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 HARDWARE-TESTS

XXL-Test: Cinemike DVD-3930 L2 - per Tuning zum Preis-/Leistungswunder ? (Seite 3 von 3)
Klangwertung:

Mit dem CD DVD-3930 L2 kann es Ihnen sehr schnell passieren, dass Sie sich beim Durchlesen diverser DVD-Kritiken ernsthaft fragen, welche Version der Rezessent denn überhaupt im Player hatte: wo vielerorts von einer frontlastigen Kulisse oder fehlenden Details in den Höhen gesprochen wird, verwöhnt der getunte Player sein Publikum nicht selten (wohlbemerkt: bei denselben Filmen) sowohl mit einer permanenten, klar strukturierten Räumlichkeit, als auch einer vielschichtigen Höhenwiedergabe. Dies fällt ganz besonders bei ruhigeren Titeln auf, wie beispielsweise "Napola - Elite für den Führer". Die verschiedenen Gespräche zwischen den Soldaten innerhalb der Gemäuer von Burg Einstein gibt der Player vielschichtig auf die Lautsprecher. Feinste Echos und Umgebungsgeräusche kompletten nun auf einmal das Geschehen und sorgen für eine glaubwürdige akustische Umsetzung. Eigentlich könnte man mit dem CM DVD-3930 L2 den Projektor sogar komplett ausschalten, denn allein durch die Akustik ist hier heraushörbar, ob sich die Protagonisten in der heimeligen Stube, beim schweißtreibendem Sport im Innenhof oder im respekteinflößendem Büro des Anstaltsleiters befinden. Es ist generell sehr überraschend, wie viel "versteckte" Surroundinformationen auf so manchem Silberling schlummern, und nur darauf warten mit einem hochwertigem Player aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu werden. Beim Endkampf in Kill Bill Vol.1 werden nochmals deutlich mehr Schneeflocken und feines Glockengeläut herausgeschält und bei den Orks aus der Herr der Ringe-DVDs möchte man am liebsten gleich die Flucht ergreifen, angesichts des wilden Grunzens und Waffen-Scharrens auf allen Kanälen. Selbst bei der verzüglich gemasterten King Kong DVD klingt nun das Knacken der Äste beim Durchschreiten des Riesenaffen derart viel lebendiger, dass man im Direktvergleich zum Standard DVD-3930 fast schon meinen könnte, der Primat würde lediglich durch eine Gartenhecke in einem Vorort von Castrop-Rauxel spazieren gehen. 

Kleinholz macht übrigens nicht nur King Kong mit Flora und Fauna, sondern auch der getunte Player aus seinen Mitbewerbern, wenn es um Dynamik und das Entfachen von Basseffekten geht. Generell neigen fast alle Denon-Player dazu, im unteren Frequenzbereich enorm "anzuschieben", doch nach dem Tuning gelingt es dem DVD-3930 deutlich besser, Konturen in die Bassdarstellung zu bringen. Schnell aufeinanderfolgende, unterschiedliche Bass-Impulse (zB. Invasion auf die Normandie , Der Soldat James Ryan) gewinnen dramatisch an Präzision, Vielschichtigkeit und Dynamik. Ein hervorragendes Beispiel für diese Eigenschaft finden Sie auf der DVD des Oscar prämierten Filmes "Walk the Line" mit Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon: direkt am Anfang, noch während des Intros schwenkt die Kamera durch die Folsom-State Penitantiery (Gefängnis), während die Baseline eines Konzertes zu hören ist, welches in einem der Gebäude stattfindet. Dieses dumpfe, rythmische Grollen (Discobesucher kennen sowas sicherlich) ist nur bei absoluten Ausnahmeplayern (zB. Audionet VipG2) wirklich differenziert, musikalisch und glaubwürdig zu hören. Ein Standard DVD-3930 (oder auch ein beliebigerer anderer Player bis 3000 Euro) tendiert entweder in dieser Szene entweder zum "Vermatschen" der Impulse oder gibt diese erst gar nicht in genügender Intensität bzw. Quantität rüber. Falls Sie zu den Lesern gehören, die grundsätzlich sehr skeptisch in Bezug auf Unterschiede im Digitalklang sind, möchten wir Ihnen die soeben geschilderte Szene als Anschauungsmaterial in einer hochwertigen AV-Anlage empfehlen. 

Doch der getunte Denon-Player kann mit seiner Kraft weit mehr, als einfach nur Ordnung in Basseffekte zu bringen: ganz gleich, welches Genre Sie bevorzugen - jede Filmvorführung steht und fällt mit der Dynamik und dessen gekonnter Einarbeitung bei Klangereignissen. Ganz gleich ob sich Godzilla eher nach Hauskatze anhört, oder das Zuschlagen einer Autotür einem mittlerem Erdbeben gleicht: in beiden Fällen ist es um die Glaubwürdigkeit der Akustik geschehen. Bei unseren Tests mit dem Cinemike-Player offenbarten sich herausragende Qualitäten in Bezug auf jede Form der Dynamikbandbreite. Einerseits stellt er Explosionen/Schockeffekte und dergleichen mit einer unnachahmlichen Kraft und Wuchtigkeit mitten in das Auditorium, wartet aber ebenfalls mit einer enormen Portion Sensibilität auf, um Musikeinsätze fließend und harmonisch in das Gesamtklangbild einfließen zu lassen. Der schleppende - fast schon melodramatische Score von "Pearl Harbor" wird mit bedingungsloser Hingabe wiedergegeben und vermittelt dem Zuschauer die großen Emotionen des Filmes zu jedem Zeitpunkt in bestechender Art und Weise. 

Die ausgeglichene Tonalität sorgt für einen weiteren Pluspunkt, denn nun kann der DVD-3930 auch in der Mitten- und vor allem Höhenwiedergabe punkten und durch seine vielschichtige, differenzierende Spielweise Begeisterung entfachen. Dabei werden hochfrequente Effekte wie zersplitterndes Glas, oder grell-schreiende Pflanzen (Alraunenwurzeln / Harry Potter Teil 2) gleichermaßen informationsreich und hochdetailliert dargestellt, gleichzeitg aber nie aufdringlich oder gar stechend. Ganz im Gegenteil: der Cinemike DVD-3930 L2 bewahrt in jeder Lebenslage seine Souveränität und lässt sich nie dazu verleiten, angestrengt zu klingen. Sie können dies relativ einfach testen, indem Sie einfach (fast) jede beliebige Konzert-DVD genießen und bei lautem Applaus auf ihre Rearspeaker achten - besonders bei hohen Pegeln lassen sich viele Player dazu verleiten, mit übermäßiger Schärfe zu agieren, anstatt die frenetischen Zuschauermassen differenziert und detailliert wiederzugeben. 

Generell eignet sich der CM-DVD3930 L2 nicht nur für einen gemütlichen Filmeabend, sondern verleiht auch musikalischen Medien einen imposanten Auftritt. Musik-CDs werden detailliert, aber dennoch nie steril und emotionslos wiedergegeben. Gegenüber dem DVD-3910 stellen die analogen Ausgänge des Standard 3930ers zwar schon einen großen Fortschritt dar (speziell in Bezug auf die Höhenwiedergabe), doch dennoch sind noch Steigerungen notwendig, um den Denon-Player auch als audiophilen CD-Spieler für High-End Anlagen ernsthaft nutzbar zu machen. Das hier vorgestellte Level2 Tuning bewirkt auf die analogen Tonausgänge "nur" durch die Netzteiloptimierung eine Verbesserung, die hauptsächlichen Modifikationen fokussieren hingegen Digitalschaltungen (Audio+Video). Aus diesem Grund ist eine pauschale Aussage recht schwierig. Wenn die Surroundvorstufe (bzw. AV-Receiver) über eine hervorragende D/A Wandlung verfügt, werden Sie nach dem Tuning einen enormen Vorsprung gegenüber einer analogen Verbindung erfahren: grundsätzlich ist die Tonalität sehr ausgewogen und neigt nicht mehr zum Überzeichnen im unteren Frequenzbereich, außerdem gewinnt die Bühnenabbildung deutlich an Körperhaftigkeit.  Im Prinzip sind es diesselben Attribute, welche schon bei Surroundstreams den Cinemike DVD-3930 L2 gekennzeichnet haben, so dass auch Dynamik, Detaillierung und Präzision auf höchstem Niveau liegen - dieses Mal jedoch in deutlich größerer Abhängigkeit der verwendeten Vorstufensektion. Für Anwender, die auch bei analoger Verbindung höchste Ansprüche befriedigt haben wollen, empfiehlt sich an dieser Stelle das Upgrade auf Level3-Tuning (500 Euro). Vom CM DVD-3910L3 SDI wissen wir bereits um die signifikanten Steigerungen, die Cinemike hier verwirklichen kann.

Zu guter Letzt haben wir noch einen Testlauf für unser Leser gemacht, die ihren DVD-3930 nicht mit hochpreisigen Vor-/Endstufenkombinationen betreiben, sondern ihren Player per Denon-Link mit einem entsprechendem Receiver verbunden haben. Unser Denon AVC-A11XVA (ca. 4.000 Euro) belastet das Konto weitaus weniger und bietet "schon" einen formidablen Einstieg in die akustische Oberklasse, zumal er zusätzlich auch eine hervorragende Verarbeitung, Bedienkomfort und Features vereint. Doch lohnt sich das 1000 Euro Upgrade des DVD-3930 bei einem AV-Receiver überhaupt ? Außerdem betont Cinemike, dass hauptsächlich der coaxiale Digitalausgang vom Tuning profitieren soll und die proprietäre Denon-Link Schnittstelle nicht im Zentrum der Tuningansätze steht. Wir haben intensiv getestet und dabei sehr interessante Erkenntnisse gewinnen können: die Denon-Link Verbindung profitiert ebenfalls vom Tuning. Vor allem der Basswiedergabe merkt man dies an, wo eine deutliche Steigerung der Dynamik und Durchzeichnung festzustellen ist. Auch SACD- und DVD-Audio Medien dürfen sich einer gestiegenen Kunstfertigkeit erfreuen und spielen feingliedriger auf. Trotzdem sollte man die digitale coaxiale Verbindung nicht vorschnell aufs Altenteil verbannen, denn nach wie vor stellt sie die akustisch vorteilhafteste Verbindung des getunten Players dar und sollte so oft wie möglich genutzt werden.

Klangwertung Surround : 
Klangwertung Stereo : 
XXL-Konkurrenzvergleich:

Audionet VipG2 SDI + pp II SDI (ca. 10.000 €) 

Nicht nur bei unserer alphabetischen Aufzählung, sondern auch hinsichtlich der Audio- und Video Performance ist der VipG2 ganz vorne zu finden. Audionet betreibt bei seinem DVD-Player einen (selbst für High-End Verhältnisse) beispiellosen Aufwand und verbaut von der Granitplatte bis hin zu einer schwimmend gelagerten Laufwerkssektion alles, um eine perfekte Performance zu erreichen. Diese erreicht der Player besonders in akustischer Hinsicht und krönt den VipG2 zur besten Audioquelle, die wir jemals bei AREADVD hören durften. Mit dem bestechend guten SDI-Ausgang mutiert der VipG2 auch für videophile Anwender zur wunschlos-glücklich Maschine. Hat der CM DVD-3930L2 gegenüber dem VipG2 denn nun überhaupt seine Daseinsberechtigung ? Auf jeden Fall, schließlich kostet er nur rund ein Viertel einer VipG2/ppII SDI Kombination und bietet visuell nur ein geringfügig schlechteres Bild. Vergleicht man den getunten Denon-Player mit der onboard HDMI-Sektion des VipG2, gelingt dem Underdog sogar eine faustdicke Überraschung, denn der geballten Kraft eines getunten Realta-Prozessors kann die integrierte HDMI-Sektion des Audionet-Players (basiert auf dem Pioneer DV-686 Player) nichts entgegensetzen.


Accustic Arts Surround Player 1 (ca. 4.600 €) 

Der Surround Player 1 des schwäbischen High-End Herstellers Accustic Arts stellt das typische Opfer eines Cinemike-getunten Gerätes dar: wie der Audionet VipG2 basiert auch der SP1 auf einem älteren Pioneer-Chipsatz und kann somit dem DVD-3930 nichts Ebenbürtiges entgegnen, was die Videoperformance betrifft. Erschwerend kommt für den Player noch hinzu, dass der Hersteller keine SDI Option gegen Aufpreis anbietet. Akustisch betrachtet liefert sich der Surround Player 1 ein Kopf-an-Kopf Duell mit dem CM DVD-3930 L2, wobei hier jedes Gerät andere Schwerpunkte setzt. Der getunte Denon-Player gefiel uns vor allem mit seiner dynamischen, neutralen Spielweise bei DVDs, während sein Kontrahent bei analogen Mehrkanalsound und Stereo Akzente setzte und vereinzelte Details etwas besser herausarbeitet.


Cinemike DVD-3910 L3 SDI + pp II SDI (ca. 5.500 €) 

Selbstverständlich darf auch der Vergleich zum bekannten Vorgängermodell nicht fehlen. Die HDMI-Performance des CM DVD-3930 L2 ist überraschend dicht an der SDI-Kette dran, lediglich in Bezug auf Farbreinheit und Tiefe des Bildes geht der Scaler hauchdünn in Führung. Beide Geräte markieren die absolute Spitze im Bereich der De-Interlacing Eigenschaften, wobei die SDI-Kette bei Film- und der getunte DVD-3930 mit Videomaterial leichte Vorteile verbuchen kann. Mit Ausnahme der analogen Mehrkanalwiedergabe liegen beide Player akustisch auf demselben hohen Niveau, nur knapp hinter dem vielfach teureren Audionet VipG2. Wer einen getunten DVD-3910 mit SDI-Anbindung sein Eigen nennt, darf sich nach wie vor auf der Spitze des technisch Machbaren wähnen. Doch der wesentlich günstigere CM DVD-3930 L2 hält sehr gut dagegen und bietet für weniger als die Hälfte des Kaufpreises eine fast identische Performance. 


Cinemike SD-860 L2 (ca. 900 €) 

ja - sie haben richtig gelesen ! Der kleine Sherwood-Player kostet weit unter 1000 Euro und darf sich dennoch in dieser erlauchten Zusammenstellung der edelsten DVD-Player nicht fehl am Platz fühlen: visuell reicht das Gebotene nur für Mittelmaß, aber in klanglicher Hinsicht überrascht der Player mit einer ausgewogenen, erwachsenen Akustik und positioniert sich gleich hinter den getunten Denon-Modellen auf dem dritten Rang. Die unbändige Kraftentfaltung mitsamt der brachialen Dynamik eines DVD-3930 gehen dem SD-860 zwar ab, doch ansonsten befindet er sich auf einem vergleichbaren Niveau und lässt sich erst in sehr hochwertigen Umgebungen von seinen Schwestermodellen abhängen. 


Denon DVD-3930 (ca. 1.500 €) 

Damit wir uns nicht falsch verstehen: schon das Grundgerät vollbringt bemerkswerte Leistungen, besonders die Videoqualität per HDMI katapultiert DVDs auf ein bislang kaum gekanntes Qualitätsniveau, welches bislang nur deutlich teueren Lösungen vorbehalten war. Trotzdem fällt der Abstand zum getunten Gerät recht groß aus. Die Bildwiedergabe gewinnt in Ruhe (deutlich weniger Kammeffekte) und Souveränität und akustisch sind die Unterschied gar dermaßen groß, dass man durchaus von einem Klassenunterschied sprechen darf (bzw. muss): vor allem Basspräzision, Dynamik und Tonalität werden durch das Tuning maßgeblich verbessert. Wer einmal beide Player im Direktvergleich miteinander verglichen hat, dürfte wie paralisiert zum Geldbeutel greifen und die Tuningkosten ohne Murren bezahlen. Cinemike zeigt beim DVD-3930 sehr eindrucksvoll das Tuning aus einem Gerät mit viel Potential einen kleinen Juwel zaubern kann, wenn man es richtig anpackt. Besonders augenscheinlich wird der Unterschied übrigens beim Aktivieren des onboard Lip/Sync Modus - während der "normale" DVD-3930 klanglich abbaut, bleibt die Aktvierung dieses Features beim Cinemike-Modell fast ohne Auswirkungen. Die analoge Klangqualität gewinnt durch das Tuning ebenfalls, allerdings nicht im gleichen Maße wie die digitale Tonausgabe. Wer Musik-CDs bestmöglich genießen will, dem sei eine Kombination aus Digitalverbindung und hochwertiger D/A Wandlung in der Vorstufe empfohlen, ansonsten wäre der Griff zum Level3-Tuning oder ein klassischer CD-Spieler die bessere Wahl. 


Denon DVD-A1XVA (ca. 4.000 €) 

Etwas unglücklich positioniert sich mittlerweile der größte Denon Player: konnte er bislang mit seiner herausragenden Video-Performance punkten, so stellt ihn nicht nur der getunte Player in den Schatten, sondern sogar schon das Grundgerät für 1.500 €. Die akustische Seite war ohnehin noch nie die Spezialdisziplin des DVD-A1XVA, so dass er es schwer hat, seinen hohen Kaufpreis zu rechtfertigen. Außerdem verhindert die Preispolitik bei Denons A1-Premiumprodukten, dass dieser Player zu günstigeren Straßenpreisen als Schnäppchen auftaucht. Auf der Haben-Seite kann man hingegen die opulente Verarbeiungsqualität, den beeindruckenden technischen Aufbau sowie das respekteinflößende Design verbuchen, so dass der DVD-A1XVA nach wie vor als begehrter Luxusplayer anzusehen ist.


Marantz DV9600 (ca. 2.000 €) 

Gleich nach den getunten Cinemike-Playern (u.a. Sherwood SD-860, Denon 3910+3930) gehört der DV9600 zu den Akustikspezialisten in seinem Preisbereich. Er verbindet ebenfalls einen ausgewogenen Klang sowie ansprechende visuelle Leistungen, findet aber in beiden Disziplinen speziell beim CM DVD-3930 L2 seinen Meister. Marantz hat es geschafft, dem verbauten Pioneer Videochipsatz alles abzuverlangen, so dass sich der Player recht wacker aus der Affaire zieht und in den Grunddisziplinen (Farbnatürlichkeit, Schärfe, Kontrast) in Sichtweise eines ungetunten DVD-3930 bleiben kann. Der optimierte Denon hingegen liegt diesbezüglich deutlich vorne und sollte nicht nur für visuell veranlagte Anwender mit großem Abstand auf der Pole Position stehen.


Onkyo DV-SP1000E (ca. 4.600 €) 

"Jeder Zeit hat ihre Helden..." implizierte die Onkyo-Werbung im Jahr 2004, als ihre Vorzeigekomponenten weltweit von Presse und Anwendern auf den Thron der Unterhaltungselektronikindustrie gehievt wurden. Auch heuer zählen TX-NR5000E und der DV-SP1000E noch zu der Elite ihres jeweiligen Marktsegmentes, doch durch Preisverfall und technische Weiterentwicklung vermochte es bereits der ungetunte DVD-3930, den DV-SP1000E in Bezug auf die Videoperformance vom Thron zu schubsen. Das Cinemike-getunte Gerät spielt im Direktvergleich schlichtweg noch einmal eine Klasse besser - sowohl akustisch als auch visuell.  Sind es videoseitig primär die De-Interlacing und Scaling-Eigenschaften, so haben wir akustisch den größten Unterschied in der gebotenen Dynamik und Spielfreudigkeit gefunden. Trost für Onkyo: mit Ausnahme der Cinemike-Geräte und des Audionet-Players darf sich der DV-SP1000 trotz seines Alters nach wie vor gleich dahinter einreihen und bietet mit einer bestechenden Verarbeitung und dem zeitlos eleganten Design immer noch enorme Reize, zumal bei diesem Modell teilweise sehr günstige Straßenpreise realisierbar sind und den Traum eines klassischen High-End Players in Reichweite rücken lassen.

Interview mit dem Entwickler des CM DVD-3930:

Mit diesem Test erweitern wir die Berichterstattung auf AREADVD um eine neue Rubrik, welche fortan öfters auf unseren Seiten zu finden sein wird: ein Interview direkt mit dem Hersteller/Entwickler. Hierbei geht es uns jedoch nicht darum, dem Hersteller eine Plattform für Marketing zu geben - wir erhoffen uns neben interessanten Einblicken zur Entwicklung vor allem auch Antworten zu bestimmten Eigenschaften, die wir im Laufe unseres Tests kennengelernt haben. Ziel unseres Interviews soll es sein, Ihnen eine zusätzliche Betrachtungsweise (die des Entwicklers) anbieten zu können. Das folgende Interview führen wir mit Michael Krehl, dem Chefentwickler der Firma Cinemike. Herr Krehl ist 29 Jahre jung, ausgebildeter Elektroniker und hat in seiner beruflichen Vergangenheit (ua. Cinemateq/CInematrix) schon seit Jahren intensiv bei der Entwicklung von Soft- und Hardware im Heimkinobereich mitgewirkt. 

AREADVD: Herr Krehl, Vielen Dank, dass Sie uns für dieses Interview zur Verfügung stehen um unseren Lesern ein paar Einblicke in die Entwicklung des CM DVD-3930 L2 zu geben. Wir haben auf AREADVD ja schon mehrere, Ihrer getunten Produkte getestet - inwiefern unterscheidet sich denn der Tuningsansatz des DVD-3930 von anderen getunten DVD-Playern wie zB.  seinem Vorgänger dem DVD-3910 ? 

Cinemike: Das Ziel was wir erreichen wollen ist bei jedem Player gleich. Jedoch unterscheiden sich die Player im Originalzustand sehr voneinander. Der eine Player klingt eher hell und analytisch, der andere zu warm und zurückhaltend. Es ist also bei jedem Player eine neue Herausforderung, da die Vorraussetzungen sehr unterschiedlich sind. Der 3930 war eine sehr hohe Herausforderung und es waren einige Hürden zu bewältigen. Zum einen war hier natürlich die Videoseite genauso wichtig wie die Audioseite. Bei bisherigen Playern haben wir auf der Videoseite immer den SDI Weg genommen, sodass der Videoausgangspart nicht so im Vordergrund stand. Dies war hier anders. Die Tatsache in diesem Player einen der Leistungsfähigsten Videochips des Marktes zu haben hat uns zu der Entscheidung geführt, hier auf den SDI Weg zu verzichten und die im Player verbauten Ausgänge zu nutzen. Leider hat diese Entscheidung eine zweite Hürde hervorgebracht. Der Realta produziert einen nicht ganz unerheblichen Zeitversatz zwischen Bild und Ton, der in Verbindung mit digitalen Bildgeräten zu einem zu hohen Delay führt. Wir mussten also bewerkstelligen, dass man den im Player integrierten Lipsync aktivieren kann ohne das der Ton zu sehr darunter leidet. Dies hat dann etwas mehr Zeit benötigt, da der Player hier einen relativ großen Klangabfall hatte.

AREADVD: Durch Ihre Eingriffe werden die Geräte zweifellos besser, aber auch deutlich teurer und kosten anschließend teilweise mehr als doppelt so viel, wie die Originalversionen. Was entgegnen Sie Kunden/Interessenten, welche die Tuningkosten für unverhältnißmäßig hoch halten ?

Cinemike: Grundsätzlich empfehlen wir den Kunden sich das Gerät im Vergleich anzuhören oder anzusehen. Die Tunings werden entwickelt um den Kunden zufriedener zu machen. Wenn ein Kunde keinen Unterschied hört, raten wir sogar ab, das Tuning machen zu lassen. Es bringt keinem etwas Geld für etwas auszugeben, von dem er keinen Nutzen hat. Bis jetzt ist dieser Fall aber noch nicht eingetroffen. Alle bisherigen Kunden waren äußerst zufrieden. Der Preis setzt sich zu einem erheblichen Teil aus der Zeit zusammen, die für den Umbau benötigt wird. Hinzu kommen natürlich noch die Bauteilkosten und die Entwicklung. Beim aktuellen Tuning des 3930 wurden z.B. beim Stufe 2 Tuning ca. 125 Änderungen vorgenommen.

AEADVD: Warum ziehen Sie es vor, bestehende Geräte bekannter Hersteller zu optimieren, anstatt eine komplett eigene Neukonstruktion zu bauen, wo Sie ihre Konstruktionsphilosophie eigentlich ja deutlich konsequenter umsetzen könnten ?

Cinemike: Eine komplette Eigenentwicklung eines Gerätes kostet zu viel Zeit und noch mehr Geld. Dies würde dazu führen, das der resultierende Marktpreis viel höher wäre als er mit der Tuningvariante zu erreichen ist. Wir sind als Firma dafür zu klein und wollen auch nicht das Rad neu erfinden. 

AREADVD: Was ist die Zielgruppe, die Sie mit ihrem Gerät, bzw. den verschiedenen Tuningsstufen ansprechen möchten ? 

Cinemike: Wir versuchen die Leute anzusprechen, die ein ernsthaftes Interesse an Musik und Film haben und das Beste aus beiden Welten vereinen möchten. Einer der wichtigsten Punkte ist für uns die Emotionsübertragung die für Musik und Film gleichermaßen ungemein wichtig ist. Diese Übertragung findet bei vielen Geräten leider nur begrenzt statt und trübt den Musik und Filmgenuss. Dies ist der Grund warum wir sointensiv an der Sache arbeiten.

AREADVD: Mal eine persönliche Frage, wenn sie gestatten: wie sehr spielt Heimkino/Hifi eine Rolle in Ihrem Privatleben ? Wenn man den ganzen Tag nur mit Heimkino-Equipment zu tun hat, schaut man dann abends trotzdem noch gerne eine DVD an, oder hat man dann irgendwann keine Lust mehr ?

Cinemike: Das ganze ist ja aus dem Hobby heraus entstanden. Der Ursprung des ganzen war damals die Unzufriedenheit mit Seriengeräten im eigenen Heimkino. Man kann also sagen das ganze wird zusätzlich durch eine gehörige Portion Eigeninteresse angetrieben. Ich schaue sicher jeden Abend einen Film/Konzert oder höre einfach nur Musik. Aus Testgründen und natürlich auch aus Spaß an der Sache. Meine Arbeit hört nicht auf wenn ich nach Hause gehe – sie geht nahtlos weiter.

AREADVD: Vielen Dank für das interessante Gespräch.

Fazit:

Obwohl wir bislang jedem Cinemike-getunten Gerät eine Kaufempfehlung aussprechen konnten, so überflügelt der Cinemike DVD-3930 L2 seine Artgenossen bei Weitem: die Relation zwischen Tuningaufpreis, Grundgerät und Verbesserung stehen in einem außerordentlich attraktiven Verhältnis, welches wir mit einem perfekten Preis-/Leistungsindex in der Gesamtbewertung auch offiziell zum Ausdruck bringen möchten. Für insgesamt 2.500 Euro bietet der modifizierte Denon-Player weit mehr audiovisuelle Qualitäten und kann sogar mit vielen deutlich(!) teueren Kontrahenten auf Augenhöhe kämpfen. Und im Gegensatz zum CM-3910L3 SDI benötigt der Nachfolger nicht erst einen externen Scaler um visuelle Höchstleistungen zu erbringen. Ganz im Gegenteil: der getunte 3930er markiert derzeit die Spitze des Machbaren (bezogen auf onboard HDMI/DVI Bildausgabe) und spricht somit dank gestiegener Bildruhe, Farbdynamik und Differenzierungsvermögen sogar Käuferschichten an, denen die Akustik lediglich sekundär ist. Wer dem Player hingegen auch eine hochklassige Beschallung zur Seite stellt, wird nach dem Genuss seiner Lieblings-DVDs/CDs womöglich am liebsten gleich einen Blumenstrauß an die kleinen Firma in der Eiffel schicken lassen, denn er öffnet wie kaum ein Zweiter die Tür zu neuen Klang- und Bildwelten. Neben dem Audionet VipG2 setzen wir in unseren High-End Studios fortan ebenfalls auch auf einen CM DVD-3930, um künftige Lautsprecher, Elektronik und natürlich Bildwiedergabegeräte zu Höchstleistungen anzuspornen. Für wen lohnt sich nun die Investition in ein solches Tuning ? Nun - pauschal können und möchten wir diese Frage nicht beantworten, doch wer qualitativ noch mehr aus seiner AV-Anlage herausholen will und auch eine entsprechende Umgebung bereitstellt, wird mit dem 1000 Euro Tuningpaket womöglich eine der besten Entscheidungen treffen, an der sein Heimkino jemals teilhaben durfte.

Dank Tuning mutiert der Denon DVD-3930 vom Favoritenschreck zum High-End Killer.
Die ohnehin hohe Performance erreicht nun absolutes Top-Niveau - in Bild und Ton.


Cinemike DVD-3930 Level 2 , Preis 2499 Euro
Multiformat DVD Player, Oberklasse
Test: 12. April 2007
Preis-/Leistung: 

Website des Anbieters : www.cinemike.de

+ hervorragende Bildsektion: Upscaling, De-Interlacing waren ohnehin vorbildlich, Farbdynamik , Tiefenstaffelung und Natürlichkeit legen nochmals zu.
+ umfangreiche Einstellungsmöglich des Video-EQs inklusive sehr gutem DPIC und sensibler Gamma-Korrektur
+ deutliche Verbesserung der digitalen Tonausgabe: Dynamik, Tonalität und Präzision sind auf Referenzniveau
+ Problematik der Ton-Verschlechterung bei onboard HDMI Lip/Sync wurde deutlich verbessert
+ eignet sich hervorragend als CD-Player Ersatz (bei digitaler Ausgabe und hochwertiger Wandlung der Vorstufe)
+ nach dem Tuning sind auch DVDs aus anderen Regionen lauffähig
+ solide Verarbeitung des Players und der Laufwerksmechanik
+ fast unhörbares Laufwerk, hohe Medienkompatibilität
+ günstiger Kaufpreis (in Relation zum Gebotenen)

- träge Menünavigation und Medienerkennung
- Fernbedienung nicht komplett hinterleuchtet

Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:



Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:

Redaktion: Lars Mette

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