XXL Test: Dali Helicon 5.1 Surround-Set (Seite 3 von 3)
Klangwertung:

Viele Stunden intensiver Vergleiche
haben wir mit dem Dali-Set verbracht, um Ihnen möglichst
aussagekräftige Eindrücke schildern zu können. Auf
obigen Bild sehen Sie einen Direktvergleich mit der Piega TC70x, dem
Monitor Audio GS-LCR sowie dem Centerspeaker auf JmLabs Electra Serie.
Folgende Aufstellungsempfehlungen können wir Ihnen bezüglich
des Dali Surround-Sets geben. Bitte beachten Sie, dass wir die
nachfolgenden Klangeindrücke auf Basis unserer Testkriterien
verfasst haben. Wenn Sie möchten, können Sie diese hier nachlesen.
- Obwohl die Lösung mit der Subwoofer/Center-Kombination in
unserem Raum sehr gut funktioniert hat, sollten Sie sich aber nicht
dazu "gezwungen" sehen, diese Option auf Biegen und Brechen ebenfalls
zu nutzen. Je nach Raumgeometrie kann es durchaus sinnvoller sein, die
beiden Komponenten getrennt voneinander aufzustellen.
- Damit die Helicon 400 ihre Stereoqualitäten optimal entfalten
können, sollte man sie möglichst wenig anwinkeln und fast
gerade am Hörplatz "vorbeistrahlen" lassen. Außerdem ist so
die Effektverteilung/Ortung auch im Surroundbetrieb besser.
- Die W200 sollten unbedingt direkt an der Wand montiert werden, so wie
es auch der Hersteller vorsieht. Freistehend auf einem Ständer
funktioniert das Wirkungsprinzip der W200 im Grundton- und Bassbereich
nicht richtig. Bevor Sie diese Lautsprecher fest anbringen,
experimentieren Sie mit der richtigen Höhe und dem Abstand
untereinander. Wir haben die W200 als sehr potenten Lautsprecher
kennengelernt, der auch bei etwas größeren Abständen
noch für einen raumfüllende Surroundkulisse sorgen kann und
nicht so schnell untergeht. Scheuen Sie sich also nicht, die W200 ruhig
mal etwas höher und weiter auseinander laufen zu lassen.
- Bass-Management: natürlich ist die diesbezügliche Justage
extrem raumabhängig, aber es groben Richtwert haben wir in 3
verschiedenen Räumen jeweils die besten Ergebnisse bei einer
kompletten Trennung aller(!) Komponenten bei einer einheitlichen
Frequenz zwischen 60 und 80Hz. Hierdurch stieg die Homogenität und
Pegelfestigkeit des gesamten Surroundsets bei unseren Tests.
Frontlautsprecher Helicon400:          
Mit bravourösen Leistungen katapultierten sich die beiden
Frontlautsprecher geradezu in die Gunst unserer Redaktion. Die
Helicon400 durchleuchten jeden Frequenzbereich mit einer akribischen
Genauigkeit, dennoch vermitteln sie stets einen Klangcharakter der von
Natürlichkeit und Harmonie geprägt ist. Besonders die
Luftigkeit im Hochtonbereich steht den Schallwandlern dabei sehr gut zu
Gesicht. Generell zeigt sich die Helicon 400 als ganzheitlich sensibel
sowie feinnervig abgestimmt. Sie will keine plumpe Effektorgie mit
künstlichen Bässen und einer aufgedunsenen Räumlichkeit
bietet, sondern fokussiert eine atmosphärisch dichte, aber
glaubhafte Vorstellung. Die innere Zusammengehörigkeit der Musik
wird nicht auseinandergenommen, sondern von ihrer schönsten Seite
präsentiert. Lediglich im Bassbereich würde wir uns bei
manchen Stücken eine etwas entschlossenere Herangehensweise
wünschen. Hier befindet sich Dali knapp hinter den vergleichbaren
Produkten von Nubert, Quadral oder Monitor Audio. Die gebotene
Präzision kann dabei durchaus überzeugen, es fehlt hingegen
etwas an Schwärze und Bassdruck. Mit einem hervorragendem
Subwoofer wie zB. dem A.C.T. AL4x3 kann man den Dalis in dieser
Beziehung jedoch sehr gut unter die Arme greifen, zumal der gebotene
Tiefgang zwar sehr ordentlich, aber nicht rekordverdächtig
erscheint. Ihre Fans sucht die Helicon 400 somit nicht unbedingt im
Lager der Bassfetischisten, sondern offenbart ihre Stärken in
anderen Bereichen. Die antrittsfreudige Dynamik wäre hierbei
genauso zu nennen, wie die hervorragenden Attribute hinsichtlich Timing
und Plastizität. Extrem gute Zensuren kann sich die Helicon 400
mit ihrem Hochtönergespann einheimsen. Mit Sicherheit ist die
Helicon 400 nicht die einzige Box ihrer Preisklasse, die mit einem
hohem Detaillierungsvermögen aufwarten kann. Insbesondere die
Monitor Audio GS-60 entpuppt sich als harter Gegner und lässt sich
diesbezüglich nicht abschütteln. Der große Unterschied
beider Kontrahenten liegt in der Gesamtabstimmung. Hier gelingt es der
Helicon400, eine äußerst gelungene Kombination, aus
Informationsdichte und Lässigkeit miteinander zu verweben. Diese
Tugend kennen wir in der Form nur von hochpreisigeren Kontrahenten, wie
beispielweise einer Isophon EuropaII. Die Dali erlaubt somit
gleichermaßen das entspannte, stundenlange Hören als auch
die Suche nach versteckten Klangdetails. Dieser unaufdringliche, aber
zugleich tiefgründige Charakter ist einer der wesentlichen
Hauptmerkmale einer Dali Helicon 400. Auch hinsichtlich der gebotenen
Tiefenstaffelung markiert die Helicon 400 ein sehr hohes Niveau und
bildet auch komplex aufgebaute Musik sehr strukturiert im Hörraum
ab. Speziell Freunde von klassischer Musik dürften von den
Dänen angetan sein und sich an der breiten Klangbühne
erfreuen, wo jedes Musikinstrument mit leidenschaftlicher
Präzision eingearbeitet wird und sehr viel für das insgesamt
emotional-berührende Klangerlebnis beiträgt.
Center C200:          
Der C200 weist in allen wesentlichen Punkten die gleichen
Eigenschaften der Helicon400 auf und bietet somit eine ebenfalls
hervorragende Performance. Aufgrund der exzellenten Qualitäten in
Bezug auf die Anforderungen eines Centerspeakers
(Sprachverständlichkeit, Abstrahlverhalten) haben wir ihm sogar
eine höhere Wertung zukommen lassen, als den Helicon400. Wir sind
der Ansicht, dass der Center in Anbetracht seines Volumens und des
niedrigeren Preises einer besonderen Würdigung bedarf. Durch die
akustische Verwandschaft zur Helicon 400 zählt auch der C200 nicht
zu den kräftig-voluminösen Vertretern seiner Gattung. Er darf
sich jedoch damit rühmen, als absoluter Filigrantechniker und
talentierters Universaltalent als einer der weltweit besten
Centerspeaker angesehen zu werden. Er stellt die Charakteristiken von
Stimmen mit brillantem Feinschliff heraus und ist um eine absolut
realistische Klangcharakteristik bemüht. Durch die plastische,
losgelöste Spielweise entsteht ein hervorragender Raumeindruck.
Man hat beim Hören nicht nur das Gefühl, einer teilnahmslosen
Wiedergabe der Protagonisten zu lauschen, sondern fühlt sich
(durch die lebendige Abbildung) als elementarer Bestandteil direkt in
den Film hineinversetzt. Großen Applaus erntet der C200 vom
gesamten Auditorium für seine überraschend gute
Abstrahlcharakteristik. Die zugrundeliegende D'Appolio Anordnung weist
zwar nach wie vor einen Nachteil gegenüber Konstruktionen mit
vertikal angeordneter Hoch-/Mitteltoneinheit auf, doch im Vergleich zum
Isophon Solaris (ca. 3.100 Euro) muss sich der W200 nur knapp
geschlagen geben. Somit kommen auch Zuhörer weit außerhalb
des idealen Abstrahlbereiches (+- 10 Grad um die Mittelachse) in den
Genuss einer verfärbungsarmen und authentischen Darbietung. Der
C200 kam nicht nur nicht mit Filmmaterial hervorragend zurecht, sondern
beweis auch bei musikalischen Anwendungen sein großes
Können. Sowohl bei gut abgemischten Konzert-DVDs, als auch der
Wiedergabe von Musikmaterial per Dolby ProLogic2x bzw. DTS Neo:6, zeigt
der dänische Centerspeaker seine (im positiven Sinne) nahe
Verwandschaft zur Helicon400. Die fließend rythmische Spielweise
liegt dem Mittelstürmer dabei genauso in den Genen wie die
große Extraportion Charisma und Feingefühl.
Rearspeaker W200:          
Die beiden W200 versorgen die hinteren Kanäle und
bewerkstelligen
dies in einer beeindruckenden Manier. Wir müssen annerkennend
festellen, keine vergleichbaren Produkte zu kennen, die einen
ähnlich erwachsenen Klang aus einem derart kleinen Gehäuse
fabrizieren können. Bis hinunter zum Grundtonbereich merkt man der
W200 schlichtweg so gut wie nicht an, dass es sich hier lediglich um
einen
kompakten Rearspeaker handelt. Das gebotene Volumen und die
hervorragend losgelöste Darstellung haben uns mehr als nur einmal
verblüfft. Die W200 sorgen für ein großes
Surroundpanorama und verteilen Effekte weitläufig im Hörraum.
Außerdem sind wir über das hohe Maß an feindynamische
Raffinesse begeistert, die mit sanft einsetzenden Musicscores keinerlei Probleme
hat und stets gefühlvoll dosiert, in die Wiedergabe einbindet.
Subwoofer S600:          
Das hohe Niveau des Dali-Sets wird auch beim Subwoofer fortgesetzt.
Der S600 überzeugt mit einer insgesamt überdurchschnittlichen
Performance und sichert sich speziell bei musiklastigem Material
Bestnoten. Er spielt im Frequenzbereich zwischen 40 und 100Hz mit
extremer Präzision und kommt dabei sogar der absoluten Referenz
(A.C.T. AL4x4 DSP, 4.000€) gefährlich nahe. Dali hat es
geschafft, einen Subwoofer zu liefern, der sehr differenziert
aufspielt. Bei manch anderen Tieftonspezialisten erlangt man schnell
den Eindruck einer eher mühsamen Auseinandersetzung mit
verschiedenartigen Bass-Impulsen, schließlich sind viele
Subwoofer vornehmlich auf langgezogene Tiefstbass-Filmeffekte ausgelegt
und verwässern die Basswiedergabe bei Konzert-DVDs in relativ
großem Umfang. Ganz anders hingegen der S600: die
trocken-präzise Spielweise steht jeder Anwendung gut zu Gesicht,
lediglich hartgesottene Bassfanatiker dürften den letzten
Nachdruck im allertiefstem Frequenzbereich vermissen, den
beispielsweise der gigantische Teufel M12000 selbst bei höchsten
Pegeln noch liefert. Der gebotene Tiefgang des S600 liegt jedoch
immerhin fast auf dem Niveau des deutlich voluminöseren Nubert
AW-1500, so dass man hier angesichts seiner wohnraumfreundlichen
Abmessungen durchaus von einer sehr respektablen Leistung sprechen
darf. Dem Dali Subwoofer gelingt die Abstufung unterschiedlicher
Basseffekte hingegen nicht nur sorgfältiger/impulstreuer, sondern
auch mit einer sensibleren dynamischen Einflechtung. Durch seine
Spielweise passt er klanglich hervorragend zu den restlichen
Dali-Komponenten und lässt sich (mit ein wenig Feinarbeit)
hervorragend mit jedem einzelnem Lautsprecher abstimmen, so dass die
Übergange im Bassbereich sehr flüssig ineinander
übergehen. Ein weiterer großer Vorteil des S600 liegt in der
raumfüllenden, praktisch nicht ortbaren Bassentfaltung. Auch
wenn wir nach wie vor die Benutzung von 2 Subwoofern grundsätzlich
empfehlen, um Bassverteilung und Raumanregung zu verbessern, so kommt
der Dali S600 diesem Zustand doch schon erstaunlich nahe. Hier scheinen
sich die beiden gegenläufigen Bass-Chassis zu bewähren, denn
besonders bei Aufstellung in Raummitte mit darüberliegendem Center
vermag der S600 durch Konturenreichtum und Bassintensität zu
überzeugen.
Surround-Homogenität:          
Schließen Sie aus der Wertung nicht Falsches: obwohl das
Dali-Set knapp an der Höchtpunktzahl vorbeischrammt, ist es einer
der harmonischsten aufspielenden Surroundsysteme, die wir jemals
kennengelernt haben. Ganz besonders die tonale Übereinstimmung
innerhalb der Frontlinie (Center/Front) darf getrost als absolute
Referenz betrachtet werden und überflügelt diesbezüglich
sogar die weitaus kostspieligere Isophon EuropaII/Solaris Kombination.
Ein verzügliches Beispiel hierfür stellt die Anfangssequenz
von "Kill Bill Vo.1" dar: während (der in Teil 1 noch
gesichtslose) Bill auf den Dielen der kleinen Kirche umherschreitet,
gelingen dem Dali-Set die Übergänge innerhalb der vorderen
Achse ausgezeichnet - es ist sehr schwierig, die Fußstpafen immer
mit der gleichen Klangfarbe wiederzugeben, viele andere Surround-Sets
zeigen hier deutlich schlechtere Leistungen.
Doch warum bekommt das Helicon Set nun trotzdem "nur" eine 9,0er
Wertung ? Nun - die Antwort ist ebenso einfach wie einleuchtend: auch
ein Ausnahmetalent wie der C200 kann die Physik nicht austricksen und
eine vollkommene Harmonie mit deutlich größeren Standboxen
herstellen. Es bedarf schlichtweg mehr Gehäusevolumen sowie
Membranfläche, um im tieffrequenten Bereich einen wirklich
flüssigen Übergang bei kreisenden basslastigen
Surroundeffekten zu gewährleisten. Sicherlich könnte man nun
für die rückwärtigen Kanäle eine Bassumleitung zum
Subwoofer im AV-Receiver hinterlegen, doch kaum ein System ist beim LFE
wirklich auf eine neutrale Wiedergabe ausgerichtet. Über 90% aller
Anwender bzw. Einmesssysteme tendieren zu einer starken
Überhöhung der LFE-Wiedergabe, mit dem Ergebniss dass
Actionsequenzen mehr Fundament und Wuchtigkeit bekommen. Dies ist auch
keineswegs verwerflich, denn auch die AREADVD Redaktion präferiert
solch eine Charakteristik durchaus. Nachteilig bei einem solchen
Vorgehen ist es jedoch, wenn einer der "normalen" Kanäle seine
Bassanteile an den überhöht eingestellten Tieftonspezialisten
abgibt. Die Folge: je nach Trennfrequenz erscheinen die Bassanteile der
Rearkanäle nun auf einmal unproportional laut und stören
dadurch die Harmonie innerhalb der Surroundkulisse. Diese Problematik
betrifft sellbstverständlich nicht nur das Dali-Set, sondern ist
eine grundsätzliche Thematik, welche bei größeren
Volumendifferenzen innerhalb der Lautsprecher eines jeden beliebigen
Surroundsets automatisch auftritt. Bei Einsteiger- oder Mittelklasse
Systemen sind solche Aspekte durchaus verschmerzbar, doch bei einer 5.1
Zusammenstellung auf hohem Niveau können wir hier nicht guten
Gewissens von einer perfekten Homogenität sprechen. In Anbetracht
dieser Tatsache erzielt das Set jedoch ein beeindruckendes
Teilergebnis, welches wahrscheinlich von einem ähnlich
konzipiertem Alternativprodukt in absehbarer Zeit nicht mehr erreicht
wird. Man könnte es auch anders ausdrücken: anspruchsvolle
Anwender, die für die hinteren Kanäle auf kompakte
Lösungen angewiesen sind, kommen derzeit an dem Dali Helicon Set
nur schwerlich vorbei und werden wohl kaum eine bessere Lösung
finden, als in den dänischen Schallwandlern.
Pegelfestigkeit und Dynamik:          
Ohne
groben Ausrutscher durchläuft das dänische Surroundset unsere
harten Pegeltests. Mit einer hohen Souveränität wird eine
intensive Akustik aus dem Ärmel geschüttelt, die bei
Lautsprechern mit audiophilem Charakter ansonsten eher selten
anzutreffen ist. Das Dali-Set empfiehlt sich somit nicht nur für
Anwender, die generell gerne mal ein sehr intensives Hörerlebnis
wünschen, sondern auch für den Einsatz innerhalb
größerer Lokalitäten. Selbst ein 40m² Hörraum
wird mit einer voluminösen und überlegenen Klangkulisse
gefüllt, so dass in der Praxis eigentlich alle Pegelwünsche
befriedigt werden sollten. Für Anwender, die noch heftiger, noch
unvermittelter und brutaler am Filmerlebnis teilhaben wollen,
bleibt nur noch der Griff zu einem THX-Ultra System vom Schlage eines
Teufel Theater 10. Die Surroundspezialisten aus Berlin haben ihr
Vorzeigeprodukt mit einer derartigen Pegelfestigkeit gesegnet, dass die
unvermittelt-kraftvolle Umsetzung von heftigen Actionsequenzen als
absoluter Maßstab anzusehen ist. Das Helicon-Set nimmt
natürlich trotzdem einen Spitzenplatz innerhalb dieser Kategorie
ein und kontert die THX-typischen Klangcharakteristiken mit einer
überlegenen Detailauflösung und höherer
Musikalität. Wären Frontspeaker und Center für eine 9,5
Punkte Wertung gut, so sind es Rearspeaker und Subwoofer, welche die
Pegelhatz limitieren. In Anbetracht ihrer Kunstruktionsart und
Gehäusegröße vollbringen die W200 Erstaunliches, doch
je nach Einstellung des Bass-Managements verlieren sie bei sehr hohen
Lautstärken etwas von ihrer leichtfüßigen Spielweise.
Basseffekte verlieren etwas an Substanz und werden mit geringerer
Genauigkeit abgebildet. Einzeln betrachtet schlägt sich die W200
äußerst wacker, nur in Kombination mit der überlegenen
Frontbestückung kann sie schlichtweg nicht ganz mithalten und
erreicht früher ihre Grenzen. Dies ist insofern auch nicht weiter
tragisch, weil der Subwoofer S600 ebenfalls keine neue Bestmarke in
Bezug auf den maximalen Schalldruck aufstellt. Das Star Wars Podrace
setzt er fulminant und energisch um, doch wenn extreme
Tiefstbasssequenzen (Das Geisterschloss) bei sehr hohen Pegeln
abgerufen werden, zeigen Bassreflex-Konstruktionen wie der Nubert
nuLine AW-1500 ihre konstruktiven Vorteile. Wer aber nicht grade mit
abartigen Pegeln auf Geisterjagd geht, oder den halben Straßenzug
mit Musik beschallen möchte, der erhält mit dem Dali-Set
stets eine absolut stimmige Gesamtakustik, welche von hoher
Präzision und dynamischer Performance geprägt ist.
Marktanalyse:
Monitor Audio Gold Signature 4xGS-60 + GS-LCR (5.0 Set; ca. 6.800 €)
Die Preisklassenreferenz von Monitor Audio gleicht dem Helicon-Set
in
vielen akustischen Charakteristiken. Beide sind nicht darauf aus, ihre
Zuhörerschaft mit einer stumpfen Effektorgie für sich zu
gewinnen, sondern buhlen mit feingeistigen Eigenschaften und
audiophiler Detailarbeit um die Gunst des Zuschauers. Die GS-60
gefällt uns durch ihre größere Basspräzision und
famose Tiefenstafflung als Stereolautsprecher in manchen Aspekten etwas besser,
andererseits triumphiert Dali in Bezug auf die Center-Homogenität
und den hervorragenden Subwoofer (der GS-Subwoofer ist derzeit noch
nicht erhältlich). Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den
Rearspeakern ab, denn obwohl Monitor Audio mit der GS-10 und den GS-FX
zwei hervorragende Komponenten im Portfolie hat, so können sie dem
W200 sowohl in Klangharmonie und Platzbedarf keine wirklich Alternative
entgegensetzen. Insgesamt beweist die Gold Signature-Serie bei diesem
Vergleich jedoch erneut seine absolute Ausnahmestellung. Einzeln
betrachtet braucht sich keine Konstruktion in akustischer Hinsicht vor
den Dalis zu verstecken - und auch in Bezug auf Optik und
Verarbeitungsqualität lassen sich die (günstigeren) Briten
nicht die Butter vom Brot nehmen.

Isophon EuropaII, Solaris, Galileo (7.0 Set; ca. 19.000 €)
Der Vergleich mit unserem absoluten Referenzsystem aus dem Hause
Isophon ist für beinahe jeden Mitbewerber eine undankbare
Aufgabe, und da macht auch das Helicon-Set keine Ausnahme. Bei
ähnlicher Komponentenbestückung trennen beide Systeme nicht
nur mehrere tausend Euro, sondern auch klangliche Dimensionen. Das Isophon-Set
besitzt zwar nicht ganz die faszinierende Homogenität innerhalb
der einzelnen Lautsprecher, bietet jedoch den nochmals
feinfühligeren und facettenreicheren Klang. Wir kennen bislang
kein anderes Surroundset, welches DVDs derart lebendig und authentisch
zum Leben erweckt - zusammen mit einer hervorragenden Elektronik kann
man derzeit wohl kaum besser in einen Film eintauchen. An
letztgenanntem Punkt liegt jedoch auch eine der beiden Schwachstellen
der Isophöner: der Bedarf an Endstufenpower liegt deutlich
über dem, der recht genügsamen Dalis. Dies treibt die
Preisdifferenz des kompletten Systemes noch weiter nach oben. In Bezug
auf Optik bzw. Wohnraumfreundlichkeit gehen die Dalis ebenfalls in
Führung, denn trotz Chromblende und Wunschfurnieren sieht man den
Isophon-Boxen schon auf dem ersten Blick an, dass sie keinen
Schönheitspreis gewinnen wollen, sondern dafür lieber
akustische Höchstleistungen bieten.

Focal JmLab Electra BE (5.1 Set; ca. 14.000 €)
Auch der französche Boxenbauer
Focal fertigt vom Chassis bis zum Gehäuse fast alles in
Eigenregie. Mit dem Berrylium Hochtöner haben sie ihrer
Oberklasse-Serie "Electra" einen technisch sehr interessanten
Hochtöner mit auf den Weg gegeben, und auch ansonsten finden sich
viele Anleihen der sündig-traumhaften "Utopia" Reihe. Trotzdem
kommt dieses Set nicht ganz an manche Qualiten des Dali-Ensembles
heran. Insbesondere die Tonalität weist nicht ganz die Harmonie
der dänischen Mitbewerber auf. Da reicht es leider nicht, dass die
Electras durch eine hervorragende Hochtondurchzeichnung und eine enorme
Pegelfestigkeit noch zwei Trümpfe im Ärmel haben. Dazu kommt
noch, dass sie leider nicht ganz so unproblematisch in Bezug auf
Aufstellung und Verstärkerkompatibilität sind. Ohne Frage
gehört Focal zu einer der fähigsten Lautsprecherhersteller,
doch uns hat insbesondere die "Chorus" Produktlinie mehr
überzeugen können.

Wharfedale Opus (5.1 Set; ca. 8.500 €)
Dank großer Gemeinsamkeiten in Bezug auf Gehäuseform und
Oberflächenbeschaffenheit liegen Wharfedale und Dali in optischer
Hinsicht fast gleichauf. Die akustische Ausrichtung könnte
hingegen unterschiedlicher kaum sein, denn während wir die Dalis
als detail- und hochtonorientiert einstufen, sind die Opus-Lautsprecher
eher mit einer warmen Klangausrichtung ausgestattet. Demzufolge sind
die grundsätzlichen Unterschiede bereits groß genug, um
potentielle Käufer relativ schnell entscheiden zu lassen. Der
hervorragende Tri-Center kann es mit dem Helicon C200 hinsichtlich
Abbildungsqualität und Homogenität sehr gut aufnehmen,
allerdings geht das Duell der Subwoofer eindeutig zu Gunsten von Dali
aus. Der S600 geht noch entschlossener zur Sache geht Klangstrukturen im
Tiefstbassbereich mit mehr Akribie zur Sache. Die Pegelfestigkeit
befindet sich bei beiden Kontrahenten auf einem vergleichbaren Niveau,
was jedoch deutlich für eine Investition in die dänischen
Schallwandler spricht, ist die deutlich größere
Produktpalette - speziell im Kompakt- und Rearspeakerbereich.
Fazit:

"...Dänen lügen nicht..." wusste schon Otto Waalkes, als
er im Jahr 2001 ein humoristisches Lied über die Ehrlichkeit der
Südskandinavier verfasste. Doch damit könnte er eigentlich
auch die Klangcharakteristik des hier vorgestellten Surroundsets
gemeint haben, schließlich zählen die Helicons zu den direkt
und unvermittelt aufspielenden Vertretern Ihrer Gattung.
Schönfärberische Akzente sucht der geneigte Käufer
vergebens - die Dalis streben eine direkte 1:1 Umsetzung des
Quellmaterials an. Das zum Test angetretene Dali Sextett leistet sich
in keiner Disziplin einen Patzer und liefert eine beeindruckende
Vorstellung ab. Besonders die informationsreiche Hochtonwiedergabe und
exzellente Surroundhomogenität zählen zu den Besten ihrer
Klasse. In diesem Zusammenhang möchten wir noch einmal ganz
speziell die famose Leistung der On-Wall Rearspeaker lobend
erwähnen, die diesem Set eine Ausnahmestellung bescheren.
Ebenfalls hervorragend: Dali's Subwoofer S600, der nicht nur eine
trickreiche Chassisbestückung aufweist und klanglich
überzeugt, sondern auch als raffinierte Centerhalterung benutzt
werden kann. Fehlende Innovationsfreudigkeit kann man den Dänen
jedenfalls nicht vorwerfen, genausowenig wie mangelndes
Qualitätsdenken: die Verarbeitung des gesamten Surroundsets ist
als vorbildlich anzusehen und überzeugt selbst kritische
Zeitgenossen. Zusammenfassend können wir also festhalten, dass die
Dali-Helicon Serie Klang, Technik und Optik auf hohem Niveau
miteinander vereint - Heimkinoherz, was willst Du mehr ?
Danish Dynamite: das Dali Helicon Surroundset schlägt bei anspruchsvollen Akustikgourmets gnadenlos ein.
Dali Helicon400/C200/W200/S600 Set; Preis 11.150 Euro
5.1 Surroundset; Kategorie: Oberklasse
Preis-/Leistung:          
+ sehr kultivierter, facettenreicher Klang
+ hervorragende Harmonie zwischen den Lautsprechern
+ gute Pegelfestigkeit
+ präziser Subwoofer
+ beeindruckende Verarbeitungsqualität
- Ausstattungsmängel beim Subwoofer
- geringe Auswahl an Oberflächenvariationen
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Redaktion: Lars Mette
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