High-End Test: Sherwood Newcastle P-965/A-965 Cinemike Vor-/Endstufenkombination ( Seite 1 von 3)(14.8.2006 - LM) Wer
sich mit dem Gedanken beschäftigt, eine High-End Surround
Vor-/Endstufenkombination anzuschaffen, wird recht schnell feststellen,
dass es mitunter sehr diffizil ist, zwischen überteuerten Exoten
und extrem puristisch ausgestatteten Modellen das Richtige zu finden.
Preise bis hin zu 20.000 Euro sind genauso wenig eine Seltenheit wie
völlig praxisfremde Features und sehr spezielle
Gerätekonzeptionen. Doch glücklicherweise beweisen einige
Hersteller, dass auch innerhalb dieser exklusiven
Preis-/Geräteklasse durchaus attraktive Produkte angeboten werden
können. Abgesehen von der faszinierenden Audionet MapV2/EPS/Amp7
Vor-/Endstufenkombination (ca. 15.000 Euro), lieferte besonders die
Firma Sherwood mit ihrer Newcastle P-965/A-965 Kombination eine
beeindruckende Vorstellung. Bei einem Komplettpreis von
(verhältnismäßig) günstigen 3.498 Euro bekommt der
Kunde eine reichhaltig ausgestattete Vorstufe mitsamt potentem 7 Kanal
Verstärker - beeindruckende klangliche Eigenschaften
selbstverständlich inklusive. Unser Testfazit im Winter letzten
Jahres ("überragend" mitsamt tadellosem
Preis-/Leistungsverhältnis) fiel dementsprechend positiv aus. Soweit,
so gut - doch trotz aller Qualitäten: die damals getestete
Vor-/Endstufenkombination hat auch ihre klanglichen Grenzen. Gemessen
am Preis sind diese zwar sehr hoch, verhindern aber das
Aufschließen zur gänzlich höchsten Klangdimension
á la Audionet, Meridian, Lexicon und Co.
In
Zusammenarbeit mit den Tuningspezialisten von Cinemike bietet Sherwood
nun auch eine getunte Version seines Flaggschiffes an. Erklärtes
Ziel dieses Projektes: Bestmöglicher Klang bei sinnvollen Features
und konkurrenzlos-günstigem Preis. Den genauen Einzelheiten der
technischen Modifikationen widmen wir uns ausführlich im Verlauf
dieses Testes, in preislicher Hinsicht ordnet sich die maximal-getunte
Geräte-Kombi mit exakt 6.978 Euronoch im preislichen Mittelfeld seiner Konkurrenten ein. Aufmerksame
Leser kennen von unseren Berichten nicht nur die Marke Sherwood,
sondern haben ebenfalls schon den Begriff "Cinemike" gehört. Als
Tuning-/Veredelungsabteilung der Firma MS-Technik fertigt
Chef-Techniker Michael Krehl unter dem Markennamen "Cinemike"
optimierte bzw. getunte HiFi-Geräte. In Bezug auf die Marke
Sherwood wurde Cinemike sogar als exklusiver sowie offizieller
Tuning-Partner ausgewählt. Daher ist ein Probehören bzw.
Kaufen eines Sherwood Cinemike-Edition Gerätes bei jedem
offiziellen Sherwood-Fachhändler möglich.
Selbstverständlichgelten hierfür auch weiterhin alle
Garantie- bzw. Gewährleistungsansprüche in unveränderter
Form. Eine
kundenorientierte Besonderheit dürfte alle bisherigen Käufer
der Sherwood-Newcastle Serie erfreuen: Die hier vorgestellten Cinemike
Tuning-Maßnahmen können zum selben Aufpreis wie bei
Neugeräten in den Genuss der Upgrades kommen. Lediglich einen
Nachweis für den Erwerb der Ware beim autorisierten Fachhandel
möchten die Tuning-Expertensehen, bevor die Modifikationen durchgeführt werden. Unter
diesem Aspekt vergleichen wir die getunten Komponenten nicht nur
hinsichtlich eines Neukaufes, sondern möchten auch unseren
zahlreichen Sherwood-Besitzern unter unseren Lesern, möglichst
aussagekräftige Informationen geben, inwiefern sich die
finanziellen Mehrausgaben auch in akustischer Weise widerspiegeln. Als
Vergleichsmodelle dienen uns vorrangig die Rotel- (1098+1095) und
Audionet (MapV2,EPS,Amp7) Vor-/Endkombinationen. Beachten Sie beim
Lesen des folgenden Tests bitte, dass wir sämtliche Bewertung nun
in Hinblick auf die neue Preisdimension vornehmen, und deswegen
durchaus Unterschiede zum Test der ungetunten Geräte
resultieren können. Dort können Sie übrigens auch in
Bezug auf Bedienung, Grundaufbau etc. noch detaillierte Informationen
zu den Sherwood-Geräten finden - in diesem Test fokussieren wir
hauptsächlich die Änderungen und Besonderheiten des Tunings.
 Wir
stellen die getunte Sherwood Vor-/Endstufenkombination übrigens
gleich im Komplettpaket mit dem HSB-600 vor. Dieser flache
Video-Switcher kann zwischen zwei HDMI-Terminals sowie einem
YUV-Anschluss umschalten. Es wird dabei weder eine Skalierung noch ein
De-Interlacing vorgenommen. Bei einem Preis von 399 Euro absolut
akzeptabel, zumal vielen Usern eine zuverlässig funktionierende
Umschaltung ohnehin am wichtigsten ist. Verarbeitung:
Nicht
direkt der Audi A8 unter den Vor-/Endstufen (was die Verarbeitung
betrifft), aber alles in allem sehr solide und ohne gravierende
Mängel. In der Preisklasse um die 7.000 Euro schlagen sich die
ursprünglich 3.500 Euro kostenden Geräte recht ordentlich -
das Cinemike-Tuning beschränkt sich (mit Ausnahme eines
zusätzlich aufgeklebten Markenlogos) auf das Innenleben. Das
schnörkellose, klare Frontdesign verleiht dem Sherwood Duo eine
imposante, unerschütterliche Optik.
 Die
Schraubterminals
der Endstufe kommen nicht an die Verarbeitungsgüte vergleichbarer
Mehrkanalverstärker heran. Oben sehen Sie die Sherwood-Terminals,
darunter haben wir für Sie die Anschlüsse einer preisgleichen
Rotel RMB-1095 5-Kanal Endstufe abgelichtet. Abgesehen von der minderen
Anfassqualität kommt bei der A-965 das Problem der relativ kleinen
Befestigungslöcher hinzu, so dass schon bei 4mm²
Lautsprecher-Kabel besser auf Bananenstecker umgestiegen werden sollte.
Diese nimmt die A-965 nach Entfernen der Schutzkappen klaglos und mit
festem Sitz auf.
 Ein
Indikator für die Wertigkeit der Verarbeitung ist vor allem die
Konstruktion bzw. Ausführung der seitlichen
Gehäusewände. Hier sieht man bei den Sherwood Geräten
schon Unterschiede zu manch anderem High-End Gerät (z.B. Audionet
MapV2 mit versenkten Inbus-Schrauben und Aluminiumdeckel). Fairerweise
soll jedoch auch erwähnt werden, dass viele Konkurrenten auch
nicht mehr als Sherwood zu bieten haben. Rotel oder Vincent müssen
sich bezüglich der Detailverarbeitung bei ihren Vorstufen hinter
Sherwood einordnen.
 Mit
der beigelegten LCD-Fernbedienung sind wir sehr zufrieden. Die
Druckpunkte der Tasten sind klar definiert, der Stromverbrauch
hält sich in Grenzen und praktisch ist das Layout obendrein.
Für die Multi-Zone Features legt Sherwood sogar noch einen kleinen
Zweitcontroller dazu - zwar nicht besonders high-endig, aber
funktionsgerecht. Nur zwei kleine kritische Anmerkung möchten wir
bezüglich der Hauptfernbedienung tätigen: Es wäre sowohl
eine Ladestation als auch eine Programmierung/Einrichtung per PC
wünschenswert.
Klare
ablesbare Schrift, dazu noch in 3 Schritten dimmbar - Heimkinoherz was
willst Du mehr ? Die Antwort könnte lauten: größere
Piktogramme und zweizeiliges Display. In dieser Hinsicht fällt vor
allem die Rotel RSP-1098 aus dem Rahmen, die ihre Besitzer sogar per
integriertem TFT Bildschirm informiert. Doch zurück zum Sherwood
P-965: im Vergleich mit anderen Vorstufen stufen wir das verbaute
Display als solide und ausreichend - nicht jedoch als neuenBenchmark ein. Fazit Verarbeitung:           Man
kann es Sherwood nicht anlasten, dass beide Geräte nicht das
Niveau der 7.000-Euro Klasse mitgehen können, schließlich
sind die beiden Komponenten ursprünglich für eine deutlich
niedrigere Preisklasse konzipiert worden. Bei unserem Test Ende 2005
konnten wir hierfür noch die Höchstpunktzahl vergeben, doch
nun müssen wir leider eine kleine Abwertung vornehmen. Es liegt in
der Natur der Sache, dass getunte Geräte eher mit inneren Werten
zu glänzen wissen, als mit einer opulenten Verarbeitung
beeindrucken. Unter diesen Gesichtspunkten schlagen sich die beiden
Gerätesogar recht wacker.
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