XXL-Test: Cinemike DVD-3930 L2 - per Tuning zum Preis-/Leistungswunder ? (Seite 1 von 3)
(12.April 2007 - Lars Mette)
Mit HD-DVD und Blu-Ray kreisen schon die potentiellen Nachfolger der
DVD am Himmel, doch klassische DVD-Player sind noch weit davon
entfernt, Auslaufware zu werden. Günstige Medienpreise, hohe Bild-
und Tonqualität, eine schier grenzenlose Auswahl an Titeln und der
hohe Grad an technischer Weiterentwicklung sorgen für eine harte
Konkurrenz gegenüber den HD-Emporkömmlingen und schieben einem
schnellem Siegeszug den Riegel vor. Unterstrichen wird die hohe
Wettbewerbsfähigkeit der "traditionellen" DVD durch hervorragende
Abspielgeräte, wie den jüngst vorgestellten Denon DVD-3930. Mit
diesem Player brennt Denon ein bislang nicht für möglich
gehaltenes Bild- und Tonspektakel in der preislichen Mittelklasse ab.
Obwohl das Preisetikett von 1.499 Euro für die Meisten wohl kein Fall
für die Portokasse darstellt, kann man diese Komponente durchaus als Schnäppchen bezeichnen. Zahlreiche
Auszeichnung (wie zB. unsere "Masterpiece"-Wertung) und eine große Lieferknappheit
zu Beginn der Markteinführung unterstreichen die Sonderstellung dieses Players eindrucksvoll.

Obwohl der DVD-3930 bereits "out-of-the-box" besonders mit seinen
visuellen Fähigkeiten sogar manche weitaus teurere Gegner schachmatt
setzt, haben sich die Tuningspezialisten von Cinemike dieses Gerät
vorgenommen. Erklärtes Ziel ist es, einen absolut audio- sowie
videophilen DVD-Player zu realisieren, und ihn für
(verhältnismäßig) günstige 2.999 Euro in der
vollen Level-3 Ausbaustufe anzubieten. Erst kürzlich haben wir mit
dem getunten Sherwood SD-860 ein Beweis der hohen Tuningkünste der Monschauer Entwickler bekommen, zumal der Cinemike DVD-3910 L3 SDI
bei unserem Test vor ca. einem Jahr sogar schon (zusammen mit einem
cinemateq-Scaler) unseren begehrten Masterpiece Award einheimsen
konnte. Darüberhinaus dient der getunte DVD-3910 in unserem
High-End Studio seither sogar als Referenzplayer. Die Zeichen stehen
nicht schlecht, dass der DVD-3930 in die Fussstapfen seines
erfolgreichen Vorgängers tritt, zumal er sogar noch über
einen entscheidenden Vorteil verfügt: dank der
außerordentlich guten HDMI-Sektion ist das kostenintensive Upgrade
auf SDI-Schnittstelle mitsamt seperatem Scaler in den meisten
Fällen nun nicht mehr lohnenswert, so dass wir uns im Rahmen
dieses Tests vollkommen auf den vorhandenen HDMI-Videoausgang
konzentrieren können. Dies reduziert die Gesamtkosten der Bildwiedergabekette
somit erheblich (CM DVD-3910 L3+SDI + cinemateq ppII SDI =
5.500 €).
Doch damit nicht genug: damit dieser Bericht nicht nur Anwender mit
besonders großen Budgets anspricht, haben wir uns dieses Mal
"nur" die mittlere Ausbaustufe des DVD-3930 vorgenommen, was den
Gesamtpreis inklusive Grundgerät auf unter 2.500 Euro sinken
lässt. Der hauptsächliche Unterschied zum Stufe 3-Tuning
liegt lediglich in der Optimierung des analogen Mehrkanalsignals,
so dass
ein Großteil der Anwender hiervon ohnehin eher wenig Nutzwert
haben dürfte. Für die 1000 Euro des hier getesteten
Stufe 2-Tunings sind hingegen bereits sämtliche Optimierungen in
Bezug auf die Videoperformance und der akustischen
Wiedergabequalität bei Digitalverbindungen inbegriffen, was das
Tuningpaket sehr umfassend und damit interessant macht.
Damit wir uns bei diesem Test auf die für Sie relevanten
Aspekte konzentrieren können, verweisen wir in Bezug auf
allgemeine Eigenschaften (Verarbeitung, Anschlüsse etc.) auf
unseren ausführlichen Testbericht des Grundgerätes.
Seite 2: Testumgebung, Bildwertung
Seite 3: Klangwertung, XXL-Vergleich, Interview, Schlussfazit
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.
Verarbeitung:
In Bezug auf sein äußeres
Auftreten war der Denon DVD-3930 bereits schon immer ein Gerät, welches eine
imposante Erscheinung im Hifi-Rack darstellt. Er will keine flache
Flunder sein, die sich ehefrauenkombatibel in einer kleinen
Wohnwandnische verstecken lässt. Demzufolge verkörpert der
große Player auch in Relation zum Cinemike-Kaufpreis von 2.499
Euro rein optisch einen guten Gegenwert - auch wenn außer einer
kleinen Plakette keinerlei äußerlichen Änderungen
vorgenommen werden.
Technischer Grundaufbau:
Schon bei der ersten Ankündigung des DVD-3930 lief
technikversierten Anwendern reihenweise das Wasser im Mund zusammen:
für 1.499 Euro veranstaltet Denon ein bislang nie gesehenes
Austattungssfeuerwerk und macht seinen neuen Player zu einer
Ausnahmeerscheinung auf dem gesamtem Markt. Für einen relativ
vertretbaren Preis bietet er den High-End Videochip Realta von Silicon
Optix und damit die gleiche Bestückung wie beim deutlich teureren
DVD-A1XVA (3.799 €). Diese Videosektion erlaubt dem DVD-3930 ein
hochwertiges Scaling bis hin zu 1920x1080p. Außerdem besitzt er
mit einer Trapezkorrektur, der Unterstützung von
PC-Auflösungen und dem Advanced AL24 Processing noch viele weitere
interessante Ausstattungsdetails. Wir möchten uns mit dieser
Berichterstattung jedoch ausschließlich auf die Aspekte des
Tunings konzentrieren,
so dass wir Ihnen an dieser Stelle die Lektüre des Testberichts zum Serienmodell des DVD-3930
empfehlen. Hier finden Sie bezüglich Ausstattung, Video-Features,
Grundaufbau, Bedienung und Medienkompatibilität sämtliche
wissenswerte Informationen in fast schon epischer Breite, so dass wir
hier auf eine erneute Aufzählung verzichten.
Tuning-Modifikationen:
Erster Ansatzpunkt der Cinemike-Modifikationen ist bei allen Geräten
die Optimierung der internen Stromerzeugung. Nur eine stabile
Spannungsversorgung macht das weitere Feintuning überhaupt
möglich, zumal an diesem Punkt auch oft eine große
Serienstreuung seitens der Hersteller zu beobachten ist. Bezogen auf
den DVD-3930 L2 geschieht dies mit einem Tausch der vorhanden Elkos
gegen Low ESR Typen, einer überarbeiteten Ausgangsfilterung sowie
einem Austausch der originalen Gleichrichterdioden gegen Ultrafast
Komponenten. Diese Eingriffe beziehen sich allesamt auf das
Schaltnetzteil, welche die Versorgung sämtlicher
Digitalschaltkreise übernimmt und daher eine große Rolle
spielt. Zusätzlich wird dort durch das Tuning ebenfalls auch die
Eingangsfilterung optimiert.
Nach der Stromversorgung nimmst sich Cinemike die jeweiligen Baugruppen vor,
um die Performance zu erhöhen. Betrachten wir uns zunächst
die digitale Audiosektion: um mehr Dynamik, Räumlichkeit,
Auflösung sowie Ruhe im Klangbild zu erhalten, wird auch an diesem
Punkt ein Austausch der wichtigsten Elektrolyt-Kondensatoren gegen
auserlesene, streng selektierte Typen mit besseren Leistungswerten
ausgetauscht. Insgesamt werden auch Teile der Beschaltung modifiziert.
Cinemike verspricht durch seine Änderung nicht nur eine generell
bessere akustische Performance, sondern insbesondere auch eine deutlich
Abmilderung des Klangeinbruchs bei Aktivierung des integrierten
Lip/Sync Modus. Dies war ein spezielles Ziel des Tunings, da die
Entwickler diesbezüglich die Meinung vertreten, dass eine
dramatische Abnahme von Dynamik beim normalen DVD-3930 zu beobachten wäre.

Alle komplett silbernen Kondensatoren (zB. hinten links) sind Bestandteil des Tunings.
Natürlich haben sich die Entwickler nicht damit zufrieden
gegeben, lediglich die Akustik des DVD-3930 aufzumöbeln: obwohl
der Denon-Player schon von Haus aus über eine beeindruckende
Bildwiedergabe verfügt, soll das getunte Gerät auch in dieser
Hinsicht das Serienpendant übertreffen. Laut Cinemike soll alleine
schon die Optimierung der Netzteilsektion positive Auswirkungen auf die
Bildwiedergabe mitbringen - die weiteren Eingriffe werden dann noch am
Mainboard (unter dem Laufwerk - siehe Bild) vorgenommen. Hier werden
ein Großteil der SMD Elkos gegen bedrahtete Low ESR Typen
getauscht, sowie die Filterung der IC's optimiert.
Auch der Unterseite der Videoplatine sind die Tuningeingriffe zu
erkennen. Auffallend sich vor allem die beiden abstehenden, silbernen
Kondensatoren auf der vorderen Hälfte der Platine. Insgesamt
beinhaltet ein Level 2 Tuning mehr als 120 Änderungen, die
allesamt in Handarbeit vorgenommen werden.
Der Vollständigkeit halber möchten wir Ihnen auch noch das
Level 3-Tuning vorstellen, welches unser Gerät zum Zeitpunkt des
Tests noch nicht implementiert hatte. Hier werden verschiedene
Operationen durchgeführt, um die akustische Leistung des
analogen 5.1 Boards zu verbessern. Hierfür nimmt Cinemike einen
kompletten Austausch der Ausgangs-Operationsverstärker für
jeden Kanal vor und tauscht sie gegen klangliche bessere Modelle. Auch
die originalen Signalkondensatoren dürfen sich aus dem DVD-3930
verabschieden und werden ersetzt. Die verbauten Widerstände werden
zum Großteil gegen nicht-magnetische Bauteile getauscht, was dem
Klang ebenfalls zu Gute kommen soll. Ein weiterer wichtiger Bestandteil
des Level 3-Tunings ist schließlich ein Upgrade der
Spannungselkos gegen selektierte Modelle.
An dieser Stelle möchten wir auch noch einmal darauf hinweisen,
dass Cinemike nicht nur fertig getunte Geräte vertreibt, sondern
auch bestehende Kundengeräte umbaut. Der Tuningpreis von jeweils
500 Euro pro Stufe bleibt hierbei gleich, außerdem übernimmt
Cinemike auch die Gewährleistung/Garantie für die
modifizierten Baugruppen. Bei Neugeräten steigt Cinemike sogar
komplett für die Gewährleistung ein.
Getreu dem Motto - ein Bild sagt mehr als tausend Worte - haben wir
für Sie eine kleine Fotostrecke vorbereitet, um die Unterschiede
zwischen getunten - und Serienmodell herauszustellen. Die roten
Markierungen zeigen Ihnen einige(!) der ausgetauschten Komponenten -
bitte beachten Sie, dass die folgende Gegenüberstellungen
lediglich als Beispiel dienen soll und selbstverständlich nicht
den kompletten Umfang der Tuningeingriffe darstellen.

Grundaufbau Standard DVD-3930

Das Cinemike Modell lässt schon beim ersten Blick erkennen, dass es an vielen Stellen verändert wurde.
Netzteilsektion Standard DVD-3930
Die Veränderungen des getunten DVD-3930 sind rasch zu
erkennen, da die Stromversorgung eine sehr umfangreiche
Überarbeitung bekommt.
Ansicht der Laufwerkseinheit beim Denon DVD-3930

Beim Cinemike-Modell sind auch in dieser Hinsicht verschiedene
Modifikationen zu erkennen. Abgesehen von anderen Kondensatoren
fälllt die zusätzliche Bedämpfung des Laufwerkes auf,
welche der Stabilisierung dienen soll.
Auch nach dem Tuning arbeitet ein kleiner Ventilator auf dem Realtachip
- im Gegensatz zum Toshiba HD-XE1 allerdings wirklich unhörbar, so
dass hier keinerlei Beeinträchtigung entsteht. Übrigens plant
Cinemike auch ein Tuning des beliebten HD-DVD Players und hat als eines
der ersten Tuningziele eine Lösung für das deutlich zu laute
Betriebsgeräusch in Aussicht gestellt.
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