Test: Dali Mentor 5.1 System - vollendeter Surroundgenuss
dank Luxus-Center
(11.Dezember 2007 - Lars Mette)

Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.
Dass gute Lautsprecher nicht immer nur aus
Großbritannien,
Asien oder Deutschland kommen müssen, hat der
dänische
Hersteller Dali bei seiner AREADVD-Testpremiere eindrucksvoll
unterstrichen. Das Helicon-System
verzückte im Frühling
dieses Jahres unsere Ohren und heimste sich (neben viel Anerkennung)
sogar einen Referenzstatus ein. In Anbetracht der akustischen
Leistungen geht auch der Preis von knapp über 11.000 Euro
absolut
in Ordnung. Doch auch für anspruchvsolle Surroundliebhaber mit
etwas geringerem Budget, hat Dali eine interessante Produktlinie im
Programm, welche sich technisch sehr stark an den Helicon-Modellen
anlehnt und somit ein attraktives Preis-/Leistungsverhältnis
bieten könnte.
Die Mentor-Serie bringt unter anderem die aufwändigen Dali
Hybrid
Hochtonmodule in völlig neue Preisgefilde,
schließlich
verlangt der Hersteller je nach Modell lediglich zwischen 699 bzw.
1.599
Euro. Unser üppig bemessenes 5.1 Test-Ensemble
schlägt mit
exakt 6.694 Euro zu Buche und positioniert sich somit in einer
Preisregion, die für manche ambitionierte HiFi-Interessierte
noch
halbwegs realisierbar ist, ohne dass die Ehefrau gleich zum
Nudelholz greifen möchte, um Ihren Gatten auf den
Boden der
Tatsachen zurückzuholen. Die Komponenten unserer
dänischen
Test-Delegation in der Kurzvorstellung:

Die Mentor 6 stellt die zweitgrößte Box
innerhalb dieser
Serie dar. Der klassisch dimensionierte Standlautsprecher kommt auf
einen Stückpreis von 1.499 Euro und generiert den Schall mit
Hilfe
von zwei 6,5´´ Tiefmitteltönern
sowie einem
Hochtonduett aus Kalotte und Bändchen. Die 22,5 Kilogramm
Gewicht
verteilen sich auf exakt 103 cm Höhe, so dass dieses Modell
noch
zu der Sorte von Standlautsprecher gehört, die man noch
halbwegs
unauffällig in ein Wohnzimmer integrieren könnte.

Dieses kann man vom gigantischen Mentor Vokal (1.449
€) nicht
unbedingt behaupten. Der Jumbo unter den Centerspeakern ist breiter als
so manches Hifi-Rack und stellt Dali's neueste Entwicklung jener
Lautsprecherserie dar. Selbstverständlich soll hiermit
primär der cineastisch-orientierte Anwender angesprochen
werden, so dass sich der Mentor Vokal hauptsächlich unterhalb
großer Flachbildschirme oder Leinwänden wiederfinden
sollte.
Die exakt gleiche Chassisbestückung verspricht sowohl eine
gute
Homogenität mit der Mentor6, aufgrund des relativ
großen
Gehäusevolumens sollte auch die Bass-Performance
überzeugen.

Im rückwärtigen Bereich des Surroundsets
nehmen zwei
Mentor 1 (Stückpreis 699 €) Platz. Diese
Kompaktlautsprecher verfügen über das
gleiche Hybrid Hochtonmodul wie Center- und Frontspeaker, für
die
restlichen Frequenzen steht eine faserverstärkte Papiermembran
mit
5´´ Durchmesser zur Verfügung. Eine
ausgeklügelte
Bassreflexkonstruktion soll der Mentor 1 einen stattlichen Tiefgang
bescheren - laut Datenblatt erreicht sie stolze 45Hz (-3db). Um die
Eignung als Rearspeaker noch positiv abzurunden, verfügt die
Mentor1 über integrierte Gewinde zur Montage an Stativen und
Wandhalterungen.
Der Bassist unseres Dali Sixtets kommt aus einer anderen
Modellreihe. Weil der entsprechende Mentor Subwoofer erst
nächstes
Jahr fertig entwickelt sein wird, haben wir auf den Ikon Sub
zurückgegriffen. Optisch passt er (trotz folierter
Oberfläche) sehr gut zu den anderen Lautsprechern und
auch
technisch stellt dieses Gerät alles andere als eine
Notlösung
dar. Ganz im Gegenteil: für 849 Euro gibt es einen 30 kg
Bassreflexwoofer mit 12´´ Membran und 250 Watt
Endstufe.
Lesen Sie unseren ausführlichen AREADVD Hardware
Testbericht um
zu erfahren, ob Dali mit diesem Surroundset ein Highlight in der
Preisklasse zwischen 6.000 und 8.000 Euro setzen kann. Wir haben die
dänischen Schallwandler intensiv mit unseren Referenzen
verglichen.
Verarbeitung:
Alle Modelle der Mentor
Serie basieren auf einem traditionell
gestalteten, viereckigem Gehäuse. Lediglich an Front- und
Rückseite ist eine leichte Wölbung vorzufinden. Die
Schallwand wird durch ein graues Element abgesetzt, so dass sich eine
ansprechende Bi-Color Optik einstellt. Wie in dieser Preisklasse
üblich, besteht die Oberfläche der Korpi aus
Echtholzfurnier.
Neben der oben gezeigten Variante in Esche schwarz liefert Dali auch
eine Ausführung in Kirschbaumfurnier aus. Der Ikon
Sub muss
lediglich mit einer folierten Oberfläche vorlieb nehmen, was
in
der Praxis aber kaum negativ auffällt.
Besonderen Lob verdienen
sich die Anschluss-Terminals. Sie sind
leichtgängig, praxisgerecht und weisen eine hervorragende
Verarbeitung auf. Das Einstecken von Bananensteckern geht genauso
leicht von der Hand, wie das Konnektieren von dicken
Lautsprecherkabeln. Die Abbildung zeigt die Mentor 6.
Die Kantenverarbeitung
zeigt ebenfalls ein ordentliches Niveau,
allerdings würden den Mentor Lautsprechern
größere
Biegeradien sicherlich noch etwas besser zu Gesicht stehen. Mit
großer Sorgfalt wurden übrigens die
Schallwände an den
Korpus angebracht, wie man auf oben Bild ebenfalls sehr gut erkennen
kann.
Dasselbe gilt auch für sämtliche Chassis, welche sich
ebenfalls einer tadellosen Einpassung erfreuen
dürfen.
Schöne
Füße: Mentor 6 und der Ikon Sub thronen auf
einem schwarz
lackierten MDF Sockeln, der ihrerseits wiederum mit Spikes
ausgerüstet ist. Solche Detaillösungen
dürfte man
eigentlich für Lautsprecher dieser Preisklasse
überall
erwarten, doch ein Blick auf Produkte wie beispielsweise die Nubert
nuLine122 verrät, dass nicht jeder Hersteller auf einen
optisch
ansprechenden Unterbau genausoviel Wert liegt, wie
Dali.
Zum Schutz vor
Beschädigungen können auf sämtliche
Modelle solche Stoffrahmen befestigt werden. Einen großen
Sicherheitsgewinn stellen sie aber leider nicht dar, hierfür
lässt sich der Stoff zu leicht durchdrücken. Immerhin
verbaut
Dali solide Metallstifte in den Halterungen, so dass die Schutzgitter
anständig fixiert sind.
Die
Furnierqualität pendelt sich auf einem hohem Niveau ein,
die Natürlichkeit der verwendeten Hölzer kommt gut
zur
Geltung. Auch haptisch vermittelt die Mentor-Serie
diesbezüglich
einen rundum überzeugenden Eindruck.
Fazit Verarbeitung:          
Was Dali beim Test des Helicon Systems zeigte,
wiederholt sich in ähnlicher Form auch eine Modellreihe
niedriger.
Die Dali-Lautsprecher durchlaufen diese Rubrik öhne
größere Beanstandungen. Einer der wenigen
Kritkpunkte stellt
die geringe Auswahl an Oberflächenausführungen dar,
wenn man
sich Mitbewerber wie zB. Nubert im Vergleich dazu anschaut. Allerdings
fällt bei dieser Gegenüberstellung dann auch gleich
auf, dass
Dali eine gelungende Synthese aus klassisch-unaufgeregtem Design und
interessanten Detaillösungen (Frontschallwand, Mentor6
Standfüsse) gelungen ist, während Boxen von
Günther
Nubert fast schon etwas zu langweilig/konservativ anmuten. Insgesamt
verdient sich Dali eine "hervorragende" Wertung, zum Einholen der
Klassenbesten würden wir uns noch Hochglanz-Lackierungen (zB.
Monitor Audio GS-Serie) und/oder gerundete Seitenwände (zB.
Wahrfedale Opus²) wünschen.
technischer Aufbau:
Alle Lautsprecher der Mentor Serie arbeiten nach dem
Bassreflexprinzip mit niedrigen abgestimmten Tuningfrequenzen. Dali
will somit eine tiefreichende Basswiedergabe erreichen und auch den
Maximalpegel ihrer Lautsprecher erhöhen. Die Testpraxis zeigt
zwar, dass geschlossene Lautsprecher im Allgemeinen Vorteile in Bezug
auf Präzision aufweisen, doch wenn sich ein Entwickler bei der
Konstruktion Müge gibt, sind auch Bassreflexsysteme
diesbezüglich auf einem sehr hohem Niveau. Unser Platinum
Referenzsystem aus dem Hause Monitor Audio basiert beispielsweise auch
auf dieser Bauweise und bietet "dennoch" eine
äußerst
akkurate Spielweise im unteren Frequenzbereich. Doch zurück
zur
Mentor6: Dali verzichtete bei dieser Serie zwar auf gewölbte
Seitenwangen, optimierte dafür aber das Gehäuse mit
zahlreichen Querverstrebungen bzw. Versteifungen, um akustisch gute
Arbeitsbedingungen für die Chassis zu schaffen. Dennoch
fällt
auf, dass die Mentor6 im Vergleich zum Wettbewerb keine neuen Rekorde
aufstellt, was das Gewicht betrifft. Sicherlich sind die knapp
über 20 Kilogramm ebenfalls ein Indiz für einen recht
großzügigen Materialeinsatz, doch manche preislich
ähnlich positionierten Schallwander (zB. Nubert nuLine122,
40,5
kg) bringen teilweise deutlich mehr auf die Waage. Andererseits haben
andere Hersteller wie zB. Isophon in Vergangenheit bereits
eindrucksvoll belegt, dass ein leichter, aber intelligenter und
mehrschichter Gehäuseaufbau sogar Vorteile gegenüber
diversen
"Materialschlachten" mitbringen kann. Wir sind gespannt, wie sich die
Mentor6 im Hörtest schlägt.
Die beiden Bass-Chassis der
Mentor6 arbeiten in getrennten Kammern und weisen daher auch jeweils
ein eigenes BR-Rohr auf. Die Schallwand wurde nach akustischen
Gesichtspunkten entwickelt, um
die Abtrahlcharakteristik zu optimieren. Generell unterscheiden sich
Dali Lautsprecher bezüglich ihrer Aufstellung etwas vom
Großteil des Marktes, indem sie möglichst NICHT
ein-/angewinkelt werden sollen, sondern im Idealfall im 90 Grad Winkel
zum Hörer postiert sind. Dali nennt diese Eigenschaft "Wide
Dispersion" und verspricht damit einen größeren
Sweetspot
sowie bessere/homogenere Frequenzgänge außerhalb der
Achse.

Die Mentor6 besitzt nicht nur äußerliche
Reize, sondern
beheimatet auch einen ausgeklügeltes Innenleben. Die
augenscheinlichste Besonderheit stellt die Bestückung mittels
Hybrid-Hochtöner dar. Gleich zwei Hochtöner sollen
das Klangerlebnis nach oben hin abrunden und für akustische
Höhenflüge sorgen. Diese Dali-Eigenentwicklung
beinhaltet einen konventionellen Gewebekalottenhochtöner in
Kombination mit einem Bändchen-Hochtonmodul aus
Ribbon. Normalerweise kommt bei Lautsprecher immer nur ein
Hochtöner zum Einsatz - alleine schon aus
Kostengründen. Dali sieht in dieser Hybridbestückung
jedoch den Vorteil, die jeweils positiven Eigenschaften beider
Materialien miteinander zu kombinieren, indem jeder Hochtöner
in seinem bevorzugtem Frequenzbereich operieren darf. Dali bezeichnet
die Helicon 400 daher auch manchmal als 2,5 + 1,5 Wege
Konstruktion.

Dali verfolgt die Philosophie, dass die Chassis mit
möglichst leichten aber steifen Materialien in einer exakt
definierten geometrischen Form gehalten werden sollen, um die besten
Klangeigenschaften zu realisieren. Hierfür kommt als Basis
eine klassische (aber speziell weiterentwickelte) Papiermembran zum
Einsatz, welcher mit relativ langen Holzfasern verstärkt ist.
Das Verhältnis dieser Elemente ist exakt berechnet und nicht
dem Zufall überlassen. Laut Dali ist dies einer der weltweit
besten Möglichkeiten, leichte Chassis zu bauen, die selbst
schnellste Impulse blitzartig umsetzen können, dabei aber
zugleich auch höchsten Belastungen standhalten.
| Modell / Stückpreis |
Dali Mentor 6 / 1.499 Euro |
| Bauweise |
2,5 Wege Bassreflex mit Hybridhochtonmodul |
| Chassisbestückung |
1x 28mm Textilhochtöner
1x 17/25mm Bändchenhochtöner
2x 6,5´´ Tiefmitteltöner |
| Frequenzbereich |
36 Hz - 34.000 Hz (+- 3db) |
| Wirkungsgrad |
89,5 db (2,83V/1 Meter) |
| Impedanz |
6 Ohm |
| max. Belastbarkeit |
200 Watt |
| Abmessungen |
103 x 20 x 39cm (H,B,T) |
| Gewicht |
22,5 Kilogramm |
Manche Firmen begegnen der Mehrkanaltechnologie mit wenig
Herzblut
und bringen kompromissbehaftete Erweiterungslautsprecher heraus. Gerade
im hochpreisigen Segment ist es leider keine Seltenheit, dass Rear-
oder Centerspeaker im Vergleich zu hochwertigen Standlautsprechern
etwas hinterhinken und Probleme haben, die gleichen Klangfarben zu
treffen. Für wirklich erstklassigen Surroundgenuss sollte man
über identische Modelle verfügen. Dies ist in den
wenigsten
Fällen praktikabel, doch eine gangbare Lösung stellen
Centerspeaker dar, die eine identische Chassisbestückung wie
die
Frontlautsprecher mitbringen und auch vom Gehäusevolumen auf
einem
Level mit ihnen liegen. Genau Dieses hat Dali mit dem Mentor Vokal
exerziert und beweist somit, dass die Dänen ihre Hausaufgaben
für Surroundlautsprecher gemacht haben.

Begeisterung in der Redaktion und schürt die
Vorfreude auf den
Hörtest. Schließlich sind solch kompromisslosen
Centerspeaker nur sehr selten anzutreffen - ganz besonders in dieser
Preisklasse. Mal abgesehen von den gigantischen Abmessungen, stellt
diese Komponente auch aufgrund der hochwertigen
Chassisbestückung
und der (hoffentlich) vollwertigen/tiefreichenden Basswiedergabe, ein
technisches Highlight der gesamten Preisklasse dar.

Die nach vorne gerichteten BR-Öffnungen erlauben eine
wandnahe
Aufstellung - Dali bietet sogar eine Wandhalterung an, so dass der
Mentor Vokal ein optisch sehr schöne Liason mit einem
Flachbildschirm eingehen könnte. Die recht geringe
Gehäusetiefe sorgt in diesen Zusammenhang für einen
Pluspunkt
gegenüber vielen anderen Modellen. Auf dem obigen Bild sehen
Sie
nicht nur die Gewinde für die Halterung, sondern auch die
Bi-Wiring Terminals, welche bei einem solch hochkarätigem
Lautsprecher ja eigentlich ohnehin selbstverständlich sind. Da
Röhrenbildschirm faktisch keine Bedeutung mehr in einem
modernenHeimkino besitzen, wurde der Mentor Vokal nicht magnetisch
abgeschirmt.
| Modell / Stückpreis |
Dali Mentor Vokal / 1.449 Euro |
| Bauweise |
2,5 Wege Bassreflex mit Hybridhochtonmodul |
| Chassisbestückung |
1x 28mm Textilhochtöner
1x 17/25mm Bändchenhochtöner
2x 6,5´´ Tiefmitteltöner |
| Frequenzbereich |
39 Hz - 34.000 Hz (+- 3db) |
| Wirkungsgrad |
90,5 db (2,83V/1 Meter) |
| Impedanz |
6 Ohm |
| max. Belastbarkeit |
200 Watt |
| Abmessungen |
89 x 20 x 29cm (H,B,T) |
| Gewicht |
17,6 Kilogramm |
Gegenüber dem soeben kurz vorgestellen Centerspeaker
haben es
die recht unscheinbaren Mentor1 nicht leicht, die Aufmerksamkeit auf
sich zu lenken. Doch zu Unrecht: der kleinste Spross der Mentor Familie
birgt ebenfalls viel interessante Technik und vereint diese in seinem
kompakten Gehäuse. Die Hybridhochtoneinheit findet genauso
Platz,
wie der 5 Zoll messende Tiefmitteltöner aus
faserverstärktem Papier. Wir sind sehr gespannt, ob die
angegebene
untere Grenzfrequenz von 45hz auch in der Praxis zu erreichen ist,
schließlich wäre dieser Wert sehr respaktabel
angesichts der
Gehäuse- und Chassisgröße. Für
Verstärker
stellt dieses Modell hingegen recht hohe Anforderungen: abgesehen von
der recht hohen Impedanz stellt sich der Wirkungsgrad (86 db@2,83V/1
Meter) als eher ungünstig heraus.
Ähnlich wie beim Vokal dachte Dali auch bei der
Mentor1 an
praktische Schraubgewinde für Stative sowie Wandhalterungen.
Interessantes Detail: die Bassreflexöffnung wurde in das
Anschlussterminal integriert. Da solch ein Lautsprecher oft per
Wandmontage installiert wird, birgt die rückseitige
Abstrahlung
jedoch auch Nachteile. Schließlich hat Dali ja gerade erst
beim
Centerspeaker auf die Vorteile einer frontgerichteten
BR-Öffnung
verwiesen. Fairerweise muss allerdings erwähnt werden, dass
die
Mentor1 so kompakt gehalten ist, dass eine andere Unterbringung der
BR-Öffnung wohl wirklich sehr schwierig gewesen wäre.
| Modell / Stückpreis |
Dali Mentor 1 / 699 Euro |
| Bauweise |
2 Wege Bassreflex mit Hybridhochtonmodul |
| Chassisbestückung |
1x 28mm Textilhochtöner
1x 17/25mm Bändchenhochtöner
1x 5´´ Tiefmitteltöner |
| Frequenzbereich |
45 Hz - 34.000 Hz (+- 3db) |
| Wirkungsgrad |
86 db (2,83V/1 Meter) |
| Impedanz |
6 Ohm |
| max. Belastbarkeit |
120 Watt |
| Abmessungen |
31,8 x 16,2 x 24,1 cm (H,B,T) |
| Gewicht |
5,2 Kilogramm |
Der Subwoofer unseres Dali Ensembles entstammt (wie bereits in
der
Einleitung dargelegt) aus der niedrigeren Modellreihe Ikon. Doch
abgesehen von dem foliertem Gehäuse, fügt sich der
Tieftonspezialist völlig nahtlos in das Setup ein. Auch er
verfügt über einen ausgeklügelte technischen
Aufbau, um
Heimkinoabende zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Der Schall
wird von einem 12´´ Tieftöner mit
Langhubchassis
generiert und über eine 250 Watt Analogendstufe mit
Ringkerntrafo
angetrieben. Auf dem obigen Bild sehen Sie die Rückseite des
Dali
Subwoofers inklusive des großflächigen schwarzen
Kühlkörpers.
Die Entwickler entschieden sich, den Ikon Sub mit einem
Bassreflexrohr auszustatten, um im Tiefsbassbereich noch mehr Substanz
zu erreichen. Um störende Strömungsgeräusche
zu
minimieren, wurde die Resonanzfrequenz dieses B-Rohr auf niedrige 29Hz
abgestimmt. Die Abstrahlung erfolgt nach unten. Durch die
zusätzliche Bodenplatte ist gewährleistet, dass der
Subwoofer
immer genügend Luft zum Atmen bekommt, zumal die
abwärts
gerichtete BR-Öffnung für gestiegenes Klangfundament
bei sehr
tiefen Frequenzen sorgen soll. Bei unseren Testreihen konnten wir eine
interessante Beobachtung machen, die wir an dieser Stelle bereits
vorwegnehmen möchten: der Ikon Sub profitiert
maßgeblich von
einer zusätzlichen Beschwerung (zB. eine Granitplatte) und
klingt
dann noch souveräner. Hier wäre es vielleicht von
Vorteil
gewesen, wenn Dali seinen Subwoofer etwas massiver und schwerer
ausgeführt hätte - 10 Kilogramm Gewichtsunterschied
(vergleichen mit zB. einem preisgleichen Nubert nuLine AW-1000) machen
hinsichtlich der Standfestigkeit und Vibrationsarmut des
Gehäuses
schon einen hörbaren Unterschied.
In Bezug auf die Einstelloptionen gibt sich der dänische
Tieftonspezialist etwas karg: mehr als die oben gezeigten Drehregler
stehen nicht zur Verfügung. Auch eine Fernbedienung sucht man
vergeblich im Karton des Woofers. Sicherlich bietet der Ikon Sub alle
wichtigen Funktionen, die für eine normale Installation
benötigt werden, doch mehr als das Allernötigste wird
defintiv nicht geboten. In Zeiten, wo manche Hersteller so langsam dazu
übergehen, DSP-Subwoofer in erschwingliche Preisklasse zu
bringen
(zB. Monitor Audio GSW-12, 1.499 €) sollte man sich bei Dali
Gedanken machen und einen Nachfoler auf den Weg bringen. Wenigstens ein
kleiner parametrischer Equalizer, eine stufenlos einstellbare Phase
sowie eine Fernbedienung muss man heutzutage schon bieten
können,
um in der Ausstattungsschlacht in dieser Preisklasse mithalten zu
können. Andererseits sind uns Subwoofer sehr viel
sympathischer,
wenn sich der Hersteller auf die andere Eigenschaften konzentriert und
dafür dann ein Produkt anbietet, welches akustisch
über dem
Level des Marktes liegt. Solche Beispiele findet sich zB. im Isophon
Stonehenge (Basispreis 3.500 €), wo ebenfalls nur eine
puristische
Grundausstattung geboten wird, dafür aber mit erstklassig
präzisen und tiefen Bässen verwöhnt
wird.
| Modell / Stückpreis |
Dali Ikon Sub / 849 Euro |
| Bauweise |
aktiver Single Chassis BR-Woofer |
| Chassisbestückung |
1x 12´´ Tieftöner |
| Frequenzbereich |
26 - 200 Hz (+- 3 db) |
| Verstärkung |
250 Watt
|
| Eingänge |
LFE und Stereo Line-In (Chinch)
|
| einstellbare Optionen |
umschaltbare Phase,
Tiefpassfilter
Volume
Auto / On / Of Regelung
|
| Abmessungen |
44 x 41 x 45 cm (H,B,T) |
| Gewicht |
29 Kilogramm |
Fazit:
Von der technischen Seite betrachtet, gefällt das
Dali-Set
genauso wie in Bezug auf die äußere Verarbeitung.
Hier wird
schnell deutlich, dass der dänische Hersteller nicht einfach
nur mittels großzügig bestückter
Frequenzweichen auf
Kundenfang geht, sondern das ganzheitliche Konzept eines Lautsprechers
in den Vordergrund stellt. Da passt es perfekt, dass Dali zu den
wenigen Firmen gehört (so wie beispielsweise auch Monitor
Audio
oder Wharfedale), die vom Gehäuse bis hin zum Chassis alles in
Eigenregie herstellen und nicht um Zukaufteile herumbauen
müssen.
Sehr lobenswert ist insbesondere der technische ansruchsvolle sowie
kompromisslose Center, doch auch beim Subwoofer und den
Kompaktlautsprechern beweist Dali sein hohes Engagement für
Surroundanwendungen. Die Produktpalette umfasst viele
Ergänzungsmodelle, so dass eigentlich für jeden
Hörraum
das Richtige dabei sein sollte. Als nachteilig könnte sich
hingegen der generell eher niedrige Wirkungsgrad erweisen, doch
ansonsten muss man der Mentor-Serie ein beeindruckendes technisches
Niveau attestieren.
Testumgebung
Während unserer
Hörsessions haben uns
verstärkerseitig besonders diejenigen Kombinationen gefallen,
die
gleichzeitig ein hohes Maß an Hochtondetaillierung und
schneller
Durchzeichnung bieten können, dabei aber tendenziell eher
kräftig/dunkel abgestimmt sind und den Mentor somit
etwas
mehr Fundament und Kraft im Klangbild verleihen. Absolut erste Wahl
stellt deswegen die NAD VE-Kombination aus M15 und M25 (ca. 7.500 Euro)
dar, zumal diese Geräte auch ausstattungsbezogen eine
interessante
Offerte darstellen und auch preislich nicht aus dem Rahmen fallen. Seit
Kurzem hat NAD mit dem T795 auch eine neue Generation ihrer AV-Receiver
mit aktueller Ausstattung auf den Markt gebracht. Dieser 1.999 Euro
Receiver wäre daher für Mentor-Besitzer vielleicht
ebenfalls
eine interessante Option, für weniger Geld in den Genuss einer
harmonisierenden NAD-Zuspielung zu kommen.

Generell sollte man auf jeden Fall auf sehr leistungsstarke
Elektronik achten, was die Endverstärkung betrifft. So wundert
es
nicht, dass die Kombi aus Audionet Map1/EPS und 5 kräftigen
MAA-705 Monoblöcken von Advance Acoustic die besten Ergebnisse
einbrachte. Sicherlich funktionieren die Mentor-Lautsprecher auch an
günstigen AV-Receivern der 1.500 Euro Klasse recht
anständig,
doch langfristig wäre ein Upgrade mit einer externen Endstufe
sehr
empfehlenswert, um das volle Klangpotential auszuschöpfen.
Dies
bringt nicht nur Vorteile in Bezug auf Dynamik und
Souveränität bei höheren Pegeln: in fast
allen
Fällen bremsen die internen Endstufen der Mittelklasse
AV-Receiver
die recht guten Vorstufen in Bezug auf klanglichen Eigenschaften
(Tonalität, Detaillierung etc.) stark aus.
Ein passendes Quellgerät für konventionelle
DVDs war schnell gefunden: der Cinemike
getunte Denon DVD-3930 läuft nach den umfangreichen
Modifikationen
zu einer derartigen Hochform auf, dass er nicht nur für ein
bestechend gutes Bild sorgt, sondern sowohl die Mehrkanal- als auch
Stereoambitionen der Dalis komplett aufblühen lässt.
Der
ungemein feinzeichnende, aber niemals seziererische Klang des Players
reizt die Fähigkeiten der kompletten nachfolgenden
Wiedergabekette
aus undtreibt sie zu Höchstleistungen.

Wer sich etwas ganz Besonderes gönnen will, sollte
sich den
Audionet VipG2 genauer anschauen. Dieser Multiformat DVD-Player stellt
nichts Geringeres als die absolute Speerspitze im audiophilen Segment
dar: feinste Klangdetails, erschütternde Dynamik und eine
absolut
authentische Tonalität machen den Audionet Player zum
Traumgerät eines jeden Akustik-Gourmets. In Bezug auf die
Lautsprecher waren wir überrascht, wie sehr sich die Mentor6
im
Stereobetrieb mit dem VipG2 nochmals steigern konnten. Nach wie vor
muss man bedenken, dass die
Klangqualität am Ende (Lautsprecher) nur so gut sein kann, wie
sie
von der Quelle geliefert wird. Wer einen VipG2 besitzt, kann sich daher
glücklich schätzen.
Für die Verkabelung haben wir auf Lautsprecher- und
NF-Verbinundungen von Mogami
zurückgegriffen.
Klangeindrücke:

Demo-Setup - die FrontLS sollten normalerweise nicht angewinkelt stehen!
Wenn das hiesige Wetter in den momentanen Wintermonaten schon
nicht
viel Grund zur Ekstase bietet, so haben wir uns erlaubt, die Testreihen
hauptsächlich mit dem dritten Teil der "Pirates of the
Caribbean"
Saga durchzuführen. Dieser Titel liegt uns sowohl auf DVD als
auch
Blu-Ray vor. Abgesehen von der englischen 5.1 PCM Tonspur, konnte uns
die DVD-Version über den getunten Denon-Player am meisten
begeistern. Man merkt im Direktvergleich recht deutlich, dass
Bassgewalt und Sprachvolumen über die aktuellen HD-Player
immer
noch nicht ganz an das Niveau eines Top-DVD Players heranreichen.
Selbstverständlich haben wir uns (cineastisch) nicht nur in
der
Karabik herumgetrieben, sondern auch mehrere Ausflüge in
andereGefilde unternommen, um dem Mentor-Set auf den Zahn zu
füllen. Preisklassen-Referenz der Surroundsysteme bis
8.000 € und Maßstab bei der Bewertung: Monitor
Audio GS-60 System
Mentor 6:          
Schlank und rank - so präsentieren sich nicht nur die
Protagonisten unseres Filmbeispieles, sondern auch die eleganten Mentor
6. Auf den Außenpositionen müssen die
dänischen Schallwandler im Surroundbetrieb
hauptsächlich
Umgebungsgeräusche und den Großteil des Scores
wiedergeben,
was Ihnen in hoher Qualität gelingt. Sie beschränken
sich löblicherweise nicht nur auf eine platte Wiedergabe von
Effekt-oder Musikelementen, sondern fokussieren stets eine
gewissenhafte und saubere Umsetzung der jeweiligen Tonspur. Hierbei
fällt vor allem ein recht dominanter Hochtonbereich auf. Bei
vielen Lautsprechern würde man dies zurecht als etwas
Negatives
auffassen, doch die Mentor 6 spielt trotzdem sehr unaufdringlich und
erweist sich deswegen als spritziger und agiler Zeitgenosse. Die
hierbei gebotene Hochtondurchzeichnung lässt keine
Wünsche
offen - sie agiert im hochfrequenten Bereich sehr geschliffen und
souverän. Auch subtile Details werden bei der Wiedergabe
behutsam
eingeflochten. Im Bassbereich spielt die Mentor 6 ebenfalls
sehr
feinfühlig und geht mit einem hohen
Differenzierungsvermögen ans
Werk.Grundsätzlich arbeiten die Basstreiber recht
prägnant
und umrahmen das Gesamtklanggefüge von unten noch etwas
stärker ein. Bei sehr tiefen Frequenzen fehlt hingegen etwas
Nachdruck und
Enschlossenheit, allerdings verfällt die Mentor 6 auch nie der
Versuchung, zu stark aufzudicken oder die Bässe
unpräzise
wiederzugeben. Für Anwender, die gerne eine bassintensive
Gangart
wünschen, empfiehlt sich die Kombination mit einem gutem
Subwoofer. Wir haben den Ikon Sub in der Konfiguration Main+LFE
testweise mitlaufen lassen und empfanden das Klangbild als absolut
stimmig. Hörer, die bei der Stereowiedergabe von
qualitativ
hochwertiger abgemischter Musik, besonders sensibel auf eine
möglichst perfekte Lokaliksationsschärfe achten,
werden mit
der Mentor 6 hingegen eventuell nicht vollends glücklich.
Einer
punktgenauen Ortung der Musikinstrumentes ist man bei manch anderen
Lautsprechern etwas näher - dafür aber hat Dali eine
beispiellos räumliche Wiedergabecharakteristik realisiert, die
den
Raum mit feinster Musik durchflutet. Das klangliche Geschehen spielt
sich mit der Mentor 6 nicht nur innerhalb eines kleinen Sweetspots ab,
sondern kann in einer deutlich größeren Zone
wahrgenommen werden. Diese Eigenschaft macht die Mentor 6 nicht nur
beim
zweikanaligen Musikhören, sondern auch innerhalb eines
Surroundsets zu einem gern gesehen Gast in unserem Teststudio. Absolute
Ausnahmequalitäten offenbaren die Mentor6, wenn
große
Dynamiksprünge gefragt sind, denn hier spielt sie extrem
lebendig
und lässt die Musik in ihrer vollen Intensität
erblühen.
Diese Eigenschaften scheint die Mentor 6 direkt aus der Helicon-Serie
mitgenommen zu haben, schließlich haben wir auch dort schon
die
hohe Vitalität der Lautsprecher zu schätzen
gelernt.
Mentor Vokal:          
Wenn Captain Jack Sparrow seine Mannschaft dirigiert, legt
sich auch
der großformatige Centerspeaker mächtig ins Zeug.
Ihm
gelingt die charismatische akustische Umsetzung des undurchsichtigen
Piratenfürsten genauso gut, wie bei der nicht minder
gerissenen
Miss Elisabeth Swann. Wer den Mentor Vokal zum ersten Mal
hört,
muss sich jedoch zunächst auf dessen spezielle Akustik
einstimmen.
Auch bei diesem Modell verfolgt Dali eine leicht höhenbetonte
Klangabstimmung, so dass man beim ersten Hörtest etwas
Wärme und
Volumen bei manchen Stimmen vermisst. Dadurch klingt der Mentor Vokal
jedoch lebendiger/frischer als der überwiegende
Großteil
vergleichbarer Lautsprecher, zumal er auch einer exzellenten Grob- und
Feindynamik befähigt ist. So erscheinen geflüsterte
Dialoge
gleichermaßen einfühlsam, während die
lauten
Konversationen (vornehmlich während des Schlusskampfes)
Eindringlichkeit und Vehemenz vermitteln. Zusätzlich entpuppt
sich
auch der Mentor Vokal als ein wahrer Könner, wenn es darum
geht,
die Akteure frei vor der Leinwand abzubilden. Nie hatten wir das
Gefühl, dass sich die umtriebigen Piraten innerhalb des
Lautsprechergehäuses aufhalten, sondern bekamen stets den
Eindruck
einer wirklichkeitsgetreuen Person, die direkt vor der Leinwand im
Heimkino zum Auditorium spricht. Diese Art der Authenzität
gelingt
nur wenigen Centerspeakern überhaupt (zB. Isophon Solaris,
Preis
ca. 3.500 Euro) - der Mentor Vokal ist von dieser erlesenen
Sorte einer der Günstigsten. Da verzeiht man es
ihm auch gerne, dass er zwar im Bassbereich recht tief hinunter spielt,
aber keine neuen Bestmarken aufstellt, was Bassdruck und Wuchtigkeit
betrifft. Stattdessen können wir den Mentor Vokal als
hervorragender Sprachkünstler mit überzeugender
Hochtondetaillierung empfehlen, der aus diesem Grund auch ganz
besonders bei musikalischen Anwendungen überzeugen kann.
Mentor 1:          
Die Überraschung des Testfeldes: die kleinen Mentor1
spielen
groß auf und gefallen uns ausgezeichnet. Die
Tonalität
präsentiert sich sogar noch einen Tick ausgewogener als bei
Mentor
6 und dem
Vokal Centerspeaker, auch wenn die Mittenwiedergabe nach wie vor ein
kleing wenig in den Hintergrund rückt. Im Bassbereich
überraschen die
kleinen Mentor 1 und erweisen sich trotz ihrer kompakten Bauform als
überraschend vollwertig abgestimmt. Hierbei besticht sie vor
allem
bei der Reproduktion tiefer,langgezogener Töne. Das Abbilden
von
schnellen, harte Kickbass-Beats gelingt ihr zwar ebenfalls recht gut,
hier setzen jedoch andere Lautsprecher dieser Preisklasse Akzente, wie
zB. die Monitor Audio GS-10. Hohe Frequenzen gibt auch der kleinste
Spross der Mentor Familie ungemein luftig und weiträumig
wieder.
Hier ist die Verwandschaft zur Mentor 6 genauso rauszuhören,
wie
in Bezug auf das fantastische Loslösen der Schallereignisse
vom
Lautsprecher. Mit klassischer Musik gefüttert, beweisen die
Mentor
1 ihr hohes musikalisches Können und erweisen sich als
spielfreudige, dynamische Lautsprecher. Daher wundert es auch nicht,
dass sie innerhalb eines Surroundsystems einen hervorragenden Job
innerhalb der Surroundkulisse abgibt, wenn sie
die Score-Elemente
von "Fluch der Karibik" nahtlos und flüssig in
dieGesamtwiedergabe
eingliedert.
Ikon Sub:          
Möchte man anfangs meinen, der Ikon Subwoofer
müsste einen
schweren Stand innerhalb des 5.1 Sets haben (niedrigere
Lautsprecherserie, günstiger Preis), so belehrt er Einen
schnell
des Besseren: wenn die Kanonenkugeln der "Flying Dutchman" krachend auf
der "Black Pearl" einschlagen, verwöhnt er die
Gehörgänge seiner Zuhörerschaft mit sauber
herausgearbeiteten Bassattacken sowie einer guten Dynamik.
Der gebotene Tiefgang macht einem Nubert AW-1000 (20Hz, Preis 864
€) zwar keine Konkurrenz, befindet sich jedoch immerhin im
gehobenen Mittelfeld. Erfreulicherweise sind dem Dali Bassisten
Strömungsgeräusche fast völlig fremd - auch
bei extremen
Tiefbasseinlagen (Das Geisterschloss) muss man schon genau
hinhören, um leichte Unsauberkeiten zu erkennen. Der Ikon Sub
eignet sich aufgrund seiner warmen, voluminösen Spielweise am
besten für Heimkinoanwendungen, während der audiophil
veranlagte Hörer mit andersartig ausgelegten Modellen (zB. der
Dali Helicon S600 mit geschlossenem Gehäuse und
Doppelchassisbestückung) wegen der noch besseren
Impulswiedergabe,
wahrscheinlich etwas glücklicher werden dürfte. An
der
Pegelfestigkeit des Ikon Sub ist hingegen nichts auszusetzen, denn hier
schlägt sich der quadratische Bassist
äußerst wacker
und realisiert viel Schalldruck, ohne dabei überfordert zu
klingen.
Homogenität:          
Bedingt durch die akustische ähnliche Abstimmung
aller
Mentor-Lautsprecher, eröffnet sich dem Zuschauer ein
ganzheitlich-stimmiges Klangbild. Der
Subwoofer fügt
sich sehr harmonisch in die Klanglandschaft ein und passt
klanglich tadellos
zum Rest der Zusammenstellung. Dies ist für ein Surround-Set
von
enormer Wichtigkeit, schließlich müssen hier alle
Komponten
reibungslos miteinander funktionieren. Speziell
die Harmonie zwischen dem
Mentor Vokal und der Mentor 6 könnte besser kaum sein, als
Captain
Jack Sparrow im Laufe des Kapitels 12, mehrere Zwiegespräche
mit
Seinesgleichen führt. Selbst die Bildung von
Phantomschallquellen
innerhalb der drei Frontkanäle wird auf diese Art
gewährleistet, was ansonsten nur bei
Lautsprecher-Zusammenstellungen mit exakt identischen Modellen der Fall
ist. Auch im Bassbereich schenken sich die beiden Mentor-Modelle nicht
viel - hier kann man bedenkenlos sowohl den Center als auch die
Frontspeaker auf "Large" stellen und muss keine Klangeinbußen
befürchten. Etwas anders verhält sich die Situation
hinsichtlich der Anbindung der beiden Mentor1 für die
rückwärtige Beschallung, doch angesichts der
Größenunterschiede gibt sich das Dali-Ensemble auch
in
dieser Disziplin keine Blöße. Selten haben wir ein
Paar
Kompaktlautsprecher kennengelernt, welches sich innerhalb eines
Surroundsets mit großen Frontboxen, so wunderbar
unauffällig
einfügt. Wenn die Übernahmefrequenz im AV-Receiver
korrekt
justiert ist, wird man im Mittel-/Hochtonbereich mit einer sehr
gediegenen, gleichmäßigen Surroundbeschallung
verwöhnt.
Diese Performance belohnen wir mit einer 9,5 Punkte-Wertung
hinsichtlich der Surroundhomogenität, was für ein Set
mit
Stand- und Kompaktlautsprechern ein phänomenales Ergebnis
darstellt.
Pegelfestigkeit:         
Die realisierbare Lautstärke ist im oberen
Tabellenbereich
anzusiedeln, auch wenn Ausnahmekönner wie zB. die
großen
Teufel oder Nubert Systeme nochmal eins draufsetzen können.
Für 90% der Anwender sollte die Pegelfestigkeit der
Dali-Lautsprecher locker ausreichen. Unser 30m²
Hörraum
wurde jedenfalls genauso souverän beschallt, wie ein weiteres
Teststudio mit annährend 40m². Erfreulicherweise
stellt sich
auch bei voller Lautstärke keine lästige
Schärfe im
Klangbild ein, da sämtliche Schallwander im Hochtonbereich
immer
sehr gelassen und luftig agieren. Wenn das Limit erreicht wird,
beginnen lediglich die Bässe etwas an Druck bzw. Kraft zu
verlieren, außerdem stellt sich eine zunehmende
Dynamiklimitierung ein. Damit es aber so weit kommt, man es aber schon
so sehr krachen lassen, dass die Dinos aus "Jurassic Park" schon fast
mit Originallautstärke durchs Wohnzimmer stapfen (was ohnehin
nur
die wenigsten Nachbarn wirklich toll finden werden
dürften...).
Marktanalyse:
Die schwäbischen Lautsprecher kosten zwar deutlich
weniger,
können aber erstaunlich gut mithalten. Sie verfügen
sogar
über ein ausgeglicheneres Klangbild und haben
zusätzlich noch
die Möglichkeit der individuellen Feinabstimmung per
Kippschalter,
so dass die nuLines rein von der Tonalität betrachtet, einen
klaren Vorteil haben. Auch an die Bassintensität und
Pegelfestigkeit kommt das Dali-Set nicht heran. Doch die Dänen
schlagen zurück: sowohl die Auflösung im
Hochtonbereich, als
auch die Basspräzision und Raumabbildung gelingt den
Mentor-Lautsprechern hörbar besser. Dasselbe gilt auch
für
die gebotene Dynamik. Im direkten Vergleich sprechen die
Dali-Lautsprecher daher primär Hörer an, die
großen
Wert auf eine feinfühlige, sensible Klangcharakteristik legen.
Dazu passt auch, dass der Mentor Vokal eine deutlich
größere
Homogenität mit der Mentor 6 aufweist, als dies innerhalb des
Nubert Portfolios (CS-72 / nuLine 122) der Fall ist. Das Nubert-Set
bleibt auch weiterhin ein Preis-/Leistungshighlight, doch macht die
Mentor-Serie auch deutlich, wo Günther Nubert noch Luft nach
oben
hat.
Seit dem Test der GS-60 vor rund anderthalb Jahren fungiert
dieses
Modell als Maßstab seiner Klasse. Daran wird auch die Mentor
6
nichts ändern, obwohl sie kräftig am Thron
rüttelt. Der
Dali Lautsprecher klingt durch die enorm luftige Hochtondarstellung,
sowie seiner faszinierend plastischen Raumabbildung, hörbar
entspannter
als die GS-60. Für das lässige Musikhören
eignet sich
die Mentor-Serie daher besser, zumal auch der Sweetspot
größer ist. Audiophile Gemüter werden von
den
britischen Schallwandlern hingegen mehr angesprochen: sie spielen
insgesamt verbindlicher und bringen noch mehr Details ans Tageslicht.
Die Mittenwiedergabe zeigt sich bei den GS-60 ebenfalls
prägnanter, zumal ihr auch die Umsetzung von Bassimpulsen noch
etwas trockener und satter gelingt. Hinsichtlich der Feindynamik sehen
wir die GS-60 leicht vorne, die Umsetzung von grobdynamischen
Ereignissen gelingt beiden Wettbewerbern gleichermaßen
hervorragend. Obwohl der GS-LCR (Center) sich in Bezug auf
Gehäusevolumen und Chassisbestückung deutlich mehr
von den
GS-60 (Standlautsprecher) unterscheidet, als dies innerhalb des
Dali-Sets der Fall ist, so bietet er dennoch fast eine
ebenbürtige
Surroundharmonie. Betrachten wir die Kompaktlautsprecher geht das Duell
eindeutiger zu Gunsten von Dali aus: die MA GS-10 ist zwar der
leicht überlegene Solist, doch lässt er sich nicht so
nahtlos
in die
Surroundlandschaft einbinden, wie die Mentor1.
Fazit:

Für Hörer, welche die Qualität
eines Lautsprecher
nicht an vordergründigen Basseffekten messen, stellt das
Dali-Set
eine hochinteressante Offerte dar. Zwar sind die Mentor-Lautsprecher
durchaus auch für eine nachdrückliche Wiedergabe
geeignet,
doch für akustische Grobmotoriker gibt es geeignetere
Alternativen, die dann auch eine höhere Pegelfestigkeit
mitbringen. Wenn Sie jedoch von THX-Systemen (etc.) genug
haben
und auf der Suche nach neuen Klangwelten sind, wäre ein Besuch
beim Dali-Fachhändler durchaus eine lohnenswerte Idee. Die
Freude
beginnt schon beim Auspacken, schließlich treten die
Mentor-Lautsprecher optisch sehr adrett auf. Auch in klanglicher
Hinsicht verkörpern die dänischen Schallwandler
Gentleman-Qualitäten: niemals aufdringlich, aber stets
höchst
kultiviert und detailorientiert. Richtige Schwächen finden
sich
keine, fast alle Klangtugenden pendeln sich auf einem hohem Niveau ein.
Und hinsichtlich der gebotenen Räumlichkeit vermögen
die
Dali-Lautsprecher sogar neue Bestmarken zu setzen. Allerdings sollte
man solch vornehmen Zeitgenossen auch eine adäquate Zuspielung
nicht verweigern - mit übertrieben preiswert eingekauften
Komponenten stellt sich leider nur ein eingeschränkter
Hörspaß ein. Wenn hingegen eine formidable
Elektronik im
AV-Rack schlummert, eröffnet sich dem glücklichen
Besitzer
das Tor zur audiophilen Glückseligkeit.
Die Mentor-Serie bietet
detailreichen Hörgenuss mit faszinierender
Räumlichkeit.
Für audiophile Ästethen eine hervorragende Wahl.

Dali Mentor6/2/Vokal + Ikon Sub
5.1 Surroundsystem Oberklasse
Gesamtpreis 6.694 Euro
Test: 11.Dezember 2007
Preis-/Leistung:          
+ räumlich sehr dichte Spielweise
+ hervorragende Homogenität innerhalb des Sets, besonders
zwischen Center und Front
+ detaillierte Hochtonbereich
+ sehr gute Dynamik
+ solide Verarbeitung
+ hochwertiger technischer Aufbau
- Pegelfestigkeit reicht nicht ganz an Klassenspitze heran
- keine Hochglanzfurniere/lackierungen lieferbar
- es stehen lediglich Direktstrahler zur Verfügung - keine
Option auf Dipole vorhanden
- Ikon Sub bietet zwar eine solide Technik, lässt aber ein
wenig an Ausstattung vermissen
Text:
Lars Mette
Raumakustische Optimierung unserer
Studios mit Wallpanels und Absorbern von:
Unser Partner für hochwertige
Audiomöbel:

HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|