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Test: Bowers&Wilkins Serie 600 5.1 Set - Klasse für die Masse ? (Seite 2 / 3)


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

(15. Juli 2008 - Autor: Lars Mette )

technischer Aufbau / Ausstattung:

Bowers und Wilkins unternimmt bei Boxenentwicklungen hohe Anstrengungen, um die technischen Aspekte ihrer Lautsprecher zu perfektionieren. Als Ergebnis dieser Firmenphilosophie, vereinen sich in den britischen Lautsprechern innovative Ideen mit qualitativ hochwertig umgesetzten Detaillösungen. Während sich viele andere Hersteller darauf besinnen, klassische Konzepte weiterzuverfolgen, streben die B&W Ingenieure nach immer neuen Ansätzen, um die Grenze zwischen Realismus und künstlicher Klangerzeugung weiter miteinander verschmelzen zu lassen. 

Selbstverständlich kann solch eine Vorgehensweise nur funktionieren, wenn man nicht auf externe Zulieferer (bzw. deren Komponenten) angewiesen ist. Bowers & Wilkins fertigt daher fast die kompletten Komponenten ihrer Lautsprecher in Eigenregie: vom Rohgehäuse bis hin zu Chassis oder Frequenzweichenbauteilen, hat man somit hervorragende Vorraussetzungen, die eigenen Ideen umzusetzen.

Die aktuelle B&W 600er Serie profitiert zusätzlich noch von einem regen Technologietransfer. Viele Detaillösungen basieren im Ursprung aus der Referenzserie "Nautlilus" und finden in angepasster Form Einzug in die Mittelklasse-Lautsprecher. Hiervon profitieren beispielsweise die Hochtöner: was rein äußerlich nicht von einem herkömmlichen Metallhochtöner zu unterscheiden ist, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als technisch ausgefeilte Komponente:

Wie Sie sehen können, besteht der verwendete Hochtöner aus einer komplexen Zusammenstellung vieler verschiedener Bauteile. Die 25mm Aluminiummembran wird von einem starken Neodymium-Magnet kontrolliert, zusätzlich finden sich beispielsweise hochwertige Kupfer-, als auch Magnetpolabdeckungen genauso in dieser Komponente, als auch eine Flachdrahtschwingspule sowie eine neu entwickelte Rollsicke. Ein wichtiger Faktor für die Klangqualität besteht außerdem in der Unterdrückung des nach hinten gerichteten Schalls. Deshalb realisierte man ein Verfahren auf Basis der Nautilus-Röhrentechnologie, wo der rückwärtige Bereich in Form eines konisch zulaufenden Zylinders ausgeführt ist. Hierbei wird die Schallenergie auf ein "schwarzes akustisches Loch" geleitet und somit elimeniert. Der Hörer profitiert von dieser Technologie, indem er nur noch die "richtigen", "direkten" Schallanteile des Hochtöners geboten bekommt, wo sich keine Gehäusebeeinflussungen bemerkbar machen. Dies verbessert sowohl die Detailtreue, als die Klangtransparenz. Für zusätzlich optimierte Abbildungsgenauigkeit, setzte B&W rings um die Aluminiumkalotte ein neuentwickeltes Sickenmaterial ein, welches Kantendispersionen als auch Bündelseffekte optimieren soll. Wie leistungsfähig diese Hochtönerkonstruktion tatsächlich ist, beweist ein Blick auf das Messprotokoll, was eine lineare Spielweise bis 50 Kilohertz attestiert. Der hier gezeigte Aluminiumhochtöner mit Nautilus-Röhrentechnologie findet sich in allen Modellen (mit Ausnahme des Subwoofers) wieder.



Ein guter Hochtöner alleine, garantiert noch lange keine Spitzenbox - daher hat sich B&W nicht zurückgelehnt und auch an vielen weiteren Stellen getüftelt, wie zB. dem Membranmaterial für Mittel- und Tieftonwiedergabe. Schon seit den siebziger Jahren nutzte der britische Hersteller die Vorzüge von Kevlar. Die Fasern dieses Material kennt man aus den gleichnamigen kugelsicheren Westen und zeichnen sich durch eine extrem hohe Festigkeit aus. Für den Einsatz innerhalb eines Lautsprechers empfiehlt sich diese Gewebeeigenschaft durch vielerlei Hinsicht, der Hauptvorteil liegt jedoch speziell in der der Verhinderung von konzentrischen Wellen (Hauptursache für Klangverfärbungen).



Mittlerweile versuchen auch andere Hersteller, ihre Lautsprecher durch den Einsatz von kevlarbestückten Chassis zu veredeln. Doch damit sich die akustisch vorteilhaften Eigenschaften auch wirklich überhaupt komplett freisetzen können, greift B&W auf eine ausgeklügelte und streng geheime Harz-Zusammensetzung zurück, mit der jede Kevlarmembran behandelt wird. Hierbei gilt es nämlich keineswegs, einfach nur eine möglichst steife Oberfläche zu realisieren - stattdessen ist es am besten, wenn sich die Membranfläche in einem exakt festgelegten Maße noch verformen kann. Mit hoher Aufmerksamkeit widmete man sich ebenfalls auch dem restlichen Aufbau des Gehäuses und achtete beispielsweise auf einen strömungsgünstigen, sehr offenen Aluminiumkorb, damit die Membran möglichst ungehindert schwingen kann. Für den nötigen Antrieb sorgt ein Duett aus Fiberglass Schwingspulenträger und starken Neodymium-Magneten.



Bowers & Wilkins verfolgt traditionell ein Konzept, bei dem man auf möglichst kompakte Frequenzweichen hinarbeitet. Durch die Möglichkeiten der spezifischen In-House Herstellung sowie der Integration von High-Tech Membranen, konnte man die notwendigen Filterelemente nochmals deutlich senken. Vereinfacht ausgedrückt: Gehäuseeigenschaften und Lautsprecherchassis sind von vorneherein derart aufeinander abgestimmt, dass die Frequenzweiche nicht dazu benutzt werden muss, auftretende Resonanzfrequenzen zu kaschieren. So reicht der B&W 683 ein Hochpass-Filter 1.Ordnung und koppelt den Hochtöner mit einer puristischen 6dB Weiche an. Und da die Frequenzweiche aus solchen Gründen nun statt beispielsweise 28 Komponenten, lediglich mit 4 oder 5 Bauteilen bestückt werden muss, kann es sich B&W auch leisten, an diesen Stellen dafür deutlich hochwertige Spulen bzw. Kondensatoren zu verbauen. Insgesamt soll dieses Design Vorteile hinsichtlich eines besseren Wirkungsgrades bewirken, und darüberhinaus auch die Natürlichkeit der Musik besser erhalten.

Die Bauweise einer Frequenzweiche stellt schon seit jeher eines der größten Kontroversen im Bereich des Lautsprecherbaus dar. Firmen wie zB. B&W proklamieren die Vorteile einer minimalistischen Einheit, während viele andere Entwickler der Meinung sind, nur mit aufwändiger, trickreicher Beschaltung zum Klanggipfel zu gelangen. Wir können aus unseren Hörerfahrungen berichten, dass man mit völlig verschiedenen Konzepten gleichermaßen zum Erfolg kommen kann. Wichtig ist es lediglich, den eingeschlagenen Weg konsequent und sinnvoll zu verfolgen, ohne an anderer Stelle gegenzusteuern. Die B&W 600er Serie beschert uns deswegen großen Appetit auf die Hörsessions, schließlich merkt man der Technik im Lautsprecher schon bei der ersten Schraube an, dass die Entwickler exakt wussten, welche technische Handschrift sie ihren Schützlingen verpassen wollten.



Mit Ausnahme des Subwoofers greifen sämtliche Modelle unseres Testsystemes auf ein Bassreflex-System zurück. Durch eine tieffrequente Abstimmung des Resonanzrohres wird das Ziel erreicht, gezielt die Tiefbasswiedergabe zu stärken, ohne dabei Verfärbungen in den darüberliegenden Frequenzbereichen zu generieren. Desweiteren verfügt das BR-Rohr zum Zwecke einer bessen Luftströmung, über eine perforierte Struktur. B&W möchte damit unliebsame Strömungs- bzw. Ventilationsgeräusche unterbinden und betitelt diese Technologie mit dem Begriff "Flowport". Jedem Bassreflexlautsprecher liegen zusätzlich noch 2 verschiedene Schaumstoffpropfen bei, um die Wiedergabecharakteristik zwischen Bassintensität sowie Abbildungsgenauigkeit hinsichtlich des eigenen Hörgeschmacks bzw. den Aufstellungsbedingungen noch etwas austarieren zu können.

- B&W 683:


Die Bowers & Wilkins 683 wurde dahingehend konzipiert, die Grenzen zu exklusiven und teuren High-End Lautsprechern neu zu markieren. Ziel war es, durch eine clevere Konstruktion dafür zu sorgen, dass der Käufer dieser Standboxen für die aufgerufenen 1.498 Euro (Paarpreis) in den Genuss außergewöhnlicher Klangerlebnisse gelangt. So wundert es nicht, dass sich die Ingenieure nicht nur in Bezug auf die verwendeten Chassis an den höheren B&W-Serien orientiert haben, sondern der 683 auch gleich ein absolut vollwertiges Drei-Wege-System verpassten. Tief-, Mittel- sowie Hochtonbereich werden daher jeweils von spezialisierten Chassis wiedergegeben, so dass keine größeren Überlappung zwischen den einzelnen Treibern entstehen. Wir kennen keinen anderen Lautsprecher dieser Preisklasse, an dem man schon äußerlich derart deutlich erkennen kann, dass für jeden Frequenzbereich hochspezialisierte Chassis zur Verfügung stehen.



Die 150mm Mitteltöner in der 683 (als auch im Centerspeaker HTM61) können auf eine zusätzliche Besonderheit verweisen: sie besitzen keine Sicke im klassischen Sinne. Die Kevlarmembran stösst fast direkt an den Korb und wird lediglich von einer dünnen Schaumstoffschicht abgegrenzt. Durch den Verzicht auf eine Sicke verspricht sich B&W eine Verhinderung des "Rückschwappens" von Schallenergie, was sich in einer Verbesserung der Reaktionszeiten sowie homogenerer Klangübertragung auswirken soll. Die soeben erwähnte Schaumstoffschicht absorbiert die auftretende Bewegungsenergie an der Kante der Membranfläche und leitet sie in Wärme um. B&W bezeichnet die Technologie der sickenlosen Aufhängung als "Fixed Suspension Transducer" (Kurzform: FST).

Laut Messdaten des Herstellers, arbeitet dieser Mitteltöner sensationell gut und besitzt zwischen 350 und 4.000 Hertz praktisch keine Resonanzen, zumal auch die Schalldispersion über hervorragende Werte verfügen soll. Um die Schallabstrahlung noch weiter zu optimieren, befindet sich inmitten des Chassis ein feststehender Phaseplug.



Nach all den technischen Delikatessen hinsichtlich Hoch- und Mitteltöner, wäre es ja fast schon überraschend, wenn die Tieftöner ohne Besonderheiten auskommen müssten. B&W enttäuscht uns nicht, denn wie man schon auf  den ersten Blick erkennt, hinterlassen auch die Bass-Chassis einen hochspezialisierten Eindruck. Und der Schein trügt nicht: damit die hubintensiven, mechanisch belastenden Bassfrequenzen mit Präzision, Nachdruck und Tiefgang realisiert werden können, spendierte B&W der 683 gleich zwei moderne Tieftöner mit jeweils einer 165mm großen Verbundmembran aus Papier, Kevlar sowie einer Oberschicht Aluminium. Hierdurch soll ein hervorragendes Verhältnis aus Gewicht und Steifigkeit gewährleistet werden, um große Membranhübe zu realisieren. Beide Tieftöner greifen gemeinsam auf das Gehäusevolumen, unter Zuhilfenahme der "Flowport" optimierten Bassreflexöffnung, zurück. Unterstützt werden sie dabei von einem großzügig dimensioniertem Magnetantrieb, welches in sich Bezug auf das offene Korbdesign und dem Fiberglass Schwingspulenträger, an der Konstruktion des Mitteltöners orientiert.



So ungefähr würde eine B&W 683 bei einer Röntgenaufnahme aussehen. Der Blick ins Innere offenbart sowohl horizontale als auch vertikale Versteifungen, damit das Gehäuse nicht zum Mitschwingen angeregt wird und die Schallabgabe negativ beeinflusst. Die Außenwände bestehen aus 20mm starkem vibrationsarmen MDF-Gehäuse, die Frontwand weist sogar eine Materialstärke von über 3 Zentimetern auf. Wie bereits im letzten Absatz erwähnt, greifen beide Tieftöner gemeinsam auf das ventilierte Gehäusevolumen zurück.

Modell / Stückpreis Bowers & Wilkins 683 / 699 €
Konstruktion 3 Wege Bassreflex
Übergänge bei 150Hz + 4000Hz
Chassisbestückung 1x 25mm Aluminiumkalottenhochtöner
1x 150mm Kevlar FST Mitteltöner
2x 165mm Aluminiumtieftöner
Frequenzgang (+- 3db) 38 - 22.000 Hz
Wirkungsgrad 90db@2,83V/1 Meter
Impedanz / Sinusbelastbarkeit 8 Ohm / 200 Watt
Abmessungen 98,5 x 19,8 x 34,0 cm (H,B,T)
Gewicht 26 Kilogramm
- B&W HTM61


Beim Centerspeaker macht B&W (erfreulicherweise) keine halben Sachen: durch seine imposanten Abmessungen manifestiert der HTM61 schon rein äußerlich seine Ambitionen, ein vollwertiger Lautsprecher zu sein. Und wer genau hinschaut, wird aus den asymmetrischen Membranen ableiten können, dass hier keine "simple" 2-Wege D'Appolito Konstruktion vor uns steht. Der HTM61 besitzt zwar nicht die exakt gleiche Chassisbestückung wie die 683, kann aber dennoch ebenfalls mit einem vollwertigem 3-Wege-System aufwarten. Hoch- und Mitteltöner ist bei beiden Modellen identisch, so dass sich auch der HTM61 mit den jeweiligen technischen Highlights (zB. FST, Nautilus-Röhrentechnologie etc.) schmücken darf. Die Tieftonwiedergabe übernimmt ein 150mm Langhubchassis, welches sich mit Hilfe eines Flowport-Bassreflexrohres ausreichende Luftzufuhr beschafft.

Wer noch zu der Minderheit gehört und einen alten Röhrenfernseher besitzt, wird sich über die magnetische Abschirmung freuen, dank dem man den Centerspeaker auch direkt auf entsprechende TV-Geräte stellen kann. In Bezug auf die Aufstellung gibt sich der HTM61 sowieso sehr flexibel und kann laut Hersteller sowohl aufrecht als auch horizontal mit hervorragenden klanglichen Leistungen betrieben werden.

Modell / Stückpreis Bowers & Wilkins HTM61 / 599 €
Konstruktion 3- Wege Bassreflex
Übergänge bei 350Hz + 4000Hz
Chassisbestückung 1x 165mm Kevlar Tieftöner
1x 150mm Kevlar FST Mitteltöner
1x 25mm Aluminiumkalottenhochtöner
Frequenzgang (+- 3db) 49 - 22.000 Hz
Wirkungsgrad 90db@2,83V/1 Meter
Impedanz / Sinusbelastbarkeit 8 Ohm / 150 Watt
Abmessungen 19,8 x 54,5 x 33,9 cm (H,B,T)
Gewicht 15,4 Kilogramm
- B&W 685 


Die kompakte 685 vereint in ihrem Gehäuse im Wesentlichen all die technisch beeindruckenden Ingredienzen, die wir schon aus den bereits vorgestellten Modellen kennen: hohe Frequenzen werden auch hier auch über einen Hochtöner mit Nautilus Röhrentechnologie in die Welt entlassen, während im Tief-/Mitteltonbereich eine gewebte Kevlarmembran zum Einsatz kommt. Einziger großer Unterschied besteht in der Konstruktion als 2-Wege System, so dass sich hier kein reiner Mitteltöner mit FST-Technik wiederfindet. Stattdessen übernimmt ein 165mm Langhubchassis den Frequenzbereich unterhalb 4000Hz. Glaubt man den technischen Daten, bietet die B&W 685 einen satten Tiefgang von bis zu 49 Hz. Hier scheint B&W wohl eine sehr gelungene Abstimmung gefunden zu haben, schließlich kennen wir manche Standboxen mit schlechteren Angaben in dieser Disziplin. Hier wird der Hörtest Aufschluss verschaffen.

Sehr pfiffig ist die Anbringung der Bassreflexöffnung (selbstverständlich mit Flowport-Technologie) auf der Vorderseite, denn somit sollte man die 685 auch recht problemlos in wandnaher Aufstellung (zB. in einem Regal) betreiben können, ohne eine extrem aufgedickte Basswiedergabe zu erzeugen. Der freigewordene Platz auf der Boxenrückseite wurde zugleich ebenfalls sinnvoll genutzt, indem eine kleine Wandhalterung integriert wurde. Speziell Surroundanwender dürften sich darüber freuen, schließlich gestaltet sich somit die Wandmontage als Rearlautsprecher erfeulich einfach. Für unsere Foto-Sessions haben wir auf 80cm hohe Spectral-Boxenständer zurückgegriffen (Paarpreis ca. 200 €) - wer will, bekommt jedoch auch von B&W passende Stative (Modell FS-700/CM, Stückpreis ca. 159 € ).

Modell / Stückpreis Bowers & Wilkins 685 / 299 €
Konstruktion 2- Wege Bassreflex
Übergang bei 4000Hz
Chassisbestückung 1x 165mm Kevlar Tiefmitteltöner
1x 25mm Aluminiumkalottenhochtöner
Frequenzgang (+- 3db) 49 - 22.000 Hz
Wirkungsgrad 88db@2,83V/1 Meter
Impedanz / Sinusbelastbarkeit 8 Ohm / 100 Watt
Abmessungen 34,0 x 19,8 x 33,1 cm (H,B,T)
Gewicht 7,0 Kilogramm
- B&W ASW610
Der ASW610 fungiert als Tieftonspezialist des B&W Ensembles. Zusätzlich zu diesem Modell bietet der Hersteller noch zwei weitere Subwoofer innerhalb der 600er Serie an, preislich jeweils einmal unter- sowie überhalb des hier vorgestellten Modells. In Bezug auf Gehäuseabmessungen, technischen Daten und den klanglichen Leistungen, soll der ASW610 durch hohe Alltagstauglichkeit bzw. Ausgewogenheit glänzen und sich gleichermaßen für effektvolle Heimkinodarbietungen als auch musikalische Anwendungen empfehlen. Der Aufbau basiert auf einem geschlossenem Singlechassis-Konzept mit Frontabstrahlung. Dank mitgelieferter Kunststofffüsse sowie Metallspikes, kann sich der Anwender selbst raussuchen über welche Methode er seinen Subwoofer an den Boden an-/abkoppeln möchte - vorbildlich! Wer will, kann die vorhanden M6 Gewinde aber auch nutzen, um anderes Zubehör an den ASW610 anzudocken. 


Als Membranmaterial kommt einmal mehr ein trickreicher Verbundstoff zum Einsatz. In diesem Fall vertraut B&W auf eine Kombination aus Papierzellstoff, Kevlarfasern sowie einer speziellen, hochfesten Harzlegierung. Dank der hohen mechanischen Belastbarkeit, ist die 250mm Membran nun in der Lage, auch sehr auslenkungsintensive Hübe mit hoher Verwindungssteifigkeit zu bewältigen. B&W spendierte übrigens auch diesem Chassis ein äußerst offenes Korbdesign, um Beeinflussungen durch Luftwiderstand zu minimieren.


Wer den ASW610 aus seinem Karton befreit, dürfte sich bei der Kontaktaufnahme eventuell über das verhältnismäßig geringe Gewicht wundern, schließlich bringt der B&W Bassist lediglich knapp über 10 Kilogramm auf die Waage. Des Rätsels Lösung ist dabei relativ einfach zu erklären: B&W hat seinen Subwoofer nicht etwa bei den Weight-Watchers angemeldet, sondern setzt hinsichtlich der Verstärkung auf eine kompakte Class-D Digitalendstufe mit 200 Watt Leistung. Am Gehäuseaufbau wurde ebenso wenig gespart (20mm dicke Gehäusewände), wie bezüglich der Funktionsvielfalt bzw. Austattung. Abgesehen von den Grundeinstellungen (Volume, Low-Pass), bietet der ASW610 noch die folgenden beiden zusätzlichen Wahlschalter zur Feinabstimmung der Basscharakteristik.

Bass-Extension: bewirkt eine Betonung der untersten Frequenzen, um speziell bei Filmmaterial zusätzliche Substanz bei Effekten zu generieren. Schalterstellung A bewirkt eine sehr großzügige Basserweiterung, während Position C hingegen eher eine etwas dezentere Vorgehensweise an den Tag legt. Wer sich für Einstellung B entscheidet, darf sich über eine lineare Spielweise freuen.

EQ-Schalter: im Gegensatz zur vorangegangenen Regelung, fokussiert der EQ-Schalter keine direkt klangbestimmende Funktion, sondern dient zum Abstimmen des Subwoofers auf den Hörraum. Schalterstellung A ist für wand- bzw. ecknahe Platzierungen gedacht, wer den ASW610 frei im Raum stehen hat, sollte sich für Variante B entscheiden. Auf diese Weise will B&W helfen, die naturgemäß starken Interaktionen des Subwoofers mit dem Hörraum zu minimieren, damit der Anwender weniger Dröhneffekte und dafür umso mehr Subwoofer beim Filmgenuss hört.

Vorbildlich präsentiert sich außerdem auch die Anschlusssektion, wo man dank Cinch-Eingängen und Lautsprecherklemmen über sämtliche wünschenswerten Schnittstellen verfügen kann. Sogar an einen 12V Trigger zur Ferneinschaltung wurde gedacht. Insgesamt hinterlässt also auch der ASW610 einen absolut stimmigen Eindruck. Lediglich eine stufenlose Phasenregelung steht noch auf unserer Wunschliste, doch in Anbetracht der ansonsten kompletten Ausstattung fällt dieses kleine Detail nicht sonderlich schwer ins Gewicht. Diesen Begriff nehmen wir gleich als Stichwort für unsere besondere Neugier beim anstehenden Hörtest, denn wir sind äußerst gespannt wie gut sich der leichte Subwoofer gegen die arrivierte "dickbäuchige" Konkurrenz in der Praxis schlagen kann.

Modell / Stückpreis Bowers & Wilkins ASW610 / 599 €
Konstruktion geschlossener Singlechassis Subwoofer
Chassisbestückung 1x 250mm Kevlar/Papier Langhub-Chassis 
Frequenzgang (+- 3db) 27Hz - 140 Hz
Anschlüsse
Hochpegeleingang (Lautsprecherbuchsen)
Line-Eingang (hinch)
12V Trigger
Verstärkungsleistung 200 Watt
Ausstattung EQ-Wahlschalter
Phasenschalter
Bassabsenkungsabgleich
Abmessungen 31,0 x 31,0 x 37,0 cm (H,B,T)
Gewicht 12,5 Kilogramm
Fazit Technik: wahre Schönheit kommt von Innen. 

Martialisch formuliert, stellt die aktuelle B&W 600er Serie im Prinzip nichts anderes dar, als eine Kriegserklärung an den kompletten Wettbewerb! Was hier an technischer Opulenz aufgefahren wird, sucht in dieser Preisklasse Seinesgleichen. Selten hat man als Endkunde in einem derartigem Umfang von einem Technologietransfer aus höheren Serien profitieren können. Die Ingenieure haben sich nicht nur damit begnügt, ein paar bestimmte technische Aspekte herauszupicken, sondern bedachten jeden Lautsprecher mit einer ganzheitlich vollendeten Ausstattung - vom Hochtöner bis hin zur Frequenzweiche. Wir sind sehr gespannt, ob sich die konstruktive Überlegenheit in gleicher Deutlichkeit auch beim Hörtest wiederspiegelt. Bei rein technischer Betrachtungsweise sichert sich das B&W Ensemble auf jeden Fall schon einmal die absolute Höchstwertung, so dass wir diese Rubrik mit makellosen 10 Punkten prämieren dürfen!

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