Test: Cinemike AVR-4308 - Ausstattungs- und Klangwunder in Einem ?
(Lars Mette - 4. Dezember 2007)

Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.
Mit dem AVR-4308 läutete Denon eine neue Zeitrechnung in der
AV-Receiver Historie ein. Das neue Receiver-Flaggschiff beherrscht
(dank HDMI 1.3) nicht nur sämtliche neuen True-HD
Tonformate, sondern bringt darüber hinaus eine Feature-Liste mit,
die selbst den teuersten AV-Boliden vor Neid erblassen würde.
Umfangreiche Videosektionen oder diverse USB/iPod Schnittstellen kennt
man zwar auch schon von anderen AV-Komponenten, aber bislang hat noch
kein Hersteller wirklich (beinahe) alles Denkbare derart konsequent in
einem Gerät versammelt. Vom WLAN-Anschluss bis hin zum DVB-T Tuner
hat sich Denon nicht lumpen lassen, so dass der AVR-4308 seinen
Kaufpreis von 2.499 Euro (zumindest auf dem Papier) absolut
rechtfertigen kann und im Vergleich gegenüber reinrassigen Boliden
als Schnäppchen erscheint.
Die akustische Performance des AVR-4308 steht hingegen auf einem
anderem Blatt. Seine "wunschlos-glücklich Ausstattung" kann nicht
darüber hinwegtäuschen, dass sehr anspruchsvolle Ohren mit
dem Grundgerät nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen und zB. mit
einem älteren AV-Boliden bzw. einer puristischen
Vor-/Endstufenkombination eine klanglich überlegene Alternative im
Preisbereich um die 3.000 Euro bekommen könnten. Auch von unten
bekommt der Denon AVR-4308 mächtig Druck: der Onkyo NR-905 kann
zwar nicht ganz die Ausstattungsfülle des Denon Receivers bieten,
kontert dafür aber mit einerm lebendigerem,
aussagekräftigerem Klangbild und ist 700 Euro günstiger.
Keine einfache Ausgangslage für die Tuningsspezialisten von
Cinemike, die sich den AVR-4308 vorgenommen haben. Das Ziel ist es, den
Markt mit einem Gerät zu bereichern, welches sowohl klanglich aus
auch ausstattungstechnisch konkurrenzlos ist. Nun - zumindest
hinsichtlich des zuletzt genannten Attributs hat Cinemike mit dem
4308 die richtige Wahl getroffen. Allerdings steht er nun vor der
großen Herausforderung, diesem Receiver audiophile Töne zu
entlocken. Hierfür greift er rigoros durch: insgesamt sind beim
Tuning mehr als 100 Modifikationen vorgesehen, viele klangrelavante
Bauteile werden komplett ersetzt. Der immense Tuning-Aufwand zeigt sich
allein schon darin, dass die Umwandlung zur Cinemike-Edition
ungewöhnlich aufwändig ist und jeder Receiver knappe 2 Tage
auf dem OP-Tisch vom "Klangdoktor" Cinemike liegt.
Dies schlägt sich auch im Preis nieder. Wer einen Cinemike
AVR-4308 in seinem Hifi-Rack begrüßen will, muss dafür
exakt 1.200 Euro Aufpreis zum Grundgerät kalkulieren. Somit kostet
der Cinemike AVR-4308 ganze 3.699 Euro und stösst damit in
Preisdimensionen vor, die schon von sehr prominenten Geräten
"regiert" wird. Zunächst wären da die "kleinen" Boliden zu
nennen, wie beispielsweise der exzellente Denon AVC-A11XVA (UVP 3.999
€). Bei Berücksichtung der teilweise sehr günstigen
Straßenpreise vom Onkyo TX-NR5000E (UVP 5.500 €) oder des
Pioneer VSA-AX10 AiS (UVP 5.000 €) wird einem potentiellen
Interessenten eines Cinemike AVR-4308 auch sehr schnell bewusst, dass
er für das gleiche (bzw. minimal mehr) Geld sogar einen
"richtigen" Boliden bekommen könnte ! Und wer den
Cinemike-Receiver ohnehin nur als Vorstufe benutzen möchte,
könnte sich für 3.750 € sogar eine Audionet Map1
bestellen und damit eine Eintrittskarte in die klangliche
Championsleague lösen.
Sie sehen: der Cinemike AVR-4308 sieht sich einer harten Konkurrenz
entgegen. Ganz besonders im Vergleich zur Audionet Map1 könnten
die Ausstattungsunterschiede wohl nicht größer sein, doch auch wenn es klar
ist, dass der getunte Receiver diesbezüglich die gesamten
Mitbewerber locker in die Tasche steckt, so soll bei unserem Test
hauptsächlich die klangliche Performance im Vordergrund
stehen. Falls sie Informationen zum Grundgerät
benötigen, empfehlen wir Ihnen die Lektüre unseres Previews
vom 22. Oktober. Inhalt dieses Bericht sollen hauptsächlich die
Besonderheiten des Tunings und interessante Vergleiche zwischen
den verschiedenen Gerätekonzepten sein. Dabei möchten wir
auch der Frage nachgehen, inwieweit die True-HD Decoder des getunten
AVR-4308 sogar in der Lage sind, mit den entsprechenden HD-Soundtracks
neue Klangwelten bei Mehrkanalanwendungen zu eröffnen, wie es von
der Industrie schon so oft (ergebnislos) propagandiert wurde...
technischer Grundaufbau und Tuning-Modifikationen:
Dieser Draufblick auf den (getunten)
AVR-4308 soll uns als Einstieg dienen, Ihnen den Grundaufbau des
Mini-Boliden zu veranschaulichen. Denon spendiert diesem Gerät
gleich zwei Netzteile - je Eines für die digitalen sowie analogen
Schaltkreise. Die gesamte Netzteilsektion befindet sich im linken
Bereich. Um die Signalwege kurz zu halten, wurden sämtliche Audio-
und VIdeoplatinen direkt im Bereich der Rückseite untergebracht.
Zum Großteil stehen für die einzelnen Baugruppen seperate
Boards zur Verfügung. Anhand der zahlreich offen verlegten Kabel
ist sehr schön zu erkennen, wie viel Aufwand ein Receiver mit
einer solchen Funktionsvielfalt mitbringt. Gegenüber einer
puristischen High-End Vorstufe (zB. NAD M15)
wirkt das leichte Chaos innerhalb des Gerätes somit nicht
sonderlich vertrauenserweckend. Auch auf ein komplett symmetrisch
Layout wurde verzichtet, wie es zB. beim Harman Kardon AVR-7300
der Fall ist. Gerade im Vergleich zum fast preisgleichen
Harman-Verstärker fällt auch die eigentlich recht klein
dimensionierte Endstufensektion des AVR-4308 auf. Diese befindet sich
direkt hinter der Front und ist zur besseren Wärmeabfuhr aus
schwarz eloxiertem Aluminium gehalten. Erfreulich: Denon hat eine
komplett passive Kühlung realisiert - störende
Ventilationsgeräusche gehören somit der Vergangenheit an.
Andererseits spielt dies momentan ohnehin nur noch eine untergeordnete
Rolle, solang Zuspieler wie der Toshiba HD-XE1 oder die Playstation3
beim Filmbetrieb ohnehin schon viel Lärm veranstalten.
So schön es auch ist, dass Denon
eine durchaus praktische Zweitfernbedienung für die Nebenzonen
beiliegt, es ändert nichts an unserer Kritik gegenüber dem
Hauptcontroller. Mal abgesehen davon, dass die Bedienung des gesamten
Gerätes teilweise ohneschon durch wirre Menüstrukturen bzw.
Bezeichnungen erschwert wird, so tut auch die Fernbedienung ihr
Übriges dazu. Der kontextsensitive Bereich im oberen Bereich
leuchtet in Abhängigkeit des gewählten Modus. Leider aber
sind hier nur wenige Schaltflächen integriert, so dass man oft
umschalten muss. Dazu kommt noch, dass die illuminierten Buttons sehr
klein sind, und die unteren Hardkeys wiederrum komplett unbeleuchtet
bleiben. Normalerweise würden wir Denon an dieser
Stelle um Besserung bitten, doch wenn man bedenkt, dass dieser
Hersteller sogar beim 6.990 AVV-A1XVA das gleiche Gerät beilegt,
erscheint ein Umdenken eher unrealistisch. Denon bietet zwar optional
einen wesentlich besseren Controller inkl. bidirektionaler
Kommunikation, verlangt dafür aber horrende 399 Euro.

Betrachten wir nun das Tuning: schon der recht hohe Grundpreis für das Stufe1-Tuning (1200
€) macht deutlich, dass Cinemike am AVR-4308 recht viele
Änderungen vornimmt. Wie bei all seinen Tunings üblich,
beginnen die Modifikationen an der Netzteilsektion bzw. der
Stromversorgung. Im analogen Bereich (Bild) erfolgen die Eingriffe
hauptsächlich durch Austauschen der Kondensatoren und Dioden gegen
klanglich ausgesuchte Elemente - sowohl beim digitalen, als auch
digitalen Netzteil tauscht Cinemike auch die Sicherung
gegen Varianten aus Rhodium. Zusätzlich verbaut er in dieser
Baugruppe spezielle Low-ESR Elektrolytkondensatoren.
Auch die konventionellen coaxialen sowie optischen
Digitalanschlüse dürfen sich einer Überarbeitung
erfreuen. Hierbei konnte Cinemike aus den Erkenntnis der getunten
Sherwood P-965 Vorstufe zurückgreifen und implementierte eine
Pufferung der Versorgungsspannung mittels ausgesuchten Low ESR Elkos.
Zusätzlich erfolgt noch eine Filterung des Signals.

Die analoge Audio-Verbindungsplatine beherbergt ebenfalls neue
Bauteile: hier werden die Operationsverstärker für alle
Kanäle komplett gegen deutlich verzerrungsärmere Modelle
getauscht. Dasselbe Schicksal widerfährt ebenfalls sämtlichen
Signalkondensatoren, sowie SMD-Widerstände.
Ein ganz entscheidender Punkt stellt auch die verbesserte Pufferung
der Digital/Analag Wandlersektion dar. In Kombination durch optimierte
Pufferung und zusätzliche Filterung verspricht Cinemike eine
deutlich verringerte Störspannung (Rauschen), zumal die
Stromversorgung auch schneller arbeiten kann und somit für eine
gesteigerte Dynamik sorgen soll.
Ein zentrales Ziel des Tunings stellt die Verbesserung der Akustik
bei den neuen HD-Tonformaten (Dolby TrueHD, DTS HD Master Audio) dar,
so dass selbstverständlich auch die HDMI Platine im Fokus der
Tuningeingriffe steht. Hier wird nächst die Filterung des
Videoprozessers im SMD Bereich, direkt vor Ort verbessert.
Zusätzlich entstört Cinemike die Zuleitung der digitalen HDMI
Spannung und integriert eine bessere Pufferung. Die saubere
Spannungsversorung soll bei hohen Videotaktraten für weniger
Rückstreuung in den Audiobereich sorgen. Doch auch die
Bildqualität der gesamten HDMI-Sektion soll durch das Tuning
steigen.
Äußerlich tut sich (außer einem Aufkleber auf der
Front nichts) - zumindest das optisch störende Plastikgitter auf
dem Gehäusedeckel hätte Cinemike aber entfernen können.
Wir haben es dann einfach nachträglich getan, denn dieses komische
Wärmeschutzgitter fängt bei hohen Lautstärken gerne mal
an, lautstark mitzuklappern.
Wie Sie sehen, umfassen die Eingriffe viele Stellen innerhalb des
Gerät,
zwischen Netzteil und analoger Ausgangsplatine. Die Endstufen sind von
den Eingriffen somit nicht betroffen. Cinemike wird hier eventuell in
Form eines Stufe2-Tunings noch etwas Seperates anbieten. Auch eine
komplette Abschaltung der Endstufen steht noch auf der To-Do-Liste des
Entwicklers. Laut Cinemike lässt sich das AVR-4308 in fast
identischer Form übrigens auch auf den AVR-3808 anwenden, weil
sämtlich klangrelevanten Baugruppen beinahe komplett identisch
sind. Dies wäre dann vor allem für Kunden interessant, die
ihren Denon-Receiver ohnehin nur als Vorstufe nutzen wollen (der
AVR-4308 besitzt kräftigere Endstufen) und auf den gestiegenen
Ausstattungsumfang (zB. zweiter HDMI-Out, Wi-Fi etc.) verzichten
können. Insgesamt umfasst ein komplettes Level1-Tuning dieser
Vorstufe ca. 120 Änderungen, und beschäftigt Cinemike fast
anderthalb Arbeitstage. Im Laufe des Tunings erfolgt sogar eine
Feinanpassung zum Ausgleich der Serienschwankungen. Aus
diesem Grund steht auch eine intensive Hörprobe jedes einzelnen
Gerätes, vor dem Rückversand, auf dem Programm, damit jeder
getunte AVR-4308 auch wirklich genau so klingt, wie dies vom Entwickler
beabsichtigt ist.
In den Besitz eines getunten AVR-4308 kann man auf zweierlei Arten
gelangen: entweder man erwirbt das Grundgerät mit Tuning komplett
bei Cinemike, oder schickt einen vorhandenen AVR-4308 nach Monschau. In
beiden Fällen liegt der Tuningpreis bei 1.200 Euro. Für das
Komplettgerät spricht die Tatsache, dass man sich bei
Garantiefragen mit allen Belangen gleich direkt mit Cinemike
auseinandersetzen kann. Wer sein Tuning nachträglich
durchführen lässt, bekommt von Cinemike zwar ebenfalls 2
Jahre Garantie auf die betroffenen Sektionen, muss sich aber wegen
anderweitigen Problemen nach wie vor an Denon wenden. Laut Cinemike
funktioniert die Partnerschaft mit Denon reibungslos, so dass in der
Praxis keine Probleme auftreten sollten.
Testumgebung und Kombinationsempfehlung:
Vor dem Upgrade eines AVR-4308 zur Cinemike-Edition sollte man sich
schonungslos selbst fragen, ob die daran angeschlossenen Lautsprecher
überhaupt gut genug dafür sind. Besondere Ansprüche
werden an die Dynamik, Hochtonauflösung/Brillanz sowie
Basspräzision gestellt. Wenn die Schallwandler dies nicht umsetzen
können, wird man vom Tuning nicht viel vom Potential freisetzen
können. Unserer Meinung nach stellt das preislich extrem
attraktive Nubert nuWave125 bzw. nuLine120 Set die günstigste
Möglichkeit dar, von den Vorzügen des Cinemike AVR-4308 in
einem sinnvollen Maß zu profitieren. Auch wenn es in den darunter
liegenden Preisklasse mit Sicherheit auch schon enorm klangstarke
Offerten gibt (zB. Focal Chorus 7.1 Surround-Set), so sehen wir hier schlichtweg kein
günstiges Verhältnis zwischen Tuningskosten und
Klangverbesserung.
In diesem Zusammenhang muss auch die Raumakustik erwähnt
werden, schließlich kann selbst die beste Elektronik nichts
ausrichten, wenn die Lautsprecher falsch aufgestellt sind und/oder die
Raumbeschaffenheiten (Reflektionen etc.) dem guten Klang
im Weg stehen. Abhilfe können spezialisierte
Akustiker anbieten, wo man bei kleineren Räumen oftmals schon
für niedrige vierstellige Beträge einen deutlich
größeren Klangzuwachs bekommt, als es die teuerste
Luxus-Elektonik realisieren könnte. Oder anders ausgedrückt:
je besser die Raumakustik, desto mehr kann sich die Qualität
einer jeden Komponente (Lautsprecher, Elektronik, Kabel etc.)
entfalten. Es macht keinen Sinn, 1200 Euro für ein Cinemike-Tuning
auszugeben, nur damit der Receiver in einem modernen/halligen
Wohnzimmer zum Einsatz kommt. Oftmals erliegen gerade die Käufer
aus den unteren Preisklassen den Werbeversprechen der Hersteller
hinsichtlich der Einmess-Systeme. Aus einem schlechten Raum kann
auch Audyssey keine Umgebung mit Studio-Bedingungen machen. Ganz
im
Gegenteil: oftmals wird die Situation sogar noch "verschlimmbessert".
Damit sich der getunte Denon Mini-Bolide auch richtig austoben kann,
haben wir ihm ein fulminantes Surroundset aus der taufrischen
Monitor Audio Platinum Serie bereitgestellt. Für den nötigen
Tiefbass sorgen 2 Isophon Stonehenge Subwoofer. Dieses Ensemble
gehört mit zum Besten, was man sich in die Wohnung stellen kann.
Es vereint gleichzeitig klangliches Feingespür mit brachiale
Dynamik und sorgt somit für einen emotionales Erlebnis der
Extraklasse. Dank des günstigen Wirkungsgrades kommen die
Platinums auch schon mit den internen Endstufen des Receivers sogar noch halbwegs gut
zurecht.

Sinnvoll ist die Benutzung einer externen Endstufe dennoch - ganz
besonders bei Schallwandlern dieser Qualität. Wir haben zum Testen
mehrere Mehrkanalendstufen herangezogen und können insbesondere
den Audionet Amp7 (ab ca. 7.000 €) empfehlen. Die Klangsteigerung
gegenüber den internen Receiver-Endstufen ist derart groß,
dass wir jedem ambitioniertem Heimkino-Freund mit Nachdruck ans Herz
legen möchten, über kurz oder lang ein entsprechendes Upgrade
durchzuführen. Es hat sich beim Testen herausgestellt, dass das
Tuning die Vorstufe des 4308 derart enorm aufwertet, dass man die
internen Endstufen lediglich als Notlösung ansehen sollte. Die
Grobdynamik, Basskonturierung und nicht zuletzt das Ablösen des
Klanges vom Lautsprecher sind mit guten externen Endstufen jedenfalls
deutlich besser.

Als günstige Alternative zum Audionet Amp7 können wir auch
die Monoblöcke MAA-705 (Stück 949 €) von Advance
Acoustic empfehlen. Diese Komponenten bestechen mit einer sehr
neutralen Tonalität, bieten enorme Leistungsreserven und sind
darüberhinaus auch in der Lage sehr räumlich zu spielen. Wenn
man die MAA-705 nicht grad mit einem Audionet Amp7 vergleicht,
dürfte es sehr schwierig werden, etwas Besseres zu finden.
Lediglich der enorme Platzbedarf und die helle Displaybeleuchtung
erfordern etwas Nachsicht vom stolzen Besitzer. Wem auch die MAA-705 zu
kostspielig sind, findet in den Vincent Monoblöcken SP-997
(Stück 499 €) auch eine formidable Lösung, die sich
schon deutlich von den integrierten Receiver-Endstufen absetzt. Falls
sie aus Kostengründen keine 5 Stück kaufen möchten,
begehen Sie aber bitte nicht den Fehler und kaufen sich nur 2
Stück. Beim Einsatz von Mono-Endstufen wäre es unklug, nicht
mindestens 3 Modelle zu erwerben, damit auch der Center in den Genuss
kommt.
Einen Receiver wie den Denon AVR-4308 kauft man nicht unbedingt, um
damit höchstklassig Stereo-/CD zu hören, so dass wir unsere
Aufmerksamkeit bezüglich der zuspielenden Geräte auf
Blu-Ray/HD-DVD Player richten. Hier stechen vor allem 3 Geräte
heraus. Der Samsung BDP-1400 (Blu-Ray, 499 €) begeistert vor allem
durch seine Bildeigenschaften und der Bitstream True-HD Ausgabe. Nicht
minder attraktiv die Cinemike-getunte Version der Playstation3 (40GB
Version 399€+ 200€ Tuning) die zwar (noch) keine TrueHD
Bitstream-Ausgabe bietet, dafür aber ansonsten hinsichtlich Bild
und Ton überhalb des Samsung Players anzusiedeln ist. Mit diesem
Gerät haben wir den Großteil unserer Tests
durchgeführt, weil sie nicht nur audiovisuell vorne liegt, sondern
auch in Bezug auf Einlesezeiten und Zuverlässigkeit die erste Wahl
darstellt.Als Vertreter der HD-DVD Fraktion übergibt die getunte
Playstation an den Toshiba HD-XE1 (inkl. Tuning ca. 1100 €).
Last but not least: die Kabel. Wer ein hochkarätiges
Surroundsystem besitzt und auch ansonsten (Raumakustik, Quelle etc.)
auf oberstem Niveau spielt, dem empfiehlt die AREADVD High-End
Redaktion, ganz in Ruhe einmal mit verschiedenen Kabeln zu
experimentieren. Hierbei lohnt es sich durchaus, sämtliche
Signalverbindungen kritisch zu hinterfragen. Nur weil ein Kabel
digitale Inforamtionen überträgt, muss es beispielsweise
absolut kein Indiz dafür sein, dass man seiner Qualität
keinerlei Beachtung schenkt. An einer transparenten Kette klingen zB.
HDMI-Kabel durchaus etwas verschieden, so dass man mit Ihnen ein
Feintuning der Klangabstimmung vornehmen kann. Wir haben
diesbezüglich mit HDMI Kabeln vom schwedischen Premium-Anbieter
"Supra" gute Erfahrungen gemacht. Dies lässt sich im Übrigen
auch auf die Netzkabel von Supra übertragen. In unserem Fall
klingt der Cinemike AVR-3806 mit dem LoRad Netzkabel noch etwas
unbeschwerter/freier. Davon abgesehen, dass solch ein Kabel nicht
extrem viel Geld kostet (ab ca. 100 €), so geben
serviceorientierte Händler ihren Kunden im Regelfall auch gerne
entsprechende Leihgaben.
Ein unscheinbares, jedoch ungemein nützliches Helferchen stellt der PDV-02 von MF-Electronic
dar. Er kostet 89 Euro und misst in sekundenschnelle die Polung jedes
Gerätes. Eine korrekte eingepolte AV-Anlage sollte eigentlich
selbstverständlich sein, doch leider sorgen diverse
Internet-Communities bei vielen Neulingen für unberechtigte
Skepsis. Machen Sie den Test doch einfach mal selbst bei Ihrer Anlage
und vergleichen Sie den Klang bei verschiedener Polung des Netzsteckers
! Nicht umsonst besitzen viele High-End Geräte (zB. von Audionet)
über eine integrierte Netzphasenerkennung.
Unsere hauptsächlich verwendeten Testgeräte:
Klang:
Die Testreihen haben wir größtenteils in Hinblick auf die
Vorstufen-Qualitäten durchgeführt, so dass sich der Cinemike
AVR-4308 gleich einer hochkarätigen Konkurrenz vom Schlage einer
Audionet MapV2 oder Myryad MXD4000 gegenüber sah. Damit nicht
genug: mit der Blu-Ray Version von Spiderman 3 haben wir eine
anspruchsvolle Kost in den Samsung BD-P 1400 gelegt. Jener Titel bietet
sowohl subtile Effekteinbindung, als auch "brutale" Basseinlagen. Doch
genau aus diesem Grund hat er sich hervorragend geeignet, um die
Vorzüge des getunten Receivers an das Tageslichts zu bringen.
Schon die konventionelle DVD-Dolby Digital Tonspur nimmt der Cinemike Mini-Bolide zum
Anlass, eine intensive, glaubhafte Akustik auf sehr hohem Niveau
herzustellen. Die tonale Ausgeglichenheit lässt jeden
Frequenzbereich gleichberechtigt zum Zuge kommenm lediglich die hohen
Frequenzen erscheinen tendenziell leicht betont, allerdings
nicht in einem großem, oder gar störendem Maße.
Großen
Interpretationsspielraum nimmt sich der getunte Receiver daher nicht -
er fokussiert stattdessen eine brilliante, feinfühlige
Detailherausarbeitung mit einer gleichzeitig nachdrücklichen und
somit intensiven Spielweise. Es ist überraschend, wie viel mehr an
Toninformationen und Tiefgründigkeit gegenüber zB. dem
hervorragendem Onkyo TX-NR905 noch realisierbar ist. Allerdings
sollten hierfür entsprechend talentierte Schallwandler den
Hörraum bevölkern - ein aktuelles THX Ultra2 Set stellt
beileibe nicht das Ende der Fahnenstange dar, wie wir eindrucksvoll am
Beispiel der Monitor Audio Platinum Serie feststellen durften.
Besonders hinsichtlich der Abbildungspräzision im
Mitten-/Bassbereich aber auch in Bezug auf die Herausarbeitung
hochfrequenter, feiner Effekte (etwa das Rasseln der kleinen Steinchen
in der Verwandlungsszene des Sandmanns) legt der Cinemike-Receiver eine
Messlatte an, die selbst viele gute Lautsprecher an das Limit ihrer
Fähigkeiten bringen. Viel Luft nach oben befindet
sich überhalb des modifizierten Denon nicht mehr, und das
obwohl es viele, teilweise erheblich teurere AV-Geräte auf dem
Markt gibt. Von ganz besonders hervorragender Güte zeigt sich der Receiver, wenn
es darum geht, gleichartige Effekte auf verschiedenen Kanälen
wiederzugeben. Hier macht sich insbesondere auf den hinteren
Lautsprechern ein großer Zugewinn an Rauminformation und
Detaillierung bemerkbar.

Füttert man den Cinemike Receiver dann gar mit der Dolby
True-HD Tonspur, kredenzt er nicht weniger, als die eindrucksvollste
Akustik, der wir bislang innerhalb unserers High-End Studios lauschen
durften. Die brachiale Härte und Wucht auf dem LFE-Kanal bei
Actionszenen (zB. defekter Kran, Kapitel 6) sorgt beim Auditorium
für Adrenalinschübe, während der Heimkinobesitzer schon
fast Angst um seine Tieftöner haben muss. Wer hier keine
leistungsfähigen/pegelfesten Subwoofer sein Eigen nennt, wäre
gut beraten, lieber etwas Vorsicht beim Volumeregler walten zu lassen.
Erfreulicherweise war es das noch lange nicht: wo manch andere
Gerätschaften hauptsächlich durch eine
füllig-kräftige Basswiedergabe die Gunst des Auditoriums
gewinnen möchten, so geht der getunte Receiver noch einen Schritt
weiter. Hier stimmt die gesamtheitliche Abstimmung der
Klangcharakteristik: Stimmen gewinnen an Emotionalität und
Facettenreichtum, die Effektabbildungsgenauigkeit entfaltet sich auch
bei komplexen Sequenzen hervorragend und auch hinsichtlich der
Raumtiefe/-Differenzierung kann man (endlich) einen richtigen Vorteil
aus der SpiderMan3 True-HD Tonspur heraushören. Ihm gelingt es in
hervorragender Manier, alle HD-Toninformationen zu einem (bis dato)
unvergleichlichem Klangcocktail zu mixen:
subtile,feine Umgebungsgeräusche, die charasmatischen
umgesetzten Stimmen und nicht zuletzt der Score als auch prägnante
Kampf- bzw. Surroundeffekte werden als eine harmonische Einheit
umgesetzt, statt sich gegenseitig zu überdecken. Diese hohe
Klangtransparenz lässt in vielen Punkten schon fast audiophile
Qualitäten erkennen, so dass beispielsweise die
Hochtonauflösung und Klangruhe innerhalb der Filmmusik nicht mehr
weit von CD-Qualität entfernt ist ! Bemerkenswert ist zudem auch
der gelungene Umgang mit der Dynamik innerhalb der Tonspuren. Weder
ein ausgewachsener Bolide vom Schlage eines Denon AVC-A1XVA oder
Pioneer VSA-AX10 Ai-S, können sich damit schmücken,
diesbezüglich wirklich richtig differenziert vorzugehen. Oft wird
die begrenzte Maximaldynamik damit kaschiert, dass einfach viele
ruhigere Effekte gnadenlos "hochgepusht" werden, um dem Publikum eine
überlegene Klangqualität vorzugaukeln. Das Ergebnis: es macht
kaum noch einen Unterschied, ob auf der Leinwand eine Tür
zugeschlagen wird, oder gerade ein T-Rex durch das Bild stapft - beide
Effekte generieren ähnliche Tieftongeräusche. Selbst ein
aktueller Onkyo TX-NR905 kann sich nicht ganz von diesem Effekt
freisprechen, allerdings in einem deutlich geringerem Maße, als
es allgemein in dieser Preisklasse üblich wäre. Aus diesem
Grund dürften Umsteiger beim Wechsel auf einen getunten AVR-4308
von dessem Differenzierungsvermögen ganz besonders überrascht
werden: nicht nur das feine, realistische Abstufen verschiedener
Ereignisse und die deutlich höhere Maximaldynamik fallen beim
Hören recht schnell auf, sondern ebenfalls die Tatsache, dass der
Cinemike AVR auch in der Lage ist, gleichzeitig unterschiedliche
Dynamiksprünge auf verschiedenen Ebenen einzuflechten.
Im Stereobetrieb hinterlässt der getunte Receiver ebenfalls
eine einwandfreie Visitenkarte: von martialischer EBM/Industrial Musik
bis hin zu klassischen Tönen managt das Testgerät jede
Herausforderung ohne Fehl und Tadel. Dynamikwechsel werden gut
umgesetzt, die verschiedenen instrumentalen Facetten gelangen
differenziert in den Hörraum und auch in Bezug auf die
Auflösung/Präzision über den gesamten Frequenzbereich
können wir nicht klagen. Angesichts der eher durchschnittlichen
Leistungen des Grundgerätes eine absolut respektable Leistung und
ein Indiz für die Effizienz der Tuningeingriffe. Lediglich
besonders geschulte Ohren werden hinsichtlich der Raumabbildung noch
immer eine leichte Tendenz des Grundgerätes heraushören,
da die zweikanalige Raumabbildung zwar sehr plastisch, aber nicht
perfekt lokalisierbar ist. Nach wie vor erscheinen speziell
männliche Interpreten etwas zu breitgezogen als
Phantomschallquelle zwischen den Lautsprechern - bei weiblichen
Akteuren trat dieser Umstand in den Hintergrund, allerdings fehlt hier
noch das letzte Quentchen Transparenz. Diese Eigenschaften haben wir
(in deutlich stärkerer Form) schon beim Standard AVR-4308 bemerkt
und sind nach dem Tuningeingriff aber nur mit in Ansätzen (und
wirklich guten Lautsprechern) hörbar. Sofern man den getunten
Denon-Receiver als Vorstufe benutzt, gehört die etwas müde
Bassdarstellung (keine Dynamik, kaum Punch/Druck) komplett der
Vergangenheit an, so dass man auch mit beatlastigen Sound sehr viel
Freude haben kann. Zusammenfassend betrachtet, kann man mit dem
getunten AVR-4308 sehr viel Spaß beim Musikhören haben. Eine
rundum überzeugende Stereoqualität, die auch den erfahrenen,
anspruchsvollen Hörer vollends zufriedenstellt, findet man aktuell
ohne nur(!) bei einigen Surroundvorstufen oder reinrassigen
Zweikanal-Komponenten. Immerhin distanziert der AVR-4308 nach dem
Tuning alle direkten Kontrahenten und braucht sich vor keinem Boliden
zu verstecken. Überraschend dicht gelingt es übrigens, dem
ebenfalls recht filigran aufspielenden Onkyo TX-NR905 in Sichtweite zu
bleiben, was seine Preiswürdigkeit erneut eindrucksvoll
unterstreicht. Erst bei Hinzunahme von hochwertigen Endstufen und
entsprechenden Lautsprechern kann sich der Cinemike-Receiver
spürbar absetzen. Hier ist der Unterschied definitiv kleiner,
als noch im Surroundbetrieb. Angesichts der traditionell guten
Stereoperformance im Hause Onkyo stellt dieser Umstand jedoch keine
Besonderheit dar, sondern unterstreich nur noch einmal die tyischen Onkyo Tugenden.
Nach dem Lesen unserer größtenteils euphorischen
Berichterstattung werden Sie sich eventuell fragen, ob es denn am
Cinemike AVR-4308 überhaupt gar nichts auszusetzen gibt ?! Nun -
auch dieses Gerät ist nicht perfekt und lässt für die
Zukunft noch genügend Reserven frei. Mit dieser Aussage
stützen wir uns defintiv nicht auf die Vorstufenqualität der
TrueHD Wiedergabe, denn diese ist momentan absolut State-of-the-Art und
markiert mit recht großem Abstand die aktuelle Speerspitze im
Mehrkanalbetrieb. Auch die Surroundwiedergabe normaler 5.1 Streams gibt
keinen Anlass zur Rüge, hier befindet sich der getunte
AVR auf sehr hohem Niveau und kann sogar mit High-End Vorstufen
auf Augenhöhe kämpfen (siehe nächste Rubrik). Auch die
Stereowiedergabe geht absolut in Ordnung, wenngleich hier der Abstand
zur Konkurrenz aus dem Lager der audiophilen Surroundvorstufen (zB. NAD
M15, Rotel RSP-1098, Myryad MXD-4000) etwas größer
ausfällt. Der zentrale Kritikpunkt des getunten Receivers findet
sich in den Endstufen. Schon zum Basispreis von 2.500 Euro empfinden
wir die gebotene Endstufensektion in Bezug auf Pegelfestigkeit und
Klang nicht als neuen Preisklassenmaßstab. Da kann sogar der Onkyo
TX-NR 905 schon mehr bieten, und das trotz 700 Euro Minderpreis. Dieser
Umstand verschärft sich nur noch durch das Tuning, denn hier
fungiert die (unangetastete) Endverstärkersektion als klangliche
Handbremse, zumal man im Preisbereich um 3.700 Euro schon
Alternativmodelle (zB. Denon AVC-A11XVA) geboten bekommt, die
diesbezüglich klar im Vorteil sind. Kurz und knapp: richtig Sinn
macht der Cinemike AVR-4308 vornehmlich als Vorstufe. Damit Sie eine
genauere Einordnung des veredelten Receivers vornehmen können,
haben wir ihn mit drei Geräten verglichen:

Als besonders interessant stellt sich das Rennen zwischen MapV2 von
Audionet dar: während die Edel-Vorstufe im Stereobetrieb eine
klare Führung herausspielen kann (tiefere Klangbühne, mehr
Details
und Agilität), sieht das Bild im Surroundbetrieb zu unserer
Überraschung etwas anders aus: hier saugt sich der getunte
Wannabee-Bolide im Windschatten heran und bleibt der MapV2 an der
Stossstange kleben. Bei konventionellen AC3/DTS Tonspuren kann das
Audionetgerät das Rennen zunächst aber noch halbwegs
problemlos kontrollieren.
Aufgrund der nach wie vor beispiellosen Authentizität
(beeindruckend realistische Tonalität) und der
spritzig-lebendigen, jedoch nie überdrehten/effektlastigen
Spielweise können alle Angriffe des Herausforderers pariert
werden. Mit einem EPS-Modul liegt auch die Basspräzision auf
Satelliten und LFE-Kanal, sowie die unverkennbar
prägnant-strukturierte Mittenwieder nochmal ein gutes Stück
über dem des Cinemike Gerätes.
Normalerweise wäre das Rennen nun zu Ende und die Audionet
Mannschaft würde (wieder ein Mal) genussvoll den Siegerschampus
schlürfen, denn schließlich hat noch kein anderes Gerät
die neuen Tonformate derart gewinnbringend umsetzen können, als
dass es der MapV2 gefährlich werden könnte. Sie merken es
vielleicht schon an der soeben gewählten Formulierung: der
Cinemike AVR-4308 gehört definitiv NICHT in diese Kategorie. Zum
ersten Mal entfesselt ein Gerät mit den neuen Tonformaten ein
Klangniveau, welches klar überhalb der AC3/DTS Leistungen einer
MapV2
mit
EPS anzusiedeln ist. Eigentlich müsste man dies als Auszeichnung
der
Audionet Vorstufe einordnen, schließlich haben sowohl Dolby als
auch DTS derartige Quantensprünge mit ihren NexGen Tonformaten
angekündigt, dass rein theoretisch eigentlich schon viel mehr
Geräte
ein
höheres Leistungsniveau als eine MapV2 hätten bieten
sollten. Die günstigere Map1 besitzt gegenüber dem
Cinemike Gerät höchstens marginale
Vorteile im "normalen" Surroundbetrieb . Im
Stereohörer kann sie sich schon eher absetzen, aber auch hier muss
man schon sehr genau hinhören, um die Vorteile (hauptsächlich
Feindynamik, Mittendetallierung und Klangtiefe) herauszuhören -
beide Betriebsmodi
werden gegenüber der MapV2 nicht ganz so souverän und
"geschliffen" umgesetzt. Für ein deutlicheres Absetzen muss man schon das
EPS-Modul für rund 1.800 Euro dazukalkulieren, was die Map1 dann
aber wieder deutlich teurer als den Cinemike-Receiver macht. Wer eine
erstklassige Surroundvorstufe sucht, findet
somit sowohl in der Map1 als auch dem dem getunten AVR-4308 eine
gleichermaßen hervorragende Wahl - allerdings eben mit anderen
klanglichen Schokoladenseiten. Den Vergleich hinsichtlich der
Ausstattung brauchen wir an dieser Stelle nicht ernsthaft
ausführen, hier liegen schlichtweg Welten zwischen beiden
Geräten. Wer jedoch auf Webradio und Co. verzichten kann, bekommt
in der Map1 das sowohl optisch als auch technisch puristischere
Gerät, inklusive dem vollparamatrischen Equalizer für alle
Kanäle, den nicht einmal der Denon mitbringt.

Mit einem verhältnismäßig großem Aufwand haben
wir einen Direktvergleich zwischen der modifizierten und normalen
Variante des AVR-4308 durchgeführt, indem wir jeweils ein
Gerät im Teststudio installierten und auf identischen
Lautsprechern einen Doppelblindtest durchgeführt haben. Das
Ergebnis könnte eindeutig kaum ausgefallen sein. Alleine schon die
Unterschiede hinsichtlich Tonalität sind derart stark, dass schon
nach wenigen Sekunden ein klares Votum abgegeben werden konnte.
Innerhalb unserer High-End Kette konnte der normale Denon AVR-4308
nicht vollends überzeugen: die Höhen zeigten sich etwas
zurückhaltend und detailarm, die Sprachdarstellung präsentierte sich ebenfalls
(verhältnismäßig) ungenau und die Umsetzung von harten
Bässen sowie das Entfachen von brachialer Dynamik entspricht ebenfalls
nicht der Stärke des Denon-Receivers. Sicherlich gibt er alles
andere als ein schlechtes Gerät ab und stellt gegenüber
seinem Vorgänger eine klanglich leichte Verbesserung dar. Aber
schon gegenüber dem deutlich günstigerem Onkyo TX-NR 905 hat
der Denon AVR-4308 in Teilbereichen (Basspräzision, Raumabbildung,
Höhendurchzeichnung) Probleme, sich akustisch durchzusetzen.
Nachdem wir zunächst ca. 2 Wochen einen Serien AVR-4308 innerhalb
unserer High-End Kette kennengelernt haben, waren wir offengestanden
etwas pessimistisch, ob das Tuning von Cinemike sinnvoll ist -
schließlich war das Gerät im Serienzustand für
anspruchvsolle Ohren wahrlich kein Freudenfest. Nach dem Tuning ist der
4308 hingegen nicht mehr wiederzuerkennen ! Selten hat eine
Cinemike-Modifikation solch eine grundlegende Änderung an der
Klangcharakteristik eines Gerätes bewirkt, wie in diesem Fall. Die
tonale Balance ist nun wieder hergestellt, in allen Frequenzbereichen
hört man deutlich mehr Details und ganz besonders die Dynamik
liegt deutlich über dem Grundgerät. Keine Frage - musste sich
der 2.500 Euro Denon noch auf einer Klangstufe mit dem 1.800 Euro Onkyo
TX-NR 905E vergleichen lassen, so bewirken die Tuningeingriffe für
1.200 Euro eine Klangsteigerung, die den Multimediakünstler
plötzlich sogar mitten in die Leistungsklasse von Boliden
transferiert. Und wer glaubt, dass er in einem Onkyo TX-NR5000E
(Listenpreis 5.500 €) seinen Meister findet, der sollte gleich zum
nächsten Absatz schreiten, den hier haben wir beide Geräte
(ebenfalls im Blindtest) direkt miteinander verglichen.

Die Bolidenliga wird vom Onkyo TX-NR5000E würdig vertreten. Der
altehrwürdige Onkyo-Receiver markierte seinerzeit (Ende 2005) den
Zenit an Ausstattung sowie Klang, und gilt auch heute noch als
akustischer Chameur der Sonderklasse. Auch die AREADVD Redaktion
schätzt den kultivierten, souveränen Klangcharakter und setzt
diesen Boliden als Referenzgerät in mehreren Systemen ein. Das
Duell mit dem getunten AVR-4308 brachte unterschiedliche
Ergebnisse ans Tageslicht: beim Direktvergleich als AV-Receiver
(Benutzung der integrierten Endstufen) konnte sich der Onkyo
durchsetzen. Hier gefiel uns die satte, durchgezeichnete
Bassdarstellung besser, zumal auch das Loslösen vom Lautsprecher
glaubhafter umgesetzt wurde und die Pegelfestigkeit und Grobdynamik auf
höherem Niveau spielten. Sobald wir jedoch beide Probanten an den
Audionet Amp7 (Mehrkanalverstärker) konnektiert hatten, ließ
der getunte Denon seinen Kontrahenten deutlich hinter sich. Nun waren
Details hörbar, die vorher etwas untergingen, das gesamte
Klangbild gewann an Farbenreichtum, Impulsivität und
Souveränität. Der TX-NR5000E konnte mit dem Amp7 zwar
ebenfalls kräftig zulegen, muss sich aber recht deutlich dem
getunten 4308 geschlagen geben. Sicherlich ist es unrealistisch, dass
sich jeder Besitzer eines 4308 nun einen Amp7 für knapp 10.000
Euro kauft, um das maximale Klangpotential aus seiner Maschine zu
kitzeln. Daher haben wir diesen Vergleich auch mit günstigeren
Endstufen durchgeführt. Mit den Audiolab 8000M
(Monoblock, 625 €) konnte zwar nicht ganz das beeindruckende
Spektakel einer Amp7 abgefackelt werden, doch das Verhältnis
zwischen Aufpreis und Klanggewinn zeigte sich bei dieser Endstufe von
einer besonders attraktiven Konstellation. Hier können wir
definitiv einen dicken, fetten Kauftipp aussprechen, sofern das Geld
für einen Amp7 nicht ausreicht. Mit der Mehrzahl der Lautsprecher
(bis ca. zur Klasse einer Monitor Audio GS-60) stellt die Audiolab
Endstufe eine ganz besonders attraktive Investition dar, die ihren Preis ohne Abstriche wert ist.
Resümierend betrachtet, setzt der Cinemike AVR-4308 ganz
besonders die High-End Anbieter unter Druck, die sich nun nicht mehr
damit herausreden können, die neuen Tonformate würden ohnehin
nicht an die Performance ihrer "normalen" Surroundvorstufen
heranreichen. Dies ist nun nämlich definitiv nicht der Fall. Und
wer einmal Spiderman 3 in Dolby True HD genossen hat, wird sich
schwer tun, mehrere tausend Euro für eine Vorstufe ohne HDMI1.3a
Sektion hinzublättern. Doch wer ohnehin "nur" DVDs oder CDs
konsumieren möchte, findet in einer Komponente vom Schlage einer
Map1 nach wie vor die klanglich (leicht) überlegene Lösung.
Schade,
dass sich gerade die kleineren, spezialisierten Hersteller wie zB.
Audionet, Rotel, Myryad oder Classé wegen der recht hohen HDMI
1.3a Lizenzgebühren sowie dem intensiven Forschungsaufwand nach
wie vor etwas scheuen, jetzt "schon" auf den True-HD Zug aufzuspringen.
Doch bevor eine MapV3 (reine Vermutung, Audionet hat noch kein Wort
über einen Nachfolger der MapV2 verloren) mit aktuellen Deocodern
in unserem Teststudio aufschlägt, werden wohl noch wahrscheinlich
mehrere Monate ins Land ziehen. Angekündigt ist bis jetzt nur eine
2000 Euro teure HDMI1.3a Vorstufe von NAD, ansonsten geben sich
die High-End Anbieter sehr zugeknöpft. Dies könnte eine
Renaissance der AV-Boliden auslösen, schließlich haben
Pioneer (SC-LX 90, Frühjahr 2008, ca. 7.500 €), Denon
(AVP-A1HD, Ende 2007, ca. 7.000 €) und Yamaha (DSP-Z11, Ende 2007,
5.500 €) allesamt heiße Eisen im Köcher. All diese
Kandidanten werden sich aber nicht nur gegenüber puristischen
Vorstufen durchsetzen müssen, sondern bekommen mit dem Cinemike
AVR-4308 auch von unten kräftig Feuer: für 3.700 Euro
vollbringt das Gerät als Vorstufe "bereits" klangliche Leistungen,
bei der sich aktuelle (und teurere) AV-Boliden teilweise sehr
schwer tun, überhaupt in Sichtweite zu bleiben - von der TrueHD
Darstellung mal ganz zu schweigen, denn die ist momentan schlichtweg
konkurrenzlos gut.
Fazit:
Nicht jeder, der diesen Bericht liest, dürfte sich derart angesprochen fühlen, dass er seinen AVR-4308 sofort
zur Post schleift und nach Monschau zum Cinemike Tuning wegschickt. Dafür sind die
1200 Euro Tuningkosten zu hoch, als das viele Besitzer von etwas einfacheren
Surroundsystemen davon angesprochen werden könnten. Für jene
Käufergruppe ist schon der Standard AVR-4308 oftmals schon gut
genug, um das akustische Niveau von Ohren und Lautsprecher
auszuschöpfen. Hier wären die 1200 Euro an anderer Stelle besser investiert,
denn unserer Meinung nach benötigt man durchaus hochklassige
Hardware um von den Tuningeingriffen in wirklich großem Umfang
profitieren zu können (siehe hierzu unsere
Kombinationsempfehlung). Doch wenn sofern auf jeder Außenposition ein
akustischer Könner für die Schallumwandlung sorgt,
können wir das Tuning absolut empfehlen. Wer leistungshungrige
Lautsprecher besitzt, oder gerne laut hört, sollte jedoch die
internen Endstufen meiden - denn für anspruchsvolles Hören
stellen diese (insbesondere unter Belastung) ein Nadelöhr dar. Wer dem Cinemike AVR-4308 hingegen
eine gute und kraftvolle Signalverstärkung zur Seite stellt, wird
mit ihr eine Vorstufe in absoluter Top-Qualität bekommen.
Insbesondere bei TrueHD Streams geht sie so gnadenlos und direkt
zur Sache, dass man ohne Übertreibung von einer neuen Form des
Mehrkanalhörens sprechen darf. Aus diesem Grunde werden wir uns
ein solches Gerät auch fest in unserem High-End Studio
installieren und es fortan als Referenz beim Umgang mit den neuen
Tonformaten heranziehen. Die Preis-/Leistungswertung schrammt knapp an
einer perfekten Benotung vorbei. Auch wenn der CM AVR-4308 als reine
Vorstufe eigentlich sehr günstig ist (und hierfür unsere
volle Punktzahl bekommen würde), so kann er sein Klangpotential
mit den integrierten Endstufen nicht ganz ausspielen und fällt
dann teilweise leicht hinter diverse AV-Boliden zurück. Dem
audiophilen Anwender kann dies herzlich egal sein: er hievt noch ein
paar Endstufen in sein Heimkino und lässt sich vom getunten
AVR-4308 die Ohren mit beeindruckendem TrueHD Sound
verwöhnen.
Der Cinemike-Klangkünstler überzeugt bei TrueHD Anwendungen mit einer
noch nie dagewesenen Direktheit und sorgt für ein unvergleichliches Filmerlebniss.

Cinemike AVR-4308 Stufe 1
Grundgerät 2.499 Euro / Tuning 1.200 Euro
AV-Receiver - Oberklasse
Test: 4.Dezember 2007
Preis-/Leistung:          
+ als AV-Vorstufe im Mehrkanalbetrieb liefert der CM AVR-4308 exzellente Ergebnisse
+ deutliche Klangsteigerung in allen Bereichen gegenüber Standard-Modell
+ Bildqualität/Bildruhe ebenfalls verbessert
+ krachende Dynamik, intensive Bassdarstellung
+ bei TrueHD Soundtracks phänomenal dynamischer, mitreißender Klang
+ reichhaltigste Ausstattung aller aktuell lieferbaren AV-Receiver
+ solide Stereo-Performance
- sehr komplexe Einstellmöglichkeiten machen das Gerät für Neulinge schwer beherrschbar
- schlechte, unpraktische Fernbedienung
- im Vergleich zur 3.500 Euro Klasse der AV-Boliden keine perfekte Verarbeitungsqualität
- volles Klangpotential nur als Vorstufe nutzbar
Interview mit dem Hersteller:
Mit einem Hersteller-Interview erweitern wir teilweise die Berichterstattung auf AREADVD. Hierbei geht es uns jedoch nicht
darum, dem Hersteller eine Plattform für Marketing zu geben - wir erhoffen uns
neben interessanten Einblicken zur Entwicklung vor allem auch Antworten zu
bestimmten Eigenschaften, die wir im Laufe unseres Tests kennengelernt haben.
Ziel unseres Interviews soll es sein, Ihnen eine zusätzliche Betrachtungsweise
(die des Entwicklers) anbieten zu können. Das folgende Interview führen wir mit
Michael Schiffers, dem Geschäftsführer der Firma Cinemike.
AREADVD: Herr Schiffers, mit dem AVR-4308 bieten Sie nun erstmalig
ein Tuning für ein sehr feature-trächtiges Gerät an.
Bislang haben Sie bei den Modifikationen darauf verwiesen, wie wichtig
und hilfreich das puristische Gerätelayout bei den Sherwood
Geräten sei. Stellt der AVR-4308 daher ein Umdenken bei Ihnen dar
?
Michael Schiffers: Eigentlich nicht. Wir hatten auch vor dem AVR-4308
nichts gegen gute Ausstattung, und die war bekanntlich bei der Sherwood
P-965 auch nicht von schlechten Eltern. Der Schwerpunkt lag jetzt bei
den neuen Tonsystemen und wir wollten da als Basis ein möglichst
komplettes Gerät nehmen. Ausserdem haben wir mit Denon Produkten
schon einige Erfahrungen gesammelt, speziell mit den Playern, so dass
wir sobald auch die BD Player verfügbar sind, ein komplettes
Lineup anbieten können.
AREADVD: Als Vorstufe hat uns der getunte AVR-4308 überzeugen
können. Wäre es da nicht sinnvoller gewesen, auch die
Endstufen zu optimieren - bzw. diese gleich komplett abzuschalten ?
Michael Schiffers: Wir überlegen optional auch ein Endstufentuning
anzubieten oder auf Wunsch die Endstufen abzuschalten. Wir machen das
aber davon abhängig, wieviele Kunden das tatsächlich
wünschen.
AREADVD: Der Denon AVR-4308 kostet als Grundgerät mit ca. 2500
Euro schon recht viel - ganz besonders für Kunden, die nicht ganz
so viel Ausstattung benötigen. Und für 1.800 Euro gibt es
derzeit ja auch den Onkyo TX-NR905, der dem Denon, unserer Meinung
nach, klanglich sogar leicht überlegen ist. Welche Gründe
haben Sie dazu bewogen, nicht den Onkyo-Receiver zu tunen ?
Michael Schiffers: Das wissen wir auch. Alternativ kann zB auch der
AVR-3808 mit dem gleichen Tuning ausgestattet werden. Aufgrund der
vielen Kundenanfragen planen wir auch Tunings für die Onkyo
Geräte anzubieten.. Für den 5000er existiert übrigens
bereits ein Tuning.
Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:
Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:

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