Test: Denon AVP-A1HDA Vorstufe mit Cinemike Tuning


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

(08. Dezember 2008 - Autor: Lars Mette )

Um Hollywood-Stars richtig nahe zu kommen, benötigt man üblicherweise ein beharrliches Durchhaltevermögen sowie kräftige Ellenbogen beim Kampf um die besten Plätze entlang des roten Teppichs. Dass man auch abseits von Filmpremieren oder Oscar-Zeremonien auf Tuchfühlung mit Johnny Depp und Co. gehen kann, möchte die spezialisierte Tuningschmiede "Cinemike" aus dem Raum Aachen mit ihrem neuesten Tuningprojekt beweisen. Die Zielsetzung des ehrgeizigen Vorhabens: die Entwicklung einer topaktuellen HDMI1.3 AV-Vorstufe mit audiovisuellen Leistungen, welche die bisherigen Grenzen zwischen Illusion und Realität sprengt und das Leinwandgeschehen möglichst unmittelbar in das Heimkino transportiert. 

Als Basis bediente sich Cinemike einmal mehr aus dem Denon Portfolio. Doch nachdem das letzte Mal mit dem AVR-4308 ein Mittelklassegerät im Fokus stand, griff man für das aktuelle Vorhaben unverblümt zum Flaggschiff der japanischen AV-Geräte-Flotte: Denon's AVP-A1HD stellt bereits in der Grundversion eine Eintrittskarte für die homecineastische Championsleague dar. Kein anderes Gerät bietet derzeit eine vergleichbare Kombination aus fantastischen audiovisuellen Leistungen mit einer derart umfangreichen "wunschlos-glücklich-Ausstattung" (ua. mit HDMI1.3, USB, LAN+WLAN, Realta Videochip, XLR). Ähnlich wie sich die Ingenieure von AMG diversen Mercedes-Fahrzeugen widmen, so steht auch bei Cinemike das Ziel im Vordergrund, aus einem hervorragenden Produkt etwas absolut Außergewöhnliches zu formen. Zu diesem Zweck unterzieht man die noble Vorstufe einer nochmaligen Veredelung und integriert insgesamt über 430 Änderungen quer durch alle wichtigen Baugruppen. Die hierbei eingesetzten Komponenten unterliegen einer hochgradigen Selektion und finden aufgrund ihrer extrem geringen Toleranzwerte teilweise sogar in der Raumfahrt Verwendung. Der Preis für das Tuning liegt bei 5.000 Euro - inklusive Grundgerät sind somit knapp 12.000 Euro fällig, um in den Besitz einer Cinemike AVP-A1HD zu gelangen. Wir haben eine unserer beiden AVP-Vorstufen tunen lassen und werden diese im nachfolgendem Bericht direkt gegen das Seriengerät vergleichen. Selbstverständlich ziehen wir auch Vergleiche zu anderen Hochkarätern in jenem Produktbereich, wie zB. die Kombination Audionet MapV2+EPS oder die Anthem Statement D2 Vorstufe. Wir sind sehr gespannt, ob es Cinemike mit dem getunten Denon tatsächlich gelingen wird, die arrivierte High-End Konkurrenz in die Schranken zu weisen. 

technische Modifikationen:

Mit Ausnahme des Cinemike-Emblems (rechts unterhalb der Memory-Buttons) bleibt die Vorstufe äußerlich unangetastet. Nichts deutet auf die umfangreichen Änderungen hin, welche im Inneren des 20-Kilo Vorverstärkers unscheinbar schlummern. Wir beschränken uns in diesem Bericht deswegen fast ausschließlich auf tuningbezogene Aspekte. Detaillierte Bilder und Informationen zur Verabeitung/Optik sowie dem Grundaufbau inkl. Erläuterung der wichtigsten Besonderheiten finden Sie in unserem ausführlichen Review der Seriengeräte. Wie Sie vielleicht festgestellt haben, ist dieser Vorverstärker auf der Denon-Homepage mit einer leicht abgeänderten Typenbezeichnung gelistet. Das Modell AVP-A1HDA entspricht dabei der hier A1HD-Version hardwaretechnisch zu 100% und verfügt lediglich über eine neue Software, um Audyssey Dynamic Volume zu unterstützen. Für 100 Euro bietet Denon ein Uprade an, mit dem jeder AVP-A1HD auf die -A Version upgegradet werden kann. Selbstverständlich spielt es für das hier vorgestellte Tuning absolut keine Rolle, ob diese Zusatzsoftware auf der Vorstufe installiert ist. Streng genommen müssten wir diesen Bericht auf die -A Version ausschreiben, da unser Gerät bereits auf dem neuesten Stand ist. Aber um Irritationen zu unserem vorangegangenem Test der "alten" Version zu vermeiden, haben wir uns dafür entschieden, eine einheitliche Bezeichnung der Vorstufe beizubehalten. Mehr Einzelheiten zu dem Softwareupgrade inkl. Informationen zur Durchführung und Funktionsweise finden Sie in unserem Audyssey-Upgrade-Special vom 21.Oktober.

Betrachten wir noch einmal kurz den Grundaufbau des originalen Denon AVP-A1HD, um seine Funktionsweise und Besonderheiten vor Augen zu haben. Zwei potente Ringkerntrafos sorgen für ein Leistungsniveau, welches selbst hochwertigen Vollverstärkern gut zu Gesicht stehen würde! Um jede Baugruppe ideal zu versorgen und Wechselwirkungen untereinander zu unterbinden, betreibt Denon einen beispiellosen Aufwand: insgesamt stehen 5 Haupttrafos mit Schirmwicklung zur Verfügung. Hierüber werden die insgesamt 16 unabhängigen Stromversorgungen beliefert. Mit einer Gesamtsiebkapazität von 40.000 Microfarad unterstreicht Denon abermals, wie groß der Aufwand ist, damit die Stromerzeugung über alle Zweifel erhaben ist und ideale Bedingungen für alle Bauteile der Vorstufe herrschen. Sämtliche Komponenten verfügen über eine direkte Erdung mit dem Gehäuse, um unterschiedliche Massepotentiale zu verhindern. Außerdem betrieb man einen hohem Grad an Separisierung und trennt die Baugruppen nicht nur hinsichtlich der Schaltkreise, sondern auch räumlich im Gehäuse mittels dedizierter Kammern. Ebenfalls ganz oben im Pflichtenheft der Entwickler: die Realisierung von möglichst kurzen Signalpfaden, um eine optimale Klangqualität zu erreichen. 


Größtes Alleinstellungsmerkmal der AVP stellt der absolut kompromisslose vollsymmetrische Aufbau dar. Bei der symmetrischen Signalverarbeitung besteht der Ansatz darin, jedes Signal zusätzlich mit einer "Kopie" in entgegengesetzter Polarität quasi doppelt zu übertragen. Selbstverständlich spielt eine möglichst gute Schirmung nach wie vor eine Rolle, aber ein Großteil der Signalverfälschungen kann durch die Differenzbildung nun wieder ausgeglichen werden. Schädigende Einflüsse gleichen sich somit selbst wieder aus, da sie sich nun nicht mehr nur auf einer Halbwelle auswirken, sondern zugleich auch die Gegenphase beeinflussen.Die japanischen Entwickler haben dieses Prinzip bei ihrer Vorzeige-Kombination in einer bislang einzigartigen Konsequenz durchgezogen. Die symmetrische Signalübertragung findet daher nicht nur zwischen Vor- und Endstufen statt, sondern zieht sich sogar innerhalb der Geräte wie ein roter Faden durch alle Baugruppen. Die komplett symmetrische Auslegung beginnt von der Signalannahme und wird lückenlos bis hin zum XLR-Ausgang fortgeführt.


Widmen wir uns nun den Cinemike Modifikationen am Gerät. Die soeben erwähnten XLR-Schnittstellen stellen auch beim Tuning eine große Rolle. Oben sehen Sie eine der insgesamt 6 XLR-Ausgangsplatinen. Hier sind jeweils 2 Kanäle untergebracht, so dass insgesamt (inkl. der Surround A/B Schaltung und den 3 Subwooferausgängen) 12 vollsymmetrische Schnittstelle zur Verfügung stehen. Getauscht werden sowohl Spannungskondensatoren als auch Signalwiderstände gegen hochwertigere Modelle. Cinemike legt großen Wert darauf, sowohl mess-, als auch hörbare Fortschritte zu erzielen und betrieb bei der Entwicklung einen großen Testaufwand mit verschiedenen Bestückungsmöglichkeiten. Alle 6 XLR Ausgangsplatinen kommen insgesamt auf über 180 Modifikationen. Das Tuning kann auch ohne Überarbeitung der XLR-Ausgangsplatinen bestellt werden, was die Kosten um 1.500 Euro senkt. Empfehlenswert ist dies aber nicht, schließlich gelangt man dann nicht mehr in den Genuss einer vollsymmetrischen Signalverarbeitung und könnte eigentlich auch gleich zum günstigeren Vollverstärker AVC-A1HD greifen (für den Cinemike übrigens für 3.500 Euro auch ein Tuning anbietet).



Durch die "Signal connect" Platine läuft ausnahmslos jedes Audiosignal, so dass sie in jedem Betriebsmodus eine klangentscheidende Funktion besitzt. Aus diesem Grund begegnet Cinemike dieser Baugruppe mit höchster Aufmerksamkeit und tauscht sämtliche 48 Signalkondensatoren gegen noch hochwertigere Komponenten. Fast im gesamten Gerät kommen beim Austausch spezielle low ESR Typen mit besserer Filterwirkung zum Einsatz, die rauschfreiere Spannungen ermöglichen und sich deswegen klanglich erheblich von den standardmäßig verbauten Bauteilen absetzen. Dies soll nicht bedeuten, dass Denon beim Seriengerät schlampt - der hierfür notwendige Aufwand während der Entwicklung, als auch der hohe Grad an manueller Selektion bei jedem einzelnen Gerät, würde die AVP-A1HD (durch die Handelsspannen) wahrscheinlich deutlich teurer machen, als Cinemike für das Tuning verlangt.  Immerhin reden wir hier von insgesamt mehr als 400 Änderungen. Dazu kommt noch, dass Cinemike jedes fertiggestellte Gerät nicht nur assembliert, sondern auch einem ausführlichem Hörcheck unterzieht, um etwaige Serienstreuungen oder Abweichungen auszuschließen. Auf diese Weise ist auch sichergestellt, dass die angestrebten Tuningeffekte auch wirklich bei jedem Gerät in größtmöglicher Ausprägung vorhanden sind.


Laut Cinemike sind die Modifikationen beim "digital Audio" Board von zentraler Bedeutung für die gesamte akustische Performance und haben den Großteil an Entwicklungs- bzw. Feinabstimmungsarbeit gefordert. Hier findet sowohl das Decoding der Audiostreams, als auch die D/A Wandlung statt. Alleine auf dieser Platine sind exakt 110 Modifikationen an Widerständen und Kondensatoren durchgeführt worden, um die Spannungsversorgung und Filterung zu optimieren. Ein Großteil der betroffenen Widerstände sind als extrem kleine SMD-Bauteile (teilweise nur minimal größer als ein Quadratmillimeter) gehalten, so dass deren Austausch eine ganz besondere Herausforderung darstellt. Ähnlich wie schon bei den Kondensatoren achtet Cinemike auch bezüglich der Widerstände auf rauschfreie sowie temperaturstabile Komponenten. Um den speziellen Anforderungen der "Blu-Ray-Generation" Rechnung zu tragen implementiert Cinemike zusätzlich auch noch auf dem HDMI Board viele Änderungen und sorgt für eine stabilere Spannungsversorung der HDMI Receiver Chips. Diese stellen die Ausgangsbasis für sämtliche nachfolgenden Operationen dar und sind deswegen sowohl für Bild, als auch Ton, von extremer Bedeutung.

Neben den oben gezeigten Hauptaspekten implementiert Cinemike auch bei vielen weiteren Baugruppen mehrere Änderungen. Vom Grundprinzip steht hauptsächlich die Optimierung der jeweiligen Versorgungsspannungen im Vordergrund, um die einzelnen Baugruppen zu entstören und ihnen dadurch stabilere/bessere Arbeitsbedingungen zu liefern. Signaltransportierende Bauteile werden speziell auf eine verlustreduzierte Filterung ausgewählt, so dass die Signalbeeinflussung elimeniert wird. Sehr aufwändig war außerdem die Eingangsfilterung im Netzteil, um von vorneherein bessere Arbeitsbedingungen für sämtliche Baugruppen zu schaffen. Außerdem ist die getunte Vorstufe somit deutlich weniger von Schwankungen des Stromnetzes abhängig (Rück-/Einstreuungen etc.) und schafft sich daher selbst ein optimales Umfeld. Durch den gleichzeitigen Datentransport von Audio und Video über HDMI, bewirken viele Tuning-Optimierung gleichzeitig bei Bild und Ton eine Verbesserung. Außerdem hat Cinemike nicht nur für die akustischen Aspekte spezielle Änderungen implementiert, sondern widmete sich auch dedizierten bild-bezogenen Komponenten, wie zB. den HDMI-Ausgangstreibern..

In den Besitz eines Cinemike-getunten Denon-AVP A1HD können Sie auf zwei verschiedenen Wegen gelangen: 

- Kauf einer fertiggetunten Vorstufe. 
- nachträgliches Modifizieren einer "fremdgekauften" (bzw. bereits vorhandenen) Vorstufe.

Der Tuningpreis in Höhe von 5.000 Euro bleibt in beiden Fällen gleich. Unterschiede bestehen lediglich in der Gewährleistung, da Cinemike bei nachträglich umgebauten Fremdgeräten nur für die direkt betroffenen Bauteile einspringt, während bei Komplettprodukten eine vollständige Gewährleistung gegeben werden kann. Dank einer engen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit Denon verspricht man den Kunden aber grundsätzlich einen hervorragenden Support. 

Testumgebung und Kombinationsempfehlungen:

Den wohl wichtigsten Part hinsichtlich der Kombinatorik stellen die Lautsprecher dar. Wir haben die Cinemike Vorstufe auf Messen und diversen anderen Vorführungen bereits mit  verschiedenen Schallwandlern hören können und sind dabei nie auf eine offenkundig-unstimmige Kombination gestoßen. Die CM AVP-A1HD gehört definitiv nicht zu der Sorte von AV-Komponenten, die mit einem prägnantem Eigenklang versehen sind und deswegen auf spezielle Lautsprechercharakteristika angewiesen ist. Stattdessen bewirkt die Cinemike Vorstufe eher das Gegenteil und ist der Lage, die jeweiligen Schokoladenseiten der angeschlossenen Lautsprecher aufzuzeigen. Ein Aurum-System funktioniert an der Vorstufe genauso vorzüglich, wie eine Zusammenstellung von Wilson Audio, JmLab oder Monitor Audio (siehe Bild). Selbst mit THX Ultra² Lautsprechersystemen stellt sich eine beeindruckende Harmonie ein, wenngleich ein gutes High-End Set in Bezug auf audiophile Aspekte mitunter deutliche Vorteile mit sich bringt. 

Den Großteil der Tests haben wir mit unserem Referenzsystem aus dem Hause Isophon durchgeführt. Der großformatige Standlautsprecher "Arabba" fungiert hierbei als Mainspeaker, während die restlichen 5 Positionen vom Modell "FRC" besetzt sind. Sämtliche 7 Lautsprecher verfügen über Diamandhochtönern, die Frequenzbereiche darunter werden über Keramikchassis zum Leben erweckt. Für Tiefbass-Power sorgen 2 Subwoofer vom Modell Stonehenge, welche auf steife Hexacone-Membranen sowie leisstungstarke Endstufen zurückgreifen, um tief in den Basskeller steigen zu können. Das Isophon-Set ist deswegen erste Wahl, weil es ungemein auflösend und detailliert aufspielen kann und darüber hinaus auch in Bezug auf Dynamik und Raumabbildung zu überzeugen weiß. Die neutrale Tonalität und Basspotenz (Arabba+Stonehenge) eignen sich zudem ausgezeichnet, um die akustischen Leistungen der Cinemike Vorstufe einordnen zu können. 

Auch bei der Zuspielung betreiben wir einen denkbar hohen Aufwand. Als Mehrkanal-Quellgeräte stehen uns aktuelle Cinemike Komponenten zur Verfügung. So können wir gleich die komplette Kette der Monschauer-Tuningexperten kennenlernen. Selbstverständlich haben wir auch "normale" Seriengeräte im Einsatz, um die Kompatibilität mit marktüblicher Hardware zu verifizieren. Für die CD-Wiedergabe greifen wir auf eine Laufwerks-/Wandlerkombination (siehe Bild) aus dem Hause Accustic Arts zurück. Diese Geräte dürften klanglich kaum noch zu übertreffen sein und füttern die gesamte Kette bis zum Anschlag mit Klanginformationen. Accustic Arts versieht seine Geräte erfreulicherweise nicht mit gesoundeten Klangeigenschaften, sondern entwickelte beide Komponenten auf maximale Klangreinheit und Informationsdichte. 


Ein schwerwiegendes Thema (im wahrsten Sinne des Wortes) stellt insbesondere die Suche nach passenden Endstufen dar. Eigentlich wäre die Denon POA-A1HD 10-Kanal Endstufe hierfür die passende Wahl, doch schon mit der originalen AVP ohne Cinemike Tuning lag diese unterhalb vom Klangniveau der Vorstufe. Auf Wunsch liefert Cinemike für den Mehrkanalverstärker aber ebenfalls ein umfangreiches Tuning (Kostenpunkt: 3.000 Euro). Leider stand dieses Gerät für unsere Testreihen nicht zur Verfügung, doch auf der Home-Cinema Highfidelity 2008 in Hannover hinterließen die zwei getunten POAs einen durchaus vielversprechenden Eindruck. Aber auch ohne die eigentlich "richtige" Endstufe können wir die getunte AVP-A1HD aussagekräftig testen, indem wir auf unser üppiges Arsenal an hochwertigen Leistungsverstärkern zurückgreifen. Und da sich hierunter auch der Audionet AmpVII sowie ein Päärchen Audionet Max befindet, darf sich das Testgerät sowieso an den besten Leistungsverstärkern (untere drei Geräte im linken Bereich des Racks) austoben, die wir kennen. Ein Test der kompletten Audionet Vor-/Endstufenkombination mit den Monoendstufen Max sowie dem Stereovorverstärker PreG2 wird übrigens schon in Kürze zur Verfügung stehen.

Zu einem fulminanten Heimkinoerlebnis bedarf es noch mehr, als "nur" eine Kombination hochwertiger Hardware: erst durch eine gewissenhafte Feinabstimmung erklimmt die getunte AVP-A1HD den Klanggipfel. Bei der Installation der getunten AVP-A1HD in unserem Teststudio war "Mr. Cinemike" alias Michael Krehl höchstpersönlich Vor-Ort, um für eine korrekte Migration zu sorgen und stand uns mit Tat und Rat zur Seite. Diese Dienstleistung bietet Cinemike selbstverständlich auch für Endkunden an. Für Besitzer von hochwertigen System lohnt sich die Investition mit großer Sicherheit. Bei diesem Termin kann man sich dann zugleich auch über Raumakustikoptimierung beraten lassen. Unverständlicherweise gibt es viele AV-Anlagen mit hervorragender Hardware, die weit unter ihren Möglichkeiten spielt, weil sie entweder falsch aufgestellt ist, oder durch den Raum am Entfalten des vollen Potentiales gehindert wird. Besonders bei einer Vorstufe von solch einem Kaliber wie der Cinemike AVP, ist die Minimierung sowie Linearisierung der Nachhallzeit eine absolute Pflichtaufgabe! Positiver Nebeneffekt: bei einem akustisch optimierten Raum können Sie auf "Verschlimmbesserer" wie Audyssey gänzlich verzichten und gewinnen somit gleich doppelt.

Unsere hauptsächlich verwendete Hardware in der Übersicht

Lautsprecher Isophon 7.2 Setup aus Arabba-D,FRC-D,Stonehenge (ca. 78.000€)
Monitor Audio 5.1 Setup aus Platinum300,350C, GSW-12 (ca. 21.000€)
Endstufen Audionet AmpVII 7-Kanal Endstufe (ca. 10.000€)
Audionet Max Monoblöcke (Paar ca. 13.500€) -Test folgt in Kürze
Advance Acoustic MAA-705 Mono (Paar ca. 1.900€)
Anthem P5 5-Kanal Endstufe (ca. 8.000€)
Quellgeräte Blu-Ray Disk: Denon DVD-2500BT CM (ca. 2.100€)  -Test folgt in Kürze
DVD, SACD, DVD-A: Denon DVD-3930 CM Stufe 3 (ca. 3.000€)
HD-DVD: Toshiba HD-XE1 CM Stufe 2 (ca. 1.200€)
CD: Accustic Arts Tube-DacII SE + DriveII (ca. 14.000€)
Bildwiedergabe Sim² C3X 1080 3-Chip DLP Full-HD (ca. 28.000€) -Test folgt in Kürze
Dreamvision Dreambee 3-Chip D-Ila Full-HD (ca. 7.500€)
Pioneer LX-6080D Plasma-TV Full-HD (ca. 7.000€)
Zubehör Raumakustik: Cornerblocks, Wallpanels und Sirrahs von R-T-F-S
XLR Kabel: LGS von German High-End
HDMI Kabel: Silent Wire Reference
Lautsprecherkabel: Mogami Pure Resolution
Netzkabel: Supra LoRad
Netzleiste: Silent Wire Socket AF
Netzfilter: MF-Electronic DF1
Praxiseindrücke:

Wer sich bei seiner Kaufentscheidung zwischen verschiedenen AV-Boliden, oder einer kleinen Vor-/Endstufenkombinationen entscheiden muss, wird den Sinn dieses Berichtes eventuell in Frage stellen. Wir können das nachvollziehen - schließlich betrachten wir die imposante Denon Vorstufe NICHT als absolute Klangreferenz und erstarren auch angesichts des Preises von ca. 7.000 Euro nicht in Ehrfurcht. Damit wir uns nicht falsch verstehen: die Serienversion der AVP-A1HD stellt zweifelsohne eine exzellente Komponente dar und punktet mit Top-Leistungen sowie einer beeindruckenden Ausstattung. Nicht ohne Grund haben wir ihr im September einen XXL-Test gewidmet und sie dabei aufgrund ihrer Konzeption als Referenz erkoren. Aber Sie ist klanglich beileibe nicht konkurrenzlos: gegenüber der absoluten Messlatte, der Audionet MapV2 mit EPS Modul, musste sich das japanische Ausstattungswunder geschlagen geben. Speziell hinsichtlich der dynamischen Differenzierung und Basskontrolle fehlen der AVP-A1HD die letzten Nuancen, um auf allerhöchstem Niveau mitzuspielen. Wie stark sich ein Cinemike Tuning bei einem Denon Produkt auswirken kann, haben wir zuletzt am AVR-4308 beobachten dürfen, der nach den Modifikationen enorm zugelegt hat. Die Erwartungshaltung liegt also sehr hoch, so dass wir uns nun mit Neugier den Klangeindrücken widmen möchten:

Iron Man, Blu-Ray mit deutschem DTS-HD Master Audio 5.1 Ton

Den Anfang machen wir mit Iron Man, dem technisch (wohl) besten Actionfilm des Jahres. Im Gegensatz zu thematisch vergleichbaren Werken beschränkt sich die Klangkulisse nicht nur auf oberflächliche Tiefbasseffekte, sondern verwöhnt das Auditorium mit einigen hochklassigen Arrangements. Direkt zu Beginn des Filmes macht die getunte Vorstufe innerhalb von Sekunden bereits deutlich, dass sie in Bezug auf Klangdynamik absolute Weltklasse abliefert und setzt den Überfall auf die Wagenkolonne mit bedingungsloser Intensität sowie Lebendigkeit um. Dabei beschränkt Sie sich nicht nur auf die vordergründige Gesamtlautstärke, sondern verpasst jedem einzelnem Klangereignis eine eigene Dynamikebene mit hoher Differenzierung. Das Klangbild wird auf diese Weise von einer enormen Vielschichtigkeit geprägt - denn auch Score-Elemente oder Sprachwiedergabe flechtet die getunte AVP-A1HD mit seelenruhiger Souveränität und hoher individueller Ausdruckskraft in die Surroundkulisse ein. Auftretende Basseffekte gelangen derart extrem kontrolliert, heftig und erbarmungslos über LFE und Full-Range Lautsprecher in den Hörraum, dass man meinen könnte, die Cinemike Vorstufe wäre bei Boxlegende Mohamed Ali in Lehre gegangen. Die zahlreichen Explosionen und sonstigen Tiefbasseffekte werden mit bestechender Akkuratesse herausgearbeitet, obwohl sie mit innigem Nachdruck herausgepresst werden. Solch eine Symbiose aus roher, schier unbändiger Kraft und einer absolut disziplinierten und präzisen Vorgehensweise haben wir bislang noch nicht gehört. Speziell in diesem Punkt ist es jedoch von großer Wichtigkeit, die Vorstufe per XLR an die Endstufen und Subwoofer zu konnektieren. Dann darf sich das Auditorium nämlich bis in die untersten Frequenzbereiche über klar umrissene Bässe freuen, wie man es vorher kaum für möglich gehalten hätte. Ebenfalls von hoher Qualität zeugt die gebotene Effektverteilung, welche durch ein absolut homogenes Zusammenspiel sämtlicher Lautsprecher hervorgerufen wird. Das hochdetaillierte Klangbild wirkt nicht mehr wie die Summe einzelner Effekte, sondern bildet das Leinwandgeschehen akustisch höchst realistisch ab. Hier scheint Cinemike das Timing der originalen Denon-Vorstufe nachhaltig verbessert zu haben. In tonaler Hinsicht merkt man der 12.000 Euro Komponente ebenfalls an, dass sie eine akustische Aufwertung genossen hat: die Grundversion war zwar grundsätzlich recht ausgewogen, konnte aber eine minimale Betonung im unteren Grundtonbereich nicht leugnen. Nach den Tuningeingriffen sind auch die letzten Unsauberkeiten wie weggewischt, außerdem klingt die Vorstufe an beiden Enden des Frequenzbereiches sauberer und klarer, so dass man insgesamt das Gefühl eines vergrößerten Wiedergabebereichs erlangt.

Sternwanderer, englische HD-DVD "Stardust" mit deutschen Dolby Digital+ 5.1 Ton

Die Filmumsetzung des gleichnamigen Romans von Neil Gaiman kann nicht nur mit einer schön erzählten Geschichte sowie gut aufgelegten Schauspielern aufwarten, sondern begeistert darüberhinaus ebenfalls mit einer exzellenten akustischen Umsetzung. Besonders empfehlenswert ist hierbei die (leider nur in England erschienene) HD-DVD Variante mit deutschem 5.1 Dolby Digital+ Ton. Gleich zu Beginn wird der Zuschauer mit Hilfe eines Prologs auf die Story eingestimmt, welcher über die getunte Vorstufe schlichtweg exzellent klingt. Der Sprecher wird dabei mit einem Höchstmaß an Akzentuierung und Genauigkeit umgesetzt: ohne Einbußen an Stimmvolumen, realisiert die Vorstufe dank der knackscharf umrissenen Detaillierung, eine unübertroffene Sprachverständlichkeit. Obwohl die Serienversion schon durch eine hochdetaillierte Mittenwiedergabe begeistern konnte, kann die Cinemike Variante diesbezüglich nochmals deutlich nachlegen. Sie kleidet vokale Besonderheiten und Charakteristiken mit bedingungsloser Hingabe und Sensibilität aus, außerdem profitiert die gesamte Sprachwiedergabe zusätzlich noch vom besseren bzw. schnelleren Handling mit feindynamischen Ereignissen. Zwischen den sanft geflüsterten Liebesbekundungen von Yvaine und Captain Shakespeares lautstark geschrieene Kommandos, eröffnet sich dem Zuschauer ein besonders breiteres Spektrum. Tonale Verfärbungen sind der Vorstufe komplett fremd - der gesamte mittlere Frequenzbereich präsentiert sich absolut ausgewogen und stimmig. Wir haben bei unseren Tests keinen einzigen Fall finden können, wo es der Vorstufe nicht gelungen ist, den Protagonisten eine glaubwürdige, realistisch anmutende Umsetzung angedeihen zu lassen. Obwohl der Fantasyfilm auch mit einem breiten Arsenal an hervorragenden F/X Effekten aufwarten kann, so sticht speziell die eingebettete Filmmusik positiv hervor. Diese profitiert von der kultivierten Spielweise und wirkt nicht wie ein aufgelegter Klangteppich, sondern rahmt die akustische Bühne, auf wahrlich audiophile Weise, gekonnt ein. Der Kampf zwischen Piraten und Soldaten auf dem Luftschiff (etwa in der Mitte des Filmes) wird vom bekannten "galop infernal" aus Jacques Offenbachs Operatte "Orpeus in der Unterwelt" in grandioser Manier begleitet: während die Protagonisten fleißig ihre Säbel schwingen (und Cpt. Shakespeare bei seiner feminen Kleiderprobe gestört wird), sorgt die getunte Vorstufe für eine hochaufgelöste und feindynamische Musikeinbettung. Die Klangqualität liegt derart hoch, dass man meinen könnte, die Produzenten hätte eine SACD Mehrkanalaufnahme in den Film integriert ! Von außerordentlicher Güte zeigt sich in dieser Szene auch die Klangtransparenz, wo man trotz des dominierenden Scores keinerlei Einbußen bei Verständlichkeit der Dialoge oder Effekte erleidet. 

Within Temptation & The Metropole Orchestra - Black Symphony, Blu-Ray mit DTS 96kHz/24bit 5.1 Ton

Die holländische Gothic-Metal Band füttert unsere Blu-Ray mit einem Live-Konzert der Extraklasse. Zusammen mit dem Metropole Orchester spielte man Anfang 2008 vor über 10.000 Fans in der Rotterdamer "Ahoy Arena" und zelebrierte einen äußerst stimmungsvollen Live-Act. Zusätzlich sorgt ein 20 Mann umfassender klassischer Chor für stimmgewaltige Unterstützung der größtenteile düsteren Klänge. Sie sehen: auf die Lautsprecher kommt eine ganze Menge Arbeit zu - insgesamt sollen über 80 musizierende Akteure Einzug in das Heimkino erhalten. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Art und Weise der Tonabmischung jeden Wiedergabefehler sofort entlarvt. Der DTS96/24 Track bezieht sämtliche Kanäle vollwertig in die Wiedergabe ein und scheut sich nicht davor, manche Elemente gleichzeitig über verschiedene Lautsprecher in die Wiedergabe einzugliedern. All diese Herausforderungen nimmt die Cinemike AVP-A1HD zum Anlass, ihre Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis zu stellen: die einführende Ouvertüre beinhaltet hauptsächlich chorale Elemente und wird über sämtliche Lautsprecher mit ausgezeichneter Präsenz, Feindynamik und Auflösung zum Leben erweckt. Die Vorstufe offenbart dabei selbst kleinste Feinheiten und erlaubt eine klare Differenzierung innerhalb des Orchesters. Trotzdem wirkt die Gesamtdarbietung nicht analytisch-distanziert, sondern sorgt für ein zusammenhängendes Klangerlebnis mit absoluter Gänsehaut-Garantie. Im unteren Frequenzbereich sorgt die AVP für eine hervorragend rythmische Umsetzung der teilweise schnellen Kickbässe und stellt damit erfolgreich unter Beweis, dass sie Klangereignisse wieselflink modellieren kann, ohne den Spielfluss der Musik zu bremsen. Insgesamt beeindruckt die Vorstufe einmal mehr in sämtlichen Klangdisziplinen - sie gehört zweifelsohne zu den sehr rar gesäten Komponenten, die in klanglichen Beziehungen universell talentiert ist und die Technik vergessen machen kann. Dies macht den Unterschied zwischen akustisch (gut) aufgewärmter Konservenkost und einem unvergesslichem, berührendem Klangerlebnis aus. 

Norah Jones - Live from Austin TX, DVD mit DTS 5.1 Ton

Das Konzert der weltbekannten Jazz-Künstlerin ist schwieriger umzusetzen, als es zunächst erscheinen mag: die Klangkulisse bedient sich keiner monumentalen Gewaltigkeit, sondern bezieht seinen Reiz durch die punktgenaue Einflechtung diffizieller Klangereignisse. Der getunten AVP-A1HD gelingt die Verschmelzung zwischen den Akteuren mit Bravour: das Timing zwischen Klavier, Bass, Gitarre und Co. zeugt von absoluter Stimmigkeit bzw. Koheränz. Sämtliche Kanäle werden hinsichtlich Tonalität, Klangstruktur und Delay mit extrem hoher Homogenität angesteuert. Aus diesem Grund gelingt es dem modifiziertem Produkt auch wesentlich besser (im Vergleich zum Seriengerät), Phantomschallquellen innerhalb des Surroundgefüges klar zu positionieren. Speziell in der ersten Konzerthälfte wurde die Surroundabmischung etwas rechtslastig arrangiert - bei Track Nr.5 ging man sogar dazu über, große Teile der Rythmusgitarre zeitgleich auf den beiden rechten Kanälen zu platzieren. Diese Konstellation ist für die Elektronik extrem schwierig, denn schon minimale Ungleichheiten verwässern die Abbildungsschärfe und fügen der Wiedergabe zudem noch unerwünschte Hall-/Echoeffekte hinzu. Es war selbst für unsere verwöhnten Ohren höchst erstaunlich, mit welcher Reinheit und Klarheit die modifizierte Vorstufe agiert und die Akteure scheinbar zum Greifen in den Raum stellt! Doch selbstverständlich umgarnt die Vorstufe nicht nur die Künstler im klanglichen Hintergrund, sondern widmet sich auch den prägnanteren Elementen mit bedingungsloser Hingabe. Allen voran wäre hier logischerweise der Gesang von Norah Jones zu nennen, der mit traumhafter Leichtigkeit/Klangtransparenz und immensem Informationsreichtum erschallt. Da auch die Feindynamik über jeden Zweifel erhaben ist und keine tonalen Verfärbungen oder Klangartefakte im Weg stehen, stellt sich eine äußerst intensive Wiedergabe ein. Norah Jones wird dermaßen authentisch und emotional-feinfühlig abgebildet, dass so manch einsamer Heimkinobesitzer wohl am liebsten aufstehen würde, um seinen Centerspeaker innig zu liebkosen.

Stereo:

Von einem Gerät wie der Cinemike AVP-A1HD erwartet man nicht nur im Surroundbetrieb Höchstleistungen, sondern hat auch höchste Erwartungshaltungen in Bezug auf die Zweikanal-Performance. Bereits die originale Denon Vorstufe hat diesbezüglich positiv überraschen können und bietet überdurchschnittliche Leistungen, speziell bei Raumabbildung und Spielfluss. Trotzdem verspricht die Tuningschmiede auch in diesem Punkt Verbesserungen und möchte sogar die Liga der puristisch ausgestatteten Surroundvorstufen gehörig aufmischen. Schon nach wenigen Hörproben können wir bestätigen, dass dieses Vorhaben von Erfolg gekrönt ist: das Tuning bewirkt im Stereo-Modus die gleichen (positiven) Klangverbesserungen, die wir bereits zuvor bei Mehrkanalanwendungen beobachtet haben. Die tonale Balance ist ausgeglichener, außerdem erscheint die gesamte Wiedergabe noch konturierter bzw. schärfer umrissen. Hiervon profitiert nicht nur die Bassdarstellung in beachtlichem Maße, sondern zugleich auch Modellierung im gesamten Frequenzbereich. Was die Cinemike Vorstufe an Detailauflösung, Klangfarbenreichtum sowie feinsinniger Dynamik aus den Lautsprechern zaubert, hätten wir einer vollausgestatteten AV-Vorstufe niemals zugetraut. Man muss schon zu einer herausragenden Stereovorstufe der 10.000 Euro Klasse greifen (zB. Audionet PreG2), um den getunten Surroundverstärker überhaupt spürbar zu übertreffen! Die vorhandenen Schokoladenseiten des Denon Grundgerätes genießen durch das Tuning ebenfalls eine Verfeinerung und bescheren der Vorstufe eine uneingeschränkt audiophile Abbildungsschärfe bei schwelgerischer Weitläufigkeit. In Kombination mit dem Denon DVD-3930 über Denon-Link können auch die (leider zunehmend in Vergessenheit geratenen) Medien SACD und DVD-Audio für Begeisterung sorgen. Beispielsweise das "Black Album" von Metallica (DVD-Audio) wird von der aufgewerteten Denon Kette mit unbändiger Energie bzw. Kraft versehen und dabei sowohl hinsichtlich der Klangdetails, als auch Bühnenstaffelung absolut feingliedrig umgesetzt. Wir sind uns sicher, dass selbst anspruchsvolle Zweikanal-Gourmets großen Gefallen an der engagierten und höchst kultivierten Spielweise dieser Vorstufen finden werden.

Cinemike AVR-4308 Stufe 1
(ca. 3.700€)

Unter Anbetracht der Preisdifferenz schlägt sich der getunte Mittelklassereceiver recht wacker. Man kann eindeutig die gleiche Handschrift des Entwicklers erkennen, denn auch beim CM AVR-4308 besticht das Klangbild durch eine beeindruckende Dynamik und Klarheit. In Bezug auf Detaillierung und Gesamthomogenität wird er von seinem großen Bruder jedoch klar distanziert. Im Bassbereich bietet die modifizierte AVP noch etwas mehr Präzision und zugleich deutlich mehr Nachdruck und Punch. Desweiteren hört man darüberhinaus auch eindeutig, dass sie souveräner auftritt und komplexe Passagen mit mehr Klangruhe und Selbstverständlichkeit abbildet. Die Frage, ob ein Upgrade auf einen CM AVP-A1HD Sinn macht, beantwortet in den meisten Fällen ohnehin schon das Bankkonto, sowie das Potential der zur Verfügung stehenden Komponenten (allen voran die Lautsprecher).
Cinemike P-965
(alter Preis ca 4.000€)

Die allererste Cinemike veredelte Vorstufe wollen wir an dieser Stelle nicht vergessen und ebenfalls im Vergleich zur getunten AVP betrachten. Die getunte Sherwood Komponente liegt in Bezug auf Basskontrolle und Raumtiefe (Stereo) ein gutes Stück unterhalb des großen Geschwisters, befindet sich aber immer noch auf einem sehr guten Niveau. Ähnlich ergeht es dem Gerät hinsichtlich Dynamik und Feinauflösung. Die getunte AVP agiert insgesamt detaillierter, unangestrengter und ausgewogener. Dennoch gehört die modifierte P-965 noch längst nicht ins HiFi-Altersheim, sondern eignet sich für Systeme der gehobenen Mittelklasse nach wie vor ausgezeichnet und bietet (speziell jetzt, wo einige Gebrauchgeräte auf den Markt kommen) einen enormen klanglichen Gegenwert.
Denon AVP-A1HD
(ca. 7.000€)

Gegenüber dem Seriengerät bewirkt das Tuning große Verbesserung in fast jedem Bereich. So gewinnt der Vorverstärker in allen Frequenzbereichen an Struktur und Präzision, außerdem ist Durchhörbarkeit, Auflösung und Timing deutlich besser. Hinsichtlich der Tonalität war die Grundversion bereits recht ausgewogen, die leicht warme Klangeinfärbung wird durch die sauberere Mittenwiedergabe beim Cinemike Gerät linearisiert. Die Klangdynamik gewinnt ebenfalls, zumal die Abstufungen zwischen den einzelnen Ereignissen wesentlich akzentuierter vonstatten gehen. Außerdem gewinnt auch die Bildqualität ein großes Maß an Schärfe und Bildruhe. Der audiovisuelle Sprung durch das Tuning ist mindestens genauso groß wie zwischen dem AVP-A1HD und dem AVR-4308 (bezogen auf die Seriengeräte) !
Audionet MapV2+EPS
(ca. 7.800€)

Schon seit dreieinhalb Jahren sitzt Audionet's MapV2 auf dem Herrscherthron im Land der audiophilen Klänge. Die Bochumer haben eine zeitlose Komponente erschaffen, die selbst jetzt noch eine harte Nuss für den wesentlich kostspieligeren Cinemike Vorverstärker darstellt. Leider kann die MapV2 nicht mit HDMI zugespielt werden, so dass hochauflösende Tonformate nur über analogem Wege eingespeist werden können. Hinsichtlich der klassischen Tonformate AC3 und DTS liegen beide Kontrahenten auf denkbar höchstem Niveau, wobei der modifizierte Denon Verstärker bei gleicher Präzision und Detaillierung einen Hauch seidiger ertönt und im unteren Frequenzbereich minimal mehr Volumen einbringt. Bei Dynamik und Raumabbildung würden wir beiden Geräten eine 100% Wertung zukommen lassen. Im Stereobetrieb kann die AVP-A1HD nach dem Tuning zur MapV2+EPS vollends aufschließen (selbst in Bezug auf die famose Basspräzision via EPS) , allerdings weisen die Produkte leicht unterschiedliche Feinabstimmungen auf: die MapV2+EPS besitzt eine minimal hellere Stimmgebung, während der Cinemike Vorverstärker etwas dunkler timbriert ist. Fazit: beide Hersteller markieren zusammen den absoluten Klanggipfel, wobei der Cinemike Vorverstärker moderner ist und größere Anschlussvielfalt sowie Funktionen mitbringt, dafür aber mehr kostet. 
Anthem StatementD2
(ca. 8.750€)


Vom kanadischen Anbieter "Anthem" haben wir die Statement D2 Vorstufe ebenfalls zum Vergleich heranziehen können. Unser Testgerät (noch mit HDMI1.1) positioniert sich als Vertreter einer kompromisslos direkten und offensiven Spielweise. Während die D2 in Bezug auf Auflösung und Hochtondifferenzierung die Serienversion der AVP-A1HD noch hinter sich lassen konnte, so muss sie sich nun der Cinemike Edition klar geschlagen geben. Die prägnante Hochtonbetonung der D2 verfolgt eine konträre  Abstimmung im Vergleich zur kultivierter klingenden Cinemike AVP. Im Bassbereich bieten beide Geräte eine superbe Präzision, wobei die D2 ein etwas schlankeres Fundament aufbaut und nicht den unerbittlichen Druck und Volumen der Cinemike AVP umsetzt. Im Stereobetrieb punktet die getunte Denon Vorstufe außerdem mit einer weitläufigeren Bühnenstaffelung. Visuell liefern sich beide Komponenten ein Kopf-an-Kopf Rennen: die D2 besitzt die besseren und wirkungsvolleren Einstellungsoptionen - die Bildqualität gefällt uns hingegen bei der Cinemike Vorstufe noch einen Hauch besser (vornehmlich wegen der enormen Bildruhe).
Fazit Praxiseindrücke:

Zugegeben: vor dem Test waren wir durchaus etwas skeptisch. Bei einer 7.000 Euro Vorstufe dürfte es eigentlich grundsätzlich kein großes Steigerungspotential mehr geben, zumal wir von der AVP-A1HD in der Serienversion bereits recht angetan waren. Sicherlich zeigt sie in manchen Klangpunkten durchaus Raum für Verbesserungen, doch ob man sie dafür wirklich einer 5.000-Euro-Frischzellenkur unterziehen sollte, schien uns eher zweifelhaft. Vor diesem Hintergrund hat uns der getunte Vorverstärker absolut positiv überrascht. Cinemike ist es gelungen, selbst auf Basis des ohnehin schon hohen Niveaus, nochmals einen immanenten Performancesprung zu erreichen. Die AVP-A1HD verbessert sich mindestens um denselben Faktor, wie wir dies beispielsweise schon beim AVR-4308 beobachten durften. Die Cinemike Vorstufe kokettiert dabei nicht mit einzelnen, herausstechendern Klangattributen, sondern agiert grundsätzlich in jeder Hinsicht derart viel besser, dass sich insgesamt ein völlig neues Hörerlebnis einstellt. Zu unserer Überraschung bewirkt das Tuning jedoch nicht nur akustische Steigerungen, sondern wertet zugleich auch die Bildqualität auf. Dies gelingt der Vorstufe sogar in einem faszinierenden großem Maße: die Bildschärfe gewinnt in sämtlichen Bildebenen und bleibt auch bei Bewegungen sehr stabil. Hier schmiert die Vorstufe in der Originalversion leider etwas. Durch die Cinemike Modifikationen ergibt sich dadurch nicht nur ein Vorteil bei aufgezoomten bzw. stillstehenden Kameraansichten, sondern auch innerhalb bewegungsintensiven Szenen. Ähnlich wie schon beim Tuning der Quellgeräte (siehe: Test Cinemike PS3, HD-XE1 oder DVD-3930) ergibt sich dadurch ein deutlich plastischeres, dreidimensionaleres Bild mit größerer Bildtiefe. Kontrast und Schwarz-/Graudifferenzierung gewinnen ebenfalls und runden den äußerst erfreulichen Bildeindruck positiv ab. Von den uns bekannten Hifi-Geräten mit HDMI Sektion kommt ansonsten (neben dem getunten AVR-4308) lediglich die Anthem Statement D2 Vorstufe auf ein ansatzbar vergleichbares Niveau. Mit hochwertigen Bildausgabegeräten (wie dem Sim² C3X1080) innerhalb einer transparanten High-End Kette, sind diesbezügliche Defizite insbesondere bei AV-Boliden leider keine Seltenheit. Interessant ist beim Cinemike AVP-A1HD auch die Eigenschaft, dass er die prozessorbezogenen Klangeinbußen bei Aktivierung von PL2x oder sonstigen Echtzeitberechnungen (Lipsync, DSPs, Equalizer) zu einem großen Teil auffangen kann. Mit Sicherheit ist es nach wie am Ratsamsten, die Raumakustik mittels Absorber zu optimieren - immerhin halten sich die Dynamik- und Auflösungseinbußen bei Aktivierung von Auddyssey nach dem Tuning etwas mehr in Grenzen, als dies vorher der Fall war. Besitzer einer Cinemike AVP-A1HD werden sowieso viele interessante Aspekte kennenlernen: die Klangqualität der Vorstufe ist derart hoch, dass man mühelos Unterschiede zwischen verschiedenen Masterings heraushört, die selbst professionellen DVD-Rezessenten nicht bemerken. Und da die Cinemike Vorstufe auch im Stereo-Betrieb mit höchsten Weihen gesegnet ist, können wir unsere Praxiseindrücke mit einem rundum euphorischem Gesamturteil krönen: die Cinemike AVP-A1HD ist ein audiovisuelles Kunstwerk.

Fazit:

Lange haben wir auf ein solches Produkt gewartet, wo man ohne Übertreibung die Beschreibung "perfekt" in den Mund nehmen darf. Der Cinemike getunte Denon Vorverstärker gibt uns keinen einzigen nennenswerten Kritikpunkt: die getunte AVP dirigiert Mehrkanalanwendung mit bedingungsloser Präzision, Finesse und Kontrolle, verbessert die Bildeigenschaften in verblüffendem Maße und macht darüberhinaus sogar dedizierten Stereovorstufen gehörige Konkurrenz. Keine Frage: Cinemike verschiebt die audiovisuelle Messlatte nicht nur, sondern katapultiert sie regelrecht in neue Sphären ! Wer das berühmte Haar in der Suppe sucht, wird allenfalls ein paar Funktions- oder Bedienungsaltlasten des Denon-Grundgerätes ausfindig machen, wie zB. die nicht vorhandene Farbauswahl, oder die unpassende Billigfernbedienung - doch für Besitzer von hochklassigen AV-Installationen führt derzeit eigentlich kein Weg an der Cinemike AVP-A1HD vorbei. Gegenüber der Serienversion ist der Klang- und Bildgewinn derart deutlich ausgefallen, dass wohl selbst die japanischen Denon-Entwickler vor Scham erblassen würden. Und sogar die Gilde der High-End Anbieter tut sich schwer, dem Verführungskünstler aus der Eifel Paroli zu bieten. Selbst deren edelste Produkte können zumeist nur in Teilbereichen akustisch auf ähnlichem Niveau operieren, verzichten dabei aber fast gänzlich auf HDMI Implementation und bringen (idR.) weit weniger Ausstattung an den Start. Unter dieser Prämisse erscheint uns der Kaufpreis von 12.000 Euro für die modifizierte Vorstufe als absolut angemessen - selbstverständlich aber nur dann, wenn die restliche Kette eine große Wertschöpfung des Tunings überhaupt zulässt. Mit der Cinemike AVP-A1HD kann man selbst aus den hochklassigsten Lautsprechern ( bzw. Projektoren, Player etc.) das allerletzte Quentchen an Performance herauskitzeln. Selbstverständlich kann man auch ohne absolutes High-End Equipment viel Spaß im Heimkino haben und dabei mehrere zehntausend Euro sparen - großes Kino vermag schließlich auch ein THX Ultra² System in Kombination mit einem hervorragendem AV-Boliden zu realisieren. Doch wenn Sie sich nach mehr sehnen, als der "Golf-GTI-Klasse", vermag die Cinemike AVP-A1HD eindrucksvoll zu demonstrieren, wie moderne Heimunterhaltung auf dem Niveau eines Supersportwagen aussieht: die Sinneswahrnehmung wird von Glückshormonen gefangengenommen und man erleidet einem absoluten Volltreffer direkt ins Lustzentrum. Auch die äußerlichen körperlichen Merkmale gleichen einer Probefahrt mit Tempo 300 und bescheren dem Deliquenten Adrenalinschübe, Gänsehaut und bei einigen Passagen sogar feuchte Augen. Finanziell gut situierte Heimkino-Enthusiasten kennen dann kein Halten mehr, schließlich sind Emotionen im Grunde genommen sowieso unbezahlbar.

Mr. Perfekt: der getunte Denon-AVP A1HD lässt keine Wünsche offen
und markiert die absolute Speerspitze im gesamtem A/V-Bereich !
Cinemike AVP A1HD
Surroundvorverstärker High-End Klasse
Preis inkl. Grundgerät 12.000 €
Test: 8.Dezember 2008

Website des Anbieters. www.cinemike.de

+ feinauflösender Mittel-/Hochtonbereich
+ extrem präziser Bass
+ herausragende Dynamik sowie -Differenzierung
+ vortreffliche Sprachwiedergabe
+ hervorragend losgelöstes Klangbild von den Lautsprechern
+ flüssige, homogene Übergänge innerhalb der Surroundkulisse
+ exzellente Stereo-Performance
+ deutliche Verbesserung der Bildausgabe
+ Verbesserung der Performance von Audyssey, PL2x, LipSync und sonstigen Rechenoperationen
+ sehr kultivierte, souveräne Spielweise mit gleichzeitig angenehmen, aber auch informationsreichem Klangcharakter
+ funktioniert mit jedem gutem Lautsprecher-System und lässt sich universell kombinieren

- hoher Preis
- AV-System muss insgesamt ein sehr hohes Niveau haben, um alle Vorteile auszuschöpfen
- Auswahl an optisch passenden Endstufen ist auf den Denon Mehrkanalverstärker begrenzt (optional auch mit CM-Tuning)

Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:

AREADVD Baden-Württemberg wird eingerichtet von:


Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:

Text: Lars Mette

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