Test: Dynaudio Excite 5.2 Surroundsystem - best Value in der gehobenen Mittelklasse ?

Dieser Artikel wurde auf PCs von Origen-AE verfasst.
(17. September 2010 -
Autor: Lars Mette )
Der dänische Anbieter Dynaudio ist fast jedem anspruchsvollem
Musikliebhaber ein Begriff, der sich mit den besten Lautsprechern
dieser Welt auseinandergesetzt hat. Große Bekanntheit dürfte
jene Marke darüber hinaus auch bei Autokäufern erlangt haben,
da sich hochwertige Dynaudio Lautsprechersysteme auch in den
Ausstattungslisten für diverse Fahrzeuge von Bugatti, Volvo und
Volkswagen finden lassen. Mit diesem Testbericht wird jedoch weder ein
potentieller Großangriff auf Ihr Portemonnaie oder Auto initiiert
- stattdessen testen wir eine Mittelklasseserie aus dem Hause
Dynaudio mit der wohlklingenden Bezeichnung "Excite" und werden dabei
der Frage nachgehen, wie viel Klangqualität die klassisch
proportionierten Lautsprecher in das Wohnzimmer bringen.

Starten wir direkt mit den preislichen Aspekten. Die Excite Range
startet beim kleinsten Regallautsprecher mit einem Stückpreis
von 400 Euro und gipfelt im 1.300 Euro Standlautsprecher X32.
Dazwischen liegen vier weitere Ausführungen, worunter sich auch
ein Centerspeaker befindet. Die Subwoofer finden sich bei Dynaudio in
einer eigenen Produktlinie wieder. Hier darf sich der Kunde unter sechs
verschiedenen Modellen zwischen Preisen von 499 bis 2.050 Euro
den/die richtigen Partner für das akustische Leben heraussuchen.
Bei unserem Test-Setup haben wir uns an den Bedürfnissen bzw.
Wünschen fortgeschrittener Anwender in Bezug auf
Klanghomogenität sowie Basspräzision orientiert, so dass
letztendlich ein System mit 4 Standlautsprechern und zwei Subwoofern
herausgekommen ist. Der großformatige Centerspeaker vom Typ X22
Center verspricht ein gutes Zusammenspiel mit den ähnlich
dimensionierten und bestückten Excite X32 auf den
Außenpositionen. Der Grundpreis dieser ambitionierten
Zusammenstellung liegt mit 6.900 Euro in typischen Bereichen für
Lautsprecher der gehobenen Mittelklasse. Wer sich den Wunsch nach
hochglanzlackierten Oberflächen erfüllen möchte, muss
noch pro Lautsprecher zwischen 35 und 60 Euro zusätzlich
bereitstellen.
Verarbeitung:
Klassischer könnte man Lautsprecher kaum formen: die Excite
Serie beschreitet keine Designexperimente und setzt auf eine
rechteckige Linienführung. Mit Ausnahme der dezenten 45 Grad
Übergänge auf den Frontschallwänden sind auch die
Gehäusekanten sehr geradlinig ausgeführt und
unterstreichen den optischen Purismus. Gegenüber anderen
Lautsprechern fallen die Excite Modelle schlank und hoch aus,
wodurch sie einen vergleichsweise filigranen bzw. eleganteren
Eindruck hinterlassen.
Im Detail überzeugen die Schallwandler durch sauber eingepasste
Chassis, sowie einer gleichmäßigen Lackierung.
Farbeinschlüsse oder Kratzer sind offensichtlich Fremdwörter
für die Lackierer bei Dynaudio. Trotz aller Begeisterung: unsere
Testgeräte in hochglänzendem Schwarz besitzen jedoch nicht
ganz die Farbtiefe wie manch extrem aufwändig polierter High-End
Lautsprecher. In der Praxis wirkt das Finish wegen der guten
Qualität "dennoch" sehr hochwertig und edel. Als Farbalternative
bietet der dänische Hersteller neben einer Lackierung in
hochglänzendem weiß noch verschiedene Echtholzfurniere
(Ahorn, Kirsche, Palisander, Esche schwarz) an.
Am unteren Ende der Standlautsprecher sorgen matt lackierte MDF
Platten mit ca 20 mm Stärke für eine solide Basis. Die
Kontaktaufnahme zum Boden erfolgt mit Hilfe der mitgelieferten Spikes,
die in vorgefertigten M6-Gewinden verschraubt werden. Kleine
Unterlegscheiben sorgen dafür, dass Musikliebhaber mit
Parkettboden auf der sicheren Seite sind. Leider erweist sich die
Excite X32 aufgrund ihrer schlanken und hohen Gehäuseform dabei
nicht unbedingt als extrem kippsicher - hier zeigt insbesondere die
schwäbische Firma Nubert mit den Traversenfüßen der
nuVero Serie, wie man entsprechende aufgebaute Lautsprecher noch besser
absichern kann.
Beim Subwoofer haben wir dieses Problem zwar nicht, doch dafür
sorgen die winzigen Plastikfüßchen für Verdruss.
Sicherlich muss man dieses Detail unter der Prämisse einer
möglichst kleinen und somit wohnraumfreundlichen Lösung
sehen, doch in Anbetracht der Preisklasse von rund 1.000 Euro ist sowas
schlichtweg zu wenig. Hier wäre Dynaudio gut beraten gewesen,
zumindest Schraubgewinde und Spikes beizulegen, um anspruchsvolleren
Hörern die Möglichkeit einer soliden Ankopplung zu geben. Von
diesem Lapsus abgesehen, gibt es am Sub 250 compact nichts zu kritisieren, da
Gehäuse- und Kantenverarbeitung sowie Lackierung und
Chassiseinpassung (wie bei Dynaudio gewohnt) vorbildlich gefertigt sind.
Bei den Lautsprecher-Terminals regiert Zweckmäßigkeit:
die Anschlussbuchsen sind solide ausgeführt, nehmen klaglos (fast)
jede denkbare Form von Kabeln auf, sind sehr gut zugänglich
und lassen sich angenehm schrauben. Auf ein zweites Paar für
Bi-Wiring/-Amping muss der Anwender hingegen genauso verzichten, wie
auf optische Extravaganzen in Form von zB. Chromfassungen oder
Typ-Plaketten aus Metall.
Beim Blick ins Innenleben unterstreichen
die Dynaudio Lautsprecher ihre hochwertige Machart: sämtliche
Wände sind verhältnismäßig stark ausgeführt,
zusätzlich sorgen viele Querversteifungen für mechanische
Belastbarkeit. Die Chassis werden mit Hilfe von kreisrunden
Kunststoffauflagen (siehe oben) vom Gehäuse etwas entkoppelt,
wobei deren Fixierung durch direkt eingedrehte Holzschrauben erfolgt.
Schraubgewinde in den Lautsprechergehäusen zur Aufnahme der
Chassis bieten generell fast nur deutlich teurere Modelle. Ähnlich
verhält es sich mit den Kabeln, die im Gehäuse nur durch
sporadische Klebepunkte fixiert werden.
Der Centerspeaker kommt mit einer fest
integrierten Stütze, um eine gute Anwinklung zu
gewährleisten. Dieses Bauteil ist aus solidem Metall gefertigt und
weist sauber entgratete Kanten auf. Die zwei Schrauben sorgen für
einen festen Halt, doch wer den Centerspeaker ohne die
Aufstellungshilfe benutzen will, kann die Stütze auch
problemlos entfernen.
Fazit Verarbeitung: mit Ausnahme der Gehäusefüße
finden sich keine ernsthafte Kritikpunkte. Die Dynaudio Lautsprecher
beweisen in den Primäreigenschaften (Lackierung, Gehäusebau)
eine tadellose Verarbeitungsqualität, lassen aber in manchen
Details etwas an Finesse vermissen. Immerhin reden wir von einem Set
für knapp 7.000 Euro, wo der Kunde durchaus ein paar kleine
Extravaganzen (z.B. magnetische Schutzgitterbefestigungen) erwarten
kann. Positiv formuliert könnte man den Lautsprechern hingegen
natürlich auch einen konsequent ausgelebten Purismus attestieren,
der bereits beim zeitlos-klassischen Design seinen Anfang findet und
somit in vielerlei Hinsicht zum aktuellen Zeitgeist passt.
Technischer Aufbau:
-Excite X32
Dynaudio verspricht bei den Excite
Modellen High-End-Klangqualität in Kombination mit besonders
niedrigem/effizientem Leistungsbedarf. Die Weichen dafür werden
schon beim Grundaufbau gesetzt, wo sämtliche Lautsprecher mit
einem strukturoptimiertem Gehäuse ausgestattet sind. Die
Dänen setzen bei der X32 dabei auf ein gemeinsam genutztes Volumen
mit einem rückwärtigen Bassreflexrohr. Die drei Chassis
arbeiten nach einem 2-Wege System, so dass Bass- und
Mitteltonanteile gemeinsam von den beiden 6´´ Chassis
wiedergegeben werden. Für Freunde von 3-Wege Konstruktionen mit
dediziertem Mitteltöner hält Dynaudio mit der X36
(Stückpreis 1.300 Euro) übrigens noch ein größeres
Schwestermodell parat.
Auf das Membranmaterial sind die
Dänen besonders stolz: die Tiefmitteltöner der Excite Serie
profitieren von Dynaudios langjährigen Erfahrungen im Bereich der
Verbundstoffmembranen und verfügen über die neueste
MSP-Generation, einem speziellem Magnesium-Silikat Polymer. Dieses
Material ist in Bezug auf Eigenresonanzen sehr unkritisch und besitzt
gute Breitbandcharakteristiken in Bezug auf Abstrahlverhalten
(Bündelung), Klirr und Frequenzgang. Außerdem sorgt das gute
Verhältnis aus geringem Eigengewicht und hoher Steifigkeit
für Vorteile hinsichtlich Präzision sowie Auflösung.
Unterstützt wird das System von extrem leichten
Aluminium-Schwingspulen und einem strömungsoptimiertem Korb.
Dynaudio setzt dieses System in ähnlicher Form sogar bei seinen
High-End Automotive Installationen ein, wie z.B. beim Bugatti Veyron.
Im Hochtonbereich kommt ein beschichteter Gewebehochtöner zum
Einsatz.
Große Aufmerksamkeit schenkte man
bei der Entwicklung auch der Frequenzweiche. Dynaudio beschreitet
traditionell den Weg von stark reduzierten Frequenzweichen mit
hochwertigen Komponenten, um das Musiksignal möglichst
unverfälscht zu den Chassis dirigieren zu können. In diesem
Zusammenhang profitiert Dynaudio maßgeblich von den breitbandig
ausgelegten MSP-Chassis. Zusätzlich verfügt die X32 noch
über eine integrierte Phasenoptimierung, was Laufzeitunterschiede
zwischen dem Hoch- und Tiefmitteltonbereich verhindern soll. Die
Trennfrequenz liegt bei 1.800 Hertz und erfolgt mit einer
Flankensteilheit von 6db pro Oktave.
Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung (Herstellerangaben)
| Modell / Stückpreis |
Excite X32 / 1.025 Euro |
| Aufbau |
2 Wege Bassreflex Standlautsprecher |
| Frequenzgang |
37 - 23.000 Hertz (+- 3db) |
| Wirkungsgrad |
87db (2,83 V/ 1 Meter) |
| IEC Langzeitbelastbarkeit |
200 Watt |
| Abmessungen |
17,5 x 92,0 x 27,0 cm (B,H,T) |
| Gewicht |
17,2 kg |
-Excite X22 Center
Laut Dynaudio lag der Schwerpunkt beim
X22 Center darin, minimale Gehäuseabmessungen in Einklang mit
vollwertigen Klangeigenschaften zu bringen. Herausgekommen ist ein
Lautsprecher mit verhältnismäßig breiter Front, dessen
Chassis als symmetrisch abstrahlendes 2-Wege Prinzip geschaltet
sind. Die Trennung zwischen Hochtöner und den beiden
Tiefmitteltönern erfolgt bei 1800 Hertz mit 6db/Oktave und
entspricht somit dem Aufbau der X32, was für die
Klanghomogenität förderlich ist. Mit dem leicht nach oben
gewinkelten Standfuß verbessert sich die Abstrahlung bei
klassischer Positionierung auf einem TV-Board.
Ein niedrig abgestimmtes Bassreflexrohr hilft niedrigen Frequenzen
auf die Sprünge. Das Innenvolumen wird komplett in einem
Stück genutzt, womit ein -3db Punkt von 58 Hertz erreicht werden
soll. Sowohl den X32, wie auch dem Centerspeaker, liegen
Schaumstoffpropfen bei, mit dem die Basscharakteristik in Bezug auf
Hörgeschmack, Aufstellung und/oder Raumakustik feinabgestimmt
werden können.
Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung (Herstellerangaben)
| Modell / Stückpreis |
Excite X22 Center / 625 Euro |
| Aufbau |
2 Wege Bassreflex Centerspeaker |
| Frequenzgang |
58 - 23.000 Hertz (+- 3db) |
| Wirkungsgrad |
86db (2,83 V/ 1 Meter) |
| IEC Langzeitbelastbarkeit |
150 Watt |
| Abmessungen |
50,0 x 13,0 x 21,0 cm (B,H,T) |
| Gewicht |
7,0 kg |
- Sub 250 Compact
Ähnlich wie beim Centerspeaker,
steht auch beim Subwoofer eine möglichst wohnraumfreundliche
Dimensionierung im Vordergrund. Dies ist nicht zuletzt auch an der
Produktbezeichnung (Sub 250 Compact) ersichtlich. Damit der
Tieftonspender jedoch ausschließlich in Bezug auf seine
Gehäusegröße kleine Brötchen backt, haben sich die
Dynaudio Ingenieure Einiges einfallen lassen. Beim Gehäuse besteht
aus besonders verwindungssteifen, massiven MDF Platten und soll
Resonanzen weitestgehend verhindern, obwohl das Gesamtgewicht des
Subwoofers mit knapp über 7 Kilo verhältnismäßig
gering ausfällt. Das verbaute 10 Zoll
Chassis eignet sich dank MSP-Membran hervorragend für die starken
mechanischen Belastungen im Tiefstbass und ist in einer
speziellen Langhubversion ausgeführt. Für
größtmögliche Kontrolle kommt auch hier eine extrem
leichte Aluminiumschwingspule zum Einsatz, obendrauf gibt es noch ein
leistungsgesteigertes Magnetsystem, dessen Schwingspulendurchmesser
mit 10cm sehr groß ausfällt. Das Gehäuse ist komplett
geschlossen, so dass keine Strömungsgeräusche auftreten
können. Außerdem erweist sich solch ein System in der Praxis
meistens etwas weniger aufstellungskritisch. Spannend wird hingegen die
Frage sein, wie sich solch ein kleinvolumiger Subwoofer mit relativ
kleiner Membranfläche im absoluten Basskeller zurechtfinden wird,
da beide Faktoren nur schwer wettzumachen sind.
An diesem Punkt kommt die integrierte
Elektronik ins Spiel. Dynaudio setzt auf einen 200 Watt
Digitalverstärker, um die 10´´ Membran zur unteren
Eckfrequenz von 29 Hertz (-3db / Herstellerangabe) zu treiben. Der
Funktionsumfang umfasst neben den üblichen Aspekten (Volume,
Lowpass-Filter und Phasenschaltung) noch einen sogenannten "Mode"
Schalter. Hiermit kann der Sub250 compact wahlweise als Single-/Haupt-
oder Zusatzsubwoofer (definiert) werden. Im LFE Modus wird der
Tiefpassfilter umgangen, um eine vollständige Wiedergabe der
AV-Receiver Signale zu gewährleisten, während bei der
Slave-Stellung zusätzlich auch die Lautstärke- und
Phasenschaltung umgangen wird. So wird auf
einfache sichergestellt, dass beim Einsatz mehrerer Subwoofer kein
Gerät mit einer gegensteuernden bzw. falschen Konfiguration
"unterwegs ist" und sämtliche Tieftonspender das gleiche
Signal wiedergegeben. Die Verkabelung für solche Fälle ist
dabei extrem einfach, denn direkt unter dem Mode-Button befindet sich
eine Slave-In/Slave-Out Anschlusseinheit. Zusätzlich lässt
sich der Subwoofer auch im Signalweg zwischen Satellitenlautsprechern
einschleifen, wo ein schaltbarer Hochpassfilter auf Wunsch die Signale
bei 60 oder 80 Hertz abtrennt.
Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung (Herstellerangaben)
| Modell / Stückpreis |
Sub 250 Compact / 1.025 Euro |
| Aufbau |
aktiver geschlossener Subwoofer |
| Frequenzgang |
29 - 250 Hertz (+- 3db) |
| Leistung |
200 Watt
|
| Funktionen |
Phasenschalter, Volume, Hoch-/Tiefpassfilter
|
| Abmessungen |
26,6 x 27,1 x 28,6 cm (B,H,T) |
| Gewicht |
7,2 kg |
Testumgebung:
Den Großteil der Testreihen durfte sich das Dynaudio System
unter denkbar besten Voraussetzungen in Szene setzen. Im
Surroundbetrieb sorgten Cinemike-getunte Denon A1 Geräte für
den guten Klang, als Endstufen kamen Audionet Monoblöcke für die Frontlautsprecher sowie
der AmpVII im hinteren Bereich zum Einsatz. Im Stereobetrieb stellt die Audionet PreG2 Vorstufe
ein Maximum an Details sicher. Wir haben bei unserer Referenzelektronik
sehr stark auf höchste Neutralität bzw. akustische
Authenzität auf absolutem High-End Niveau geachtet. Dadurch
können die Lautsprecher all ihr Potential entfalten, ohne vom
Eigenklang in ihrem Charakter beeinflusst zu werden.

Deckensegel
Dieser gesamte technische Overkill wäre jedoch mit einer ungenügenden Raumakustik (fast)
völlig nutzlos. Deshalb haben wir auch hier keine Mühe
gescheut, unser Referenzstudio diesbezüglich möglichst
optimal auszustatten. Auf Basis von Messungen bevölkern rund
sieben Dutzend verschiedener Akustikelemente im Wert von rund 10.000
€ unseren 50m² Raum, um möglichst lineare
und niedrige Nachhallzeiten zu ermöglichen. Nur dann ist
sichergestellt, dass der Raum vor allem
hinsichtlich Basspräzision, Grobdynamik sowie Raumabbildung
keinen größeren Einfluss auf den Klang bewirkt, als der
Lautsprecher selbst. Selbstverständlich müssen Sie
zuhause nicht ebenfalls den Wert eines gebrauchten Automobils in
Akustikschaumstoff investieren, um Spaß mit den Dynaudio
Lautsprechern zu haben - aber grundsätzlich lohnt sich die
Optimierung der Raumakustik für jeden ambitionierten
Hörraum.
Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der Übersicht:
AREADVD Baden-Württemberg arbeitet hauptsächlich mit Kabeln von: Mogami (Lautsprecher),
German High-End (NF), Silent-Wire (HDMI), Supra (Subwoofer-XLR) und Audionet (Netzkabel).
Das Referenzstudio wurde von der Firma RTFS akustisch optimiert.

Klangeindrücke:
- Grundcharakteristik des Sets:
Im Hörtest geben sich die Dynaudio Schallwandler betont
unspektakulär, was in diesem Zusammenhang eine ausgesprochen
positive Eigenschaft darstellt. Die dänischen Entwickler
haben offensichtlich darauf verzichtet, den Excite Lautsprechern
eine effektlastige Abstimmung zu verpassen. Stattdessen merkt man
unseren Testgeräten sehr schnell an, dass eine
natürliche Tonalität ganz weit oben im Pflichtenheft stand.
Ein aufdickender Bassteppich ist hier genauso wenig zu hören, wie
überprägnante Höhen oder künstliche
Räumlichkeit. Im Direktvergleich zu manchen Mitbewerberprodukten
wird mancher Hörertyp daher in den ersten Minuten vielleicht
erstmal das "Besondere" vermissen, dafür aber bei
längerer Nutzung keinem "Nerv-Faktor" unterliegen mit dem viele
andere Boxen jeder Musik ihren Stempel aufdrücken. Die ausgewogen
und harmonische Spielweise der Excite Serie ist eine Kombination aus
seriöser Tonalität, sowie hoher "Musikalität" in jedem
einzelnem Frequenzbereich: generell besticht das Testsystem durch
die überdurchschnittlich gute Klangtransparenz und
Präzision. Die Höhen wirken angenehm seidig, besitzen aber
trotzdem eine angemessene Strahlkraft. Die Textilkalotten
zeigen hierbei ein Auflösungsvermögen, welches
überraschend nah an das Niveau von manchen Metall- oder
Bändchenhochtönern heranreicht, ohne dessen Nachteile in
Bezug auf Schärfe und Bündelung zu übernehmen. Selbst
bei schnellen Hochtoneffekten modellieren die Dynaudio Schallwandler
sehr gewissenhaft und wirken nicht überfordert, so dass stets eine
wohldosierte Luftigkeit gewahrt bleibt. Am anderen Ende der
Frequenzskala gefallen die schwarz glänzenden Dänen-Boxen
ebenfalls durch eine vorbildliche Arbeitseinstellung, indem
Basspräzision gegenüber den letzten Hertz im Tiefgang klar
priorisiert wird. Die X32 erreichte bei unseren Hörtests einen
"gefühlten" -3db Punkt von circa 45 Hertz, was für einen
Standlautsprecher ihrer Volumenklasse (bzw. Membranfläche) einen
soliden Wert darstellt. Mit den beigelegten Schaumstoffpropfen
lässt sich die Bass-Balance zwischen Tiefgang und Präzision
nochmals etwas verschieben, doch angesichts der ohnehin schon sehr
guten Konturierung halten wir dies nur in Ausnahmefällen (zB. sehr
wand-/ecknahe Aufstellung) für sinnvoll. Für
Hörgeschmäcker mit Wunsch nach intensiver Magenmassage
wären die X32 womöglich nicht die absolute beste Wahl, da sie
schlichtweg nicht auf maximalen Bassdruck gezüchtet ist. Die
Standlautsprecher haben ihre tieffrequenten Stärken, wenn eine
möglichst "trockene" Umsetzung von tiefspielenden
Zupfinstrumenten (z.B. Cello, Bassgitarre) gefragt ist, wo die
X32 aufgrund ihrer schlackenfreien, schnellen und exakten
Bassdarstellung nicht mit Unsauberkeiten oder aufdickenden/trägen
Eigenschaften kämpfen muss. Diese Grundcharakteristik in
Bezug auf die Basswiedergabe findet sich in ähnlichen
Ausprägungen tendenziell auch beim Centerspeaker sowie den
Subwoofern wieder, weshalb sich ein insgesamt sehr stimmiges Gesamtbild
ergibt (mehr dazu in den Hörbeispielen). Die absolute
Schokoladenseite des, von uns getesteten Excite-Systems, stellt
zweifelsfrei der mittlere Frequenzbereich dar. Wir können ohne
Übertreibung behaupten, dass solch eine feingliedrig-saubere
Sprachdarstellung eine absolute Ausnahme in jenem Preisbereich
darstellt und nur von wenigen Alternativprodukten überhaupt in
ähnlicher Form geboten wird! Sowohl der X32 als auch dem
Centerspeaker gelingt das (seltene) Kunststück, ein realistisch
bzw. angebrachtes Maß an Klang-/Sprachvolumen in Einklang mit
einer äußerst sauberen Durchzeichnung zu bringen. Dadurch
ergibt sich nicht nur eine sehr gute Sprachverständlichkeit mit
hohem Differenzierungsvermögen, sondern zugleich auch eine
audiophil anmutende Klangtransparenz im gehörsensitiven
Mitteltonbereich. In Bezug auf Grobdynamik sowie Pegelfestigkeit setzen
die Lautsprecher zwar keine neue Bestmarke, leisten sich jedoch auch
keine Blöße. Pegelintensive Heimkinobeschallung mit knapp
100db, bei denen die meisten Nachbarn wohl den Rettungsanker werfen,
machen die Lautsprecher zwar mit, man merkt Ihnen in Bezug auf
Komprimierungseffekte und einsetzender Aggressivität an, da sie an
ihrer Belastungsgrenze angelangt sind. Ein erfreuliches Detail stellt
der Umstand dar, dass bis in die höchsten Pegel hinein, kaum
störende Ventilationsgeräusche aus den
Bassreflexöffnungen der Fullrange-Lautsprecher zu vernehmen sind.
Aber auch diese Eigenschaft kann nicht darüber
hinwegtäuschen, dass wir hier von wohnraumfreundlichen Boxen
sprechen, die sich nicht über die Eigenschaft
definieren, original Kinopegel realisieren zu können.
Für "normale" Wohnzimmerumgebungen reichen die Reserven hingegen
locker aus, selbst wenn der Anwender gerne mal einen beherzten
Rechtsdreh am Surroundverstärker vollzieht und einen
größeren Hörraum (bis ca. 35m²) besitzt - nur eben
für das klassische (stark bedämpfte) Kellerkino im
freistehenden Einfamilienhaus bei THX-Pegel nicht unbedingt.
Sofern man hier überhaupt von einem Mangel sprechen kann,
"entschädigen" die Lautsprecher durch ihre feindynamische
Akkuratesse, die sie speziell in leisen bis mittleren Pegeln an den Tag
legen. Das räumliche Darstellungsvermögen folgt ebenfalls der
eingeschlagenen Philosophie: anstelle einer diffuser,
übergroßen Abbildung, fokussieren die Lautsprecher eine
bestmögliche Umsetzung der tatsächlich vorhandenen
Rauminformationen, selbst wenn dadurch sterile Aufnahmen mehr am
Lautsprecher zu kleben scheinen. Die gebotene Bühnenstaffelung
erlaubt (bei entsprechendem Material) eine überdurchschnittliche
klare Lokalisationsgenauigkeit, sowie körperhafter Abbildung.

Shutter Island / Blu-Ray
Deutsche DTS HD Master Audio 5.1 Tonspur
Obwohl sowohl Starregisseur Martin Scorsese als auch Hollywood-Ikone
Leonardo Di Caprio bereits viele herausragende Film (allen voran
natürlich der oscarprämierte Titel "Aviator") auf die
(Heim-)Kinoleinwände gezaubert haben, darf man "Shutter Island"
als neue cineastische Bestmarke ansehen. Die Handlung basiert auf dem
gleichnamigen Roman von Dennis Lehane und nimmt den Zuschauer auf eine
spannend verpackte Reise durch die Psyche von Menschen mit
Wahnvorstellungen. Dieses diffizile Thema wird dabei erfreulicherweise
auch in technischer Hinsicht erstklassig umgesetzt, wobei der DTS HD
Stream weniger durch brachiale Effekte Eindruck schindet, sondern sich
vornehmlich subtiler Arrangements mit hoher Informationsdichte
bedient. Dies verdeutlicht bereits die Eröffnungsszene auf einer
Fähre, wo die aufkommende bedrohliche Atmosphäre der, am
Horizont erscheinenden Psycho-Knast Insel, jedes Surroundsystem
vor große Aufgaben stellt. Die Excite Lautsprecher
setzen jene Sequenz gekonnt um: das gelegentlich einsetzende
Nebelhorn, die See-/Wassergeräusche, sowie der röhrende
Schiffsmotor im Hintergrund, werden zusammen mit der Sprachwiedergabe
gut austariert in das Auditorium gegeben. Die dezenten Klanganteile der
Rearspeaker werden nicht "überspielt", sondern ergänzen
sich perfekt mit der Frontkulisse. Beim ersten Blick auf die Insel
setzen Score-Elemente aus schwermütig gespielten
einzelnen Terzen in Moll ein, welche von den Lautsprechern sehr
klar umgesetzt werden. Die Prägnanz der Geige ist
ausgezeichnet, die Pauke lässt in der untersten Oktave ein wenig
Wucht vermissen, besticht ansonsten jedoch mit gutem Impulsverhalten
und Dimensionierung. Das hohe Auflösungsvermögen im
Hochtonbereich schält indes sogar kleinere Resonanzen der
Trompeten im rechten Surroundbereich heraus. Während der
Begrüßung im Anstaltsgelände arbeitet das System die
verschiedenen Vögel im Hintergrund mit großem
Feingefühl heraus, während die trocken abgestimmte
Sprachwiedergabe in ihrer Charakteristik ebenfalls gut zur Geltung
kommt. Einfärbungen sind beim Centerspeaker jedoch erkennbar,
da der X22 außerhalb der Achse mit den typischen
Mitteltoneinbrüchen zu kämpfen hat, die bei horizontal
symmetrisch abstrahlenden 2-Wege Systemen automatisch entstehen. In
idealer Sitzposition gelingt dem Centerspeaker hingegen eine formidable
Umsetzung der erstklassig aufgenommenen Ansprache
vom Chefarzt. Die recht tiefe Stimme wird mit angemessenem
Klangvolumen sowie Intensität wiedergegeben. Absolute
High-End Center (z.B. der Monitor Audio Platinum PLC-350) oder diverse
Standlautsprecher mit deutlich mehr Membranfläche, kitzeln
diesbezüglich zwar noch ein
Quäntchen mehr Körperhaftigkeit heraus, doch in Relation
zur Preisklasse und Gehäusegröße leistet der
Centerspeaker erstklassige Arbeit. Insbesondere im Vergleich zu
diversen THX-Satelliten kann man hier fast schon von einer anderen
Klasse sprechen. So ertönen die leicht nasal abgemischten Stimmen
von Edward und Chuck sehr realistisch und ehrlich, ohne dabei
bei Konsonanten eine unpassende Klangverfälschung
einzubringen. Das unwirtliche Wetter zu Beginn von Kapitel 3 wird
in Bezug auf die Räumlichkeit sehr atmosphärisch eingefangen
und gekonnt mit der einsetzenden Geigenmusik beim Besuch der
Kommandantenvilla arrangiert. Hierfür greift der Regisseur auf
Mahler's Quartett von Klavier und Streicher in A-Moll zurück.
Diese schwermütig-schleppende Komposition wird im Verlauf des
Gespräches sowie einiger Rückblenden als akustisches
Stilmittel benutzt, um den Erzählrythmus sowie die Szenendramatik
durch schwankende Dynamik/Lautstärke zu definieren. Hier beweisen
die Dynaudio Lautsprecher audiophile Tugenden: die Musik wird
stets hochdetailliert wiedergegeben, während die
feindynamische Differenzierung in ausgezeichneter Weise für eine
Umsetzung der akustischen Dramatik bzw. Pointierung sorgt. Von
besonders bemerkenswerter Güte erweist sich außerdem noch
die gebotene Klangtransparenz, dank der kein Klangelement in den
Hintergrund gedrängt wird. So ist z.B. das Prasseln vom Kaminfeuer
über den gesamten Dialog genauso klar als solches zu erkennen, wie
das zersplitternde Glas bei Laufzeit 26:03 min.
Fazit: "Shutter Island" ist wegen seines Sounddesigns enorm
anspruchsvoll. Manche Anwender mit einfachen Systemen attestieren dem
Film deswegen teilweise sogar eine reizarme Akustik und bemängeln
die geringe Effektdichte. Mit einem sorgsam aufgebautem System auf
Basis der Excite Lautsprecher bleibt Ihnen solch ein Eindruck
erspart. Im Gegensatz zu effektorientierten Lautsprechern, setzen die
Dynaudio Lautsprecher aufgrund ihrer feinfühligen Wiedergabe auch
fortgeschrittene Klangaspekte gekonnt um und helfen somit dem Zuschauer
dabei, an möglichst viel emotionaler Wirkung dieses
Meisterwerkes teilhaben zu können. Besondere Pluspunkte
sammelte unser Testsystem in den Disziplinen Sprachwiedergabe,
Klangtransparenz sowie Auflösungsvermögen.

Avatar - Aufbruch nach Pandora / Blu-Ray
Deutsche DTS Tonspur
Während beim vorangegangenem Filmbeispiel fast schon Sendepause
für den Subwoofer angesagt war, dürfen sich die
Tieftonspezialisten beim Bombast-Sound von James Cameron's "Avatar"
richtig austoben und zusammen mit den restlichen Lautsprechern zeigen,
inwiefern sie das Metier actionbetonter Akustik beherrschen. Deswegen
steigen wir direkt in Kapitel 8 ein, wo Jake Sully zum ersten Mal
intensivere Bekanntschaft mit Pandora's Flora und Fauna schließt.
Während seiner zaghaften Schritte durch das grün-blaue
Dickicht bietet das Test-Ensemble eine mitreißende Akustik,
wo sich Umgebungsgeräusche (z.B.
Grillenzirpen, Vogelgezwitscher) und die sanft überlagernde
Panflöte zu einer emotional ansprechenden Klangkulisse
vereinen. Den plötzlichen Stimmungswechsel beim Angriff
verschiedener Raubtiere quittieren die Lautsprecher durch gute
Grobdynamik und einer weiterhin sehr detailorientierten Wiedergabe.
Sowohl die Laufgeräusche beim Spurt durch/in das Unterholz, als
auch das Anschlaggeräusch von Sully's Dienstwaffe, bieten eine
überdurchschnittlich klare Herausarbeitung. Lediglich beim
Zerbersten der Holzstämme wünschten wir uns etwas mehr
Wucht und Bassdynamik auf den Hauptkanälen. Ein ähnliches
Bild liefern auch die beiden Subwoofer bei der Umsetzung der
Stampfgeräusche. Jene Effekte sind extrem tief geraten
und erstrecken sich sowohl über LFE- wie auch
Frontkanäle. Die beiden Sub 250 compact klinken
sich diesbezüglich unterhalb ca. 30 Hertz aus dem
akustischen Geschehen aus, so dass sie etwas weniger tief spielen, als
viele andere 1.000 Euro Subwoofer. Auch in Bezug auf Wucht und
Nachdruck legen die beiden Tieftonspender keine brachiale Gangart
zutage, sondern begnügen sich mit durchschnittlichem Engagement.
Die Stärken der Dynaudio-Subwoofer liegen in anderen Gefilden - so
ist zB. die Präzision genauso über alle Zweifel erhaben, wie
das Differenzierungsvermögen und die Geschwindigkeit. Gute Noten
ernten die beiden Bassspezialisten auch für den Umstand, dass sie
dank geschlossenem Gehäuse ohne jedwede Ventilationsgeräusche
auskommen. Außerdem hat sich wieder einmal eindrucksvoll gezeigt,
dass zwei kleine Subwoofer aus raumakustischer Sicht eine exzellente
Lösung darstellen, um eine gute Raumanregung mit minimierter
Dröhnneigung zu erzielen. Im Duett braucht man sich auch über
etwaige Limitierungen hinsichtlich Grobdynamik oder Pegelfestigkeit zu
machen - sicherlich lassen manch größere Subwoofer die
Wohnzimmervitrine noch intensiver vibrieren, doch selbst hohe
Pegel unserer Avatar Test-Session konnten die Dynaudio Subs nicht
in Verlegenheit bringen. Einzig das relativ geringe Gehäusegewicht
sorgt in Kombination mit den kleinen Kunststofffüßen
für unfreiwillige Subwoofer Wanderungen. Hier hilft eine
Granitplatte wahre Wunder. Davon abgesehen erweist sich das
Subwoofergehäuse als überraschend neutral und fällt
nicht durch Klangeinfärbungen aufgrund Eigenresonanzen oder
Schwingungen auf. Zurück zum Film: die Wiedergabe von
actiongeladenen Szenen zeichnet sich mit dem Dynaudio System durch
viele hochklassige Eigenschaften aus. Zunächst ist hier (wieder
einmal) die hervorragende Musikeingliederung zu nennen, die besonders
von der kultiviert-kontrollierten Spielweise profitiert und deswegen
nie unterpräsent oder aufdringlich wirkt. Desweiteren sorgen die
vier identischen Standboxen zusammen mit dem sehr ähnlichen
abgestimmten Centerspeaker für eine fast perfekte
Klanghomogenität bei Effektschwenks. Zusammen mit der Gabe, die
Klangelemente bei entsprechender Abmischung, gut vom Lautsprecher zu
lösen, ergibt sich eine hervorragende Gesamtakustik mit
verhältnismäßig flüssigen
Kanalübergängen sowie intensiver Raumwirkung.
Fazit: Unter der Prämisse eines wohnraumfreundlichen
Lautsprechersystems schlägt sich das Dynaudio Set sehr gut.
Dennoch möchten wir nicht verheimlich, dass bestimmte
Hörtypen mit wuchtiger aufspielenden Lösungen mehr Spaß
an Actionfilmen haben könnten. Die Detailfertigkeit sorgt zwar
auch bei Avatar für Gänsehautmomente, kann jedoch nicht immer
seine (hohe) Klangkultur zugunsten einer effektlastigen
Darbietung gänzlich abstreifen, womit wir primär den
Bassbereich meinen. Anwender, denen ein präzise aufspielendes
System mit dezenter Optik am Herzen liegt, werden mit dem Dynaudio
System sicherlich absolut glücklich und werden ihre Freunde
keineswegs um deren aufgedunsene Tiefstbassorgien beneiden.

Robbie Williams Live at Royal Albert Hall
DTS HD 5.1 Tonspur
Bei der Umsetzung von Robbies Stimme kann sich das Dynaudio Set von
seiner besten Seite zeigen und all seine bislang angedeuteten
musikalischen Talente in die Waagschale werfen. Während die Stimme
des britischen Entertainers von Track 2 bei manch anderen
Lautsprechersystemen wegen seiner leichten Kehlkopflastigkeit
unfreiwillige Assoziationen an Kermit den Frosch weckt, gelingt
dem Dynaudio Sextett eine authentisch/natürlich geprägte
Wiedergabe. Die Excite-Lautsprecher verzichten auf einen
aufdickenden unteren Mitteltonbereich und bestechen gleichzeitig in den
oberen Lagen mit Luftigkeit sowie Durchzeichnungsvermögen.
Deswegen gelingt die Herausarbeitung der Blasinstrumente auch ohne
übertriebene Strahlkraft sehr differenziert. Die Klangdynamik
arbeitet speziell im Mittel-/Hochtonbereich überdurchschnittlich
gut und verströmt eine große Portion Lebendigkeit bzw.
Live-Charakter. Wieder einmal müssen wir die Klangtransparenz
loben, dank der selbst versteckte Elemente von
Bassgitarre, Klavieranschläge oder der
Schlagzeugbegleitung nicht völlig unhörbar bleiben, wie bei
manch unmusikalisch/langsamen/bassbezogenen Lautsprechersystemen.
Lediglich die Durchschlagskraft von mittelstark angeschlagenen Hi-Hats
dürfte noch etwas höher liegen, um uns vollends
glücklich zu machen. Dank des sehr progressiven Sounddesigns,
"verirren" sich viele Instrumente auf die Rearspeaker: Blasinstrumente
sind im rechten Surroundbereich beheimatet, Streichinstrumente
erschallen vornehmlich aus den rechten Lautsprechern. Teilweise sind
die Instrumente hauptsächlich auf den hinteren Kanälen
sogar lauter abgemischt, um ein Gegenpol zum frontlastigen Gesang zu
bilden. Die Klangkohärenz und die ohnehin große
Musikfertigkeit der Excite X22 machen dies zu einem reinem Spektakel
für die Ohren. Sehr angenehm ist auch der Umstand, dass der
teilweise frenetische Beifall vom Publikum nicht lästig scharf,
sondern mit großer Klarheit zur Geltung kommen. Ähnlich wie
bei "Avatar" ist auch hier zu beobachten, dass die vielen
Rauminformationen des Surroundstreams sehr sauber umgesetzt werden und
sich dadurch eine glaubhaft dimensionierte Klangkulisse mit sauberer
Bühnenstaffelung ergibt.
Fazit: Was bei den Filmbeispielen immer mal wieder aufblitzte, zeigt
sich bei dieser Konzertaufnahme sehr deutlich: das Dynaudio Excite-Set
zeichnet sich durch hohe Musikalität aus, die auf
überdurchschnittlichen Leistungen in den Disziplinen
feindynamischer Differenzierung,
Durchzeichnungs-/Detaillierungsvermögen sowie tonaler
Ausgeglichenheit basiert. Man merkt dem System bei jeder Note an, dass
es sich der Natürlichkeit verpflichtet fühlt und deswegen
großen Wert auf Präzision legt - unabhängig davon, ob
es sich um Bassimpulse, Tastenanschläge oder Rauminformationen
handelt. Erfreulicherweise spielen die Lautsprecher dabei keineswegs
steril oder analytisch, sondern verwöhnen stets mit
einem souveränen Charme ohne Nerv-Faktor.
Kurzer Marktvergleich

Monitor Audio
Gold Signature Serie
(vergleichbares System ca. 7.800 €) |
Die britischen Schallwandler bieten zwar ein ähnlich
hohes Auflösungsvermögen, verpacken dies jedoch in einer
anderen tonalen Balance, bei der es im betonten Bassbereich sowohl
tiefer als auch nachdrücklicher zugeht. Die Höhen spielen
offensiver/direkter, als bei den luftigeren, samtigeren Dynaudios. Die
Sprachwiedergabe gelingt dem dänischen Ensemble noch etwas
differenzierter bzw. sensibler/weicher, dafür setzt der
Monitor Audio GSW-12 Subwoofer brachiale Heimkinoeffekte intensiver um.
Hinsichtlich Dynamik und Raumabbildung schenken sich die beiden Systeme
nichts, jedoch sind die britischen Lautsprecher minimal pegelfester
sowie wirkungsgradstärker. |

Nubert
nuLine Serie
(vergleichbares System ca. 6.500 €) |
Beim schwäbischen Anbieter wird höchstens beim
Preis gespart, denn rein vom Materialaufwand (Gewicht,
Frequenzweichenbestückung, Subwoofer-Ausstattung) spielen die
nuLine Lautsprecher eigentlich schon fast in ihrer eigenen Liga.
Inwiefern dieser Umstand auch klanglich zutrifft, hängt vom
Hörgeschmack ab: die Excite Lautsprecher bieten mehr Transparenz
und Luftigkeit im Mittel-/Hochtonbereich und spielen im Bassbereich
schlanker und präziser. Die "Nubis" sind hingegen in Bezug auf
Bassdruck, Tiefgang, Grobdynamik und Pegelfestigkeit im Vorteil.
Centerspeaker und Standlautsprecher harmonieren trotz Klangschalter im
Mitteltonbereich nicht ganz so gut, wie bei Dynaudio. Der AW-1000 ist
ein Kraftwerk mit der Lizenz zum Hausabriss, wohingegen der
wohnraumtauglichere Dynaudio Sub sowohl äußerlich wie auch
klanglich fast schon zierlich wirkt. |

Dali
Mentor Serie
(vergleichbares System ca. 6.700 €) |
Der wohl größte Mitbewerber aus dem Heimatland von
Dynaudio schickt seine preislich vergleichbare Mentor Serie mit einer
Doppelhochtoneinheit an den Start. Die Kombination aus Kalotte und
Bändchen soll viele Vorteile miteinander vereinen, doch im
Hörtest fallen die Lautsprecher hauptsächlich durch eine sehr
diffuse Abstrahlung mit relativ geringer Ortungsschärfe auf. Der
Mentor Vokal (Centerspeaker) ist in Bezug auf Volumen und
Chassisbestückung fast exakt identisch mit den Standlautsprechern
und bietet eine überlegene Homogenität. Das kann aber auch
nicht verhindern, dass die schlanker abgestimmten Dali's mit ihrem
diffusen HT-Bereich nicht die Ausgewogenheit und Natürlichkeit der
Dynaudio Excite-Serie erreichen. |
Fazit:
Wollte man das getestete Dynaudio Excite 5.2 System mit nur einem
Wort beschreiben, dann würden wir uns für den Begriff
"unprätentiös" entscheiden. Die dänischen Schallwandler
verströmen vom optischen Ersteindruck beim Auspacken bis hin zu
den Hörtests den Charakter eines vornehmen Gentlemen, der es nicht
nötig hat, sich durch Vordergründigkeit zu beweisen.
Stattdessen wird Nachhaltigkeit, Gewissenhaftigkeit sowie eine
große Portion (Klang)Kultur geboten. Sicherlich ist der
aufgerufene Komplettpreis von knapp 7.000 Euro nicht von Pappenstiel,
doch angesichts der audiophilen Tugenden (speziell in Bezug auf
Transparenz, Präzision sowie Sprachwiedergabe) darf man hier
durchaus von einer attraktiven Offerte sprechen. Die Excite-Serie
positioniert sich insgesamt als harmonisch abgestimmt und eignet sich
gleichermaßen hervorragend für Surround- wie
Stereoanwendungen. Trotz des enormen Wettbewerbs mit all seinen vielen
(vermeintlichen) Sonderangeboten und Superschnäppchen, sind die
dänischen Schallwandler für detailhungrige Klangliebhaber auf
jeden Fall eine intensive Hörprobe wert.
Dynaudio Excite: optische Eleganz trifft akustische Klangkultur

Dynaudio Excite 5.2 Set
Modelle X32, X22 Center Sub 250 compact
Gesamtpreis: 6900 Euro
Test: 17.September 2010
Website des Anbieters. www.dynaudio.de
Unser Partner für hochwertige
Audiomöbel:
Text:
Lars Mette
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