Test: Isophon Comet - der wunschlos-glücklich Rearspeaker ?
(LM - 16.Februar 2007)
Der Schlüssel zu einer perfekten Heimkinoperformance liegt
zweifellos in einer konstant hohen Qualität aller verwendeten
Komponenten, sowie deren bestmögliche Abstimmung untereinander.
Doch bezogen auf die Lautsprecher fristen speziell die Rearspeaker
(selbst bei vielen High-End Anlagen) oftmals eher ein Nischendasein und
stehen im Schatten von Centerspeakern, Frontlautsprechern und
Tiefton-Boliden.
Diese Denkweise mag dabei zunächst sogar durchaus logisch
erscheinen: bis zu 80% aller Toninformationen gelangen über die
vorderen Lautsprecher in das Auditorium, so dass hier nachvollziehbarer
Weise jeder einzelne Euro als sinnvolle/angebrachte Investition
erscheint. Wer nun aber den Fehler begeht, dieses hohe Niveau nicht
auch bei der rückwärtigen Beschallung zu fahren, wird unter
Umständen eine böse Überraschung erleben. Nämlich
dann, wenn er erstaunt feststellt, dass manch deutlich günstigere
AV-Anlage wegen ihren ausgewogeneren Schallwandlern insgesamt sogar die
etwas bessere Surroundperformance umsetzen kann. Rearspeaker haben
nämlich die wichtige Aufgabe, die Raumtiefe - und damit das
eigentliche Surroundfeeling, im Heimkino zu bewerkstelligen. Hierbei
gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren, die über die
Eignung eines Lautsprechers als Rearspeaker entscheiden. Das wohl
wichtigste Kriterium ist die Homogenität mit den restlichen
Schallwandlern: wenn bei einer Verfolgungsjagd der Fluchtwagen auf
einmal nicht mehr nach hubraumstarker Luxuslimusine klingt, sondern
eher an einen koreanischen Kleinwagen mit dem Charme eines
überdimensionierten Rasenmähers erinnert, verliert der Film
dramatisch in Glaubwürdigkeit und somit auch in Intensität.
Die renommierte High-End Lautsprechermanufaktur Isophon im
schwäbischen Renningen, ist sich schon seit Jahren den
vielfältigen Anforderungen im Mehrkanalbereich bewusst, und hat
neben hochklassigen Centerspeakern, Subwoofern sowie Satelliten auch im
Bereich der Rearspeaker einen hohen Entwicklungsaufwand getrieben, um
ein absolutes Ausnahmeprodukt anbieten zu können.

Der Isophon Comet verdankt seinem Namen der Astronomie: zusammen mit
den auf Meteor getauften Satellitenspeakern, darf er um das Herz eines
jeden Systemes kreisen. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass die
Isophon-Centerspeaker Solaris bzw. Helios jeweils die Sonne
assoziieren. Wer sich ein Paar Comet in sein Heimkino installieren
will, sollte aber zu den etwas besser Verdienenden auf dieser Erde
zählen, denn mit einem Stückpreis von (ab) 1950 Euro
dürfte der Comet für einen mittelgroßen Krater auf dem
Bankkonto seines Besitzers sorgen.
Wer diesen finanziellen Einschlag verdaut hat (man bedenke die
Kosten bei einer 7.1 Umgebung..), bekommt Technik von Feinsten: Isophon
hat es sich nicht nehmen lassen, viele technische Innovationen in
dieses Rearspeaker einfließen zu lassen und spendierte diesem
Lautsprecher gleich zwei komplette Hoch-/Mitteltoneinheiten aus der
EuropaII-Reihe inklusive Zeitverzögerungsplatine und extrem
aufwendigen Frequenzweichen. Per Kippschalter lässt sich der Comet
sowohl als Dipol, als auch Direktstrahler betreiben. Eine (laut
Hersteller) beispiellos komplexe Konstruktion erlaubt dem Comet, in
beiden Betriebsmodi höchste Klanganforderungen zu erfüllen.
In Kombination mit einem wandgerichtetem 20cm Bass-Chassis soll er
dabei als vollwertiger Lautsprecher fungieren, und gleichzeitig einen
ortbaren Grund- und Bassbereich bieten, ohne dabei die dipol-typische
Luftigkeit und Weiträumigkeit bei hohen Frequenzen zu
vernachlässigen.
Ob der klangvolle Rearspeaker uns im Hörtest mit
überirdischen Klangqualitäten überzeugen kann, oder ob
dem isophonischen Comet ein Verglühen in der Erdatmosphäre
bevorsteht, ehe er bei anspruchsvollen Heimkinoliebhabern voll
einschlagen kann, möchten wir mit unserem Test klären.
Verarbeitung:
Die Formensprache dieses Schallwandlers gibt sich recht
unkonventionell. Im Normalfall ist die rautenförmige Konstruktion
für eine Wandmontage vorgesehen, doch auch auf einem Ständer
fühlt sich der Comet wohl. Durch die geringe Tiefe sollte er in
vielen Hörräumen relativ einfach zu integrieren sein. Wie Sie
anhand des dahinterliegenden CD-Regales sehen, stellt der Isophon
Lautsprecher jedoch sicherlich auch keine Kompaktlösung dar und
kann durchaus als "erwachsener" Rearspeaker bezeichnet werden.
Standardmäßig wird der Comet ohne Bohrungen für ein
Schutzgitter geliefert, was der Optik sehr zu Gute kommt. Ein weiteres
Merkmale der Basis-Version sind Holzfurniere in Esche
schwarz/weiß - die oben gezeigte Ausführung in geriffeltem
Aluminium kostet pro Stück ca. 250 Euro Aufpreis. Kleine Kritik
müssen wir übrigens in Bezug auf die Einpassung einer der
beiden Aluminiumblende üben: sie ist nicht ganz mit dem Korpus
bündig und auch nicht perfekt mittig eingesetzt.
Hinsichtlich der Kantenverarbeitung zeigt sich hingegen wieder das
gewohnte Bild: Isophon demonstriert mit absolut sauberen Kanten eine
hohe Handwerkskunst.

Dieser Umschalter übernimmt die Selektion beider Betriebsmodi und
erfreut sich dabei nicht nur einer tadellosen Einpassung, sondern
zugleich auch einer recht hochwertigen Machart.
Leider ist der Comet nicht bi-amping fähig, aber immerhin finden
sich sehr hochwertige Anschlussbuchsen auf der Rückseite. Die
versenkten WBT-Terminals erlauben den Anschluss per Bananenstecker und
nehmen auch große Kabel klaglos auf.
Ohne Aufpreis liefert Isophon den Comet mit Aluminiumblenden in den
Farbgebungen natur (weiß) und schwarz aus. Gegen Aufpreis sind
der Fantasie kaum Grenzen gesetzt: nicht nur die Bestückung mit
Wunschfurnieren ist möglich, sondern auch die Blenden können
in fast jeder Farbe lackiert werden.
Die mit Abstand edelste Variante (und unserer Meinung nach, absolut
empfehlenswert) stellen die verchromten Blenden dar, die jedoch einen
Aufpreis von satten 400 Euro abverlangen. Der gesamte Lautsprecher
wirkt dadurch deutlich hochwertiger und strahlt zeitlose Eleganz aus.
Leider haben wir kein Bild zu Verfügung, um Ihnen ein Modell mit
Klavierlack und Chromblenden zu demonstrieren, denn während die
Standardversionen nicht unbedingt aufsehenerregend daherkommen,
könnte man bei einer solch hochwertigen Ausführung spontan
ins Schwärmen geraten.
Handwerklich betrachtet, bieten die Cometen keinen Grund zu
Beanstandung, sondern unterstreichen sogar noch das hohe
Fertigungsniveau des Herstellers. Trotzdem können diese
Schallwandler (besonders in der hier vorliegenden Version) wohl keine
Design-Awards mehr nach Renningen bringen. Isophon ist nicht darauf
aus, mit einem exklusiven Materialmix um die Gunst der
Käufer zu buhlen - hier steht eher die Technik und die Funktion im
Vordergrund. Angesichts des stolzen Preises vergeben wir daher "nur" 8
Punkte in dieser Disziplin - wer jedoch optisch höhere
Ansprüche hegt, darf sich seine Cometen mit Chromblenden,
Klavierlack oder Wunschfurnieren veredeln und sich dann auch gerne die
fehlenden 2 Punkte hinzuaddieren.
Technischer Aufbau:
Isophon Entwickler Dr. Roland Gauder hat vor der Entwicklung sehr
viele Hörtests mit unterschiedlichen Eigen- und
Fremdkonstruktionen durchgeführt. Nach kurzer Zeit stand fest,
dass sein neuer Rearspeaker die Vorteile von Direktstrahlern
(Neutralität), Dipole (Diffusfeld) und Bipolen (Richtungsortung)
miteinander verbinden sollte, unter Umgehung der prinzipbedingen
Nachteile. Beispielsweisee löscht sich bei einem Dipol automatisch
der Mittel- und Bassbereich komplett aus, was ein kraftloses Klangbild
zur Folge hat. Ein weiteres Ziel war eine möglichst gute
Bassperformance, um nicht mehr auf ein externen Bass-Management seitens
der Vorstufe abhängig zu sein.

Grundlegendes Merkmal des Cometen ist zunächst der Aufbau in
Form einer Raute, dessen kurze Seiten jeweils die
Hoch-/Mitteltoneinheit beheimaten. Weil dieser Lautsprecher für
eine Kombination mit großvolumigen Frontboxen konzipiert ist,
stellt auch der Comet alles andere als eine zwergenhafte Konstruktion
dar. Mit seinen Abmessungen, die in etwa DIN-A3 Format aufweisen,
sollte er jedoch bei anspruchsvollen Heim- bzw. Wohnraumkino durchaus
noch als optisch erträgliche Variante durchgehen und
gegenüber weiteren Standlautsprechern eine deutlich einfachere
Integration ermöglichen. Der Comet ist als wandhängender Lautsprecher ausgelegt, der zwischen
1m und 1,8 m Höhe an der Seiten- oder Rückwand
aufgehängt werden sollte. Der Bass sitzt auf der
Gehäuserückwand und strahlt damit gegen die Wand.

Je ein Mittel-Hochton-System des Isophon Schwestermodells Enigma
sitzt auf den schrägen
Seitenwänden. Per Schalter kann von Direktstrahler auf
Dipolstrahler umgeschaltet werden. In der Stellung "diffuse" laufen
beide Mittel-Hochtoneinheuten bis 400 Hz gleichphasig, also
wie ein Bipol. Dadurch
verstärken sie sich und klingen wie ein großer Lautsprecher.
Ab 400 Hz wird die Phase der hinteren Einheit gedreht und der Comet
wird zum Dipol. Der Abstand der beiden Einheiten ist so ausgelegt, dass
er deutlich größer als die Wellenlänge bei 1000 Hz ist,
ab der der Comet vollständigen Dipolcharakter hat. Mit dieser
Einteilung erreicht man ein gutes Diffusfeld bei
gleichzeitig vernünftiger Stimmwiedergabe. Stimmen können
geortet werden, was ja auch sinnvoll ist, lediglich diffuse
Geräusche werden auch weiträumig wiedergegeben. Diese
Konstruktionsart stellt die große Delikatesse des Comet dar, denn
fast alle vergleichbaren Rearspeaker fungieren entweder als klassischer
Bi- oder Dipol und weisen die dementsprechenden Nachteile auf. Die
Schalterstellung "direct" schaltet die rückwärtige
Mittel-Hochtoneinheit komplett ab, so dass der Comet bei Bedarf auch
als konventioneller Direktstrahler musizieren kann.
Ein Blick in das Gehäuseinnere
erlaubt uns, einen Teil der opulent bestückten Frequenzweiche zu
bestaunen. Isophon gehört zu den Firmen, deren Philosophie es
ist, jedes einzelne Lautsprecher-Chassis durch bestmögliche
Filterung möglichst perfekt anzusteuern - auch wenn dies auf
Kosten des Wirkungsgrads geht.

Der 20-cm-Bass wird von Isophon speziell für den Comet
gefertigt. Er besitzt einen starken Antrieb sowie eine
hochbelastbare 50-mm-Schwingspule. Dank Hochpassgefilterung sollen
auch auch härteste Bassattacken kein Problem für den
Comet darstellen und ihn trotz des kleinen Gehäusevolumens zu
einer sehr potenten Basswiedergabe befähigen.
Die Anbringung an die Wand ist denkbar einfach gelöst:
zunächst wird eine Halterung angebracht und anschließend
muss man dort lediglich die Metallschiene einhängen. Zwei kleine,
je 2cm messende Abstandshalter sorgen für einen gerade Lage des
Comet, zumal man mit dieser Lösung auch sehr bequem an den
Umschalter zwischen den beiden Betriebsmodi herankommt.
Testumgebung/Kombinationsempfehlung:
Wenig überraschend, haben wir die beiden Cometen
selbstverständlich mit unseren sowieso schon vorhandenen Isophon
Lautsprechern kombiniert. Das 7.0 Setup bestehend aus EuropaII, Solaris
und 4 Stück Galileo, stellt schon seit Monaten unangefochten die
absoluten Speerspitze aller jemals bei uns getesteten Surroundsysteme
dar. Bei zahlreichen High-End Berichterstattungen (zB. Audionet VipG2
DVD-Player) haben uns diese Lautsprecher quasi als Lupe gedient, um die
Eigenschaften von Elektronikkomponenten aufzudecken. Unabhängig
davon, welcher Hersteller uns einen seiner High-End Lautsprecher
zuschickt: die EuropaII dient uns aufgrund ihrer natürlichen und
höchst detaillierten Wiedergabe, als absolute Referenz und muss
sich vor kaum einem anderen Produkt fürchten.

Obwohl es weder für manche Elektronikhersteller, noch für
Isophon eine erfreuliche Nachricht darstellt, möchten wir an
dieser Stelle mit aller Entschiedenheit unterstreichen, dass eigentlich
nur hochwertige Vor-/Endkombinationen das Potential eines Comet
komplett abrufen können. Es macht schlichtweg keinen Sinn mit
einem 1500 Euro Receiver solch hochpreisige Lautsprecher zu betreiben,
die nicht in der Lage sind, deren Qualitäten auch nur ansatzweise
freizulegen. Um den hohen Anforderungen an das
Detaillierungsvermögen und Pegelfestigkeit (geringer Wirkungsgrad)
zu genügen, sollte ein leistungsstarker AV-Bolide als Minimum
angesehen werden. Hierbei wäre es von großem Vorteil, kein
Gerät mit einer sehr prägnanten Bassdarstellung (zB. Pioneer
VSA-AX10Ai-S, Harman Kardan AVR-745) einzusetzen, sondern stattdessen
zu einem Onkyo TX-NR5000E zu greifen, dessen ausgewogener und
souveräner Klangcharakter mit den schonungslos direkten
Isophon-Speakern besser harmoniert.

Besser gehts nicht: die Kombination aus Audionet MapV2, EPS, AmpIIG2
und Amp7 kostet satte 25.000 Euro und realisiert mit den Isophon
Lautsprechern eine atemberaubend natürliche Akustik. Wer Leistung
im Überfluss in Kombination mit unerreichter Klangkultur erleben
will, kommt um eine Investition in die Bochumer Meisterstücke
nicht umher. Selten haben wir Komponenten unterschiedlicher Hersteller
erlebt, die miteinander derart verschmelzen, wie es bei Isophon
Lautsprechern und Audionet Elektronik der Fall ist.
Wer nicht gleich die Anschaffung eines kleinen Kompaktfahrzeugs
wegen dem Kauf einer Audionet Vor-/Endstufenkombination streichen
möchte, der hat mit hervorragenden Produkten wie den Advance
Acoustic MAA-705 Monoendstufen (Stückpreis 949€) oder der
Audiolab 8000er Serie (5.1 System ca. 4000€) günstigere
Alternativen, die ebenfalls großen Hörspaß
garantieren. In unserem zweiten High-End Studio haben wir uns sogar
gleich 5 Stück dieser MAA-705 in Kombination mit einer Audionet
Map1 Vorstufe (ca. 3.750 €) fest installiert, was die Cometen
ebenfalls zu einer faszinierenden Spielweise antrieb.
nochmal Audionet: Vip - Vip, Hurra ... der letztes Jahr
erschienene VipG2 Universalplayer schlägt mit einem Kaufpreis von
ca. 7.000 € in die gleiche Kerbe, wie die restlichen Audionet
Komponenten, bietet dafür aber einen technisch kompromisslosen
Aufbau mit feinster Technik und traumhaften Klangeigenschaften. Wer
seinen VipG2 noch per SDI modifzieren lässt und einem cinemateq
Picture Optimizer das Skalieren und De-Interlacen überlässt,
wird seine Medien kaum mehr wiedererkennen.
Zusammenfassend kann man die Ansprüche der Isohon-Speaker
getrost als "hoch" einstufen. Doch wer sich für einen
fünfstelligen Preis ein edles Surroundset in das Auditorium
stellt, wird angesichts ähnlich dimensionierter Elektronikpreise
wohl kaum Tränen in die Augen bekommen, sondern eher darin
interessiert sein, dass Maximum aus seinen Möglichkeiten zu
machen.
Klang:
Ob der Comet sich nicht nur rein namentlich, sondern auch akustisch
im Weltraum beheimatet fühlt, haben wir mit Hilfe verschiedener
Science-Fiction DVDs erörtert. Im weiteren Verlauf unserer
Hörberichts stehen hingegen musikalische Anwendungen im
Vordergrund. Den Anfang machen wir mit Star Wars Episode 3, wo die
beiden Isophon Speaker eine bemerkenswerte Leistung abliefern und eine
weitläufige - jedoch stets auch von Nachdruck und Ortbarkeit
gekennzeichnete - Surroundkulisse aufbaute. Bemerkenswert ist hierbei,
dass der Comet wie kein anderer Dipolstrahler die Gegensätze
zwischen dem "frischen" und "agilen" Abbilden im Hochtonbereich und
einem dennoch harmonisch ganzheitlichen Klangbild vereint. Fast immer
klingen ähnlich aufgebaute Rearspeaker sehr verfärbt und
bevorzugen bzw. benachteiligen einzelne Frequenzbereiche - Besitzer
eines Isophon Comet bleiben hiervon hingegen verschont. Rein von der
Tonalität betrachtet ähnelt dieser Lautsprecher dem
hervorragendem Regallautsprecher Galileo, welcher von uns im
letztjährigen Oberklasse-Vergleichstest als Masterpiece
gekrönt wurde. Doch zurück zu unserer Star Wars DVD. Schon
direkt nach der Titelmelodie geht es bei Episode 3 richtig zur Sache
und die beiden Comet sind mittendrin: die einsetzenden
Beckenschläge innerhalb der Hintergrundmusik sind zwar
hauptsächlich auf Front und Rears, enthalten aber auch recht viele
Anteile auf den rückwärtigen Kanälen, was die
Isophon-Speakern gekonnt und mit präzisen Bässen umsetzen.
Schon wenige Sekunden danach zischen Obi-Wan's sowie Anakin's Jedi
Starfighter von den Rearkanälen nach vorne. Hier zeichnen sich die
hinteren Schallwandler durch eine hervorragende Dynamik aus, ohne dabei
aufdringlich oder gar scharf zu klingen. Das hohe Maß an
Souveränität ist sowieso eine der zentralen
Begeisterungsfaktoren, da es den beiden Comet absolut keine Probleme
bereitet, gleichzeitig den orchestralen und vielschichtigen Score
wiederzugeben und währenddessen die zahlreichen Triebwerks-,
Laser- und sonstige Kampfgeräusche in die akustische Darbietung
einzuflechten. Selbst als wenig später (fast) alle Protagonisten
zum Laserschwert greifen (und Count Dooku in die ewigen Jagdgründe
eingeht), wahren die Comet ihre Contenance und bieten eine erstaunliche
Homogenität zu den vielfach größeren Frontboxen. Doch
all diese Eigenschaften waren (bzw. sind) wir schon sowieso schon von
unserem Isophon Surroundset gewohnt gewesen, als noch Direktstrahler
für die Anregung des Trommelfells verantwortlich waren. Was macht
der Comet anders - bzw. besser ? Nun - wie eingangs schon kurz
erwähnt, besitzt dieser Lautsprecher die sehr seltene Gabe, trotz
Dipol-Charakteristik weder topfig oder anderweitig verfälschend zu
agieren. Bass- sowie Mitteltoneffekte bleiben in ihrer vollen Kraft
erhalten und sind klar lokalisierbar, während zB.
Regen-/Feuereffekte (also hochfrequente Schallanteile) auch weit um den
Lautsprecher herum präsent gemacht werden. Gedanklich möchte
man bei Sequenzen wie der Friedhofsszene in "Dare Devil" am liebsten
einen Regenschirm aufspannen, angesichts der ungemein realistischen
Klangabbildung um den Hörplatz herum. In Bezug auf die
Pegelfestigkeit macht der Comet übrigens keinen Hehl aus seiner
teutonischen Herkunft und steckt auch heftige Attacken locker weg.
Vorbildlich ist ebenfalls die Sauberkeit, mit der schnelle
Bassläufe auch mit hohen Lautstärken ertönen. Dieser
Lautsprecher eignet sich sowohl für den Feinschmecker, als auch
für Anwender, die am liebsten jede Explosion in
Originallautstärke wahrnehmen wollen. Der limitierende Faktor ist
in solchen Fällen meist eher die Elektronik (Endstufen), als dass
ein Isophon-Lautsprecher anfängt, unsauber bzw unkontrolliert zu
klingen.
Völlig andere Tugenden sind bei der musikalischen Eignung im
Vordergrund. Sicherlich ist auch in diesem Anwendungsfall eine Nutzung
als Dipol sehr interessant - speziell in Fällen, wo
hauptsächlich Puplikumseffekte auf die Rears gegeben wurden. Wir
möchten jedoch wissen, wie sich dieser für Filmton
entwickelte Lautsprecher als Direktstrahler in anspruchsvollen
Mehrkanalanwendungen schlägt. Als Messlatte nehmen wir wieder die
Isophon Galileo: preislich etwas niedriger angesiedelt, jedoch im
Mittel-/Hochtonbereich fast identisch bestückt und mit einer
vollkommen unterschiedlichen Gehäuseformen stehen sich die beiden
Isophon-Geschwister Chassis an Chassis in unseren Testraum
gegenüber. Zu unserer Überraschung können die Comet sehr
gut mithalten, wobei die Galileo insbesondere im erzielbaren Tiefbass
einen klaren Vorsprung herausspielt. Hier ist deutlich zu hören,
dass der Direktstrahler prinzipbedingt auch als Standalone-Lautsprecher
ein überzeugendes Fundament bieten soll, während der Comet
bei ca. 80Hz an einen Subwoofer angebunden werden möchte.
Andererseits zeichnet sich die Galileo dafür nicht ganz mit
derselben hohen Pegelfestigkeit aus und fängt etwas früher
an, Basseffekte zu komprimieren. Generell muss aber gesagt werden, dass
dies ein Kampf auf sehr hohem Niveau ist, denn nicht wenige
vergleichbare High-End Schallwandler erreichen nicht einmal ansatzweise
die Belastungswerte der Isophon Modelle. Abseits von Bass und Pegel
zeichnet sich die Comet durch fast dieselbe holografische Abbildung und
Natürlichkeit aus, die schon der Galileo unsere Anerkennung
einbrachte. Facettenreiche und anspruchsvolle 5.1 SACD-Streams (unsere
Empfehlung: Porcupine Tree, In Absentia) blühen mit den Comet auf,
wie mit keiner anderen Dipolkonstruktion. Feingliedrige Musikereignisse
bereiten dem Dipol-Duett (und natürlich auch dem Hörer)
genauso viel Spaß wie das Gitarrensolo eines Manowar-Konzertes.
Dass die Cometen musikalisch eine gute Figur machen und Instrumente
glaubhaft sowie gekonnt umsetzen, kommt dabei selbstverständlich
nicht nur dedizierten Musikanwendungen zu Gute sondern wertet auch die
Scores in Hollywood-Produktionen nachhaltig auf.
Unsere Beobachtungen / Tipps bezüglich der Aufstellung des Comet
- Dipole profitieren grundsätzlich von einer etwas
erhöhten Montage. Sie sollten zwar nicht direkt unter der Decke
kleben, aber mit einem Maß von 1,5 Meter macht man nichts falsch.
Direktstrahler (zB. Galileo) spielen ihre Vorteile eher bei einer
Aufstellung aus, die sich an den Frontspeakern orientiert.
Auschlaggebend ist die Lage des Hoch-/Mittentonbereiches.
- Wenn möglich montieren sie den Comet so, dass die
"primäre" Seite auf den Sitzplatz gerichtet ist und im Idealfall
zwischen 0,5 und einem Meter hinter die Sitzplätze versetzt ist.
Sollte die Rückwand näher als einen Meter von den
Rearspeakern entfernt sein, raten wir dazu, Rearspeaker und
Hörplatz etwas nach vorne zu verlagern.
- Sollten Sie bereits über Absorber verfügen (zB.
Wallpanels) beachten Sie bitte, dass diese die Aufgabe haben,
Reflektionen zu schlucken und die Arbeitsweise von Dipolen daher
beeinträchtigt wird. Dies ist grundsätzlich nicht schlimm,
nur oftmals ist dann eine Aufstellung exakt auf der Hörachse die
beste Lösung.
- Obwohl der Comet auch Fullrange eine gute Figur abgibt, wäre
eine Subwoofer-Ankupplung zwischen 80 und 90Hz ratsam, um die
Homogenität zu steigern. Bitte jedoch ebenfalls bei der
Einpegelung der Subwoofer berücksichtigen, da oftmals durch
übermäßige Subwooferlautstärke ein Ungleichgewicht
bei kreisenden Basseffekten zu hören ist. Hochwertige Geräte
wie die Audionet Map1 oder MapV2 können den LFE-Mix getrennt vom
Subwoofer-Pegel einstellen.
- Und zu guter Letzt: Experimentieren Sie !! Jeder Kinoraum und auch
die Hörpräferenzen sind unterschiedlich. Viele Leser
berichten uns von exotischen Aufstellungen, die ihnen akustisch besser
gefallen haben, als eine schulbuchmäßige" Verteilung
der Lautsprecher im Hörraum. Besonders bei Dipolen, die mit
Reflektionen arbeiten sollte man sich die Zeit nehmen und viel
experimentieren.
Fazit:
Wer jetzt innerlich denkt, dass der Isophon Comet ja eigentlich
schon fast zu schade für einen Einsatz als Rearspeaker erscheint,
hat die eigentliche Intention dieses Produktes wahrscheinlich nicht
ganz verstanden - schließlich würde man bei einem
hochwertigen frontgetriebenem PKW ja auch nicht auf die Idee kommen,
bei den hinteren Reifen zu sparen. Doch
allen Qualitäten dieses Produktes zum Trotz - die
grundlegende Diskussion um den Sinn und Zweck eines Dipol-Lautsprechers
kann selbstverständlich auch der Comet nicht beenden. Unserer
Meinung nach kann eine Dipol-Konstruktion besonders bei 5.1 Systemen in
kleinen und mittelgroßen Räumen nach wie vor eine
große Bereicherung darstellen, um eine zu punktuelle Abbildung im
Rearbereich verhindern. Für solche Anwendungen gibt es wohl keinen
besseren Rearspeaker als der Isophon Comet, denn den vielfältigen
Anforderungen in Bezug auf Detailauflösung, Bassvermögen,
Pegelfestigkeit begegnet er mit Bravour. Seine einzigartige
Marktstellung erreicht er aber durch die gleichzeitige
Ortbarkeit/Griffigkeit im Bass- und Mitteltonbereich, während
hochfrequente Effekte mit betörender Leichtigkeit einen ungemein
großen Raum erschaffen. Gleichzeitig eignet sich der Comet
trotzdem noch hervorragend für Musikmaterial, harmoniert nicht nur
mit Isophon Lautsprechern sehr gut und lässt sich auch als
Direktstrahler betreiben. Isophon ist dank hervorragender
Mehrkanalkomponenten schon lange als arrivierter Surroundspezialist
inmitten der High-End Branche zu betrachten und beweist mit dem Comet
aufs Neue, dass man den Trend zur DVD ernstnimmt und auf höchstem
Niveau umsetzen kann.

Isophon Comet, Stückpreis ab 1849 Euro
Surroundlautsprecher absolute High-End Klasse
Test: 17.Februar 2007 Preis-/Leistung:         
+ hervorragender Klang , der sowohl für Film- als auch Musikanwendungen geeignet ist
+ gute Pegelfestigkeit
+ zwischen Diffus- und Direktmodus umschaltbar
+ große Auswahl an Oberflächen bzw. Ausführungen
+ handwerklich sehr solide umgesetzt
- hohe Anforderungen an Elektronik
- hoher Kaufpreis, speziell in Kombination mit den empfehlenswerten Chromblenden
Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:
Dieser AREA DVD High-End Test wurde durchgeführt mit Kabeln von:

Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:

Text:
Lars Mette
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