Test: Bowers&Wilkins Serie 600 5.1 Set - Klasse
für die Masse ? (Seite 2 / 3)

Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.
(15. Juli 2008 -
Autor: Lars Mette )
technischer Aufbau / Ausstattung:
Bowers und Wilkins unternimmt bei Boxenentwicklungen
hohe Anstrengungen, um die technischen Aspekte ihrer
Lautsprecher zu perfektionieren. Als Ergebnis dieser
Firmenphilosophie, vereinen sich in den britischen Lautsprechern innovative Ideen mit qualitativ hochwertig umgesetzten
Detaillösungen. Während sich viele andere Hersteller
darauf
besinnen, klassische Konzepte weiterzuverfolgen, streben die
B&W
Ingenieure nach immer neuen Ansätzen, um die Grenze zwischen
Realismus und künstlicher Klangerzeugung weiter miteinander
verschmelzen zu lassen.
Selbstverständlich kann solch eine Vorgehensweise nur
funktionieren, wenn man nicht auf externe Zulieferer (bzw. deren
Komponenten) angewiesen ist. Bowers & Wilkins fertigt daher fast die
kompletten Komponenten ihrer Lautsprecher in Eigenregie: vom
Rohgehäuse bis hin zu Chassis oder Frequenzweichenbauteilen,
hat
man somit hervorragende Vorraussetzungen, die eigenen Ideen umzusetzen.
Die aktuelle B&W 600er Serie profitiert
zusätzlich
noch von einem regen Technologietransfer.
Viele Detaillösungen basieren im Ursprung aus der
Referenzserie "Nautlilus" und finden in angepasster Form Einzug in die
Mittelklasse-Lautsprecher. Hiervon profitieren beispielsweise die
Hochtöner: was
rein äußerlich nicht von einem
herkömmlichen Metallhochtöner zu unterscheiden ist,
entpuppt sich bei näherer Betrachtung als technisch ausgefeilte
Komponente:

Wie Sie sehen können, besteht der verwendete Hochtöner aus
einer komplexen Zusammenstellung vieler verschiedener Bauteile. Die
25mm Aluminiummembran wird von einem starken Neodymium-Magnet
kontrolliert, zusätzlich finden sich beispielsweise hochwertige Kupfer-, als auch
Magnetpolabdeckungen genauso in dieser Komponente, als auch eine
Flachdrahtschwingspule sowie eine neu entwickelte Rollsicke. Ein
wichtiger Faktor für die Klangqualität besteht außerdem
in der Unterdrückung des nach hinten gerichteten
Schalls. Deshalb realisierte man ein Verfahren auf Basis der
Nautilus-Röhrentechnologie, wo der rückwärtige Bereich
in Form eines konisch zulaufenden Zylinders ausgeführt ist. Hierbei
wird die Schallenergie auf ein "schwarzes akustisches Loch" geleitet
und somit elimeniert. Der Hörer profitiert von dieser Technologie,
indem er nur noch die "richtigen", "direkten" Schallanteile des
Hochtöners geboten bekommt, wo sich keine
Gehäusebeeinflussungen bemerkbar machen. Dies verbessert sowohl die
Detailtreue, als die Klangtransparenz. Für zusätzlich
optimierte Abbildungsgenauigkeit, setzte B&W rings um die
Aluminiumkalotte ein neuentwickeltes Sickenmaterial ein, welches
Kantendispersionen als auch Bündelseffekte optimieren soll. Wie
leistungsfähig diese Hochtönerkonstruktion tatsächlich
ist, beweist ein Blick auf das Messprotokoll, was eine lineare
Spielweise bis 50 Kilohertz attestiert. Der hier gezeigte
Aluminiumhochtöner mit Nautilus-Röhrentechnologie findet
sich in allen Modellen (mit Ausnahme des Subwoofers) wieder.
Ein guter Hochtöner alleine,
garantiert noch
lange keine Spitzenbox - daher hat sich B&W nicht
zurückgelehnt und auch an vielen weiteren Stellen getüftelt,
wie zB. dem Membranmaterial für Mittel- und Tieftonwiedergabe.
Schon seit den siebziger Jahren nutzte der britische Hersteller die
Vorzüge von Kevlar. Die Fasern dieses Material kennt man aus den
gleichnamigen kugelsicheren Westen und zeichnen sich durch eine
extrem hohe Festigkeit aus. Für den Einsatz innerhalb eines
Lautsprechers empfiehlt sich diese Gewebeeigenschaft durch vielerlei
Hinsicht, der Hauptvorteil liegt jedoch speziell in der der
Verhinderung von konzentrischen Wellen (Hauptursache für
Klangverfärbungen).
Mittlerweile versuchen auch andere Hersteller, ihre Lautsprecher durch
den Einsatz von kevlarbestückten Chassis zu veredeln. Doch damit
sich die akustisch vorteilhaften Eigenschaften auch wirklich
überhaupt komplett freisetzen können, greift
B&W auf
eine ausgeklügelte und streng geheime Harz-Zusammensetzung
zurück, mit der jede Kevlarmembran behandelt wird. Hierbei
gilt es nämlich keineswegs, einfach nur eine möglichst steife
Oberfläche zu realisieren - stattdessen ist es am besten, wenn
sich die Membranfläche in einem exakt festgelegten Maße noch
verformen kann. Mit hoher Aufmerksamkeit widmete man sich ebenfalls
auch dem restlichen Aufbau
des Gehäuses und achtete beispielsweise auf
einen strömungsgünstigen, sehr offenen Aluminiumkorb, damit die Membran
möglichst ungehindert schwingen kann. Für den nötigen Antrieb sorgt ein
Duett aus Fiberglass Schwingspulenträger und starken
Neodymium-Magneten.
Bowers & Wilkins verfolgt
traditionell ein Konzept, bei dem man auf möglichst kompakte
Frequenzweichen hinarbeitet. Durch die Möglichkeiten der
spezifischen In-House Herstellung sowie der Integration von High-Tech
Membranen, konnte man die notwendigen Filterelemente nochmals deutlich
senken. Vereinfacht ausgedrückt: Gehäuseeigenschaften und
Lautsprecherchassis sind von vorneherein derart aufeinander abgestimmt,
dass die Frequenzweiche nicht dazu benutzt werden muss, auftretende
Resonanzfrequenzen zu kaschieren. So reicht der B&W 683 ein
Hochpass-Filter 1.Ordnung und koppelt den Hochtöner mit einer
puristischen 6dB Weiche an.
Und da die Frequenzweiche aus solchen Gründen nun statt
beispielsweise 28 Komponenten, lediglich mit 4 oder 5 Bauteilen
bestückt werden muss, kann es sich B&W auch leisten, an
diesen Stellen dafür deutlich hochwertige Spulen bzw.
Kondensatoren zu verbauen. Insgesamt soll dieses Design Vorteile
hinsichtlich eines besseren Wirkungsgrades bewirken, und
darüberhinaus auch die Natürlichkeit der Musik besser
erhalten.
Die Bauweise einer Frequenzweiche stellt schon seit jeher eines der
größten Kontroversen im Bereich des Lautsprecherbaus dar.
Firmen wie zB. B&W proklamieren die Vorteile einer minimalistischen
Einheit, während viele andere Entwickler der Meinung sind, nur mit
aufwändiger, trickreicher Beschaltung zum Klanggipfel zu gelangen.
Wir können aus unseren Hörerfahrungen berichten, dass man mit
völlig verschiedenen Konzepten gleichermaßen zum Erfolg
kommen kann. Wichtig ist es lediglich, den eingeschlagenen Weg
konsequent und sinnvoll zu verfolgen, ohne an anderer Stelle
gegenzusteuern. Die B&W 600er Serie beschert uns deswegen
großen Appetit auf die Hörsessions, schließlich merkt
man der Technik im Lautsprecher schon bei der ersten Schraube an, dass
die Entwickler exakt wussten, welche technische Handschrift sie ihren
Schützlingen verpassen wollten.
Mit Ausnahme des Subwoofers greifen sämtliche Modelle unseres
Testsystemes auf ein Bassreflex-System zurück. Durch eine
tieffrequente Abstimmung des Resonanzrohres wird das Ziel erreicht,
gezielt die Tiefbasswiedergabe zu stärken, ohne dabei
Verfärbungen in den darüberliegenden Frequenzbereichen zu
generieren. Desweiteren verfügt das BR-Rohr zum Zwecke einer
bessen Luftströmung, über eine perforierte Struktur.
B&W möchte damit unliebsame Strömungs- bzw.
Ventilationsgeräusche unterbinden und betitelt diese Technologie
mit dem Begriff "Flowport". Jedem Bassreflexlautsprecher liegen
zusätzlich noch 2 verschiedene Schaumstoffpropfen bei, um
die Wiedergabecharakteristik zwischen Bassintensität sowie
Abbildungsgenauigkeit hinsichtlich des eigenen Hörgeschmacks bzw.
den Aufstellungsbedingungen noch etwas austarieren zu können.
- B&W 683:
Die Bowers & Wilkins 683 wurde
dahingehend konzipiert, die Grenzen zu exklusiven und teuren High-End
Lautsprechern neu zu markieren. Ziel war es, durch eine clevere
Konstruktion dafür zu sorgen, dass der Käufer dieser
Standboxen für die aufgerufenen 1.498 Euro (Paarpreis) in den
Genuss außergewöhnlicher Klangerlebnisse gelangt. So
wundert es nicht, dass sich die Ingenieure nicht nur in Bezug auf die
verwendeten Chassis an den höheren B&W-Serien orientiert
haben, sondern der 683 auch gleich ein absolut vollwertiges
Drei-Wege-System verpassten. Tief-, Mittel- sowie Hochtonbereich werden
daher jeweils von spezialisierten Chassis wiedergegeben, so dass keine
größeren Überlappung zwischen den einzelnen Treibern
entstehen. Wir kennen keinen anderen Lautsprecher dieser Preisklasse,
an dem man schon äußerlich derart deutlich erkennen kann,
dass für jeden Frequenzbereich hochspezialisierte Chassis zur
Verfügung stehen.
Die 150mm Mitteltöner in der 683
(als auch im Centerspeaker HTM61) können auf eine zusätzliche
Besonderheit verweisen: sie besitzen keine Sicke im klassischen Sinne.
Die Kevlarmembran stösst fast direkt an den Korb und wird
lediglich von einer dünnen Schaumstoffschicht abgegrenzt. Durch
den Verzicht auf eine Sicke verspricht sich B&W eine Verhinderung
des "Rückschwappens" von Schallenergie, was sich in einer
Verbesserung der Reaktionszeiten sowie homogenerer
Klangübertragung auswirken soll. Die soeben erwähnte
Schaumstoffschicht absorbiert die auftretende Bewegungsenergie an der
Kante der Membranfläche und leitet sie in Wärme um. B&W
bezeichnet die Technologie der sickenlosen Aufhängung als "Fixed
Suspension Transducer" (Kurzform: FST).
Laut Messdaten des Herstellers, arbeitet dieser Mitteltöner
sensationell gut und besitzt zwischen 350 und 4.000 Hertz praktisch
keine Resonanzen, zumal auch die Schalldispersion über
hervorragende Werte verfügen soll. Um die Schallabstrahlung noch
weiter zu optimieren, befindet sich inmitten des Chassis ein
feststehender Phaseplug.
Nach all den technischen Delikatessen hinsichtlich Hoch- und
Mitteltöner, wäre es ja fast schon überraschend, wenn
die Tieftöner ohne Besonderheiten auskommen müssten. B&W
enttäuscht uns nicht, denn wie man schon auf den ersten
Blick erkennt, hinterlassen auch die Bass-Chassis einen
hochspezialisierten Eindruck. Und der Schein trügt nicht: damit
die hubintensiven, mechanisch belastenden Bassfrequenzen mit
Präzision, Nachdruck und Tiefgang realisiert werden können,
spendierte B&W der 683 gleich zwei moderne
Tieftöner mit jeweils einer 165mm großen Verbundmembran
aus Papier, Kevlar sowie einer Oberschicht Aluminium. Hierdurch soll
ein hervorragendes Verhältnis aus Gewicht und Steifigkeit
gewährleistet werden, um große Membranhübe zu
realisieren. Beide Tieftöner greifen gemeinsam auf das Gehäusevolumen,
unter Zuhilfenahme der "Flowport" optimierten Bassreflexöffnung, zurück.
Unterstützt werden sie dabei von einem großzügig
dimensioniertem Magnetantrieb, welches in sich Bezug auf das offene
Korbdesign und dem Fiberglass Schwingspulenträger, an der
Konstruktion des Mitteltöners orientiert.
So ungefähr würde eine B&W 683 bei einer Röntgenaufnahme
aussehen. Der Blick ins Innere offenbart sowohl horizontale als auch
vertikale Versteifungen, damit das Gehäuse nicht zum Mitschwingen
angeregt wird und die Schallabgabe negativ beeinflusst. Die Außenwände bestehen aus 20mm
starkem vibrationsarmen MDF-Gehäuse, die Frontwand weist sogar
eine Materialstärke von über 3 Zentimetern auf. Wie bereits
im letzten Absatz erwähnt, greifen beide Tieftöner gemeinsam
auf das ventilierte Gehäusevolumen zurück.
| Modell / Stückpreis |
Bowers & Wilkins 683 / 699 € |
| Konstruktion |
3 Wege Bassreflex
Übergänge bei 150Hz + 4000Hz |
| Chassisbestückung |
1x 25mm Aluminiumkalottenhochtöner
1x 150mm Kevlar FST Mitteltöner
2x 165mm Aluminiumtieftöner |
| Frequenzgang (+- 3db) |
38 - 22.000 Hz |
| Wirkungsgrad |
90db@2,83V/1 Meter |
| Impedanz / Sinusbelastbarkeit |
8 Ohm / 200 Watt |
| Abmessungen |
98,5 x 19,8 x 34,0 cm (H,B,T) |
| Gewicht |
26 Kilogramm |
- B&W HTM61
Beim Centerspeaker macht B&W
(erfreulicherweise) keine halben Sachen: durch seine imposanten
Abmessungen manifestiert der HTM61 schon rein äußerlich
seine Ambitionen, ein vollwertiger Lautsprecher zu sein. Und wer genau
hinschaut, wird aus den asymmetrischen Membranen ableiten können,
dass hier keine "simple" 2-Wege D'Appolito Konstruktion vor uns steht.
Der HTM61 besitzt zwar nicht die exakt gleiche Chassisbestückung
wie die 683, kann aber dennoch ebenfalls mit einem vollwertigem
3-Wege-System aufwarten. Hoch- und Mitteltöner ist bei beiden
Modellen
identisch, so dass sich auch der HTM61 mit den jeweiligen technischen
Highlights (zB. FST, Nautilus-Röhrentechnologie etc.)
schmücken darf. Die Tieftonwiedergabe übernimmt ein 150mm
Langhubchassis, welches sich mit Hilfe eines
Flowport-Bassreflexrohres ausreichende Luftzufuhr beschafft.
Wer noch zu der Minderheit gehört
und einen alten Röhrenfernseher besitzt, wird sich über die
magnetische Abschirmung freuen, dank dem man den Centerspeaker auch
direkt auf entsprechende TV-Geräte stellen kann. In Bezug auf die
Aufstellung gibt sich der HTM61 sowieso sehr flexibel und kann laut
Hersteller sowohl aufrecht als auch horizontal mit hervorragenden
klanglichen Leistungen betrieben werden.
| Modell / Stückpreis |
Bowers & Wilkins HTM61 / 599 € |
| Konstruktion |
3- Wege Bassreflex
Übergänge bei 350Hz + 4000Hz |
| Chassisbestückung |
1x 165mm Kevlar Tieftöner
1x 150mm Kevlar FST Mitteltöner
1x 25mm Aluminiumkalottenhochtöner |
| Frequenzgang (+- 3db) |
49 - 22.000 Hz |
| Wirkungsgrad |
90db@2,83V/1 Meter |
| Impedanz / Sinusbelastbarkeit |
8 Ohm / 150 Watt |
| Abmessungen |
19,8 x 54,5 x 33,9 cm (H,B,T) |
| Gewicht |
15,4 Kilogramm |
- B&W 685
Die kompakte 685 vereint in ihrem Gehäuse im Wesentlichen all
die technisch beeindruckenden Ingredienzen, die wir schon aus den
bereits vorgestellten Modellen kennen: hohe Frequenzen werden auch hier
auch über einen Hochtöner mit Nautilus Röhrentechnologie
in die Welt entlassen, während im Tief-/Mitteltonbereich eine
gewebte Kevlarmembran zum Einsatz kommt. Einziger großer
Unterschied
besteht in der Konstruktion als 2-Wege System, so dass sich hier
kein reiner Mitteltöner mit FST-Technik wiederfindet. Stattdessen
übernimmt ein 165mm Langhubchassis den Frequenzbereich unterhalb
4000Hz. Glaubt man den technischen Daten, bietet die B&W 685 einen
satten Tiefgang von bis zu 49 Hz. Hier scheint B&W wohl eine sehr
gelungene Abstimmung gefunden zu haben, schließlich kennen wir
manche Standboxen mit schlechteren Angaben in dieser Disziplin. Hier
wird der Hörtest Aufschluss verschaffen.
Sehr pfiffig ist die Anbringung der Bassreflexöffnung
(selbstverständlich mit Flowport-Technologie) auf der Vorderseite,
denn somit sollte man die 685 auch recht problemlos in wandnaher
Aufstellung (zB. in einem Regal) betreiben können, ohne eine
extrem aufgedickte Basswiedergabe zu erzeugen. Der freigewordene Platz
auf der Boxenrückseite wurde zugleich ebenfalls sinnvoll genutzt,
indem eine kleine Wandhalterung integriert wurde. Speziell
Surroundanwender dürften sich darüber freuen,
schließlich gestaltet sich somit die Wandmontage als
Rearlautsprecher erfeulich einfach. Für unsere Foto-Sessions haben
wir auf 80cm hohe Spectral-Boxenständer zurückgegriffen
(Paarpreis ca. 200 €) - wer will, bekommt jedoch auch von B&W
passende Stative (Modell FS-700/CM, Stückpreis ca. 159 € ).
| Modell / Stückpreis |
Bowers & Wilkins 685 / 299 € |
| Konstruktion |
2- Wege Bassreflex
Übergang bei 4000Hz |
| Chassisbestückung |
1x 165mm Kevlar Tiefmitteltöner
1x 25mm Aluminiumkalottenhochtöner |
| Frequenzgang (+- 3db) |
49 - 22.000 Hz |
| Wirkungsgrad |
88db@2,83V/1 Meter |
| Impedanz / Sinusbelastbarkeit |
8 Ohm / 100 Watt |
| Abmessungen |
34,0 x 19,8 x 33,1 cm (H,B,T) |
| Gewicht |
7,0 Kilogramm |
- B&W ASW610
Der ASW610 fungiert als
Tieftonspezialist des B&W Ensembles. Zusätzlich zu diesem
Modell bietet der Hersteller noch zwei weitere Subwoofer innerhalb der
600er Serie an, preislich jeweils einmal unter- sowie überhalb des
hier vorgestellten Modells. In Bezug auf Gehäuseabmessungen,
technischen Daten und den klanglichen Leistungen, soll der ASW610 durch
hohe Alltagstauglichkeit bzw. Ausgewogenheit glänzen und sich
gleichermaßen für effektvolle Heimkinodarbietungen als auch
musikalische Anwendungen empfehlen. Der Aufbau basiert auf einem
geschlossenem Singlechassis-Konzept mit Frontabstrahlung. Dank
mitgelieferter Kunststofffüsse sowie Metallspikes, kann sich der
Anwender selbst raussuchen über welche Methode er seinen Subwoofer
an den Boden an-/abkoppeln möchte - vorbildlich! Wer will, kann
die vorhanden M6 Gewinde aber auch nutzen, um anderes Zubehör an den
ASW610 anzudocken.
Als Membranmaterial kommt einmal mehr ein trickreicher Verbundstoff
zum Einsatz. In diesem Fall vertraut B&W auf eine Kombination aus
Papierzellstoff, Kevlarfasern sowie einer speziellen, hochfesten
Harzlegierung. Dank der hohen mechanischen Belastbarkeit, ist die 250mm
Membran nun in der Lage, auch sehr auslenkungsintensive Hübe mit
hoher Verwindungssteifigkeit zu bewältigen. B&W spendierte
übrigens auch diesem Chassis ein äußerst offenes Korbdesign, um Beeinflussungen durch Luftwiderstand zu
minimieren.
Wer den ASW610 aus seinem Karton befreit, dürfte sich bei der
Kontaktaufnahme eventuell über das verhältnismäßig
geringe Gewicht wundern, schließlich bringt der B&W Bassist
lediglich knapp über 10 Kilogramm auf die Waage. Des Rätsels
Lösung ist dabei relativ einfach zu erklären: B&W hat
seinen Subwoofer nicht etwa bei den Weight-Watchers angemeldet, sondern
setzt hinsichtlich der Verstärkung auf eine kompakte Class-D
Digitalendstufe mit 200 Watt Leistung. Am Gehäuseaufbau wurde
ebenso wenig gespart (20mm dicke Gehäusewände), wie
bezüglich der Funktionsvielfalt bzw. Austattung. Abgesehen von den
Grundeinstellungen (Volume, Low-Pass), bietet der ASW610 noch die
folgenden beiden zusätzlichen Wahlschalter zur Feinabstimmung
der Basscharakteristik.
Bass-Extension: bewirkt eine Betonung der untersten Frequenzen, um
speziell bei Filmmaterial zusätzliche Substanz bei
Effekten zu generieren. Schalterstellung A bewirkt eine sehr
großzügige Basserweiterung, während Position C hingegen
eher eine etwas dezentere Vorgehensweise an den Tag legt. Wer sich
für Einstellung B entscheidet, darf sich über eine lineare
Spielweise freuen.
EQ-Schalter: im Gegensatz zur vorangegangenen Regelung, fokussiert
der EQ-Schalter keine direkt klangbestimmende Funktion, sondern dient
zum Abstimmen des Subwoofers auf den Hörraum. Schalterstellung A
ist für wand- bzw. ecknahe Platzierungen gedacht, wer den ASW610
frei im Raum stehen hat, sollte sich für Variante B entscheiden.
Auf diese Weise will B&W helfen, die naturgemäß starken
Interaktionen des Subwoofers mit dem Hörraum zu minimieren, damit
der Anwender weniger Dröhneffekte und dafür umso mehr
Subwoofer beim Filmgenuss hört.
Vorbildlich präsentiert sich außerdem auch die
Anschlusssektion, wo man dank Cinch-Eingängen und
Lautsprecherklemmen über sämtliche wünschenswerten
Schnittstellen verfügen kann. Sogar an einen 12V Trigger zur
Ferneinschaltung wurde gedacht. Insgesamt hinterlässt also auch
der ASW610 einen absolut stimmigen Eindruck. Lediglich eine stufenlose
Phasenregelung steht noch auf unserer Wunschliste, doch in Anbetracht
der ansonsten kompletten Ausstattung fällt dieses kleine
Detail nicht sonderlich schwer ins Gewicht. Diesen Begriff nehmen wir gleich als
Stichwort für unsere besondere Neugier beim anstehenden
Hörtest, denn wir sind äußerst gespannt wie gut
sich der leichte Subwoofer gegen die arrivierte "dickbäuchige"
Konkurrenz in der Praxis schlagen kann.
| Modell / Stückpreis |
Bowers & Wilkins ASW610 / 599 € |
| Konstruktion |
geschlossener Singlechassis Subwoofer |
| Chassisbestückung |
1x 250mm Kevlar/Papier Langhub-Chassis |
| Frequenzgang (+- 3db) |
27Hz - 140 Hz |
Anschlüsse
|
Hochpegeleingang (Lautsprecherbuchsen)
Line-Eingang (hinch)
12V Trigger
|
| Verstärkungsleistung |
200 Watt |
| Ausstattung |
EQ-Wahlschalter
Phasenschalter
Bassabsenkungsabgleich |
| Abmessungen |
31,0 x 31,0 x 37,0 cm (H,B,T) |
| Gewicht |
12,5 Kilogramm |
Fazit Technik: wahre Schönheit kommt von Innen.          
Martialisch formuliert, stellt die aktuelle B&W 600er Serie im
Prinzip nichts anderes dar, als eine Kriegserklärung an den
kompletten Wettbewerb! Was hier an technischer Opulenz aufgefahren wird,
sucht in dieser Preisklasse Seinesgleichen. Selten hat man als Endkunde
in einem derartigem Umfang von einem Technologietransfer aus
höheren Serien profitieren können. Die Ingenieure haben sich
nicht nur damit begnügt, ein paar bestimmte technische Aspekte
herauszupicken, sondern bedachten jeden Lautsprecher mit einer
ganzheitlich vollendeten Ausstattung - vom Hochtöner bis hin zur
Frequenzweiche. Wir sind sehr gespannt, ob sich die konstruktive
Überlegenheit in gleicher Deutlichkeit auch beim Hörtest
wiederspiegelt. Bei rein technischer Betrachtungsweise sichert sich das
B&W Ensemble auf jeden Fall schon einmal die absolute
Höchstwertung, so dass wir diese Rubrik mit makellosen 10 Punkten
prämieren dürfen!
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