Sie suchen das i-Tüpfelchen für Ihre Anlage? Sie wollen
auch die letzten Klangreserven aus ihren Medien ausschöpfen,
um
sich einer größtmöglichen
Authentizität zu erfreuen? Wenn Sie zwei Mal mit dem Kopf genickt haben und zudem auch vor etwas
größeren Investitionen nicht scheuen,
könnte Ihnen
unser nachfolgender Testbericht gefallen, in dem wir uns mit einer der
ausgeklügelsten Endstufen befassen, die man hierzulande im
High-End Segment antrifft.
Das Modell Amp aus dem Hause Audionet ist als Monoblock konzipiert,
verlangt einen Obolus von knapp 4.000 Euro (pro Stück) und ist
bis
zum Deckel mit vielversprechender Technik gefüllt. Die
bekannte
Edelschmiede aus Bochum verspricht konstruktive Meisterleistungen bis
in die kleinsten Details (z.B. Echtzeitkorrektur für
Verzerrungen,
Konfiguration via Display), deren komplette Aufzählung den
Rahmen
dieser Einleitung sprengen würde. Auf rund 22 Kilogramm haben
die
Entwickler ihr gesamtes Know-How einfließen lassen, damit die
"Amp" sowohl klanglich als auch hinsichtlich der
Verstärkungsleistung (bis zu 750 Watt an 1 Ohm soll sie
problemlos
liefern) als absolut kompromisslos anzusehen ist. Wir werden die "Amp" dahingehend überprüfen und
anschließend Quervergleiche zu ihren
Geschwistern
anstellen. Da wir in unserer Redaktion seit Jahren mit
Audionet-Endstufen arbeiten, kennen wir das komplette Portfolio und
möchten Ihnen vermitteln, wie sich die
Modelle voneinander
unterscheiden bzw. welche Endstufen für bestimmte
Konstellationen
aus Raum, Lautsprecher und Pegel sinnvoll sind. Unser
Anwendungsschwerpunkt liegt dieses Mal im Heimkino-/Mehrkanalbereich,
so dass wir den Endstufenvergleich um entsprechende
Kombinationsempfehlungen sowie Praxiserfahrungen ergänzen.
Verarbeitung:
Audionets Amp verkörpert die typische Firmendesignphilosophie mit zeitlos-eleganter Ästhetik und
vollendeter Handwerkskunst bis ins Detail. Die klare,
unmissverständliche Formensprache geht keinen
Designexperimenten
nach. Als Bedienelement dient ein zentraler Knopf, während die
Betriebszustände über das Display angezeigt werden.
Bei den
Farbvarianten darf der angehende Audionet-Besitzer sowohl
hinsichtlich der Frontplatten (schwarz oder silber) als auch den
Displays (rot oder blau) seine präferierte Colorierung
auswählen. Die schwarzen Seitenteile (zzgl. Deckel) sowie die
silberfarbenen Standfüße sind davon nicht betroffen
und
behalten bei allen Amps ihre Farbe.
Die massiven Frontplatten stellen ein zentrales optisches
Merkmal der Designlinie dar. Audionet lässt diese Bauteile von
einem spezialisiertem Unternehmen anfertigen, welches durch
Verzicht auf Altaluminium eine hervorragende Zusammensetzung
garantiert. Dadurch erreicht Audionet eine homogene
Oberflächenstruktur und kann seinen Kunden eine hohe
Farbreinheit bieten. Viele Arbeitsgänge werden traditionell in
Handarbeit gefertigt - wie beispielsweise die Veredelung des Schliffs.
Abschließend erfolgt ein aufwändiges Finish durch
verschiedene Beiz- und Eloxierverfahren.
Bei Audionet hört
eine High-End Verarbeitung nicht bei der Frontplatte auf: sowohl
Gehäusedeckel, als auch Seitenteile bestehen aus massivem
Aluminium. Sämtliche Verschraubungen sind
bündig eingelassen, außerdem finden sich weder an
Lüftungsschlitzen noch
Gehäuseübergänge scharfkantige Elemente. Die
gesamte Gehäusekonstruktion ist mikrofonieunempfindlich und
resistent gegen Luft- sowie Trittschall. Auf diese Weise wertet die
hochwertige Verarbeitung nicht nur die Optik, sondern auch die
technischen Aspekte auf.
Von hervorragender Güte präsentiert sich
auch das implementierte Gerätedisplay. Die klar ablesbare
Schrift erstreckt sich über 2 Zeilen und wird mit Hilfe eines
leuchtkräftigen Vakuum-Fluoreszenz-Displays illuminiert. Wem
dies zu hell ist, darf den gewünschten Grad an
Intensität in 4 Stufen auswählen. Hierbei ist auch
sogar eine komplette Abschaltung der Anzeige bei Vorverstärker
und Endstufen möglich, bei Bedienvorgängen oder
speziellen Ereignissen blendet die Anzeige für ein paar
Sekunden auf, und schaltet anschließend wieder ab. Alternativ
ist das Display auch in rot bestellbar.
Der Blick auf die hinteren Regionen beweist, dass die Bochumer
auch den verborgenen Elementen viel Beachtung schenken. So bestehen
sämtliche Anschlussterminals aus teflonisolierten
Chinchbuchsen vom namhaften Anbieter WBT und sind felsenfest in der
Rückwand integriert. Dasselbe gilt auch für das dicke
Voll-Aluminiumgehäuse, welches mit bündig versenkten
Inbus-Schrauben befestigt wird.
Dasselbe Maß an handwerklicher Perfektion findet
sich auch im
Inneren des Gehäuses wieder, wo jedes einzelne Bauteil mit
einer
sorgfältigen Integration glänzen kann. So sind
sämtliche
Platinen sowie Kabel tadellos verlegt bzw. integriert - hier klappert
oder schwingt absolut nichts. Und selbst bei Details wie den
Befestigungsschellen für die beiden großen
Elektrolytkondensatoren, oder den Gewinden für die
Gehäusedeckelverschraubung glänzt das Gerät
mit absolut
soliden Lösungen ohne jegliches "Low-Cost-Feeling". Sicherlich
darf man dieses Level an Verarbeitungsqualität in der
vorliegenden
Preisklasse durchaus erwarten, doch speziell bei den kleinen Feinheiten
(zB. Materialstärke
Gehäusedeckel, Verschraubung,
Kabelisolierungen) kann so manch anderes High-End Gerät nicht
ganz
den Eindruck hervorrufen derart konsequent "für die Ewigkeit
gebaut zu sein", wie es beim Audionet Amp der Fall ist.
technischer Aufbau:
Die Innenansicht des Amp (direkt von oben)
Als Basis dient hierfür die Audionet-eigene
ULA-Schaltungstopologie (Ultra Linear Amplifier). Ursprünglich
für den medizinischen Bereich entwickelt, erreicht das
Gerätedesign selbst bei extremer Belastung eine messtechnisch
maximale Signalreinheit. Audionet bedient sich der SMD
Miniaturisierungstechnik, die Signalwege sind auf das Minimum
reduziert und beinhalten keine klangschädigende Bauelemente
wie Koppelkondensatoren, Spulen oder Leistungsrelais. Audionet bedient
sich auf dem kompletten Globus, um für jede Komponente eine
höchstwertigste Bauteilequalität bieten zu
können. Wo die hohen Ansprüche nicht komplett
erfüllt werden konnten, greift Audionet (wie beim PreG2) auf
Eigenproduktion zurück, wie zB. bei einigen Kondensatoren mit
einem speziellen Silikat-Material (Glimmer), welche speziell
für Audionet in Indien und China gefertigt werden. Des Weiteren
residieren in den Max auch exklusive High Audiograde
Elektrolytkondensatoren mit einem Dielektrikum aus Seide, sowie
strengselektierte Hochstromfolienkondensatoren mit geringstem
Verlustwinkel. Aus klanglichen Gründen kommt bei der
Innenverdrahtung eine hochkarätige Gold-/Silberlegierung,
sowie eine Sicherung aus Rhodium und Gold zum Einsatz.
Als weitere Besonderheit integrierten die Audionet-Entwickler
eine einzigartige, vernetzte Korrekturschaltung in die Treiberstufe,
mit der eventuelle Verzerrungen des nachfolgenden Leistungskreises in
Echtzeit linearisiert werden.
Bei den Audionet Amp legten die Entwickler besonderen Wert
darauf, größtmögliche Leistungsreserven und
Rückflussdämpfung zu gewährleisten, um eine
jederzeit hohe akustische Souveränität zu
gewährleisten. Am augenscheinlichsten wird diese Zielsetzung
in Form der beiden unten platzierten riesigen Ringkerntransformatoren,
insgesamt beherbergt jede Monoendstufe vier getrennte Netzteile,
welche sich auf Eingangs-, Leistungs- und Treiberstufe sowie
die Steuerungseinheit (Mikroprozessor) aufteilen. Die Leistungsstufe
greift auf 8 selektierte Power-MOSFETS mit einem aktiv geregeltem
Ruhestrom von 0,6A, zurück. Bei der Betriebsspannung war den
Entwicklern eine maximale Trennung von positiver und negativer Spannung
sehr wichtig. Zu diesem Zweck dienen nämlich die beiden zuvor
erwähnten großen Ringkerntransformatoren mit der
imposanten Leistungsaufnahme von jeweils (!) 1000VA. Audionet
beziffert die Leistungsangabe offiziell mit beeindruckenden 700 Watt an
4 Ohm (Sinus!) und attestiert den Max selbst bei 2Ohm eine stabile
Verstärkung von imposanten 1.100 Watt. von Der technische
Overkill ist damit aber noch zu Ende, denn als Stromspeicher besitzt
jede Monoendstufe über satte 156.000 Mikrofarad
Siebkapazität. Wie beeindruckend dieser Wert ist, haben wir
schon beim ähnlich dimensioniertem PreG2 erörtert,
doch wir möchten Ihnen dennoch ein paar Vergleichszahlen zu
den Max anbieten: ein klassischer AV-Bolide wie der Denon AVC-A1HD (ca.
5.500 €) besitzt für das gesamte(!) Gerät
eine Kapazität von 66.000 Mikrofarad. Selbst wenn wir die
komplette Vorstufensektion mal außer Acht lassen,
würde eine Max im Direktvergleich (umgerechnet auf einen Kanal)
über fünfzehnfache größere
Ressourcen verfügen! Mit dieser Kapazität im Nacken,
sollten die Max selbst unter extremen Bedingungen jede
Hörsituation locker meistern, wo andere Endstufen mit
Dynamikeinbußen oder Präzisionsverlust zu
kämpfen haben und in Einzelfällen sogar
membranschädigende Verzerrungen hervorrufen. Deswegen
ist eine solch leistungsstarke Endstufe für High-End
Lautsprecher keine Gefahr, sondern stellt die beste Lebensversicherung
für hochwertige, sensible Schallwandler dar. Gegenüber dem
Vorgängermodell, dem Amp II G2 konnte Audionet in Bezug
die klangentscheidende Slew rate (maximale Anstiegs- und
Abfallgeschwindigkeit bei der Umsetzung von Impulsen) von unter einer
Mikrosekunde nochmals deutlich verbessern (0,66 ms), was eine eine
drastisch bessere Kontrolle eines jeden Lautsprechers zur Folge
hat.
Über sämtliche Funktionen wacht ein
Mikroprozessor und schützt Endstufe (bzw. Lautsprecher) vor
Gleichstromanteilen, HF sowie Überlastung. Auch die Temperatur
wird von der Elektronik überwacht. Bei Problemen schaltet sich
die Endstufe selbstständig ab und informiert über den
Fehler im Gerätedisplay. Erfreulicherweise ist dieser Fall in
unserer ausführlichen Testphase aber noch nicht eingetreten,
so wir Ihnen hiervon verständlicherweise auch keinen
Screenshot präsentieren können. Weil der
Mikroprozessor aber auch für andere Funktionen
zuständig ist, erweist sich das Display dennoch als sehr
komfortables, nützliches Feature. Bei der Erstinstallation
verrät es uns, ob die Polung des Netzsteckers korrekt ist und
in Kombination mit dem Bedienknopf lässt sich über
das Display die komplette Konfiguration vornehmen. Neben der
obligatorischen Quellenwahl (XLR oder Chinch) bieten die Amp z.B. noch
eine Timerfunktion und Einstellung des Dimm-Levels vom Display.
Während der normalen Benutzung informiert die Anzeige
über den aktiven Signaleingang und nutzt (wie auch beim PreG2)
einen Displayschoner. Im Vergleich zu unseren "altbekannten" AmpIIG2
muss man jedoch leider auf eine Wirkleistungsanzeige verzichten. Laut
Audionet wäre dies zwar auch bei den Amp Endstufen technisch
möglich gewesen, doch viele Anwender haben erwartet,
dass linker und rechter Kanal stets exakt dieselbe Leistung
abgeben müssten und sind mit Beschwerden auf Audionet
losgegangen, was natürlich völliger Blödsinn
ist. Die Einschaltung der Endstufen kann wahlweise per Audionet-Link
(optisches Digitalkabel) am PreG2 oder Standby-Knopf erfolgen. Auch
eine signalabhängige Aktivierung ist möglich
und kann in drei Empfindlichkeiten justiert werden.
Den Audionet Amp kann man sowohl über Chinch als auch XLR an
die
Vorstufe konnektieren, wobei die Anschlussauswahl
über das
Display auf der Vorderseite erfolgt (siehe auch Bedienungsvideo im
nächsten Kapitel). Die Eingangssignalverarbeitung wird
über
goldkontaktierte Präzisionsrelais geschaltet und bedient sich
einem kaskadiertem und gebootstrapptem Differenzverstärker mit
einem rauscharmen, monolithischem, Doppel-FET. Auf diese Weise erfolgt
eine elektrische Entkopplung vom Eingangssignal, was
klangschädigende Rückwirkungen auf die Signalquelle
verhindert. Das Bi-Wiring WBT Lautsprecherterminal erfüllt
außerdem sämtliche Anforderungen was die
Materialqualität sowie Opulenz im High-End Bereich betrifft. Es
zeichnet sich durch absolut leichtgängige Schrauben aus, klemmt
die Kabel dabei jedoch erbarmungslos ein und ist darüber hinaus
auch zur Aufnahme von Bananensteckern sowie Kabelschuhen bestens
geeignet.
Um Ihnen die Bedienung sowie Justagemöglichkeiten der Endstufen
nahezubringen, haben wir dieses kurze Video vorbereitet.
die technische Daten in der Zusammenfassung (Herstellerangaben)
ULA Topologie, Echtzeitlinearisierung,
Mikroprozessorsteuerung für Überwachung
und Features wie zB. Netzphasendetektion
Abmessungen
21,5cm x 19,0cm x 50,0 cm (B,H,T)
Gewicht
22 Kilogramm
Testumgebung:
Die Audionet Amp Monoendstufen kommen in unserem Referenzstudio zum
Einsatz, wo wir für bestmögliche Testbedingungen im Rahmen
unserer Möglichkeiten gesorgt haben. Der rund 50m²
große Raum ist mit insgesamt ca. 50 raumakustischen Elementen auf
einen "trockenen" Klang mit wenig Nachhall getrimmt, so dass wir
entsprechende Raumeinflüsse recht gut ausblenden können. Als
Lautsprecher fungieren 3 Isophon Arabbas mit Keramikbestückung im
Mittelhochtonbereich sowie Diamanthochtönern. Die Centerspeaker
Arabba steht hinter der akustisch transparenten Leinwand und wurde
nochmals speziell auf die minimalen Einfluss des Tuches feinabgestimmt.
Wir haben somit für die Front drei identische Lautsprecher
höchster Qualität.
Als Surroundvorstufe benutzen wir die Cinemike getunte Denon
AVP-A1HDA. Dieses Modell wurde von Denon zwar leider (mal wieder) um
1.000 Euro im Preis angehoben und kostet somit inklusive dem 5.000 Euro
Cinemike-Tuning ganze 14.000 Euro, ist aber aktuell immer noch ihr Geld
wert: momentan kennen wir kein anderes HDMI 1.3 Gerät, wo
Klangpräzision sowie Durchzeichnung, Dynamik und
Auflösungsvermögen auch nur annähernd auf ähnlichem
Niveau liegen. Selbst das Basisgerät lässt es in
Teilbereichen an Akkuratesse vermissen, wenn man höchste
Maßstäbe (und die dafür passenden Lautsprecher)
zugrundelegt. Leider kann auch das Cinemike-Tuning nicht darüber
hinwegtäuschen, dass die AVP-A1HDA ihre vollsymmetrische
Signalverarbeitung nur dann komplett ausschöpfem kann, wenn die
meisten DSP-Eingriffe deaktiviert sind. Sobald komplexe Bass-Management
Funktionen oder große Delayzeiten benutzt werden, verliert selbst
dieser Bolide recht deutlich an Auflösung und Dynamik. In diesem
Zusammenhang verbietet sich der Einsatz von Audyssey MultEQ sowieso
grundsätzlich.
Mit diesen Einschränkungen steht
die AVP-A1HDA jedoch nicht alleine da - denn (fast)
jeder gängige AV-Receiver bzw. Vorstufe kämpfen exakt
mit denselben Problemen. Eine der wenigen Ausnahmen stellt die Map I
aus dem Hause Audionet dar. Zusammen mit einem 1800 Euro Zusatznetzteil
(EPS-Modul) klingt die 3.800 Euro Vorstufe fast so gut wie die vielfach
teurere Cinemike/Denon Lösung. Dank der, von Audionet
größtenteils selbst programmierten, Processing-Sektion, ist
sie darüber hinaus sogar in der Lage vielfältigste Eingriffe
ohne nennenswerten Klangverlust vorzunehmen. Audionet hat dabei
erfreulicherweise auf undurchsichtige Einmessautomatiken konsequent
verzichtet und dem Anwender dafür extrem umfangreiche
Möglichkeiten (vollparametrische EQs für alle Kanäle,
Flankensteilheit beim Bass-Management etc.) zur Feinanpassung
spendiert. Die Audionet Map1 ist daher ein Produkt für Kenner bzw.
Könner (bzw. Anwender mit einem gutem Fachhändler), die ohne
HDMI Audioübertragung auskommen und mehrere tausend Euro
sparen wollen.
Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der
Übersicht:
Das Referenzstudio wurde von der Firma RTFS akustisch
optimiert.
Praxiseindrücke:
- generelle Klangcharakteristik:
Audionet-typisch zeigt sich die grundlegende Klangcharakteristik
ausnahmslos einer natürlichen Akustik verpflichtet. Eigenklang
bzw. Sounding stellt für die Entwickler
offensichtlich kein
probates Mittel dar, ihre Produkte voneinander zu diversifizieren, so
dass sämtliche Endstufen dieselbe Handschrift tragen und deswegen
untereinander auch hervorragend miteinander kombiniert werden
können.
Auch die Amp Monoblöcke betonen keinerlei Frequenzbereiche,
sondern versuchen sämtliche Eingangssignale mit
größter
Präzision zu verstärken. Dieses Vorhaben gelingt
Ihnen in
solch einer Perfektion, dass es als Tester eine große
Selbstbeherrschung erfordert, nicht in jeden Satz diverse
Superlative heranzuziehen. Deswegen bitten wir um Nachsicht, wenn
einzelne Passagen eventuell etwas zu euphorisch anmuten, doch als
enthusiastischer Hifi-Liebhaber muss man schlichtweg ins
Schwärmen
geraten.
Beginnen wir mit der Bassdarstellung, wo die High-Tech
Endstufen mit einem atemberaubenden
Differenzierungsvermögen zu Werke gehen. Dank einer famosen
Präzision sowie Impulsgenauigkeit schälen die
Monoblöcke Feinheiten im Frequenzkeller zutage, die selbst uns
bislang verborgen waren. Erfreulich ist dabei der Umstand, dass sich
die Verstärker selbst unterhalb der 30 Hertz Marke nicht
scheuen,
absolut felsenfeste Bassformationen in das Klangfundament zu meißeln.
Filmliebhaber mit basspotenten Standlautsprechern werden dies im
besonders großen Umfang zu spüren bekommen
und
angesichts der ungeahnten Tiefbassqualitäten am liebsten einen
Blumenstrauß nach Bochum schicken. Unabhängig davon,
ob die
Amps damit betraut werden, Beckenschläge oder Explosionen
umzusetzen - sie haben es nicht nötig, ihrem Besitzer durch
hinzugedichteten Bassdruck zu beeindrucken und zeichnen sich
stattdessen durch eine kompromisslose Leistungsbereitschaft und
Konsequenz aus. Anders ausgedrückt. die Amps würzen
nicht
grundsätzlich nach, generieren aber bei Bedarf
einen infernalischen Bassdruck und Dynamik. Auf diese Weise
stellt
sich ein insgesamt äußerst differenziertes Klangbild
dar, wo
trocken gezupfte Cello-Saiten genauso vollumfänglich in ihrer
Charakteristik zur Geltung kommen, wie schnelle/wummernde
Technobeats oder brachiale Filmeffekte.
Dieselbe
Gewissenhaftigkeit legen die Amp Monos erfreulicherweise auch im
Mittel-/Hochtonbereich an den Tag, was jenen Frequenzen eine
faszinierende Klangtransparenz, Luftigkeit sowie
Souveränität beschert. Gesang nimmt man nicht
einfach nur
als vokale Information dar, sondern erlangt akustischen Zugang zu
den dahintersteckenden Emotionen, wenn selbst kleinste
Schwingungen der Stimmbänder ihren Weg zu den
Lautsprechermembranen finden und von einem exakt dosiertem Klangvolumen
flankiert werden. Ein großer Authentizitätsfaktor
stellt dabei
auch die Klangdynamik dar, welche speziell in Bezug auf die
feindynamische Differenzierung mehrerer Klangebenen schlichtweg als
famos zu bezeichnen ist. Durch die Kombination aus tonaler Ehrlichkeit,
feingliedriger Detailausleuchtung und hochdynamischer Umsetzung ergibt
sich ein fast beispielloses Maß an Artikulationsgenauigkeit
sowie
Klangtiefe. Die Audionet Amps gehören daher zu den wenigen
Verstärken, die selbst bei choralen Elementen in der Lage
sind,
sämtliche Stimminformationen UND Instrumente gleichzeitig
differenziert herauszuarbeiten, ohne eines der beiden Klangelemente
hinsichtlich seiner Gewichtung im Gesamtarrangement neu zu ordnen. Dies
ist eine sehr wichtige Form der akustischen Ehrlichkeit und zeigt, dass
die Amps nicht darauf ausgelegt sind, bestimmte Klangaspekte zu
verbiegen (z.B. gibt es im High-End Bereich viele Komponenten, wo
speziell Frauenstimmen stets etwas in den Vordergrund gezogen werden),
sondern ihre Aufgabe als reiner Übermittler möglichst
sämtlicher künstlerischer Intentionen
verstehen.
In den oberen Frequenzlagen zeichnen sich die Amps ebenfalls
durch
eine differenzierte Vorgehensweise aus: sie schärfen das
Klangbild
nicht generell nach, um zusätzliche Auflösung
vorzutäuschen - und betreiben auch keine unangebrachte
Weichzeichnerei für den Eindruck einer seidigen Spielweise.
Nein -
sie setzen hochtonlastige Signale (ein typisches Beispiel sind Streich-
und Blasinstrumente) schlichtweg mit höchster Finesse in all
ihren
Facetten um. Weil sich das dabei abzeichnende perfektionistische
Detaillierungsniveau (wie bereits beschrieben) jedoch auch in den
darunterliegenden Frequenzbereichen wiederspiegelt, ergibt sich ein
insgesamt stimmig-natürliches Klangbild ohne
steril/analytischen
Touch. Dennoch bleibt natürlich zu erwähnen, dass
nicht jeder
Hörgeschmack mit dem Streben nach maximaler Ehrlichkeit sowie
Auflösungsgabe vereinbar ist - speziell dann, wenn man sich
ein
bestimmtes Sounding jahrelang "schöngehört" hat und
daran
gewohnt ist. Wegen ihrer rasend schnellen Durchzeichnung
höchster
Genauigkeit wirkt der Hochtonbereich jederzeit unangefochten
souverän und luftig. HT-Klangelemente werden nicht
"abgearbeitet",
sondern mühelos zelebriert.
Die exakte Arbeitsweise beschert den Monoendstufen auch in
Bezug auf
die Raumabbildung absolute Bestnoten. Bemerkenswert ist dabei besonders
der Umstand, dass sich der Hörer nicht nur über eine
völlige Lösung des Klanggeschehens von den
Lautsprechermembranen freuen darf, sondern zugleich auch mit einer
frappierenden Lokalisationsschärfe verwöhnt wird.
Normalerweise weist (fast) jede Endstufe zumindest eine minimale
Tendenz auf, entweder die Räumlichkeit etwas zu
beeinträchtigen, oder das letzte Quäntchen an
Abbildungsgenauigkeit zu verlieren. Die Audionet Amp brauchen
diesbezüglich keine Kompromisse eingehen: die zeitrichtige
Verstärkung sorgt für eine phasenkorrekte Wiedergabe
sämtlicher Frequenzen. Auf diese Weise bleibt jede, in der
Aufnahme vorhandene, Rauminformationen in vollem Umfang
erhalten,
so dass Verfälschungen der Klangbühne (z.B.
übermäßige Diffusität, zu breite
Abbildung etc.)
weder unabsichtlich, noch aus Gründen einer gewollten
Klangabstimmung, vorhanden sind. Dieser Form der akustischen
Authentizität versetzt die Monoblöcke in die Lage,
nicht nur
detailbezogen, sondern auch räumlich tief in die Musik
einzutauchen. In Kombination mit entsprechend veranlagten
Lautsprechern, sowie einer guten Raumakustik, wird eine differenzierte
Bühnenstaffelung mit exakter Positionierung jedes einzelnen
Akteurs bzw. Instruments geboten. Bei sorgfältig abgemischten
Aufnahmen kann die Entfernung eines jeden
einzelnen Klangelements eindeutig herausgehört
werden, zumal
sich auch die Größenverhältnisse als
stimmig erweisen.
Die Amp Monos können dabei auf eine umfassende
Bühnengröße zurückgreifen, die
nicht nur auf den
Bereich zwischen den Lautsprechern beschränkt ist.
Klangelemente
können in Bezug auf die horizontale Platzierung auch
außerhalb der Lautsprecherachse bewegt werden,
außerdem
setzen die Verstärker auch vertikale Rauminformationen in
faszinierender Qualität um.
Star Wars Episode III
DVD, Dolby Digital 5.1
Als Beispiel für die Qualitäten bei der Filmwiedergabe
greifen wir zu George Lucas letztem Meisterwerk aus der Star Wars
Reihe. Als Einstieg dient Kapitel 3, Laufzeit 6,55' , nachdem sich
Anakin mit Obi Wan durch die Raumschlacht gekämpft haben und
anschließend auf die "Invisible Hand" zusteuern. Beim Anflug auf
den Kreuzer fällt bereits auf, dass die Audionet Monoblöcke
für eine äußerst detailreiche sowie "tiefe" Akustik
sorgen, die jedoch zugleich auch von einer immensen Souveränität
gekennzeichnet ist. Während in den hinteren Klangebenen noch
vereinzelte Explosionen, Flug- und Lasergeräusche extrem deutlich
herausgearbeitet werden, setzen die Verstärker den zeitgleich
erfolgten, hektisch gesprochenen Funkdialog zwischen den beiden Jedis
mit großer Klarheit heraus, ohne dabei eine unangebrachte
Schärfe einzubringen. Keine Endstufe aus einem anderen Haus war
bislang in der Lage, impulsiv gesprochene Sprache während starken
Dynamiksprüngen immer noch derart luftig sowie detailreich auf die
Lautsprechermembranen zu zaubern. Aus diesem Grund sorgt der Amp
Monoblock auf dem Centerkanal für einen deutlichen Gewinn an
Durchhörbarkeit und Natürlichkeit. Was die Bochumer
Edelverstärker in Bezug auf Klangdynamik auf der Pfanne haben,
wird in den folgenden Sekunden regelrecht bar: die
Laserschüsse auf das Hangartor setzen ungemein impulsiv ein; die
anschließende Explosion jener Vorrichtung begeistert durch eine
druckvolle Wiedergabe. Beim Vorbeiflug von Anakin's Eta-2
Abfangjäger an der Kameraposition innerhalb des Hangars, legen die
Verstärker ihr Meisterstück ab. Die Turbinengeräusche
nötigen den Frontkanälen viel Tiefgang ab und bringen das
Sofa zum Wackeln, ohne es dabei an Präzision missen zu lassen.
Ganz im Gegenteil: generell fällt auf, dass
sämtliche Basseinsätze äußerst differenziert
zur Geltung kommen und mit einer exzellenten Zeitrichtigkeit versehen
sind. Bassimpulse werden dadurch nicht automatisch "weichgewaschen",
sondern können sich exakt zum Leinwandgeschehen in Szene setzen.
Besonders deutlich wird dies beim kurzen Lichtschwertkampf, einige
Sekunden später. Hier ist ein Großteil des tieffrequenten
Schwertgeräusches auf dem Centerspeaker beheimatet, was durch den
Amp Monoblock in Bezug auf Druck, Intensität und Timing enorm
aufgewertet wird. Die körperhaften Bassanteile fügen sich
selbst bei höchsten Pegeln exzellent zum restlichen Kampfgeschehen
und legen sich nicht (wie häufig zu beobachten) über andere
Soundeffekte. Die Audionet Verstärker hingegen werten
währenddessen ebenfalls die komplette Umgebungsdarstellung auf, wo
neben den Droidengeräuschen auch diverse Generatoren klar zu
hören sind. In diesem Zusammenhang kommt der Gesamtwiedergabe
nicht nur die generell äußerst hohe Grobdynamik
zugute. Die Frontbühne profitiert ebenfalls vom immensen
Differenzierungsvermögen, die jedem einzelnen Effekt mit einer
individuell herausgearbeiteten Dynamik sehr
viel Eigenständigkeit einhaucht. Dadurch erklingen sowohl
intensive Kampfszenen, wie auch beispielsweise Umgebungsgeräusche
während Dialogsequenzen mit einem Höchstmaß an
Lebendigkeit. Aufgrund der authentischen Abstimmung mitsamt dem
gegebenen Modellierungsniveau, darf sich der Hörer auch in Bezug
auf die Score Wiedergabe über Leistungen auf absolutem
Referenzniveau freuen. Der Posauneneinsatz beim Anfang vom Kapitel 8
wird in seiner Mehrstimmigkeit sowie Auflösung schlichtweg
grandios umgesetzt, zusätzlich sticht die Klangdynamik sowie
Transparenz auch hier wieder hervor. Der Star Wars Fan wird
außerdem in Bezug auf die Raummabbildung verwöhnt, da sich
die Gänsehaut-erzeugende Musik vollständig von den
Frontlautsprechern löst und den Umstand völlig vergessen
macht, dass irgendwo im Raum einzelne Lautsprecher stehen. Dem
völligen (akustischen) Eintauchen in die Star Wars Welt steht
nichts mehr im Wege ! Fazit: die Klangtugenden sind für
Heimkinoanwendungen keine Verschwendung, sondern sorgen bei
hochwertigen Produktionen für einen immensen Schub an Transparenz,
Dynamik und Natürlichkeit. Die extreme Pegelfestigkeit erlaubt
eine adrenalinfördernde Intensität, wobei die Verstärker
stets derart souverän auftreten, dass sich zu keinem Zeitpunkt ein
angestrengtes Klangbild ergibt. Auch für die neuen HD-Tonformate
eignen sich die Amp Monoblöcke bestens und lassen den Hörer
in einer völlig neuen Qualität am Film teilhaben.
Michael Buble - Cought in the Act
Blu-Ray, DTS-HD
Dieses hervorragend aufgenommene Konzert zeichnet sich durch
eine
starke Fokussierung auf vokale Aspekte aus, während
die instrumentale Begleitung vorwiegend mit
einer begleitenden bzw. unterstreichenden
Charakteristik
abgemischt ist. Die Audionet Amp gehören erfreulicherweise zu
jenen Verstärkern, die solche Arrangements durch ihre neutrale
Spielweise nicht verfälschen. Das Verhältnis
sämtlicher
Klangelemente bleibt in seiner ursprünglichen Form gewahrt. Es
ist
(leider) keine Seltenheit, dass High-End Geräte ein hohes
Maß an Eigenklang mitbringen, um dem Hörer eine
akustische
Überlegenheit vorzugaukeln. Wir haben z.B. mit einer Endstufe
aus
dem Hause McIntosh erlebt, dass der Gesang sehr dominant in
den
Fokus der Wiedergabe gestellt wurde, was die ohnehin schon
hintergründig spielenden Instrumente noch weiter ins Abseits
gestellt hat. Aber auch die Reige von analytisch sowie "dünn"
aufspielenden Verstärkern kommt mit jener Aufnahme nicht
perfekt
zurecht, da es der Stimmdarstellung an der notwendigen Präsenz
im
Vergleich zur Begleitung fehlt. Doch zurück zu den Audionet
Amp
Monoblöcken. Zunächst einmal erweist sich die
Räumlichkeit als bemerkenswert: obwohl der Gesang fast
komplett
auf den äußeren Frontkanälen platziert ist
und vom
Centerspeaker lediglich in Bezug auf Instrumentalarrangements
ergänzt wird, setzen die Verstärker den begnadeten
Sänger direkt und mit exzellenter Körperhaftigkeit in
die
Mitte des Raumes. In unserem Hörstudio scheint Michael Bubble
in
ca. 3 Meter Entfernung in Lebensgröße vor uns zu
stehen. Die
dabei erzielte Realitätsnähe ist als herausragend zu
bezeichnen und wurde bislang von keinem anderem Testgerät
(ausgenommen Audionet Max Monoblöcke) in dieser
Qualität
erreicht. In Bezug auf das Detaillierungsvermögen
verblüffen
uns die drei Endstufen ganz besonders beim schwierigen Duett mit Laura Pausini in Track
10 (You'll never find another Lover like mine). Hier gelingt es den Geräten, gleichzeitig (!) sowohl
den
leicht rauen, kehlkopflastigen Gesang von Bubble, wie auch die
sanftmütige, hochtransparente Frauenstimme in
bestechender
Qualität wiederzugeben. Beide Akteure werden
zusätzlich mit
einer hervorragenden dynamischen Differenzierung versehen, so dass ein
sehr lebendiger Klang entsteht. Doch auch in Soloabschnitten
überzeugen die Amp auf ganzer Linie: der Einzelgesang von
Michael
Bubble in Track 11 wird in Bezug auf seine Direktheit sowie
Präsenz in höchster Auflösung mit exzellent
abgesetzten
Obertönen zum Leben erweckt. Die Instrumentalbegleitung
glänzt dabei ebenfalls durch akustische Finesse: das
Schlagzeug
besitzt eine enorme Impulshaftigkeit inkl. exzellenter Differenzierung
der Anschläge, ohne dabei den Flügel im klanglichen
Hintergrund zu überdecken. Bei den "swingigeren" Titeln
gelingt
der Audionet Elektronik eine stimmungsvolle Umsetzung des
Musikrythmus in Bezug auf die charakteristisch
variierende Dynamik. Die Blasinstrumente kommen dabei
sehr luftig zur Geltung und sorgen durch ihre gute
Abbildung für eine räumliche Flankierung des
vordergründigen Klanggeschehens. Meisterhaft bringen die Endstufen
auch den schwierigen Schlusspart von Track 3 zur Geltung, wo sehr viel
Gefühl abverlangt wird, um die einsetzenden Geigen
informationsreich und dabei gleichzeitig unaufdringlich bzw.
transparent innerhalb der Gesamtkulisse einzubinden. Das
Auflösungsvermögen sowie die individuelle Klangdynamik
erlauben sogar eine differenzierte Wahrnehmung der einzelnen
Streichinstrumente, während viele andere Endstufen in dieser Szene
nur die Gesamtheit jener Instrumente an den Hörer weiterreichen.
Der nun folgende Einsatz einer Bassgitarre hat es in sich und entlarvt
eine falsche Klangbalance sofort: beim Zupfen über die beiden
unteren Saiten muss sowohl das Timing wie auch das Klangvolumen exakt
mit der restlichen Musik harmonieren, um Aufdicken, Rythmusverlust oder
Detaillierungsverlust zu verhindern. Diese Aufgabe meistern die Amp
Monos sogar in einer derartigen Qualität, dass sogar das
Nachschwingverhalten der Saiten heraushörbar wird ! Insgesamt
ergibt sich durch die gezeigte Präzision eine sehr flüssige
Wiedergabe höchster Durchsichtigkeit. Fazit: gut produzierte
Konzertaufnahmen bereiten auch mit vielen anderen Endstufen Spaß.
Anspruchsvolle Anwender, die eine hochklassige technische
Umsetzung zu schätzen wissen, werden von der perfektionierten
Wiedergabe auf Basis der Amp-Monoblöcke jedoch mit derart vielen
zusätzlichen/verbesserten Feinheiten sowie Details beschenkt, dass
sich unterm Strich ein deutlich intensiveres Klangerlebnis
einstellt.
Endstufenvergleich:
In den vergangenen Jahren haben wir fast alle Endstufen aus dem
Hause Audionet innerhalb unserer Räumlichkeiten intensiv
kennengelernt. Wir möchten Ihnen daher mit der folgenden Tabelle
einen kleinen Vergleich der jeweiligen Charakteristiken geben, so dass
Sie einen groben Anhaltspunkt bei eventuellen Kaufabsichten
erhalten.
Amp V
5 Kanäle
á 180W an 4 Ohm
Preis: ca. 4.000€
Fünf Kanäle mit typischem Audionet
Klang für unter 4.000 Euro ? Diese Offerte hört sich
nicht
nur theoretisch gut an, sondern entpuppt sich auch in der Praxis in
Kombination mit einer guten Vorstufe als absoluter "Boliden-Killer".
Doch im Vergleich zu den monaural aufgebauten Monoblöcken wird
deutlich, dass es eben schlichtweg nochmal eine Klasse besser geht. Der
AmpV beschreitet dieselbe Grundausrichtung wie seine großen
Geschwister und bietet deswegen eine authentische Balance, hohe
Modellierungskünste sowie gute Leistungen in den Bereichen
Dynamik
sowie Räumlichkeit. Dies ist für 90% der Lautsprecher
völlig ausreichend, doch wer besonders hochwertige Schallwand
sein
Eigen nennt, darf sich mit den Amps quer über das komplette
Frequenzband über eine nochmals präzisere
Detaillierung, mehr
Bassdruck und Dynamik freuen. Speziell bei der Raumabbildung legen die
Monoblöcke und der AmpIV2 ebenfalls nochmals kräftig zu,
wobei sich auf der AmpVII klar vor seinem kleinen Bruder positioniert.
Durch die
größeren
Leistungsreserven der anderen Modelle steigt sowohl die
Pegelfestigkeit, als auch
das Maß an Souveränität/Flüssigkeit und somit
der
Musikalität.
Empfehlung: THX Ultra2 Systeme und konventionelle 5.1 Systeme mit gutem Wirkungsgrad bis hin zur oberen Mittelklasse.
Amp VII
5-7 Kanäle
á 250W an 4 Ohm
Preis: 7.000-10.000€
Unter Zugrundelegung des kanalbezogenen
Preis-/Leistungsverhältnis, sorgt der AmpVII für eine
Überraschung, muss sich unterm Strich aber trotzdem relativ
deutlich den Modellen Amp1V2, Amp sowie Max geschlagen geben. Der
AmpVII ist nach wie vor mit Abstand die beste
Mehrkanalendstufe, die wir in unserer Redaktion kennen. Auf absolutem
High-End Niveau gemessen (an dementsprechenden Schallwandlern) bieten
die Amp Monos jedoch mehr Präzision, was zu höherer
Auflösung sowie Klangtransparenz führt. Die Raumabbildung des
AmpVII liegt über dem Niveau seines kleineren Bruders,
reicht aber nicht an die Lokalisationsschärfe der Amps heran.
Klangdynamisch reiht sich der Siebenkanäler ebenfalls zwischen den
beiden Modellen ein. Mit einigen Lautsprechern ist bei hohen Pegeln
außerdem zu beobachten, dass der AmpVII bei einzelnen
Filmszenen seine Schutzschaltung aktiviert, während die Amp
Monoblöcke völlig unbeeindruckt auch heftigste Pegel absolut
unbeeindruckt und souverän bewältigen.
Empfehlung: THX Ultra2 Systeme oder konventionelle 5.1 Lautsprecher bis
hin zur Oberklasse (z.B. Monitor Audio Gold). Der AmpVII funktioniert
auch sehr gut als reiner Verstärker für die Rearkanäle,
während in der Frontachse andere Modelle zum Einsatz kommen.
Niederohmige LS können bei extremen Pegeln auf der
Frontachse problematisch werden (Autoabschaltung).
Amp I V2
2 Kanäle
á 300 Watt an 4 Ohm
Preis: ca. 6.000€
Als klassische Stereo-Endstufe konzipiert,
besetzt die Amp1V2 einen wichtigen Marktbereich und setzt vielen
Mitbewerbern durch ihre Klangqualität gehörig zu. Die
AmpIV2
spielt nahe am Niveau der Amp Monos - insbesondere in Bezug auf die
Detaillierung im Hoch-/Mitteltonbereich.
Bei leistungshungrigeren
Lautsprechern merkt man den Monoblöcken minimal mehr
Durchsetzungsvermögen bzw. Druck im Tiefstbassbereich an,
außerdem spielen sie bei komplexen Passagen insgesamt
transparenter. Grobdynamik und Pegelfestigkeit liegen sehr eng
beieinander, allerdings differenzieren die Amps feindynamische
Schwankungen noch genauer heraus. Beiden Endstufenmodellen gelingt es
gleichermaßen hervorragend, das Klanggeschehen vom
Lautsprecher
zu lösen, wobei die Monoblöcke hierbei noch mehr
Lokalisationsschärfe einbringen. Keine Frage: die AmpIV2 ist
den
Monoblöcken akustisch deutlich näher, als den
Mehrkanalendstufen. Die klanglichen Unterschiede zu den
Amp-Monoblöcken sind kleiner, als es der preisliche Abstand
vermuten lässt. Der Aufwand zur Ausschöpfung der
letzten
Klangreserven steigt naturgemäß
überproportional, was
sich unweigerlich in den Preisen wiederspiegelt. Anwender mit High-End
Schallwandlern und gut abgestimmter Wiedergabekette werden die kleinen
aber feinen Unterschiede in den meisten Fällen wohl zu
schätzen wissen und den Mehrpreis für die Monos in
Kauf
nehmen.
Empfehlung: Oberklasse Lautsprecher jeder Coleur, z.B. Aurum Vulkan
VIII; die Amp1V2 eignet sich auch für pegelhungrige Anwender bei
fordernden Lautsprechern. Auch ideal als audiophile Ergänzung
für die Rearspeaker, wenn vorne noch bessere Endstufen benutzt
werden.
Max
Monoblock
á 700W an 4 Ohm
Preis: ca. 6.000€
Audionet Chef Thomas Gessler wird es nicht gerne
lesen, aber unterm Strich haben uns die "kleinen" Monos nicht weniger
gefallen, als ihre großen Geschwister! Sicherlich holen die
Max
auch noch das letzte Quäntchen an Kontrolle bei extremen
Pegeln
heraus, aber ansonsten sind uns selbst mit unseren Isophon Arabbas im
akustisch optimierten Raum mit hochwertiger Zuspielung keine wirklich
signifikanten Unterschiede/Vorteile aufgefallen. Schon die Amp-Monos
liegen derart nahe an der Perfektion, dass die Max
hauptsächlich
ihre nochmals höhere Pegelfestigkeit sowie Grobdynamikreserven
in
die Waagschale schmeißen können. Auf der anderen
Seite
kommen die Amp-Monos mit unseren eher niederohmigen Lautsprechern sogar
besser zurecht, weil die Max durch ihre interne
Spannungsverstärkung hauptsächlich bei hochohmigen
Lasten
ihren Trümpfe ausspielen können. Wer
möglichst nahe an
die absolute Perfektion will, macht mit dem Kauf von Max-Endstufen
garantiert kein Fehler und wird nochmals eine Prise mehr Luftig- und
Räumlichkeit erhalten. Wir können uns aber
vorstellen, dass
ein Bi-Amping Betrieb von zwei Amp-Monos noch mehr Potential mitbringt,
ohne dabei extrem viel mehr zu kosten.
Empfehlung: hochohmige Lautsprecher, die klanglich und
leistungsmäßig voll ausgeschöpft werden sollen. 4 Ohm
Konstruktionen wie die Isophon Arabba haben bei uns mit dem Amps
hingegen im Hochpegelbereich besser funktioniert. Sowohl Max wie auch
Amp stellen für alle Lautsprecher (speziell ab der Oberklasse)
eine nachhaltige Aufwertung dar - im Idealfall sollte man hier
zumindest 3 identische Exemplare einsetzen, damit auch der wichtige
Centerkanal davon profitiert.
Fazit:
Unsere euphorische Berichterstattung in Bezug auf das
elegante Design, dem High-Tech Aufbau sowie insbesondere die fulminanten
Klangeigenschaften, dürfte so manch interessierten
Leser in
eine Zwickmühle bringen: sind die Audionet Amp
Monoendstufen wirklich so verdammt nahe an der Perfektion,
oder
hatte der schreibende Redakteur einfach nur besonders gute
Laune
beim Schreiben ? Allen solventen Klangliebhabern empfehlen wir daher
schlichtweg, dieser Frage im Rahmen eines ausführlichen
Hörtests selbst nachzugehen. Dies lohnt sich auf alle
Fälle.
Wir waren und sind von den Endstufen derart begeistert, dass wir sie fortan
als Referenzelektronik in unserem High-End Studio einsetzen. Dort
werden die Monoverstärker nicht nur die Stereokanäle
zu
höchsten Weihen führen, sondern auch den Centerkanal
aufwerten. Unabhängig davon, ob die Amp Monos
Künstler
wie Norah Jones in
die heimischen vier Wände herbeizaubern, oder das Star-Wars
Universum zum Leben erwecken - stets scheint das
Eingangsmaterial
durch die Amps regelrecht durchzufließen,
ohne in jedweder Form beschnitten oder geändert zu
werden. Dies ist das größte Kompliment, was
man einem
Gerät zur Audioreproduktion verleihen kann. Sowohl
in tonaler Hinsicht, wie auch in Bezug auf Detaillierung, Dynamik sowie
Raumabbildung lassen die Monoblöcke zu keinem Zeitpunkt den
Eindruck
einer unperfekten Wiedergabe entstehen. Eine eindeutigere
Kauf-/Test-Hörempfehlung konnten wir im Bereich von High-End
Endstufen, auch im Kontext des Preis-/Leistungsverhältnisses,
bislang noch nicht aussprechen !
Dank höchster Klangnatürlichkeit laden die
aufwändig
gebauten Audionet Amp Monoblöcke bei jeder Session
zum akustischen
Wellness-Urlaub.
Sowohl für Stereo als auch Heimkino liefern die Endstufen
einen Klang am Rande der absoluten Perfektion ab.
Audionet Amp
Mono Endstufe
Stückpreis 3990 Euro
Test: 8.November 2010