Test: Cornered Audio C5 OnWall Surroundsystem - kompakte und günstige Heimkino Klangtalente


Dieser Artikel wurde auf PCs von Origen-AE verfasst.

(24.06.2011 - Autor: Lars Mette )

Geschmack ist bekanntermaßen Ansichtssache, was besonders beim Anblick von lachsfarbenen Kleinwagen ostasiatischer Herkunft offensichtlich wird. Doch nicht nur im Straßenverkehr weisen die Menschen eine große Bandbreite an Vorlieben bzw. Wünschen auf, sondern selbstverständlich ebenfalls in Bezug auf die Gestaltung der eigenen Wohnumgebung. Dies zeigt sich hinsichtlich der AV-Ausstattung logischerweise speziell bei den Lautsprechern: manche Anwender genießen die Zurschaustellung imposanter Schallwandler, während vielerorts aber auch der Wunsch nach einer möglichst dezenten Integration ins Pflichtenheft des Familienvaters (bzw. Ehemanns) auferlegt wird. Wer sich zur letztgenannten Gruppe zugehörig fühlt, aber gleichzeitig trotzdem den Anspruch nach hochklassigem Surroundsound hegt, könnte am folgenden Testbericht Gefallen finden:


"Ästhetischer Klang" sind die ersten Worte im deutschen Prospekt der Firma Cornered Audio, mit dem der OnWall Lautsprecher C5 beworben wird. Die Dänen lassen somit gleich zu Beginn keine Frage aufkommen, dass sie sich der Optik im besonderen Maße verpflichtet fühlen. Eine State-of-the-Art Verarbeitung sowie polierte Aluminiumoberflächen sollen dem Auge schmeicheln, darüber hinaus sind die C5 durch ihr dreieckiges, jedoch leicht gerundetes Gehäuse für eine elegante Aufstellung in Raumecken konzipiert. Laut Cornered Audio wäre es jedoch falsch, den C5 lediglich als schön anzusehendes Livestyle-Produkt abzustempeln: ein aufwändiges Gehäuse mitsamt einigen ausgeklügelten Detaillösungen soll im Zusammenspiel mit hochwertigen Chassis auch akustisch für Freude sorgen. Die Entwickler haben den C5 speziell auf die Nutzung bzw. Aufstellung in Raumecken abgestimmt, um Abstrahlung sowie Frequenzgang zu perfektionieren. In Relation zu der ambitionierten Zielsetzung der Lautsprecher erscheint das finanzielle Investment überraschend niedrig: mit einem Stückpreis von 400 Euro bewegt sich der C5 in absolut volksnahen Preisregionen, wo ansonsten eher wenig Produkte mit hohem Designanspruch zu finden sind. Ob unser Testsystem aus fünf C5 tatsächlich ein hohes Maß an Klangqualität und optischer Finesse bietet, werden wir im nachfolgenden Test klären.

Verarbeitung:


Den C5 gibt es sowohl in einer schwarzen wie auch weißen Version. Er legt in Bezug auf sein äußeres Erscheinungsbild zwei Prioritäten: 1.) bedingt durch Proportionen sowie Aufstellungskonzeption ergibt sich ein elegantes Design 2.) jedes Detail wird genutzt, um eine Optik von hochwertiger Anmutung zu erzielen.



Die letztgenannte Eigenschaft ist zum Großteil durch den Materialmix begründet. Cornered Audio fertigt das Gehäuse des C5 aus massivem Aluminium, welches dank einer geschliffenen sowie polierten Oberfläche für einen besonderen Habitus sorgt. Zusammen mit der Schallwand aus MDF-Holz ergibt sich eine eigenständige Optik.



Ungewöhnlich: die Lautsprecher-Terminals sitzen nicht (wie üblich) auf der Rückseite, sondern befinden sich zwischen den beiden Tiefmitteltönern - und somit auf der Schallwand. In Kombination mit einer Kabeldurchführung erlaubt der C5 durch diesen einfachen Kniff eine völlig problemlose Installation direkt an der Wand bzw. Raumecke. Die Terminals selbst sind hochwertig gehalten und würden (rein theoretisch) auch Bananenstecker aufnehmen - allerdings sollte man von dieser Lösung Abstand nehmen, weil ansonsten kein Stoffgitter mehr montiert werden kann. 



Die hintere Abschrägung ermöglicht eine komfortable Installation von Lautsprecherkabeln bis 2,5mm² Querschnitt. Außerdem gefällt auch die Kanten- bzw. Detailverarbeitung, wie z.B. der saubere Schnitt an der Vorderseite des gerundeten Gehäusedeckels. Sämtliche Elemente weisen exakt verlaufende Übergänge ohne störende Spaltmaße auf.



Pro Seite stehen drei Befestigungslöcher mit einem Durchmesser von knapp 5mm zur Verfügung, um den C5 felsenfest an der Wand zu fixieren. Leider liegen entsprechende Dübel/Schrauben nicht bei, so dass sich der geneigte Käufer selbst um das passende Befestigungsmaterial kümmern muss. Aufgrund des relativ geringen Gewichts von knapp über 4kg sind sogar Rigipswände für eine Montage geeignet.


Die Schutzgitter basieren auf einer Metallkonstruktion, die über ein magnetisches Befestigungssystem an der Box montiert wird. Der blickdichte schwarze Stoff verbirgt sämtliche Chassis sowie LS-Terminals und lässt den C5 somit auf angenehme Weise "untechnisch" bzw. dezent/unauffällig wirken. Schönes Detail: die Schutzgitter schließen absolut bündig mit dem Korpus ab - an keiner einzigen Kante steht somit etwas ab.

Obwohl an Details, wie dem vorne angebrachten Typschild, oder der sichtbaren Schallwandverschraubung sofort erkennbar wird, dass die C5 im Normalfall für eine Aufstellung mit Schutzgitter konzipiert sind, hat sich der Hersteller in Bezug auf die Chassiseinpassung dennoch Mühe gegeben. Der C5 liefert diesbezüglich ein tadelloses Niveau ab, bei dem auch kritische Anwender absolut zufriedengestellt werden.

Fazit:

Für 400 Euro Stückpreis kann sich das Gebotene nicht nur sehen - sondern auch anfassen lassen: hochwertige Aluminiumoberflächen mit einer derartigen Verarbeitungsgüte sind uns in dieser Klasse bislang noch nicht untergekommen. Zusammen mit der sauberen Verarbeitung und vielen ausgereiften Konstruktionsdetails (magnetisches Schutzgitter, integrierte Kabelführung, etc.) setzen die Cornered Audio Schallwandler ein erstes Ausrufezeichen. Wir sind gespannt, ob sich unsere Testprobanten auch technisch bzw. klanglich derart positiv in Szene setzen können.

Technischer Aufbau:

Der C5 basiert auf einem geschlossenem Zwei-Wege-System und ist auf eine Platzierung in Ecken abgestimmt, um in Bezug auf Frequenzgang, Pegel sowie Abstrahlcharakteristik bestmögliche Klangeigenschaften zu bieten. Ein zusätzlicher passiver 5´´ Treiber basiert auf neuesten akustischen Entwicklungen und erweitert das Bassfundament (bei Eckaufstellung) bis unter die 60 Hertz Marke (Herstellerangabe). Auf der linken Box ist außerdem die integrierte Schiene für das Lautsprecherkabel zu erkennen, die sowohl von oben als auch unten einen Zugang zum Kabeldurchlass im unteren Drittel der Box auf einfache Weise gestattet. 


Unsere (geglättete) Frequenzgangsmessung bestätigt den dänischen Entwicklern, eine hervorragende Arbeit hinsichtlich der Frequenzgangsoptimierung geleistet zu haben: unsere Sweep-Messung bei Aufstellung in einer Raumecke verläuft tatsächlich annähernd linear. Im Hochton- sowie Oberbassbereich sind kleine Anhebungen auszumachen, die jedoch im Rahmen der Messgenauigkeit liegen, zumal wir hier in einem normalen Hörraum unter Praxisbedingungen gemessen haben. Je nach Raum-/Wandbeschaffenheit können sich diesbezüglich noch kleine Änderungen ergeben. In unserem Fall konnten wir die angegebenen 50 Hertz bei -3db zwar nicht messtechnisch nachvollziehen, doch auch die ermittelten 70 Hertz sind angesichts der Größen- bzw. Volumenklasse sehr respektabel. Der Cornered Audio C5 kann somit bei niedrigen 70-80 Hertz getrennt werden und muss nicht im hörsensitiven Bereich überhalb 150 Hertz an einen Subwoofer übergeben. Und selbst bei einer Konfiguration als "Large" Speaker kann er ein Großteil der Informationen problemlos wiedergeben. 



Das Gehäuse bietet dank gezogenem Aluminium eine exzellente Verwindungssteifigkeit; zusätzlich sorgen interne Verstrebungen für eine hervorragende Integration der massiv ausgeführten Schallwand aus MDF. Sämtliche Chassis teilen sich das Innenvolumen, welches in Bezug auf den Dämmstoff nach intensiven Hörsessions exakt auf den Holz/Aluminium Materialmix abgestimmt wurde.



Bei detaillierter Betrachtung der Chassisintegration müssen die Lautsprecher ihrer Preisklasse Tribut zollen: wer versenkte Metallgewinde zur Aufnahme der Chassis-Verschraubung erwartet, muss schlichtweg noch mehr Geld in die Hand nehmen. Dafür besticht die MDF-Platte mit einer Materialstärke von über einem Zentimeter, sowie ihren sauberen Fräsungen.


Die dreieckige Frequenzweiche sitzt auf einer kleinen Holzverstrebung am Boden des Lautsprechers. Das Design ist bewusst sehr minimalistisch gehalten, um die Signale möglichst unverfälscht zu den Chassis zu dirigieren. Hoch- und Tiefmitteltöner werden bei ca. 2400 Hertz mit einer Flankensteilheit von 6db pro Oktave getrennt; unter 160 Hertz bewirkt sie einen sanften Roll-Off des Tiefmitteltöners. In Kombination mit der Passivmembran sowie der 6db-Verstärkung durch Aufstellung in der Raumecke, ist somit ein substanzvoller/neutraler Grundtonbereich ohne mechanische Überbeanspruchung der kleinen Chassis gewährleistet. Obendrein braucht sich der C5 (bzw. ihr Besitzer) aufgrund der geschlossenen Bauweise nicht mit typischen Problemen (Phasenlage, Strömungsgeräusche) von Bassreflexkonstruktionen auseinandersetzen.



Bei den beiden Tiefmitteltönern greift Cornered Audio in das Teileregal des bekannten dänischen Chassisspezialisten "Peerless". Die 8 Ohm Treiber verfügen über eine weich aufgehängte 5´´ Polypropylenmembran mit strömungsoptimiertem Druckgusskorb. Beim aktiven Tiefmitteltöner steht ein groß dimensionierter Magnet als Antrieb zur Verfügung um die Membran souverän dirigieren zu können. Der obere Frequenzbereich liegt in den Händen eines vifa Hochtöners (DX25TG09-04) mit 1´´ Seidenkalotte und einem Wiedergabebereich bis weit über die 25.000 Hertz Marke. Die Sicke ist zum Zweck einer guten Abstrahlcharakteristik groß gehalten, während gleichzeitig auf einen niedrigen Resonanzpunkt geachtet wurde.

Fazit:

Die Cornered Audio C5 Lautsprecher gehören zu der Sorte von Schallwandlern, die ihr Heil nicht in exzessiven Materialschlachten suchen, sondern stattdessen auf raffinierte Detaillösungen setzen. Jeder Aspekt ist konsequent auf die Grundkonzeption eines hochwertigen Ecklautsprechers abgestimmt: vom komplexen Gehäuse bis hin zu den sorgfältig abgestimmten Chassis, haben sich die Entwickler große Mühe gegeben und liefern viel Qualität. Etwas schade ist lediglich der Verzicht auf eine Umschaltmöglichkeit zur Anpassung an andere Aufstellungen, sowie das Fehlen eines passenden Subwoofers aus dem gleichen Haus.

Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung (Herstellerangaben)
Name / Stückpreis Cornered Audio C5 / 400 Euro
Aufbau geschlossenes Zwei-Wege System mit passivem Tieftöner
Frequenzgang 59 - 25.000 Hertz (+- 3db)
empfohlene Leistung 50 - 150 Watt / 8 Ohm
Abmessungen 43,4 x 21,1 x 13,7 cm (H,B,T)
Gewicht 4,1 Kilogramm
Testumgebung:

Gerne hätten wir die C5 in unserem Referenzstudio gehört, doch weil dort sämtliche Raumecken bereits mit Bassabsorbern bevölkert sind, sind wir mit den Testlautsprechern in ein Wohnraumstudio gewechselt. Auf diese Weise war denn zugleich auch sichergestellt, dass wir die Schallwandler unter praxisnahen Bedingungen kennenlernen. Das hohe Niveau in Bezug auf die eingesetzte Elektronik (sowie einige rudimentäre Raumakustikelemente) geben dem Test-Quintett gute Entfaltungsmöglichkeiten. 

Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der Übersicht:

Endstufen Denon POA-A1HD 10ch Endstufe Cinemike-Edition (ca. 12.000 €) 
Vorstufe
Denon AVP-A1HD A (ca. 9.000 €)
Lautsprecher Monitor Audio Platinum 7.1ch Surroundset (ca. 24.000 €)
Quellgeräte Oppo BDP-93EU (ca. 600 €)
Anzeigegeräte Panasonic P65VT20E Plasma-TV (ca. 5.000 €)

AREADVD Baden-Württemberg arbeitet hauptsächlich mit Kabeln von: Mogami (Lautsprecher), 
German High-End (NF), Silent-Wire (HDMI), Supra (Subwoofer-XLR) und Audionet (Netzkabel).

Das Referenzstudio wurde von der Firma RTFS akustisch optimiert.

Praxiseindrücke:

Die Cornered Audio C5 Lautsprecher verfügen nicht nur in der Theorie über eine linearen Frequenzgang, sondern punkten von der ersten Hörsession durch ein hohes Maß an Ausgeglichenheit. In Bezug auf die Tonalität haben wir in verschiedenen Räumen die Grundtendenz ausmachen können, dass der C5 in den Höhen etwas zusätzliche Strahlkraft mitbringt und speziell im Mitteltonbereich vorbildlich linear spielt. Diese Beobachtungen beziehen sich auf eine Eckaufstellung sämtlicher Lautsprecher. Betreibt man den C5 freistehend, verliert sie an Fundament und somit an klanglicher Balance. Deswegen sollte man den Centerspeaker vorzugsweise unter der Leinwand (möglichst bodennah) montieren. Da natürlich auch die Rearkanäle im Idealfall direkt in der Raumecke platziert werden sollten, ist man bei den C5 sehr stark an die Raumgeometrie gebunden. Perfekt wäre in diesem Zusammenhang eine Umschaltmöglichkeit via Kippschalter, wie wir das von anderen On-Wall Lautsprechern (z.B. Nubert nuVero-5) kennen. Wer die Cornered Audio Schallwandler jedoch richtig aufstellt, wird teilweise mit phänomenalen Klangeigenschaften belohnt: die C5 spielen überaus feinzeichnend und bieten ein faszinierendes Maß an Räumlichkeit. Überraschenderweise bieten die relativ kompakten Lautsprecher trotz ihrer eher geringen Membranfläche ein substanzvolles "komplettes" Klangbild, zumal auch Dynamik und Belastbarkeit für intensiven Heimkinogenuss taugen. Zusammen mit einem guten Subwoofer (unsere Empfehlung: der sowohl optisch als auch klanglich harmonierende ASW Opus SW200/06 für ca. 650 Euro - ebenfalls eine OnWall-Konstruktion). In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass die Oberflächenbeschaffenheit der Raumwände naturgemäß einen größeren Einfluss auf die Klangeigenschaften mitbringen, als dies bei freistehenden Lautsprechern der Fall ist. Wir haben dabei die Erfahrung gemacht, dass mittelstark bedämpfte Wände den besten Kompromiss aus Natürlichkeit und Räumlichkeit bieten. Außerdem sollte man zwingend (!) darauf achten, dass die seitlichen Wände, zumindest im vorderen Bereich zwischen Lautsprecher und Sitzplatz, in Bezug auf das Reflektionsverhalten ähnliche Eigenschaften aufweisen - ansonsten wären stark bündelnde Schallwandler mit großer Wahrscheinlichkeit die grundsätzlich bessere Wahl. Unsere nachfolgenden Klangbeschreibungen beziehen sich auf den Hörraum, den wir Ihnen im letzten Abschnitt kurz vorgestellt hatten. 

Der US-Katastrophenfilm "Armageddon" von Michael Bay aus dem Jahr 1998 war nicht nur zur DVD-Veröffentlichung ein gern genutzter Referenzfilm, sondern besitzt auch in der mittlerweile veröffentlichten Blu-Ray Version viele akustische Reize. Die englische True-HD Tonspur gehört zu den wenigen ihrer Art, die innerhalb eines Action-Blockbusters NICHT nur vornehmlich durch intensive Bassverköstigung für Spektakel sorgen wollen, sondern auch viele andere Aspekte berücksichtigt. So misst z.B. kaum ein anderer Film dem Score derart viel Bedeutung in der emotionalen Beleuchtung der einzelnen Handlungsstränge bei. Außerdem liegt ein hohes Maß an feingliedriger Räumlichkeit vor, so dass der Anwender über zweieinhalb Stunden von einer intensiven  Soundkulisse umgeben wird. All diese Eigenschaften verlangen jedoch nach einer hochklassigen Technik, um seine volle Wirkung zu entfalten: das harmonische Abbilden komplexer Szenen ist nun mal anspruchsvoller, als die bloße Umsetzung "fetter" LFE-Effekte mit einzelnen, additiven Effektgeräuschen. An diesem Punkt kommen die C5 ins Spiel: sie haben sich bei unseren Tests als derart ausgeglichen und detailorientiert erwiesen, dass sie sich speziell bei Abmischungen im Stil von Armageddon einen Vorsprung gegenüber preisähnlichen Wandlautsprechern diverser Mitbewerber erspielt haben. Schon beim Intro untermauern die C5 ihre akustische Sonderstellung durch eine feinauflösende Wiedergabe des Flötenspiels, während die sphärischen Geräusche im Hintergrund sehr räumlich und umhüllend in den Raum gegeben werden. Die raue und tiefe Stimme des Off-Sprechers (bezogen auf englische DTS-HD Tonspur) wird vom Centerkanal  mit weit überdurchschnittlich guter Differenzierung wiedergegeben: das Klangvolumen fällt selbst bei großen dedizierten Centerspeakern nicht bedeutend größer aus! Außerdem gefällt uns, dass der C5 trotz seiner substanzreichen Wiedergabe nicht aufweicht bzw. unsauber spielt - ganz im Gegenteil: dynamische Schattierungen werden gut herausgearbeitet und auch phonetische Feinheiten finden ausreichend Berücksichtigung bei der Wiedergabe. Das generelle Klangbild bei dieser Szene ist besonders durch die hohe Klangtransparenz geprägt, dank der auch Scoreelemente gleichermaßen zur Geltung kommen, wie Bassimpulse (Asteroideneinschlag) sowie Soundeffekte (Feuerwalze). Dem Testsystem gelingt es durch seine Ausgeglichenheit außerordentlich gut, die Atmosphäre der ruhigeren Szenen (Reparatur eines Satelliten @ Chapter 1) im gleichen Maße akustisch attraktiv umzusetzen, wie dramatische bzw. actionreiche Passagen (Meteoritenschauer auf New York @ Chapter 2). Beim Gespräch zwischen Will und Gracy (Chapter 12) begeistern die Lautsprecher nicht nur durch eine gekonnte Umsetzung des paraphrasierenden Score mit seinen sanft gezupften Akustikgitarren sowie dynamisch einsetzenden Streichinstrumenten: insbesondere die Originalstimme von Liv Tyler erlangt dank einer sehr klaren und ausdrucksstarken Wiedergabe ein hohes Maß an Authentizität. Keine Frage: die C5 spielen überaus kunstfertig bzw. harmonisch und sorgen auf diese Weise für Gänsehaut im Quadratmeterformat! 

"Transformers 2 - Die Rache" ist ein klassisches Beispiel dafür, dass es sich auch für Englischmuffel lohnt, auf die Originaltonspur zu wechseln. Bei kaum einem anderen Titel schwankt die Qualität derart stark - man möchte sich fast fragen, ob der deutsche Dolby Digital Stream vom Azubi "verbrochen" wurde, da stellenweise komplette Basseffekte (besonders auffällig beim Kampf in Singapur direkt zu Beginn des Filmes) fehlen. Außerdem besitzt die englische Tonspur wesentlich (!) mehr Auflösung, feindynamische Differenzierung sowie Räumlichkeit. All diese Facetten müssen jedoch erst umgesetzt werden - und hier haben sich die C5 als hervorragende Instrumente erwiesen, um die Vorteile moderner (gut abgemischter) HD-Streams zu offenbaren. In Chapter 2 erweckt Sam versehentlich ein paar Küchengeräte zum Leben, welche die nächsten rund 2 Minuten für viel Action auf allen Kanälen sorgen: schon beim Herunterfallen des Allsparks zeigt sich, dass die C5 eine kristallklare Durchzeichnung bieten, ohne dabei überschärft zu klingen. Die Aufschlaggeräusche des kosmischen Splitters werden im gleichen Maße differenziert dargestellt, wie die mechanischen Effekte bei der Umwandlung der Küchenhelfer in angriffslustige Decepticons. In Anbetracht der vorliegenden Preisklasse wird das intensive Rattern, Surren, Quietschen und Scheppern bemerkenswert detailliert. Selbst die Einschlaggeräusche der Projektile auf verschiedenen Oberflächen sind akustisch in Bezug auf die Oberflächenbeschaffenheit nachvollziehbar! In diesem Zusammenhang erweist sich die identische Lautsprecherbestückung auf sämtlichen Kanälen als vorteilhaft, da identische Klangfarben für ein homogenes Klangbild sorgen. Die Eckaufstellung generiert ein dichtes Surroundgebilde mit fließenden Effektübergängen. Mit den C5 erlangt das Auditorium während der (Mini)Alien Hatz durch das Haus der Witwickys zu keinem Zeitpunkt den Eindruck einer punktuellen Beschallung aus einzelnen Lautsprechern - außerdem bieten die dänischen Luftmassenbeschleuniger einen großen Sweetspot (bzw. Hörbereich), so dass durchaus auch etwas größere Räume souverän damit beschallt werden können. Die gebotene Dynamik besticht vor allem in feindynamischer Akkuratesse - die heftigen Impulse auf der Frontachse während der Transformation des, zu Hilfe eilenden, Bumblebee komprimieren bei hoher Pegelstellung hingegen etwas. In Anbetracht der Gehäusegröße ist den Entwicklern für die gebotene Pegelfestigkeit jedoch großen Respekt zu zollen, denn wer nicht gerade Ambitionen verspürt, King Kong lebensecht nachempfinden zu wollen, wird die kompakten C5 definitiv niemals an ihre Grenzen treiben. Außerdem sehr positiv in diesem Zusammenhang: wir haben die C5 als gutmütige bzw. anspruchslose Lautsprecher kennengelernt, die auch schon mit AV-Receivern der 800 Euro fulminante Leistungen/Pegel realisieren können. 

Obwohl die Cornered Audio C5 für den klassischen Heimkinobetrieb prädestiniert sind, erweisen sich die dänischen Klangspender auch mit Konzertmaterial als talentierte Entertainer. Ähnlich wie im reinrassigen Stereobetrieb können die C5 (alleine schon wegen der Eckaufstellung) zwar keine neuen Rekorde in Bezug auf audiophil-anmutende Detailsezierung sowie Abbildungsschärfe setzen, begeistern dafür aber mit natürlichem Spielfluss und tonaler Ausgeglichenheit sowie der einhüllenden Klangbühne. Außerdem macht sich auch hier wieder positiv bemerkbar, dass die C5 bei hohen Pegeln immer noch sehr angenehm klingen und somit auch (annähernde) Konzertpegel gut verkraften. Beim stimmungsvollen AC/DC Konzert "Live at River Plate" erfolgt eine kernig-knackige Umsetzung der E-Gitarren, die genauso wenig "weichgelutscht" auf den Zuschauer losgelassen wird, wie der charismatische Gesang von Brian Johnson. Die C5 generieren für jeden Akteure eine hohe Präsenz mit individueller Herausarbeitung. Im unteren Frequenzbereich bietet die präzise Spielweise der Lautsprecher klare Saitenanschläge von Larry Van Kriedt's Bass Gitarre - selbst bei den druckvoll gespielten Kickdrums bei "for those about to rock" überraschen die wohnraumfreundlichen C5 mit einer profunden Basswiedergabe mit überraschend hohem Druck. Bei niedrigen bis mittleren Pegeln könnte man für musikalische Anwendungen durchaus auf die Benutzung eines Subwoofers zur Unterstützung der Fullrange-Kanäle verzichten. Spätestens bei den heftigen Kanonenschlägen zum Ende des Konzerts sollte man dann jedoch entweder Vorsicht am Lautstärkeregler walten lassen, oder die auslenkungsintensive Tiefstbasswiedergabe doch einem Subwoofer anvertrauen. Dann braucht sich der Rock-Fan auch keine Gedanken mehr über die Belastbarkeit seiner wohlklingenden "Eckbewohner" zu machen und darf sich bei einer 80 Hertz Trennung außerdem noch über eine nochmals gestiegene Sauberkeit/Klangtransparenz im unteren Mitteltonbereich freuen. 

Fazit:

Gute OnWall-Lautsprecher sind leider nicht sonderlich üppig gesät - umso erfreulicher ist der Umstand, dass die C5 von Cornered Audio nicht nur sehr überzeugend aufspielen, sondern dabei auch in preislicher Hinsicht auf dem Teppich bleiben. Damit sind die hervorragend verarbeiteten Dänen-Lautsprecher ebenfalls eine hochinteressante Alternative zu kleinen bis mittleren THX-Lösungen. Oftmals werden kompakte Lautsprecher mit hochwertiger Optik durch klangliche Kompromisse erkauft - nicht aber beim C5: die konsequente technisch/akustische Optimierung für die Aufstellung in Raumecken kostet naturgemäß Flexibilität, doch wer die C5 korrekt unterbringen kann, wird speziell für Heimkino Anwendungen kaum etwas Besseres für das Geld finden, wenn Feingliedrigkeit sowie Klangkultur höher gewichtet sind, als das letzte Quäntchen Pegelfestigkeit bzw. Grobdynamik. Ebenfalls sehr positiv: die vielen bedienungsfreundlichen Details, wie z.B. der gute Wirkungsgrad, oder die praktische Kabelführung. Mit einem Schalter zur Anpassung an die Aufstellung, passenden (Eck)Subwoofern sowie einer etwas größeren Membranfläche, wären die C5 sogar Referenzkandidaten (diesbezüglich sind wir übrigens sehr auf die angekündigten größeren Modelle C6 und C6TRM gespannt) - doch auch unser "überragend" Prädikat stellt ein beachtliches Ergebnis für diese kompakten und klangstarken Lautsprecher dar! Anspruchsvolle Home-Cineasten bekommen hier für kleine Münze großes Kino geboten. 


Cornered Audio C5
OnWall Lautsprecher
Stückpreis 400 Euro
Test: 24.6.2011

Website des Anbieters. www.cornered-audio.de


Text: Lars Mette

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