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Test: Sony Playstation3 - Cinemike Edition Level 2 


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

(14. August 2008 - Autor: Lars Mette )

Der Einstieg in die Blu-Ray Welt ist mittlerweile sehr verlockend geworden: schon für unter 300 Euro findet man Abspielgeräte, die auf den ersten Blick eine beeindruckende Show auf die Bildfläche zaubern. Und wer noch rund 100 Euro draufpackt, bekommt mit der Playstation 3 zuästzlich noch die Funktion einer topaktuellen Spielkonsole mit dazu! Heile Welt also für sämtliche Heimkino-Enthusiasten? Mitnichten, bei genauerer Betrachtung offenbaren aktuelle Player diverse Problemzonen: angefangen von schlechter DVD-Performance, lauten Lüftern oder fehlenden Features (zB. 24p Ausgabe, BD-Profil 2.0), sind auch audiovisuelle Schwankungen quer über das Marktangebot zu beobachten. Während sich die meisten Anwender mit diversen Unzulänglichkeiten zufrieden geben können, sehnen sich anspruchsvolle User nach einem möglichst perfektem Abspielgerät.

Als mögliche Alternative könnte sich die Cinemike-modifizierte Variante der Sony Playstation 3 empfehlen: mit der aktuellen Tuningstufe 2 verspricht der Hersteller ein Freudenfest der Sinne für wahre Heimkino Enthusiasten. Umfangreiche Änderungen in der Netzteil- und Digitalsektion sollen Sony´s multimediales Tausendsassa in die Lage versetzen, innerhalb hochwertiger Umgebungen mit makellosen Bild- und Toneigenschaften zu begeistern. Falls dies tatsächlich eintritt, wäre auch die Operationsgebühr von insgesamt 450 Euro gerechtfertigt (Besitzer der ersten Tuningstufe können ein Upgrade zum Differenzpreis von 250 Euro erwerben). Zusammen mit dem Grundgerät würde der Player (bzw. die Spielkonsole) dann immer noch deutlich unterhalb der 1.000 Euro Schwelle liegen und Geräten wie dem Denon DVD-2500BT einheizen. Wir haben uns von den Tunern eine getunte PS3 zuschicken lassen und möchten Ihnen nachfolgend von unseren Eindrücken im Vergleich zu hochwertigen Stand-Alone BR-Playern berichten. 

technischer Aufbau:

Naturgemäß sind die Eingriffsmöglichkeiten bei der Playstation gegenüber einem konventionell aufgebauten Blu-Ray Player recht begrenzt. Die Baugruppen sind einfacher ausgeführt, und durch das Tuning bekommt die Playstation sicherlich auch kein neues Gehäuse mit anderem Chassis oder zusätzlich eingezogenen Kammern. Doch an einigen neuralgischen Punkten hat Michael Krehl (alias Cinemike) dann natürlich trotzdem den Lötkolben geschwungen und Verbesserungspotential ausfindig machen können. Eine Stufe 2 Veredelung umfasst viele Detailmodifikationen an mehreren Punkten und beansprucht den durchführenden Techniker rund einen halben Arbeitstag. Vor Auslieferung wird jede einzelne Playstation umfangreich in einem High-End System auf Herz und Nieren getestet, um zu überprüfen, dass sämtliche Modifkationen auch tatsächlich zur Entfaltung kommen. Aufgrund von Serienschwankungen ist dieser Vorgang sehr wichtig, denn zur Not nimmt sich Cinemike die Playstation noch einmal zur Brust und sucht etwaige Abweichung von der Norm. 

Selbstverständlich bedeutet der Tuningeingriff den Verlust der Werksgarantie gegenüber Sony. Wer die Playstation direkt bei Cinemike erworben hat, braucht sich hierüber jedoch keine Gedanken machen, denn in diesem Fall werden alle Abwicklungen rund um alle anfallende Garantievorfälle übernommen.  Das Tuning ist auch für Konsolen verfügbar, die anderweitig erstanden wurden. Preislich werden hier diesselben 450 Euro aufgerufen, hierbei übernimmt Cinemike jedoch nur die Gewährleistung hinsichtlich der veränderten Baugruppen. Sollte sich zB. ein mechanischer Laufwerksdefekt einstellen, muss man sich direkt an Sony wenden und darauf hoffen, dass sich wegen dem Netzteiltuning keine Komplikationen ergeben. Unserer Erfahrung nach, sind entsprechende Fälle selten, so dass das Restrisiko zwar vorhanden, aber kalkulierbar ist.


Wie bei allen Cinemike Tunings, konzentriert man sich zunächst auf das Netzteil. Dies macht auch insofern Sinn, als dass die Qualität bzw. Genauigkeit der Stromversorgung maßgeblich für die Arbeitsweise jeder nachfolgenden Baugruppe verantwortlich ist. Gegenüber dem Stufe 1 Tuning verspricht der Hersteller eine nochmalige Verbesserung der Filterung. Laut Cinemike kommen noch hochwertige Komponenten zum Einsatz, außerdem werden beim Stufe 2 Tuning noch zusätzliche Kondensatoren getauscht, die vorher unangetastet blieben. Hierzu zählt auch der Inputfilter, der gegen einen besser filternden Typen ersetzt wurde und dadurch für eine bessere Dynamik sorgen soll. Ebenfalls neu beim: der Austausch der Gerätesicherung gegen ein Modell aus Rhodium mit deutlich kleineren Übergangswiderständen. Um den Vorteil der besseren Sicherung komplett auszuschöpfen, tauscht Cinemike auch gleich dessen kompletten Sockel. Der Neue verträgt nicht nur höhere Ströme, sondern weist zusätzlich eine bessere Vibrationsarmut auf und besitzt ebenfalls geringere Übergangswiderstände.


Im Gegensatz zum Level 1 Tuning nimmt sich Cinemike bei der zweiten Modifikationsstufe auch die Laufwerkselektronik vor. Hier werden sämtliche Eingangsferrite getauscht, um die Versorgung der Laufwerkssteuerung zu optimieren, obwohl diese Komponenten in der miniaturisierten SMD-Technik vorliegen und somit nur sehr zeitaufwändig getauscht werden können. Desweiteren tauscht Cinemike fast die kompletten Pufferelkos gegen hochwertigere Typen mit geringerer Verlustleistung. Insgesamt dienen jene Eingriffe dazu, Hochfrequenzrauschen zu unterdrücken, was speziell die sensible Laufwerkselektronik dankend annimmt und besser arbeiten lässt.

Das oben dokumentierte Tuning bezieht sich auf die erste Revision der 60-GB Version. Cinemike bietet das Tuning jedoch auch für 40-GB Konsolen an. Durch umfangreiche Änderungen des Innenlebens können die Modifikationen jedoch nicht mit mehr der aktuellsten Generation durchgeführt werden ! Ob ihre 40GB Konsole zu den "alten" Geräten gehört, erkennen Sie an der Endung der Seriennummer "CECHG04" (andere Ziffern bedeuten, dass die Konsole von Cinemike nicht modifziert werden kann). 

Testumgebung/Kombinationsempfehlung:

Zugegeben: in diesem Fall ist die Diskrepanz zwischen Testproband und dem restlichen System recht groß. Das verwendete Isophon 7.2 Set gehört zur absoluten Weltelite. Wir haben dieses extrem edle System nicht als Repräsentant einer typischen Wohnzimmerzusammenstellung gewählt, sondern möchten damit die maximale Klangqualität der Playstation ausloten. Selbstverständlich haben wir auch weitaus günstigere Boxen in unsere Tests einbezogen, um die Skalierbarkeit nach unten zu evaluieren.

 

Auch hinsichtlich der Elektronik schlummern Hochkaräter im HiFi-Rack und sorgen für ein sehr hohes akustisches Niveau. Obwohl die Geräte von Audionet, Anthem und Denon zunächst wegen ihres Preises allesamt recht ähnlich erscheinen, so unterschieden sie sich in einem wichtigen Punkt essentiell voneinander: die Tonübertragung findet jeweils auf anderem Wege statt. Die MapI wird vom optischen Koaxialeingang gefüttert, die Anthem Statement D2 und Denon`s AVP A1 HD akzeptieren PCM-gewandelte Streams per HDMI. Wir sind sehr gespannt, wie die getunte Konsole mit den unterschiedlichen akustischen Auslegungen dieser Hersteller zurechtkommt.

Für die Bildwiedergabe greifen wir auf sowohl auf einen 60-Zoll Plasma-TV, als auch einen D-ILA Projektor zurück. Da beide Geräte über ein Full-HD Panel verfügen und mit 24 Hertz Zuspielung arbeiten können, darf sich die Playstation munter austoben und ihren visuellen Künsten freien Lauf lassen. Sämtliche Bildwiedergabegeräte wurden vorher mit Hilfe der DVE-HD Basis Blu-Ray optimiert. Diese rund 25 Euro kostende Disc sollte in keinem High Definition Haushalt fehlen, da sie für verhältnismäßig wenig Geld hervorragende Justagen und Bildkalibrierungen für Jedermann ermöglicht. 

Die hauptsächlich benutzte Hardware in der Übersicht:

Lautsprechersysteme Isophon Arabba D,5x FRC D, 2x Stonehenge (ca 82.000 €)
Monitor Audio Platinum 4xPL300,1xPL350C (ca. 20.000 €)
ASW Cantius 504, CS504, 104, AS404 (ca. 3.700 €)
Vor-/Endstufen Audionet MapI+EPS, AmpVII  (ca. 15.500 €)
Denon AVP A1HD+POA A1HD (ca. 14.000 €)
Anthem Statement D2+P5 (ca.17.000 €)
Bildwiedergabegeräte Pioneer PDP-LX6080D (ca. 7.000 €)
Dreamvision Dreambee Cinemike getunt (ca. 9.000 €)

Die oben erwähnten Komponenten von Isophon, Denon sowie, Anthem werden in Kürze (August - September) in gewohnt ausführlicher Form getestet.

Höreindrücke:

Wir waren absolut verblüfft, zu welch akustischen Leistungen die Sony Konsole nach dem Tuning fähig ist! Von der ursprünglich vorhandenen Härte ist im Klangbild nichts mehr zu spüren. Ganz im Gegenteil: nach dem Tuningeingriff besticht das Gerät durch eine hohe Seidigkeit in den Höhen und besticht daher mit deutlich weniger künstlicher Aggressivität bzw. Schärfe. Gleichzeitig ist es Michael Krehl gelungen, die Klangtransparenz zu steigern, so dass die Informationsdichte gegenüber dem Grundgerät auf einem höherem Niveau liegt. Den letztgenannten Effekt konnten wir fast im selben Maße zwar auch schon bei der ersten Tuningstufe beobachten, allerdings liess die Konsole hierbei nach wie vor ihre raue , unvermittelt agierende Grundcharakteristik erkennen. Insgesamt bewirkt die weiterentwickelte Tuningstufe eine ganze Klasse mehr Klangkultur und Souveränität: die Stimmwiedergabe präsentiert sich bei tiefen Männerstimmen vollmundiger und erwachsener, gleichzeitig dirigiert die getunte Playstation tiefe Basseinlagen mit noch mehr Übersicht und Kontrolle. Die dynamischen Fähigkeiten waren schon bei der ersten Tuningstufe DAS Aushängeschild und so verwundert es nicht, dass auch die nächste Evolutionsstufe diebezüglich begeistern kann. Die Fortschritte fokussieren dabei aber weniger die grobmotischen Fähigkeiten, sondern zielen eher darauf ab, feindynamische Ereignisse mit gestiegenem Differenzierungsvermögen in die Wiedergabe einfließen zu lassen. Ähnlich verhält es sich in Bezug auf Surroundübergänge sowie Raumabbildung, wo die Konsole nun im Detail noch diffiziler arbeitet. 

Aus den soeben genannten Gründen kann man die klanglichen Steigerungen am besten bei komplex aufgebauten Filmszenen feststellen, die ihre Wirkung über subtile Klangdetails entfalten. Sicherlich kommt die gesteigerte Basskraft/Genauigkeit in Kombination mit der hervorragenden Grobdynamik auch (zB.) bei Spiderman's Abenteuern zum Vorschein, doch die wahre Schokoladenseite verlangt nach anspruchsvollerer Kost. Ein hervorragendes Beispiel findet sich auf der Blu-Ray vom ersten Narnia Film. Die englische PCM Tonspur verfügt über eine hohe Auflösung und liegt in einem räumlich hervorragend abgemischten Surroundmix vor. Die wohl emotionalste Szene des gesamten Filmes wird fast komplett von Musik bzw. Effekten getragen, so dass die Playstation (inkl. der nachfolgenden Kette) Höchstleistungen bringen muss: auf der Suche nach einem guten Versteck, landet die sechsjährige Lucy Pevensie nichtsahnend in einem karg eingerichtetem Raum, dessen zentral aufgesteller Kleiderschrank sofort die Aufmerksamkeit des kleinen Mädchens weckt. Um dies akustisch zu transportieren, schwenkt der Score binnen Sekundenbruchteil vom lockeren Radiosong auf eine orchestrale Untermalung. Dieser akutische Szenenwechsel gelingt der getunten Playstation ausgezeichnet, indem der plötzlich einsetzende Tiefbass, mit fein einsetzenden Geigen sowie dem restlichen Orchester, zu einem vielschichtigem Klangbild miteinander verwoben wird. Dank der enormen Klangtransparenz ertönt die Musik trotz ihrer beeindruckend komplexen Abbildung keineswegs dominant und lässt auch die Effekte (Schrittgeräusche, Fliege auf Fensterbrett) mit klarer Durchzeichnung zur Geltung kommen. Und als sich Lucy dazu entschließt, ihrer Neugier nachzugeben und den Kleiderschrank zu öffnen, wird das leise Türknarzen mit den anschließend herausfallenden Würfeln, mit einer verführerischen Feindynamik und Detailgenauigkeit umgesetzt. Nur wenige Sekunden später erkundet unsere kleine Leinwandheldin die Tiefen des (vermeintlich normalen) Möbels, ohne zu ahnen, dass sie gleich in die Welt von Zentauren, Einhörnen und anderen mystischen Wesen eintaucht. Die erste Kontaktaufnahme mit Narnia ist akustisch sehr sensibel umgesetzt und beschränkt sich zunächst auf die Umgebungseffekte sowie sanft begleitende Musik. Und obwohl der Score hier zunächst im Hintergrund platziert ist, liefert die Playstation hochauflösende Obertöne/Schwinungen und unterstreicht somit die Dramaturgie, ohne eine tonale bzw. effektbezogene Verschiebung vorzunehmen. Solch feingeistige Szenen liefert der Film noch zuhauf (zB. Flötenspiel in Herrn Tumnus Haus) und machen den Disneyfilm zu einer hervorragenden Test Blu-Ray für audiophile Gemüter. Wir haben hierbei übrigens feststellen können, dass sich die Tuningverbesserungen zwar auch auf den optischen Digitalausgang auswirken, aber hauptsächlich Anwendern zugute kommen, die ihre Konsole per HDMI 1.3 (mit einem guten Kabel) an die Vorstufe ankoppeln.

Resümierend betrachtet, stellt die zweite Tuningstufe weit mehr dar, als das berühmte Sahnehäubchen auf dem Schokoguss: abgesehen von den offensichtlichen Verbesserungen in Bezug auf Seidigkeit und Tonalität (dank besserem Grundton), ist es die Summe der vielen kleinen Detailverbesserungen, welche das Gerät schmackhaft machen. In Kombination aller (mitunter) kleineren Fortschritte stellt sich insgesamt ein deutlich kultivierteres, lässigeres Klangbild ein. Ganz im Stile bester High-End Komponenten gelingt es der Playstation nun, gleichzeitig informationsreich, wie unaufdringlich und elegant zu spielen. Trotz aller Begeisterung über die tolle Tonqualität bei Nex-Gen Surroundformaten: beim Direktvergleich herkömmlicher Dolby Digital Tracks zwischen Blu-Ray und DVD (zB. bei den Harry Potter Filmen) stellen wir nach wir vor fest, dass ein hochwertiger DVD-Player nach wie vor die Nase vorne hat. Der Onkyo DV-SP1000E beispielsweise: auch wenn er kein Meister der Klangdynamik ist, so detailliert er speziell im unteren Mittenbereich noch facettenreicher und bietet bei actionreichen Szenen mehr Nachdruck. Sicherlich ist der Vergleich zwischen getunter Playstation und einem (ehemals) 4.600 Euro DVD-Player nicht unbedingt fair. Wir möchten mit dieser Gegenüberstellung keineswegs die akustischen Leistungen der Konsole in ein schlechtes Licht rücken, sondern vielmehr darauf hinweisen, dass die gesamte Blu-Ray Technologie trotz der hier gezeigten Leistungen immer noch Luft nach oben hat. Aktuell geht für audiophile Feinschmecker kaum ein Weg an einer Playstation-Modifizierung vorbei, doch sollte man trotzdem sehr gespannt auf die angekündigten Luxusplayer von Denon, Pioneer und Co. ein Auge (bzw. Ohr) werfen. Der bereits lieferbare Denon DVD-2500BT (1.099 €) deutet bereits das Potential an, was mit kompromisslosen High-End Playern zu realisieren sein wird. Kein anderes (aktuelles) Stand-Alone Gerät detailliert so akkurat und bietet derart audiophile Leistungen. Im Vergleich zur Stufe 2 Playstation bietet der Denon eine ebenso ausgeglichene tonale Balance und offeriert sogar das etwas exaktere Timing. Die modifizierte Spielkonsole kontert hingegen mit einem größerem Dynamikumfang und der fantastischen Seidigkeit im Klangbild. Für unser Hörempfinden geht die Playstation mit knappem Vorsprung über die Ziellinie, doch angesichts des engen Duells, sind wir sehr gespannt auf das (bereits angekündigte) Cinemike-Tuning für den DVD-2500BT. 

Bildeindrücke:

In Bezug auf die visuellen Eigenschaften verbessert sich die getunte Playstation ebenfalls. Obwohl die Sony Konsole schon in der Grundvariante keine nennenswerten Kritikpunkte aufweist und sich bereits auf einem Niveau mit diversen Stand-Alone Geräten befindet, kann man an ihr Verbesserungspotential ausmachen. Im Gegensatz zur Akustik bewirkt das Tuning jedoch keine solch umfassende Änderung, sondern verbessert die ohnehin schon gute Leistung in bestimmten Punkten.

Am Auffälligsten stufen wir die Steigerung der Bewegungsstabilität ein. Sicherlich kann auch das Tuning nicht kaschieren, dass 24 Frames eigentlich generell zu wenig für eine wirklich flüssige Filmdarstellung sind, aber zumindest verschmiert der Bildinhalt bei Kameraschwenks nicht mehr. Bei Blu-Rays mit erstklassiger Bildschärfe, wie zB. dem Simpsons-Film, fällt der Vorsprung in manchen Szenen teilweise immens aus! Beim Matt Groening Abenteuer merkt man aufgrund der vielen großen einfarbigen Bildelemente zudem, dass die Playstation nach dem Tuning auch in Bezug auf die Farbtrennung noch einen kleinen Schritt nach vorne gemacht hat. Schwierige Übergänge zwischen den knallgelben Protagonisten und den jeweiligen Hintergründen meistert die Konsole tadellos. In Bezug auf die Farbreinheit und -intensität beschert die Stufe 2 Modifikation ebenfalls einen wahrnehmbaren Zugewinn. Anwender von Plasma-TVs und hochwertigen Projektoren werden sich daher über eine bessere schwarz/grau Differenzierung erfreuen können. 

Die Modifikationen bewirken nicht nur Verbesserungen hinsichtlich der Farbwiedergabe und Bewegungsstabiltät, sondern insbesondere auch bei der Bildschärfe. Den zuvor erwähnten Simpons-Film kann im Prinzip sogar jeder 300 Euro Blu-Ray Player halbwegs konturgenau abbilden, da dieser fast schon überschärft vorliegt und hier sowieso keine richtige Tiefenstaffelung enthalten ist. Schwieriger ist es für einen Player hingegen bei Realfilmen wie zB. die "Fluch der Karabik" Filme für eine klare Detaillierung und ein hohes Schärfeniveau zu sorgen. So stellt die Cinemike-Playstation nicht nur Objekte im Bildvordergrund scharf dar, sondern versieht auch Elemente in tiefer liegenden Bildebenen mit einer hohen Modellierungsschärfe. Erfreulicherweise wirkt das Gesamtbild trotzdem nicht synthetisch, sondern punktet mit einer hervorragenden Plastizität. 


PS3 Menü mit Cinemike Logo

Nicht nur bei der Wiedergabe von Hollywood-Blockbustern wirkt sich das Tuning positiv aus. Die Verbesserung der Bildruhe bewirkt insbesondere auch bei Spielen Vorteile. Besonders bei Titeln, wo sehr viele Kameraschwenks zu beobachten sind, kann man teilweise erhebliche Fortschritte beobachten. Wir haben beispielsweise in der TV-typischen Halbtotalen beim Fußballspiel "UEFA Euro 2008" (EA Sports) deutlich mehr Details an den Spielern, Werbebanden und Zuschauern erkennen können, als dies bei einer originalen Playstation der Fall ist. Besser gespielt haben wir deswegen zwar nicht, doch besonders bei einer großflächigen Projektion mit einem gutem Beamer, bewirkt dieser Faktor ein großes Spaßpotential. Zu diesem Umstand gesellt sich außerdem die Tatsache, dass die gebotene Bildschärfe bei Spielen ebenfallls zunimmt. Speziell in der zweiten und dritten Bildebene erscheinen Objekte im Hintergrund etwas differenzierter. Dieser Effekt kann selbstverständlich nur dann wahrgenommen werden, wenn das Bildwiedergabegerät selbst nicht zum Schmieren neigt, wie leider ein Großteil der aktuell angebotenen LCD-Bildschirme. 

Ziehen wir eine kurze Bilanz: Durch die oben genannten Faktoren wird das Bild insgesamt nicht nur plastischer bzw. dreidimensionaler, sondern verwöhnt den Zuschauer auch mit einer höheren Bildruhe sowie Farbdynamik. Nach dem Stufe-2 Tuning darf sich die Playstation unverhohlen mit den aktuellen Top-Playern messen, ohne dabei als Verlierer vom Platz zu gehen. Selbst gegenüber dem aktuellen Blu-Ray Champion aus dem Hause Denon (DVD-2500 BT) kann die veredelte Spielkonsole ein paar Treffer landen und offeriert das stabilere Bild, sowie eine überlegene Bildschärfe. Dass die vorhandenen Ressourcen, im momentan wohl besten Stand-Alone HD-Quellgerät, in Teilbereichen auch für die Tuner aus Monschau nicht erreichbar sind, merkt man in manchen Aspekten ebenfalls: gegen die traumhaft tiefe Schwarzwiedergabe und die ungemeine Feindetaillierung, muss sich selbst die Stufe2-getunte Playstation knapp geschlagen geben. Insgesamt trennen sich beide Duellanten mit einem Remis, was für die modifzierte (und immer noch etwas günstigere) Playstation durchaus als Erfolg gesehen werden kann. Davon abgesehen, verhalten sich die Unterschiede in Bezug auf die Bildeigenschaften in einem wesentlich kleinerem Rahmen, als hinsichtlich der Akustik. Hier sind die Player allesamt recht nah zusammen, so dass Anwender ohne sehr hochwertige (und optimal kalibrierte) Wiedergabegeräte, ohnehin eher wenig visuelle Unterschiede feststellen dürften. Deshalb lohnt sich das Upgrade gegenüber des Stufe-1 Tunings hauptsächlich für akustisch veranlagte Heimkinofreunde. Schon diese Ausbaustufe bewirkt bereits eine deutliche Bildverbesserung, speziell in Bezug auf Stabilität und Schärfe. Das Stufe-2 Tuning bringt zwar zweifelsohne eine nochmalige Performancesteigerung mit, liegt aber eher im Bereich der Feinabstimmung.

In Bezug auf die DVD-Eigenschaften wirkt sich das Tuning zwar ebenfalls sehr positiv aus, kann aber die zugrundeliegende Bildverarbeitungsengine (inkl. Scaler und De-Interlacer) natürlich auch nicht wettmachen. Jene Baugruppen sind in Sony`s Konsole mit überdurschnittlichen Fähigkeiten gesegnet, müssen sich aber dem Realta-bestückten Denon DVD-3930  geschlagen geben. Er bietet die überlegene Feindifferenzierung in Bezug auf Farbtrennung und Bildschärfe, außerdem gelingt dem Denon-Player das Scaling und De-Interlacing noch etwas besser. Im Direktvergleich mit seinen Blu-Ray Kollegen steht die Cinemike-PS3 jedoch glänzend dar: der erst kürzlich in Deutschland auf dem Markt gebrachte Denon DVD-2500BT agiert unschärfer, birgt weniger In-Bild-Kontrast und hat zudem auch keine vergleichbare Farbdynamik bei PAL Material. Außerdem kämpft der Denon leider auch mit Scaling-Artefakten und bietet das unruhigere De-Interlacing. Während der DVD-2500BT als DVD Abspielgerät eher bedingt in Frage kommt, kann man die getunte Spielkonsole getrost als vollwertigen DVD-Player betrachten. High-End Anwender sollten trotzdem nach einem DVD-3930 Ausschau halten, da dieser nach wie vor die Spitze des technisch Machbaren im Bereich der DVD Bildeigenschaften markiert.

Fazit:

Ohne Zweifel beschert das hier vorgestellte Level-2 Tuning eine signifikante Verbesserung. Trotzdem lohnt sich die Investition deswegen nicht automatisch für jeden Besitzer einer Heimkinoanlage mit HD-Bildschirm. Viele der Modifikationen entfalten ihre volle Wirkung erst innerhalb einer hochwertigen Umgebung. Für diese Klientel gibt es derzeit wohl kaum eine ernsthafte Alternative. Sowohl in visueller, als auch akustischer Hinsicht überholt die Playstation dank Tuning-Power ihre Kontrahenten im HiFi-Rack. Die Bewertung des Preis-/Leistungsverhältnisses ist insgesamt zweigespalten: wer wochenlang die Angebotsflyer von Elektromärkten studiert hat, um seinen 37´´ HD-Ready LCD-TV irgendwo 50 Euro billiger abzustauben, wird ohnehin schon bei der Nennung der Tuninggebühr in schallendes Gelächter ausgebrochen sein. Und wir können es ihm nicht verübeln, denn für ihn wäre die Investion höchstwahrscheinlich genauso sinnlos wie ein Sonnenstudio in der Sahara. Andererseits bietet die PS3 mit Level 2 Tuning (Komplettpreis ca. 850 €) ein wesentlich besseres Preis-/Leistungsverhältnis als die uns bekannten BR-Player der umliegenden Preisklassen, wenn man die Performance umsetzen kann. Um beiden Ansichten gerecht zu werden, haben wir uns für eine positive, aber gemäßigte Preis-/Leistungswertung entschieden. Hierdurch soll erkennbar gemacht werden, dass das Tuning eine lohnende Investition sein kann, aber keine Ausgabe darstellt die sich für Jeden lohnt. Angesichts des momentan unerreichten technischen Potentials wäre eigentlich ein Referenzprädikat fällig gewesen, doch nach langem Überlegen haben wir uns schweren Herzens dagegen entschieden. Für rund 1.000 Euro erwarten wir von einem Referenzplayer eben nicht nur bestes Bild und Ton, sondern auch eine gediegene Verarbeitung und Bedienkomfort (wie zB. ein Gerätedisplay mit Laufzeitanzeige etc.).  Wenn Cinemike bei der (für Ende August) angekündigten Modifizierung des Denon DVD-2500BT einen ähnlichen Leistungszuwachs realisieren kann, stehen die Chancen hierfür hervorragend. Und bis dahin fungiert die Stufe-2 getunte PS3 als Geheimtipp für anspruchsvolle Anwender, die keine Scheu haben, eine Playstation neben die Vor-/Endstufenkombination zu stellen.

Die Kür für Sony's Playstation 3.
Die zweite Tuningstufe katapultiert die Spielkonsole in High-End Anlagen.


Cinemike Tuning für PS3 - Stufe 2
Tuningkosten komplett : 450 Euro
Test: 14.August 2008
Preis-/Leistung: 

+ deutliche Verbesserung in Bild und Ton gegenüber der Serienversion
+ Tuning wirkt sich auch auf DVD-Wiedergabe und Games sehr positiv aus

- Tuning benötigt sehr hochwertige Hardware, um sich zu entfalten
- zwei verschiedene Ansprechpartner im Garantiefall sind nicht vorteilhaft
- Tuning wird nur für 60GB und frühe Revisionen der 40GB Versionen angeboten

Website des Anbieters: www.cinemike.de

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Text: Lars Mette

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