Schraubgewinde in
Auftrag geben. So haben auch wir es gemacht, um eine sichere Montage
auf die Spectralständer (Typ BS-80) zu gewährleisten. Dieses
Stativ können wir sehr empfehlen, da die großen 80mm-Rohre
nach Sandbefüllung derart viel Gewicht aufbringen, dass ein
versehentliches Umkippen eigentlich gar nicht mehr möglich ist.
Der verbaute Diamant entspricht von der
chemischen Zusammensetzung zwar dem natürlichem Derivat, wird aber (ebenfalls von
Thiel&Partner) synthetisch hergestellt. Nur auf diese Weise erhält man einen
lupenreinen, makellosen Werkstoff (reine kristalline Kohlenstoffstruktur, dessen
Kohlenstoffatome jeweils symmetrisch mit vier Nachbaratomen kovalent gebunden
sind), ohne Gitterfehler bzw. Verunreinigungen. Jener Umstand kommt deswegen
eine große Bedeutung zu, weil die Diamantmembran auf diese Weise hauchdünn
gefertigt werden kann. Ein einfaches, äußeres Indiz der Qualität kann man in
Form des absolut farblosen und transparenten Membranmateriales erhalten.
In der Natur entstehen Diamantablagerungen auf verschiedene Weise. Zumeist
bilden sie sich im Erdmantel in einer Tiefe von ca. 150 Kilometern bei einer
Temperatureinwirkung von über 1.200 Grad. Sogenannte Mikrodiamanten werden
jedoch auch bei Meteoriteneinschlägen gebildet, wo ebenfalls extreme
Temperaturen und ein hoher Druck für eine Komprimierung der Kohlenstoffatome
sorgt. Hierdurch erlangt Diamant die höchste Kategorisierung (10) in der
Härteprüfung nach Mohs (benannt nach Carl Friedrich Christian Mohs, 1773-1839,
deutsch-österreichischer Mineraloge) mit einer absoluten Härte von 140.000. Zum
Vergleich: der für die zuvor vorgestellten Keramikmembranen eingesetzte
Werkstoff Korund weist eine Härte von 1.000 auf (zweithärtestestes Mineral mit
einer Mohs-Härte von 9). Ein Quarz kommt als vierthärtestes Mineral auf einen
Wert von 120.
Diese unerreichte Härte ist am Ringfinger einer Frau eigentlich Verschwendung
- innerhalb eines High-End Schallwandlers, vermag dieser Werkstoff viel mehr zu
bewirken und hilft dem Lautsprecher in bislang technisch unerreichbare
Dimensionen vorzustoßen. Der verbaute 20mm Diamanthochtöner besitzt eine weitaus
höhere membraninterne Schallausbreitungsgeschwindigkeit als jegliche andere
Komponenten. Diese Eigenschaft sorgt nicht nur für eine einzigartige
Geschwindigkeit in der Umsetzung von Schallereignissen, sondern beschert dem
Hochtöner eine Bandbreite von über 100.000 Kilohertz. Solche Frequenzen können
zwar nur Hunde oder Fledermäuse direkt wahrnehmen, doch wichtig ist in diesem
Zusammenhang, dass durch die hohe Bandbreite innerhalb der menschlichen
Hörbereiches (bis max. 18.000 Hz) eine makellose Linearität, Verzerrungs- und Klirrfreiheit herrscht. Resonanzen
bzw. sonstige Unregelmäßigkeiten werden in einen Bereich verschoben, der
akustisch unkritisch ist. Tonale Einfärbungen oder Richtwirkungen bringt der
Hochtöner somit nicht mit. Neben der immensen Geschwindigkeit sowie dem
erweitertem Frequenzbereich (wichtig auch für die Obertöne) birgt ein
Diamandhochtöner noch einen weiteren, maßgeblichen Vorteil: die hervorragende
Wärmeleitfähigkeit bzw. Resistenz gegen Erhitzung. Somit zeichnet sich der
Hochtöner nicht nur durch eine sehr hohe thermische und elektrische
Belastbarkeit aus, sondern verliert nicht einmal mit sehr hohen Pegeln, bzw.
schnellen Musikstücken an Kontur.
Natürlich würde es bei konsequenter Nutzung auch Sinn machen, eine
Diamantmembran als Mitteltöner zu verwenden. Thiel und Partner fertigen auf
Wunsch entsprechende Chassis, allerdings kann man sich bei einer Vervielfachung
der benötigten Diamantoberfläche schnell ausrechnen, in welche Preisgefilde ein
6´´ Mitteltöner kommen dürfte, wenn man die rund 3.000 Euro für den
verhältnismäßig kleinen Hochtöner bedenkt.
Selbstverständlich verbaut nicht nur Isophon solche Hochtöner. So findet man
beispielsweise auch bei Bowers & Wilkens entsprechend ausgestattete Modelle in
den High-End Serien. Die Besonderheit der Arabba definiert sich durch die
Kombination mit der steilflankigen Frequenzweiche. Während die meisten
Konkurrenzmodelle mit Filtern einfacher Ordnung (6db/Oktave) trennen und dabei
teilweise noch absichtliche Phasenfehler einbauen, um eine Räumlichkeit
vorzutäuschen, bindet Dr.Gauder den Arabba-Hochtöner mit steilflankigen
54db/Oktave an das darunterliegende akustische Geschehen an. Vorteil: hierdurch
wird verhindert, dass sich Mittel- und Hochtöner im gehörsensitiven Bereich beim
Übergang (3500 Hz) überlappen und durch gleichzeitige Schallabstahlung im selben
Frequenzbereich gegenseitig stören. Man hört somit wesentlich mehr vom
Diamanthochtöner, als dies bei anderen Konstruktionen der Fall
ist.

Etwas im Schatten von Arabba und FRC,
aber dennoch auch einen Blick wert: der Stonehenge ist von außen
kaum als Subwoofer zu erkennen. Sein ungewöhnliches Konzept
beschert ihm zunächst einmal äußerst
wohnraumfreundliche Abmessungen. Der Stonehenge
benötigt lediglich 34 x 34 cm Stellfläche, streckt sich
ca. 80cm in die Höhe und besitzt eine obenliegende,
polierte Granitplatte. Kaum ein anderer Subwoofer mit High-End
Anspruch dürfte sich mit einem vergleichbaren
Woman-Acceptance-Faktor schmücken dürfen, da ihn eigentlich
nur das verchromte Typschild mit Status LED als technisches Gerät
kennzeichnet. Der technikaffine Anwender wird mit dem Stonehenge aber
ebenfalls bedient, allerdings muss man hierfür die inneren Werte
in Betracht ziehen. Isophon verzichtet beim Stonehenge auf jegliche
Goodies wie Fernbedienung, DSP-Module oder Equalizingfunktionen.
Die Funktionen beschränken sich auf eine schaltbare Phasenlage,
sowie Übernahmefrequenz und Lautstärkeregelung. Begeisterung
löst vielmehr das erfrischend andere Gesamtkonzept aus: eine
extrem steife 32cm Hexacone Langhubmembran strahlt nach oben (!) ab und
wird von einem untenliegenden Bassreflexrohr unterstützt. Diese
Anordnung macht wegen der unkritischeren Anregung von horizontalen
Raummoden (gegenüber Front- oder Downfire Systemen) sogar derart
viel Sinn, dass wir uns ernsthaft fragen, warum nur Isophon solche
Subwoofer baut. "Bauen" war übrigens ein gutes Stichwort, denn bei
der Endstufe legt Dr. Gauder derart viel Wert auf bestmögliche
Verstärkung, dass er sie gleich selbst fertigt. Der Stonehenge
muss deswegen nicht mit einer Class-D Digitalendstufe vorlieb nehmen,
sondern darf sich von einer aufwändig konstruierten 400 Watt Class
A/B Einheit antreiben lassen.
Testumgebung und Kombinationsempfehlung:

Für das Isophon System
verfügen wir erfreulicherweise
über eine adäquate Bestückung im Hifi-Rack: die
Verstärkung übernehmen insgesamt drei Audionet Endstufen, die
das Lautsprecherset absolut gekonnt dirigieren. Sowohl AmpVII als auch
die beiden Max Monoblöcke liefern nicht nur Kraft im
Überfluss, sondern bieten ein außerordentliches Klangnivau
von höchster Natürlichkeit und Feinzeichnung. Sie haben auch
einen großen Anteil an der phänomenalen Raumabbildung und
Dynamik, mit der das Isophon-Set begeistert.

Der Cinemike-getunte Denon AVP-A1HDA
dient als Klanglieferant
für Mehrkanalanwendungen. Zusammen mit den Endstufen stellt
er schlichtweg die beste Zusammenstellung
dar, die wir bislang hören durften. Der modifizierte Denon
Vorverstärker übertrifft das Seriengerät (u.a.) in Bezug
auf Präzision, Tonalität und Detailausleuchtung derart
merklich, dass es in Kombination mit dem Isophon-System schlichweg eine
Verschwendung wäre, am Tuning zu sparen.
Wer nicht gleich 13.000 Euro für eine getunte Denon Vorstufe
ausgeben will, findet am Markt auch günstigere Alternativen.
Für Anwender, die auch ohne HDMI-Sektion auskommen, wäre in
diesem Zusammenhang speziell die Audionet MapV2 mit EPS Modul zu
nennen, welche trotz fehlendem HD-Decoder keinen Vergleich zu den vermeintlich überlegenen HD-Boliden scheuen
braucht. Die Anthem Statement D2 (ca. 8.750 Euro, siehe mittleres Fach auf dem Bild) haben wir
ebenfalls schon mit den Isophon Lautsprechern in unserem Studio
kennengelernt. In Anbetracht der Preisdifferenz hält sie in Bezug
auf Basspräzision und Grobdynamik recht gut mit der
Klassenspitze mit. Die
Cinemike-Vorstufe schält jedoch mehr Nuancen heraus und
spielt insgesamt kultivierter, was besser zu den Isophons passt. Wir
sind gespannt, wie sich die neue D2 Vorstufe nach dem HDMI 1.3 Upgrade
schlägt, die wir in Bälde zum Test erwarten.

Cinemike, die Zweite: einen guten
Vorverstärker zur Perfektion zu verhelfen, war den
Tuningspezialisten noch nicht genug, so dass sie das gleiche Spiel
auch noch mit dem Blu-Ray Player DVD-3800BD wiederholt haben. Der
modifizierte Player setzt sich in Bezug auf audiophile Klangaspekte
(Bühnenstaffelung, Feindynamik, Auflösung) vom restlichen
Markt ab, was sich insbesondere bei Lautsprechern vom
Schlage der Isophon Kombination deutlich heraushören lässt.
Außerdem greift er bei Bedarf gnadenlos im Bass zu. Was hier an
Druck und Intensität aus dem HDMI Port geschüttelt wird,
treibt
wohl jedem Zuschauer Schweißperlen auf die Stirn. Der
Pioneer BDP-LX91
passt von seiner Abstimmung hingegen besser zur THX-Systemen.
Ansonsten empfiehlt sich für Sparfüchse der Sony BD-S5000ES
mit einer verhältnismäßig feinen Detailwiedergabe.
Damit beim Heimkinobetrieb nicht nur die
Ohren Grund zur Freude haben, sondern auch das Sehzentrum
bestmöglich stimuliert wird, sorgt der C3X1080 von Sim2 für
grandiose Bildwiedergabe. Der 3-Chip DLP Projektor lässt Darth
Vader und Co. täuschend echt über die Leinwand huschen, was
insbesondere aus der enormen Bildschärfe und den
authentischen Farben resultiert. Von bemerkenswerter Güte erweist
sich auch die Bewegungsstabilität und Bildtiefe. Aber eigentlich
kann man den C3X1080 nicht auf einzelne Attribute beschränken, da
es schlichtweg die Summe seiner Eigenschaften ist, die ihn zu einer
Ausnahmekomponente macht.
Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der
Übersicht:
Klangeindrücke:
Da wir das hier vorgestellte Isophon-Set schon seit über 8
Monaten bei uns im Einsatz haben, können wir mittlerweile
langfristige Beobachtungen an unserem Hörverhalten feststellen.
Filme, deren akustische Reize vornehmlich durch schiere
Bassintensität bestehen, werden in Bezug auf die klangliche
Attraktivität von anderen Werken überholt. Natürlich
stellt ein Filmabend mit "Cloverfield" oder "Hellboy 2" auch mit den
schwäbischen Luxusschallwandlern eine adrenalingetränkte
Gehörgangsverköstigung dar, doch man spürt dass die
Lautsprecher damit unterfordert sind. Übertrieben abgemischte
Basseinlagen und brutalisierend abgemischte Surroundeffekte
ermöglichen bei fast jedem Surroundsystem eine gut wahrnehmbare,
auffällige Wirkung. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen
naturgemäß deutlich weniger, als bei einer Tonabmischung mit
Fokussierung auf feingliedrige Klangaspekte. Solche Filme sind in
vielen Fällen daran zu erkennen, dass ihnen von Filmkritikern eine
recht gute Sprachverständlichkeit attestiert wird, während
die frontlastige Effektverteilung Kritik erntet. Dabei kann man den
Rezensenten aber keinen Vorwurf machen, schließlich wird hier
fast ausschließlich mit Lautsprechersets der Mittelklasse
gehört, wo die zuvor erwähnten Effekt-/Bassorgien den
größeren "Aha-Effekt" bewirken.

Wer sich dann aber mal Titel wie "Walk the Line", "Juno" oder "Der
Sternwanderer" mit dem Isophon-Set in Ruhe zu Gemüte führt,
wird mit großer Wahrscheinlichkeit verwundert feststellen, dass
hier viele subtile Surroundarrangements umgesetzt werden, die
bislang schlichtweg nicht wahrnehmbar waren. Plötzlich stellt sich
zB. heraus, dass die Musikuntermalung eben nicht komplett von der
Frontachse kommt, sondern sich manche Instrumente gezielt auf den
Rearkanälen befinden, um bestimmte Klangaspekte durch eine
Betonung der Räumlichkeit zu unterstreichen. Ein anderer, oft zu
beobachtender Effekt, stellt der Umgang
mit Hintergrundgeräuschen dar: fast jeder Filmliebhaber
müsste den Effekt kennen, dass manche Szenen über eine gut
wahrnehmbare Surroundwirkung haben, während in anderen
Einstellungen Totenstille auf den Rearkanälen herrscht. Nun - wenn
der Soundregisseur tatsächlich keine rückwärtigen
Umgebungsgeräusche vorgesehen hat, wird natürlich auch das
Isophon-Set keine neuen Effekte aus ihren Membranen zaubern - doch
dieser Fall tritt überraschend selten ein. Sogar wir als
eingefleischte Home-Cineasten waren zutiefst erstaunt, wieviel dezente
Hintergrund- bzw. Umgebungsgeräusche uns (selbst mit anderen
hochkalibrigen Surroundsets) bislang entgangen sind !
- Arabba
Die mächtige Standbox funktioniert auch im Surroundbetrieb als
linker und rechter Frontlautsprecher hervorragend. Aufgrund der
Tatsache, dass jene Kanäle besonders intensiv für die
Musikwiedergabe innerhalb Filme benutzt werden, kann sie ihre Talente
wirkungsvoll in Szene setzen. Tonale Schwankungen sucht man hier
vergeblich, die Balance zeigt sich quer über den gesamten
Frequenzverlauf hervorragend austariert. Die Arabba setzt selbst
komplexe Arrangements mit einer absolut stimmigen Kohärenz um, wo
sämtliche Schallanteile zeitrichtig und ausgewogen wiedergegeben
werden. Tiefreichende Basseffekte werden mit dem Isophon Flaggschiff
zum besonderen Erlebnis: eine derart ungefilterte Umsetzung von
Bassdruck und makelloser Kontrolle ist schlichtweg einzigartig.
Erfreulicherweise stemmt die Arabba nämlich nicht nur heftige
Paukenschläge, sondern meistert auch synthetische
Tiefstbasseffekte mit einer fast schon provozierenden Leichtigkeit. Das
gleiche Bild zeichnet sich in Bezug auf die Dynamik ab, die mit den
Audionet Endstufen gleichermaßen mit einem enormen
Differenzierungsvermögen sowie Schlagkraft gesegnet ist. Durch die
Tatsache, dass sie in jeder Hörsituation auch im
Mittel-/Hochtonbereich ihre ungetrübte bestechende Klarheit und
Ausdruckskraft beibehält, stellt sich eine enorme
Souveränität ein. Und wer meint, dass eine solche High-End
Box mit (vermeintlich) "profanem" Surroundmaterial grundsätzlich
völlig unterfordert wird, sollte sich einmal gut abgemischte
musiklastige Titel wie "Pearl Harbour", "Kill Bill" oder "2001- A Space
Odyssee" mit einer hochklassigen Elektronik zu Gemüte führen.
Die fantastische Raumabbildung fällt beim stereophonen Hörer
zwar sicherlich mehr auf, doch auch innerhalb eines 7.1 Surroundsystems
kann man ihre Klasse sehr gut heraushören. Die Arabba bringt
Akkuratesse, Detailflut und Spielfreude in Kombination mit einer
authentischen Tonalität und schier unendlichen Leistungsreserven
auch in der Filmwelt hervorragend zur Geltung. Und wer sein Heimkino
gerne nutzt, um mehrkanalige Konzertaufnahmen zu genießen, wird
die Arabba sowieso in sein Herz schließen: die meisten Titel
sind so abgemischt, dass die vokalen Anteile zu 90% auf den
äußeren Frontkanälen platziert sind (zB. Jewel - The essential live Songbook) wo sich
die Arabba
mit ihrer unglaublichen Klangtransparenz auch dem Gesang widmen kann.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird man sich der Faszination kaum
entziehen können. Mehr Klangeindrücke finden Sie in unserem ausführlichem Einzeltestbericht der Arabba.
- FRC
Der, als Center- und Rearspeaker eingesetzte, FRC kann ohne
Übertreibung als Kunstwerk des modernen Lautsprecherbaus
bezeichnet werden. Wir hätten niemals damit gerechnet, dass der
recht kleinformatige Lautsprecher derart überzeugend neben der
Arabba auftreten kann. Die tonale Balance ist Dr. Gauder auch bei
diesem Schallwandler exzellent geglückt, denn der FRC klingt in
der Praxis absolut vollmundig und realisiert auch Bassattacken
trocken und druckvoll. Die Sprachwiedergabe ist schlichtweg ein
Gedicht: die deutsche Erzählstimme am Beginn von "Krabat" (Otto
Sander, spricht auch zB. im Film "Das Parfüm") wird mit feinster
Diktion und höchster Ausdruckskraft zum Leben erweckt. Hierbei
sind selbst kleine Schwingungen der Stimmbänder
heraushörbar, die hochsensible Feindynamik und unübertroffen
präzise Artikulation sorgen für ein neues Maß an
Sprachverständlichkeit. Kritische Konsonantenabfolgen (zB. "m" und
"n"-Laute) erscheinen nur noch dann genuschelt, wenn es auf dem
Quellmaterial vorhanden ist. Ansonsten modelliert der FRC mit einer
bestechenden Klarheit und Ausdruckraft, wobei er sowohl harte Vokale
(lautes "a") als auch "S"-Laute höchst brilliant und luftig, aber
völlig ohne hinzugedichtete Überschärfungen,
wiedergibt. Selbst der bereits hervorragende Monitor Audio
Platinum PLC350 muss sich diesbezüglich klar geschlagen geben,
zumal der FRC mit seiner feindynamischen Pointierung und völlig
losgelösten Räumlichkeit eine Präsenz generiert, die
Gänsehaut verursacht. Der schwäbische Klangspender sorgt
durch seine konsequent ehrliche Spielweise und Präzision für
eine uneingeschränkte Natürlichkeit jedwedem Materials, was
zB. bei den "Herr der Ringe" Filmen sehr schön zu hören ist:
anschmiegsame, raue Stimmen setzt der Speaker genauso vortrefflich und
makellos um, wie die zarten Dialoge diverser Elben oder Feen. Jeder
Bewohner des Auenlandes wird vom FRC mit einer individuellen
Sprachwiedergabe bedacht: selbst die enorm tiefreichende Stimme der
Baumhirten setzt der Luxus-Centerspeaker mit einer immensen
Körperhaftigkeit und Grundtonvolumen bravurös um. Der FRC
gehört nicht zu der Sorte von Lautsprechern, die das
Klanggeschehen den eigenen Klangcharakteristiken unterordnen, sondern
ist aufgrund seiner Talente in der (seltenen) Lage, all die
jeweiligen Klangfacetten in ihren kompletten Eigenschaften
offenzulegen. Doch nicht nur bei Dialogen innerhalb von
Blockbustern versprüht der FRC Spielfreude und Vitalität
unterhalb der Leinwand, sondern auch Gesangselemente sind bei ihm
bestens aufgehoben, was er mit einer filigran und befreit aufspielenden
Vorstellung von "Das Phantom der Oper" genussvoll unter Beweis stellt.
Dieser Titel wird über den FRC (und der entsprechenden
Elektronik) zum emotionsreichen Geschenk für Geist und Seele,
wenn Crescendos und fortissimo-Passagen mit Hilfe der
weitläufigen und extrem differenzierten Dynamik das Heimkino
zum mondänen Opernsaal machen. Hier lässt sich zugleich auch
sehr schön beobachten, dass der FRC eine unübertroffene
Klangtransparenz bzw. Durchzeichnung bietet, wo auch das restliche
musikalische Geschehen in audiophiler Manier voll erfasst wird.

Die gebotene Räumlichkeit bzw. Tiefenstaffelung sichert dem FRC
endgültig einem Platz im HiFi-Olymp. Das Klanggeschehen wird
vollständig vom Lautsprecher gelöst und mit messerscharfer
Lokalisisationsgenauigkeit im Raum platziert. Stimmen sind somit nicht
mehr dem Centerspeaker zuzuordnen, sondern scheinen frei im Raum zum
Auditorium zu sprechen. Jener Effekt ist ansatzweise auch schon bei
anderen Modellen vorzufinden, allerdings immer mit einem recht
großen Anteil an diffuser Klangstruktur verbunden. Der FRC
hingegen zeichnet ein klares akustisches Zentrum, dessen exakte
Positionierung aus den Rauminformationen der Software hervorgeht.
Plötzlich sind Tiefenstaffelungen hörbar, die andere
Surroundsysteme blindlings liegen gelassen haben. Effekte
innerhalb der einzelnen Kanäle (zB. wegfliegende Klingenteile
eines Samuraischwerts im Schlusskapitel von "Kill Bill Vol.1") helfen
auf diese Weise eine weitläufige Abbildung mit noch
realistischerem Maß an Raumgefühl zu generieren. Diese
Eigenschaft verhilft dem FRC selbstverständlich auch in der
Funktion als Rearspeaker zu höchsten Weihen. Bei richtiger
Aufstellung und guter Raumakustik entsteht mit seiner Hilfe ein
völlig lückenloses Klangbild.

Was vier identische FRCs als Rearspeaker im 7.1 Setup bewirken
können, zeigen die Isophon-Boxen sobald die erste Blu-Ray im
Laufwerk schwirrt. Nachdem die insgesamt 12 High-Tech Membranen ihre
Arbeit aufgenommen haben, wird die akustische Wahrnehmung von einer
wahren Flut an Klangdetails gefangengenommen. Viele neue subtile
Feinheiten bereichern die Umgebungsabbildung, Alltagsgeräusche
ertönen authentisch wie nie zuvor und prägnante
Schusseffekte gleichen einem Ritt auf der Kanonenkugel: der FRC
begeistert mit atmosphärischer Dichte und prosperierendem
Detailreichtum. Die Tatsache, dass er die Isophon-typische Eigenschaft
besitzt, außergewöhnlich hochauflösend zu spielen, ohne
dabei einen nüchtern-analytischen oder gar aggressiven Eindruck zu
hinterlassen, adelt ihn als Vorzeigeprodukt seiner kompletten Gattung.
Besonders eindrucksvoll zeigen sich diese Eigenschaften bei
detaillierter Betrachtung von Filmsoundtracks, die sehr präsent
über die hinteren Kanäle ins Klanggeschehen eingeflochten
werden. Ein sehr schönes Beispiel stellt die jüngst
erschienene Fantasy-Verfilmung "Krabat" unter Leitung des deutschen
Regisseurs Marco Kreuzpaintner dar, wo der fulminante
(Hollywood-taugliche) Score mit den FRCs in ungeahnter
Pracht aufblüht. Die gleichzeitige Differenzierung zwischen
Streich- und Blasinstrumenten (in diesem Film kommen viele Geigen und
Trompeten zum Einsatz) hinsichtlich der jeweiligen Grund- und
Obertöne gelingt den schwarz schimmernden Rearspeakern mit einem
herausragendem Maß an Vielschichtigkeit und Klangfarbenreichtum.
Was hier an Auflösung sowie vakanter Modellierungspräzision
geboten wird, grenzt schon fast an Magie.
- Stonehenge
Die Subwoofer gehören nicht nur optisch, sondern auch akustisch
zu den eher unscheinbaren Vertretern ihrer Art: sie zwängen sich
nicht mit aller Gewalt in den Vordergrund und fügen sich
deswegen hervorragend in das Klanggeschehen ein. Vom Klangcharakter
entspricht der Stonehenge einem athletisch-drahtigem Sportler und
grenzt sich von Subwoofern mit dem Anforderungsprofil eines
muskelbepackten Gewichthebers ab: neue Bestleistungen in Bezug auf
die reine Kraftentfaltung kann und will er nicht aufstellen. Er stemmt
zwar auch die magische 20 Hertz Grenze, allerdings nicht ganz mit der
Massivität anderer Subwoofer aus dem vorliegenden Preisbereich.
Stattdessen besticht er durch eine hohe Präzision sowie
enorme Differenzierungsgabe. Bei der anfänglichen Raumschlacht in
Star Wars Episode III setzt er die Effekte in Bezug auf Tiefgang, Druck
und Präzision sehr differenziert um. Die Klangereignisse gleichen
sich nicht mehr, sondern erlauben akustische Rückschlüsse auf
Distanz und Größe der jeweiligen Explosionen. Von
bestechender Qualität zeigt sich insbesondere die einzigartige
Klangdynamik, wo zwischen den verschiedenen Geschehnissen ein enormes
Reportoire an akustischer Untermalung geboten wird. Vom entfernten
Torpedoeinschlag bis hin zum zerberstenden Frachter beherrschen die
beiden Stonehenge die komplette Bandbreite zwischen subtil
eingeflochtenem Kurz-Impuls und knallhart einsetzendem
Schlag. Dabei ist dem Stonehenge des Nachschwingen
absolut fremd: selbst wenn
ein einzelner, sehr prägnanter Tiefbasseffekt wiedergegeben werden
soll, tritt der Subwoofer anschließend kompromisslos auf
die Bremse und
sorgt für ein straffes, strukturiertes Klangbild. Allerdings
ist es
durchaus vorstellbar, dass die subjektive Empfindung mancher Hörer
diese Eigenschaft sogar als spaßmindernd einordnen könnten,
weil das
typisch undefinierbare "Bassgrummeln" nur dann auftritt, wenn es
wirklich auf der Abmischung vorhanden ist. Dank der hervorragenden
Umsetung von Bassimpulsen jeglicher Art, dürfte es auch nicht
wundern, dass sich der Stonehenge ebenfalls hervorragend für
musikalische Anwendungen eignet.
Tief angeschlagene Zupfinstrumente gelingen ihm genauso
glaubwürdig,
wie das Abbilden von voluminösen Paukenschläge. Druckvolle
Kickbässe
setzt der Stonehonge in einer Qualität um, die wir bei
Single-Chassis-Woofern bislang noch nicht beobachten durften. Die
gebotene Pegelfestigkeit liegt auf einem sehr guten Niveau. Die
Kombination aus Hexaconemembran und hochwertiger Analogendstufe
beschert dem Stonehenge eine Belastbarkeit, überhalb Modellen mit
vergleichbarer Membranfläche und/oder Gehäusevolumen.
Besonders erwähnenswert ist zudem noch die Tatsache, dass man dem
Isophon-Subwoofer lediglich mit extrem tieffrequenten Sinustönen
minimale Strömungsgeräusche entlocken kann - bei
normalen Film- oder Musikmaterial zeichnet sich der Subwoofer deswegen
mit hervorragenden Gehäuseeigenschaften ohne hörbare
Vibrations- oder Ventilationsgeräusche aus, was bei
Bassreflex-Konstruktionen sehr selten ist und man den Stonehenge
diesbezüglich als absolute Messlatte für die
Gerätekategorie ansehen muss. Natürlich muss man an dieser
Stelle aber erwähnen, dass man für 3.000 - 4.000 Euro
auch schon geschlossene Subwoofer mit wesentlich mehr
Membranfläche bekommt, die dem Stonehenge in Bezug auf
mechanische Belastbarkeit überlegen sind. Einfach
ausgedrückt: wer lediglich am maximalen
Bassdruck-/Preisverhältnis interessiert ist, stellt sich besser
einen Teufel M 12000 unter die Leinwand. Für Präzisionsfanatiker
stellen Multichassis-Systeme mit aktiv geregelten Basschassis aus dem
Hause A.C.T nach wie vor die Messlatte dar, sind aber in Bezug auf
Pegelfestigkeit limitiert. Der Stonehenge punktet hingegen mit
Ausgewogenheit und seinem edlem, wohnraumtauglichen Design. Er markiert
zwar nicht in allen Bereichen
neue Bestleistungen, spielt aber in jeder Klangdisziplin erfolgreich
auf hohem Niveau mit. Insgesamt glänzt der Isophon-Woofer mit
einer hervorragend ausbalancierten Akustik, die gleichermaßen
für audiophile Musikwiedergabe und effektreiche Filmkost bestens
geeignet ist. Deswegen ist er seinen hohen Kaufpreis durchaus
wert, auch wenn einige
Mitbewerber mit einer wesentlich besseren Ausstattung aufwarten
können.
- Homogenität FRC/Arabba
Dass die audiophilen Klangaspekte bei unseren Testprobanten neue
Maßstäbe setzen, dürfte angesichts des opulenten
technischen Aufbaus für die meisten Leser nachvollziehbar sein.
Doch in Anbetracht der immensen Größendifferenzen zwischen
FRC und Arabba können wir uns vorstellen, dass manche Leser in
Bezug auf die Homogenität etwas skeptisch sind. Nun -
selbstverständlich würden wir uns über einen stattlichen
Center- bzw. Rearspeaker sehr freuen und haben dies auch schon mit
Herrn Dr. Gauder besprochen. Das Problem ist relativ einfach: im
High-End Segment werden vorwiegend Stereosysteme gekauft. Durch
die zusätzlichen Kosten für Surroundlautsprecher,
Mehrkanalelektronik und Bildwiedergabe, greifen viele Anwender
bevorzugt zu einem günstigen Zweitsystem, anstatt ihr High-End
Stereo konsequent auf diesem Niveau auszubauen. Unter dieser
Prämisse war (laut Isophon) bereits die aufwändige
Entwicklung des FRCs ein klares Bekenntnis zum
Thema Mehrkanal. Ein extrem großvolumiger Centerspeaker
wäre hingegen völlig am Markt vorbeientwickelt.
Außerdem wurde bei der Entwicklung des FRCs auf eine gute
Kombinierbarkeit mit den Modellen Cassiano und Arabba geachtet, zumal
die grundsätzliche Technik ohnehin auf derselben Philosophie
beruht und viele Übereinstimmungen aufweist. Soweit also der
Hersteller - doch wie funktioniert das Zusammenspiel zwischen FRC und
Arabba nun in der Praxis ? Die Antwort: überraschend gut !

Natürlich klingen beide Lautsprecher nicht vollkommen identisch,
aber die Klangfarben und tonale Abstimmung passen hervorragend
zusammen. Besonders
im Mittel-/Hochtonbereich stellen sich fließende
Übergänge ein. Selbst 360 Grad Schwenks während
Sprachwiedergabe bei einem modernen PC-/Konsolenspiel meistert das
Lautsprecher-Set mühelos. Bei ähnlich anspruchsvollen
Filmabmischungen (zB. diverse Zwiegespräche von Gollum mit sich
selbst beim zweiten Herr der Ringe Film) funktioniert die
Homogenität ebenfalls ausgezeichnet. Empfehlenswert für eine
bruchlose Übergabe innerhalb der Frontkulisse ist dabei eine
erhöhte Positionierung des Centerspeakers. Durch die hohe Bauweise
der Arabba liegt das akustische Zentrum recht weit oben, so dass sich
mit typischen Centerstativen (meist zwischen 20 und 30 cm Höhe)
eine große vertikale Diskrepanz ergibt. Bei
Sitzabständen jenseits der 4 Meter könnte man durch starkes
Anwinkeln für Abhilfe sorgen, ansonsten sollte man sich nicht
davor scheuen, den Centerspeaker notfalls überhalb der Leinwand zu
montieren. In unserem Fall haben wir einfach zwei hochwertige Stative
für Kompaktlautsprecher benutzt, die
inklusive Acryl-Halterung und einer zusätzlichen Granitplatte
zur Vibrationsbedämpfung, auf knapp 70 Zentimeter kommen. Die
Steckbrücke für die Klanganpassung der Arabba im
Hochtonbereich sollte auf "brillant" gestellt sein. Die Arabba ist
für große Räume konzipiert und bringt deswegen
gegenüber dem FRC einen minimal sanfteren Hochtonbereich mit, was
man mit der integrierten Klangregelung somit wieder wunderbar
ausgleichen kann. Außerdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass
die Diamanthochtöner mit dieser Abstimmung ohnehin am besten
harmonieren. Unterschiede zwischen FRC und Arabba sind hingegen im
Bassbereich nicht wegzudiskutieren. Erstaunlicherweise sind Diese aber
sowohl mess- als auch hörtechnisch deutlich geringer als vermutet.
Der Grund liegt in den steilflankigen Filtern, mit denen der FRC bis
ca. 45 Hertz linear herunterkommt und dann schlagartig nach unten
herausgenommen wird. Auf diese Weise wird der Tieftöner nicht mit
den auslenkungsintensiven Freuquenzen unterhalb der Grenzfrequenz
belastet und hat genügend Reserven um sich der Basswiedergabe
überhalb der 45 Hertz zu widmen. Erfreulicherweise legt der FRC
dabei einen genauso präzisen und trockenen Basscharakter an den
Tag, wie man ihn von der Arabba kennt. Der realisierte Bassdruck liegt
zwar nicht auf dem Level der vielfach größeren Standbox,
doch beim Hören wirkt es nur in Extremsituationen aus,
wie zB. laut wiedergegebene Technokonzerte mit Fullrangeabmischung
der Bässe (Jean Michel Jarré in China). In 95% der
Surroundabmischungen merkt man die unterschiedliche Bass-Performance in
Bezug auf Tiefgang unterhalb 45 Hertz, sowie Maximaldruck nicht einmal
ansatzweise. In der Praxis ist der Frequenzbereich über 100 Hertz
mit Abstand am Wichtigsten, wo der FRC absolut brilliert und jede Art
von Sprachwiedergabe exzellent meistert. Die allseits bekannten,
typischen Kino-Tiefbasseffekte sind in der Regel sowieso entsprechend
abgemischt. Ein gutes Beispiel findet sich im neuestem Batman Abenteuer
"The Dark Knight", wo die Bassschläge innerhalb der
Anfangssequenz zum überwiegenden Großteil auf den
linken und rechten Frontkanal gelegt sind. Selbst der Subwooferkanal
wird hier so gut wie nicht bedient. Deswegen ist die Kombination aus 5x
FRC und den beiden extrem basspotenten Arabbas (in Kombination mit den
Audionet Monoblöcken) in vielen Fällen sogar sehr sinnvoll !
Fazit dieser Rubrik: an die perfekte Homogenität von identisch
bestückten Lautsprechern kommen FRC und Arabba zwar nicht ganz
heran, bieten dafür aber die besten Klangeigenschaften aller
bisher getesten Modelle und schlagen sich in Anbetracht der
unterschiedlichen Gehäuseproportionen und Chassisbestückung
extrem gut.
- Gesamtpegelfestigkeit
Die Belastbarkeit von Isophon Lautsprechern war in unserer
Testhistorie mit derart unterschiedlichen Ergebnissen gespickt, wie bei
kaum einem anderem Hersteller: während die Modelle Corvara und
Cassiano überhalb gehobener Zimmerlautstärke Probleme mit der
Sauberkeit im Tiefbassbereich bekommen haben, hätten wir bei den
Tests zur Arabba oder EuropaII mühelos auch die komplette
Nachbarschaft mit Musik versorgen können. Man merkt den
Lautsprecher eben klar an, dass Dr. Gauder nicht an fest verankerten
Dogmen festhält, sondern jeden Lautsprecher gezielt für
seinen Einsatzzweck abstimmt. Die Cassiano ist ein klassisches
Beispiel für eine Konstruktion mit einer Gewichtung für
Hörgeschmäcker, denen die Bassqualität wichtiger
ist, als die Realisierung von Diskopegeln. Betrachten wir nun aber
wieder das vorliegende Arabba/FRC/Stonehenge-Surroundsystem: da die
Arabba zum "Gebäudeeinreißen" geeignet ist, dürfte es
nicht verwundern, dass sie einer lautstärkeintensiven
Mehrkanalbeschallung ganz bestimmt nicht im Weg steht.
Erfreulicherweise stellte sich schnell heraus, dass die FRCs gegen die
scheinbar übermächtigen Standlautsprecher keineswegs
untergehen! Trotz Fullrange-Zuspielung machen die FRCs selbst bei
Pegeln um die 100db keine Probleme und behalten ihre kontrollierte
Spielweise. Obwohl
die maximal erreichbare Pegelfestigkeit auf Augenhöhe mit vielen
THX UltraII Systemen angesiedelt ist, besitzt das Isophon-Set zwei
Charakteristiken, denen man Aufmerksamkeit schenken muss: zunächst
wäre der höhere Leistungsbedarf zu nennen. Selbst mit
einem kräftigem AV-Boliden wie dem Yamaha DSP-Z11 wären
speziell die Arabbas unterfordert, was sich mit Unsauberkeiten und
Lustlosigkeit recht schnell bemerkbar macht. Wer gerne laut hört,
sollte zumindest auf einen guten Mehrkanalverstärker setzen. Ideal
wäre eine Bestückung mit separaten (hochwertigen) Stereo-
oder Monoblöcken für die Arabbas. Die FRCs sind
genügsamer, sollten aber auch mit einem phasenstabilen und
potenten Verstärker kombiniert werden (Tipp: Audionet AmpV).
Letztendlich ist das Maß an Endstufen-Power maßgeblich von
den eigenen Ansprüchen abhängig. Es mag ja schließlich
auch Leute geben, die die (noch leistungszehrendere) Quadral Titan mit
einem Mittelklasse-Receiver befeuern und damit glücklich sind.
Zweite Besonderheit des High-End Systems sind seine grobdynamischen
Fähigkeiten: ähnlich wie die Traktion bei
sportlichen Allrad-PKWs, besitzt das System überlegene
Reserven und verlockt dank einer beeindruckenden Souveränität
zum "Gas-geben". Und wie beim Haarnadeldrift mit Tempo 100 ist
natürlich auch beim Isophon-Set irgendwann das Limit erreicht. In
beiden Fällen kündigt sich der Grenzbereich nicht
fließend an, sondern tritt schlagartig ein. In unserem Fall
haben wir beim Genießen des Liam-Neeson-Thrillers "Taken" ein
Clipping bei Laufzeit 50:00 min. auf dem vorderen rechten Kanal
provozieren können. Die technisch hervorragend umgesetzte Blu-Ray
weist eine extrem dynamische Umsetzung von Pistolenschüssen auf,
weshalb man bei sehr hohen Pegeln mit Bedacht am
Lautstärkeregler operieren sollte. Andererseits muss man
festhalten, dass alle Boxen unsere "Pegelorgien" schadlos
überstanden haben und (in Verbund mit unseren leistungsstarken
Endstufen) ein bislang nie dagewesenes Feuerwerk an Dynamik und
Impulsivität zelebriert haben.
- Diamant vs. Keramik
Durch unsere vergangenen Testberichte kennen wir die Isophon-Boxen
auch mit den Keramikhochtönern sehr gut. Vor unserer Bestellung
haben wir sogar einen FRC mit entsprechender Bestückung zum
Vorabtest hören können. Einzeln betrachtet, liefert der
Keramikhochtöner bereits derart fantastische Leistungen, dass man
beim Probehören eigentlich niemals auf den Gedanken kommen
würde, hier überhaupt noch eine Verbesserung erzielen zu
können. Selbst hochklassige Bändchenhochtöner sehen
neben dem Keramikhochtöner bloß aus und werden (mit guter
Elektronik) hinsichtlich Detaillierungsgeschwindigkeit und Dynamik von
ihm übertroffen.Trotzdem
gelingt dem Diamanthochtöner das Kunststück hier noch etwas draufzusetzen:
der Grad an Genauigkeit in der Hochtonabbildung, sowie die Luftigkeit
und Feindynamik steigen nochmals gut hörbar an. Gleichzeitig
gelingt dem Hochtöner das Kunstwerk, trotz der zusätzlichen
Klanginformationen insgesamt sogar noch kultivierter und seidiger zu
agieren! Sicherlich spielt der Keramikhochtöner keineswegs
aggressiv, doch er beschert dem Klangbild eine dezente
Hochtonprägnanz, während sich die Diamantvariante
selbstverständlicher und souveräner in das Gesamtgeschehen
eingliedert. Außerdem besitzen
die Diamanthochtöner eine absolut unerreichte Grob- und
Feindynamik und glänzen mit einzigartiger Belastbarkeit, was
sich im Surroundbetrieb ebenfalls als wichtiger Faktor erweist. Arabba
und FRC lassen sich übrigens auch nachträglich mit
Diamant-Hochtönern bestücken, da die Frequenzweiche für
beide Typen vorbereitet ist. Doch Vorsicht: obwohl eine
Mischbestückung aus Arabba-D und FRC-K auch ganz gut funktioniert,
kommt man sehr schnell in Versuchung die Surroundkanäle
nachträglich umzurüsten, wenn man die Klangvorteile der
Diamanthochtöner kennengelernt hat. Unser Fazit: Keramik absolut
top - Diamant schlichtweg traumhaft. Deswegen sollte man sich die
Diamanten erst gar nicht anhören (oder gar teilweise integrieren),
wenn man die entsprechenden Kosten scheut.
- sonstige Beobachtungen und Empfehlungen:
Während die Arabba bedingt durch Gehäusegröße
und Bassvermögen nicht völlig unbedarft irgendwo im Raum
aufgestellt werden sollte, erweisen sich die FRCs als ausgesprochen
pfegeleicht. Die hohe Performance hängt
verhältnismäßig wenig von Feinheiten der Aufstellung
ab, was ein Ergebnis der geschlossenen Bauweise ist. Durch die immense
Bühnenstaffelung stellt sich auch bei suboptimaler Positionierung
eine gute Raumwirkung ein. Die FRCs eignen sich für die
Beschallung größerer Hörzonen genauso gut, wie für
einen Einsatz als Nahfeld-Lautsprecher.
Die Klangqualität dieses System wirkt wie eine akustische Lupe.
Kleine Eingriffe bei Kabeln oder Elektronik sind teilweise deutlich
hörbar. Verschlimmbesserungsprogramme wie Audyssey MultEQ-XT sind
hier VÖLLIG fehl am Platze. Der hierdurch entstehende Verlust an
Dynamik, Klangtransparenz und Detaillierung ist mit dem Isophon-Set um
ein stärker hörbar, als mit üblichen
Mittel-/Oberklassesystemen. Wer rund 80.000 Euro für ein
diamantbestücktes Isophon-System ausgibt, wäre extrem
schlecht beraten, nicht mindestens 5 Prozent dieser Summe für eine
professionelle raumakustische Optimierung zu investieren - und dann
kann man Audyssey, YPOA, MCACC und Co. sowieso getrost ignorieren.
Um es noch deutlicher zu formulieren: Arabba/FRC/Stonehenge +
automatischer Room-EQ in einer raumakustisch ungünstigen Umgebung
= Perlen vor die Säue. Dann kann man gleich beim 3.000 Euro
Komplettset vom Direktvermarkter bleiben und das gesparte Geld in ein
anständiges Auto stecken. Verzeihen Sie bitte die drastische
Formulierung, aber es liegt uns sehr am Herzen, auf die Wichtigkeit der
Gesamtabstimmung hinzuweisen.
Stichwort Einspielzeit: man muss diesem System mindestens 20 Stunden
Laufzeit (bei mittlerem Pegel) gönnen, ehe man sich ernsthaft ein
Urteil über die Klangperformance erlauben kann. Die Keramikchassis
brauchen erfahrungsgemäß zwischen 50 und 100 Stunden, um
sich voll zu entfalten und auch die beiden Subwoofer gingen am Anfang
etwas verhaltener zu Werk. Gerade bei Surroundlautsprechern stellt das
Einspielen oftmals ein kleines Problem dar, schließlich werden
diese im Regelfall weniger belastet, als die vorderen Kanäle. Als
Lösung empfehlen wir eine spezielle Einspiel-CD mit verschiedenen
Frequenzen (zB. die De-Tox von Monitor Audio) über die
All-Channel-Stereo Funktion wiedergeben zu lassen. Auf diese Weise kann
man das System etwas schneller einspielen und muss dabei auch nicht
extrem laut stellen.
Leider wurde es versäumt, Blu-Ray als elitäres High-End
Format im Markt zu etablieren, indem Versandhäuser und
Elektronikmärkte ein Wettrennen um die günstigeren Preise
losgetreten haben, bei dem die eigentliche Qualität nur wenig
Beachtung findet. Auch im Elektronikbereich verheizt man die neue
Technologie, um die Verkäufe im Massenmarkt anzukurbeln, obwohl
Mittelklassegeräte mit entsprechenden Lautsprechern auch schon mit
einer wirklich guten Dolby Digital Abmischung fast komplett ausgereizt
wären. Völlig anders gestaltet sich die Situation mit dem
Isophon-Setup im Zusammenspiel mit unserer Audionet/Cinemike
Zuspielung, wo sich man wirklich von einem völlig neuem
Hörerlebnis sprechen kann. Diese Zusammenspielung markiert
für uns derzeit die absolute Referenz in Bezug auf High-Definition
Surroundsound.
Fazit:

Aufgrund der Tatsache, dass in der Vergangenheit bereits deutlich
schlechtere Lautsprecher verschiedene Referenz- und
Masterpiece-Prädikate von uns bekommen haben, würde eine
solche Kategorisierung nicht den immensen Klassenunterschied des
Isophon-Sets verdeutlichen. Und weil die Arabba/FRC/Stonehenge
Kombination ohnehin sowohl preislich- als auch klanglich in einer
völlig eigenen Liga verkehrt, verzichten wir gleich gänzlich
auf ein entsprechendes Testprädikat. Solche Lautsprecher kauft man
sowieso nicht wegen eines Testberichts, sondern auf Grundlage der
eigenen Hörerfahrungen. Die Intension dieses Berichtes ist daher
auch nicht darauf ausgerichtet, dass Heimkino-Enthusiasten
sämtliche finanzielle Aspekte zugunsten der Surroundanlage
ausrichten: bevor der Speiseplan nur noch aus Brotsuppe besteht und in
der Garage ein Dacia Logan parkt, wäre es wohl ratsamer sich ein
gutes System aus der Mittelklasse nach Hause zu holen. Doch wer in der
glücklichen Situation ist, sich auch mal einen kostspieligeren
Wunsch für sein Hobby gönnen zu können, dürfte wohl
kaum einen erlebnisreicheren Gegenwert für sein Investment
bekommen.
High-Definition Sound am Rande der absoluten Perfektion:
das Isophon-Set zaubert ein akustisches Festmahl aus seinen
High-Tech Membranen und verzückt audiophile Gemüter auf Anhieb.

Isophon 7.2 Surroundsystem
Modelle: 5xFRC-D, 2xArabba-D, 2x Stonehenge
Gesamtpreis 77.931 Euro
Test: 9.April 2009
+ lupenreine Auflösung und Detaillierung
+ exzellente Raumabbildung
+ erstklassige Grob- und Feindynamik
+ tonal absolut ausgewogen und sehr natürliches Klangbild
+ präzise Subwoofer mit gutem Tiefgang und makelloser Eingliederung ins System
+ hervorragende Homogenität zwischen FRC und Arabba im Mittel-/Hochtonbereich
+ unproblematische Aufstellung der Modelle FRC und Stonehenge
+ gute Pegelfestigkeit
+ edle Technik und aufwändiger Aufbau
+ hochwertige Verarbeitung
+ individuelle Oberflächengestaltung
+ komplett deutsche Herstellung und 20 Jahre Garantie
- enormer Kaufpreis
- Modell FRC spielt "nur" bis ca. 45 Hertz
- hohe Ansprüche an Elektronik in Bezug auf Klangqualität und Verstärkerleistung
- Platzbedarf und Aufstellung der Arabba sind nicht völlig unkritisch
Website des Anbieters. www.isophon.de
Dieser Test wurde unter anderem mit Kabeln durchgeführt von:

Raumakustische Optimierung
unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:

Unser Partner für hochwertige
Audiomöbel:
Text:
LM
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