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XXL-Test: Cinemike DVD-3930 L2 - per Tuning zum Preis-/Leistungswunder ? (Seite 2 von 3)
Testumgebung und Kombinationsempfehlung:

Hand aufs Herz: wenn Sie für Ihr sportliches Auto einen passenden Reifen suchen - würden Sie dann einem Tester glauben, der ihre Wunschkandidaten auf einem Mittelklassewagen montiert und mit maximal 160 km/H über den Testparcours schleicht ? Wir jedenfalls nicht - und aus diesem Grund betrachten wir hochwertige HiFi-Geräte auch nur zusammen mit erlesenen High-End Komponenten, die sich im harten Redaktionsalltag bewährt haben. 

Die Testreihen des CM DVD-3930 L2 haben wir hauptsächlich mit unserem Isophon/A.C.T./Audionet Gespann durchgeführt. Diese, über 50.000 Euro kostende Kombination, gibt dem Player maximale Entfaltungsmöglichkeiten und bringt alle klanglichen Facetten zum Vorschein. Die Bildwertung erfolgt mit Hilfe eines Mitsubishi HC-2000 DLP-Projektors; als absolute Referenzquelle dient ein Audionet VipG2 mit SDI an einem getuntem cinemateq Picture Optimizer II SDI. Selbstverständlich schenken wir auch der Raumakustik sowie der Strom- und Signalverkabelung große Aufmerksamkeit.

Selbstverständlich haben wir auch viele andere Kombinationen mit dem Player betrieben. Hier sehen Sie das HiFi-Rack in unserem zweiten High-End Studio, welches aus 5 MAA-705 Monoblöcken von Advance-Acoustic sowie Audionet Map1 und Monitor Audio Lautsprechern besteht. Als Bildwiedergabegerät fungiert dieses Mal ein Plasma-TV (Pioneer PDP 506-XDE). Die Umschaltung zwischen verschiedenen Bildquellen übernimmt ein 4:2 Gefen HDMI-Switcher. 

Bei einer solch potenten Bild- und Tonquelle wie dem Cinemike-Player fällt eine Kombinationsempfehlung denkbar einfach aus: so gut wie nur irgendwie möglich. Die neutralen Bild- und Toneigenschaften harmonieren grundsätzlich mit jeder Art von Elektronik und Lautsprechern. Es stellt sich somit eher die Frage, ab welchem technischen Level der CM DVD-3930L2 überhaupt seine Vorteile ausspielen kann. Genau an diesem Punkt haben wir zwischen dem optimierten und unberührtem DVD-3930 unzählige Tests mit verschiedenen Aufbauten durchgeführt und waren überrascht, dass das Niveau mancher 2000-Euro Surround-Sets (zB. Nubert nuWave/nuLine) schon ausreicht um eine gute Relation zwischen hörbaren Tuningauswirkungen und Kosten zu erzielen. Eine sehr gute Schnittmenge zwischen umsetzbarer Klangqualität und Preis liegt ebenfalls in der nächsthöheren Preisregion, wo sich beispielsweise das Wharfedale-Opus Set oder die Monitor Audio Gold-Signature Serie befinden. 


Isophon / A.C.T. Lautsprechergespann in einem unserer Teststudios

Generell sollte man bei seiner Mehrkanalanlage unbedingt auch auf gute Surroundspeaker achten, da der Cinemike-Player sehr viel mehr an Umgebungsinformationen bereithält und die rückwärtigen Kanäle stärker miteinbezieht. Tonale Unterschiede zwischen den einzelnen Lautsprechern werden dabei übrigens schonungslos aufgedeckt - von Mischbestückungen (verschiedene Hersteller bzw. Serien) oder zu heftigen Größenunterschieden würden wir daher komplett abraten. Im Zweifelfall hilft das Anheben der Trennfrquenz auf 80Hz, um die Homogenität wenigstens im Bassbereich etwas zu steigern. Große Beachtung sollte man übrigens nicht nur der Aufstellung der Speaker im Allgemeinen, sondern insbesondere auch des Subwoofers schenken. Anspruchsvolle Anwender stellen sich sowieso am besten mindestens zwei Tieftonmeister in ihr Heimkino, alle anderen sollten zumindest grobe Aufstellungsfehler vermeiden, damit die verbesserte Tieftonwiedergabe nicht inmitten von Raummoden und Dröhnfrequenzen erstickt. 


Im anderen Testsetup befinden sich u.a. Monitor Audio Lautsprecher aus der Gold Signature Serie.

Sieht die Situation bei Lautsprechern somit also recht erfreulich aus, so stellt sich die Kombinatorik mit AV-Equipment schon etwas komplexer dar. Um es kurz und schmerzlos zu machen: wir kennen derzeit keinen AV-Receiver unterhalb der 2000 Euro Marke, der das klangliche Potential eines CM-Players soweit ausschöpfen kann, dass wir von einer lohnenswerten Kombination sprechen würden. Selbst bei AV-Boliden ist nicht jedes Modell für eine vielschichtige, sensible Umsetzung der Audiodaten geeignet. Hier ragen (neben dem Onkyo TX-NR5000E) besonders die beiden Denon-Modelle AVC-A11XVA und der große Bruder AVC-A1XVA im positiven Sinne heraus und positionieren sich gleichermaßen als Klang- und Ausstattungskünstler. Doch aller akustischen Qualitäten der vorangegangenen Geräte zum Trotz: die erste Wahl für einen Cinemike-Player bleiben puristische Vor-/Endstufenkombinationen. Für verhältnismäßig wenig Geld bietet zB. die Audiolab 8000er Kombination (ca. 3.500 Euro) einen enormen klanglichen Gegenwert. Auf dem Gipfel der audiophilen Landschaft befinden sich Besitzer einer Audionet Zusammenstellung und erfreuen sich einer technisch erstklassigen, makellosen Umsetzung in Symbiose mit potenten Schallwandlern. 

Ähnlich wie auch ein Formel-1 Auto nicht allein durch einen potenten Motor, hervorragende Pneus sowie einen fähigen Fahrer zum Weltmeisterschaftsanwärter mutiert, verhält es sich in Bezug auf hochwertige AV-Systeme: erst das optimale Zusammenspiel aller Komponenten bringt Top-Ergebnisse. Als wichtigen Qualitätsfaktor haben wir bezüglich hochklassiger Quellgeräte vor allem die Audioverkabelung kennengelernt. Schon seit über einem Jahr greifen wir bei High-End Tests auf das Cinemike Spezial (coaxiales Digitalkabel, 1 Meter = 265 Euro) zurück. Wir möchten an dieser Stelle keinen Glaubenskrieg über Sinn oder Unsinn von hochwertiger Verkabelung entfachen, sonden experimentierfreudige Anwender einfach nur dazu ermutigen, sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen und bei dem Fachhändlers ihres Vertrauens ein paar Kabel auszuleihen. Unserer Meinung nach lohnt sich dieser Schritt bei einer High-End Anlage und offenbart nochmals ein überraschend großes Klangpotential. Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit Stromkabeln, doch dieser Thematik widmen wir uns bereits in Kürze und informieren Sie in Form eines Specials über entsprechende Produkte und deren technische Wirkungsweise.



Sicherlich muss es nicht gleich der oben abgebildete Marantz VP11-S1 (15.000 Euro) sein, um ein gutes Bild mit dem Cinemike Player zu erhalten, doch wenn Sie nach der maximalen visuellen Erfahrung streben, gibt es derzeit wohl kaum eine bessere Lösung, den Full-HD Genuss nach Hause zu holen.

Unsere hauptsächlich verwenden Geräte in der Übersicht:

Bildwiedergabegerät Mitsubishi HC2000, DLP Projektor / Pioneer PDP-506XDE, Plasma-TV
Lautsprechersysteme Monitor Audio Gold Signature 5.0 Set / Isophon EuropaII, Solaris, Galileo 7.0 Set
Subwoofer A.C.T. AL4x3 DSP / AL4x4 DSP 
AV-Amp/Receiver Onkyo TX-NR5000E / Denon AVC-A11XVA
VE-Kombi Audionet MapV2, EPS, Amp7, Amp2GII 
Audionet Map1, EPS, 5x Advance Acoustic MAA-705
Bildwertung:

In Bezug auf seine visuellen Eigenschaften steht der Cinemike DVD-3930 schon vor dem ersten Test unter einem guten Stern, schließlich  markiert diesbezüglich bereits der Standard-Player den Benchmark. Doch trotz der guten Ausgangslage bleibt den Tunern noch genügend Spielraum nach oben, um ihr Produkt vom Seriengerät positiv aufzuwerten. Beispielsweise zeigt die Kombination aus cinemateq SDI-Player + picture optimizerIISDI in manchen Bildkriterien, dass aus guten DVDs noch mehr herauszuholen ist.  Wir sind daher also sehr gspannt, ob Cinemike diese Lücke vollends schließen kann und der DVD-3930 somit die best vorstellbare Bildquelle darstellt.

Schon nach wenigen Minuten wird klar: das Tuning bewirkt beim ohnehin schon herausragenden Bild des DVD-3930 tatsächlich eine nochmalige Steigerung, wenn auch nicht im selben extrem großen Maße wie hinsichtlich der akustischen Eigenschaften. Die Schärfetestbilder unserer AVEC Professional TestDVD meistert der Player noch gekonnter als sein Serienpendant. Insbesondere die feinen Muster diverser Testbilder auf unserer AVEC Professional DVD setzt der Cinemike-Player mit extremer Akuratesse und Fingerspitzengefühl heraus, gleichzeitig wirkt das Bild stets sehr angenehm und zu keinem Zeitpunkt überschärft oder gar steril. Auch die Farbwiedergabe gelingt dem Player noch eine Spur besser, besonders Farbabstufungen in extrem dunklen und hellen Bereichen sind nun noch klarer herausgearbeitet.


(Screenshot aus "Event Horizon" / Paramount Pictures)

Doch abgesehen von den synthetischen Testbildern hat sich der CM DVD-3930L2 vor allem beim praxisnahen Test mit "normalen" Film-DVDs in die Herzen (bzw. Augen) unserer Redaktion gespielt. Die feinen Strukturen und Details der Raumschiffe bei Star Wars EPIII sind nun mit einer derartigen Finesse herausgeschält, dass man als Zuschauer gar nicht mehr weiß, wohin man zuerst blicken soll. Hierbei beschränkt sich der Player aber nicht nur auf Bildelemente im Vordergrund, sondern wertet ebenfalls weiter entfernte Objekte (Sterne / Planetenöberfläche von Coruscant) deutlich auf. In den Cockpitaufnahmen sorgt die überlegene Schwarz/Grau Durchzeichnung für mehr Plastizität und verhindert ein "Absaufen" dunkler Bildbereiche im Vergleich zu den grell blinkenden Instrumenten. Die Farbnatürlichkeit stellt für den CM DVD-3930 ebenfalls kein Problem dar, wie unschwer an der Gesichtsfarbe von Anakin und Obi Wan während ihrer Dialoge zu erkennen ist. Generell fällt auf, dass der getunte Player in Bezug auf Klarheit und Bildstabilität deutlich zulegen kann. Durch die größere Bildruhe gelingt dem Player auch die sensible Differenzierung verschiedener Bildebenen noch besser als dem Standard DVD-3930.

Erfreulicherweise gewinnt der DVD-3930 durch das Tuning nicht nur in Bezug auf die Performance mit aktuellen Hochglanzproduktionen. Wer öfters einmal DVDs mit TV-Staffeln auf seinem Equipment anschaut, wird erfreut feststellen, dass beispielsweise die visuell lediglich durchschnittlich genasterteten Episoden der Al Bundy-Saga (Eine schrecklich nette Familie), mit einer harmonisch und strukturierten Wiedergabequalität aufwarten können. Störende Begleiterscheinungen wie Pixel- oder Nachzieheffekte kennt der DVD-3930 ohnehin nicht, und dank des Tuning nimmt die Bildtiefe, Farbdynamik und Schärfe in einem deutlich warhnehmbaren Maße zu.

Insgesamt muss sich selbst der DVD-A1XVA geschlagen geben. Er besitzt zwar eigentlich den gleichen Videochipsatz, aber die erstaunlich reale und greifbare Modellierung (sowohl bei guten als auch mittelmäßigem Filmmaterial) des getunten Modells liegt nochmals eine gute Klasse höher. Erfreulicherweise muss man nicht einmal ein besonders hochwertiges Bildwiedergabegerät sein Eigen nennen, um von den visuellen Vorzügen des Tunings zu profiteren. Klar: es sollte nicht unbedingt die von Oma geerbte 82cm Bildröhre sein - aber "schon" mit guten 42´´ Plasma-TVs oder eiem Projektor der >2000 Klasse kann man am Fortschritt des Tunings teilhaben. Wer hingegen in ein hochwertiges Gerät wie den Pioneer PDP5000EX investiert, wird sicherlich noch mehr visuelle Unterschiede zwischen den beiden Playern ausfindig machen können, doch grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die akurate und lebendige Bilddarstellung auf (fast) jedem Bildschirm eine kaum zu überbietende Performance abliefert.
Auch wenn die größere Bildruhe bei Kameraschwenks einen großen Vorteil des getunten Players darstellt, so sind die zugrundeliegenden Skaling- und De-Interlacingeigenschaften des DVD-3930 durch die Modifizierung unberührt. Dies ist jedoch alles andere als schlimm, schließlich zählen diese Eigenschaften ohnehin zu den Paradedisziplinen dieses Gerätes.

Bilanzierend betrachtet, war schon der Standard DVD-3930 ein Musterschüler - doch nach dem Level2-Tuning kann er die Bildwertung mit "Summa cum Laude" abschließen und positioniert sich als momentan beste Bildquelle aller uns bekannten DVD-Player. Gegenüber seinem Vorgänger - dem getunten DVD-3910 ein ganz klarer Vorteil, denn nun wird kein externer Scaler (nebst kostenintensiven SDI-Umbau) benötigt, um absolute Top-Ergebnisse geboten zu bekommen.

Bildwertung HDMI: 
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