Test: Cornered Audio C5 OnWall Surroundsystem - kompakte und
günstige Heimkino Klangtalente

Dieser Artikel wurde auf PCs von Origen-AE verfasst.
(24.06.2011 -
Autor: Lars Mette
)
Geschmack ist bekanntermaßen Ansichtssache, was
besonders beim
Anblick von lachsfarbenen Kleinwagen ostasiatischer Herkunft
offensichtlich wird. Doch nicht nur im Straßenverkehr
weisen die Menschen eine große Bandbreite an
Vorlieben bzw.
Wünschen auf, sondern selbstverständlich ebenfalls in
Bezug
auf die Gestaltung der eigenen Wohnumgebung. Dies zeigt sich
hinsichtlich der AV-Ausstattung logischerweise speziell bei den
Lautsprechern: manche Anwender genießen die
Zurschaustellung
imposanter Schallwandler, während vielerorts aber auch der
Wunsch
nach einer möglichst dezenten Integration ins Pflichtenheft
des
Familienvaters (bzw. Ehemanns) auferlegt wird. Wer sich zur
letztgenannten Gruppe zugehörig fühlt, aber
gleichzeitig
trotzdem den Anspruch nach hochklassigem Surroundsound hegt,
könnte am folgenden Testbericht Gefallen finden:
"Ästhetischer Klang" sind die ersten Worte im
deutschen
Prospekt der Firma Cornered Audio, mit dem der OnWall
Lautsprecher
C5 beworben wird. Die Dänen lassen somit gleich zu
Beginn keine
Frage aufkommen, dass sie sich der Optik im besonderen Maße
verpflichtet fühlen. Eine State-of-the-Art Verarbeitung sowie
polierte Aluminiumoberflächen sollen dem Auge schmeicheln,
darüber hinaus sind die C5 durch ihr dreieckiges, jedoch
leicht
gerundetes Gehäuse für eine elegante Aufstellung in
Raumecken
konzipiert. Laut Cornered Audio wäre es jedoch falsch, den C5
lediglich als schön anzusehendes Livestyle-Produkt
abzustempeln:
ein aufwändiges Gehäuse mitsamt einigen
ausgeklügelten
Detaillösungen soll im Zusammenspiel mit hochwertigen Chassis
auch
akustisch für Freude sorgen. Die Entwickler haben den C5
speziell
auf die Nutzung bzw. Aufstellung in Raumecken abgestimmt, um
Abstrahlung sowie Frequenzgang zu perfektionieren. In Relation zu der
ambitionierten Zielsetzung der Lautsprecher erscheint das finanzielle
Investment überraschend niedrig: mit einem Stückpreis
von 400
Euro bewegt sich der C5 in absolut volksnahen Preisregionen, wo
ansonsten eher wenig Produkte mit hohem Designanspruch zu finden sind.
Ob unser Testsystem aus fünf C5 tatsächlich ein hohes
Maß an Klangqualität und optischer Finesse bietet,
werden
wir im nachfolgenden Test klären.
Verarbeitung:
Den C5 gibt es sowohl in
einer schwarzen
wie auch weißen Version. Er legt in Bezug auf sein
äußeres
Erscheinungsbild zwei Prioritäten: 1.) bedingt durch
Proportionen sowie Aufstellungskonzeption ergibt sich
ein elegantes Design 2.) jedes Detail wird genutzt, um eine
Optik
von hochwertiger Anmutung zu erzielen.
Die letztgenannte Eigenschaft ist zum Großteil durch den
Materialmix begründet. Cornered Audio fertigt das
Gehäuse des
C5 aus massivem Aluminium, welches dank einer geschliffenen sowie
polierten Oberfläche für einen besonderen Habitus
sorgt.
Zusammen mit der Schallwand aus MDF-Holz ergibt sich eine
eigenständige Optik.
Ungewöhnlich: die Lautsprecher-Terminals sitzen nicht (wie
üblich) auf der Rückseite, sondern befinden sich
zwischen den
beiden Tiefmitteltönern - und somit auf der Schallwand. In
Kombination mit einer Kabeldurchführung erlaubt der C5 durch
diesen einfachen Kniff eine völlig problemlose Installation
direkt
an der Wand bzw. Raumecke. Die Terminals selbst sind hochwertig
gehalten und würden (rein theoretisch) auch Bananenstecker
aufnehmen - allerdings sollte man von dieser Lösung Abstand
nehmen, weil ansonsten kein Stoffgitter mehr montiert werden
kann.
Die hintere Abschrägung ermöglicht eine komfortable
Installation
von Lautsprecherkabeln bis 2,5mm² Querschnitt.
Außerdem gefällt auch die Kanten- bzw.
Detailverarbeitung,
wie z.B. der saubere Schnitt an der Vorderseite des gerundeten
Gehäusedeckels. Sämtliche
Elemente weisen exakt verlaufende Übergänge ohne
störende
Spaltmaße auf.
Pro Seite stehen drei Befestigungslöcher mit einem Durchmesser
von knapp 5mm
zur Verfügung, um den C5 felsenfest an der Wand zu fixieren.
Leider liegen entsprechende Dübel/Schrauben nicht bei, so dass
sich der geneigte Käufer selbst um das passende
Befestigungsmaterial kümmern muss. Aufgrund des relativ
geringen
Gewichts von knapp über 4kg sind
sogar Rigipswände für eine
Montage geeignet.
Die Schutzgitter basieren auf einer Metallkonstruktion, die
über ein magnetisches Befestigungssystem an der Box montiert
wird.
Der blickdichte schwarze Stoff verbirgt sämtliche Chassis
sowie LS-Terminals und lässt den C5 somit auf
angenehme Weise
"untechnisch" bzw. dezent/unauffällig wirken. Schönes
Detail:
die Schutzgitter schließen absolut bündig mit dem
Korpus ab
- an keiner einzigen Kante steht somit etwas ab.
Obwohl an Details, wie dem vorne angebrachten Typschild, oder
der
sichtbaren Schallwandverschraubung sofort erkennbar wird, dass die C5
im Normalfall für eine Aufstellung mit Schutzgitter konzipiert
sind, hat sich der Hersteller in Bezug auf die Chassiseinpassung
dennoch Mühe gegeben. Der C5 liefert diesbezüglich
ein
tadelloses Niveau ab, bei dem auch kritische Anwender absolut
zufriedengestellt werden.
Fazit:
Für 400 Euro Stückpreis kann sich das Gebotene nicht
nur
sehen - sondern auch anfassen lassen: hochwertige
Aluminiumoberflächen mit einer derartigen
Verarbeitungsgüte
sind uns in dieser Klasse bislang noch nicht untergekommen. Zusammen
mit der sauberen
Verarbeitung und vielen ausgereiften Konstruktionsdetails (magnetisches
Schutzgitter, integrierte Kabelführung, etc.) setzen die
Cornered
Audio Schallwandler ein erstes Ausrufezeichen. Wir sind gespannt, ob
sich unsere Testprobanten auch technisch bzw. klanglich derart positiv
in Szene
setzen können.
Technischer
Aufbau:
Der C5 basiert auf einem geschlossenem Zwei-Wege-System und
ist auf eine Platzierung in Ecken abgestimmt, um in Bezug auf
Frequenzgang, Pegel sowie Abstrahlcharakteristik bestmögliche
Klangeigenschaften zu bieten. Ein zusätzlicher passiver
5´´ Treiber basiert auf neuesten akustischen
Entwicklungen
und erweitert das Bassfundament
(bei Eckaufstellung) bis
unter die 60 Hertz Marke (Herstellerangabe). Auf der linken Box ist
außerdem die integrierte Schiene für das
Lautsprecherkabel
zu erkennen, die sowohl von oben als auch unten einen Zugang zum
Kabeldurchlass im unteren Drittel der Box auf einfache Weise
gestattet.
Unsere (geglättete) Frequenzgangsmessung
bestätigt den
dänischen Entwicklern, eine hervorragende Arbeit hinsichtlich
der
Frequenzgangsoptimierung geleistet zu haben: unsere Sweep-Messung bei
Aufstellung in einer Raumecke verläuft tatsächlich
annähernd linear. Im Hochton- sowie Oberbassbereich sind
kleine
Anhebungen auszumachen, die jedoch im Rahmen der Messgenauigkeit
liegen, zumal wir hier in einem normalen Hörraum unter
Praxisbedingungen gemessen haben. Je nach Raum-/Wandbeschaffenheit
können sich diesbezüglich noch kleine
Änderungen
ergeben. In unserem Fall konnten wir die angegebenen 50 Hertz bei -3db
zwar nicht messtechnisch nachvollziehen, doch auch die ermittelten 70
Hertz sind angesichts der Größen- bzw. Volumenklasse
sehr
respektabel. Der Cornered Audio C5 kann somit bei niedrigen 70-80 Hertz
getrennt werden und muss nicht im hörsensitiven Bereich
überhalb 150 Hertz an einen Subwoofer übergeben. Und
selbst
bei einer Konfiguration als "Large" Speaker kann er ein
Großteil
der Informationen problemlos wiedergeben.
Das Gehäuse bietet
dank gezogenem Aluminium eine exzellente
Verwindungssteifigkeit;
zusätzlich sorgen interne Verstrebungen für eine
hervorragende Integration der massiv ausgeführten Schallwand
aus
MDF. Sämtliche Chassis teilen sich das Innenvolumen, welches
in
Bezug auf den Dämmstoff nach intensiven Hörsessions
exakt auf
den Holz/Aluminium Materialmix abgestimmt wurde.
Bei detaillierter
Betrachtung der
Chassisintegration müssen die Lautsprecher ihrer Preisklasse
Tribut zollen: wer versenkte Metallgewinde zur Aufnahme der
Chassis-Verschraubung erwartet, muss schlichtweg noch mehr Geld in die
Hand nehmen. Dafür besticht die MDF-Platte mit einer
Materialstärke von über einem Zentimeter, sowie ihren
sauberen Fräsungen.

Die dreieckige
Frequenzweiche sitzt auf
einer kleinen Holzverstrebung am Boden des Lautsprechers. Das Design
ist bewusst sehr minimalistisch gehalten, um die Signale
möglichst
unverfälscht zu den Chassis zu dirigieren. Hoch- und
Tiefmitteltöner werden bei ca. 2400 Hertz mit einer
Flankensteilheit
von 6db pro Oktave getrennt; unter 160 Hertz bewirkt sie einen sanften
Roll-Off des Tiefmitteltöners. In Kombination mit der
Passivmembran sowie der 6db-Verstärkung durch Aufstellung in
der
Raumecke, ist somit ein substanzvoller/neutraler Grundtonbereich ohne
mechanische Überbeanspruchung der kleinen Chassis
gewährleistet. Obendrein braucht sich der C5 (bzw. ihr
Besitzer)
aufgrund der geschlossenen Bauweise nicht mit
typischen Problemen
(Phasenlage, Strömungsgeräusche) von
Bassreflexkonstruktionen
auseinandersetzen.
Bei den beiden
Tiefmitteltönern
greift Cornered Audio in das Teileregal des bekannten
dänischen
Chassisspezialisten "Peerless". Die 8 Ohm Treiber verfügen
über eine weich aufgehängte 5´´
Polypropylenmembran mit strömungsoptimiertem Druckgusskorb.
Beim
aktiven Tiefmitteltöner steht ein groß
dimensionierter
Magnet als Antrieb zur Verfügung um die Membran
souverän
dirigieren zu können. Der obere Frequenzbereich liegt in den
Händen eines vifa Hochtöners (DX25TG09-04) mit
1´´ Seidenkalotte und einem Wiedergabebereich bis
weit
über die 25.000 Hertz Marke. Die Sicke ist zum Zweck einer
guten
Abstrahlcharakteristik groß
gehalten, während
gleichzeitig
auf einen niedrigen Resonanzpunkt geachtet wurde.
Fazit:
Die Cornered Audio C5 Lautsprecher gehören zu der Sorte von
Schallwandlern, die ihr Heil nicht in exzessiven Materialschlachten
suchen, sondern stattdessen auf raffinierte Detaillösungen
setzen.
Jeder Aspekt ist konsequent auf die Grundkonzeption eines
hochwertigen Ecklautsprechers abgestimmt: vom komplexen
Gehäuse
bis hin zu den sorgfältig abgestimmten Chassis, haben sich die
Entwickler große Mühe gegeben und liefern viel
Qualität. Etwas schade ist lediglich der Verzicht auf eine
Umschaltmöglichkeit zur Anpassung an andere Aufstellungen,
sowie das Fehlen eines passenden Subwoofers aus dem gleichen
Haus.
Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung
(Herstellerangaben)
| Name / Stückpreis |
Cornered Audio C5 / 400 Euro |
| Aufbau |
geschlossenes Zwei-Wege System mit passivem
Tieftöner |
| Frequenzgang |
59 - 25.000 Hertz (+- 3db) |
| empfohlene Leistung |
50 - 150 Watt / 8 Ohm |
| Abmessungen |
43,4 x 21,1 x 13,7 cm (H,B,T) |
| Gewicht |
4,1 Kilogramm |
Testumgebung:
Gerne hätten wir die C5 in unserem Referenzstudio
gehört,
doch weil dort sämtliche Raumecken bereits mit Bassabsorbern
bevölkert sind, sind wir mit den Testlautsprechern in ein
Wohnraumstudio gewechselt. Auf diese Weise war denn zugleich
auch sichergestellt, dass wir die Schallwandler unter praxisnahen
Bedingungen kennenlernen. Das hohe Niveau in Bezug auf die eingesetzte
Elektronik (sowie einige rudimentäre Raumakustikelemente)
geben
dem Test-Quintett gute Entfaltungsmöglichkeiten.
Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der
Übersicht:
| Endstufen |
Denon POA-A1HD 10ch Endstufe Cinemike-Edition
(ca. 12.000 €)
|
Vorstufe
|
Denon AVP-A1HD A (ca. 9.000 €)
|
| Lautsprecher |
Monitor
Audio Platinum 7.1ch Surroundset (ca. 24.000 €) |
| Quellgeräte |
Oppo
BDP-93EU (ca. 600 €) |
| Anzeigegeräte |
Panasonic
P65VT20E Plasma-TV (ca. 5.000 €) |
AREADVD Baden-Württemberg arbeitet
hauptsächlich mit Kabeln von: Mogami
(Lautsprecher),
German High-End
(NF), Silent-Wire
(HDMI), Supra
(Subwoofer-XLR) und Audionet
(Netzkabel).
Das Referenzstudio wurde von der Firma RTFS akustisch
optimiert.

Praxiseindrücke:
Die Cornered Audio C5 Lautsprecher verfügen nicht nur
in der
Theorie über eine linearen Frequenzgang, sondern punkten von
der
ersten Hörsession durch ein hohes Maß an
Ausgeglichenheit.
In Bezug auf die Tonalität haben wir in verschiedenen
Räumen die Grundtendenz ausmachen können, dass der C5
in den
Höhen etwas zusätzliche Strahlkraft mitbringt und
speziell
im Mitteltonbereich vorbildlich linear spielt. Diese Beobachtungen
beziehen sich auf eine Eckaufstellung sämtlicher Lautsprecher.
Betreibt man den C5 freistehend, verliert sie an Fundament und somit an
klanglicher Balance. Deswegen sollte man den Centerspeaker vorzugsweise
unter der Leinwand (möglichst bodennah) montieren. Da
natürlich auch die Rearkanäle im Idealfall direkt in
der
Raumecke platziert werden sollten, ist man bei den C5 sehr stark an die
Raumgeometrie gebunden. Perfekt wäre in diesem Zusammenhang
eine
Umschaltmöglichkeit via Kippschalter, wie wir das von anderen
On-Wall Lautsprechern (z.B. Nubert nuVero-5) kennen. Wer die Cornered
Audio Schallwandler jedoch richtig aufstellt, wird teilweise mit
phänomenalen Klangeigenschaften belohnt: die C5 spielen
überaus feinzeichnend und bieten ein faszinierendes
Maß an
Räumlichkeit. Überraschenderweise bieten die relativ
kompakten Lautsprecher trotz ihrer eher geringen Membranfläche
ein
substanzvolles "komplettes" Klangbild, zumal auch Dynamik und
Belastbarkeit für intensiven Heimkinogenuss taugen. Zusammen
mit
einem guten Subwoofer (unsere Empfehlung: der sowohl optisch als auch
klanglich harmonierende ASW Opus SW200/06 für ca. 650 Euro -
ebenfalls eine OnWall-Konstruktion). In diesem Zusammenhang
möchten wir darauf
hinweisen, dass die Oberflächenbeschaffenheit der
Raumwände
naturgemäß einen größeren
Einfluss auf die
Klangeigenschaften mitbringen, als dies bei freistehenden Lautsprechern
der Fall ist. Wir haben dabei die Erfahrung gemacht, dass mittelstark
bedämpfte Wände den besten Kompromiss aus
Natürlichkeit
und Räumlichkeit bieten. Außerdem sollte man
zwingend (!)
darauf achten, dass die seitlichen Wände, zumindest im
vorderen
Bereich zwischen Lautsprecher und Sitzplatz, in Bezug auf das
Reflektionsverhalten ähnliche Eigenschaften aufweisen -
ansonsten
wären stark bündelnde Schallwandler mit
großer
Wahrscheinlichkeit die grundsätzlich bessere Wahl. Unsere
nachfolgenden Klangbeschreibungen beziehen sich auf den
Hörraum,
den wir Ihnen im letzten Abschnitt kurz vorgestellt hatten.
Der US-Katastrophenfilm "Armageddon" von Michael Bay aus dem
Jahr
1998 war nicht nur zur DVD-Veröffentlichung ein gern genutzter
Referenzfilm, sondern besitzt auch in der mittlerweile
veröffentlichten Blu-Ray Version viele akustische Reize. Die
englische True-HD Tonspur gehört zu den wenigen ihrer Art, die
innerhalb eines Action-Blockbusters NICHT nur vornehmlich durch
intensive
Bassverköstigung für Spektakel sorgen wollen, sondern
auch
viele andere Aspekte berücksichtigt. So misst z.B. kaum ein
anderer Film dem Score derart viel Bedeutung in der emotionalen
Beleuchtung der einzelnen Handlungsstränge bei.
Außerdem
liegt ein hohes Maß an feingliedriger Räumlichkeit
vor, so
dass der Anwender über zweieinhalb Stunden von einer
intensiven
Soundkulisse umgeben wird. All diese Eigenschaften verlangen jedoch
nach einer hochklassigen Technik, um seine volle Wirkung zu entfalten:
das harmonische Abbilden komplexer Szenen ist nun mal anspruchsvoller,
als die bloße Umsetzung "fetter" LFE-Effekte mit einzelnen,
additiven Effektgeräuschen. An diesem Punkt kommen die C5 ins
Spiel: sie haben sich bei unseren Tests als derart ausgeglichen und
detailorientiert erwiesen, dass sie sich speziell bei Abmischungen im
Stil von Armageddon einen Vorsprung gegenüber
preisähnlichen
Wandlautsprechern diverser Mitbewerber erspielt haben. Schon beim Intro
untermauern die C5 ihre akustische Sonderstellung durch eine
feinauflösende Wiedergabe des Flötenspiels,
während die
sphärischen Geräusche im Hintergrund sehr
räumlich und
umhüllend in den Raum gegeben werden. Die raue und tiefe
Stimme
des Off-Sprechers (bezogen auf englische DTS-HD Tonspur) wird vom
Centerkanal mit weit überdurchschnittlich
guter
Differenzierung wiedergegeben: das Klangvolumen fällt selbst
bei
großen dedizierten Centerspeakern nicht bedeutend
größer aus! Außerdem gefällt uns,
dass der C5
trotz seiner substanzreichen Wiedergabe nicht aufweicht bzw. unsauber
spielt - ganz im Gegenteil: dynamische Schattierungen werden gut
herausgearbeitet und auch phonetische Feinheiten finden ausreichend
Berücksichtigung bei der Wiedergabe. Das generelle Klangbild
bei
dieser Szene ist besonders durch die hohe Klangtransparenz
geprägt, dank der auch Scoreelemente gleichermaßen
zur
Geltung kommen, wie Bassimpulse (Asteroideneinschlag) sowie
Soundeffekte (Feuerwalze). Dem Testsystem gelingt es durch seine
Ausgeglichenheit außerordentlich gut, die Atmosphäre
der
ruhigeren Szenen (Reparatur eines Satelliten @ Chapter 1) im gleichen
Maße akustisch attraktiv umzusetzen, wie dramatische bzw.
actionreiche Passagen (Meteoritenschauer auf New York @ Chapter 2).
Beim Gespräch zwischen Will und Gracy (Chapter 12) begeistern
die
Lautsprecher nicht nur durch eine gekonnte Umsetzung des
paraphrasierenden Score mit seinen sanft gezupften
Akustikgitarren
sowie dynamisch einsetzenden Streichinstrumenten: insbesondere die
Originalstimme von Liv Tyler erlangt dank einer sehr klaren und
ausdrucksstarken Wiedergabe ein hohes Maß an
Authentizität.
Keine Frage: die C5 spielen überaus kunstfertig bzw.
harmonisch
und sorgen auf diese Weise für Gänsehaut im
Quadratmeterformat!
"Transformers 2 - Die Rache" ist ein klassisches Beispiel
dafür, dass es sich auch für Englischmuffel lohnt,
auf die
Originaltonspur zu wechseln. Bei kaum einem anderen Titel schwankt die
Qualität derart stark - man möchte sich fast
fragen, ob
der deutsche Dolby Digital Stream vom Azubi "verbrochen" wurde, da
stellenweise komplette Basseffekte (besonders auffällig beim
Kampf
in Singapur direkt zu Beginn des Filmes) fehlen. Außerdem
besitzt
die englische Tonspur wesentlich (!) mehr Auflösung,
feindynamische Differenzierung sowie Räumlichkeit. All diese
Facetten müssen jedoch erst umgesetzt werden - und hier haben
sich
die C5 als hervorragende Instrumente erwiesen, um die Vorteile moderner
(gut abgemischter) HD-Streams zu offenbaren. In Chapter 2 erweckt Sam
versehentlich ein paar Küchengeräte zum Leben, welche
die
nächsten rund 2 Minuten für viel Action auf allen
Kanälen sorgen: schon beim Herunterfallen des Allsparks zeigt
sich, dass die C5 eine kristallklare Durchzeichnung bieten, ohne dabei
überschärft zu klingen. Die
Aufschlaggeräusche des
kosmischen Splitters werden im gleichen Maße differenziert
dargestellt, wie die mechanischen Effekte bei der Umwandlung der
Küchenhelfer in angriffslustige Decepticons. In Anbetracht der
vorliegenden Preisklasse wird das intensive Rattern, Surren, Quietschen
und Scheppern bemerkenswert detailliert. Selbst die
Einschlaggeräusche der Projektile auf verschiedenen
Oberflächen sind akustisch in Bezug auf die
Oberflächenbeschaffenheit nachvollziehbar! In diesem
Zusammenhang
erweist sich die identische Lautsprecherbestückung auf
sämtlichen Kanälen als vorteilhaft, da identische
Klangfarben
für ein homogenes Klangbild sorgen. Die Eckaufstellung
generiert ein dichtes Surroundgebilde
mit fließenden
Effektübergängen. Mit den C5 erlangt das Auditorium
während der (Mini)Alien Hatz durch das Haus der Witwickys zu
keinem Zeitpunkt den Eindruck einer punktuellen Beschallung aus
einzelnen Lautsprechern - außerdem bieten die
dänischen
Luftmassenbeschleuniger einen großen Sweetspot (bzw.
Hörbereich), so dass durchaus auch etwas
größere
Räume souverän damit beschallt werden
können. Die
gebotene Dynamik besticht vor allem in feindynamischer Akkuratesse -
die heftigen Impulse auf der Frontachse während der
Transformation
des, zu Hilfe eilenden, Bumblebee komprimieren bei hoher Pegelstellung
hingegen etwas. In Anbetracht der
Gehäusegröße ist den
Entwicklern für die gebotene Pegelfestigkeit
jedoch großen Respekt zu zollen, denn wer nicht
gerade
Ambitionen verspürt, King Kong lebensecht nachempfinden zu
wollen,
wird die kompakten C5 definitiv niemals an ihre Grenzen treiben.
Außerdem sehr positiv in diesem Zusammenhang: wir haben die
C5
als gutmütige bzw. anspruchslose Lautsprecher kennengelernt,
die
auch schon mit AV-Receivern der 800 Euro fulminante Leistungen/Pegel
realisieren können.
Obwohl die Cornered Audio C5 für den klassischen
Heimkinobetrieb prädestiniert sind, erweisen sich die
dänischen Klangspender auch mit Konzertmaterial als
talentierte
Entertainer. Ähnlich wie im reinrassigen Stereobetrieb
können
die C5 (alleine schon wegen der Eckaufstellung) zwar keine neuen
Rekorde in Bezug auf audiophil-anmutende Detailsezierung sowie
Abbildungsschärfe setzen, begeistern dafür aber mit
natürlichem Spielfluss und tonaler Ausgeglichenheit sowie der
einhüllenden Klangbühne. Außerdem
macht sich auch
hier wieder positiv bemerkbar, dass die C5 bei hohen Pegeln immer noch
sehr angenehm klingen und somit auch (annähernde) Konzertpegel
gut
verkraften. Beim stimmungsvollen AC/DC Konzert "Live at River Plate"
erfolgt eine kernig-knackige Umsetzung der E-Gitarren, die genauso
wenig "weichgelutscht" auf den Zuschauer losgelassen wird, wie der
charismatische Gesang von Brian Johnson. Die C5 generieren für
jeden Akteure eine hohe Präsenz mit individueller
Herausarbeitung.
Im unteren Frequenzbereich bietet die präzise Spielweise der
Lautsprecher klare Saitenanschläge von Larry Van
Kriedt's
Bass Gitarre - selbst bei den druckvoll gespielten Kickdrums bei "for
those about to rock" überraschen die wohnraumfreundlichen C5
mit
einer profunden Basswiedergabe mit überraschend hohem
Druck.
Bei niedrigen bis mittleren Pegeln könnte man für
musikalische Anwendungen durchaus auf die Benutzung eines Subwoofers
zur Unterstützung der Fullrange-Kanäle verzichten.
Spätestens bei den heftigen Kanonenschlägen zum Ende
des
Konzerts sollte man dann jedoch entweder Vorsicht am
Lautstärkeregler walten lassen, oder die auslenkungsintensive
Tiefstbasswiedergabe doch einem Subwoofer anvertrauen. Dann braucht
sich der Rock-Fan auch keine Gedanken mehr über die
Belastbarkeit
seiner wohlklingenden "Eckbewohner" zu machen und darf sich bei einer
80 Hertz Trennung außerdem noch über eine nochmals
gestiegene Sauberkeit/Klangtransparenz im unteren Mitteltonbereich
freuen.
Fazit:

Gute OnWall-Lautsprecher sind leider nicht sonderlich
üppig
gesät - umso erfreulicher ist der Umstand, dass die C5 von
Cornered Audio nicht nur sehr überzeugend aufspielen, sondern
dabei auch in preislicher Hinsicht auf dem Teppich bleiben. Damit
sind die hervorragend verarbeiteten
Dänen-Lautsprecher ebenfalls eine
hochinteressante Alternative zu kleinen bis mittleren
THX-Lösungen. Oftmals werden kompakte Lautsprecher
mit
hochwertiger Optik durch klangliche Kompromisse erkauft - nicht aber
beim C5: die konsequente technisch/akustische Optimierung für
die
Aufstellung in
Raumecken kostet naturgemäß Flexibilität,
doch wer die
C5 korrekt
unterbringen kann, wird speziell für Heimkino Anwendungen kaum
etwas
Besseres für das Geld finden, wenn Feingliedrigkeit
sowie
Klangkultur
höher gewichtet sind, als das letzte Quäntchen
Pegelfestigkeit bzw.
Grobdynamik. Ebenfalls sehr positiv: die vielen bedienungsfreundlichen
Details, wie z.B. der gute Wirkungsgrad, oder die praktische
Kabelführung.
Mit einem Schalter zur Anpassung an die Aufstellung, passenden
(Eck)Subwoofern sowie einer etwas größeren
Membranfläche, wären die C5
sogar Referenzkandidaten (diesbezüglich sind wir
übrigens sehr auf die angekündigten
größeren Modelle C6 und C6TRM gespannt) - doch auch
unser
"überragend"
Prädikat stellt ein beachtliches Ergebnis für diese
kompakten
und klangstarken Lautsprecher dar! Anspruchsvolle
Home-Cineasten
bekommen hier für kleine Münze großes Kino
geboten.

Cornered Audio C5
OnWall Lautsprecher
Stückpreis 400 Euro
Test: 24.6.2011
Website des Anbieters. www.cornered-audio.de
Text:
Lars Mette
HOME
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