Test: Audionet Amp1V2 - die perfekte Stereo-Endstufe für alle Fälle ?

Dieser Artikel wurde auf PCs von Origen-AE verfasst.
(2.März 2009 -
Autor: Lars Mette )
Wenn eine AV-Anlage eine exzellente Klangqualität bieten soll,
müssen sämtliche klangtransportierenden Komponenten durchweg
auf hohem Niveau sein. Nur durch die Anwesenheit von guten
Lautsprechern oder Quellgeräten ist noch lange keine audiophile
Glückseligkeit garantiert, denn nur mit guten Endstufen gelangen
all die kleinen Feinheiten in das Klangbild, die den Unterschied
zwischen oberflächlicher Geräuscherzeugung und
emotional-berührender Authentizität ausmachen. Abgesehen
von tonalen Aspekten entscheidet der Leistungsverstärker
insbesondere über Präzision sowie Räumlichkeit, doch
auch die generelle Klangtransparenz und das Detaillierungsvermögen
wird entscheidend beeinflusst.

Anwender, denen klangliche Wohltaten auch ein etwas
höheres Investment wert sind, könnten diesbezüglich
Gefallen am Audionet Amp1V2 finden, der mit exakt 4.990 Euro gelistet
ist. Diese Stereo Endstufe wurde von der Bochumer Edelschmiede vor rund
3 Jahren auf Basis des überaus erfolgreichen Amp1 weiter
verfeinert und tritt mit dem Anspruch an, selbst für
Genießer eine klangliche Offenbarung darzustellen. Die 28
Kilogramm erlesener Bauteile verfügen zu diesem Zweck über
Audionet's neuester Ultra-Linear-Amplifier (ULA) Technologie,
die der Endstufe eine überragende Rückflussdämpfung
sowie messtechnisch nachweisbare Signalreinheit bescheren soll.
Außerdem verfügt das Gerät über eine
Korrekturstufe mit einer Echtzeitzeitlinearisierung, mit
der selbst kleinste Verzerrungen verhindert werden. Audionet
legt darüber hinaus sehr großen Wert auf ein magnetisch und
kapazitiv aufwändig optimiertes Schaltungslayout mit kurzen
Signalwegen. Zusätzlich zeichnet sich der Amp1V2 durch einen
Doppel Mono Aufbau aus und erzeugt mit zwei kraftvollen
Ringkerntransformaten bis zu 450 Watt Sinusleistung an 2 Ohm. Eine
ausgefeilte Kontrolleinheit mit Überwachung von
Gleichstromanteilen, Temperatur und Überlast, sorgt für
Betriebssicherheit und rundet die eindrucksvollen Tech-Specs ab. Unser
nachfolgender Test soll klären, ob der Amp1V2 auch klanglich zu
überzeugen vermag, wobei wir seine Fähigkeiten sowohl im
klassischen Stereo- wie auch Heimkinoeinsatz unter die Lupe nehmen
werden.
Verarbeitung/Design:
Audionet
Komponenten verkörpern eine äußerlich zeitlos-elegante
Ästhetik. Die klare, unmissverständliche Formensprache geht
keinen Designexperimenten nach. Auch der Amp1V2 ist in einer
klassischen Verpackung gehüllt, die hauptsächlich von
einer schlichten Frontplatte geprägt wird. Hierauf
befinden sich neben Hersteller- /Typbezeichnung lediglich noch
eine vertikale Rille, der Power-Button sowie eine blaue LED zur
Bereitschafts- und Fehleranzeige. Alternativ zu unserer Testversion mit
silberner Front bietet Audionet auch eine Ausführung mit schwarz
eloxierter Aluminiumplatte an. Die Standby-LED kann man sich in Rot bestellen.
Die massiven Frontplatten aus fein gebürstetem Aluminium stellen ein zentrales optisches Merkmal der
Designlinie dar. Audionet lässt diese Bauteile von einem spezialisiertem
Unternehmen anfertigen, welches durch Verzicht auf Altaluminium eine
hervorragende Zusammensetzung garantiert. Dadurch erreicht Audionet
eine homogene Oberflächenstruktur und kann seinen Kunden auch eine hohe
Farbreinheit bieten. Viele Arbeitsgänge werden traditionell in Handarbeit
gefertigt - wie beispielsweise die Veredelung des Schliffs. Abschließend erfolgt
ein aufwändiges Finish durch verschiedene Beiz- und Eloxierverfahren.
Bei Audionet hört eine High-End Verarbeitung nicht bei der
Frontplatte auf: sowohl Gehäusedeckel, als auch die seitlichen
Kühlrippen bestehen aus Aluminium. Ein Großteil
der Verschraubungen sind bündig eingelassen, außerdem
finden sich weder an Lüftungsschlitzen noch
Gehäuseübergängen scharfkantige Elemente. Die gesamte
Gehäusekonstruktion ist mikrofonieunempfindlich und resistent
gegen Luft- sowie Trittschall. Auf diese Weise wertet die hochwertige
Verarbeitung nicht nur die Optik, sondern auch die technischen
Aspekte auf.
Vier hochwertige Aluminiumstandfüße mit einer
Auflagefläche aus resonanzoptimiertem Kunststoff bieten dem
Amp1V2 ein solides Fundament. Die Füße sind
dabei relativ niedrig gehalten (ca. 1cm Höhe), so dass man
sie im HiFi-Rack kaum zu Gesicht bekommt. Die hochwertige
Verarbeitungsqualität von Audionet zeigt sich beim Blick auf den
Unterboden darüber hinaus noch in Form einer
besonders dickwandigen Bodenplatte sowie blitzsauberen
Übergängen zwischen den einzelnen Gehäuseelementen. Der
Endstufe merkt man förmlich aus jeder Pore das Streben nach
technischem Perfektionismus.
Der Blick auf die hinteren Regionen beweist, dass die Bochumer auch
der Rückseite viel Beachtung schenken. So bestehen die
Cinch- Terminals aus teflonisolierten, vergoldeten Buchsen
vom nahmhaften Anbieter WBT und sind felsenfest in der Rückwand
integriert. Sowohl die hochwertige Herkunft, als auch die mechanische
Stabilität lassen sich ebenfalls auf die Lautsprecherterminals
übertragen. Eine Öffnung für normale
Lautsprecherkabel hilft dabei, Kurzschlüsse zu vermeiden,
wobei auch Bananenstecker und Kabelschuhe sicheren Halt in den
leichtgängigen WBT-Terminals finden.
Fazit: optisch schlicht - technisch makellos. So lässt sich die
Verarbeitungsgüte und das Design des Amp1V2 wohl am besten
zusammenfassen. An der handwerklichen Umsetzung und der Materialauswahl
lässt die Bochumer Edelschmiede (wie gewohnt) nicht die leisesten
Zweifel aufkommen, wohingegen die puristisch geprägte Optik
unterschiedlich wahrgenommen werden kann. Manche Interessenten
wünschten sich für 5.000 Euro einen etwas dekadenteren
Auftritt, während Andere den stilsicheren Minimalismus sehr
begrüßen.
technischer Aufbau:
Als Basis für den Amp1V2 dient die Audionet-eigene
ULA-Schaltungstopologie (Ultra Linear Amplifier). Ursprünglich
für den medizinischen Bereich entwickelt, erreicht das
Gerätedesign selbst bei extremer Belastung eine messtechnisch
maximale Signalreinheit. Ein Grund dafür liegt in einer
einzigartigen Korrekturschaltung innerhalb der Treiberstufe, mit der
eventuelle Verzerrungen des nachfolgenden Leistungskreises in Echtzeit
linearisiert werden. Audionet bedient sich der SMD
Miniaturisierungstechnik, bei der
Signalwege auf das Minimum reduziert sind. Um eine
höchstwertigste Bauteilequalität bieten zu können,
greifen die Bochumer auf spezialisierte Zulieferer aus der
ganzen Welt zurück. Manche Bauteile lässt Audionet aus
Qualitätsgründen sogar individuell nach seinen eigenen
Vorgaben anfertigen, wie z.B. das Silikat-Material (Glimmer)
für bestimmte Kondensatoren. Desweiteren verfügt der
Amp1V2
über exklusive High Audiograde Elektrolytkondensatoren mit
einem Dielektrikum aus Seide, sowie strengselektierte
Hochstromfolienkondensatoren mit geringstem Verlustwinkel. Aus
klanglichen Gründen kommt bei der Innenverdrahtung eine
hochkarätige Gold-/Silberlegierung zum Einsatz. Laut Audionet
liefert der Amp1V2 pro Kanal 300 Watt Dauer-Sinus an 4 Ohm und
läuft auch bei 2 Ohm stabil mit bis zu 450 Watt.

Der Innenaufbau besticht mit teutonischer Ordnungsliebe, bei dem die
strikte Kanaltrennung schon auf dem ersten Blick offensichtlich
wird. Die Endstufenzüge befinden sich symmetrisch angeordnet
an der
rechten und linken Gehäuseseite, während die Netzteilsektion
dazwischen positioniert ist und daher sämtliche Komponenten auf
kurzem Weg mit Strom versorgen kann. In diesem Zusammenhang fällt
beim Amp1V2 die gleichermaßen reduzierte wie saubere
Innenverkabelung auf. Diesbezüglich sieht man dem Gerät das
Bestreben nach maximaler Effizienz bzw. Signalreinheit sogar schon mit
dem bloßen Auge an. Hinter der Frontplatte sitzen zwei
Ringkerntrafos übereinander, welche speziell für Audionet
hergestellt werden und jeweils 8,2 Ampere bei 42 Volt
generieren. Die elektrische Scheinleistung wird pro Stück mit 700 Voltampere angegeben.
Um Störeinflüsse gegenüber anderen Komponenten zu
eliminieren, sitzen die Trafos unter einer massiven Abdeckung. Exakt in
der Mitte des Gerätes befindet sich die Netzteilplatine, wo u.a.
auch die Spannungsgleichrichter sowie Sicherungen zu finden sind. Ein
kleines Kunststoff-Pad auf der Unterseite des Gehäusedeckels
stabilisiert die aufrechtstehende Netzteilplatine nochmal
zusätzlich, wobei mit diesem trickreichen Detail damit
gleichzeitig auch der Deckel gegen Vibrationen gewappnet ist. Die
Endstufentransistoren haben ihr zuhause auf der Rückseite und sind
mit breiten Schellen fest mit dem Gehäuse verankert. Eingangs- und
Differenzvorstufen werden mit einem eigenen kleinen Netzteil gespeist,
welches sich links neben dem großen Ringkerntrafo
befindet. Angesichts
des mustergültigen Aufbaus grenzt es fast schon an ein Sakrileg -
doch an einem Punkt müssen wir leider dennoch Kritik üben:
die spitz zulaufenden Kühllamellen der Verstärkerzüge
sind schlichtweg etwas zu dünn ausgefallen und können bei
ungünstiger Aufstellung anfangen leicht zu schwingen.
Dass die Endstufen auf extrem kurze
Signalwege optimiert sind, erkennt man anhand der eng zusammenliegenden
Cinch-Eingänge und Lautsprecherausgänge schon von
außen. Die Signale müssen nicht erst eine Odyssee durch das
halbe Gerät antreten und laufen somit nicht Gefahr, durch
Übersprecheffekte oder sonstige Störeinflüsse
verschlechtert zu werden. Ein weiterer Pluspunkt stellt die spezielle
Audionet ULA-Architektur dar, die einerseits keinerlei
klangschädigende Bauteile (Koppelkondensatoren, Spulen oder
Leistungsrelais) im Signalweg beinhaltet, während in der
Treiberstufe selbst kleinste Verzerrungen linearisiert werden.
Desweiteren achtete man auf extrem schnelle Schaltzeiten, die mit Hilfe
von insgesamt acht hochwertigen Power-MOSFETs (spezielle
Feldeffekttransistoren mit Metall-Oxid-Halbleiter) realisiert werden.
Durch viele kleine Detailverfeinerungen versprechen die Bochumer derart
schnelle Anstiegs- und Abfallgeschwindigkeiten, dass selbst der sehr
gute Vorgänger deutlich übertroffen wird. Im Höralltag
soll die verbesserte Flankensteilheit dabei helfen, Details noch klarer
auszuleuchten und dabei insgesamt stressfreier/souveräner zu
agieren. Durch den besonderen Aufbau der Endstufe soll das Gerät
laut Datenblatt in der Lage sein, Frequenzen zwischen 0
und aberwitzigen 300.000 Hertz exakt wiedergeben zu können.
Leider werden uns beim Hörtest weder Hunde noch Fledermäuse
mit ihrer Anwesenheit beglücken, doch wir hoffen dennoch auf
interessante Erkenntnisse in Bezug auf den immensen Wiedergabebereich
;-) Laut Audionet ist der extrem große
Übertragungsbereich Grundlage für eine bestmögliche
Verzerrungsfreiheit, Geschwindigkeit und Linearität innerhalb der
direkt hörbaren Frequenzen, während schmalbandigere
Mitbewerber regelmäßig mit diesbezüglichen
Einbußen zu kämpfen haben.
Als Stromspeicher besitzt die Amp1V2
4 gigantische Kondensatoren mit einer Siebkapazität von
insgesamt 188.000 Mikrofarad. Dieser Speicher
wird benötigt wenn der tatsächliche Energiebedarf
größer als die maximalen "on-the-Fly"
Stromlieferfähigkeit des Netzteils ist. Obwohl die
Endstufe zweifellos bereits über eine potente Netzteilsektion
verfügt, haben ihr die Entwickler einen extrem
großzügig dimensionierten Stromspeicher verpasst, damit bei
Dynamikspitzen, hohen Pegeln oder tiefen Frequenzen zu jedem Zeitpunkt
eine absolut konstante Stromversorgung vorliegt. Wie
beeindruckend jene Dimensionierung ist, zeigt der Vergleich
zum Denon AVC-A1HD
(AV-Bolide im Wert von ca. 6.500 Euro),
der für das gesamte Gerät (inkl. 10 Kanal Endstufe) eine
Kapazität von 66.000 Mikrofarad aufweist. Selbst wenn wir die
komplette Vorstufensektion außer Acht lassen, würde die
Amp1V2 im Direktvergleich pro Kanal 14-fach(!)
größere Ressourcen besitzen. Mit dieser Kapazität
im Nacken, sollten die Audionet Endstufe selbst unter extremen
Bedingungen
jede Hörsituation locker meistern.
Für den Hörer bedeutet das: präzise
Bässe, ungetrübte Dynamik und eine luftige Wiedergabe im
restlichen Frequenzbereich. Leistungsschwächere Verstärker
laufen hingegen Gefahr, membranschädigende Verzerrungen bei
hohen Pegeln zu produzieren. Deswegen stellt eine kraftvoll
ausgelegte Endstufe, wie die Amp1V2, die beste Lebensversicherung
für hochwertige Schallwandler dar. Darüber hinaus erweist sich
der Amp1V2 sowieso als sehr behutsamer Zeitgenosse, da er
über Schutzschaltungen
für HF, DC, Übertemperatur und Überlast verfügt.
Codierte Blinksignale der Front-LED informieren den Anwender über
die jeweilige Störung, was bei unseren provozierten Fehlern
zuverlässig funktionierte.
Wahre Schönheit kommt eben doch von
Innen: von der Materialschlacht unter dem Gehäusedeckel ahnt der
Laie angesichts der eher spärlichen Schnittstellenbestückung
eher wenig. Auf doppelte Lautsprecherterminals hat man im Hause
Audionet verzichtet und auch XLR-Eingänge sucht man vergebens.
Immerhin: gegen einen geringen Aufpreis kommt der Amp1V2 anstelle der
Cinch-Buchsen auch mit XLR-Ports inklusive hochwertigen
Desymmetrierern. Die zwei optischen Digitalanschlüsse über
dem Netzstecker dienen zum Fernein-/ausschalten im Zusammenspiel mit
anderen Audionetkomponenten.
Fazit:
Natürlich sind 5.000 Euro viel Geld für eine Endstufe,
zumal es durchaus befremdlich erscheinen kann, dass ein kleiner 28
Kilo Kasten mit Elektronik genauso viel kostet, wie mancher Gebrauchtwagen.
Doch im Gegensatz zu manch rostbedrohtem Vehikel darf man sich beim
Amp1V2 über technischen Perfektionismus der obersten
Güteklasse erfreuen: kurze Signalwege, Mono-Layout, kraftvolle
Stromversorgung und gigantische Leistungsreserven stellen nur die
Grundpfeiler einer Architektur dar, die von aufwändig optimiertem
SMD-Platinen, höchstwertigen Bauteilen und der
Echtzeitlinearisierung auf ein konkurrenzloses Level gehievt wird. Es
ist nicht schwer, andere High-End Endstufen für 5.000 Euro zu
finden, die laut Datenblatt noch mehr Leistung aus den Leiterbahnen
schütteln, oder optisch imposanter wirken, doch in Bezug auf
das technische Engineering entpuppen sich fast alle Mitbewerbermodelle
schlichtweg als Relikte aus der Hifi-Steinzeit.
Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung (Herstellerangaben)
| Modellbezeichnung/Preis |
Audionet Amp1 V2 / 4.990 Euro |
| Aufbau |
Stereo-Endstufe im Dual Mono Layout |
| Signalanschlüsse |
2x Cinch Line In
2x Lautsprecheranschluss |
| Leistung |
2x 300 Watt an 4 Ohm |
| Besonderheiten |
Echtzeitlinearisierung von Verzerrungen
DC-Kopplung ohne Kondensatoren oder Spulen im Signalweg
keine Relais im Ausgangskreis
Schutzschaltung für HF, DC, Übertemperatur und Überlast |
| Abmessungen |
43 x 17,5 x 31,5 cm (B,H,T) |
| Gewicht |
28 Kilogramm |
Testumgebung:

Als Lautsprecher fungieren ein Paar Isophon Arabba mit
Diamanthochtöner. Die schwäbischen Referenzschallwandler
zeichnen sich durch eine Detailfertigkeit auf höchstem Niveau aus,
was an der Kombination aus hauchdünnen Hartmembranen und der
einzigartigen Frequenzweichentechnologie liegt. Die räumliche
Darstellung erfolgt mit holografischer Präzision, wobei zur vollen
Leistungsentfaltung hohe Ansprüche an die Elektronik gestellt
werden. Unsere Arabbas verfügen
über verfeinerte Frequenzweichen sowie
keramikbestückte Sandwich Basstreiber, die im nächsten
Modelljahr auch bei Seriengeräten Einzug erhalten werden. Damit
sind auch Belastungstests bei einer solch kräftigen Endstufe
wie der Amp1V2 einigermaßen gefahrlos möglich. Um die
Endstufe aber auch mit anderen Schallwandlern kennenzulernen, kamen
zusätzlich noch die Chelys von ASW, sowie ein Paar PL300 aus dem
Hause Monitor Audio zum Einsatz.
Natürlich würde die Endstufe
ohne weitere Elektronik allein auf weiter Flur stehen. Um
Beeinträchtigung durch Vorstufe und Quellgeräte
auszuschließen, greifen wir zu unseren diesbezüglichen
Referenzgeräten. Im Fall der Stereo-Vorstufe kommt diese ebenfalls
aus dem Hause Audionet und trägt die schlichte Bezeichnung PreG2.
Der technische Aufwand könnte höher kaum noch ausfallen und
sorgt für zweikanalige Klangeigenschaften an der Grenze zur
Perfektion. Als Quellgerät fungiert eine edle
Laufwerks-/Wandlerkombination von Accustic Arts, die ihre Komponenten
ebenfalls auf maximale Klangreinheit sowie Informationsdichte versehen
haben. Für die Surroundtests greifen wir auf Cinemike-getunte
Denon A1-Geräte zurück.
Speziell bei Geräten der hier vorliegenden Güteklasse können wir gar nicht
oft genug betonen, wie wichtig es ist, sich der Raumakustik intensiv zu widmen.
Deswegen haben wir unser Baden-Württemberg
Referenzstudio
umfangreich akustisch optimieren lassen. Schließlich wäre es
ja absolute Verschwendung, die klanglichen Tugenden der Amp1V2
nicht auszuschöpfen, weil Echos und Reflexionen den Klang
trüben. Aufgrund der Komplexität dieser
Thematik, möchten wir Interessenten an dieser Stelle anraten,
nicht am falschen Ende zu sparen. Lassen Sie sich am besten einen
Raumakustiker zu Ihnen nach Hause kommen. Auf diese Weise ist
sichergestellt, dass die akustischen Maßnahmen auch
maßgeschneidert passen und zum vollendeten Hörgenuss
beitragen.
Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der Übersicht:
AREADVD Baden-Württemberg arbeitet hauptsächlich mit Kabeln von: Mogami (Lautsprecher),
German High-End (NF), Silent-Wire (HDMI), Supra (Subwoofer-XLR) und Audionet (Netzkabel).
Das Referenzstudio wurde von der Firma RTFS akustisch optimiert.

Höreindrücke:

Audionet-Komponenten wie der oben abgebildete PreG2 sind für uns feste Referenzen.
Vorab ein offenes Wort: uns ist bewusst, dass Audionet-Produkte in
(fast) sämtlichen Testberichten extrem gelobt werden und sich die
Redakteure mit Lobeshymnen und Superlativen gegenseitig mit jedem
neuen Bericht übertreffen. Hiervon möchten wir unsere
Berichterstattung nicht ausnehmen, denn auch wir waren bislang von
allen Audionet Geräten restlos begeistert und haben dies
entsprechend kundgetan. Angesichts solcher Erfahrungen entsteht
einerseits zwar eine hohe Erwartungshaltung, doch auf der anderen Seite
ist eine gewisse Voreingenommenheit natürlich auch nicht von der
Hand zu weisen. Wir möchten nicht leugnen, dass
Höreindrücke immer(!) subjektiver Natur sind, doch wir haben
uns mit Hilfe von Blindtests und Gast-Hörern große Mühe
gegeben, faire und ehrliche Klangbeschreibungen zu erhalten. Damit Sie
nicht zum fünfzigsten Mal lesen müssen, wie ein begeisterter
Redakteur anhand von einschläfernder "Heulbojenmusik" seiner
Begeisterung Ausdruck verleiht, müssen Diana Krall und Co. heute
mal im CD-Regal verharren und für Musik weichen, die nicht
hauptsächlich von Herren im gesetzten Alter konsumiert wird.
In Bezug auf den akustischen Grundcharakter macht der Amp1V2 schnell
deutlich, dass er sich an der typischen Audionet Klangphilosophie
orientiert und deren Eigenschaften in seiner Preisklasse noch
weiter
verfeinert. Schönzeichnerische Attituden bzw. interpretatorische
Eingriffe kennt die Endstufe schlichtweg nicht. Ihr ganzes Augenmerk
richtet sich auf eine signalgetreue Verstärkung der eingehenden
Signale. Während manche Hersteller diese Zielsetzung primär
in der Realisierung einer tonalen Balance als erledigt betrachtet,
merkt man dem Amp1V2 in jeder Sekunde an, dass sich die
Audionet-Entwickler ein weitaus größeres Pflichtenheft bei
der Feinabstimmung auferlegt haben. Der Bochumer Edelverstärker
spielt daher nicht nur absolut linear, sondern erweist sich auch
hinsichtlich Klangdetaillierung, Präzision, Dynamik und
Räumlichkeit als Musterbeispiel für audiophile Perfektion.
Obwohl wir in unserer Redaktion auch schon viele (weitaus) teurere
Verstärker kennengelernt haben, liefert der Amp1V2 durch seine
Auflösungsgabe und Lebendigkeit mit die beste
Performance, die wir jemals in unseren vier Wänden gehört
haben. Wer den Amp1V2 in einer guten Kette kennenlernt, wird mit
sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon überzeugt sein, den
klanglichen Zenit in der Welt der Verstärker erreicht zu haben.
Warum dies so ist - und wie man sich die Faszination vorstellen kann,
möchten wir Ihnen anhand einiger Musikbeispiele vermitteln:

"Master
of the Winds" ist eine der eindrucksvollsten Balladen, die die
Heavy Metal Welt je hervorgebracht hat. Der orchestrale Gesang
und die antreibend-einsetzenden Refrainelemente ergänzen sich
zu einem beeindruckendem Spannungsbogen, zumal der Song auch
produktionstechnisch begeistert. Bedingt durch die Instrumentierung,
spielt sich das akustische Geschehen hauptsächlich im oberen und
unteren Bereich der Frequenzskala ab. Durch seine ehrliche,
unverfälschende Auslegung verhindert der Amp1V2 eine tonale
Schieflage und präsentiert die selbsternannten Kings of Metal sehr
ausgewogen. Speziell im High-End Bereich ist oft zu beobachten, dass
selbst eine leichte Hochtonbetonung ausreicht, um die wenigen Elemente
im Mitteltonbereich verhältnismäßig stark in den
Hintergrund zu drängen. Bei basslastigen Komponenten fehlt
hingegen immer das letzte Quäntchen an Präsenz, so dass
die Gesamtwiedergabe nicht die notwendige Offenheit und
Weitläufigkeit vermitteln kann. Beim Amp1V2 gefällt uns
außerdem, dass er keine Präferenzen hinsichtlich des
Detaillierungsniveaus hegt, sondern in allen Frequenzbereichen mit
einer bestechenden Auflösungsgabe zu Werke geht. Die einzelnen
Klavieranschläge des Intros setzt die Endstufe in Bezug auf
Feindynamik, Klangfarbe und Nachschwingverhalten nicht minder
feinsinnig und treffsicher um, als die Flöten-, Trompeten- und
Glockenspielelemente im Hochtonbereich. Diesbezüglich fasziniert
uns speziell die sensible Einflechtung der Geigen im
Refrain-Hintergrund, mit dem der Song nochmal deutlich an Tiefe und
Substanz gewinnt. Die Gesangswiedergabe besticht neben einer
körperhaften Mittenortung durch vokale Akzentuierungen auf
höchstem Niveau. Die, bei diesem Track besonders kritischen
S-Lauten und Vokale, zeigt die Ausgeglichenheit der Endstufe in
beeindruckendem Maße, da hier weder mit zusätzlicher
Seidigkeit oder aufdringlicher Schärfe agiert wird. Ihr gelingt
daher das Kunststück, selbst im Prägnanzbereich mit
höchster Auflösung zu modellieren ohne dabei aufdringlich
bzw. nervig zu klingen. Erfreulicherweise negiert die Endstufe
trotz ihrer
Detailversessenheit niemals den Gesamtfluss der Musik und
verströmt zu keinem Zeitpunkt ein analytisch geprägtes
Klangbild. Dieser Umstand ist hauptsächlich durch zwei Faktoren
begründet: zunächst gelingt dem Amp1V2 auch ohne
übertriebene Strahlkraft im Hochtonbereich eine
feinzeichnende Detailausleuchtung, außerdem sorgt die
Endstufe durch ihre famose Klangdynamik für eine besonders
lebendige Wiedergabecharakteristik. Außerdem entpuppt sich der Amp1V2 bei den brachialen
Paukenschlägen (z.B. bei Laufzeit 3:24 min.) auch als Meister der
Basswiedergabe. Wir
hatten teilweise schon Angst um unsere teuren Keramikchassis, als die
Endstufe ohne jegliche Scheu selbst bei knapp 20 Hertz mit
unvermindertem Nachdruck zur Sache bittet und den Hörraum beben
lässt. Durch die explosive einsetzende Grobdynamik und einer
Präzision auf Weltklasseniveau unterstreicht diese Endstufe ihren
Ausnahmestatus und distanziert sich deutlich vom Großteil ihrer
zartbesaiteten Mitbewerber, die spätestens bei höheren Pegeln
ihrer sanftmütigen Auslegung Tribut zollen müssen und
klanglich aufweichen. Fazit: die exzellent ausbalancierte Audionet
Endstufe kommt mit dieser Heavy Metal Ballade ausgezeichnet zurecht.
Die famose Detaillierung sämtlicher Instrumente, die felsenfeste
Basswiedergabe und die hochdynamische Spielweise machen aus einer
unscheinbaren Manowar-CD ein wahres Fest für Freunde epochal
umgesetzter Klänge.
Die Hymnen des kürzlich verstorbenen King of Pop hat wohl Jeder
schon mindestens ein paar hundert Mal gehört, aber wohl nur
die Wenigsten kennen diesen Ausnahmesänger in
Audionet-Qualität. Man muss wahrlich kein Michael Jackson Fan
sein, um seine künstlerische Genialität (besonders seiner
früheren Werke) anzuerkennen, besonders wenn eine High-End Anlage
sämtliche musikalischen Facetten offenlegt. Mit dem Amp1V2 wird
der berühmte Song "Billy Jean" zu einem unvergesslichen
Ereignis: die hohe Differenzierungsgabe lässt Schlagzeug sowie
Bassgitarre direkt ab dem Intro in neuem Glanz erstrahlen und
liefert ein druckvolles, rhythmisches Fundament von dem das komplette
Lied profitiert. Wo man bisweilen oft nur den Eindruck eines
undefinierten Klangteppichs vermittelt bekam, gelingt es dem Amp1V2
jeden einzelnen Beat bzw. Zupfer klar zu konturieren. Insbesondere die
hierbei realisierte Dynamikdifferenzierung sorgt für einen
Zugewinn an musikalischer Information. Dem Amp1V2 gelingt es
währenddessen, die Hi-Hats und Rasseln im Hintergrund derart fein
aufzulösen, dass sich die unterschiedlichen Effekte/Abmischungen
auf den beiden Kanälen heraushören lassen. Hierdurch ergibt
sich automatisch eine sehr weitläufige, umspannende
Bühnenabbildung mit extrem hoher Ortungsschärfe. Generell
fällt beim Amp1V2 auf, dass er diesen Song in faszinierender Weise
regelrecht auffächert und dabei jede einzelne Klangebene sehr
luftig und locker präsentiert. Das Detailreichtum und die hohe
Klangkultur bringen auch die charakteristischen Fingerschnipser
exzellent zur Geltung. Die choralen Refrainelemente klingen
ausgesprochen vielstimmig und weisen eine hohe Klangfarbenvielfalt auf.
Von großer Güte ist auch in diesem Fall wieder die erzeugte
Räumlichkeit, da eine große Anzahl gleichzeitig spielender
Elemente in verschiedenen horizontalen Positionen in fast schon
greifbarer Manier umgesetzt werden. Als Nebeneffekt des
weitläufigen Panoramas mit exzellenter Abbildungsgenauigkeit, baut
der Amp1V2 eine enorme Klangtiefe auf. Der Raum scheint beim Hören
förmlich über seine physikalischen Abmessungen
hinauszuwachsen. Der Sänger erscheint daher
körperlich auf einer Bühne inmitten der Lautsprecher zu
stehen, wobei die prosperierende Diktion dafür sorgt, dass man
sich kaum eine lebensechtere Reproduktion vorstellen kann:
sämtliche Atemgeräusche sind bis ins Feinste
heraushörbar und auch die Charakteristiken seiner stets leicht
vibrierenden Stimme wird in einem bestaunenswertem Umfang umgesetzt, so
dass das Spiel zwischen sanftmütig und aggressiv
gesungenen Passagen schlichtweg grandios zur Geltung kommt. Fazit:
die enorme Klangtransparenz und Durchzeichnung verleihen oft
gehörten Titeln einen neuen Glanz und sorgen (natürlich nur
mit entsprechend geeigneten Lautsprechern + Raum) zusammen mit einer
holografisch anmutenden Räumlichkeit für eine emotionale
Ansprache, der sich kaum jemand entziehen kann. Der
"Feuchte-Augen-Faktor" liegt beim Amp1V2 definitiv bei 100 Prozent.
Zugegeben: die elektronische Industrial-Musik von Agonoize
zählt
definitiv nicht zur massenkompatiblen Berieselung, die
tagein-tagaus über die Radiosender auf die Menschheit losgelassen
wird. Zum Testen von High-End Equipment sind die Werke der Berliner
Underground-Band jedoch exzellent geeignet, da sie eine famose
Abmischungsqualität besitzen, durch ihre Bassgewalt sehr viel
Energie abverlangen und darüber hinaus auch in Bezug auf die
Geschwindigkeit sehr hohe Ansprüche an eine erstklassige
Wiedergabe stellen. Die extrem brillant abgemischten Hochtoneffekte
entlocken dem Amp1V2 eine Hochtonauflösung der absoluten
Extraklasse. Speziell beim Intro von "xx" liefert der Audionet
Verstärker einen beeindruckenden Informationsreichtum, ohne
dabei auch nur ansatzweise von seiner Leichtfüßigkeit
abzuweichen. Völlig unbeeindruckt vom restlichen Klanggeschehen
modelliert der Amp1V2 wieselflink selbst die
wildesten Hochtoneffektsequenzen heraus, während
gleichzeitig stampfende Beats für Dancefloor-Feeling sorgen.
Erfreulicherweise bleibt die Endstufe selbst bei diskoähnlichen
Pegeln ihrem Charakter treu: das Bassvermögen hinsichtlich des
differenzierten Impulsverhaltens sowie Nachdrucks bleibt auf
hohem Niveau und auch im Mitteltonbereich legt der Amp1V2 seine
audiophile Klangkultur nicht ab. Im Vergleich zu preislich
vergleichbaren Stereoendstufen ist das Maß an Pegelfestigkeit als
sehr hoch einzustufen. Insbesondere im Umgang mit schwierigen
Lautsprechern (niederohmig, phasenkritisch) gehört der Amp1V2 zur
absoluten Elite und kann sogar etliche nominell stärkere
Kontrahenten auf die Plätze verweisen. Wer bei extremen Pegeln
auch das letzte Quäntchen Kontrolle und Dynamik auf seine Lautsprecher
(bzw. Gehör) loslassen möchte, muss lange suchen, um den
Amp1V2 übertreffen zu können und wird am ehesten bei
leistungsstarken Monoblöcken der Luxusklasse fündig. Selbst
für die Riege anspruchsvoller "Lauthörer" reichen die
Pegelreserven des Amp1V2 für 99% sämtlicher
Anwendungsfälle locker aus. Abgesehen von der exzellenten
Klangqualität bei hohen Lautstärken zeichnet sich der Amp1V2
bei unserem Musikbeispiel noch durch ein ungemein treffsicheres
Timing aus. Basierend auf dem genretypischen 4/4 Takt gelingt dem
Verstärker das punktgenaue Betonen der 6- und 8/8 Effekte absolut
makellos und flüssig. Unabhängig davon, in welchen
Frequenzbereichen die Klangelemente beheimatet sind - sie werden stets
im richtigen Zeitfenster in die Gesamtwiedergabe eingeflossen.
Ähnlich wie wir es schon bei den beiden vorangegangenen
Musikbeispielen festgestellt haben, ergibt sich dadurch eine druckvolle
Wiedergabe sowie eine famose Raumdarstellung. Fazit: wenn
Dancefloor-Effekte in greifbarer Form durch den Hörraum schnellen,
der Bassdruck im Bauch kitzelt und der hohe Lautstärkepegel zu
nachbarschaftlichen Diskrepanzen führt, wird einem klar, dass der
Amp1V2 auch die martialische Gangart bestens beherrscht.

Nachdem wir uns bereits mit den Kings of Metal und dem King of Pop
befasst haben, machen wir nun das Trio komplett und widmen uns dem
unsterblichen Elvis Presley. Damit das Ganze auch
standesgemäß vonstatten geht, greifen wir dieses Mal
ausnahmsweise mal zu einer Schallplatte. Dafür hat uns Audionet
den High-End Phonovorverstärker PamV2 zur Verfügung gestellt.
Zusammen mit dem PreG2 und dem Thorens TD350 Plattenspieler erweisen
sich PamV2 und der Amp1V2 als wahre Vinyl-Meister. Wir haben bislang
noch nie solch eine detailreiche Analogkost zu hören bekommen.
Beim Track "Hound Dog" begeistert uns die Kombi mit einer luftigen
Durchzeichnung, die rein gar nichts mit typisch muffigem
Vinyl-Sound gemeinsam hat. Auch in Bezug auf Dynamik und
Raumdarstellung brennt das Audionet-Trio ein wahres Klangfeuerwerk
ab. Sicherlich wird hier systembedingt nicht die Detailausleuchtung
einer gut aufgenommenen CD erreicht, doch dafür setzen die
Geräte den warmen/analogen Beigeschmack in seiner vollen
Verführungskunst um: der Kontrabass ertönt satt und
vollmundig aus den Tieftönern, während die detaillierte
Gesangswiedergabe sowohl seine breite breite Stimmfärbung als auch
die typischen Charakteristiken der damaligen Mikrofone (leicht kratzig
bzw. übersteuernd) in überragender Form einfängt.
Gegenüber den bislang von uns verwendeten (hauptsächlich
günstigeren) Phono Vorverstärkern spielt sich der PamV2 aber
auch durch eine wesentlich bessere Instrumentaltrennung in unsere
Herzen. Fazit: ursprünglich haben wir den PamV2
primär aus reiner persönlicher Neugier kennenlernen
wollen. Doch nachdem dieses flache Gerät unser Studio zum
Rockabilly-Tempel gemacht hat, sind wir der Vinyl-Faszination erlegen
und haben uns stundenlang mit viel Freude mit unvergänglichen
Klassikern der Musikgeschichte beschäftigt. Fazit: Manche
Werke (z.B. die Alben der Beatles oder von Led Zeppelin) muss
man als audiophiler Genussmensch einfach auf Platte genießen, wo
sich der PamV2 als wahrer Glücksgriff erwiesen hat und vom Amp1V2
in perfekter Manier Unterstützung bekommt.
Zu guter Letzt machen wir nochmal eine komplette Kehrtwende und
checken, wie sich der Amp1V2 als Endstufe an einem normalen
Mittelklasse AV-Receiver (in unserem Fall: Denon AVR-4810) mit Blu-Ray
Medien schlägt. Die hohe Klangqualität des
Zusatzverstärkers ist sofort eindeutig hörbar. So bringt z.B.
die Ankunftssequenz der Transformer (Teil 1) beim Geigenspiel auf den
äußeren Frontkanälen eine wesentlich (!) höhere
Auflösung zu Tage und spielt auch dynamisch zwei Klassen
höher. Da sich auch das Klangbild deutlich besser von den
Lautsprechern löst, kann man in diesem Fall definitiv von einer
glasklaren Verbesserung sprechen. Hier zeigt sich (wieder einmal), dass
sich speziell bei modernen AV-Receivern immer mehr die
Endstufen als limitierender Baustein erweisen. Durch den Wegfall der
internen Verstärkung für die Frontkanäle atmet der Denon
Receiver regelrecht auf und klingt sogar auf den anderen Kanälen
impulsiver bzw. gelöster. Trotzdem ist der qualitative Unterschied
zwischen Amp1V2 und internen Endstufen immer noch so groß, dass
bei langsam fließenden Effektschwenks mitunter große
Unterschiede auffallen. Der AVR-4810 spielt zum
Beispiel bassbetonter, während der Amp1V2 druckvoller,
schneller und präziser zu Werke geht. Am deutlichsten fällt
dieser Umstand beim Banküberfall von "Batman - The Dark Knight"
auf, wo die Unterschiede bei der Umsetzung des Bassteppichs an einigen
Stellen fast schon größer ausfallen wie zwischen
verschiedenen Lautsprecherklassen! Mit zunehmenden Pegeln setzt sich
die Audionet-Endstufe immer weiter ab und rennt dem AV-Receiver in
Bezug auf Kraftentfaltung und Dynamik noch weiter davon. Fazit:
Angesichts der Tatsache, dass der Denon AVR-4810 bereits zu den
besseren Geräten seiner Art gehört, brauchen wir wohl keine
weiteren Worte über das Klangverhältnis zwischen dem Amp1V2
und typischen Mittelklasse AV-Receivern verlieren. Und da sich selbst
beim Kurztest mit einem Pioneer SC-LC90 Boliden (ca. 7.000 Euro) auch
kein grundlegend anderes Kräfteverhältnis offenbarte,
können wir den Amp1V2 grundsätzlich als wirksame Medizin
für müde Heimkinos empfehlen.
Fazit:

Diese 28 Kilo können Ihr akustisches Leben für immer
verändern. In einer hochwertigen Kette (insbesondere
natürlich auch die Raumakustik) vermag der Audionet Amp1V2 fast
schon Wunder zu vollbringen, indem er Musik- und Filmaufnahmen durch
authentisch-wirkende Klangqualität ungeahnte Vitalität
einhaucht. Die Kombination aus tonaler Ehrlichkeit, feindynamischer
Akkuratesse und dem Streben nach maximaler Klangdetaillierung
macht die Audionet-Endstufe zu einer vortrefflichen Wahl für alle
audiophilen
Genusshörer. Anwender mit dem Wunsch nach einer messerscharfen
Bühnenabbildung werden den Moment ebenfalls nie
bereuen, wo sie das unscheinbare Audionet-Paket über die
Türschwelle getragen haben. Angesichts der kaum verbesserbaren
Bassdifferenzierung bzw. -präzision und Pegelfestigkeit kommen
auch Heimkinofreunde in den Genuss neuer Klangsphären. Einzig bei
effektorientierten Anlagen (bzw. Hörern) könnte die
grundehrliche Amp1V2 als zu unspektakulär empfunden werden, zumal
die Audionet-Endstufe weder schönschminkende noch
fehlerverzeihende Attribute für sich beanspruchen kann. Wer sich
nicht zu diesem Personenkreis zählt und Ambition hegt, in die
audiophile Championsleague aufzusteigen ist mit einem Hörtermin
beim nächstgelegenen Audionet-Händler sehr gut beraten. Unter
Einbeziehung des technisch in großen Teilen konkurrenzlosen
Perfektionismus würde
man fast schon fahrlässig handeln, den Amp1V2 außer Acht zu
lassen. In Anbetracht der klanglichen Leistungen sind die aufgerufenen
5.000 Euro derart günstig, dass sogar die größeren
Audionet Endstufen mehr unter Druck gesetzt werden, als es der Audionet
Geschäftsführung lieb sein kann. Wir kennen derzeit
keine preislich vergleichbare Stereoendstufe, die in diesem
Preisbereich auf einem vergleichbaren Niveau angesiedelt ist und
deswegen gibt es von unserer Seite
eine glasklare Empfehlung !
Audionet's Amp1V2 erweist sich als Universalgenie
und beherrscht sämtliche Facetten der Klangwiedergabe
mit Bravour. Der hohe technische Aufwand schlägt sich
in absolut überlegenen Klangeigenschaften nieder,
die in der vorliegenden Preisklasse Ihresgleichen suchen.
Preis-/Leistungs Highlight im High-End Bereich !

Audionet Amp1V2
Stereo Endstufe, Preis 4.990 Euro
Kategorie: High-End
Test: 2.März 2010
Website des Anbieters. www.audionet.de
Unser Partner für hochwertige
Audiomöbel:
Text:
Lars Mette
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