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XXL Test: Dali Helicon 5.1 Surround-Set (Seite 3 von 3)
Klangwertung:


Viele Stunden intensiver Vergleiche haben wir mit dem Dali-Set verbracht, um Ihnen möglichst aussagekräftige Eindrücke schildern zu können. Auf obigen Bild sehen Sie einen Direktvergleich mit der Piega TC70x, dem Monitor Audio GS-LCR sowie dem Centerspeaker auf JmLabs Electra Serie. Folgende Aufstellungsempfehlungen können wir Ihnen bezüglich des Dali Surround-Sets geben. Bitte beachten Sie, dass wir die nachfolgenden Klangeindrücke auf Basis unserer Testkriterien verfasst haben. Wenn Sie möchten, können Sie diese hier nachlesen.

- Obwohl die Lösung mit der Subwoofer/Center-Kombination in unserem Raum sehr gut funktioniert hat, sollten Sie sich aber nicht dazu "gezwungen" sehen, diese Option auf Biegen und Brechen ebenfalls zu nutzen. Je nach Raumgeometrie kann es durchaus sinnvoller sein, die beiden Komponenten getrennt voneinander aufzustellen.

- Damit die Helicon 400 ihre Stereoqualitäten optimal entfalten können, sollte man sie möglichst wenig anwinkeln und fast gerade am Hörplatz "vorbeistrahlen" lassen. Außerdem ist so die Effektverteilung/Ortung auch im Surroundbetrieb besser.

- Die W200 sollten unbedingt direkt an der Wand montiert werden, so wie es auch der Hersteller vorsieht. Freistehend auf einem Ständer funktioniert das Wirkungsprinzip der W200 im Grundton- und Bassbereich nicht richtig. Bevor Sie diese Lautsprecher fest anbringen, experimentieren Sie mit der richtigen Höhe und dem Abstand untereinander. Wir haben die W200 als sehr potenten Lautsprecher kennengelernt, der auch bei etwas größeren Abständen noch für einen raumfüllende Surroundkulisse sorgen kann und nicht so schnell untergeht. Scheuen Sie sich also nicht, die W200 ruhig mal etwas höher und weiter auseinander laufen zu lassen.
 
- Bass-Management: natürlich ist die diesbezügliche Justage extrem raumabhängig, aber es groben Richtwert haben wir in 3 verschiedenen Räumen jeweils die besten Ergebnisse bei einer kompletten Trennung aller(!) Komponenten bei einer einheitlichen Frequenz zwischen 60 und 80Hz. Hierdurch stieg die Homogenität und Pegelfestigkeit des gesamten Surroundsets bei unseren Tests.
Frontlautsprecher Helicon400:  

Mit bravourösen Leistungen katapultierten sich die beiden Frontlautsprecher geradezu in die Gunst unserer Redaktion. Die Helicon400 durchleuchten jeden Frequenzbereich mit einer akribischen Genauigkeit, dennoch vermitteln sie stets einen Klangcharakter der von Natürlichkeit und Harmonie geprägt ist. Besonders die Luftigkeit im Hochtonbereich steht den Schallwandlern dabei sehr gut zu Gesicht. Generell zeigt sich die Helicon 400 als ganzheitlich sensibel sowie feinnervig abgestimmt. Sie will keine plumpe Effektorgie mit künstlichen Bässen und einer aufgedunsenen Räumlichkeit bietet, sondern fokussiert eine atmosphärisch dichte, aber glaubhafte Vorstellung. Die innere Zusammengehörigkeit der Musik wird nicht auseinandergenommen, sondern von ihrer schönsten Seite präsentiert. Lediglich im Bassbereich würde wir uns bei manchen Stücken eine etwas entschlossenere Herangehensweise wünschen. Hier befindet sich Dali knapp hinter den vergleichbaren Produkten von Nubert, Quadral oder Monitor Audio. Die gebotene Präzision kann dabei durchaus überzeugen, es fehlt hingegen etwas an Schwärze und Bassdruck. Mit einem hervorragendem Subwoofer wie zB. dem A.C.T. AL4x3 kann man den Dalis in dieser Beziehung jedoch sehr gut unter die Arme greifen, zumal der gebotene Tiefgang zwar sehr ordentlich, aber nicht rekordverdächtig erscheint. Ihre Fans sucht die Helicon 400 somit nicht unbedingt im Lager der Bassfetischisten, sondern offenbart ihre Stärken in anderen Bereichen. Die antrittsfreudige Dynamik wäre hierbei genauso zu nennen, wie die hervorragenden Attribute hinsichtlich Timing und Plastizität. Extrem gute Zensuren kann sich die Helicon 400 mit ihrem Hochtönergespann einheimsen. Mit Sicherheit ist die Helicon 400 nicht die einzige Box ihrer Preisklasse, die mit einem hohem Detaillierungsvermögen aufwarten kann. Insbesondere die Monitor Audio GS-60 entpuppt sich als harter Gegner und lässt sich diesbezüglich nicht abschütteln. Der große Unterschied beider Kontrahenten liegt in der Gesamtabstimmung. Hier gelingt es der Helicon400, eine äußerst gelungene Kombination, aus Informationsdichte und Lässigkeit miteinander zu verweben. Diese Tugend kennen wir in der Form nur von hochpreisigeren Kontrahenten, wie beispielweise einer Isophon EuropaII. Die Dali erlaubt somit gleichermaßen das entspannte, stundenlange Hören als auch die Suche nach versteckten Klangdetails. Dieser unaufdringliche, aber zugleich tiefgründige Charakter ist einer der wesentlichen Hauptmerkmale einer Dali Helicon 400. Auch hinsichtlich der gebotenen Tiefenstaffelung markiert die Helicon 400 ein sehr hohes Niveau und bildet auch komplex aufgebaute Musik sehr strukturiert im Hörraum ab. Speziell Freunde von klassischer Musik dürften von den Dänen angetan sein und sich an der breiten Klangbühne erfreuen, wo jedes Musikinstrument mit leidenschaftlicher Präzision eingearbeitet wird und sehr viel für das insgesamt emotional-berührende Klangerlebnis beiträgt.

Center C200:

Der C200 weist in allen wesentlichen Punkten die gleichen Eigenschaften der Helicon400 auf und bietet somit eine ebenfalls hervorragende Performance. Aufgrund der exzellenten Qualitäten in Bezug auf die Anforderungen eines Centerspeakers (Sprachverständlichkeit, Abstrahlverhalten) haben wir ihm sogar eine höhere Wertung zukommen lassen, als den Helicon400. Wir sind der Ansicht, dass der Center in Anbetracht seines Volumens und des niedrigeren Preises einer besonderen Würdigung bedarf. Durch die akustische Verwandschaft zur Helicon 400 zählt auch der C200 nicht zu den kräftig-voluminösen Vertretern seiner Gattung. Er darf sich jedoch damit rühmen, als absoluter Filigrantechniker und talentierters Universaltalent als einer der weltweit besten Centerspeaker angesehen zu werden. Er stellt die Charakteristiken von Stimmen mit brillantem Feinschliff heraus und ist um eine absolut realistische Klangcharakteristik bemüht. Durch die plastische, losgelöste Spielweise entsteht ein hervorragender Raumeindruck. Man hat beim Hören nicht nur das Gefühl, einer teilnahmslosen Wiedergabe der Protagonisten zu lauschen, sondern fühlt sich (durch die lebendige Abbildung) als elementarer Bestandteil direkt in den Film hineinversetzt.  Großen Applaus erntet der C200 vom gesamten Auditorium für seine überraschend gute Abstrahlcharakteristik. Die zugrundeliegende D'Appolio Anordnung weist zwar nach wie vor einen Nachteil gegenüber Konstruktionen mit vertikal angeordneter Hoch-/Mitteltoneinheit auf, doch im Vergleich zum Isophon Solaris (ca. 3.100 Euro) muss sich der W200 nur knapp geschlagen geben. Somit kommen auch Zuhörer weit außerhalb des idealen Abstrahlbereiches (+- 10 Grad um die Mittelachse) in den Genuss einer verfärbungsarmen und authentischen Darbietung. Der C200 kam nicht nur nicht mit Filmmaterial hervorragend zurecht, sondern beweis auch bei musikalischen Anwendungen sein großes Können. Sowohl bei gut abgemischten Konzert-DVDs, als auch der Wiedergabe von Musikmaterial per Dolby ProLogic2x bzw. DTS Neo:6, zeigt der dänische Centerspeaker seine (im positiven Sinne) nahe Verwandschaft zur Helicon400. Die fließend rythmische Spielweise liegt dem Mittelstürmer dabei genauso in den Genen wie die große Extraportion Charisma und Feingefühl.

Rearspeaker W200:  

Die beiden W200 versorgen die hinteren Kanäle und bewerkstelligen dies in einer beeindruckenden Manier. Wir müssen annerkennend festellen, keine vergleichbaren Produkte zu kennen, die einen ähnlich erwachsenen Klang aus einem derart kleinen Gehäuse fabrizieren können. Bis hinunter zum Grundtonbereich merkt man der W200 schlichtweg so gut wie nicht an, dass es sich hier lediglich um einen kompakten Rearspeaker handelt. Das gebotene Volumen und die hervorragend losgelöste Darstellung haben uns mehr als nur einmal verblüfft. Die W200 sorgen für ein großes Surroundpanorama und verteilen Effekte weitläufig im Hörraum. Außerdem sind wir über das hohe Maß an feindynamische Raffinesse begeistert, die mit sanft einsetzenden Musicscores keinerlei Probleme hat und stets gefühlvoll dosiert, in die Wiedergabe einbindet.

Subwoofer S600:

Das hohe Niveau des Dali-Sets wird auch beim Subwoofer fortgesetzt. Der S600 überzeugt mit einer insgesamt überdurchschnittlichen Performance und sichert sich speziell bei musiklastigem Material Bestnoten. Er spielt im Frequenzbereich zwischen 40 und 100Hz mit extremer Präzision und kommt dabei sogar der absoluten Referenz (A.C.T. AL4x4 DSP, 4.000€) gefährlich nahe. Dali hat es geschafft, einen Subwoofer zu liefern, der sehr differenziert aufspielt. Bei manch anderen Tieftonspezialisten erlangt man schnell den Eindruck einer eher mühsamen Auseinandersetzung mit verschiedenartigen Bass-Impulsen, schließlich sind viele Subwoofer vornehmlich auf langgezogene Tiefstbass-Filmeffekte ausgelegt und verwässern die Basswiedergabe bei Konzert-DVDs in relativ großem Umfang. Ganz anders hingegen der S600: die trocken-präzise Spielweise steht jeder Anwendung gut zu Gesicht, lediglich hartgesottene Bassfanatiker dürften den letzten Nachdruck im allertiefstem Frequenzbereich vermissen, den beispielsweise der gigantische Teufel M12000 selbst bei höchsten Pegeln noch liefert. Der gebotene Tiefgang des S600 liegt jedoch immerhin fast auf dem Niveau des deutlich voluminöseren Nubert AW-1500, so dass man hier angesichts seiner wohnraumfreundlichen Abmessungen durchaus von einer sehr respektablen Leistung sprechen darf. Dem Dali Subwoofer gelingt die Abstufung unterschiedlicher Basseffekte hingegen nicht nur sorgfältiger/impulstreuer, sondern auch mit einer sensibleren dynamischen Einflechtung. Durch seine Spielweise passt er klanglich hervorragend zu den restlichen Dali-Komponenten und lässt sich (mit ein wenig Feinarbeit) hervorragend mit jedem einzelnem Lautsprecher abstimmen, so dass die Übergange im Bassbereich sehr flüssig ineinander übergehen. Ein weiterer großer Vorteil des S600 liegt in der raumfüllenden, praktisch nicht ortbaren Bassentfaltung.  Auch wenn wir nach wie vor die Benutzung von 2 Subwoofern grundsätzlich empfehlen, um Bassverteilung und Raumanregung zu verbessern, so kommt der Dali S600 diesem Zustand doch schon erstaunlich nahe. Hier scheinen sich die beiden gegenläufigen Bass-Chassis zu bewähren, denn besonders bei Aufstellung in Raummitte mit darüberliegendem Center vermag der S600 durch Konturenreichtum und Bassintensität zu überzeugen.

Surround-Homogenität: 

Schließen Sie aus der Wertung nicht Falsches: obwohl das Dali-Set knapp an der Höchtpunktzahl vorbeischrammt, ist es einer der harmonischsten aufspielenden Surroundsysteme, die wir jemals kennengelernt haben. Ganz besonders die tonale Übereinstimmung innerhalb der Frontlinie (Center/Front) darf getrost als absolute Referenz betrachtet werden und überflügelt diesbezüglich sogar die weitaus kostspieligere Isophon EuropaII/Solaris Kombination. Ein verzügliches Beispiel hierfür stellt die Anfangssequenz von "Kill Bill Vo.1" dar: während (der in Teil 1 noch gesichtslose) Bill auf den Dielen der kleinen Kirche umherschreitet, gelingen dem Dali-Set die Übergänge innerhalb der vorderen Achse ausgezeichnet - es ist sehr schwierig, die Fußstpafen immer mit der gleichen Klangfarbe wiederzugeben, viele andere Surround-Sets zeigen hier deutlich schlechtere Leistungen.

Doch warum bekommt das Helicon Set nun trotzdem "nur" eine 9,0er Wertung ? Nun - die Antwort ist ebenso einfach wie einleuchtend: auch ein Ausnahmetalent wie der C200 kann die Physik nicht austricksen und eine vollkommene Harmonie mit deutlich größeren Standboxen herstellen. Es bedarf schlichtweg mehr Gehäusevolumen sowie Membranfläche, um im tieffrequenten Bereich einen wirklich flüssigen Übergang bei kreisenden basslastigen Surroundeffekten zu gewährleisten. Sicherlich könnte man nun für die rückwärtigen Kanäle eine Bassumleitung zum Subwoofer im AV-Receiver hinterlegen, doch kaum ein System ist beim LFE wirklich auf eine neutrale Wiedergabe ausgerichtet. Über 90% aller Anwender bzw. Einmesssysteme tendieren zu einer starken Überhöhung der LFE-Wiedergabe, mit dem Ergebniss dass Actionsequenzen mehr Fundament und Wuchtigkeit bekommen. Dies ist auch keineswegs verwerflich, denn auch die AREADVD Redaktion präferiert solch eine Charakteristik durchaus. Nachteilig bei einem solchen Vorgehen ist es jedoch, wenn einer der "normalen" Kanäle seine Bassanteile an den überhöht eingestellten Tieftonspezialisten abgibt. Die Folge: je nach Trennfrequenz erscheinen die Bassanteile der Rearkanäle nun auf einmal unproportional laut und stören dadurch die Harmonie innerhalb der Surroundkulisse. Diese Problematik betrifft sellbstverständlich nicht nur das Dali-Set, sondern ist eine grundsätzliche Thematik, welche bei größeren Volumendifferenzen innerhalb der Lautsprecher eines jeden beliebigen Surroundsets automatisch auftritt. Bei Einsteiger- oder Mittelklasse Systemen sind solche Aspekte durchaus verschmerzbar, doch bei einer 5.1 Zusammenstellung auf hohem Niveau können wir hier nicht guten Gewissens von einer perfekten Homogenität sprechen. In Anbetracht dieser Tatsache erzielt das Set jedoch ein beeindruckendes Teilergebnis, welches wahrscheinlich von einem ähnlich konzipiertem Alternativprodukt in absehbarer Zeit nicht mehr erreicht wird. Man könnte es auch anders ausdrücken: anspruchsvolle Anwender, die für die hinteren Kanäle auf kompakte Lösungen angewiesen sind, kommen derzeit an dem Dali Helicon Set nur schwerlich vorbei und werden wohl kaum eine bessere Lösung finden, als in den dänischen Schallwandlern.

Pegelfestigkeit und Dynamik: 

Ohne groben Ausrutscher durchläuft das dänische Surroundset unsere harten Pegeltests. Mit einer hohen Souveränität wird eine intensive Akustik aus dem Ärmel geschüttelt, die bei Lautsprechern mit audiophilem Charakter ansonsten eher selten anzutreffen ist. Das Dali-Set empfiehlt sich somit nicht nur für Anwender, die generell gerne mal ein sehr intensives Hörerlebnis wünschen, sondern auch für den Einsatz innerhalb größerer Lokalitäten. Selbst ein 40m² Hörraum wird mit einer voluminösen und überlegenen Klangkulisse gefüllt, so dass in der Praxis eigentlich alle Pegelwünsche befriedigt werden sollten. Für Anwender, die noch heftiger, noch unvermittelter und brutaler am Filmerlebnis teilhaben wollen,  bleibt nur noch der Griff zu einem THX-Ultra System vom Schlage eines Teufel Theater 10. Die Surroundspezialisten aus Berlin haben ihr Vorzeigeprodukt mit einer derartigen Pegelfestigkeit gesegnet, dass die unvermittelt-kraftvolle Umsetzung von heftigen Actionsequenzen als absoluter Maßstab anzusehen ist. Das Helicon-Set nimmt natürlich trotzdem einen Spitzenplatz innerhalb dieser Kategorie ein und kontert die THX-typischen Klangcharakteristiken mit einer überlegenen Detailauflösung und höherer Musikalität. Wären Frontspeaker und Center für eine 9,5 Punkte Wertung gut, so sind es Rearspeaker und Subwoofer, welche die Pegelhatz limitieren. In Anbetracht ihrer Kunstruktionsart und Gehäusegröße vollbringen die W200 Erstaunliches, doch je nach Einstellung des Bass-Managements verlieren sie bei sehr hohen Lautstärken etwas von ihrer leichtfüßigen Spielweise. Basseffekte verlieren etwas an Substanz und werden mit geringerer Genauigkeit abgebildet. Einzeln betrachtet schlägt sich die W200 äußerst wacker, nur in Kombination mit der überlegenen Frontbestückung kann sie schlichtweg nicht ganz mithalten und erreicht früher ihre Grenzen. Dies ist insofern auch nicht weiter tragisch, weil der Subwoofer S600 ebenfalls keine neue Bestmarke in Bezug auf den maximalen Schalldruck aufstellt. Das Star Wars Podrace setzt er fulminant und energisch um, doch wenn extreme Tiefstbasssequenzen (Das Geisterschloss) bei sehr hohen Pegeln abgerufen werden, zeigen Bassreflex-Konstruktionen wie der Nubert nuLine AW-1500 ihre konstruktiven Vorteile. Wer aber nicht grade mit abartigen Pegeln auf Geisterjagd geht, oder den halben Straßenzug mit Musik beschallen möchte, der erhält mit dem Dali-Set stets eine absolut stimmige Gesamtakustik, welche von hoher Präzision und dynamischer Performance geprägt ist. 

Marktanalyse: 

Monitor Audio Gold Signature 4xGS-60 + GS-LCR (5.0 Set; ca. 6.800 €)

Die Preisklassenreferenz von Monitor Audio gleicht dem Helicon-Set in vielen akustischen Charakteristiken. Beide sind nicht darauf aus, ihre Zuhörerschaft mit einer stumpfen Effektorgie für sich zu gewinnen, sondern buhlen mit feingeistigen Eigenschaften und audiophiler Detailarbeit um die Gunst des Zuschauers. Die GS-60 gefällt uns durch ihre größere Basspräzision und famose Tiefenstafflung als Stereolautsprecher in manchen Aspekten etwas besser, andererseits triumphiert Dali in Bezug auf die Center-Homogenität und den hervorragenden Subwoofer (der GS-Subwoofer ist derzeit noch nicht erhältlich). Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den Rearspeakern ab, denn obwohl Monitor Audio mit der GS-10 und den GS-FX zwei hervorragende Komponenten im Portfolie hat, so können sie dem W200 sowohl in Klangharmonie und Platzbedarf keine wirklich Alternative entgegensetzen. Insgesamt beweist die Gold Signature-Serie bei diesem Vergleich jedoch erneut seine absolute Ausnahmestellung. Einzeln betrachtet braucht sich keine Konstruktion in akustischer Hinsicht vor den Dalis zu verstecken - und auch in Bezug auf Optik und Verarbeitungsqualität lassen sich die (günstigeren) Briten nicht die Butter vom Brot nehmen.


Isophon EuropaII, Solaris, Galileo (7.0 Set; ca. 19.000 €)

Der Vergleich mit unserem absoluten Referenzsystem aus dem Hause Isophon ist für beinahe jeden Mitbewerber eine undankbare Aufgabe, und da macht auch das Helicon-Set keine Ausnahme. Bei ähnlicher Komponentenbestückung trennen beide Systeme nicht nur mehrere tausend Euro, sondern auch klangliche Dimensionen. Das Isophon-Set besitzt zwar nicht ganz die faszinierende Homogenität innerhalb der einzelnen Lautsprecher, bietet jedoch den nochmals feinfühligeren und facettenreicheren Klang. Wir kennen bislang kein anderes Surroundset, welches DVDs derart lebendig und authentisch zum Leben erweckt - zusammen mit einer hervorragenden Elektronik kann man derzeit wohl kaum besser in einen Film eintauchen. An letztgenanntem Punkt liegt jedoch auch eine der beiden Schwachstellen der Isophöner: der Bedarf an Endstufenpower liegt deutlich über dem, der recht genügsamen Dalis. Dies treibt  die Preisdifferenz des kompletten Systemes noch weiter nach oben. In Bezug auf Optik bzw. Wohnraumfreundlichkeit gehen die Dalis ebenfalls in Führung, denn trotz Chromblende und Wunschfurnieren sieht man den Isophon-Boxen schon auf dem ersten Blick an, dass sie keinen Schönheitspreis gewinnen wollen, sondern dafür lieber akustische Höchstleistungen bieten. 


Focal JmLab Electra BE (5.1 Set; ca. 14.000 €)

Auch der französche Boxenbauer Focal fertigt vom Chassis bis zum Gehäuse fast alles in Eigenregie. Mit dem Berrylium Hochtöner haben sie ihrer Oberklasse-Serie "Electra" einen technisch sehr interessanten Hochtöner mit auf den Weg gegeben, und auch ansonsten finden sich viele Anleihen der sündig-traumhaften "Utopia" Reihe. Trotzdem kommt dieses Set nicht ganz an manche Qualiten des Dali-Ensembles heran. Insbesondere die Tonalität weist nicht ganz die Harmonie der dänischen Mitbewerber auf. Da reicht es leider nicht, dass die Electras durch eine hervorragende Hochtondurchzeichnung und eine enorme Pegelfestigkeit noch zwei Trümpfe im Ärmel haben. Dazu kommt noch, dass sie leider nicht ganz so unproblematisch in Bezug auf Aufstellung und Verstärkerkompatibilität sind. Ohne Frage gehört Focal zu einer der fähigsten Lautsprecherhersteller, doch uns hat insbesondere die "Chorus" Produktlinie  mehr überzeugen können.


Wharfedale Opus (5.1 Set; ca. 8.500 €)

Dank großer Gemeinsamkeiten in Bezug auf Gehäuseform und Oberflächenbeschaffenheit liegen Wharfedale und Dali in optischer Hinsicht fast gleichauf. Die akustische Ausrichtung könnte hingegen unterschiedlicher kaum sein, denn während wir die Dalis als detail- und hochtonorientiert einstufen, sind die Opus-Lautsprecher eher mit einer warmen Klangausrichtung ausgestattet. Demzufolge sind die grundsätzlichen Unterschiede bereits groß genug, um potentielle Käufer relativ schnell entscheiden zu lassen. Der hervorragende Tri-Center kann es mit dem Helicon C200 hinsichtlich Abbildungsqualität und Homogenität sehr gut aufnehmen, allerdings geht das Duell der Subwoofer eindeutig zu Gunsten von Dali aus. Der S600 geht noch entschlossener zur Sache geht Klangstrukturen im Tiefstbassbereich mit mehr Akribie zur Sache. Die Pegelfestigkeit befindet sich bei beiden Kontrahenten auf einem vergleichbaren Niveau, was jedoch deutlich für eine Investition in die dänischen Schallwandler spricht, ist die deutlich größere Produktpalette - speziell im Kompakt- und Rearspeakerbereich.

Fazit:

"...Dänen lügen nicht..." wusste schon Otto Waalkes, als er im Jahr 2001 ein humoristisches Lied über die Ehrlichkeit der Südskandinavier verfasste. Doch damit könnte er eigentlich auch die Klangcharakteristik des hier vorgestellten Surroundsets gemeint haben, schließlich zählen die Helicons zu den direkt und unvermittelt aufspielenden Vertretern Ihrer Gattung. Schönfärberische Akzente sucht der geneigte Käufer vergebens - die Dalis streben eine direkte 1:1 Umsetzung des Quellmaterials an. Das zum Test angetretene Dali Sextett leistet sich in keiner Disziplin einen Patzer und liefert eine beeindruckende Vorstellung ab. Besonders die informationsreiche Hochtonwiedergabe und exzellente Surroundhomogenität zählen zu den Besten ihrer Klasse. In diesem Zusammenhang möchten wir noch einmal ganz speziell die famose Leistung der On-Wall Rearspeaker lobend erwähnen, die diesem Set eine Ausnahmestellung bescheren. Ebenfalls hervorragend: Dali's Subwoofer S600, der nicht nur eine trickreiche Chassisbestückung aufweist und klanglich überzeugt, sondern auch als raffinierte Centerhalterung benutzt werden kann. Fehlende Innovationsfreudigkeit kann man den Dänen jedenfalls nicht vorwerfen,  genausowenig wie mangelndes Qualitätsdenken: die Verarbeitung des gesamten Surroundsets ist als vorbildlich anzusehen und überzeugt selbst kritische Zeitgenossen. Zusammenfassend können wir also festhalten, dass die Dali-Helicon Serie Klang, Technik und Optik auf hohem Niveau miteinander vereint - Heimkinoherz, was willst Du mehr ?


Danish Dynamite: das Dali Helicon Surroundset schlägt bei anspruchsvollen Akustikgourmets gnadenlos ein.

 
Dali Helicon400/C200/W200/S600 Set; Preis 11.150 Euro  
5.1 Surroundset; Kategorie: Oberklasse
Preis-/Leistung: 

+ sehr kultivierter, facettenreicher Klang
+ hervorragende Harmonie zwischen den Lautsprechern
+ gute Pegelfestigkeit
+ präziser Subwoofer
+ beeindruckende Verarbeitungsqualität

- Ausstattungsmängel beim Subwoofer
- geringe Auswahl an Oberflächenvariationen


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Dieser AREA DVD High-End Test wurde durchgeführt mit Kabeln von:

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Redaktion: Lars Mette

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