FORUM KONTAKT IMPRESSUM
Google

Panasonic-Tests Advertisement

Nubert-Tests

 HARDWARE-TESTS

XXL Test: Audionet Map1/Amp5 Surround Vor-/Endstufenkombination (Seite 3 / 3 )

(19.April 2007 - hsh/LM)

Klangwertung:

Kommen wir nun zum alles entscheidendem: Dem Klang. Wie bereits ausgeführt bringt die MAP I von der technischen Seite vieles mit, was die Erwartungen an die akustische Performance sehr hoch hängt. Den Amp V kennen wir ja bereits, so dass wir um seine Qualitäten als feingeistigen Verstärker bereits Bescheid wissen. Dennoch wird es sehr interessant sein, in welche Klangsphären sich beide Komponenten miteinander lupfen können.

Pegelfestigkeit:  


Es kracht im Teststudio - doch wie lange hält der Amp V mit ?
Unsere getestete Kombination durfte sich an diversen Lautsprechern versuchen. Sehr deutlich stellte sich hierbei heraus, dass der AMP V ein Verstärker ist, welcher entgegen seiner physischen Ausmaße doch erstaunliche Pegel erreicht. Ob nun ein heftiges Action–Spektakel (zB. "Der Anschlag", siehe Bild) auf dem Spielplan stand oder eine sehr komplexe klassische Mehrkanalaufnahme, der AMP V schaffte ohne weiteres Pegel, die in Hörräumen von bis zu 30 qm mehr als ausreichend sind. Diese sehr relative Aussage ist dahingehend zu verstehen, dass man weit über Gesprächslautstärke wahres Kinoflair genießen kann, allerdings keine Disco betreiben kann. Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit des kleinen Audionet–Verstärkers immer auch die kleinen, aber sehr feinen, Zwischentöne zu treffen. Und dies unabhängig von der gefahrenen Lautstärke. Wo viele Verstärker dazu neigen, nur noch laut zu spielen, ziseliert unser Proband nach wie vor Details aus dem gesamten Klanggeschehen, dass es eine wahre Freude ist, jedwede Art von Klang zu lauschen. Sehr angenehm fällt auf, dass der AMP V weder seine souveräne, sehr stabile, geordnete und aufgeräumte Spielart verliert, noch dazu tendiert, scharf oder sonderlich angestrengt zu klingen. Die Grenzen des AMP V liegen nicht so sehr in der absoluten Lautstärke, sondern in der Komplexität der Last, welche die angeschlossenen Lautsprecher verursachen. Einer der schwersten zu managenden Lautsprecher in unserem Testpark ist die Isophon Europa II – hier geht es durchaus schon mal auf unter 2 Ohm runter. Auch Elacs 518 ist ein Lautsprecher, welcher im tieffrequenten Keller gern an die kurze Leine genommen werden will. Und genau hier ist die einzige Schwäche des AMP V zu finden. Bei höheren Pegeln weicht er den Bass an anspruchsvollen Lautsprechern minimal auf und forciert nicht mit demselben Druck und Punch, wie wir es an unkritischeren Lautsprechern schon gehört haben. Ist dies nun das K.O.–Kriterium für diesen zierlichen Verstärker? Mitnichten. Die Pegel, von denen wir hier reden, dürften sehr vielen schon unangenehm vorkommen. Daher werden wohl die meisten Anwender mehr als ausreichend mit Leistung bedient. Bedenkt man nämlich, dass es sehr viele unkritische Lautsprecher am Markt gibt, dürften nur sehr wenige Anwender überhaupt mit dieser Problematik konfrontiert werden.
Klang DD und DTS:  +

Laut Aussage von Audionet–Chef Gessler sind 90 % der Kunden "nur" 5.1–Hörer. Hierin ist auch die Begründung zu suchen, warum der AMP V nur als 5–Kanal–Verstärker offeriert wird. Uns hielt dies allerdings nicht davon ab, mittels weiterer Audionet–Verstärker auch die 6.1- respektive 7.1–Fähigkeit der Vorstufe MAP I zu testen. Es kann vorweg festgehalten werden, dass es, eine entsprechend ordentliche Aufstellung vorausgesetzt, egal ist, was für ein Setup man wählt – unsere Test–Kombination spielte schlicht herausragend. Zu dieser Einschätzung tragen mehrere Faktoren bei, welche wir Ihnen gerne im Einzelnen darlegen möchten.

Beginnen wir mit dem Thema Räumlichkeit. Immerhin ist dies einer der großen Faszinationspunkte von Mehrkanal–Mischungen. Der Effekt: mitten drin statt nur dabei zu sein. Und genau dieses Gefühl verschafft die Audionet–Kombination. Besonders beeindruckend ist hier die Fähigkeit, den Klang zum einen komplett von den Lautsprechern zu lösen und zum anderen nahezu perfekt zwischen den Lautsprechern wandern zu lassen, ohne dass ein Übergang zu hören ist. Seien es die Fighter in Star Wars EP. III zu Beginn bei der Schlacht über Corusant oder die Pfeile in der Eröffnungssequenz von Gladiator: Das Geschehen kann noch so komplex sein, die Audionet–Kombi vermittelt den Eindruck einer komplett einhüllenden Beschallung. Das entstehende Klangbild ist fast als holographisch zu bezeichnen, derart gelöst ist es von den wiedergebenden Lautsprechern. Seien es Übergänge zwischen den einzelnen Frontlautsprechern oder zwischen Front- und Rear–Lautsprechern – man hat niemals das Gefühl, dass hier etwas separiert oder zerrissen wiedergegeben wird. Dieser Effekt ist allerdings nicht nur bei brachialen Action–Sequenzen zu vernehmen, sondern auch bei leiseren, subtilen Passagen, wie sie zum Beispiel in „Tatsächlich Liebe“ zu finden sind. An einer akustisch sehr interessanten Stelle wird ein Song aus dem Radio mit entsprechender Qualität auf die Rears gefadet: Unserer Testkombination gelingt dieser Effekt derart glaubwürdig und nahtlos, dass die Tester schlicht baff waren.

Kommen wir zum nächsten Aspekt, der die Fähigkeit der MAP I und des AMP V aufzeigt: der Reichtum an Details. Gemeinhin geht man davon aus, dass digitale Datenstreams immer gleich aussehen. Dies mag in Bezug auf eingehende Signale eventuell auch stimmen, nicht so aber bei der Aufbereitung in den Geräten. Offensichtlich hat Audionets Eigenprogrammierung der Decoder in Verbindung mit der hohen Rechenleistung Früchte getragen, denn kein Gerät in dieser Preisklasse vermittelte uns bisher derart viele Informationen. Egal, ob es in der gewählten Szene sehr laut oder beschaulich zuging, die Vorstufe MAP I behält zum einen permanent die Kontrolle, zum anderen den Überblick über sämtliche tonalen Informationen. So konnten wir bisher nur mit sehr wenigen Geräten das äußerst leise Knarzen eines Dielenbodens in „Die Hochzeitscrasher“ vernehmen wie leisestes Geriesel des Sandes im Kolosseum in „Gladiator“. Die diversen von Gletschern verursachten Geräusche in „Vertical Limit“ wurden uns ebenso in dieser Preisklasse niemals so fein dargeboten, ebenso wie kleine Hintergrund–Geräusche, bzw. sehr dezent gemischte Instrumente in diversen Soundtracks. Dabei verhält sich die getestete Kombination allerdings alles andere als nüchtern, kalt und analytisch. Die einzelnen Kleinigkeiten und feinen Details werden nicht steril dargeboten, sondern werden ungemein feinsinnig und wohl gekonnt in das Gesamtgeschehen eingebunden. Diese Eigenschaft ist allerdings nicht auf spezielle Frequenzbänder beschränkt. Egal ob in den Höhen oder im Bass – immer agiert unsere Kombination sehr kontrolliert und strukturiert. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sehr viele geneigte Kunden mit der Kombination Ihre DVDs neu erhören werden.

Besonders augenfällig wird dies auch bei der Behandlung des Subwoofers und tiefer Frequenzen im Allgemeinen. Wie bereits ausgeführt bedient sich Audionet hier eines enorm hohen Rechenaufwandes und sehr leistungsfähiger Ausgangsverstärker. Dies kommt dem Klangbild in einer zugleich unspektakulären wie unscheinbaren Weise zu Gute. Dies mag wie ein unvereinbarer Gegensatz klingen, lässt sich aber aufklären.

Die MAP I stellt am Sub–Pre–Out einen sehr hohen Signalpegel bereit. Dies erlaubt es, viele Subwoofer eher im unteren Lautstärkebereich einzupegeln, womit ihnen mehr Reserven für dynamische, energieintensive Passagen bleiben. Und diese müssen sie, an der MAP I angeschlossen, auch beherrschen. Die bereitgestellte Dynamik des Sub– wie LFE–Signals ist uns in dieser Preisklasse bis dato nicht bekannt gewesen. Aber ebenso unbekannt war uns bisher die Präzision dieses Signals. Die MAP I bereitet das Subwoofer–Signal derart fein strukturiert auf, dass kein Wummern oder Dröhnen zu vernehmen ist. Sicherlich, eine perfekte Raumanpassung steigert die Wiedergabequalität, aber selbst im EQ–off-Mode wird hier unglaublich kontrolliert, schnell, straff und detailliert mit tieffrequenten Signalen umgegangen. Dies ist es auch, was viele in eine gewisse Gewöhnungsphase zwingen wird. Bei der MAP I wird das Subwoofer–Signal nicht einfach als ein Rumpeln im Keller behandelt – nein, es ist ein gleichberechtigter Bestandteil im gesamten wiedergegebenen Frequenzband. Bass–Fetischisten werden sicherlich ein zu dünnes Klangbild monieren. Es verhält sich allerdings derart, dass der Bass so schnell und akkurat berechnet wird, dass nur noch die wenigsten Woofer sich in den Vordergrund spielen. Diese Art der Wiedergabe bedingt den sehr angenehmen Nebeneffekt, dass sich Woofer sehr viel leichter in das gesamte Lautsprecher–Ensemble integrieren lassen, da sie schneller und dynamischer angesteuert werden.

Das Stichwort Dynamik stellt dann auch einen weiteren Punkt unserer Einzelbetrachtung dar. Keine uns bekannte Vorstufe in diesen Preisgefilden und nur sehr wenige Verstärker schaffen es zum einen sehr neutral und zeitgleich Fein– wie Grobdynamik souverän zu beherrschen. Für Aufsteiger aus dem AV–Receiver–Segment dürfte es anfangs sehr erschreckend sein, mit welcher Dynamik die Audionet–Kombination agiert. Es mag angeraten sein, zu späterer Stunde in einer Mitwohnung die Dynamik–Kompression zu aktivieren. Denn selbst mit Aktivierung dieser Option spielt unser Proband immer noch dynamischer als manch anderer. Dynamik: der Unterschied zwischen leisestem und lautestem Ton. Er kann für Ärger sorgen – ja. Aber Dynamik ist auch das, was einen Soundtrack, einen Film wirklich lebendig macht. Die MAP I schafft es, hier Werte zu erreichen, die wir bisher nur von der großen Schwester, der MAP V2 kannten. Das Einbauen der oben angesprochen kleinen Details passiert weder lieb- noch belanglos. Alles ist in der Lautstärke–Skala an seinem richtigen Platz. Das im Hintergrund zu vernehme Schweißen in den U–Boot–Docks in „U571“ wie das Vernehmen nicht im Vordergrund passierender Gespräche. Die Nuanciertheit in der Stimmwiedergabe, die ganz kleinen Schwankungen in der menschlichen Stimme: so konnte man dies für diesen Preis schlicht noch nicht wahrnehmen. Kommt es dann allerdings zu heftigen Explosionen, erschrickt man mitunter. Der ungemein schnelle und kräftige Antritt sorgt auch nach langem Testen in der Redaktion immer wieder für ein Erstaunen. Aber selbst in Momenten lautester Aktivität werden weiter die Nebengeräusche und hintergründigen Effekte gekonnt eingebaut. Dabei spielt es auch keine Rolle, auf welchem Kanal das Geschehen gerade stattfindet. Sämtliche Lautsprecher werden gleichberechtigt behandelt und bilden so ein Erlebnis der ganz eigenen Art.

 

Klang Surround – Aufpolierer:  

Unter der etwas falsch verständlichen Betriebsarten–Option Audionet D8 verbirgt sich die Aufpolierung sämtlicher Signale mittels Dolby Prologic 2x, bzw. DTS Neo:6. Im Filmbetrieb ist diese Option gerade für User eines 7.1-Setups von Relevanz, da so aus jedem eingehenden Signal ein 7.1–Upmix generiert wird. Der sich uns vermittelnde Eindruck bricht an dieser Stelle etwas auf. So gekonnt die Vorstufe mit DTS umgeht, so bedauern wir es doch sehr, dass sich PL 2x nicht auf DTS anwenden lässt. Die Mono–Ansteuerung der beiden Back–Kanäle lässt den räumlichen Eindruck unter Verwendung von Neo:6 mitunter zusammenfallen.
Ganz anders sieht es hingegen mit der Wahl von PL 2x aus. Man ist mitunter geneigt, den DTS – Track auf Grund seiner höheren Detailfülle dem DD–Track vorzuziehen. Dies trifft auch bei der MAP I zu. Erschwert wird diese Wahl allerdings durch den Umstand, dass die Audionet eigene Implementierung von PL 2x die beste uns bekannte ist. Egal, welches Quellformat man der Vorstufe zuspielt, PL 2x schafft ein authentisch geschlossenes 7.1–Erlebnis der Sonderklasse. Das Wandern einzelner Schallereignisse, die Positionierung im Raum, die dynamische Aufbereitung, der Gehalt an Details, alles beherrscht die MAP I auf einem bis dato unbekannten Niveau. Je nach Gusto kann es durchaus passieren, dass der höheren Räumlichkeit wegen eher der DD–Stream inkl. PL 2x Nachbearbeitung gewählt wird anstatt der höher auflösende DTS–Track. Die vielfältigen Einstellvarianten erlauben es zudem, das Klangbild sehr fein abgestuft an die eigenen Präferenzen anzupassen. Erstaunlich unbeschnitten bzw. unverfälscht werden kleine wie große Ereignisse auf das vorhandene Lautsprecher–Ensemble verteilt.
Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass Audionet es schafft, PL 2x auch für DTS nutzbar zu machen. Grundsätzlich sollte man sich hiervon allerdings nicht verunsichern lassen, da Audionet eine sehr kundenfreundliche Update-Fähigkeit implementiert hat, so dass jeder, der jetzt zuschlägt, auch später in den Genuss neuer Features kommen kann.

Klang Stereo:  +

Bleibt dann für klassische High–Ender noch die sehr wichtige Wiedergabequalität im Stereobetrieb zu klären, denn letztendlich entscheidet sich hier, ob man von zwei getrennten Systemen für Surround und Stereo auf eines runterrüsten kann. Und diese Frage können wir vorweg beantworten: Ja, man kann. Und zwar reinen Gewissens.

Angefangen mit den nicht leicht zu reproduzierenden klassischen Tönen von Dvarjaks „Aus der neuen Welt“. Gleich zu Beginn gilt es ein komplexes Orchestergeschehen authentisch zu reproduzieren, inkl. facettenreicher Staffelung der einzelnen Instrumente im Raum, kleinen Nebengeräuschen aus dem Aufnahmeraum und sehr großen Sprüngen in der Fein- wie Grobdynamik. Dies wird von der getesteten Vor-/Endkombination in sehr kontrollierter und beängstigend dynamischen Weise erledigt, wobei einem besonders die Fähigkeit zur räumlichen Staffelung und zur Nuanciertheit sowie die Schnelligkeit entgegenspringt. Egal, ob es sich um Streicher oder um das Schlagwerg handelt, die Audionet–Kombi widmet sich jeder auch noch so kleinen Informationen mit Akribie, ohne ins kalt – analytische abzurutschen. Es vermittelt sich schlicht der Eindruck, als stünde das Orchester vor einem. Auf derselben SA-CD ist auch Smetanas „Moldau“ zu finden. In diesem Stück stellt sich gleich zu Anfang die schwierige Aufgabe, einen leicht melancholischen Unterton der Streicher mit dem feinen und hellen Zupfen diverser Seiten und dem glasklarem Klingen einer Triangel zu kombinieren. Dies geschieht in einer Vollendung, wie es normalerweise nur sehr viel teurere Komponenten vermögen. Die Audionets’ treffen exakt den richtigen Ton und schaffen die schwere Kombination aus schönem Fluss des Gros des Orchester und ungemein sauber und klar herausstellen der Einzelereignisse.

Ebenso fein und authentisch werden Stimmen modelliert. Sei es Allen Tylers kräftig–tiefe und raue Stimme oder eine virtuose Operndiva à la Neptreko. Stimmen behalten ihren Eigenklang inklusive kleinsten Schwankungen und Eigenarten. Die Darstellung hat eine ungemeine Kontur inne, ohne ziselierend zu wirken, und zwar unabhängig davon, ob sich um den Gesang eine facettenreiche Oper herumschlängelt oder er lediglich von einem Piano begleitet wird. Gerade das Klavier stellt für sehr viele Komponenten ein schwer wiederzugebendes Instrument da: nicht aber so für unsere Audionet–Kombination: In seinem vollen Frequenzgang, seinem wechselndem Klang und seiner Dynamik wird es so voll wiedergeben wie es keine Mehrkanal-Komponente vergleichbaren Preises bisher schaffte.

Die bisherige Beschreibung der Stereoqualitäten mögen den Eindruck vermitteln, es handele sich hierbei um einen Spezialisten ausschließlich für anspruchsvolle Musik. Mitnichten. Die Kombi ist genauso in der Lage, mit wummernden, kräftigen Technobeats umzugehen oder auch Hardrock- und Metalstücke in das Auditorium zu schmettern. Denn eins bleibt immer gleich: Die Audionet–Kombi nimmt sich selber immer aus dem Geschehen. In unseren sehr ausführlichen Testreihen konnten wir keinen ausgeprägten Eigenklang feststellen. Daher kommen diese Geräte dem Ideal des reinen Verstärkens ungemein nahe. Aufnahmen mit Gitarren ist zum Beispiel ungemein deutlich die Stellung am Amp anzuhören, Schlagzeugen ist mitunter sogar die Mikrofonierung zu entnehmen, Technotracks ist die Wahl der Effekte zu entnehmen. Das gesamte Klanggeschehen ist schlicht transparent und in allen seinen Facetten durchhörbar, ohne dabei kalt und emotionslos zu klingen.

Wann immer es die Aufnahme hergibt, entfaltet sich im Hörraum eine in der Breite wie in der Tiefe groß und massiv aufgebaute Bühne. Eine klare Ortung einzelnen Instrumente, Sänger und Einzelereignisse ist in verblüffend dreidimensionaler Art möglich. Dieser dreidimensionale Klangkörper wird dann durch die sehr fein gezeichneten Details hervorragend ausgeschmückt und definiert. Alles hat seinen festen Platz und dennoch Charakter. Abgerundet wird diese komplette Wiedergabe durch eine Fein- wie Grobdynamik, die so in dieser Preisklasse noch nicht gesehen wurde.

Ein erstaunliches Phänomen möchten wir Ihnen zum Ende unserer Stereowertung noch offenbaren. Die Qualitäten der Vorstufe in der Signalbearbeitung gerade auf digitaler Ebene und ihre A/D-Wandlung sind derart bestechend gut, dass es sich fast immer lohnt, digital zuzuspielen. Selbst ein Onkyo DV-SP1000, immerhin unser ehemaliges DVD-Player–Masterpice mit herausragenden Analog-Stereo-Eigenschaften kommt nicht an die MAP I heran. Die digitale Zuspielung war klar die bessere Wahl. Es wäre sogar für viele anspruchsvolle CD–Hörer denkbar sich ausschließlich ein Laufwerk zu kaufen und die gesamte Bearbeitung und Wandlung der MAP I zu überlassen.

Klang USB

Bestnoten verdient sich die MAP I übrigens auch in einer (zu Unrecht) etwas unbeachteten Disziplin. Die Fähigkeit, direkt per USB mit einem PC verbunden zu werden, macht die Audionet-Vorstufe für hochwertige PC-basierte Musikwiedergabe zum multimedialen Traumgerät. Die MAP I akzeptiert per USB zwar lediglich Stereosignale (also keine Dolby Digital, EAX oder WMV-HD Streams), doch was hier an Klangruhe und Detaillierung geboten wird, kommt
schon fast an das Niveau eines sehr guten CD-Players heran. 


Wer als PC-Anwender dem Trugschluss aufsitzt, dass Digitalverbindungen ohnehin keine Klangunterschiede aufweisen, wäre sehr gut beraten, sich dem Thema mit aller Offenheit zu widmen. Unabhängig davon, ob wir per Audigy2ZS, Terratec Aureon 7.1 PCI oder gar diversen onboard-Soundkarten vorlieb genommen haben - in unserem AV-System waren wir bezüglich der Musikwiedergabe nie zufrieden: Störgeräusche, blecherne Tonalität, unpräzise Bässe und eine nicht vorhandene Bühnenabbildung sind nur einige Aspekte, die (zumindest für unsere Ohren) das ernsthafte Musikhören per MediaPC im Keim erstickt haben - bis die MAP I kam. Mit Sicherheit wird hier kein Niveau eines VipG2 geboten, doch sind wir extrem erstaunt darüber, wie viel audiophilen Hörspaß man unter diesen Umständen mit einem PC haben kann. Basskonturen bleiben erhalten, die Lokalisation einzelner Akteure geht nicht verloren und sowohl Mitten- als auch Hochtondetaillierung befinden sich auf dem Niveau eines guten DVD-Players. Hier hat Audionet ein Feature verbaut, welches einen echten Mehrwert bietet. Die Installation könnte indes leichter nicht sein: einfach per USB an den Win2000/XP/Vista Rechner andocken, und schon nach wenigen Sekunden steht dem hochklassigen Hörgenuss nichts mehr im Wege.

EPS

Wer sich als Audionet-Interessent (bzw. Kunde) schon etwas näher mit den Produkten der Bochumer auseinander gesetzt hat, wird unweigerlich auch schon Kontakt mit dem EPS-Modul aufgenommen haben. Fast schon unzählige Mythen und Geschichten begleiten dieses Produkt, seitdem erste Anwender begeistert davon berichtet haben. Nüchtern betrachtet ist das EPS-Modul nichts anderes als ein ausgelagertes Präzisionsnetzteil für satte 1790 Euro. Diese standardisierte Komponente ist so ausgelegt, dass sie nicht nur bei der MAP I, sondern auch mit vielen anderen Audionet-Vorstufen und -Quellgeräten kombiniert werden kann. Ein EPS-Modul kann übrigens immer nur eine HiFi-Komponenten betreiben, so dass es bei größeren Audionet-Systemen keine Seltenheit ist, gleich zwei dieser Module zu erspähen. Doch was genau bewirkt dieses EPS-Modul, was HiFi-Anwender teilweise gleich doppelt in die Tasche greifen lässt, nur um für über 3.500 Euro in den Besitz besserer Netzteile zu kommen? Die Antwort ist relativ einfach: das EPS verursacht eine dermaßen große Klangsteigerung, dass der stolze Kaufpreis schon nach kurzer Zeit als Schnäppchen erscheint.


Einzelne Klangaspekte kann man hierbei nur sehr schlecht hervorheben, denn die akustische Darbietung gewinnt in fast jeder Beziehung deutlich. Die komplette Musik erscheint lebendiger bzw. präsenter, die Bässe gewinnen nochmals an Schwärze und Musikinstrumente wie Flöten oder Geigen bekommen deutlich mehr Luftigkeit. Kurz und knapp: ist die MAP I schon "out-of-the-box" das Maß aller (akustischen) Dinge in ihrem Preisbereich, so katapultiert das EPS die Gesamtwiedergabe endgültig auf absolutes Weltklassenniveau, wie es ansonsten nur wenigen Ausnahmegeräten vergönnt ist. Das EPS lohnt sich übrigens nicht nur für Freunde des zweikanaligen Musikgenusses, sondern dürfte auch jedem Filmliebhaber ein zufriedenes Grinsen bescheren, sobald die Lieblings-DVD im Heimkino ertönt: die Surroundabbildung und Leichtfüßigkeit liegt mit EPS ohne jeden Zweifel auf MapV2 Niveau - der Centerkanal erfreut seine Zuhörerschaft mit einer Extraportion Feinschliff und Sensibilität zumal Basseinsätze (jeglicher Art) ebenfalls enorm profitieren. Auch wenn eine MapV2 mit EPS nach wie vor die Spitze darstellt - gegenüber einer einzelnen MapV2 braucht sich eine MAP I/EPS Kombi in keiner klanglichen Disziplin verstecken. Das EPS-Modul beweist eindrucksvoll, wie sehr die Qualität einer akustischen Wiedergabe von der Stromaufbereitung abhängig ist. Wir sind jedes Mal aufs Neue überrascht, wie stark sich das EPS auswirkt - trotz der hochwertigen internen Netzteilsektion der MAP I. Mit unserer Einschätzung sind wir übrigens nicht alleine, denn laut Audionet betreiben fast 90% aller Kunden ihre Geräte mit einem EPS-Modul. Auch unsere areaDVD-Referenzanlagen können wir uns ohne EPS inzwischen gar nicht mehr vorstellen. Auch auf die Gefahr, dass es sich wie ein Werbeslogan anhört, aber beim EPS ist die Frage eigentlich nicht, ob ein Kauf sinnvoll ist - sondern nur, wie lange man sich zurückhalten kann.

XXL-Konkurrenzvergleich:


Arcam AVP700 (ca. 2.100 Euro) 

Angesichts der völlig unterschiedlichen Leistungen beider Geräte beleidigt man die MAP I mit einer ernsthaften Gegenüberstellung. Obwohl "nur" ca. 1.500 Euro beide Geräte auf den Preislisten voneinander trennen, könnte man beim Hören tatsächlich von einer noch größeren Differenz ausgehen. Den Bässen fehlt es an Konturen und Nachdruck und im Mitteltonbereich klingt die AVP700 etwas zu dünn. Das Hauptproblem ist hingegen die schlechte Dosierung von feindynamischen Ereignissen innerhalb Dolby Digital oder DTS-Tracks. Fließende Übergänge oder subtile Musikuntermalungen liegen der Arcam-Vorstufe nicht besonders. Die Höhenwiedergabe zeigt mit einer recht guten Detaillierung zwar durchaus Potential, aber insgesamt werden die oberen Frequenzen stets etwas zu sanft/mild in das Klangbild eingebracht, so dass der AVP700 etwas an Frische und Luftigkeit fehlt. Beim Vergleich mit dem Klassenprimus MAP I kann daher weder die HDMI-Sektion noch die XLR-Preout Bestückung das Pendel zugunsten der britischen Vorstufe ausschlagen lassen. 


Audiolab 8000AV + 5x 8000M Kombination (ca. 5.000 Euro) 

Von allen hier vorgestellten Geräten entpuppt sich die Audiolab-Kombination als gefährlichster Gegner für Audionets MAP I + AMP V Gespann. Die 650 Euro teuren 8000M-Monoendstufen sind klanglich sehr neutral, spielen fast so detailliert wie ein AMP V auf - und bieten obendrein eine bessere Pegelfestigkeit als auch Kanaltrennung. Besonders in schwarzer Ausführung eine echte Alternative und optisch sowie klanglich hervorragende Ergänzung zur MAP I. Aber auch die 8000AV muss sich nicht hinter der Bochumer Edelvorstufe verstecken: dank TagMcLaren Technik bietet sie im Stereobetrieb eine fast identische Performance. Lediglich die Leichtfüßigkeit einer MAP I bei filigranen, vielschichtigen Aufnahmen kann die 8000AV nicht bieten, doch ansonsten bekommt das Ohr auch mit der Audiolab-Vorstufe nur feinste Kost zu hören (Bass-Konturierung, Staffelung etc.). Erst mit dem EPS-Modul distanziert die MAP I ihren Widersacher deutlich. Hinsichtlich der Surround-Performance hat die MAP I mit der 8000AV grundsätzlich ein etwas leichteres Spiel: obwohl die Audiolab-Komponente für ihren Preis eine erstaunliche Leistung aufweisen kann, bringt die MAP I das cineastische Geschehen noch näher und unvermittelter an die Zuschauer heran.


Audionet MapV2/EPS/AmpVII  (ca.  17.800 Euro) 
Der Vergleich mit der großen Audionet-Kombi ist für ausnahmslose jede AV-Komponente ein undankbares Unterfangen, da macht auch die MAP I/AMP V Kombination keine Ausnahme. Die grundsätzliche Klangcharakteristik ist bei beiden Geräten fast identisch, doch geht eben die große Kombination in jeder klanglichen Disziplin nahe an die absolut vorstellbare Perfektion, so dass dagegen selbst die kleinere Audionet-Zusammenstellung nicht ankommen kann. Allerdings muss diesbezüglich unbedingt beachtet werden, dass zur Freilegung des zusätzliches Klangpotentials, Raumakustik, Lautsprecher und Quellgeräte auf einem extrem hohen Niveau spielen müssen. Für eine bessere Einordnung möchten wir in diesem speziellen Fall sowohl die Vor- als auch die Endstufe noch einmal kurz direkt miteinander vergleichen:


MapV2 - Map1 (jeweils ohne EPS) 
Am besten kann einer (der oft bemühten) Autovergleiche die Situation zwischen diesen beiden Ausnahmetalenten umschreiben. Die MAP I entspricht einem Wagen mit aufgeladenem Turbomotor: spritzig, agil und ungemein spaßfördernd, während die MapV2 eher einem V8-Motor entspricht, der objektiv zwar auch nicht viel bessere Leistungen hat, aber eher durch Souveränität und Lässigkeit Akzente setzt.  Obwohl die "kleine" MAP eines der besten Geräte ist, die wir jemals gehört haben, kann ihre große Schwester bei komplexen Surroundszenen noch ein wenig mehr Feinschliff und Detailausarbeitung in die Wiedergabe einbringen. Auch das Abstufen feindynamischer Ereignisse beherrscht die MAP V2 mit einer derartigen Raffinesse, dass selbst die großartige MAP I auf Distanz gehalten wird. Im Stereobereich setzt sich die MAP V2 sogar noch etwas weiter ab. Besonders hinsichtlich der fantastischen Raumabbildung und der absoluten Durchlässigkeit im Hoch-/Mitteltonbereich agiert sie auf einem eigenen Niveau. Zusammen mit einem EPS-Modul bietet die MapV2 den besten Zweikanalklang aller jemals bei AREADVD getesteten Surround- und Stereogeräte. Die MAP I setzt sich hingegen "nur" an die Spitze der Surroundkomponenten. Sie beinhaltet (gegenüber der MAP V2) zwar ein wenig mehr Schärfe im Klangbild und kann nicht ganz an die körperhafte Darstellung anknöpfen, doch im Vergleich zum restlichen Markt schrumpfen diese Unterschiede auf ein verhältnismäßig kleines Maß.



Amp7 - Amp5

Wenn wir die 5-Kanal-Varianten beider Endstufen miteinander vergleichen, reden wir von einem Preisunterschied von ca. 3.000 Euro. Genügend Geld, um z.B. einen schönen Urlaub zu machen - und trotzdem ist der AMP VII (unserer Meinung nach) jeden Cent Aufpreis ohne jeden Zweifel wert. Nicht, dass der AMP V schlecht wäre: er besitzt nicht umsonst unseren Referenzstatus und hat sich im Vergleichstest gegen seine Artgenossen locker behaupten können, aber der AMP VII besitzt klanglich ein derartiges Potential, dass er sich nicht nur damit begnügt, seine Gegner in Schach zu halten. Nein - er demoralisiert diese förmlich. Der AMP VII ist eines der wenigen Geräte, bei denen sich der extrem hohe technische Aufwand (absolut kompromisslose Monobauweise mit eigenen Trafos, etc.) auch direkt in der Akustik niederschlägt. Die absolut authentische, lebhafte Spielweise des AMP VII macht ihn nicht nur für die MAP V2 zum idealen Spielgefährten, sondern selbstverständlich auch für MAP I-Besitzer, die noch mehr Klangerlebnis geboten haben wollen. 
 


Cinemike A965/P965 (ca. 7.000 €)

Auf Basis der bekannten Sherwood VE-Kombi präsentieren sich die Cinemike-Geräte als klanglich hervorragend gelungene AV-Komponenten. Die 7-kanalige A965-Endstufe bietet eine höhere Pegelfestigkeit als der teurere AMP V, kommt allerdings weder im Bass- noch der Höhendarstellung ganz an dessen Detaillierungskünste heran. Im Tiefbassbereich gefällt uns hingegen die Cinemike-Endstufe besser und versorgt die Lautsprecher mit einer etwas kraftvolleren Spielweise. Preis-/Leistungsbezogen liegt die A965 somit vor seinem Audionet-Pendant, allerdings muss gesagt werden, dass beide Komponenten völlig unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und sich somit eigentlich keine Kunden gegenseitig wegnehmen sollten. Völlig anders sieht die Situation in Bezug auf die Vorstufen aus: so gut wie die CM P965L2 auch sein mag - der MAP I gelingt es, Surroundvorführungen noch etwas vielschichtiger und dynamischer in das Auditorium zu geben. Beiden Geräten gemein sind die perfekt ausbalancierte Tonalität sowie ein immenser Detaillierungsgrad, ohne dabei steril zu klingen. Endgültig absetzen kann sich MAP I dann schließlich unter Zuhilfenahme ihrer Equalizer, die eine perfekte Anpassung an Raum und Lautsprecher erlauben, während die P965 diesbezüglich sehr rudimentär ist und nicht einmal ein Delay für den Subwooferkanal bieten kann, während die MAP I mit einem vollparametrischen 5-Band-EQ arbeitet und sogar die Flankensteilheit und Ankopplung sensibel erlaubt. Im Stereobetrieb liegen beide Geräte näher zusammen, als noch im Surroundbetrieb, doch auch hier geht die MAP I schlussendlich in Führung, zumal sie mit einem EPS-Modul (siehe entsprechende Rubrik) noch deutlich aufwertbar ist.


Denon AVC-A1XVA (ca. 7.000 €)

Unterschiedlicher geht es kaum: Denons Vorzeigebolide bringt jedes erdenkliches Austattungsfeature und satte 10 kräftige Endstufen mit, während sich Audionet auf das Wesentliche besinnt und sich komplett auf den Klang konzentriert. Genauso verschieden wie sich die Features in den Datenblättern lesen lassen, gibt sich auch der akustische Eindruck, den wir beim Testen feststellen durften: der Denon-Bolide schafft es wie kein Zweiter, eine Heimkinovorführung mit Nachdruck und Kraft abzuliefern. Wer die Qualität von Surroundeffekten an der Intensität festmacht, wird kaum ein Weg am Denon vorbeifinden. Die Audionet-Kombi setzt hingegen vollkommen andere Akzente. Die Pod-Racer bei Star Wars Episode1 schmettern nicht ganz so brachial durch die kargen Wüstenlandschaften von Tatoine, und King Kong klingt um ein paar Kilogramm leichter - doch es sind die kleinen Details, in denen MAP I + AMP V punkten können und absolute Feinkost in die Gehörgänge ihrer Zuhörerschaft liefern. Umgebungsgeräusche und Stimmen erscheinen klarer, facettenreicher und realistischer. Das Zusammenspiel aller Lautsprecher untereinander ermöglicht eine völlig neue Wahrnehmung derselben Szenen und zu guter letzt schafft es die Audionet-Kombi bei aller Informationsdichte, niemals aufdringlich oder scharf zu agieren. Die Gegenüberstellung mit dem Denon zeigt übrigens sehr schön, wie wichtig eine harmonierende Gesamtabstimmung aller Komponenten ist. Die Audionet-Kombi würde mit einem Teufel Theater 10 genauso unvorteilhaft bestückt sein, wie der Denon AVC-A1XVA mit einem Isophon Surroundset, so dass im Endeffekt auch der Vergleich dieser beiden Gerätschaften fast schon automatisch mit der Gesamtkonzeption der Anlage bzw. der Hörwünsche beantwortet werden kann. 

 
NAD Master Serie M15+M25 (ca. 6.000 €)

Die Master Serie von NAD kann zwar auf einen klangvollen Namen verweisen, findet im Audionet-Gespann aber trotzdem ihren Meister. Während die M25-Siebenkanal-Endstufe mit dem AMP V sehr gut mithalten kann, klaffen vor allem die Surroundqualitäten der beiden Vorstufen weit auseinander. Die klanglich etwas wärmer bzw. dunkler abgestimmte M15 spricht eine andere Käuferschicht an als die gnadenlose ehrliche und direkte Spielweise des AMP I. Doch abseits der Klangabstimmung ist es ganz klar die Audionet-Vorstufe, die sich in Bezug auf Bühnenabbildung, Detailtreue und Spielfreudigkeit an die Spitze beider Offerten setzt. Ganz besonders das fantastische, feingliedrige Zusammenspiel der Lautsprecher im Surroundbetrieb gelingt nicht einmal der (ansonsten sehr guten) M15 in solch einer vortrefflichen Qualität. Keine Frage: auch die kanadische VE-Kombi besitzt ihre Reize, doch das Audionet-Gespann zeigt sich schlichtweg universeller und beherrscht klanglich sowohl die deftige- als auch sensible Gangart derart gekonnt, dass auch Björn Edvard Erikson (NAD-Entwickler der preisgekrönten BEE-Editionen) neidlos seinen Respekt zollen müsste. Abseits rein klanglicher Aspekte erkämpft sich die M15 durch die vielfältigere Videosektion einen Vorteil, während sich die MAP I durch ihre vorbildliche Anpassung an Raum und Lautsprecher die Punkte wieder zurück nach Bochum holt. Wir möchten die M15+M25 Kombination mit diesem Kurzvergleich auf keinen Fall als grundsätzlich uninteressante Geräte klassifizieren: dafür sind die beiden NAD-Komponenten schlichtweg zu gut. Freuen Sie sich auf den bald erscheinenden Test dieser Vor-/Endkombination auf AREADVD. Für weiterführende Informationen empfehlen wir die Lektüre unseres entsprechenden Previews.


Rotel RMB1095-RSP1098 (ca. 6.500 €)

Wenn man beide Systeme nebeneinander betrachten würde, könnte man glatt der Versuchung erlegen, den alten Spruch von David gegen Goliath zu bemühen: die mächtige RMB-1095 Endstufe kann es in Bezug auf Gewicht und Abmessung schon fast alleine mit dem kompletten Audionet-Duett aufnehmen, doch hat Rotel auch in Bezug auf die Akustik leichtes Spiel ? Nun - zunächst einmal gibt es einen sehr grundlegenden Unterschied zwischen Rotel und Audionet, was die Kombinatorik mit Lautsprechern betrifft: Während die Bochumer Komponenten dank ihrem natürlichem Klangbild fast jeden Schallwandler zur Höchstform treiben, harmoniert die spezielle Rotel-Akustik nur mit bestimmten Marken (z.B. Monitor Audio, B&W, Quadral). Die Rotel-Kombi verfolgt eine sehr direkte, "helle" Klangabstimmung mit etwas dünner, aber dafür ungemein präziser Bassdarstellung. Im Surroundbetrieb überzeugt vor allem die fantastische Sprachverständlichkeit auf dem Centerkanal als auch die Detailherausarbeitung im Hochtonbereich. Die Audionet-Kombination kann diese Eigenschaft locker parieren und wartet schlichtweg mit der deutlich besseren Glaubhaftigkeit auf. Das Rotel-Duett neigt hingegen (speziell mit den "falschen" Lautsprechern) dazu, etwas zu steril und dünn aufzuspielen. Außerdem fehlt der RMB-1095 gegenüber dem AMP V eine wirklich audiophile Abstimmung, die auch das feinfühlige und zugleich temperamentvolle Wiedergeben von Musik zum Erlebnis macht.


Vincent SAV-P200 + SAV C2 (ca. 5.000 €)

Falls Sie schon immer einmal eine edle, respekteinflößende Surround Vor-/Endstufenkombination sein Eigen nennen wollten, dabei aber nicht den Klangcharakter eines AV-Boliden missen möchten, dann können Sie bei Vincent gut aufgehoben sein: die gebotene Präzision liegt auf einem guten Niveau, und in der Abteilung "Bass" spendiert die SAV-P200-Endstufe ihren Besitzern stets eine Extraportion Tiefbass mit ordentlich Nachschlag. Bezüglich akustischem Feinschliff und klassisch audiophilen Tugenden positionieren sich die Vincents zwischen den AV-Boliden und einer MAP I. Die Bühnenabbildung gelingt hingegen erstklassig, allerdings ist die Lokalisationsgenauigkeit im Stereobetrieb etwas geringer als bei den momentanen Referenz-Vorstufen. In Bezug auf die Surroundqualitäten der SAV-C2 Vorstufe müssen wir leider festhalten, dass diese nur die Arcam AVP700 hinter sich lassen kann. Der relativ alte Chipsatz erlaubt nur maximal 6.1-Anwendungen und gibt sich auch in Bezug auf Raum- und Lautsprecheranpassung sehr rudimentär. Doch auch wenn speziell die Vorstufe nicht jeden audiophil veranlagten User zu 100% zufrieden stellen kann: in Anbetracht recht günstiger Straßenpreise ist die Vincent-Kombi nach wie vor ein sehr attraktives Produkt und vereint einen erlebnisreichen Klang mit opulenter Verarbeitung. Ernsthafte Konkurrenz für eine MAP I/AMP V Kombi ist sie jedoch definitiv nicht.

Fazit:

Wo andere Hersteller dank guter Geräte mit einem Gläschen Champagner auf einen entsprechenden Test anstoßen können, hätten die Audionet-Entwickler eigentlich genügend Anlass, gleich darin zu baden. Mit Sicherheit ist auch die MAP I/AMP V Kombination nicht für jeden Käufer das Ei des Kolumbus, doch für viele anspruchsvolle Audiogourmets dürfte der Kontakt mit diesen Geräten nichts anderes darstellen als die Entdeckung einer neuen (Hör-)Welt. Die Route zum Ufer der audiophilen Glückseligkeit beschreitet Audionet dank hochtechnisiertem Aufbau und sinnvollen Features zielsicher. Besonders auf dem großen Ozean der High-End-Anbieter hat sich die Audionet-Mannschaft einen großen Vorsprung vor jedweden Mitbewerbern erarbeitet: solch einen Klang in Kombination mit perfekten Anpassungsmöglichkeiten an Raum und Lautsprecher bietet weder ein bereits erhältliches - noch ein (momentan) absehbares Produkt. Hinsichtlich der Videofeatures kann die MAP I zwar höchstens als Leichtmatrose durchgehen und kleinere Hilfsarbeiten übernehmen, doch wenn sie das akustische Ruder an sich reißt, ist ihr dies schnell vergeben. Für die phänomenalen Eigenschaften als Kapitän eines Heimkinos erbeutet sich diese High-Tech Vorstufe nicht nur unseren begehrten Masterpiece Award, sondern darüber hinaus auch eine Sonderauszeichnung für das herausragende Preis-/Leistungsverhältnis. Und auch der AMP V tritt die Heimreise nicht ohne Auszeichnung an: er bestätigt in dieser Kombination erneut seinen bereits erhaltenen Referenz-Status und stellt eine sehr stimmige Kombination zur MAP I dar. Nach diesem Test können wir Interessierten nun nur noch dazu raten, die Segel zu hissen und beim nächst gelegenen Audionethändler vor Anker zu gehen. 

Die Map I ist wahrhaft ein absolutes Meisterstück und akustisch die größte Sensation, die jemals in der Oberklasse eingeschlagen ist. Ernsthafte Gegner finden sich erst etliche tausend Euro darüber - da verschmerzt man gerne die lückenhafte Videoausstattung und gibt sich dem vollendetem Klangerlebnis hin.


MASTERPIECE -
BEST KLINGENDSTE SURROUNDVORSTUFE BIS 5.000 EURO
SONDERPRÄDIKAT FÜR BESTES PREIS-/LEISTUNGSVERHÄLTNIS ALLER BISLANG GETESTEN HIGH-END ELEKTRONIK

Audionet Map1, Preis 3.750 Euro
7.1 Surroundvorstufe, Kategorie: High-End
Test: 19.April 2007 Preis-/Leistung: +

+ klangliche Leistungen sprengen das bisher bekannte Niveau dieser Preisklasse
+ perfekte Anpassung an Raum und Lautsprecher per EQ möglich
+ verschiedene User-Settings abspeicherbar
+ hochwertige Touchscreenfernbedienung
+ tadellose, detailverliebte Verarbeitung
+ für das Gebotene ist der Kaufpreis extrem günstig
+ dank USB-Buchse als hochwertige Media-Center Lösung einsetzbar
+ kann universel mit (fast) jeder Sorte von Lautsprechern absolute Höchstleistungen liefern

- Videosektion selbst mit den teuren Upgrades kaum zu gebrauchen
- äußerst dürftige analoge Anschlussvielfalt
- kein PL2x bei DTS
- benötigt speziellen Adapter für den analogen Mehrkanaleingang

Für audiophil veranlagte 5.1 Anwender mit hochwertigen Lautsprechern ist der Amp5 eine klangliche Offenbarung.


Audionet Amp5, Preis 3990 Euro
5 Kanal-Endstufe; Kategorie: High-End
Preis-/Leistung: 
+ facettenreicher, transparenter Klang mit fantastischer Raumabbildung
+ Verarbeitung auf Top-Niveau
+ hochwertiger technischer Aufbau
+ kompaktes Gehäuse

- zwar gute Pegelfestigkeit, aber vereinzelte bieten manche Alternativen mehr
- nur 5 Kanäle, so dass 7.1 User noch etwas hinzukaufen müssen

Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:



Dieser AREA DVD High-End Test wurde durchgeführt mit Kabeln von:

Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:

 

Test und Text: hsh/LM

Redaktion: Lars Mette

zurück zu Seite 2: technischer Aufbau , Hörumgebung sowie Kombinationsempfehlung zurück zu Seite 1: Einleitung, Verarbeitung

HOME > HARDWARE-TESTS > ZURÜCK <